Marineoffizier Walter Sobich

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1 Woche 5 Tage her - 1 Woche 5 Tage her #1 von LaRo
Hallo,
ich möchte die AAR-Truppe unterstützen und selber etwas veröffentlichen.

Hiermit geht es nun los.....

Ich spiele LSH3 2015 mit folgenden Mods:



Meine Realismuseinstellungen sind:



Vorsicht: Da dies eine Geschichte zur Unterhaltung der Lesenden und Meinereiner sein soll, bin ich nicht soo detailversessen und vielleicht
auch nicht immer 100%ig historisch korrekt....denn es soll ein AAR und keine Doktorarbeit sein.

Zur Zeit habe ich Urlaub, daher kann ich mich öfters an mein Laptop setzen, aber danach wird est manchmal etwas dauern
bis ein neues Kapitel erscheint, also habt Verständnis.

Zum Stil bzw. der Aufmachung möchte ich sagen, die Geschichte spielt nun mal vor ca. fünfundsiebzig Jahren,
daher sind die Unterlagen nach denen ich sie aufgeschrieben habe, auch so alt.
Und noch Eins,mit meinen fast sechzig Jahre habe ich keinen Bock auf neue oder alte Rechtschreibung,
also Sch*** drauf........

Wichtig: Einige von mir gepostete Bilder, welche die Geschichte etwas auflockern sollen, sind von diversen Quellen aus dem Internet,
Spielbilder hingegen sind von mir erstellt



Das erste Kapitel erscheint in Kürze

Gruß LaRo

Du lebst nur einmal, aber wenn Du es richtig machst, ist das auch genug!
Letzte Änderung: 1 Woche 5 Tage her von LaRo. Begründung: Layoutänderung
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1 Woche 5 Tage her - 1 Woche 5 Tage her #2 von LaRo
VORWORT

Walter Sobich wurde im Juni 1913 als Kind des Ingenieur Bruno Sobich und seiner Frau Christel in Berlin geboren.



Erst ein Jahr vorher waren die Eheleute aus Wolgast in die Hauptstadt gezogen , wo der Vater in einem Unternehmen der
Rüstungsindustrie tätig war. Im Herbst des Jahres 1914, kurz nach Ausbruch des ersten Weltkriegs, schickte dieses Unternehmen
den Vater im Februar 1916 nach Hagen/Westf., wo er als technischer Leiter einen Zweigbetrieb aufbauen sollte.
Die nächsten acht Jahre erlebte der kleine Walter im ruhigen und beschaulichen Ort am Rande des Ruhrgebietes trotz der
unruhigen Zeiten während und nach dem ersten Weltkrieg eine schöne Kindheit.



Diese wurde aber im Mai 1922 durch ein Unglück im Unternehmen, wo der Vater immer noch tätig war, jäh unterbrochen.
Bei einem Zusammenbruch der Dachkonstruktion einer Produktionshalle starb auch sein Vater Bruno.
Ein Jahr später dann kehrte seine Mutter mit ihm in ihre alte Heimat Wolgast zurück, um im Haus des Reeders Friedrich Hermeyer
als Haushaltsdame zu Leben.



Dieser Reeder betrieb neben der Küstenschifffahrt auch die Dampffähre von Wolgast zur Insel Usedom und eben auf dieser Fähre, worauf der junge Walter oft seine Freizeit verbrachte,- der Vater eines Freundes war der Kapitän der Fähre-, entstand wohl sein Interesse an der Seefahrt.



Im April 1935 trat er in die Reichsmarine ein und ein halbes Jahr später ging er als Seekadett auf die Marineschule Mürwik.



Nach seiner Beförderung zum Fähnrich im Januar 1937 wurde er auf den leichten Kreuzer Emden kommandiert.



Ein Jahr später wechselte er als Oberfähnrich zur 1. Schnellbootflotille, wo er im November 1938 zum Leutnant befördert wurde
und das Kommando des Schnellbootes S12 übernahm.



