1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Rating 4.50 (3 Votes)

Das Thema

Minen der Wehrmacht

 

 

Allgemein

Allgemeines

 

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit den Landminen der Wehrmacht. Hierbei wird auf Anti-Personenminen und Panzerabwehrminen eingegangen.
Die Anti-Personenminen, heutzutage durch die UNO und die meisten Staaten der Erde geächtet, werden gegen Personen eingesetzt. Diese Minen haben einen geringen Auslösedruck. Ihre Verwendung ist: die eigenen Stellungen zu verstärken, feindliche Infanterie zu stoppen bzw. zu verlangsamen oder diese zu lenken.

Die Panzerabwehrminen sind, wie der Name schon sagt, gegen Panzer oder Fahrzeuge einzusetzen. Sie besitzen einen erheblich höheren Auslösedruck wie die Anti-Personenminen und damit eigentlich ungefährlich für die Infanterie. Sie werden ebenfalls zum verstärken der eigenen Stellungen eingesetzt, um feindliche Infanterie zu stoppen bzw. zu verlangsamen oder diese zu lenken. Man kann aber auch auf Grund des hohen Sprengstoffanteils der Panzerabwehrminen diese als Schnellladung benutzen um zum Beispiel Brücken zu sprengen.

 

 

 

Ein deutscher Pionier beim Minensuchen in der Wüste

 

 

 

[Ein deutscher Soldat beim Verlegen von Minen]

 

 

 

Soldaten beim Sondieren, dem Suchen nach Minen mit Hilfe von Metalldetektoren. Links sind britische Pioniere zu erkennen und rechts Deutsche.

Anti-Personenminen

Schützenabwehrminen oder Anti-Personenminen

 

Allgemeines zu Schützenabwehrminen oder Anti-Personenminen

 

Es ist egal ob man Schützenabwehrminen oder Anti-Personenminen sagt, denn es handelt sich dabei um die gleichen Minen, nur die Bezeichnung ist anders. Aus diesem Grund werde ich jetzt nur noch von Schützenabwehrminen reden. Es gibt bei diesen Minen unterschiedliche Funktionsweisen. Bei normalen Schützenminen tritt der Soldat auf die Mine, löst diese dabei aus und wird, in der Regel, als Einziger verletzt - dafür aber schwer. Der Tod tritt normalerweise nicht ein, da verletzte Soldaten mehr Personal binden als wenn dieser versterben würde. Eine zweite Variante sind die sogenannten oder auch Spring-Splitterminen genannt. Werden diese ausgelöst, "springt" die Mine in die Höhe und verletzt bzw. töten im Umkreis die Soldaten.
Bei Minen mit Entlastungszünder wird die Mine erst geschärft wenn man auf sie tritt bzw. wenn etwas auf sie gelegt wird. Wird dann das Gewicht von der Mine genommen löst sie aus.
Bei Minen mit einer gerichteten Ladung, z.B. die amerikanische Claymore-Mine, wird bei Auslösung der Mine nur in eine bestimmte Richtung eine Wirkung erzielt.


 

Schrapnelminen

 

Schrapnelmine 35



Diese Spring-Splittermine wird in den Boden eingegraben. Nach ihrer Auslösung und einer kurzen Wartezeit von 4,5 Sekunden sprang sie, durch eine 2g Pulverladung angetrieben, etwa 1,5 m hoch und zerlegte sich in 365 kleine Stahlkugeln und Stahlsplitter. Diese Splitter waren bis auf 20m tödlich und hatten eine verletzende Wirkung bis zu 100m. Eine andere Möglichkeit, zum Verlegen dieser Minen, war es, sie einfach in Bäume zu hängen. Marschierte Infanterie durch den Wald, sollten die Soldaten die Mine durch Stolperdrähte auslösen.
Die Mine konnte nicht nur mit dem S.Mi-Zünder 35 ausgestattet werden, sondern auch mit einem Zug-Zünder um sie als Stolperdrahtmine, Schleudermine oder Fußschlingenmine einzusetzen.

