Marineoffizier Walter Sobich

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4 Monate 2 Wochen her - 4 Monate 2 Wochen her #1 von LaRo
Hallo,
ich möchte die AAR-Truppe unterstützen und selber etwas veröffentlichen.

Hiermit geht es nun los.....

Ich spiele LSH3 2015 mit folgenden Mods:



Meine Realismuseinstellungen sind:



Vorsicht: Da dies eine Geschichte zur Unterhaltung der Lesenden und Meinereiner sein soll, bin ich nicht soo detailversessen und vielleicht
auch nicht immer 100%ig historisch korrekt....denn es soll ein AAR und keine Doktorarbeit sein.

Zur Zeit habe ich Urlaub, daher kann ich mich öfters an mein Laptop setzen, aber danach wird est manchmal etwas dauern
bis ein neues Kapitel erscheint, also habt Verständnis.

Zum Stil bzw. der Aufmachung möchte ich sagen, die Geschichte spielt nun mal vor ca. fünfundsiebzig Jahren,
daher sind die Unterlagen nach denen ich sie aufgeschrieben habe, auch so alt.
Und noch Eins,mit meinen fast sechzig Jahre habe ich keinen Bock auf neue oder alte Rechtschreibung,
also Sch*** drauf........

Wichtig: Einige von mir gepostete Bilder, welche die Geschichte etwas auflockern sollen, sind von diversen Quellen aus dem Internet,
Spielbilder hingegen sind von mir erstellt



Das erste Kapitel erscheint in Kürze

Gruß LaRo

Du lebst nur einmal, aber wenn Du es richtig machst, ist das auch genug!
Letzte Änderung: 4 Monate 2 Wochen her von LaRo. Begründung: Layoutänderung
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4 Monate 2 Wochen her - 4 Monate 2 Wochen her #2 von LaRo
VORWORT

Walter Sobich wurde im Juni 1913 als Kind des Ingenieur Bruno Sobich und seiner Frau Christel in Berlin geboren.



Erst ein Jahr vorher waren die Eheleute aus Wolgast in die Hauptstadt gezogen , wo der Vater in einem Unternehmen der
Rüstungsindustrie tätig war. Im Herbst des Jahres 1914, kurz nach Ausbruch des ersten Weltkriegs, schickte dieses Unternehmen
den Vater im Februar 1916 nach Hagen/Westf., wo er als technischer Leiter einen Zweigbetrieb aufbauen sollte.
Die nächsten acht Jahre erlebte der kleine Walter im ruhigen und beschaulichen Ort am Rande des Ruhrgebietes trotz der
unruhigen Zeiten während und nach dem ersten Weltkrieg eine schöne Kindheit.



Diese wurde aber im Mai 1922 durch ein Unglück im Unternehmen, wo der Vater immer noch tätig war, jäh unterbrochen.
Bei einem Zusammenbruch der Dachkonstruktion einer Produktionshalle starb auch sein Vater Bruno.
Ein Jahr später dann kehrte seine Mutter mit ihm in ihre alte Heimat Wolgast zurück, um im Haus des Reeders Friedrich Hermeyer
als Haushaltsdame zu Leben.



Dieser Reeder betrieb neben der Küstenschifffahrt auch die Dampffähre von Wolgast zur Insel Usedom und eben auf dieser Fähre, worauf der junge Walter oft seine Freizeit verbrachte,- der Vater eines Freundes war der Kapitän der Fähre-, entstand wohl sein Interesse an der Seefahrt.



Im April 1935 trat er in die Reichsmarine ein und ein halbes Jahr später ging er als Seekadett auf die Marineschule Mürwik.



Nach seiner Beförderung zum Fähnrich im Januar 1937 wurde er auf den leichten Kreuzer Emden kommandiert.



Ein Jahr später wechselte er als Oberfähnrich zur 1. Schnellbootflotille, wo er im November 1938 zum Leutnant befördert wurde
und das Kommando des Schnellbootes S12 übernahm.



Sein Interesse an der neu aufgebauten U-Bootwaffe führte ihn dann zur Flottille Weddigen, wo er ab September 1939 den Kommandantenlehrgang absolvierte. Nach Abschluss desselben wurde ihm im Juni 1940 als frisch beförderten Oberleutnant zur See das Kommando des neu in Dienst gestellten U-Bootes U-205 vom Typ IXB übertragen. Nach der Übernahme des Bootes in Wilhelmshaven verlegte das Boot zur weiteren Ausbildung in die Ostsee, wo es unter seinem Kommando im Oktober 1940 von Käseburg aus zur abschließenden Erprobungsfahrt aufbrach.

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4 Monate 1 Woche her - 4 Monate 3 Tage her #3 von LaRo
1.Feindfahrt

1.Oktober 1940; 6.30

Die aufgehende Sonne beleuchtete geschäftiges Treiben in dem kleinen Hafen an der Kaiserfahrt. Hier in Käseburg drehte sich alles nur um das Marinehandwerk, über einem Marineversorger schwebte ein Kran hin und her und hob vielerlei Ausrüstung an Bord, an einem anderen Frachter verteilten Seeleute eimerweise Farbe an der Bordwand. Neben zwei VIIer Booten lag U205 im Päckchen außen dran, deutlich konnte man den Größenunterschied erkennen.


Kommandant ObLt. z.See Sobich lehnte sich über das Schanzkleid der Brücke und betrachtete zwei Matrosen, die unter den wachen Augen des Bootsmanns Mahler die Laufbrücke zum benachbarten Uboot gerade rückten und festlaschten: >>Gut festmachen,Bootsmann<< und zum 1WO gewandt:>>Wir wollen ja nicht, das unser Besuch in`s Wasser fällt, nicht wahr, Friedburg<<
Der 1WO nickte lächelnd: >>Herr Oberleutnant, das Boot ist wie befohlen auslaufbereit!<<
Wie auf Stichwort brummte ein Stabskübel heran und bremste querab an der Kaimauer.


>>Unsere AGRU-Götter sind da....wenn die Herren an Bord sind, legen wir sofort ab<< brummte Sobich.
Zehn Minuten später drückte sich U205 mittels E-Maschine vom Nachbarboot ab und danach schoben die Diesel das große, graue Boot aus dem Hafen in die von Bojen markierte Fahrrinne hinaus.


Während sich Kapitän z.See Borchers in der Zentrale umschaute, blieb KKpt Seidler bei Sobich:
>>Herr Oberleutnant, auf dieser Fahrt werden sie mir zeigen, das ich dieses Boot an die Front schicken kann, oder?<<
>>U205 ist bereit , Herr Kap`tän!<<
erwiderte Sobich.

>>Flugzeug in 180°, sehr tief<< meldete der achterne Ausguck.
Mit tiefem Brummen flog eine Ju52-Maus über das Boot hinweg in Richtung Swinemünde. Sobich schaute der Maschine nach und dachte bei sich, wenn hier jetzt Minen liegen würden und die da oben eine davon zum detonieren brächten, das wär eine Abnahmefahrt, welche noch lang im Kriegsmarine-Gedächtnis bliebe......


Eine Stunde später dann passierte das Boot die Außenmole des Swinemünder Hafens und mit halber Fahrt ging es hinaus in die sogenannte “Berliner Badewanne“


Die nächsten Stunden waren mit Test`s der einzelnen Stationen ausgefüllt, während U205 mit Kurs NNO weiterzog. Gegen Mittag wurde Tauchen befohlen und während LI Leutnant Schneider das Boot auf Seerohrtiefe brachte, ging der Kommandant zum Horchraum:
>>Na, Orlowski, was hören Sie denn in ungefähr 55°?<<
>>Da sind starke Schraubengeräusche, Herr Oberleutnant....ich glaube, ich höre drei Schrauben<<
antwortete der Horcher.
>>Na dann merken sie sich mal dieses Geräuschbild, Bootsmann, denn wenn wir im Atlantik darauf stoßen, dann könnte das ein lohnendes Ziel für uns sein<<
Nach dem Auftauchen konnte die Brückewache die mächtige Erscheinung der “Bismark“ dahin ziehen sehen.