Sein Interesse an der neu aufgebauten U-Bootwaffe führte ihn dann zur Flottille Weddigen, wo er ab September 1939 den Kommandantenlehrgang absolvierte. Nach Abschluss desselben wurde ihm im Juni 1940 als frisch beförderten Oberleutnant zur See das Kommando des neu in Dienst gestellten U-Bootes U-205 vom Typ IXB übertragen. Nach der Übernahme des Bootes in Wilhelmshaven verlegte das Boot zur weiteren Ausbildung in die Ostsee, wo es unter seinem Kommando im Oktober 1940 von Käseburg aus zur abschließenden Erprobungsfahrt aufbrach.

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1 Woche 2 Tage her - 18 Stunden 36 Minuten her #3 von LaRo
1.Feindfahrt

1.Oktober 1940; 6.30

Die aufgehende Sonne beleuchtete geschäftiges Treiben in dem kleinen Hafen an der Kaiserfahrt. Hier in Käseburg drehte sich alles nur um das Marinehandwerk, über einem Marineversorger schwebte ein Kran hin und her und hob vielerlei Ausrüstung an Bord, an einem anderen Frachter verteilten Seeleute eimerweise Farbe an der Bordwand. Neben zwei VIIer Booten lag U205 im Päckchen außen dran, deutlich konnte man den Größenunterschied erkennen.


Kommandant ObLt. z.See Sobich lehnte sich über das Schanzkleid der Brücke und betrachtete zwei Matrosen, die unter den wachen Augen des Bootsmanns Mahler die Laufbrücke zum benachbarten Uboot gerade rückten und festlaschten: >>Gut festmachen,Bootsmann<< und zum 1WO gewandt:>>Wir wollen ja nicht, das unser Besuch in`s Wasser fällt, nicht wahr, Friedburg<<
Der 1WO nickte lächelnd: >>Herr Oberleutnant, das Boot ist wie befohlen auslaufbereit!<<
Wie auf Stichwort brummte ein Stabskübel heran und bremste querab an der Kaimauer.


>>Unsere AGRU-Götter sind da....wenn die Herren an Bord sind, legen wir sofort ab<< brummte Sobich.
Zehn Minuten später drückte sich U205 mittels E-Maschine vom Nachbarboot ab und danach schoben die Diesel das große, graue Boot aus dem Hafen in die von Bojen markierte Fahrrinne hinaus.


Während sich Kapitän z.See Borchers in der Zentrale umschaute, blieb KKpt Seidler bei Sobich:
>>Herr Oberleutnant, auf dieser Fahrt werden sie mir zeigen, das ich dieses Boot an die Front schicken kann, oder?<<
>>U205 ist bereit , Herr Kap`tän!<<
erwiderte Sobich.

>>Flugzeug in 180°, sehr tief<< meldete der achterne Ausguck.
Mit tiefem Brummen flog eine Ju52-Maus über das Boot hinweg in Richtung Swinemünde. Sobich schaute der Maschine nach und dachte bei sich, wenn hier jetzt Minen liegen würden und die da oben eine davon zum detonieren brächten, das wär eine Abnahmefahrt, welche noch lang im Kriegsmarine-Gedächtnis bliebe......


Eine Stunde später dann passierte das Boot die Außenmole des Swinemünder Hafens und mit halber Fahrt ging es hinaus in die sogenannte “Berliner Badewanne“


Die nächsten Stunden waren mit Test`s der einzelnen Stationen ausgefüllt, während U205 mit Kurs NNO weiterzog. Gegen Mittag wurde Tauchen befohlen und während LI Leutnant Schneider das Boot auf Seerohrtiefe brachte, ging der Kommandant zum Horchraum:
>>Na, Orlowski, was hören Sie denn in ungefähr 55°?<<
>>Da sind starke Schraubengeräusche, Herr Oberleutnant....ich glaube, ich höre drei Schrauben<<
antwortete der Horcher.
>>Na dann merken sie sich mal dieses Geräuschbild, Bootsmann, denn wenn wir im Atlantik darauf stoßen, dann könnte das ein lohnendes Ziel für uns sein<<
Nach dem Auftauchen konnte die Brückewache die mächtige Erscheinung der “Bismark“ dahin ziehen sehen.


