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Das Thema

Die Vergeltungswaffen 1 und 2
Die "Wunderwaffen" des Deutschen Reiches



Einleitung

Einleitung

In den letzten Lagebesprechungen der Wehrmacht, mit dem Führer Adolf Hitler im Mittelpunkt, wurde immer wieder eine neue Waffe als entscheidend versprochen - die Vergeltungswaffe V1 und V 2. Am 30. Januar 1945 versprach Adolf Hitler den "Endsieg", trotz aussichtloser Lage und pries dabei seine sogenannten Wunderwaffen an. Vor allem die NS Propaganda unter Goebbels reagierte damit auf die alliierten Luftangriffe und deren verheerende Wirkung auf die Moral der Zivilbevölkerung und den Kampfgeist der Soldaten. Man sollte daran glauben, man wollte daran glauben und man musste sogar daran glauben, weil das Ende allzu offensichtlich erschien, aber was ist dran an den fliegenden Bomben der Nazis.
Fakt ist, dass die euphorische Stimmung im Sommer 1944 bald in Skepsis um schlug, als die V-Raketen nicht die erwarteten Erfolge erzielen konnten. Dabei waren vor allem die wohl erfolgversprechendsten V - Waffen, der Marschflugkörper Fieseler Fi 103 (V1), die Großrakete A4 (V2) und die Fernkanone V3 mit keiner großer Wirkung beschienen und beeinflussten nur die Moral des Feindes, aber nicht die Frontverläufe. Auch weil ein Großteil dieser Waffensysteme nicht gegen militärische Ziele zum Einsatz kam, sondern wurde zu Angriffen gegen die Zivilbevölkerung des Kriegsgegners benutzt.
 


 
Fieseler Fi 103 "V1"
 
Kurze Info
Die V1 war ein unbemanntes Flugzeug, das mit einem Sprengkopf bewaffnet und mit einem automatischen Leitsystem ausgestattet war.
Entwickelt wurde die Fi 103 von Robert Lusser von der Firma Fieseler und von Fritz Gosslau von der Firma Argus, die das Triebwerk herstellte.
Der erste Test der Fi 103 fand am 24. Dezember 1942 in der Erprobungsstelle der Luftwaffe Peenemünde-West auf 3 eigens dafür errichteten Startrampen am nordwestlichsten Ende der Insel Usedom statt.
Weitere Startstellen für die Erprobung des Flugzeugs befanden sich in Zempin auf der Insel Usedom.
Der erste offizielle Start fand am 12. Juni 1944 statt - in den frühen Morgenstunden des 13. Juni schlug die erste Fi 103 in London ein.
Es war der Vorläufer der heutigen Cruise Missiles.
 
Allgemeine Daten/Masse und Gewichte
Gesamtlänge:
8,00 m
Spannweite:
5,72 m
Max. Startgewicht:
2.160 kg
Max. Nutzmasse:
847,11 kg
 
Leistungsdaten
Max. Geschwindigkeit:
800km/h
Antrieb:
Argus As 014 Pulso-Schubrohr mit 335 kp Maximalschub
Bewaffnung:
847,11 kg Sprengkopf aus Amatol
Bauzeit und Baukosten:
Eine V1 kostete 3500 Reichsmark und wurde in
ca. 280 Arbeitsstunden montiert.
Einsätze
 
V1-Flugkörper kamen in folgendem Umfang zum Einsatz
Vom Boden gestartet:
8.892
avon erfolgreich:
7.488
 
3.957 davon von den Briten abgeschossen (52,8 %)
durch Abfangjäger 1.847
durch die Flak 1.878
durch die Seile der Sperrballons 232
Aus der Luft gestartet: 1.600 (Flugzeug He 111 H-22, Verlust: 80 von 100 Maschinen)
Ziel London: 2.419 trafen und detonierten
Ziel Antwerpen/Brüssel (1945): 2.488


Entwicklung

Entwicklung der A4 (V2)

 

(Aus dem Archiv des DLR)



