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Das Thema

Japanische Infrarot-Waffenforschung

Armee-Forschungen

Lufrwaffe

Luftgestützte Systeme




Für die Armeeluftwaffe wurde am 4. luftfahrt-technischen Forschungsinstitut in Tachikawa mit Unterstützung der Kaiserlichen Universität Kyoto und verschiedenen Firmen bereits ab 1940 an einem flugzeuggestützten Infrarot-Detektor für Jagdbomber gearbeitet. Ziel war die Erkennung gegnerischer Schiffe und Flugzeuge bei Nacht oder schlechtem Wetter.

Nach einigen Versuchen wurde eine Konstantan-Eisen Thermopile (Sensor mit direkter Umwandlung der Infrarotstrahlung in elektrische Impulse) über einem Parabolspiegel von 30 cm Durchmesser als bestmöglicher Detektor angesehen. Das Signal wurde über einen Verstärker an einen Bildschirm weitergegeben, der eine Einteilung in Metern hatte. Das Gerät hatte einen Detektionswinkel von 1° horizontal und 13 – 20° vertikal bei einem Suchwinkel von 180°. Versuche, einen kleineren vertikalen Detektionswinkel zu erreichen, führten zu stärkeren Problemen mit Störimpulsen und wurden zunächst zurückgestellt. Als Material für die Abdeckung des Ausblicks des Detektors wurden Scheiben aus Fluorit, chloriertem Gummi oder Steinsalz getestet, wobei eine Scheibe aus Steinsalz die besten Ergebnisse brachte. Allerdings war das Material sehr empfindlich gegen äußere Einflüsse. Versuche mit verschiedenen Beschichtungen waren zunächst erfolglos. Ein weiteres Problem war die Rostanfälligkeit des dünnen Eisens der Thermopile. Der Versuch mit anderen Metallen und Metalllegierungen waren aber erfolglos, so dass zunächst das Eisen beibehalten werden musste. Mit diesem Gerät war bei klarer Sicht eine Zielerfassung von Schiffen ab 3000 t auf Entfernungen bis 10 km möglich. Eine Erkennung von Flugzeugen oder eine Funktionsfähigkeit bei schlechtem Wetter konnte nur eingeschränkt erreicht werden.

Der Einbau sollte entweder unter dem Motor mit Blick nach schräg unten oder im Flügel mit Blick nach vorn erfolgen. Kurz vor Erreichen der Serienreife wurde jedoch das Forschungsinstitut von amerikanischen Verbänden bombardiert, wobei alle Versuchsgeräte und viele Unterlagen vernichtet wurden. Die Forschung wurde nicht wieder aufgenommen.

Marine

Marine-Forschungen

 

a) Detektor:
Ab 1944 entwickelte auch die Marine am 2. Technischen Institut der Marine eigenständig einen Infrarot-Detektor für ihre Bomber. Ziel war die Erkennung gegnerischer Flugzeuge und Schiffe bei Nacht. Verwendet wurde hier eine Thermopile aus 36 in Serie geschalteten Tellurium-Konstantan-Bauelementen vor einem 18 cm durchmessenden Parabolspiegel mit aluminiumbeschichteter Oberfläche als Thermoelement. Das Thermoelement war in einer kugelförmigen Halterung untergebracht, deren Ausblick mit einer mit chloriertem Gummi geschützten Steinsalz-Scheibe abgedeckt war. Damit konnte ein horizontaler Bereich von 90° beiderseits der Flugrichtung und ein vertikalen Bereich von 40° bei einer Drehgeschwindigkeit von 30° pro Sekunde abgesucht werden. Die Ausgabe erfolgte nicht an einem Bildschirm, sondern an einer Skala. Mit diesem Gerät wurden bei Versuchen Reichweiten von 7 – 10 km je nach Wetter erreicht.