2.Oktober 1940;
In der letzten Nacht wurde das Boot drei Stunden “durchgetestet“, alle Stationen funktionierten einwandfrei, nur der hintere Torpedoraum zeigte noch Verbesserungspotential, wie es die Prüfer anmerkten. Die Mittagswache war gerade aufgezogen, als der Ruf >>UBoot voraus<< vom Turm in die Zentrale schallte. >>Sowjetisch, wohl Skula_Klasse, Herr Oberleutnant<< meldete der 1WO, als der Kommandant die Brücke enterte.


Das sowjetische Boot drehte ca. 1000m vor U205 auf Paralellkurs. ObLt. Sobich ließ den Abstand noch etwas verringern und Flagge setzen und man sah, das das andere Boot “mitspielte“. So zogen die beiden doch unterschiedlichen UBoote eine Zeitlang nebeneinander her, bevor das andere Boot mit Ostkurs hinter den Wellenbergen verschwand.


3.Oktober 1940;
Prüfungsverfahren folgten Prüfungsverfahren, das Boot stand mittlerweilen südöstlich Gotland. Es war gegen 15.00 am Nachmittag, als die Brückenwache zwei kleine Schiffe meldete. Der Kommandant setzte U205 in Kielwasser der beiden Schiffe und durch den Fahrtüberschuss verringerte sich rasch die Entfernung.
>>Polnische Trawler, Herr Oberleutnant<< meldete kurz darauf der 2.WO, Waffenoffizier Fähnrich Wendt.
>>Die wollen sich wohl nach Schweden durchschlagen<< erwiderte Sobich und nach kurzer Pause: >>Das werden wir mal vereiteln....Auf Gefechtsstation, Geschützmannschaft an Deck, halbe Fahrt voraus!<<.
Nachdem das Boot auf ca. 1500m heran gekommen war, eröffnete Geschützmannschaft unter Bootsmann Stenda das Feuer. Mutig aber auch dumm erwiderte der hintere Trawler mit zwei kleinen Bleispritzen das Feuer, anstatt sich in Sicherheit zu bringen. Ein Volltreffer achtern beendete das ungleiche Gefecht.


Danach wurde “Feuer frei“ auf das zweite Ziel befohlen und man sah, wie sich die Geschützmannschaft mit wenigen Schüssen dem Ziel näherte, bis ein Volltreffer den Trawler zerstörte.


4.Oktober 1940;
Rückmarsch zur Basis wurde befohlen!

6.Oktober 1940;
Es war gegen 14.00, als sich die vertraute Silhouette Swinemündes am Horizont zeigte.


Kurz vor dem Hafenbereich kreuzten zwei “Bewacher“ den Kurs von U205. Sobich beobachtete die beiden S-Boote durch sein Fernglas,
wie auch KKpt Seidler neben ihm. >>Ist das vordere nicht ihr altes Boot, Herr Oberleutnant?<<


>>Jawohl, Herr Kap`tän, S12, mein altes Boot<< antwortete Sobich.
>>Und, Sehnsucht zurück?<< >>Nein, Herr Kap`tän, meine Aufgabe ist jetzt hier auf U205<<.
KKpt Seidler klopfte Sobich auf die Schulter und meinte: >>Gut so, Herr Oberleutnant, gut so! Die Abnahmefahrt hat das Boot auch bestanden, Glückwunsch!<<

Nach einer Stunde Kaiserfahrt schob sich U205 dann mit kleiner Fahrt in den Hafen Käseburg



Nach Abschluss aller Formalitäten wurde U205 zur 1.Flottille nach Brest verlegt.

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4 Monate 3 Tage her - 4 Monate 3 Tage her #4 von LaRo
2.Feindfahrt

Nachdem die deutsche Wehrmacht 1940 in schneller Folge die Beneluxstaaten und Frankreich überrannt hatte, standen der deutschen Kriegsmarine die Atlantikhäfen zur Verfügung, was eine kürzere Anfahrt in die Kampfgebiete bedeutete. Neben Lorient, wohin die Führung der UBoote verlegte, wurde Brest aufgrund der Möglichkeit des Eindocken von Großkampfschiffen zum Hauptstützpunkt der deutschen Kriegsmarine. Auch die 1.UBootflottille verlegte im Herbst 1940 von Kiel aus nach Brest und begann ihre Kampfhandlungen gegen England und seine Verbündeten im Atlantik.

10.November 1940;
Ein Teil der Besatzung von U205 war auf dem Oberdeck angetreten und der Kommandant meldete dem Flottillenchef: >>U205, bereit zum Auslaufen<<.
Der neue Flottillenchef KptLt. Cohausz, der noch bis vor kurzem selber Kommandant des Frontbootes U-A war, musterte die Mannschaft und verabschiedete sie dann mit aufmunternden Worten zur Feindfahrt in den Atlantik. Die Leinen flogen los und U205 schob sich von der Kaimauer ab. Neben der Kapelle winkten einige Kameraden anderer Boote und wünschten lauthals:>>Fette Beute und kommt gesund wieder<<. Mit kleiner Fahrt lief das UBoot durch das Hafenbecken und die Besatzung wurde unter Deck befohlen.


Nachdem die Außenmole passiert war, befahl der auf dem Turm stehende Kommandant:>>1.WO, kleine Fahrt voraus und setzen sie uns in Kiellinie hinter den Flakkreuzer<<. Aufmerksam beobachteten der Brückenwachhabende Lt. Friedburg und seine Crew in den nächsten Minuten den Verkehr im Hafen:>>Zwei Großkampfschiffe laufen vor uns, Herr Oberleutnant<<. Sobich hob sein Glas und sah nach vorn: >>Scharnhorst und Gneisenau.....hab gestern Abend im Kasino gehört, das die auslaufen. Sind wohl auf einen Konvoi, der von Gibraltar auslaufen soll, angesetzt. Hoffentlich finden die den auch?<< >>Wenn ja, dann werden die aber hoffentlich so erfolgreich sein, wie die “Admiral Scheer“, hab gehört, das sie einen ganzen Konvoi mit fast 50.000 BRT versenkt hat<< entgegnete Friedburg. >>Woll`n wir mal hoffen<< brummte Sobich.




Einige Zeit später dampfte ihnen ein Frachter hafeneinwärts entgegen, der sich beim Näherkommen als Hilfskreuzer herausstellte. Es war HSK4 “Thor“ unter Kapitän z.See Otto Kähler der von einer einjährigen Feindfahrt heimkehrte, die ihn von Bremerhaven in die Südsee und entlang der afrikanischen Westküste zurück nach Brest führte.


Kurz bevor U205 in die offene See hinauslief, sichtete die Brückenwache ein anderes UBoot. Beim Näherkommen erkannten die Männer, das es sich um U81 unter KptLt. Rössler handelte, das von einer Feindfahrt zur Basis zurückkehrte. Freundliches Winken beiderseits und gebrüllte Worte flogen zwischen den Booten hin und her, bis sich die Entfernung zwischen den grauen Rümpfen wieder vergrößerte.


11.November 1940;
Den ganzen Tag schon klingelten in unregelmäßigen Abständen die Alarmglocken durch das Boot. Der Kommandant ließ Alarmtauchen und Flakangriffe simulieren und die Stationschefs mussten mit ihren Männern verschiedene Schadensübungen bewältigen. Zwischendurch versuchte die Besatzung eine gewisse Routine in das Boot zu bekommen, was durch den Umstand, das es ja noch ein neues Boot war, nicht so leicht war. Als dann später einer der Ihren, der Gefreite Ebel, im Maschinenraum eine störrische Lenzpumpe in den Griff bekam, -weil er bemerkte, das die Werft beim Auswechseln derselben fehlerhaft gearbeitet hatte-, und nachdem dazu noch ein Tieftauchversuch auf 140m ohne Probleme verlaufen war, fingen die Männer an ihre Arbeiten mit wachsendem Stolz noch sorgfältiger durchzuführen und ein gewisser “Bootsgeist“ begann sich zu entwickeln.