2.Oktober 1940;
In der letzten Nacht wurde das Boot drei Stunden “durchgetestet“, alle Stationen funktionierten einwandfrei, nur der hintere Torpedoraum zeigte noch Verbesserungspotential, wie es die Prüfer anmerkten. Die Mittagswache war gerade aufgezogen, als der Ruf >>UBoot voraus<< vom Turm in die Zentrale schallte. >>Sowjetisch, wohl Skula_Klasse, Herr Oberleutnant<< meldete der 1WO, als der Kommandant die Brücke enterte.


Das sowjetische Boot drehte ca. 1000m vor U205 auf Paralellkurs. ObLt. Sobich ließ den Abstand noch etwas verringern und Flagge setzen und man sah, das das andere Boot “mitspielte“. So zogen die beiden doch unterschiedlichen UBoote eine Zeitlang nebeneinander her, bevor das andere Boot mit Ostkurs hinter den Wellenbergen verschwand.


3.Oktober 1940;
Prüfungsverfahren folgten Prüfungsverfahren, das Boot stand mittlerweilen südöstlich Gotland. Es war gegen 15.00 am Nachmittag, als die Brückenwache zwei kleine Schiffe meldete. Der Kommandant setzte U205 in Kielwasser der beiden Schiffe und durch den Fahrtüberschuss verringerte sich rasch die Entfernung.
>>Polnische Trawler, Herr Oberleutnant<< meldete kurz darauf der 2.WO, Waffenoffizier Fähnrich Wendt.
>>Die wollen sich wohl nach Schweden durchschlagen<< erwiderte Sobich und nach kurzer Pause: >>Das werden wir mal vereiteln....Auf Gefechtsstation, Geschützmannschaft an Deck, halbe Fahrt voraus!<<.
Nachdem das Boot auf ca. 1500m heran gekommen war, eröffnete Geschützmannschaft unter Bootsmann Stenda das Feuer. Mutig aber auch dumm erwiderte der hintere Trawler mit zwei kleinen Bleispritzen das Feuer, anstatt sich in Sicherheit zu bringen. Ein Volltreffer achtern beendete das ungleiche Gefecht.


Danach wurde “Feuer frei“ auf das zweite Ziel befohlen und man sah, wie sich die Geschützmannschaft mit wenigen Schüssen dem Ziel näherte, bis ein Volltreffer den Trawler zerstörte.


4.Oktober 1940;
Rückmarsch zur Basis wurde befohlen!

6.Oktober 1940;
Es war gegen 14.00, als sich die vertraute Silhouette Swinemündes am Horizont zeigte.


Kurz vor dem Hafenbereich kreuzten zwei “Bewacher“ den Kurs von U205. Sobich beobachtete die beiden S-Boote durch sein Fernglas,
wie auch KKpt Seidler neben ihm. >>Ist das vordere nicht ihr altes Boot, Herr Oberleutnant?<<


>>Jawohl, Herr Kap`tän, S12, mein altes Boot<< antwortete Sobich.
>>Und, Sehnsucht zurück?<< >>Nein, Herr Kap`tän, meine Aufgabe ist jetzt hier auf U205<<.
KKpt Seidler klopfte Sobich auf die Schulter und meinte: >>Gut so, Herr Oberleutnant, gut so! Die Abnahmefahrt hat das Boot auch bestanden, Glückwunsch!<<

Nach einer Stunde Kaiserfahrt schob sich U205 dann mit kleiner Fahrt in den Hafen Käseburg



Nach Abschluss aller Formalitäten wurde U205 zur 1.Flottille nach Brest verlegt.