1945 wurde das Gerät als Typ 5 luftgestützter Wärmestrahlungsmesser intensiv getestet. Dabei wurde der Detektor im Bug des Bombers ausfahrbar eingebaut. Bei Start und Landung war der Suchkopf eingefahren und wurde dann im Flug ausgefahren. Der Drehmechanismus des Suchkopfs erwies sich aber gegenüber den einwirkenden Luftströmungen im Flug als zu schwach, so das ein besseres Gerät mit stärkerem Drehmotor entwickelt werden musste. Dies wurde bis Kriegsende aber nicht mehr einsatzbereit.


b)Luft-Boden-Flugbombe:
Im März 1944 begann die Marine drei unterschiedliche Flugbomben zur Schiffsbekämpfung mit jeweils dem gleichen Wärmesuchkopf auf Infrarotbasis zu entwickeln. Im Sommer 1944 wurden nach Windkanaltests zwei der Projekte fallengelassen und die vorhandenen Ressourcen auf die Entwicklung des dritten Modells konzentriert. Unter der Projektbezeichnung Ke-Go entstand eine selbstlenkende Waffe von knapp 4,75 m Länge mit einem Sprengkopf von 20 bis 30 kg. Die Bombe war zylindrisch mit dem Infrarot-Suchkopf vorn, dahinter war die Sprengladung plaziert, danach folgte die Steuerung und das Heck bildete eine kegelförmige Kappe mit einer Luftbremse. Der Durchmesser betrug 0,5 Meter.
In der Mitte der Bombe waren vier größere Leitwerke rechtwinklig zueinander angeordnet mit einer Spannweite von 2 Metern. Jeder Flügel besaß eine in beide Richtungen bewegliche Klappe, mit der die Richtungssteuerung erfolgte. Außerdem waren an den Flügelspitzen der oberen Leitwerke kleine Querruder angebracht. Am Heck waren vor dem Kegel vier weitere kleine Flügel mit 1,2 Metern Spannweite zur Stabilisierung mit Höhenruder-Klappen angebracht. Damit ähnelte die Waffe sehr einer modernen Anti-Schiffs-Rakete.

 

 

 

Als Thermoelement kam ein Bolometer (Sensor mit Umwandlung der Infrarotstrahlung zunächst in Wärme, die dann in elektrische Impulse umgewandelt wird) mit Spiegel zum Einsatz. Der Ausblick nach vorn wurde von einer Membran aus chloriertem Gummi bedeckt, dass auf einem Rahmen aus Klavierdraht befestigt wurde. Steinsalz kam nicht zum Einsatz, da die benötigte Stabilität eine zu dicke Scheibe erfordert hätte, durch die nicht mehr ausreichend Licht gefallen wäre. Der Spiegel war exzentrisch angeordnet und wurde durch einen kleinen Elektromotor gedreht. Damit wurde ein Suchkegel von 15 – 30° horizontal vor der Bombe abgesucht. Der Suchkopf konnte einen Menschen auf über 100 m Entfernung und ein Schiff von 1000 t bei guten Wetterverhältnissen auf 2000 m sicher erkennen.

 


Thermoelement mit Spiegel von hinten

 

Der Sprengkopf bestand aus TNT und wurde mit einem halbkugeligen Hohlraum vorn ausgegossen, um einen Hohlladungseffekt zu erzielen. Die Zündung erfolgte zum einen durch einen doppelt ausgelegten Aufschlagzünder am hinteren Ende der Sprengladung, der nach dem Abwurf durch kleine Propeller am Bug der Bombe scharfgemacht wurde. Diese drehten sich an einer Gewindestange und schlossen nach mehreren Umdrehungen einen Stromkreis, der die Schlagbolzen freigab. Dieser Zünder löste nur aus beim Auftreffen auf eine Schiffshülle oder Felsgestein.
Zum anderen gab es im Heck einen Zünder auf Basis eines Luftgeschwindigkeitsmessers. Beim Abwurf machte dieser aufgrund der höheren Fallgeschwindigkeit eine Verzögerungsladung scharf, die beim Aufprall auf die weichere Wasseroberfläche oder weichen Erdboden zündete und die Bombe unter der Wasserlinie bzw. im Boden detonieren ließ.