14.November 1940;
Der Kommandant hatte am Morgen der Besatzung verkündet, das U205 vom BdU das Planquadrat CC92 als Ziel zugewiesen bekommen hatte und nun kreuzte das Boot mit großen Schlägen auf Generalkurs 240° westwärts.
Gegen 14.30 erschall von oben der Ruf >>Mastspitzen in Sicht<<, worauf ObLt. Sobich sofort die Brücke enterte. >>Dort, auf 270°, Herr Oberleutnant<< meldete der 2.WO. OFähnr. Lange >>....und dahinter scheint noch ein zweites Schiff aufzukommen<< Der Kommandant schaute eine Weile in die angegebene Richtung. Dann nahm er sein Fernglas runter und sagt:>>Sieht aus, als wenn da was Größeres kommt, also fahren wir in gebührendem Abstand erstmal auf Paralellkurs mit<<. Eine halbe Stunde später ging U205 dann auf Seerohrtiefe und man konnte am Horchgerät die zwei herankommenden Schiffe hören. Mit 3kn Steuerfahrt schob sich das UBoot an den Kurs der beiden Dampfer heran. Wie in der Zeit der Ausbildung auf der Ostsee verrichteten die Männer ihre Arbeit, während der Kommandant die beiden Ziele weiter durch das Seerohr beobachtete.


Sollte U205 jetzt seine ersten Torpedos auf den Feind abfeuern? Das erste Schiff war ein großer Tanker, der hoch im Wasser lag, dahinter lief ein kleinerer Dampfer in Kiellinie. Sobich entschloss sich, einen Zweierfächer auf den Tanker und einen einzelnen Torpedo auf das andere Ziel zu schießen.




Schulmäßig begannen alle drei Torpedos zu laufen und OFähnr. Wendt, der Waffenoffizier kontrollierte mit mehreren Stoppuhren die Laufzeit. Dumpf hallte eine Explosion durch das Wasser, kurz darauf eine zweite. Der Kommandant am Seerohr informierte die Männer in der Zentrale, was er durch das Seerohr beobachten konnte:>>Treffer auf den Tanker, ein Torpedo wohl Versager und auch bei dem anderen Schiff ist eine Wassersäule zu sehen, Schiff macht starke Schlagseite!<<




Triumpierend sahen sich die Männer in der Zentrale an, während vorne im Torpedoraum die Maate ihre Männer antrieben, die leeren Rohre wieder zu füllen. Kurz darauf wurde noch ein Aal in Richtung des langsamer gewordenen Tanker geschickt, welcher im Heck einschlug. Kurz darauf erklangen mehrere Explosionen und der Tanker begann schnell über den Achtersteven zu sinken.


Anschließend beobachtete der Kommandant durch das Seerohr das andere Schiff, welches mit starker Schlagseite ohne Fahrt an der Wasseroberfläche trieb. An den Heckraum ging der Befehl:>>Rohr fünf fertigmachen für einen Fangschuß!<< In wenigen Minuten war das Boot in Position und der Torpedo lief los. Keinem der Männer musste kurz danach mitgeteilt werden, das der Aal erfolgreich war, denn die Explosion und die anschließenden Sinkgeräusche waren überall im Boot zu hören.


Nach dem Auftauchen ging U205 wieder auf Generalkurs 240°. Der Kommandant ließ in der Funkbude ein FT aufsetzen:“An BdU von U205: Zwei Schiffe mit zusammen ca. 20.000 BRT versenkt; wieder auf Kurs zu CC92!“, danach bekam der Smut den Befehl, ein gutes Essen zu kochen:>>Unsere ersten Versenkungen wollen wir doch etwas feiern......und für jeden Mann eine halbe Flasche Bier<<. Als der Smut dann drei Stunden später Vollzug meldete, ging das Boot auf 60m Tiefe und die Besatzung konnte in Ruhe ihr Essen geniessen.

16.November 1940;
Das Wetter ist “atlantischer“ geworden, während U205 weiter westwärts dampft. Da die Sicht schlechter wurde, ließ der Kommandant in Abständen tauchen um rundzuhorchen, aber es wurde kein Kontakt gemeldet. So verging die ganze folgende Woche mit Bordroutine, unterbrochen nur von aufgefangenen FT`s an andere Boote, aber U205 ließ die Leitstelle weiter unbehelligt seinem Ziel entgegenfahren.


23.November 1940;
Das Boot hatte sein befohlenes Planquadrat erreicht und wurde durch ein FT auf einen Suchkurs innerhalb des Quadrats geschickt. Aber auch in den nächsten 36 Stunden kam es zu keinem Kontakt.

25.November 1940;
>>FT für uns, Herr Oberleutnant!<< meldete der Funkmaat, als er die Zentrale betrat. Sobich antwortete: >>Dann geben sie mal her, Perutka<< und nahm die Meldung entgegen. Unter den neugierigen Blicken der Anwesenden las der Kommandant den Funkspruch und wandte sich dann an den OFähnr. Lange:>>Neues Planquadrat für uns, es geht nach CD19<< und reichte den Meldeblock weiter. >>Lassen sie einen neuen Kurs setzen.....hoffentlich ist da mehr los<<


27.November 1940;
Durch einen in den frühen Morgenstunden eingegangenen Befehl aus Lorient gab es für das Boot erneut ein neuen Befehl. Das Ziel war jetzt Planquadrat BC29, aber diesmal gab es für U205 eine zeitliche Vorgabe, denn laut FT sollte das angegebene Planquadrat bis zum 30.11. gegen 8.00Uhr erreichen.

28.November 1940;
Es war morgens gegen 6.30Uhr, als die Brückenwache unter Lt. Friedberg im Morgendunst ein Schiff sichtete. Der Kommandant kletterte auf die Brücke und schaute einige Zeit durch sein Glas. >>Ziemlich langsam der Kahn<< sagte er zum 1.WO gewandt. >>Und er scheint auch nicht zu Zacken, bleibt stur auf Kurs<< antwortete Friedburg.>>Komisch, ob die hier so weit draußen keine Gefahr vermuten?<< fragte Sobich mehr zu sich gewandt. >>Ok, gehen wir näher ran und sehen uns den Kameraden mal an<< befahl er. Nach einiger Zeit meldete ein Mann der Brückenwache >>Amerikaner, ich kann die auf dem Rumpf aufgemalte amerikanische Flagge erkennen, Herr Oberleutnant<< >>Ja, jetzt sehe ich es auch<< antwortete der Kommandant und zum 1.WO gewandt: >>Lassen sie abdrehen Friedberg, er hat uns wohl noch nicht bemerkt und das soll auch am Besten so bleiben, nicht das er noch ein UBoot in diesem Gebiet meldet<<
Gegen Mittag wurde eine weitere Sichtung gemeldet, worauf Sobich tauchen ließ. Durch das Seerohr konnte er einen Einzelfahrer mit Ostkurs erkennen und befahl einen Kurs, der das UBoot näher heranbrachte.


Der Kommandant entschied sich für einen Einzelschuß mit Magnetzündung und bei ca. 1000m erfolgte dann der Abschuß des Torpedos. Nach kurzer Laufzeit hallte eine Explosion durch das Boot, direkt darauf eine zweite, größere hinterher. Der unter dem Rumpf des Zieles detonierende Aal hob den in der Mitte gebrochenen Frachter aus dem Wasser.


Als der Dampfer auf die Wasseroberfläche zurücksank, stand eine große, dunkle Qualmwolke über dem Schiff.


In kürzester Zeit versanken die beiden Rumpfhälften in der Tiefe.


Nach dem Auftauchen überlief U205 die Untergangsstelle und die aufgezogene Wache hielt nach Überlebenden Ausschau, doch alle Spuren des englischen Frachters waren im Atlantik verschwunden und so ging es auf dem befohlenen Kurs weiter.

30.November 1940;
Auf das FT an den BdU:“BC29 erreicht, kreuzen mit Suchharke“ kam nach wenigen Minuten die Antwort:“Neues Ziel Linie AJ98/99; günstige Marschfahrt wählen; auf Treibstoff achten“

02.Dezember 1940;
Seit dem Vorabend kreuzte U205 auf der Grenze der befohlenen Planquadrate südwärts, als ein kleiner Frachter am Horizont erschien. Nach kurzem Einpeilen und Koppeln des Gegnerkurses stellte der Obersteuermann fest, das der Dampfer U205 genau vor die Rohre lief.
Also wartete U205 knapp unter der Wasseroberfläche auf sein Ziel.


Das lauernde UBoot nicht bemerkend, fuhr der Frachter seinem Unglück immer näher.