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18 Stunden 45 Minuten her - 18 Stunden 34 Minuten her #4 von LaRo
2.Feindfahrt

Nachdem die deutsche Wehrmacht 1940 in schneller Folge die Beneluxstaaten und Frankreich überrannt hatte, standen der deutschen Kriegsmarine die Atlantikhäfen zur Verfügung, was eine kürzere Anfahrt in die Kampfgebiete bedeutete. Neben Lorient, wohin die Führung der UBoote verlegte, wurde Brest aufgrund der Möglichkeit des Eindocken von Großkampfschiffen zum Hauptstützpunkt der deutschen Kriegsmarine. Auch die 1.UBootflottille verlegte im Herbst 1940 von Kiel aus nach Brest und begann ihre Kampfhandlungen gegen England und seine Verbündeten im Atlantik.

10.November 1940;
Ein Teil der Besatzung von U205 war auf dem Oberdeck angetreten und der Kommandant meldete dem Flottillenchef: >>U205, bereit zum Auslaufen<<.
Der neue Flottillenchef KptLt. Cohausz, der noch bis vor kurzem selber Kommandant des Frontbootes U-A war, musterte die Mannschaft und verabschiedete sie dann mit aufmunternden Worten zur Feindfahrt in den Atlantik. Die Leinen flogen los und U205 schob sich von der Kaimauer ab. Neben der Kapelle winkten einige Kameraden anderer Boote und wünschten lauthals:>>Fette Beute und kommt gesund wieder<<. Mit kleiner Fahrt lief das UBoot durch das Hafenbecken und die Besatzung wurde unter Deck befohlen.


Nachdem die Außenmole passiert war, befahl der auf dem Turm stehende Kommandant:>>1.WO, kleine Fahrt voraus und setzen sie uns in Kiellinie hinter den Flakkreuzer<<. Aufmerksam beobachteten der Brückenwachhabende Lt. Friedburg und seine Crew in den nächsten Minuten den Verkehr im Hafen:>>Zwei Großkampfschiffe laufen vor uns, Herr Oberleutnant<<. Sobich hob sein Glas und sah nach vorn: >>Scharnhorst und Gneisenau.....hab gestern Abend im Kasino gehört, das die auslaufen. Sind wohl auf einen Konvoi, der von Gibraltar auslaufen soll, angesetzt. Hoffentlich finden die den auch?<< >>Wenn ja, dann werden die aber hoffentlich so erfolgreich sein, wie die “Admiral Scheer“, hab gehört, das sie einen ganzen Konvoi mit fast 50.000 BRT versenkt hat<< entgegnete Friedburg. >>Woll`n wir mal hoffen<< brummte Sobich.




Einige Zeit später dampfte ihnen ein Frachter hafeneinwärts entgegen, der sich beim Näherkommen als Hilfskreuzer herausstellte. Es war HSK4 “Thor“ unter Kapitän z.See Otto Kähler der von einer einjährigen Feindfahrt heimkehrte, die ihn von Bremerhaven in die Südsee und entlang der afrikanischen Westküste zurück nach Brest führte.


Kurz bevor U205 in die offene See hinauslief, sichtete die Brückenwache ein anderes UBoot. Beim Näherkommen erkannten die Männer, das es sich um U81 unter KptLt. Rössler handelte, das von einer Feindfahrt zur Basis zurückkehrte. Freundliches Winken beiderseits und gebrüllte Worte flogen zwischen den Booten hin und her, bis sich die Entfernung zwischen den grauen Rümpfen wieder vergrößerte.


11.November 1940;
Den ganzen Tag schon klingelten in unregelmäßigen Abständen die Alarmglocken durch das Boot. Der Kommandant ließ Alarmtauchen und Flakangriffe simulieren und die Stationschefs mussten mit ihren Männern verschiedene Schadensübungen bewältigen. Zwischendurch versuchte die Besatzung eine gewisse Routine in das Boot zu bekommen, was durch den Umstand, das es ja noch ein neues Boot war, nicht so leicht war. Als dann später einer der Ihren, der Gefreite Ebel, im Maschinenraum eine störrische Lenzpumpe in den Griff bekam, -weil er bemerkte, das die Werft beim Auswechseln derselben fehlerhaft gearbeitet hatte-, und nachdem dazu noch ein Tieftauchversuch auf 140m ohne Probleme verlaufen war, fingen die Männer an ihre Arbeiten mit wachsendem Stolz noch sorgfältiger durchzuführen und ein gewisser “Bootsgeist“ begann sich zu entwickeln.