Die Steuerung bestand aus einem Gyroskop zur Lagesteuerung und einem Verstärker für das Thermoelement. Das Gyroskop musste dabei nicht komplett freibeweglich aufgehängt werden, da durch die Flügelanordnung bereits eine große Lagestabilität vorhanden war. Insbesondere im Endanflug traten aber wegen der hohen Fluggeschwindigkeit Trudelbewegungen auf, die vom Gyroskop unter Kontrolle gehalten wurden. Um die Störimpulse auf die empfindliche Zielvorrichtung zu verhindern wurden die Gyros durch Luftströmung angetrieben. Dafür waren im Bereich der Steuerung kleine Ein- und Ausströmöffnungen eingebaut.
Die Regelung war so ausgelegt, dass die Bombe immer auf einen Bereich mit starkem Infrarotstrahlungs-Ausstoß zuflog. Dabei wurden die Steuerungsklappen mit einem Hydrauliksystem betrieben, für das zwei kleine Drucktanks für Hydrauliköl eingebaut wurden. Zum Antrieb der Hydraulik waren kleine, abgeschirmte Elektromotoren eingebaut, die über eine gekapselte Batterie hinter den Steuerungselementen versorgt wurden.

Der Heckkegel war aus Stahl und mit vier rechtwinklig zueinander angeordneten, ausklappbaren, rechteckigen Stahlplatten mit Löchern als Luftbremsen versehen. Diese wurden beim Abwurf gelöst und klappten durch den Luftwiderstand automatsch aus.

 


Ke-Go Modell 6




In der Theorie sollte der Einsatz wie folgt ablaufen:
Vor dem Start wurde die Bombe an speziellen Aufhängungen im Bombenschacht der als Trägerflugzeug vorgesehenen Ki-67 aufgehängt. Dadurch ragte die Bombe wie ein Lufttorpedo aus dem Bombenschacht heraus. Die untern liegenden Flügel der Bombe wurden durch einen Federmechanismus in der Waagerechten gehalten, wodurch die für den Start nötige Bodenfreiheit erreicht wurde. Dann wurden die nötigen Leitungen und Abreißverbindungen zum Abwerfen angebracht.

10 Minuten vor dem vorgesehenen Abwurf wurde zunächst elektrisch die Servomotoren der Hydraulik hochgefahren, wodurch auch die Federn der Leitwerkshalterungen gelöst wurden und die unteren Flügel in Flugposition schwenkten. Danach wurde das Hydrauliksystem betriebsbereit gemacht und das Gyroskop gestartet, welches knapp 10 Minuten benötigte, um auf die für den Betrieb nötige Drehgeschwindigkeit von 6000 Umdrehungen pro Minute zu kommen. Als nächstes wurde der Verstärker angeschaltet, da auch dieser eine gewisse Anwärmzeit benötigte. Da die Steuerung für maximal 60 Sekunden Arbeit ausgelegt war, wurde zuletzt noch eine Zeitschaltung aktiviert, die dafür sorgte, dass die Steuerung erst bei etwa 1000 m Flughöhe zu arbeiten begann. Dazu musste der Bombenschütze mit vorhandenen Tabellen die Fallzeit von der Flughöhe bis etwa 1000 m berechnen.

Beim Abwurf öffnete sich automatisch die Luftbremse der Bombe, um durch den langsameren Fall eine bessere Steuerung zu ermöglichen. Nach Ablauf der eingestellten Zeitverzögerung wurde das Steuerungssystem freigegeben und vom Thermoelement auf das nächste Ziel mit höherer Infrarot-Abstrahlung im Flugweg gelenkt. Die Sprengladung detonierte entweder beim Aufschlag unter Freisetzung eines Hohlladungsstrahls oder unter der Wasseroberfläche, wo die entstehende Druckwelle Schaden anrichtete. Da die Bombe auf die wärmsten Bereiche des Schiffs steuerte, waren Einschläge in der Nähe der Schornsteine am wahrscheinlichsten mit der Folge von Schäden im Bereich der Maschinenräume.


Die Marine-Bomberschule in Hamamatsu übernahm ab Dezember 1944 die Praxistests und warf bis Juli 1945 über 60 Flugbomben mit Sprengladungsattrappen in verschiedenen Modifikationen auf schwimmende Flöße von 10 X 30 Metern mit Kohlefeuern ab. Dabei wurde eine maximale Flugstrecke von 1850 Metern einer ungesteuerten Bombe bei einer maximalen erreichbaren seitlichen Bewegung von 500 m erreicht.