>>LI, auf Tiefe achten, Seerohr schneidet unter<< und einen Moment später dann:>>Achtung, Rohr 1..... LOS!<< hallte es durch die Zentrale und die Pressluft schoss den Aal aus dem Rohr. Die Sekunden gingen dahin, dann konnte man eine laute Explosion vernehmen. >>Treffer mittschiffs, Schiff beginnt zu sinken<< berichtete der Kommandant am Seerohr.


Nach dem Befehl >>Auftauchen<< brachten die Tiefenrudergänger und der Maat an den Lüftungsventilen das Boot an die Oberfläche.


Während das UBoot nach oben stieg, sank der getroffene Dampfer dem Meeresgrund entgegen.


03.Dezember 1940;
Nachdem der LI dem Kommandanten gemeldet hatte, das die Dieselreserve auf 50% gesunken ist und dieses dann dem BdU per FT übermittelt wurde, bekam U205 den Befehl ostwärts auf der Konvoiroute OA/OB zu fahren.
Es war gegen 14.00Uhr, als der Matrosengefreite Heinze Mastspitzen meldete. Nachdem Sobich und Friedberg das etwas später sichtbare Schiff einige Minuten beobachtet hatten, sagte Sobich zu seinem 1.WO gewandt:>>So, Herr Leutnant, ihr Ziel, sie befehlen den Angriff<< Der Angesprochene lächelte kurz, schaute nochmal prüfend zu dem nun deutlich sichtbaren Frachter und befahl dann:>>Brückenwache einsteigen, Alle Mann auf Gefechtsstation, Boot geht auf Seerohrtiefe!<<. Sobich informierte in der Zentrale derweil die Männer, das der 1.WO den bevorstehenden Angriff kommandieren würde. Äußerlich ruhig, aber innerlich doch angespannt, gab Friedberg die Befehle.
Der Frachter kam näher....


Nach dem Torpedoschuß beobachtete der 1.WO weiter angespannt den dahin dampfenden Frachter. Kurz nachdem der Waffenoffizier das berechnete Laufzeitende gemeldet hatte, -Friedberg hatte schon befürchtet, der Aal würde vorbei gehen-, sah er am Heck eine hohe Wassersäule aufsteigen.


Kaum aufgetaucht, konnte die Brückenwache grade noch sehen, wie der Frachter hochkant über das Heck versank.


06.Dezember 1940;
Backduft durchströmte seit den Mittagsstunden das Boot, in der Kombüse werkelten der Smut und der Torpedomaat Fleck, ein gelernter Bäcker. Es war der Nikolaustag und Sobich hatte nach Rücksprache mit dem Smut Kaffee und Kuchen “befohlen“.
Am Nachmittag dann wurde getaucht und aufgebackt, die Besatzung verspeiste das köstliche Backwerk und ein Jeder dachte mit Vorfreude an das kommende Weihnachtsfest. Als der Kommandant dann noch dem 2.WO im Namen Aller zum Geburtstag gratulierte, schwang neben den Weihnachtslieder auch ein Ständchen durch die Röhre, leise begleitet durch Mundharmonikaklänge aus dem vorderen Torpedoraum.

12.Dezember 1940;
Rauh war die See geworden, kalte Winterstürme tobten über den Atlantik, während U205 stampfend nach Osten marschierte. Die Brückenwache trug “Großen Seehund“, denn Brecher um Brecher rollten über das Schanzkleid bis der Kommandant für einige Zeit >>Tauchen<< befahl. Erst in über fünfzig Meter beruhigte sich das Boot und die Männer konnten sich wieder normal bewegen.So vergingen die nächsten zwei Tage, ohne das irgendeine Sicht- oder Horchortung geschah. Nachdem dann der BdU über den Dieselvorrat informiert wurde, bekam U205 den Befehl zum Rückmarsch nach Brest.


15.Dezember 1940;
Nach einem aufgefangenen Funkspruch an den BdU, worin U56 einen großen Konvoi in BE63 mit Kurs WSW meldete, brüteten der Kommandant, sein 1.WO und der Obersteuermann über der Karte. >>Das sind über 100 Km, Herr Oberleutnant und ich kann für unsere Position nicht garantieren, hab seit drei Tagen kein Besteck schießen können....<< >>Is schon in Ordnung Lange, ich kenn das Wetter<< antwortete Sobich und meinte weiter:>>Da kommen wir wohl nicht mehr rechtzeitig hin, naja, dann müssen andere Boote ran. Friedberg, lassen sie FT aufsetzen, Ankunft Einlaufpunkt Brest, 17.12. morgens<<

17.Dezember 1940;
Um 9.00 morgens traf U205 rund 20 km vor Brest mit einem Begleitschiff zusammen und im fuhr in dessen Kielwasser in Richtung Hafen. Hinter der Meerenge bei Kergadiou begann das Begleitschiff zu Winken und man sah, wie die Flakgeschütze sich nach Norden drehten. Der Kommandant befahl der aufgezogenen Flakbesatzung äußerste Vorsicht, denn man sah jetzt die feindlichen Flugzeuge über den Hafen ziehen. Unzählige große und kleine Schiffe schossen auf die anfliegenden Bomber, von denen etliche auch getroffen wurden. Einige wenige Fallschirme öffneten sich und schwebten zu Boden.




Trotz des starken Abwehrfeuers hatten wohl doch einige Bomben ihre Ziele gefunden, wie die Brückenwache später sehen konnte.


Auch die Hafenanlagen schienen getroffen worden zu sein.


Eine halbe Stunde später dann schob sich U205 im Hafenbecken unter den Klängen einer angetretenen Musikkapelle an die Kaimauer, Die Diesel erstarben unter dem Jubel der anwesenden Kameraden anderer Boote, die zusammen mit etlichen Karbolmäuschen auf der Mauer standen.


Kommandant Sobich meldete von der Brücke dem wartenden Flottillenchef:>>U205 von Feindfahrt zurück!<<

Damit endete die erste “richtige“ Feindfahrt von U205 unter dem Kommando von ObLt. Sobich, welche recht erfolgreich verlaufen war.
Man hatte fünf Schiffe mit zusammen 33782 BRT versenkt und, was genau so wichtig war, das Boot und eine Crew waren zu einer Einheit zusammen gewachsen, U205 war jetzt ein “Frontboot“.

Nach den fälligen Nachbesprechungen, dem Verholen des Bootes in die Werft und den diversen kleinen Rückkehrfeiern trat der größere Teil der Besatzung den wohlverdienten Heimaturlaub über Weihnachten an. Die Zurückgebliebenen feierten eine schöne “Frontweihnacht“ in Brest und über die Sylvester-Feiern hüllte man besser den Mantel des Schweigens.

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3.Feindfahrt

Ende Januar 1941;
Schneematsch bedeckt alles in und um Brest. Kalte Winterwinde, die von See landeinwärts ziehen, treiben jeden von draußen in die beheitzten Häuser und Unterkünfte. Bei der 1.UBootflottille herrscht geschäftiges Treiben, Front-Boote kehren heim, neue Boote aus Deutschland laufen ein und für manchen Angehörigen der Uboot-Waffe erscheint der Alltag des Krieges ein immerwährendes Ritual zu werden. Auslaufen, Kämpfen, Einlaufen, Urlaub, wieder Auslaufen usw. Das später auch noch Versenkt werden hinzu kam, war vielen zu diesem Zeitpunkt noch nicht so klar.

22.Januar 1941;
Heute war für U205 vom Flottillenkommando der 27.Januar als Auslauftermin befohlen worden. Die Besatzung war wieder vollzählig aus dem Urlaub zurück und beendete mit den Werftarbeitern die letzten Reparatur- und Aufrüstungsarbeiten am Boot. Nach der Erledigung befahl der Kommandant, das Boot an den Ausrüstungskai zu verholen, wo dann Vorräte und Sonstiges gebunkert wurden.

26.Januar 1941;
Am Abend gab es in den verschiedenen Quartieren der Flottille das obligatorische Abschiedsessen, bei nicht Wenigen garniert mit reichlich Alkohol, wobei es quer durch alle Dienstgrade einige wie immer übertrieben, es war halt das letzte Mal, für längere Zeit, oder für immer, aber daran dachte heute abend keiner, fast keiner. Auch der obligatorische Besuch gewisser Häuser wurde von den traditionell geprägten Lords der Uboot-Waffe wie immer vor dem Auslauftag praktiziert, manchmal bis tief in die Nacht, obwohl....