14.November 1940;
Der Kommandant hatte am Morgen der Besatzung verkündet, das U205 vom BdU das Planquadrat CC92 als Ziel zugewiesen bekommen hatte und nun kreuzte das Boot mit großen Schlägen auf Generalkurs 240° westwärts.
Gegen 14.30 erschall von oben der Ruf >>Mastspitzen in Sicht<<, worauf ObLt. Sobich sofort die Brücke enterte. >>Dort, auf 270°, Herr Oberleutnant<< meldete der 2.WO. OFähnr. Lange >>....und dahinter scheint noch ein zweites Schiff aufzukommen<< Der Kommandant schaute eine Weile in die angegebene Richtung. Dann nahm er sein Fernglas runter und sagt:>>Sieht aus, als wenn da was Größeres kommt, also fahren wir in gebührendem Abstand erstmal auf Paralellkurs mit<<. Eine halbe Stunde später ging U205 dann auf Seerohrtiefe und man konnte am Horchgerät die zwei herankommenden Schiffe hören. Mit 3kn Steuerfahrt schob sich das UBoot an den Kurs der beiden Dampfer heran. Wie in der Zeit der Ausbildung auf der Ostsee verrichteten die Männer ihre Arbeit, während der Kommandant die beiden Ziele weiter durch das Seerohr beobachtete.


Sollte U205 jetzt seine ersten Torpedos auf den Feind abfeuern? Das erste Schiff war ein großer Tanker, der hoch im Wasser lag, dahinter lief ein kleinerer Dampfer in Kiellinie. Sobich entschloss sich, einen Zweierfächer auf den Tanker und einen einzelnen Torpedo auf das andere Ziel zu schießen.




Schulmäßig begannen alle drei Torpedos zu laufen und OFähnr. Wendt, der Waffenoffizier kontrollierte mit mehreren Stoppuhren die Laufzeit. Dumpf hallte eine Explosion durch das Wasser, kurz darauf eine zweite. Der Kommandant am Seerohr informierte die Männer in der Zentrale, was er durch das Seerohr beobachten konnte:>>Treffer auf den Tanker, ein Torpedo wohl Versager und auch bei dem anderen Schiff ist eine Wassersäule zu sehen, Schiff macht starke Schlagseite!<<




Triumpierend sahen sich die Männer in der Zentrale an, während vorne im Torpedoraum die Maate ihre Männer antrieben, die leeren Rohre wieder zu füllen. Kurz darauf wurde noch ein Aal in Richtung des langsamer gewordenen Tanker geschickt, welcher im Heck einschlug. Kurz darauf erklangen mehrere Explosionen und der Tanker begann schnell über den Achtersteven zu sinken.


Anschließend beobachtete der Kommandant durch das Seerohr das andere Schiff, welches mit starker Schlagseite ohne Fahrt an der Wasseroberfläche trieb. An den Heckraum ging der Befehl:>>Rohr fünf fertigmachen für einen Fangschuß!<< In wenigen Minuten war das Boot in Position und der Torpedo lief los. Keinem der Männer musste kurz danach mitgeteilt werden, das der Aal erfolgreich war, denn die Explosion und die anschließenden Sinkgeräusche waren überall im Boot zu hören.


Nach dem Auftauchen ging U205 wieder auf Generalkurs 240°. Der Kommandant ließ in der Funkbude ein FT aufsetzen:“An BdU von U205: Zwei Schiffe mit zusammen ca. 20.000 BRT versenkt; wieder auf Kurs zu CC92!“, danach bekam der Smut den Befehl, ein gutes Essen zu kochen:>>Unsere ersten Versenkungen wollen wir doch etwas feiern......und für jeden Mann eine halbe Flasche Bier<<. Als der Smut dann drei Stunden später Vollzug meldete, ging das Boot auf 60m Tiefe und die Besatzung konnte in Ruhe ihr Essen geniessen.