Die Raketenforschung in Deutschland begann schon vor der Hitlerregierung 1932 in der Weimarer Republik. Hitler ließ die Gruppe von Werner von Braun 1936 nach Peenemünde umsiedeln. Hitler selbst war anfangs nicht für die Raketentechnologie zu gewinnen, er sah darin einen Nutzen in ferner Zukunft, der in dem Krieg den er plante nicht mehr eingesetzt werde würde. Bei Kriegsbeginn wurde den Raketenforschern der Stahl gekürzt, da dieser für die Panzer gebraucht wurde. Erst als Albert Speer Rüstungsminister des dritten Reiches wurde, sollte die Raketenforschung höheres Ansehen erhalten. Speer brachte Hitler in einem Gespräch am 16.März den Nutzen der Raketen näher. Er soll auch davon gesprochen haben, Amerika so bombardieren zu können. Kurz darauf wurde Dornberger dazu ausgewählt die Kosten für 3000 der A4 Raketen zu berechnen. Am 18.März explodierte eine A4 Rakete bei einem Brennkammerversuch in Peenemünde. Im April gab Dornberger seinen Bericht Speer, worin er festhielt das 5000 Projektile unrealistisch wären, bezüglich des Treibstoffes. Speer hegte auch seit geraumer Zeit Zweifel an der Richtfähigkeit der A4 und unterrichtete Hitler über die beiden Probleme. Dieser setzte darauf mehr in die Forschung der Luftwaffe und dem Bau der Me-163. Erst am 14.Oktober des selben Jahres konnte der erste erfolgreiche Versuch einer A4 erreicht werden. Speer erzählte Hitler von einer Rakete mit einer Reichweite von 160 km und einer mit 700 km. Am 22.November schickte Speer einen weiteren Bericht über das Programm an Hitler, der Inhalt ist allerdings unbekannt. Im Dezember wurden noch mehrere Raketen getestet, wovon allerdings alle fehlschlugen. Speer gab am 22.Dezember trotzdem den Befehl zur Serienfertigung, der von Hitler unterschrieben wurde. Damit wurde Peenemünde zur Großanlage ausgebaut. Nachdem der Befehl zum Ausbau Peenemündes gegen wurde, erhielt Dornberger gleich diktatorische Vollmacht.
 

 

Produktion

Produktion der A4, aber die Luftwaffe macht Konkurrenz

 

Im Januar 1943 gab es eine Besprechung zwischen Hitler und Speer, wie man die Raketen am effektivsten einsetzen konnte. Speer machte den Vorschlag London von Cap Griz Nez aus zu beschießen. Dafür musste ein Bunker für die Abschussvorrichtungen, sowie mehrere Flakstellungen gebaut werden. Ohne Hitlers Wissen suchte Dornberger selber nach einer Position für die A4. Hitler stimmte dem Vorgehen Dornbergers später allerdings zu. Am 15.Januar 1943 wurde das A4-Programm Speers selbstverantwortlichen Organisation unterstellt. Gerhard Degenkolb wurde am selben Tag noch zum Leiter des Sonderausschusses A4 berufen. Die Forscher in Peenemünde mussten allerdings mit schlechter Lieferung auskommen, da der Stahl an der Ostfront für die Operation Zitadelle, gebraucht wurde. Daher bekam das A4-Programm dieselbe Dringlichkeitsstufe wie das Funkmessprogramm.

 


(Entnommen aus der ausgezeichneten Seite http://www.wernerfrueh.de/trag.htm)