 



 

Hier kann man in der Mitte den Druckzünder und an den Seiten jeweils einen Zugzünder erkennen.



 

links: Schrappnellmine 35 ( Zünder in der Mitte ) rechts: Schrappnelmine 44 (Zünder weiter an den Rand gesetzt)

 

Schrapnelmine 40

 

Diese Mine sollte leichter als die S.Mi 35 sein, sowie wasserdicht. Seit 1939 war sie in der Erprobung und bis 1942 wurden etwa 80 Stück gebaut und erprobt. Auf Grund mangelhafter Leistungen wurde das Projekt fallen gelassen.

 

Schrapnelmine 44



Die seit 1944 hergestellte S.Mi 44 war ebenfalls eine Verbesserung der S.Mi 35. Sie war vom Aufbau und den Maßen der S.Mi 35 sehr ähnlich. Der bedeutendste Unterschied zwischen beiden Minen war, dass bei der S.Mi 35 der Zünder mittig auf dem Deckel eingeschraubt wurde und bei der S.Mi 44 außen am Rand des Deckels. Wegen einer zu komplizierten Fertigung und durch zu hohe Kosten bei der Fertigung wurde weiter entwickelt.


 

Schrapnelmine 45

 

Die Schrappnelmine 45 wurde im Februar 1945 als Standardmine in die Wehrmacht eingeführt. Diese Mine wurde aus gepresster Pappe hergestellt, der Durchmesser war 102mm und sie war 90 mm hoch. Sie wurde mit Bauschutt oder Metallschrott gefüllt und halte als Sprengladung die Bohrpatrone 28 mit 100g Sprengstoff.

 

Springmine 7,6cm

 

Dies ist eine Experimentalmine und ein Einsatz in den Streitkräften ist nicht bekannt. Sie sollte mit Hilfe von Gewehrkartuschen durch einfache Werfer verschossen werden. Die Höhe der Mine lag bei 150mm und der Durchmesser bei 76mm. Sie hatte, wie die Schrappnelmine 45, eine Bohrpatrone 28 als Sprengladung und wurde mit Bauschutt oder Metallschrott gefüllt.


 

Schützenminen

 

Anders als die Schrappnelminen oder Springminen sollten die Schützenminen nicht ganze Gruppen von Soldaten verletzen oder Töten, sondern sie wurden verlegt um gegen einzelne Soldaten zu wirken. Sie wurden zum Beispiel dazu verwendet um in Panzerabwehrminensperren verlegt zu werden und dort die feindlichen Pioniere bei ihrer Arbeit zu hindern, zu verletzen oder gar zu töten. Man muss auch sagen, dass die Schützenminen größtenteils als Provisorium oder Notlösung entstanden.

 

Schützenmine 42

 

Die Schützenmine 42 hatte die Ausmaße 10 x 13 x 5 cm. Sie wurde aus Sperrholz hergestellt und besaß den 200g schweren Sprengkörper 28 als Sprengladung. Durch diese Bauweise wurde den gegnerischen Soldaten das Auffinden sehr erschwert, da sie nur sehr schwach auf Metalldetektoren wirkten. Dies und der geringe Auslösedruck von 2,5kg, auf den Deckel, veranlasste die Wehrmacht ein generellen Wiederaufnahmeverbot der SchüMi 42 auszusprechen.

 

 

 

Schützenmine 42

 

 

 

Alle Bestandteile der SchüMi42. Das Holzgehäuse, der Zünder und der Sprengkörper

 

 

 

Das Schema der Schützenmine 42

 

große Schützenmine

 

Die große Schützenmine, oder auch SchüMi 400 genannt, hatte die Ausmaße 11,5 x 22 x 5cm. Sie besaß als Sprengladung zwei Sprengkörper 28 und damit 400g Sprengstoff in sich. Sie wurde genauso wie die Schützenmine 42 verwendet, hatte aber eine bessere Zündvorrichtung und war damit handhabungssicherer.