27.Januar 1941;
Für 13.00 war Auslaufen befohlen worden und pünktlich meldete der 1WO Lt. Friedburg dem Kommandanten:>>U205 Seeklar, Herr Oberleutnant!<<. Sobich musterte mit einem langen Blick die am Oberdeck angetretene Besatzung. Ihm entging nicht, das einige Crewmitglieder doch etwas schwankten, was aber nicht an den Wellenbewegungen hier im Hafen lag. >>Meine Herren, ich hoffe, der Urlaub war für alle etwas Erholung und ihr seid wieder klar....wie auch das Boot<< Im Stillen dachte er aber, Mann Mann, hoffentlich kommen wir heile von der Mole weg.
Dem hinzu gekommenen Flottillenchef meldete der Kommandant:>>U205 klar zur Feindfahrt!<< Dieser grüßte zurück und begann eine kurze Ansprache:>> Männer, die deutsche UBoot-Waffe........<< die weiteren Worte erreichten kaum die Ohren der Männer, man war viel zu sehr mit den eigenen Gedanken beschäftigt.
Kurz danach erklang >>Wegtreten, Alles auf Station und Leinen los<<. Brummend sprangen die Diesel-Maschinen an und es ging hinaus aus dem Becken. Einige Offizierskameraden, mit denen Sobich am Abend noch im Kasino zusammengesessen hatte, waren auch erschienen und winkten zum Abschied rüber zum Turm:>>Fette Beute, Oberleutnant<<. Sobich winkte verhalten zurück, die Anspannung der neuen Feindfahrt hatte ihn ergriffen.



Im Kielwasser eines Minensuchers ging es dann durch die Reede von Brest. Dieser war nötig, da die britische Luftwaffe vor einigen Nächten wieder mal kleine Treibminen abgeworfen hatten. Sie wurden zwar schnell geborgen bzw. unschädlich gemacht, aber die Aktionen störten schon den Ablauf im größten Hafen der deutschen Kriegsmarine hier am Atlantik.



Wie überhaupt der Standort Brest im Gegensatz zu den anderen Stützpunkten entlang der Atlantikküste unter der Nähe zu England am Meisten zu Leiden hatte. Im Einsatzradius der englischen Bomberflotten gelegen, verging kaum ein Tag, an dem nicht die Luftschutzsirenen über der Stadt und den Hafen heulten. Man hatte zwar rund um Brest eine Menge Flak-Stellungen errichtet und etliche Flak-Schiffe kreutzten zum Schutz der Kriegsmarine durch die Reede und auch vor dem Hafen, aber die Briten ließen sich davon leider nicht abhalten, denn der wirksamste Schutz gegen anfliegende Bomber, nämlich eigene Jagdflugzeuge waren aus nicht bekannten Gründen nur in kleiner Zahl im Gebiet von Brest vorhanden. Daher waren auf jedem Schiff, ob es vor Anker lag oder fuhr, die Flak-Waffen permanent in Alarmbereitschaft. Auch auf U205 hatte der Kommandant die Flakbedienung aufziehen lassen.
Kurz bevor die Reede durchquert war und es durch die Meerenge hinaus auf den Atlantik ging, sah man am Himmel dunkle Punkte schnell näherkommen. >>Fliegeralarm<< gellte es durch das Boot.



Die Bomber schwärmten über der Reede aus und stürzten sich auf die reichlich vorhandenen Ziele. Ein Schwarmführer hatte wohl beschlossen, das ein auslaufendes UBoot ein lohnendes Ziel wäre und mehrere Maschinen gingen zum Angriff über. Der begleitende Minensucher drehte den anfliegenden Bombern seine Breitseite entgegen, um alle Flakwaffen zum Einsatz zu bringen. U205 änderte ein wenig den Kurs, damit man den angreifenden Bombern nicht genau die Längsrichtung präsentierte. Schon kurz darauf ratterten alle in der Nähe verfügbaren Flakgeschütze auch schon los. Das stakkatoartige Bellen der kleinkalibrigen Waffen und das heisere Knallen der größeren Kaliber mischten sich mit den kaum noch hörbaren Warmrufen über anfliegende Feinde. Flakmaat Kalweit und seine Männer an den Geschützen wurden eingehüllt von den Abschussschwaden. Ununterbrochen wurde in einer Kette frische Munitionsstreifen durch das Luk auf den Turm hinaufbefördert. Sobich und sein 1WO beobachteten angestrengt den Himmel, um dann durch rasche Kursänderungen das Boot aus einer drohenden Gefahrenlage zu bringen. Beide Flakschützen hatten sich wohl auf einen Bomber konzentriert, die Geschossbahnen schienen sich kurz nach dem UBoot zu vereinigen und schlugen bei dessem Abdrehen von der Kanzel bis zum Leitwerk durch den Rumpf. Jäh bäumte sich die getroffene Wellington auf um dann über die Flügelspitze drehend auf die Wasseroberfläche niederzugehen.



>>Treffer<< brüllten die Männer >>Der gehört uns, Herr Oberleutnant<< rief Kalweit zum Turm rauf, als eine Brückenwache schrie: >>Achtung Bomben<< Der Kommandant starrte in die angezeigte Richtung >>Beide Diesel AK vorraus, Ruder hart Backbord<< brüllte er in den Turm. Pfeifend rauschten zwei Bomben auf das Boot herab, genau auf das Boot, wie die Männer an Deck glaubten. Doch im selben Moment schwenkte der Rumpf durch die Kurskorrektur herum und beide Bomben schlugen in einiger Entfernung auf dem Wasser auf. Eine große Wassersäule, das andere Ei war wohl ein Blindgänger, erhob sich und das Boot rollte stark auf die Seite, dabei hüllte eine Gischtwolke den kompletten Turm ein. >>Mann über Bord<< schallte es von den Flakgeschützen herüber. Durch die starke Rollbewegung hatte wohl einer der Flakschützen den Halt verloren und war in`s Wasser gestürzt. >>Maschinen Stop<< rief Sobich und alle an Deck schauten angestrengt nach achtern, um den verlorengegangenen Kameraden zu sichten. Fast unbeeindruckt von Allem hatte derweil Kalweit weiter auf den feindlichen Bomber gefeuert, worauf dieser unvermittelt in einem großen Feuerball zerplatzte.
So schnell, wie der Überfall begonnen hatte, war der ganze Spuk dann auch wieder vorbei.
Der über Bord gegangene Flakgefreite wurde von dem beigedrehten Minensucher aus dem Wasser gefischt. Nach kurzem Palaver längsseits zwischen den beiden Bootsverantwortlichen ob des weiteren Verbleibs des Gefreiten Lössel nach seinem Bad wurde er, auch auf eigenem Drängen, zurück an Bord genommen. Es stellte sich heraus, das er beim Sturz und Aufprall auf dem Rumpf nur ein verstauchtes Handgelenk, einen gebrochenen Finger und eine sehenswerte Beule an der Stirn davongetragen hatte. Anerkennendes Nicken und Schulterklopfen der Bootskameraden ließen ihn in den folgenden Tagen die Schmerzen im Handgelenk dann auch vergessen.
Am Endpunkt der Eskorten schwenkte der Minensucher dann ab, flaggte noch ein „Gute Jagd“ herüber und kehrte um. U205 dagegen erhöhte die Fahrt und maschierte in den Golf von Biskaja hinein.
Eine Stunde später, die Flakbesatzungen waren wieder eingestiegen, gellte der Ruf >>Fliegeralarm<< durch das Boot. Sobich, der auf seiner Koje gelegen hatte um Befehle zu studieren, stürzte in die Zentrale. Dort landete grade der 1WO nach seinem Rutsch die Leiter herunter auf den Flurplatten. >>Einzelnes, schnelles Flugzeug, hat auf uns eingedreht, Herr Oberleutnant<<



>>Alarmtauchen, schnell runter LI<< rief der Kommandant. Lt.Schneider, der hinter den Tiefenrudergängern stand, brachte das Boot mit ruhigen Befehlen schnell unter die Wasseroberfläche. Angespannt schauten alle in der Zentrale nach oben, als ob sie durch die Decke herabfallenden Bomben hätten erkennen können. >>Vierzig Meter, gehen durch<< meldete Schneider. >>Auf sechzig Meter gehen<< befahl Sobich >>Ruder 20° Backbord, Maschinen halbe Fahrt<<.