Am 19.Juni mischte die Luftwaffe offiziell mit dem Projekt „Kirschlern“ (Fi-103) mit, wobei die Forschung in Peenemünde vorher begann. Damit begann das Wettstreiten zwischen der Luftwaffe mit der V1, sowie dem Heer mit der V2. Die Entwicklung wurde von Robert Lusser von der Firma Fieseler und von Fritz Gosslau von der Firma Argus, die das Triebwerk herstellte, voran gebracht. Die ersten Testflüge fanden im Dezember 1942 in West-Peenemünde statt. Dafür wurden extra 3 Startrampen in Usedom gebaut. Die V1 war keineswegs eine einfache Waffe, mit Verpuffungsstrahltriebwerk und dem Kreiselkompass zur Kurskorrektur war es eine komplexe Waffe der damaligen Zeit. Dazu war ein kleiner Propeller an der Spitze montiert, der ein Zählwerk zur Reichweitenkontrolle antrieb. Das Verpuffungsstrahltriebwerk war schneller zu bauen und günstiger als die Turbojet-Triebwerke. Die Fieseler-Fi 103 hatte einen 850 kg Sprengkopf und wurde von einer Waltherschleuder abgeschossen, später allerdings meisten von He111H-22 Bombern abgeworfen.
Am 9.April 1943 war Erhard Milch bei einem V1 Abschuss dabei und war am 27.April bei einer Besprechung des Reichsluftwaffenministeriums dabei, in der die 49er Nummer für das V1-Projekt gefordert wurde. Alleine VW sollte 3500 der Marschflugkörper bauen, andere Firmen noch 1500 weitere. Am 24. Februar stellte Dr. Stahlknecht seinen Plan, in dem er den Bau von 5150 A4-Raketen von März 1943-Dezember 1944 mit steigender Produktionszahl, vor. Alleine im Dezember 43 sollten 950 Raketen gebaut werden. Fromm, der Befehlshaber des Ersatzheers, forderte bis zum 1.November die Fertigstellung des Kraftwerkes Nord-West. Dornberger und von Braun drängten auf die Produktion, aber es fehlten die Arbeitskräfte. Deshalb wurden 1000 KZ-Häftlinge nach Peenemünde gebracht, um dort die Arbeiten an der A4 durchzuführen. Am 26.Mai waren Speer, Dönitz, Milch, Fromm und Saur bei einem Test der A4 dabei, während die Luftwaffe 2 Fehlversuche der V1 melden mussten. Auf Wunsch Hitlers liefen beide Projekte weiter. Darauf bekam das A4-Programm die Nummer SS49 48. Erhard Milch war darüber zwar nicht begeistert, arbeitete aber weiter an der V1. Er bestimmte, dass ab August 100 V1 und bis Dezember auf 500 im Monat gebaut werden sollen. Speer hatte große Zweifel an der V1, aber Hitler setzte sich durch und ließ Abschussrampen in den Benelux Staaten bauen. Am 10.September versprach Hitler den ersten Einsatz einer A4 Rakete Ende Januar 1944, während der erste V1 Abschuss für Dezember 1943 geplant war. Aufgrund technischer Probleme wurden beide Waffen erst nach der Landung der Alliierten in der Normandie eingesetzt. Die V1 wurde in 50 verschiedenen Firmen gebaut und kostete rund 3500 Reichsmark. Beide Projekte wurden auch im Dora Mittelbau, von KZ-Häftlingen, gebaut.

 

Einsatz-V1

Die Einsätze der V1

 

 

 

Anders als gehofft wurde die Fieseler Fi 103 erst am 12. Juni 1944 eingesetzt, 6 Tage nach dem D-Day. Das Ziel war die Stadt London, worauf 10 Flugkörper abgefeuert wurden. Von den 10 V1, wie sie nun hieß, kamen allerdings nur 4 an, die anderen gingen über See verloren. Von Juni bis August fand die Hauptzeit des V1-Angriffs statt. Die V1 wurde in mehreren Gruppen immer zu zehnt abgeschossen und trafen die Alliierten moralisch am meisten. Die Rüstungsindustrie oder die Truppen der Westmächte konnte ohne Probleme weiterlaufen, die Zivilbevölkerung bekam allerdings Panik und bis Kriegsende verließen ganze 2 Millionen Menschen London und reisten in den Norden Großbritanniens. Die V1 hatte einen lauten Benzinmotor, der erst 15 Sekunden vor dem Einschlag abgestellt wurde. Dadurch konnten sich die Menschen noch schnell in Sicherheit bringen, sofern es die Situation zuließ. Die 847,11 kg Sprengköpfe aus Amatol, sowie die Sprengwirkung von 100-600 Metern machten ein entkommen vor der V1 schwierig. Insgesamt wurden 8892 der V1 vom Boden abgeschossen, sowie weitere 1600 per Flugzeug abgeworfen.
Von den vom Boden gestarteten V1 wurden 3.957 abgefangen, was ca. 52,8% aller V1 waren. Von Britischen Abfangjägern wurden 1847, durch Flak wurden 1878 abgeschossen und durch Sperrballone weitere 232 aufgehalten. Britische Piloten entwickelten ein Manöver indem sie die V1 von oben anflogen und direkt neben ihr den eigenen Flügel unter dem der V1 lenkt. Danach wurde so abgedreht das die V1 angehoben wurde, aus dem Gleichgewicht geriet und abstürzte. In London explodierten insgesamt 2419 V1 und nach Antwerpen wurden 2488 abgeschossen, die Anzahl der Explosionen in Antwerpen ist allerdings nicht bekannt. In London starben ungefähr 6184 Menschen und weitere 17.981 wurden schwer verletzt. In Antwerpen wurden 10145 Menschen getötet oder Verletzt, während in Lüttich rund 4614 Menschen ihr Leben. Die V1 wurde Hauptsächlich gegen London, als Vergeltung für die Bomben auf Deutschland, eingesetzt. Antwerpen wurde während der Ardennenoffensive im Winter 44/45, wegen seines Hafens bombardiert. Das Projekt Selbstopfer, indem bemannte modifizierte V1 abgeworfen werden sollten, wurde eingestellt bevor es zu einem Einsatz kam.