 

Schützendosenmine

 

Diese Mine wurde in 2 Varianten als Notlösung gebaut: Die große Variante hatte als Ausmaße eine Höhe von 75mm und einen Durchmesser von 200mm. Diese Blechschachtel wurde dann mit 150g Sprengstoff und Schrott gefüllt, eine Druckplatte oder ein Zugzünder 42 wurden angebaut. Bei einem Auslösedruck von etwa 20kg löste die Druckplatte dann aus.
Die kleine Variante, die ein Nachbau einer englischen Mine ist, war nur etwa 70mm hoch. Desweiteren war sie 45mm im Durchmesser und hatte eine Sprengladung von 70g. Ebenfalls durch eine Druckplatte gezündet löste diese bei einem Druck von 12kg aus.

 

 

 

Dosenminen im Vergleich zu einer Zündholzschachtel. Somit hier die kleine Variante zu sehen.

Teil II

behelfsmäßig hergestellte Schützenabwehrminen

 

Behelfsmine E5



Diese Mine war ganz einfach hergestellt. In einen einfachen Blechkasten wurden französische Handgranaten eingefügt. Die mittlere der insgesamt 5 Handgranaten wurde mit einem chemischen Zünder versehen. Trat jemand auf den Blechkasten, wurden Ampullen im Zünder zerbrochen, die Chemikalien reagierten miteinander und lösten eine chemische Reaktion aus. Diese hatte dann zur Folge, dass erst die mittlere Granate zündete, diese die anderen auslöste und somit alle 5 Handgranaten detonierten.

 


 

A-200

 

Die auch "Senftopf" genannte Mine hatte einen Durchmesser von 75mm und eine Höhe von 50mm. Bei einem Gesamtgewicht von 0,4kg hatte sie eine Sprengstoffmasse von 0,15kg. Des weiteren war in dieser Mine ein neuer chemischer Zünder eingebaut. Bei einem Druck von 6kg zerbrach in diesem Zünder eine Glasampulle und die Mine detonierte.

 

 

 

Der sogenannte Senftopf.

 

 

 

S-150



Die S-150 war wie die S-200 aufgebaut. Der einzige Unterschied war der etwas geringere Durchmesser von 60mm. Auch hier wurde der neue chemische Zünder eingesetzt der mit Schwefelsäure und Kaliumpermanganat arbeitet.

 


 

Stockmine 44

 

Diese Mine hatte einen Durchmesser von etwa 70mm und eine Länge von etwa 150mm. Die Sprengladung war eine Bohrpatrone 28 die mit einer Mischung aus Beton, Splitt und Metallschrott umgeben war. Die Stockmine 44 wurde größtenteils in Wäldern, Gestrüpp, Feldern oder Drahtverhauen eingesetzt. Nachdem die Mine im Boden, an Bäumen oder Büschen ( meist in einer Höhe von 1m ) befestigt waren, wurden am Minenzünder Stolperdrähte angebracht und verlegt. Marschierte dann Infanterie durch dieses Gebiet, lösten sie die Minen aus und hatte dadurch hohe Verluste zu beklagen. Der tödliche Wirkungsbereich lag bei etwa 60m.

 

 

 

Stockmine an einem Baum befestigt. Oben an der Mine ist der Zugzünder zu erkennen.

 

Glasmine 43



Durch die immer feiner werdenden Metallsuchgeräte, die auf immer geringere Mengen von Metall reagierten, war die deutsche Seite bemüht neue nicht auffindbare Minen zu entwickeln. Man entwickelte Minen aus Keramik sowie aus Glas, welches in der Herstellung einfacher war. So wurde die Glasmine 43 entwickelt. Diese 80mm hohe und 145mm breite Mine, kam 1944 zu ihrem ersten Einsatz. Der Sprengkörper 28, mit 200g Sprengstoff, der in der Mine verbaut war, detonierte, wenn der Deckel bei einer Belastung von 10kg zerbrach und dabei der Zünder ausgelöst wurde. Auf Grund von sprödem Material und den damit verbundenen Gefahren beim Verlegen, wurde die Glasmine 43 nur sehr zaghaft eingesetzt. Von 11 Millionen produzierten Minen kamen nur etwas mehr als 1 Million zum Einsatz, der Rest lagerte bei Kriegsende in Depots.