16.November 1940;
Das Wetter ist “atlantischer“ geworden, während U205 weiter westwärts dampft. Da die Sicht schlechter wurde, ließ der Kommandant in Abständen tauchen um rundzuhorchen, aber es wurde kein Kontakt gemeldet. So verging die ganze folgende Woche mit Bordroutine, unterbrochen nur von aufgefangenen FT`s an andere Boote, aber U205 ließ die Leitstelle weiter unbehelligt seinem Ziel entgegenfahren.


23.November 1940;
Das Boot hatte sein befohlenes Planquadrat erreicht und wurde durch ein FT auf einen Suchkurs innerhalb des Quadrats geschickt. Aber auch in den nächsten 36 Stunden kam es zu keinem Kontakt.

25.November 1940;
>>FT für uns, Herr Oberleutnant!<< meldete der Funkmaat, als er die Zentrale betrat. Sobich antwortete: >>Dann geben sie mal her, Perutka<< und nahm die Meldung entgegen. Unter den neugierigen Blicken der Anwesenden las der Kommandant den Funkspruch und wandte sich dann an den OFähnr. Lange:>>Neues Planquadrat für uns, es geht nach CD19<< und reichte den Meldeblock weiter. >>Lassen sie einen neuen Kurs setzen.....hoffentlich ist da mehr los<<


27.November 1940;
Durch einen in den frühen Morgenstunden eingegangenen Befehl aus Lorient gab es für das Boot erneut ein neuen Befehl. Das Ziel war jetzt Planquadrat BC29, aber diesmal gab es für U205 eine zeitliche Vorgabe, denn laut FT sollte das angegebene Planquadrat bis zum 30.11. gegen 8.00Uhr erreichen.

28.November 1940;
Es war morgens gegen 6.30Uhr, als die Brückenwache unter Lt. Friedberg im Morgendunst ein Schiff sichtete. Der Kommandant kletterte auf die Brücke und schaute einige Zeit durch sein Glas. >>Ziemlich langsam der Kahn<< sagte er zum 1.WO gewandt. >>Und er scheint auch nicht zu Zacken, bleibt stur auf Kurs<< antwortete Friedburg.>>Komisch, ob die hier so weit draußen keine Gefahr vermuten?<< fragte Sobich mehr zu sich gewandt. >>Ok, gehen wir näher ran und sehen uns den Kameraden mal an<< befahl er. Nach einiger Zeit meldete ein Mann der Brückenwache >>Amerikaner, ich kann die auf dem Rumpf aufgemalte amerikanische Flagge erkennen, Herr Oberleutnant<< >>Ja, jetzt sehe ich es auch<< antwortete der Kommandant und zum 1.WO gewandt: >>Lassen sie abdrehen Friedberg, er hat uns wohl noch nicht bemerkt und das soll auch am Besten so bleiben, nicht das er noch ein UBoot in diesem Gebiet meldet<<
Gegen Mittag wurde eine weitere Sichtung gemeldet, worauf Sobich tauchen ließ. Durch das Seerohr konnte er einen Einzelfahrer mit Ostkurs erkennen und befahl einen Kurs, der das UBoot näher heranbrachte.


Der Kommandant entschied sich für einen Einzelschuß mit Magnetzündung und bei ca. 1000m erfolgte dann der Abschuß des Torpedos. Nach kurzer Laufzeit hallte eine Explosion durch das Boot, direkt darauf eine zweite, größere hinterher. Der unter dem Rumpf des Zieles detonierende Aal hob den in der Mitte gebrochenen Frachter aus dem Wasser.


Als der Dampfer auf die Wasseroberfläche zurücksank, stand eine große, dunkle Qualmwolke über dem Schiff.