 


Eine V1 wie sie beim Flug von einem Abfangjäger aus dem Gleichgewicht gebracht wird.

 

 
Technische Daten der V1
 
Flügelspannweite:
5,30 m
Länge:
7,742 m
Antrieb:
Ein Pulso-Schubrohr Argus As 014
mit 335 kp Maximalschub
Marschgeschwindigkeit:
576 km/h in 760 m Höhe
Reichweite:
257 bis 286 km
Dienstgipfelhöhe:
3000 m
Treffergenauigkeit:
im Umkreis von 12 km
Fluggewicht:
2160 kg
Bewaffnung:
847,11 kg Sprengkopf aus Amatol,

Einige Wenige mit Zusatzbewaffnung :
23 × 1-kg-Streubomben/ Propagandaflugblätter

Einsatz-V2

Die Einsätze der V2

 

 

 

Die V2 hatte ihren ersten Einsatz am 6.September 1944 und erreichte sofort einen nachhaltigen Psychologischen Eindruck in der britischen Zivilbevölkerung. Insgesamt wurden 1402 Raketen (1358 in London und 44 in Ipswich) auf England abgeschossen. Die Überschallgeschwindigkeit machte ein Orten vor dem Einschlag unmöglich, was sich an den Opferzahlen belegen lässt. Die meisten der V2 wurden mit Mobilen Abschussrampen abgeschossen, da die feindliche Luftüberlegenheit immer ein Gefahr für feste Abschussrampen hatte. Trotzdem wurden von Den Haag aus 1039 Raketen abgeschossen, bis ein britischer Luftangriff am 3.März 1945 die Startrampen zerstörte und 510 Menschen tötete. Nachdem Antwerpen von den Briten erobert wurde, begann am 7.Oktober der Beschuss des nun wichtigsten Nachschubwaffen der Alliierten mit V2 Raketen. Dabei wurden insgesamt 1610 Raketen auf die belgische Stadt abgeschossen. Weitere Ziele waren Lüttich mit 27, Paris mit 22, Lille mit 25, Tourcoing mit 19, Arras mit 6, Cambrai mit 4, Hasselt mit 13, Tournai mit 9, Mons mit 3, Diest mit 2 und Maastricht mit 19 V2-Raketen, in Deutschland wurden noch 11 Raketen auf die Ludendorff-Brücke in Remagen abgeschossen. In Remagen sollten die V2-Raketen die letzte intakte Brücke über den Rhein zerstören, was allerdings sehr misslang. Die letzte V2 wurde am 27.März 1945 mit dem Ziel Antwerpen gestartet. Augenzeugen berichten aber von V2 Abschüsse der Ausbildungsbatterie 444 Richtung Nordsee.
Der Einsatz der V2 als Terrorwaffe, brachte in London Diskussionen über den Einsatz von Giftgas, gegen deutsche Städte hervor, der von Winston Churchill entschieden abgelehnt wurde. Insgesamt starben ca. 8000 Menschen durch V2 Einschläge, der höchste in Antwerpen als eine V2 das vollbesetzte „Rex"-Kino traf und 567 Menschen tötete.

 


Antwerpen nach einem V2 Angriff, mit einem gefallenen US-Soldaten

 

 
Technische Daten der V2
 
 
Vollmasse:
12428 kg
Leermasse:
2850 kg
Treibstoff:
8610 kg (3710 kg Ethanol (75 %) + 4900 kg flüssiger Sauerstoff)
Sprengkopf:
975 kg
Länge:
14.0 m
max. Durchmesser:
3.56 m
Schub:
270 kN Boden, 300 kN Vakuum
Brenndauer:
63 Sekunden
max. Höhe:
90 km (als Höhenforschungsrakete 187 km)
Reichweite:
287-312 km

Zum Schluss

Weitere Raketenmodelle

 

 



Neben den Versuchsraketen A1, A2, A3 und A5, wurden auch weitere Raketen geplant. Die A4b ist dabei das einzige getestete Modell, was am 27. Dezember 1944, am 8. Januar 1945 und am 24. Januar 1945 in Peenemünde gestartet ist. Da allerdings alle Versuche fehlschlugen, wurden in diese Richtung keine weiteren Versuche unternommen. Die A9 und die A10 sollten ein gemeinsames Projekt werden. Die A10 sollte als Erstrakete fungieren und sobald der Treibstoff leer war abgeworfen werden. Danach wäre die A9 alleine weitergeflogen bis zum Zielort. Die A9/10 sollte die erste Interkontinentalrakete der Welt werden und Städte wie New York oder Washington treffen. Daher auch der Spitzname „Amerikarakete“. Diese Rakete war für das Atomprogramm Deutschlands von enormer Bedeutung, da sie Nuklearsprengköpfe transportieren sollte. Die A11 war für den Aufbau eines Satellitenträgers vorgesehen und die A12 sollte, in Verbindung mit der A10 und der A11, einen Raumtransporter bilden, der 10 Tonnen in den Orbit bringen konnte.
 


