1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Rating 4.75 (2 Votes)

Das Thema

Die Baureihe 52 ( Kriegslok )

 

(Eine 52 im HBF Dresden - Privataufnahme die der Bibo freundlicherweise überlassen wurde. )

Vorwort

Vorwort

 

Eine Eisenbahn ?
Ja, die Eisenbahn wurde ein kriegswichtiges Verkehrsmittel während des Zweiten Weltkrieges. Zum Beispiel um Nachschubtransporte an die Front
oder Rohstoffe aus den besetzten Gebieten zu transportieren. Viele Bahntransporte gingen auch in die Konzentrationslager.

 

 
Die technischen Daten der BR 52
 
Baujahre
1942-1950
Bauart
1'Eh2
Gattung
G 56.15
Spurweite
1435 mm
Länge über Puffer
22.975 mm
Gesamtradstand
9.200 mm
Dienstmasse
84t
Dienstmasse mit Tender
102,7 t
Reibungsmasse
75,9 t
Höchstgeschwindigkeit
80 km/h
Indizierte Leistung
1.192 kW
Treibraddurchmesser
1.400 mm
Laufraddurchmesser vorn
850 mm
Zylinderanzahl
2
Zylinderdurchmesser
600 mm
Kolbenhub
660 mm
Kesselüberdruck
16 bar
Rostfläche
3,89 m²
Verdampfungsheizfläche
177,83 m²
Dienstmasse des Tenders
18,7 t
Wasservorrat
30,0/27,0 m³ (bei Verwendung eines ÖBB-Kabinentenders)
Brennstoffvorrat
10,0 t Kohle
Zugheizung
Dampf
Stückzahl
ca. 6000 bis 7000

Geschichte

Geschichtlicher Hintergrund



Im Zweiten Weltkrieg besann sich die deutsche Führung erst sehr spät auf die Eisenbahn als Transportmittel. Nachdem die verfügbaren Dampflokomotiven bei weitem nicht ausreichten und vor allem im Osten den extremen klimatischen und betrieblichen Verhältnissen nicht gewachsen waren, begann Anfang 1942, unter Zeitdruck, die Entwicklung besonderer Kriegslokomotiven, die in jeder Hinsicht der damaligen Krisensituationen und damit militärischen Belangen Rechnung tragen sollten. Bei der Normalspur standen zwei Baureihen von Güterzugdampflokomotiven der Achsfolge 1E im Vordergrund, eine von ihnen ist die Baureihe 52. In zweieinhalb Jahren sollten bis zu 7.000 Stück, gebaut worden sein.(Allerdings variieren die Stückzahlen je nach Autor, zwischen 6.100 bis 7.000)

Entwicklung

Die Entwicklung der Baureihe 52



Der BR 50 von 1938 folgte zunächst die stark vereinfachte Reihe 52. Damit sollte eine Fertigung in großer Stückzahl bei geringem Zeitaufwand erreicht werden.
Die Einsparung von Buntmetall, eine leichtere Instandhaltung und Instandsetzung durch die einheitliche Ausführung und eine hohe Verfügbarkeit, auch unter harten Einsatzbedingungen.
Um diesen gewaltigen Auftrag erfüllen zu können, der ja neben der enorm angestiegenen Waffenproduktion (Panzer, Flugzeuge, Munition usw.) lief, wurden die deutschen Lokomotivfabriken zur Gemeinschaft Großdeutscher Lokomotivhersteller (GGL) zusammengeschlossen, die dem 1942 gegründeten Hauptausschuss Schienenfahrzeuge (HAS) unterstand.
Allerdings ergaben sich wegen der laufenden Produktion aus früheren Aufträgen Übergangsfristen; Lokomotiven vor allem aus den Baureihen 50, 44 und 86 erhielten neben der Nummer den Zusatz "ÜK" als Abkürzung für Übergangs Kriegslokomotive.
Am 5.August 1942 wurde der Bau von 7.000 Lokomotiven der Baureihe 52 genehmigt,und sollte sofort beginnen. Nach 6 Wochen verließ am 19. September 1942 die 52 001 als erste Kriegslokomotive die Borsigwerke in Berlin.

Produktionsorte

 


 
Produktionsorte
Lokomotivfabrik Floridsdorf
1.053 Wien
Henschel
1.050 Kassel
Schwartzkopff
647 Berlin
Krauss-Maffei
613 München
Borsig
542 Berlin
Schichau-Werke
505 Elbing
Maschinenbau und Bahnbedarfs AG
(vormals Orenstein & Koppel)
400 Babelsberg
HCP
(damals zu Deutsche Waffen- und Munitionsfabrik)
314 Poznań (Posen)
Fablok
(damals: Oberschlesische Lokomotivwerke Krenau)
264 Chrzanów (Krenau)
Maschinenfabrik Esslingen
250 Esslingen
Arnold Jung Lokomotivfabrik
231 Jungenthal, Kirchen
Skoda !Škoda
153 Plzeň (Pilsen)
Grafenstaden
139 Straßburg
Gesamtzahl bis Ende des Zweiten Weltkrieges
(nicht genau geklärt)
6.161

Einsatz

 

 

Die BR 52 im Einsatz



Bevor sie zum Einsatz kam, unternahm die 52 001 zu Präsentationszwecken mit einem Hakenkreuz auf der Rauchkammertür versehen, eine Rundfahrt zu allen Lokomotivfabriken die künftig die Baureihe 52 herzustellen hatten.
An der Ostfront löste sie als erstes die alten Lokomotiven der Baureihen 38, 55 und 56 ab. Neben Bomben und Geschossen, war vor allem der unter ca. 14 Bar Druck stehende Heißdampf für Lokführer und Heizer lebensgefährlich. Auf dem Führerstand herrschte an der Feuerung auch im tiefsten Winter eine große Hitze, im hinteren Teil war die Mannschaft dagegen Zugluft mit -40°C und weniger ausgesetzt. Gesundheitsschäden blieben dabei nicht aus.
Die meisten liefen in Deutschland im österreichischen Teil des damaligen Reiches, aber auch in Italien, weniger hingegen in den besetzten Gebieten Frankreich, Holland, Belgien und Luxemburg.

Nachkkriegszeit

Zuverlässigkeit und Einsatz nach dem Krieg



Trotz ihrer Sparkonstruktion erwiesen sich die Kriegslokomotiven auch auf schlechten Gleisen in engen Kurven und unter rauen Betriebsbedingungen als brauchbar und relativ Zuverlässig. Nach dem Kriegsende wurde die Produktion mit den bereits vorhanden Teilen fortgesetzt. Insgesamt 350 Lokomotiven wurden ab dem Sommer 1945 noch gebaut. In 1950er Jahren liefen nahezu überall in Europa, Lokomotiven der BR 52.
Die letzte 52 wurde bei der Bundesbahn 1963 ausgemustert, bei der Deutschen Reichsbahn der DDR, wurden noch viele umgebaut und konstruktiv verbessert, bis sie 1988 auch dort ausgemustert wurde.