Friedberg, der sich den Rücken hielt, kam zum Kommandanten rüber, der am Kartentisch lehnte >>Möglicherweise war das eine einmotorige Maschine und die hatte keine Eier dabei<< Sobich erwiederte:>>Kann schon sein, das die Tommy`s mit solchen Maschinen aufklären und dann Bomber oder andere Kräfte heranführen. Wir bleiben erst mal eine Weile unten<<
Nach dem Auftauchen eine Stunde später ging U205 wieder auf den ursprünglichen Kurs und durchquerte von da an unbehelligt den Golf von Biskaya in südwestlicher Richtung. Mittlerweilen hatte der Kommandant auch der Besatzung das befohlene Ziel mitgeteilt, es ging nach DF52 im Mittelatlantik und er beabsichtigte, südlich der Azoren auf direktem Kurs dorthin zu kommen.

30.Januar 1941;
Über eine topfebene See, ungewöhnlich für den Januar, maschierte U205 seinem Ziel entgegen. An Bord hatte sich die Besatzung in die unvermeidliche Routine begeben, ohne die es auf solchen Schiffen nicht ging. Hier herrschten andere Gesetze als auf normalen Schiffen der Kriegsmarine, die mit Technik und Männern voll gestopfte "Röhre" brauchte einen speziellen Bord- und Wachablauf. Schlafen im Mief des Vorgängers in der Koje, oder der Hängematte gehörten ebenso dazu wie das Warten auf den freien Lokus, der ja immer dann besetzt war, wenn man musste. Die Verpflegung war in den ersten Tagen oft etwas üppig, denn der Smut musste ja zuerst die leicht verderblichen Zutaten aufbrauchen, bevor es an Dosenbrot und andere Konservenköstlichkeiten ging.

2. Februar 1941;
Das Wetter hatte etwas aufgefrischt, die beiden Diesel "Antek und Franzek" brummten durch das Boot und schoben es die heranlaufenden Wellen hinauf und hinab weiter auf Kurs. Die Namen hatten die beiden Motoren vom LI Schneider, einem gebürtigen Oberschlesier. In der UBoot-Waffe gab es nämlich eine alte Tradition, das entweder der erste Kommandant oder der erste LI den Motoren ihre Namen gab. Dies hatte sich der schon bei der Baubelehrung in Kiel an Bord befindliche LI nicht nehmen lassen und die beiden bekannten Humorfiguren seiner Heimat ausgewählt, auch wenn Maschinenmaat Radtke immer wieder betonte, das wegen der Überzahl an Kölnern im Maschinenraum "Tünnes und Schäl" viel besser passen würden. Aber der LI pochte auf sein traditionelles Recht und so mussten alle an Bord mit diesen Namen leben, was sie auch taten.
Gegen 22.00 Uhr ließ ObLt. Sobich wieder einmal tauchen und rundhorchen, denn in der stockdunklen Nacht konnte die Brückenwache ohne Mondlicht kaum noch über den Bug oder das Heck hinaussehen. Eine Stunde später wollte er wieder den Befehl zum Auftauchen geben, als der Horcher meldete:
>>Schwacher Horchkontakt in ca. 50°<<



Der Kommandant ließ das Boot in Richtung des Kontaktes drehen und begab sich zum Horchraum. >>Na Orlowski, schon was Deutlicheres zu hören?<< fragte er. >>Könnten sogar zwei Schiffe sein, Herr Oberleutnant, ich bin mir nicht sicher.<< antwortete der Horcher. >>Die Ziele scheinen von Steuerbord aus unseren Kurs zu kreuzen<<. >>Auf Seerohrtiefe<< befahl Sobich und nach einem Rundblick folgte der Befehl zum Auftauchen. Beide Torpedoräume wurden in Alarm versetzt. >>Vorderer Torpedoraum, Rohr 1 und 2 für Überwasserabschuss vorbereiten, hinterer Torpedoraum 5 und 6 klarmachen<< befahl der Waffenoffizier. Sobich war derweilen mit der Brückenwache auf den Turm geklettert und alle starrten angestrengt in die finstere Nacht. >>Ziel kreuzt warscheinlich unseren Kurs von Steuerbord, Männer<< informierte er die Wache und in die Zentrale hinunter: >>Rohr 1 und 2, Mündungsklappen öffnen<<. >>Schatten in 20°<< rief kurz darauf einer der Männer. Schemenhaft glitt eine Bordwand aus der Dunkelheit heran, schwach waren darüber einige Lichter zu erkennen. Trotz kurzer Entfernung ließ der Kommandant sofort feuern, ein Schuss aus der Hüfte sozusagen, gleichzeitig befahl er Kursänderung nach Backbord und Maschinen Stop. Nach nur kurzer Zeit zerriss eine laute Explosion die Stille der Nacht. Im Wiederschein eines hellen Flammenballes konnte man einen kleinen Frachter erkennen, der von seiner Maschine mit dem Bug voran schnell unter die Wasseroberfläche geschoben wurde. >>Schiff in 40°<< meldete einer der Ausgucke. Man sah eben noch, das ein flacher, langer Schatten mit zunehmender Geschwindigkeit abdrehte.
Sobich ließ das Boot herumdrehen und nahm die Verfolgung auf, doch der Schatten war in der Dunkelheit verschwunden. Nach einiger Zeit ließ er tauchen, um dem Horchraum eine Chance zur Ortung zu geben. Kurz darauf meldete dieser Schraubengeräusche in 320°. Wieder wurde aufgetaucht und die Suche ging weiter, aber es wurde keine Sichtung gemeldet. Abermals ging es zum Horchen in die Tiefe, diesmal kamen die Geräusche aus 290°, also wieder rauf und an die Ferngläser. >>Dunkel wie im Entenarsch<< murmelte einer der Ausgucke. >>Der muss doch hier irgendwo sein<< meinte der 1WO, worauf Sobich, auch zu den Männern gewandt, sagte: >>Aufpassen, nicht das wir noch gegen seine Bordwand klopfen<< und zur Zentrale hinunter befahl er: >>Ruder 20° Backbord<<. Auf einmal zeigte der Mat.Gefr. Heinze mit dem Arm in seinen Bereich >>Ich hab was gesehen, ein Licht oder so<< worauf Sobich und auch Friedberg ihre Ferngläser in die angegebene Richtung hielten. >>Sind sie sicher, Heinze?<< fragte der 1WO. >>Sah aus wie das Licht einer aufgehenden Tür, Herr Leutnant<< antwortete der Angesprochene. Kurz darauf konnte man vor dem Bug des Ubootes aufgewühltes Wasser erkennen, U205 kreuzte wohl grade das Kielwasser des anderen Schiffes. Ein Mitglied der Brückenwache glaubte auch im selben Moment Rauch zu riechen, worauf U205 hart nach Steuerbord drehte. Eine Minute später erblickte man in ca. 800m voraus den länglichen Schatten des fliehenden Schiffes breitseits. >>Sieht aus wie ein Tanker<< rief Friedberg, der Kommandant gab in schneller Folge seine Befehle: >> Rohr 3 und 4 Fächerschuss, Tiefe sechs Meter.... und Los<<. Nach kurzer Zeit traf der erste Torpedo die Bordwand, augenblicklich schoss eine Feuersäule in den Himmel, in deren Explosionslärm der Aufschlag des zweiten Aales unterging. Mehrere Explosionen zerrissen nacheinander das Schiff von vorne bis hinten und Trümmer schlugen sogar neben der Bordwand von U205 ins Wasser. Als der Wasserdampf sich verzogen hatte, beleuchtete brennende Flüssigkeit eine leere Oberfläche. >>Zweifellos ein Tanker, haben sie Recht gehabt, Friedberg<< meinte Sobich. Der 1WO starrte gedankenverloren zu dem schwimmenden Flammenmeer hinüber: >>Für die Besatzung ging das wohl zu schnell, da hat keiner überlebt<<. Sobich nickte wortlos und kletterte in die Zentrale hinunter.