Alle Aggregat Raketen im Größenvergleich

 

Schlussbemerkung



Warum scheiterten nun diese V-Waffen, waren Sie doch ihrer Zeit weit voraus und setzen technische Maßstäbe, die teilweise bis heute die Waffenschmieden der Welt antreiben. Schlicht und ergreifend war ihre militärisch-strategische Wirkung sehr gering, da es ihnen u. a. an Zielgenauigkeit mangelte. Viele Dokumentationen sprechen von zu wenig Zeit, zu knappen Rohstoffen und falschem Einsatz, doch war es wohl auch mehr und wie in diesem Krieg so oft erkennbar, konnte Hitler hier nicht auf sein Glück des richtigen Zeitpunkts bauen. Dabei war die psychologische Wirkung auf die eigene Bevölkerung und den Feind war hingegen enorm, wobei man den Siegeswillen des Gegners nur anheizte und eigene Soldaten mit dem Irrglauben an eine neue Waffe an der Front gnadenlos verheizte.
Überlebt hat der technologische Vorsprung deutsche Waffentechniker den Krieg, wenn auch nicht mehr unter deutscher Flagge. Die Operation Overcast, also die gezielte Verbringung deutscher Wissenschaftler, Technik und technischer Unterlagen in die USA nach Kriegsende, konzentrierte sich auch verstärkt auf den Komplex der V-Waffen. Viele Unterlagen verschwanden schnell in geheime Labors und Einrichtungen, mit Ihnen die deutschen Wissenschaftler und es darf spekuliert werden, inwiefern der Kalte Krieg in seinem Kern die deutschen Waffen benutzte, um einen Vorteil der jeweiligen Supermacht zu etablieren. Viele Verschwörungstheoretiker sehen bis heute die deutsche Technik auf den Schlachtfeldern der modernen Kriege, doch haben die V2- und V1 ihren Beitrag auch zur zivilen, friedlichen Nutzung erbracht. So gelangten vor allem erbeutet Teil der V2-Rakete in amerikanische Hände und ebenso ihr Erbauer, Werner von Braun. Diese 14 Meter lang, 13 Tonnen schwere Flüssigstoff-Fernrakete, mit einer Reichweite von 380 Kilometern, war fortan der Ursprung der NASA.
Mit der Saturn V flog 1969 Neil Armstrong als erster Mensch auf den Mond und wer weiß was 1969 passiert wäre, hätte das Deutsche Reich nicht sein Wirken dem Krieg gewidmet, sondern dem Frieden, der Wissenschaft und der Menschheit - nicht seiner Vernichtung.

Quellen

Rainer Karlsch, Hitlers Bombe: Die geheime Geschichte der deutschen Kernwaffenversuche,Deutsche Verlags-Anstalt; Auflage: 1 (7. März 2005).

Wikipedia (V1) (Letzter Aufruf 2.12.2010)
Wikipedia (V2) (Letzter Aufruf 2.12.2010)
Wikipedia (Selbstopfer) (Letzter Aufruf 2.12.2010)
http://de.wikipedia.org/wiki/A4_%28Rakete%29 (Letzter Aufruf 2.12.2010)
http://de.wikipedia.org/wiki/Vergeltungswaffe (Letzter Aufruf 2.12.2010)
http://www.wernerfrueh.de/trag.htm (Letzter Aufruf 2.12.2010)
http://www.dhm.de/lemo/html/wk2/kriegsv ... index.html (Letzter Aufruf 2.12.2010)
http://www.hidden-places.net/index2.php ... f=1&id=269 (Letzter Aufruf 2.12.2010)
http://www.luftkrieg-ederbergland.de/carmen.htm (Letzter Aufruf 2.12.2010)
http://einestages.spiegel.de/external/S ... S1268.html (Letzter Aufruf 2.12.2010)
http://www.v2rakete.de/ (Letzter Aufruf 2.12.2010)
http://www.dlr.de/100Jahre/DesktopDefau ... e.37.2955/ (Letzter Aufruf 2.12.2010)



Autor: Dome / Freiherr von Woye