In kürzester Zeit versanken die beiden Rumpfhälften in der Tiefe.


Nach dem Auftauchen überlief U205 die Untergangsstelle und die aufgezogene Wache hielt nach Überlebenden Ausschau, doch alle Spuren des englischen Frachters waren im Atlantik verschwunden und so ging es auf dem befohlenen Kurs weiter.

30.November 1940;
Auf das FT an den BdU:“BC29 erreicht, kreuzen mit Suchharke“ kam nach wenigen Minuten die Antwort:“Neues Ziel Linie AJ98/99; günstige Marschfahrt wählen; auf Treibstoff achten“

02.Dezember 1940;
Seit dem Vorabend kreuzte U205 auf der Grenze der befohlenen Planquadrate südwärts, als ein kleiner Frachter am Horizont erschien. Nach kurzem Einpeilen und Koppeln des Gegnerkurses stellte der Obersteuermann fest, das der Dampfer U205 genau vor die Rohre lief.
Also wartete U205 knapp unter der Wasseroberfläche auf sein Ziel.


Das lauernde UBoot nicht bemerkend, fuhr der Frachter seinem Unglück immer näher.


>>LI, auf Tiefe achten, Seerohr schneidet unter<< und einen Moment später dann:>>Achtung, Rohr 1..... LOS!<< hallte es durch die Zentrale und die Pressluft schoss den Aal aus dem Rohr. Die Sekunden gingen dahin, dann konnte man eine laute Explosion vernehmen. >>Treffer mittschiffs, Schiff beginnt zu sinken<< berichtete der Kommandant am Seerohr.


Nach dem Befehl >>Auftauchen<< brachten die Tiefenrudergänger und der Maat an den Lüftungsventilen das Boot an die Oberfläche.


Während das UBoot nach oben stieg, sank der getroffene Dampfer dem Meeresgrund entgegen.


03.Dezember 1940;
Nachdem der LI dem Kommandanten gemeldet hatte, das die Dieselreserve auf 50% gesunken ist und dieses dann dem BdU per FT übermittelt wurde, bekam U205 den Befehl ostwärts auf der Konvoiroute OA/OB zu fahren.
Es war gegen 14.00Uhr, als der Matrosengefreite Heinze Mastspitzen meldete. Nachdem Sobich und Friedberg das etwas später sichtbare Schiff einige Minuten beobachtet hatten, sagte Sobich zu seinem 1.WO gewandt:>>So, Herr Leutnant, ihr Ziel, sie befehlen den Angriff<< Der Angesprochene lächelte kurz, schaute nochmal prüfend zu dem nun deutlich sichtbaren Frachter und befahl dann:>>Brückenwache einsteigen, Alle Mann auf Gefechtsstation, Boot geht auf Seerohrtiefe!<<. Sobich informierte in der Zentrale derweil die Männer, das der 1.WO den bevorstehenden Angriff kommandieren würde. Äußerlich ruhig, aber innerlich doch angespannt, gab Friedberg die Befehle.
Der Frachter kam näher....


Nach dem Torpedoschuß beobachtete der 1.WO weiter angespannt den dahin dampfenden Frachter. Kurz nachdem der Waffenoffizier das berechnete Laufzeitende gemeldet hatte, -Friedberg hatte schon befürchtet, der Aal würde vorbei gehen-, sah er am Heck eine hohe Wassersäule aufsteigen.


Kaum aufgetaucht, konnte die Brückenwache grade noch sehen, wie der Frachter hochkant über das Heck versank.


06.Dezember 1940;
Backduft durchströmte seit den Mittagsstunden das Boot, in der Kombüse werkelten der Smut und der Torpedomaat Fleck, ein gelernter Bäcker. Es war der Nikolaustag und Sobich hatte nach Rücksprache mit dem Smut Kaffee und Kuchen “befohlen“.
Am Nachmittag dann wurde getaucht und aufgebackt, die Besatzung verspeiste das köstliche Backwerk und ein Jeder dachte mit Vorfreude an das kommende Weihnachtsfest. Als der Kommandant dann noch dem 2.WO im Namen Aller zum Geburtstag gratulierte, schwang neben den Weihnachtslieder auch ein Ständchen durch die Röhre, leise begleitet durch Mundharmonikaklänge aus dem vorderen Torpedoraum.