Von den abgeworfenen Flugbomben trafen nur 6 das Ziel oder schlugen nahe daran ein. Bei den anderen Bomben wurden neben Fabrikationsfehlern auch Probleme mit dem Steuerungssystem und Ausfälle bei den Thermoelementen als Gründe für die Fehlwürfe ermittelt. Daher wurde im Juli mit dem Bau einer verbesserten, längeren Version mit breiteren Steuerflügeln und empfindlicheren Thermoelementen als Modell 9 begonnen. Erste Flugtests sollten im September 1945 erfolgen.

Bodensysteme

Boden- und seegestützte Systeme

 

a) Bodengestützter Entfernungsmesser
Die japanische Armee arbeitete ab September 1944 an seinem 7. Technischen Labor an stationären und mobilen Geräten zur Erkennung von Wärmequellen auf Infrarotbasis.

Dabei wurden Geräte mit Bolometern (Aufnahme von Infrarotstrahlung als Wärme, die in elektrische Impulse umgewandelt wird), Thermopilen (direkte Umwandlung von Infrarotstrahlung zu elektrischen Impulsen) und Parabolspiegel in Verbindung mit einem Thermopilen (Verstärkung der Strahlung durch Bündelung) getestet. Bei allen Versuchen gab es Probleme, die Wärmestrahlung des Zieles (zwei gleiche Blechkanister mit kaltem und heißem Wasser) von der Hintergrundstrahlung der Umgebung zu trennen.

Die Hintergrundstrahlung wechselte durch Außentemperatur und Tageszeit sehr stark, da die Empfänger sehr empfindlich waren. Bei Praxistests mit einem 3000 t Dampfschiff mit angefeuerten Kesseln wurden die besten Ergebnisse bei einer Zielentfernung von 4 km nach Mitternacht erzielt. Am Tage war die Umgebung, aber auch das Ziel durch Sonneneinstrahlung gleichmäßig stärker erwärmt, so dass sich eine in etwa gleiche Erkennungsrate wie in der frühen und späten Nacht ergab. Probleme gab es lediglich bei Sonnenaufgang und –untergang, insbesondere natürlich bei Messungen gegen die Sonne. Eine Zielerkennung war dann nahezu unmöglich.

Die Versuche ergaben, dass ein Bolometer eine höhere Empfindlichkeit hatte, wodurch das Wärmebild besser dargestellt wurde, aber auch die Störstrahlung stärker und länger einwirkte. Der Parabolspiegel erhöhte die Empfindlichkeit deutlich und wurde daher als Grundelement für die Detektoren mit beiden Thermoelement-Arten verwendet. Problematisch war die Umwandlung der Detektor-Impulse in eine lesbare Bildschirmdarstellung. Bei mehreren Versuchen wurden unterschiedliche Konfigurationen erprobt, die aber alle Probleme mit elektrischen und magnetischen Störimpulsen durch die nötige Stromversorgung hatten. Dies konnte schließlich durch Entkoppelungsmaßnahmen und hochwertige Bauelemente gelöst werden.

Nächstes Problem war die nötige Abschirmung der Thermoelemente gegen Temperatureinflüsse und Umgebungsstrahlung aus Bereichen außerhalb des Zielbereichs. Lösungen dieses Problems wurden bis Kriegsende nicht abschließend gefunden.


b) Bodengestützte Infrarot-Kommunikation

Bereits ab 1929 erforschte die Armee am 7. Technischen Labor Möglichkeiten zur infrarotgestützten Kommunikation auf dem Gefechtsfeld. Insbesondere sollte so eine zielgerichtete Anlandung eigener Truppen bei amphibischen Landungen oder Flussübergängen erreicht werden. Dazu sollte ein Sendegerät von den ersten anlandenden Truppen an Land aufgebaut werden. Der Infrarotstrahl sollte dann den mit Empfängern ausgestatteten Booten der nachfolgenden Landungswellen das Ziel angeben. Bis 1937 konnten alle theoretischen Probleme gelöst und ein entsprechendes Gerät als Typ 97 Modell 2 Photophon eingeführt werden. Eine Bestellung über 2000 Geräte erfolgte noch 1937.