Panzerabwehrminen

Panzerabwehrminen

 

Tellerminen

 

Tellermine 29



Diese Panzerabwehrmine kam schon zu Zeiten der Reichswehr zum Einsatz. Diese etwa 255mm breite Mine hatte ein Gewicht von 6kg. Die Sprengstoffmasse betrug dabei 4kg. Diese Mine wurde in der Wehrmacht nur zu Ausbildungszwecken genutzt und ab etwa 1937 ausgesondert und durch die neu entwickelte Panzerabwehrmine 35 ersetzt.


 

Tellermine 35 und 35St



Ihr Gesamtgewicht lag bei 9,4 kg, wobei 5kg davon die Sprengstoffmasse war. Sie war im Gegensatz zu Tellermine 29 einfacher zu handhaben und schneller zu verlegen. Die Mine hatte, mit Zünder, eine Höhe von 110mm und eine Breite von 320mm. Der Auslösedruck lag bei 90kg. Dieser sehr geringe Auslösedruck für eine Panzerabwehrmine, sorgte dafür, dass bei einer Detonation der Mine, ein Großteil der Explosionsenergie einfach ins Leere ging ohne einen großen Schaden anzurichten.

 



 

Tellermine 35 ST

 

Um das Problem mit dem zu schnellen und zu wirkungslosem Detonieren in den Griff zu bekommen, wurde die Tellermine 35St entwickelt. Diese Mine mit einem Auslösedruck von 210kg, war aus Stahl hergestellt. Als Zünder wurde der T-Minenzünder 42 verwendet und durch die Verwendung eines kleineren Druckdeckels, konnte die Wirksamkeit der Minendetonation verbessert werden. Diese Variante der Tellermine 35 kam ab 1942 in die Truppe.

 

Tellermine 42



Diese Mine, deren Produktion im Jahre 1942 begann, hatte wie schon die Tellermine 35St einen Auslösedruck von 210kg. Durch diesen hohen Auslösedruck war gewährleistet, dass die Panzerkette komplett auf der Mine stehen musste um zu detonierten. So war wie bei der Tellermine 35St eine hohe Sprengwirkung auf Fahrzeuge möglich. Bei einer Höhe von 91mm und einem Durchmesser von 313mm hatte die Tellermine 42 ein Gesamtgewicht von 9,8kg. Der Sprengstoffanteil lag dabei bei 5kg.

 




 

Tellermine 43 "Pilz"



Diese Panzerabwehrmine wog etwa 9,9kg und sie hatte einen Durchmesser von 32cm sowie eine Höhe von 9 cm. Den Beinamen Pilz erhielt sie durch den Druckzünder, dieser sah in etwa aus wie ein Pilz. Der Auslösedruck des Zünders lag bei 320kg, somit lösten Fahrzeuge mit ihrem Gewicht die Mine aus aber Infanterie nicht.

 

der Zünder der am unteren Rand zu sehen ist gehört zu einer anderen Mine



 

Der Zugzünder der hier zu sehen ist konnte dazu verwendet werden um die Mine gegen Aufnahme zu sichern oder um sie manuell, also durch ziehen an einem Draht oder Seil, auszulösen.

 

Holz-Tellermine

 

Diese 10kg bzw. 12,5kg schweren Minen, sollten dem Gegner das Räumen erschweren, da sie nur einen sehr geringen Anteil an Metall enthielten. Da es aber bei der Erprobung sehr viele Unfälle gab, wurde die Entwicklung abgebrochen und eine Serienproduktion fand nie statt.