08. Februar 1941;
In den Morgenstunden ließ ObLt. Sobich per FT an den BdU melden , das U205 das Zielgebiet erreicht hatte. Nach wenigen Minuten quittierte Lorient den Empfang in Form eines kurzen "Meldung empfangen", woraufhin der 2.WO auf Befehl des Kommandanten einen Suchkurs innerhalb des Planquadrates absteckte.
Es war gerade 18.00 durch, als der Funker an die Kommandanten-Nische trat:>>Neuer Funkspruch, Herr Oberleutnant<<. Sobich las die Meldung, trat in die Zentrale:>>Lange, neuen Kurs setzen, Ziel ist hier, DR57/58<< und tippte auf die Seekarte. An den LI gewandt fragte er:>>LI, mit dem Boot alles klar?<<
>>Soweit alles in Ordnung, nur der Torpedo-Schlitten im Heckraum ist defekt, da ist eine Laufrolle gebrochen. Aber ich lasse gerade eine Neue drehen, in 2 Stunden dürfte das erledigt sein. Weiterhin macht die Stopfbuchse der Peilantenne immer noch leicht Wasser, irgendwie kriegen wir die nicht dicht.<<antwortete Schneider. >>Versuchen sie es weiter<< entgegnete Sobich und zog sich in seine Kammer zurück. Der Bug von U205 schwang herum und maschierte durch immer schlechter werdendes Wetter weiter südlich.



10. Februar 1941;
Seid den beiden Versenkungen vor gut einer Woche hatten die weder die Brückenwachen noch der Horchraum Kontakte mehr gemeldet und auch jetzt waren die Aussichten aufgrund des schlechten Wetters miserabel.


Auch im neuen ZielPQ gab es keinerlei Schiffsverkehr, zumindestens konnte U205 keinen finden. Schwer stampfte das Boot auf einem festgelegten Suchkurs durch die aufgewühlte See. >>Keine Schiffe, nur der Brennstoff wird immer weniger<< maulten die Männer in der Zentrale. Alles im Boot war feucht, durch das schlechte Wetter konnte nicht mehr vernünftig gelüftet werden. Die aufziehenden Brückenwachen quälten sich in klamme Sachen, die während der Freiwache gar nicht mehr trocken wurde. Da das Boot durch die hohen Wellen stundenlang hin und her geworfen wurde, hatte der Sanitäts-Maat immer mehr mit Prellungen, Quetschungen und sogar einem Armbruch zu tun. Bleich und hohlwangig hockten die Freiwachen auf ihren Lagern und warteten auf den Tauchbefehl, damit das Boot in der Tiefe für einige Zeit ruhiger lag.



Der Kommandant wurde immer einsilbiger und verzweifelt ob der ausbleibenden Kontakte und die aufgefangenen FT`s anderer Boote, die wohl den Geleitzug SC.19 mit Erfolg bekämpften, drückten die Laune Aller weiter herunter. >>Wir kocheln hier rum und finden nix und da oben is Kirmes<< war die einhellige Meinung an Bord.
Täglich sendete der Funkraum das gleiche FT: *Keinen Kontakt*. Am 14. Februar befahl der BdU per FT: *An U205*Freies Manöver nördlich der Kapverden*Auf Brennstoff achten*
Ein Ruck ging durchs Boot und die Hoffnung auf Besserung machte die Runde, als U205 auf neuen Kurs ging. In der Offiziersmesse ging die Meinung um, das es bei den Kapverdischen Inseln bestimmt mehr zu holen gäbe, da hätten andere Boote schon gute Beute gemacht.

19. Februar 1941;
Endlich war Wetterbesserung eingetreten, aber Schiffskontakte waren weiterhin Mangelware. in der Zentrale brüteten der Kommandant und seine Offiziere über die Seekarte. >>Vielleicht sollten wir uns mal direkt bei den Inseln umgucken, manche Dampfer verstecken sich bestimmt im Schatten der Inseln<< schlug der 2.WO Lange vor. >>Einverstanden, das versuchen wir mal<< entgegnete Sobich und an seinen LI gewandt:>>Was macht der Treibstoff?<< >>Wenn es ruhig bleibt, noch für ca. fünf bis sechs Tage, bevor wir uns auf den Heimweg machen müssten.....wenn wir keine Versorgung bekommen.<<antwortete Schneider. >>Wir werden sehen<< schloss der Kommandant die Runde.

24. Februar 1941;
Sobich hatte bestimmt, das am heutigen Tag der Rückmarsch angetreten würde und OFähnr. Lange, der Obersteuermann hatte schon einen Kurs abgesteckt, der U205 heimwärts bringen sollte. Während des Wachwechsels in der Zentrale tönte der lang erwartete Ruf vom Turm herab: >>Schiff in Sicht<<. Sofort enterte der Kommandant die Brücke. >>Dort, Herr Oberleutnant, auf 30°<< meldete der Wachhabende, OFähnr. Wendt und zeigte in die Richtung. Sobich sah einen länglichen Rumpf mit hohen Masten über die Kimm kommen.



Sobich hatte Seerohrtiefe befohlen und beobachtete durch das Seerohr den näher kommenden Dampfer. Kurs und Geschwindigkeit wurden ermittelt, die daraufhin berechneten Werte wurden für zwei Einzelschüsse eingestellt und die Crew wartete gespannt auf die weiteren Befehle ihres Kommandanten. Dieser trat vom Seerohr
zurück und sagte zu seinem 1.WO:>>Sieht aus wie ein Fabrikschiff, was meinen Sie?<< Friedburg schaute durch das Seerohr:>> Würde ich auch sagen, Herr Oberleutnant<< und nach einem weiteren Blick:>>.....hat bestimmt seine 5000to. der Bursche!<<. "Endlich mal was Dickes" schienen die Blicke der Crew in der Zentrale daraufhin zu sagen. Sobich, der wieder durch das Seerohr sah, sprach langsam zu seinen Männern:>>Achtung.....Rohr 1 los....Rohr 2 los!<<
Der Waffenoffizier Wendt gab den Befehl augenblicklich weiter und die Pressluft stieß die beiden Aale aus den Rohren.



Beide Torpedos liefen schnurgerade auf den Dampfer zu und kurz vor der errechneten Laufzeit schlug der erste ein. Noch bevor die Wassersäule an ihrer höchsten Stelle war, traf auch der zweite Aal auf die Bordwand und explodierte.



Sobich beobachtete das schnelle Sinken des Schiffs und sah auch, das die Besatzung schnellstens die Rettungsboote aufsuchte. Er ließ weiter getaucht abdrehen und so verließ U205 die Stelle, an der ein weiteres Opfer der grauen Wölfe zu Neptun hinabglitt.

27. Februar 1941;
U205 war nun schon seit drei Tagen auf dem Rückmarsch und mit jedem zurückgelegten Kilometer stieg auch die Stimmung an Bord. Man war froh, doch noch mit "einigen Tonnen Erfolgsbilanz" zurückzukehren, zwischenzeitlich machte ja schon der Begriff "Torpedoträger U205" oder auch "U205-Ungesehen durch den Atlantik" in den Mannschaftsquartieren die Runde.
Aber es war noch ein weiter Weg bis nach Hause und der LI kontrollierte mehrmals täglich seine Berechnungen über den Treibstoffverbrauch.

03.März 1941;
Heute hatte das Boot die Kanarischen Inseln westlich passiert und kämpfte sich bei wieder schlechterem Wetter nordwärts, als in den Abendstunden ein einzelner Frachter gesichtet wurde. U205 änderte den Kurs und zog unbemerkt in einiger Entfernung mit dem Frachter auf Parallelkurs dahin. Der Kommandant und die Brückencrew versuchten angestrengt, das Ziel zu identifizieren. >>Ist unbeleuchtet, Herr Oberleutnant<< meinte Friedberg, worauf Sobich erwiderte:>>Naja, das alleine reicht mir aber noch nicht<< Einige Minuten meldete der Gefreite Rolle, das unbestritten "beste Auge an Bord":>>Ik sehe Fluchzeuje als Decksladung da drüben<< und der 1.WO fragte nach:>>Sind sie sicher Rolle, ich kann da nichts entdecken!<< Mit einem Grinsen sah der Ausguck zu Friedberg und dem Kommandanten:>>Da würd ik meene Urlaubs-Fahrkaate nach Berlin für vawettn, wenn der Herr Leutnand mutich jenuch is, dajegen zu setzn, wa!<< Lächelnd befahl Sobich:>>Zacken wir mal etwas ran, Friedberg....und gucken, wie die Wette ausgeht<< worauf der 1.WO grinste und antwortete:>>Ne, Herr Oberleutnant, gegen die Augen von dem Mann ist mir mein Sold zu schade, da verlier ich ja doch nur<<. Als das Boot etwas näher an den Frachter herankam, konnten alle auf der Brücke erkennen, das der Gefreite Rolle recht hatte, am Oberdeck waren etliche Flugzeuge festgezurrt. Sobich lies das Boot mit höherer Fahrt vorsetzen und dann auf das Ziel eindrehen. In der dunklen Nacht rechnete er nicht damit, von dem Frachter entdeckt zu werden und entschloss sich zu einem Überwasserangriff.