Auch diese Geräte bestanden aus einer Lichtquelle und einem Empfänger. Als Leuchtmittel wurde eine Hochdruck-Quecksilberdampf-Lichtquelle vor einem Spiegel verwendet. Der dabei entstehende Infrarot-Lichtstrahl wurde durch eine Linse gebündelt und verstärkt. Durch den im Modell 2 verwendeten Spiegel konnte eine Reichweite von 4 km erreicht werden.

Der Empfänger bestand aus einer cäsiumbedampten Röhre, die das eingehende Signal in einen Lichtimpuls umwandelte. Sender und Empfänger waren hintereinander in einem Gerät untergebracht. Zum Ausrichten war über dem Gerät ein koaxiales Fernglas angebracht, mit dem ein sichtbarer Lichtstrahl vom Gegengerät gesucht wurde.

Nach Auslieferung der ersten Einheiten wurden diese in der Mandschurei intensiv getestet. Dabei erwiesen sie sich als unbrauchbar für einen Gefechtseinsatz. Hauptproblem waren die Leuchtmittel, die bereits nach 2-3 Stunden ausbrannten oder die Linsen unbrauchbar machten.

1939 wurde noch eine kleinere Version als Typ 97 Modell 3 mit einer Reichweite von 2 km testreif. Diese war als Kurzstrecken-Kommunkationsgerät für die Infanterie gedacht. Es traten jedoch wieder die gleichen Probleme mit dem Leuchtmittel auf. Daher wurden weitere Forschungen angeordnet, allerdings mit niedriger Priorität. 1941 wurden dann die Ergebnisse zusammengefasst. Vorgesehene Weitere Projekte fielen dann aber dem Beginn des Pazifik-Kriegs zum Opfer.


c) Infrarot-Beobachtungsgeräte

 


60 cm Infrarotscheinwerfer

 

Neben den Entfernungsmessgeräten arbeitete die Armee auch an Beobachtungsgeräten auf Infrarot-Basis .Dazu wurde neben dem Sichtgerät auch ein Scheinwerfer zur Beleuchtung entwickelt.

 

 

 

Als Lichtquellen für Infrarot-Scheinwerfer wurden Leuchtmittel mit Wolfram- und Kohlenstoff-Glühfäden getestet. Dabei erwiesen sich Kohlenstoff-Glühfäden mit Hüllen aus Selenfluorit als am langlebigsten und ergiebigsten. Die Umwandlung des durch eine Linse gebündelten sichtbaren Lichts in Infrarotlicht erfolgte wiederum durch einen Filter aus mehreren Lagen Silber, Cäsiumoxid und Cäsium. Der Empfänger bestand wieder aus einer Cäsium-bedampften Röhre, die das Infrarotlicht in sichtbare Lichtimpulse umwandelte. Diese wurden durch eine Linse verstärkt. Es gab Scheinwerfer mit 60 cm und 150 cm durchmessenden Linsen.

 

    Es gab mehrere experimentelle Sichtgeräte:

    -binokular mit 15 cm Brennweite
    -binokular mit 10 cm Brennweite
    -binokular mit 5 cm Brennweite
    -monokular mit austauschbaren Linsen
    -monokular mit 10 cm Brennweite

 


Infrarot-Binokular mit 15 cm Brennweite

 



Die besten Ergebnisse wurden mit einem binokularen Gerät mit 15 cm Brennweite erzielt. Bei idealen Wetterbedingungen konnte damit ein aufrecht stehender Mensch auf 800 m gesehen werden. Bei durchschnittlichem Wetter verringerte sich die Sichtentfernung auf 300 m. Damit war eine militärische Nutzung nur sehr eingeschränkt möglich, so dass eine Einführung bis Kriegsende nicht als sinnvoll erachtet wurde.