 

Panzerminen

 

leichte Panzermine

 

Diese Panzerabwehrminen wurden speziell für die Fallschirmjägertruppe entwickelt, um auch dieser Truppengattung die Möglichkeit zu geben Minen einzusetzen. Da sie nur ein Gesamtgewicht von 4kg hatte, konnten sie besser als Tellerminen 35 bei Luftlandungen mit abgesetzt und später durch die Infanterie transportiert werden. Die Minen hatten einen Durchmesser von 263mm, eine Höhe von 90 mm und sie waren mit 2kg Sprengstoff gefüllt. Der Auslösedruck dieser Mine lag bei 250kg. Der erste Einsatz hatte diese Mine bei der Luftlandung auf Kreta bzw. dessen Eroberung.

 

schwere Panzermine

 

Diese Mine wurde speziell zur Bekämpfung der russischen Panzers IS-2 entwickelt. Diese Mine hatte einen erhöhten Sprengstoffanteil von 10kg und sollte somit diesem schweren Panzer besser bekämpfen. Da der IS-2 aber die Ketten seines Vorgängers benutzte, wurde schnell im Kampfeinsatz erkannt, dass auch die Tellerminen wirksam gegen diesen Panzer waren. Dieser Grund führte schon sehr schnell wieder zur Einstellung der Produktion von schweren Panzerminen.

 

Holzmine 42

 

Die Holzmine 42 war so gebaut, dass sie durch Metallsuchgeräte nicht zu orten war. Die 32,5 cm breite und 31cm tiefe Mine hatte eine Höhe von 12cm und war mit etwas mehr als 5kg Sprengstoff gefüllt. Der Auslösedruck lag bei 220kg, dadurch hatte die Mine eine gute Sprengwirkung auf Fahrzeuge und die Ketten von Panzer. Diese waren dann leichte Beute für die Panzervernichtungseinheiten. Der Nachteil der Mine war, dass durch Feuchtigkeit diese Mine aufquoll und Leimkanten rissen. Dadurch wurden diese Minen sehr unsichere Kampfmittel, egal für welche Seite.

 

 

 

 

 

Holzmine 42 links und Panzerschnellmine rechts in einem Bild zum Vergeleich

 

Panzerschnellmine



Die Panzerschnellmine bestand ebenfalls aus Holz. Diese etwa 58cm breite und 31cm tiefe Mine hatte bei einer Höhe von 16cm einen Sprengstoffanteil von 5kg. Bei der Version A kam der Zugzünder 42 zum Einsatz und bei der Variante B ein chemischer Zünder. Wie schon bei der Holzmine 42 war die Feuchtigkeit ein großes Problem für diese Mine.


 

Topfmine 4531

 

Durch diese Bauweise war sie für die Metallsuchgeräte nicht zu orten, da diese nicht auf die Mine ansprachen. Die Topfmine 4531 hatte eine Höhe von 140 mm und einen Durchmesser von 317 mm. Diese aus Kunststoff bestehende Mine wurde ohne ein Metallteil gefertigt und die Zünderteile bestanden aus Glas. Der Auslösedruck lag bei etwa 140kg. Bei diesem Gewicht zerbrachen die Ampullen des chemischen Zünders und die Mine detonierte.

 

 

 

Riegelmine 43

 

Diese Minen, die sehr gut für eine Schnellsperre geeignet waren, hatten eine Länge von 80cm. Durch die Möglichkeit des schnellen Verlegens, wurden sie besonders gern gegen plötzlich auftretenden Panzerfeind genutzt. Bei einem Auslösedruck von 200kg löste der Zünder aus und die 4kg Sprengstoff setzten um. Ein Problem bei diesen Minen war, dass sie manchmal recht früh detonierten und so nur die Ketten von Panzern zerstört wurden. Somit war der Panzer zwar nicht zerstört aber bewegungsunfähig und ein leichtes Ziel für PaK oder Panzernahkämpfer. Ein großer Vorteil dieser Minen war, dass durch ihre Bauweise mit weniger Minen und Personal größere Geländeabschnitte schneller gesperrt werden konnte, als dies mit Tellerminen der Fall gewesen wäre.