12.Dezember 1940;
Rauh war die See geworden, kalte Winterstürme tobten über den Atlantik, während U205 stampfend nach Osten marschierte. Die Brückenwache trug “Großen Seehund“, denn Brecher um Brecher rollten über das Schanzkleid bis der Kommandant für einige Zeit >>Tauchen<< befahl. Erst in über fünfzig Meter beruhigte sich das Boot und die Männer konnten sich wieder normal bewegen.So vergingen die nächsten zwei Tage, ohne das irgendeine Sicht- oder Horchortung geschah. Nachdem dann der BdU über den Dieselvorrat informiert wurde, bekam U205 den Befehl zum Rückmarsch nach Brest.


15.Dezember 1940;
Nach einem aufgefangenen Funkspruch an den BdU, worin U56 einen großen Konvoi in BE63 mit Kurs WSW meldete, brüteten der Kommandant, sein 1.WO und der Obersteuermann über der Karte. >>Das sind über 100 Km, Herr Oberleutnant und ich kann für unsere Position nicht garantieren, hab seit drei Tagen kein Besteck schießen können....<< >>Is schon in Ordnung Lange, ich kenn das Wetter<< antwortete Sobich und meinte weiter:>>Da kommen wir wohl nicht mehr rechtzeitig hin, naja, dann müssen andere Boote ran. Friedberg, lassen sie FT aufsetzen, Ankunft Einlaufpunkt Brest, 17.12. morgens<<

17.Dezember 1940;
Um 9.00 morgens traf U205 rund 20 km vor Brest mit einem Begleitschiff zusammen und im fuhr in dessen Kielwasser in Richtung Hafen. Hinter der Meerenge bei Kergadiou begann das Begleitschiff zu Winken und man sah, wie die Flakgeschütze sich nach Norden drehten. Der Kommandant befahl der aufgezogenen Flakbesatzung äußerste Vorsicht, denn man sah jetzt die feindlichen Flugzeuge über den Hafen ziehen. Unzählige große und kleine Schiffe schossen auf die anfliegenden Bomber, von denen etliche auch getroffen wurden. Einige wenige Fallschirme öffneten sich und schwebten zu Boden.




Trotz des starken Abwehrfeuers hatten wohl doch einige Bomben ihre Ziele gefunden, wie die Brückenwache später sehen konnte.


Auch die Hafenanlagen schienen getroffen worden zu sein.


Eine halbe Stunde später dann schob sich U205 im Hafenbecken unter den Klängen einer angetretenen Musikkapelle an die Kaimauer, Die Diesel erstarben unter dem Jubel der anwesenden Kameraden anderer Boote, die zusammen mit etlichen Karbolmäuschen auf der Mauer standen.


Kommandant Sobich meldete von der Brücke dem wartenden Flottillenchef:>>U205 von Feindfahrt zurück!<<

Damit endete die erste “richtige“ Feindfahrt von U205 unter dem Kommando von ObLt. Sobich, welche recht erfolgreich verlaufen war.
Man hatte fünf Schiffe mit zusammen 33782 BRT versenkt und, was genau so wichtig war, das Boot und eine Crew waren zu einer Einheit zusammen gewachsen, U205 war jetzt ein “Frontboot“.

Nach den fälligen Nachbesprechungen, dem Verholen des Bootes in die Werft und den diversen kleinen Rückkehrfeiern trat der größere Teil der Besatzung den wohlverdienten Heimaturlaub über Weihnachten an. Die Zurückgebliebenen feierten eine schöne “Frontweihnacht“ in Brest und über die Sylvester-Feiern hüllte man besser den Mantel des Schweigens.

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