Marine II

Marine-Forschungen

 

a)bordgestützte Infrarot-Kommunikation

 

Typ 2 Infrarot-Signalgerät:

 

1942 konnte das 2. Marine-Technische Institut ein System zur für das menschliche Auge unsichtbaren Kommunikation zwischen Schiffen bei Nacht serienreif machen. Insgesamt 100 Kommunikationseinheiten wurden im Anschluss gefertigt und auf den noch vorhandenen großen Schiffen (schwerer Kreuzer aufwärts) sowie kleineren Kommandoschiffen der Marine eingebaut. Dabei wurde auf jeder Seite eine Einheit montiert.
Jede Einheit bestand aus einer Lichtquelle und einem Empfänger mit Ausgabegerät auf einer drehbaren Säule. Die Lichtquelle bestand aus einer 1000 W Wolframlampe hinter einer Sammellinse und einem Infrarotfilter. Der Filter bestand aus einer Glasscheibe, die mit Silber, Cäsiumoxid und Cäsium in mehreren Lagen beschichtet war und das sichtbare Licht in Infrarotlicht umwandelte. Die Lichtabgabe erfolgte moduliert, um den aufgrund des verwendeten Zeichensystems komplexen Signalcode zu ermöglichen. Vor der Lichtquelle war eine zweiteilige Klappe montiert, mit der wie bei normaler Lichtkommunikation durch auf- und zuklappen ein Signalcode durchgegeben werden konnte. Die Abgabe erfolgte mit einem Streuungswinkel von 6 °.

Der Empfänger bestand aus drei übereinander angeordneten Paaren von cäsiumbedampften Glaskörpern, die als infrarotempfindliche Röhren bei eingehenden Lichtimpulsen ein elektrisches Signal abgaben. Diese Röhren hatten jeweils einen wirksamen Empfangswinkel von 10°. Durch eine Anordnung in einem Winkel von jeweils 10° zur nächsten Zweiergruppe konnte ein wirksamer Eingangswinkel von 30° erreicht werden. Die paarweise Verwendung verstärkte den Eingangsimpuls und ermöglichte auch einen Betrieb bei Ausfall einer der Röhren. Die ausgehenden Impulse wurden an Kopfhörern als Töne ausgegeben.

Im Einsatz wurde zunächst ein konstantes Lichtsignal gesendet, worauf der Empfänger ausgerichtet werden musste. Dazu waren an der Säule zusätzlich mehrere Ferngläser montiert, auf die einen kleinen sichtbarer Lichtstrahl vom Sendegerät ausgerichtet werden mussten. Nach Ausrichtung wurde die Botschaft übertragen, wobei die Bedienmannschaft den Empfänger gegen die Bewegungen des Schiffes manuell auf den Sender gerichtet halten musste, wobei der Empfangswinkel von 30° eine geringe Abweichung ausgleichen konnte. Bei einer wirksamen Reichweite von bis zu 15 km bei durchschnittlichem Wetter und einigermaßen ruhiger See konnten so pro Minute 30 Zeichen fehlerfrei übertragen werden (75 bei normaler Kommunikation mit sichtbarem Licht).

 

Typ 3 Infrarot-Signalgerät:

 

Bis 1943 konnte das 2. Marine-Technische Institut den Vorgänger soweit verkleinern, dass auch der Einbau auf kleineren Einheiten möglich war. Etwa 100 Kommunikationseinheiten wurden gebaut und auf leichten Kreuzern und größeren Zerstörern eingebaut.
Die Lichtquelle bestand allerdings nur aus einer 30 W Wolframlampe hinter einer Linse und einer mit Polyvinyl-Alkohol bedampften Filterscheibe. Die Signalübermittlung erfolgte wiederum über ein Klappensystem. Für den Einsatz im Verband mit größeren Schiffen konnte die Lichtabgabe moduliert werden, die Kommunikation zwischen den kleineren Einheiten erfolgte unmoduliert mit einem einfacheren Signalcode.

Der Empfänger bestand aus einer einzelnen cäsiumbedampften Röhre, die bei Eingang eines Infrarot-Impulses einen über eine Linse vergrößerten sichtbaren Lichtimpuls abgab.

Sender und Empfänger konnten von der nur horizontal drehbaren Montierung abgenommen und manuell ausgerichtet werden, um Rollbewegungen ausgleichen zu können.
Die maximal wirksame Reichweite lag aber wegen der verwendeten Lichtquelle nur bei 5 km, was als unbefriedigend angesehen wurde. Daher wurden nur 60 Einheiten eingebaut. Die restlichen Einheiten wurden an Land verwendet.