Knapp 600m entfernt lief der Frachter dem UBoot genau vor die Rohre. Ein Torpedo schoss los und in kürzester Zeit hatte er sein Ziel erreicht. Direkt nach der Aufschlagexplosion folgte eine noch größere Explosion tief im Schiffsbauch und schleuderte brennende Wrackstücke in den Himmel.



In wenigen Sekunden sank der zerrissene Rumpf in die Tiefe und die Männer auf U205 konnten kein einziges Rettungsboot erkennen, worin sich eventuelle Überlebende geflüchtet hatten.



Jedem der zur Untergangsstelle blickte, war klar, das Krieg herrschte, unbarmherziger Krieg oft, aber da waren doch auch Seeleute an Bord gewesen,-in den allermeisten Fällen noch nicht mal militärische Lords wie sie selbst-, und doch musste jeder seine Pflicht tun, seine Pflicht erfüllen... und oft auch dafür mit seinem Leben herhalten. Manch einem wurde langsam klar, was der Krieg alles mit sich brachte und so hing wohl jeder seinen Gedanken hinterher, als U205 abdrehte und wieder auf Kurs ging.

8.März 1941;
Aufgrund der schweren See, in der die Diesel mehr Treibstoff verbrauchten, wurden die Berechnungen des LI immer wieder über den Haufen geworfen. Der Kommandant hatte daraufhin per FT in der Leitstelle nach Versorgung angefragt. Diese Bitte wurde aber nach kurzer durch ein FT mit den Worten: *Versorgung auf See nicht möglich*Weiterfahrt nach Brest unter allen Umständen ermöglichen* abgelehnt. Also befahl Sobich "günstigste Marschfahrt" und LI Schneider begann seine Reste und die Reserve zusammen zu kratzen. Als er drei Tage später dem Kommandanten "10% Treibstoff" meldete, erwiderte dieser:>>Ach Schneider, ich kenn sie langsam, irgendwo haben sie doch noch eine Reserve gebunkert... und wenn der Treibstoff wirklich alle ist, lassen wir uns von einem vorbeikommenden Kameradenboot einschleppen, wir sind ja nich mehr soweit weg, da kommt bestimmt noch einer vorbei!<< Feixend sah die Crew in der Zentrale zu, wie der LI gequält lächelnd wieder zurück an seine Berechnungen ging.

13. März 1941;
In den noch dunklen, frühen Morgenstunden stand U205 30km südwestlich der Enge vor Brest, als die Brückenwache die angekündigte Einlaufeskorte sichtete:
>>Sicherungsschiffe voraus!<< schallte es von der Brücke.



Kurz darauf umrundeten ein Minensucher und ein Flakkreuzer das UBoot, setzten sich davor und fuhren mit U205 im Kielwasser zurück in Richtung Brest.



>>Jetzt kriegen wir sogar einen Flakkreuzer ganz für uns, wir scheinen der Marineleitung immer wichtiger zu werden<< brummte Sobich, der ganz entspannt an der Brückennock lehnte. >>Sein 1.WO antwortete:>>Wer weiß, wie es hier in den vergangenen Wochen zugegangen ist.....wenn ich da noch an unsere Ausfahrt denke<<
Ohne Fliegeralarm und sonstige Vorkommnisse durchquerte das Boot die Reede und erreichte dann die Hafenanlagen von Brest.



Unter der schon üblichen Begleitmusik und dem Winken vieler Anwesenden auf der Kaimauer schob sich U205 zum Anlegen in das Hafenbecken.



Dann ertönen die letzten Kommandos:>>Leinen festmachen, Diesel aus, Besatzung auf Oberdeck!<<
Still liegt das Boot da, als der Flotillenchef über die Gangway schreitet und die Meldung von ObLt. Sobich entgegennimmt:>>U205 von Feindfahrt zurück!<<
>>Männer, ihr seid heile zurückgekommen, das ist schon mal gut<< sagte der Flotillenchef in Richtung der angetretenen Besatzung, um nach einer kleinen Pause fortzufahren:>>Ihr habt auch Versenkungen erzielt, auch das ist gut....aber das muss noch besser werden, Männer. Ich weiß, ihr gebt euer Bestes, doch wir brauchen mehr, um unseren Auftrag zu erfüllen. Ich bin sicher, bei der nächsten Feindfahrt werdet ihr noch bessere Ergebnisse mit Heim bringen!<<. Stocksteif stand ObLt. Sobich schräg hinter seinem Vorgesetzten und blickte starr geradeaus. Obwohl der Flotillenchef in Richtung der Besatzung sprach, war dem Kommandant klar, das hauptsächlich er gemeint war, trug er doch für alles, was U205 betraf, die Verantwortung. Na das wird ja noch "Spaßig" bei der Nachbesprechung zu späterer Zeit, dachte er. Nach dem der Flotillenchef geendet hatte und wieder von Bord hastete, befahl er:>>Stationsleiter übernehmen, Besatzung wegtreten, die Herren Offiziere bitte zu mir!<<.

Während die Besatzung auf die Stationen zurückkehrte, versammelten sich die Offiziere hinter dem Turm um ihren Kommandanten. Dieser schaute einen Moment gedankenverloren in den Himmel und sagte dann:>>Meine Herren, ich bin stolz und erleichtert, das Boot und die Besatzung mit Ihrer Hilfe wieder heile und unversehrt nach Hause gebracht zu haben, nehmen Sie sich die Kritik des Flotillenchefs nicht so sehr zu Herzen, er wird schon erkennen, das wir ,durch äußere Einflüsse gehandicapt, unser Bestmögliches versucht und auch getan haben. Bei der Nachbesprechung der Feindfahrt werde ich ihn hoffentlich davon überzeugen können.<< Nach einer kleinen Pause fuhr er fort und sah dabei seine Offiziere der Reihe nach an:>>Leutnant Schneider, Sie stellen mit allen Stationsleitern eine Mängelliste zusammen, die wir beide dann morgen mit der Werftleitung besprechen werden. Leutnant Friedburg, Sie verholen das Boot hinüber zum Werftkai und sorgen dafür, das die Mannschaft nach dem Ausschiffen ihre Quartiere bezieht. Oberfähnrich Lange, Sie unterstützen den Herrn Leutnant dabei und machen sich Gedanken über die Urlaubsplanung der Besatzung, diese werden wir dann am Nachmittag besprechen. Sie, Oberfähnrich Wendt, veranlassen und überwachen die Entladung der Torpedos, davon haben wir ja leider einige wieder mitgebracht!<<, um nach einer kleinen Pause mit einem sarkastischen Unterton hinzuzufügen:>>.....die werden sich freuen, die Aale, wieder hier zu sein!! Und Oberfähnrich Lütjens, Sie sorgen dafür, das die Werftleitung bei der Begehung morgen ein halbwegs aufgeräumtes Boot zu Sehen bekommt. Wir treffen uns am Nachmittag um 15.00 im Offizierskasino. wenn mich jemand sucht, ich bin erstmal in der Kommandantur. Wegtreten, meine Herren!<<

So endete die 3. Feindfahrt von U205 nach 46 Seetagen, 4 versenkten Schiffen mit zusammen ca. 12.000to und zwei abgeschossenen Flugzeugen.
Das Boot wurde in den Werftbereich verholt und die Besatzung trat ihren Heimaturlaub an.

Du lebst nur einmal, aber wenn Du es richtig machst, ist das auch genug!
Letzte Änderung: 2 Monate 2 Wochen her von LaRo.
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