 

 

 

Riegelmine 44

 

Die Riegelmine 44 war eine verbesserte Variante der Riegelmine 43. An Stelle des Zugzünders 42 wurde der T-Minenzünder 43 eingesetzt. Hierdurch wurden die Minen handhabungssicherer. Von den Abmaßen und vom Gewicht änderte sich nicht viel.


 

Hohlladungs-Springmine 4672



Da bei den normalen Panzerabwehrminen fast immer nur die Ketten der Panzer zerstört wurden, aber der Panzer sonst funktionsfähig blieb und mit Hilfe von Panzerabwehrwaffen oder Panzervernichtungstrupps vernichtet werden mussten, entwickelte das deutsche Militär die Hohlladungs-Springmine 4672. Hierbei wurde der Kopf einer Panzerfaust auf ein Brett montiert. Es wurde hierbei eine Dose auf diesem Brett befestigt und darin dann der Panzerfaustkopf eingebracht. Der Gefechtskopf durchschlug somit beim Auslösen von unten die Wanne des Panzers und vernichtete ihn. Als Zünder wurde hierfür der Kombinations- Knick/Kippzünder 43 verwendet. Diese Mine wurde erst ab 1945 eingesetzt.


 

Panzerstabmine 43



Da die Hohlladungs-Spring-Mine 4672 erst sehr spät zum Einsatz kam wurde die Panzerstabmine 43 als Ersatz entwickelt. Hierbei wurde eine Hohlladung mit einem Gewicht von etwa 1,6kg Sprengstoff auf einen Holzstab verbracht und mit dem Kombinations-Knick/Kipp Zünder 43 versehen. Da es sich um eine einfache Hohlladung handelte, und nicht um den Gefechtskopf einer Panzerfaust, musste die Panzerstabmine recht hoch platziert werden, damit die komplette Sprengwirkung auf die Panzerwanne einwirken konnte. Dies war der Grund, dass sie nur in hohem Gras oder bei Schnee gut getarnt eingesetzt werden konnte.



 

Hafthohlladungsmine HHL 3 und HHL 3,5

 

Die Hafthohlladungsmine HHL 3 diente zur Panzernahbekämpfung. An ihrem Körper waren 3 Magneten befestigt, mit deren Hilfe die Mine an der feindlichen Panzerung haftete. Die Mine besaß ein Gesamtgewicht von 3 kg und konnte bis zu 140mm Panzerstahl durchschlagen. Sie wurde ab Ende 1942 eingesetzt. Die Verbesserung der HHL3 war dann die HHL 3,5. Bei dieser Hafthohlladungsmine kam anstatt von gewöhnlichem Sprengstoff, der Gefechtskopf einer Panzerfaust zum Einsatz. Auch dieser wurde mit Hilfe der 3 Magneten am Panzer befestigt. Mit der Einführung der Panzerfaust in die Truppe verlor die Hafthohlladungsmine immer mehr an Bedeutung und wurde schließlich abgeschafft.

 

 

 

[links die HHL 3 und rechts die HHL 3,5, die typische Form des PzFst-Kopfes ist erkennbar]


Quellen

Sandini-Sonderheft, "PIONIERE - Die deutsche Pioniertruppe von 1939-1945", Nr.9.
James Lucas, "Handbuch der Wehrmacht 1939 - 1945", Tosa Verlag, Wien (2001) ISBN: 3-85492-152-7
Paul Carell, "Die Wüstenfuchse - Mit Rommel in Afrika", Nannen-Verlag GmbH, Hamburg (1958)

http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Mine_(Waffe) (Letzter Aufruf 17.09.2011)
http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Waffen/minen-R.htm (Letzter Aufruf 17.09.2011)



Autor: Panzermeyer