 

Typ 5 Infrarot-Signalgerät:

 

 



Bei Kriegsende war eine vergrößerte Version des Typ 2 Infrarot-Signalgerät in Bau, das über eine stärkere Lichtquelle mit verbessertem Linsensystem verfügte. Damit sollte im Hinblick auf die bevorstehende Invasion der Heimatinseln ein Überland-Kommunikationssystem aufgebaut werden mit einer Einsatzreichweite von 30 km. Die Entwicklung war aber bis Kriegsende noch nicht abgeschlossen.

b) Freund-Feind-Erkennung
Ab 1943 arbeitete das 2. Marine-Technische Institut an einer Möglichkeit, eigene Flugzeuge und Schiffe mittels Infrarot-Lichtquellen als eigene zu identifizieren. Dazu wurde eine Infrarot-Lichtquelle mit einem drehenden Spiegel versehen, die einen Infrarot-Lichtimpuls wie ein Leuchtturm in alle Richtungen abstrahlte. Als Empfänger wurde ein Schmidt-System mit cäsiumbedampfter Linse verwendet. Dabei wird das Infrarot-Licht über die fokale Linse eingefangen und umgewandelt in sichtbares Licht. Ein sphärischer Spiegel reflektiert das Licht dann in einen Brennpunkt, in dem ein weiterer flacher Spiegel das Licht in den Einblick umleitet. Der Empfänger konnte von einem Mann getragen werden.
Die Lichtquelle sollte an den Flügelspitzen des Flugzeugs oder an den Mastspitzen eines Schiffes installiert werden. Diese konnten dann als eigene identifiziert werden. Vorgesehen war eine Reichweite von 5 km bei Flugzeugen und 10 km bei Schiffen. Bis Kriegsende konnte kein sicher funktionierendes System geschaffen werden.

c) Infrarotbeleuchtungs-Anzeige
Ab 1930 wurden an der Kaiserlichen Universität in Tokyo Möglichkeiten zur Erkennung von Infrarotlicht erforscht. 1942 wurden die Ergebnisse der Forschungen von der Marine übernommen mit dem Ziel, eine eventuelle Beleuchtung eigener Einheiten durch gegnerische Infrarot-Scheinwerfer ohne spezielle Empfangsgeräte zu erkennen. Zur Erkennung wurde die Fähigkeit von verschiedenen chemischem Elementen und deren Salze genutzt, durch Lichteinfall ein schwaches Eigenlicht zu erzeugen. Es wurden mehrere unterschiedliche Mischungen entwickelt, die entweder bei Einfall von Infrarotlicht sichtbares Licht ausstrahlen („Ausleuchtung“) oder zunächst sichtbares Licht ausstrahlten und beim Einfall von Infrarotlicht zu nicht sichtbarem Licht wechselten („Tilgung“).
Nach eingehenden Versuchen wurde eine Mischung aus Zinksulfid und Cadmiumsulfid für „Ausleuchtung“ und eine Mischung aus Zinn, Kupfer und Kobalt für „Tilgung“ als besonders geeignet erkannt. Diese Mischungen wurden mittels Trägersubstanzen (Paraffin, Celluloselack und Resin) auf Kathodenröhren aufgebracht. Diese wurde im Brennpunkt hinter einer Bündelungslinse angebracht. Das Ausgangssignal wurde an eine Braunsche Röhre weitergegeben, die entsprechend aufleuchtete oder sich verdunkelte. Bei Tests konnte mit dieser Vorrichtung eine Beleuchtung durch eine 32 W LKW-Lampe mit Infrarotfilter noch auf 4000 m Entfernung nachgewiesen werden.

1943 wurden einige der Versuchsgeräte nach Rabaul verschifft, um dort Einsatztests durchzuführen. Das Transportschiff wurde jedoch vor Erreichen des Ziels versenkt. Das Projekt wurde daraufhin eingestellt, zumal man aufgrund der Probleme bei der eigenen Entwicklungsarbeit nicht davon ausging, dass die US-Marine in nächster Zeit Infrarot-Sucher einsatzbereit machen könnte.