[SH3] Feindfahrten des Kommandanten Adolf Amann

Kleinkampfmittelabzeichen Stufe 6Flottenkriegsabzeichen in BronzeSportabzeichen in Gold
Ehrenkreuz für KriegsteilnehmerSilent Hunter Experte GoldWetterbeobachterLogin Stufe 3Freizeit und Technik RibbonLogin Stufe 2AAR Schreiber RibbonLogin Stufe 1Willkommens RibbonDMP Dienstauszeichnung Stufe 1
Mehr
1 Jahr 2 Monate her - 1 Jahr 2 Monate her #1 von rowi58

Die Feindfahrten des Kommandanten Adolf Amann
Prolog

Moin zusammen,

wer schon im alten Ubi-Forum "Die Kapitänskajüte" und im MS dabei war weiß, dass ich damals einige AAR (scheuslichess Wort) bezüglich der Feindfahrten in SH3 geschrieben habe.Ich finde, dass so etwas wiederbelebt werden sollte - es läuft ja hier schon ganz gut. Bevor es los geht, will ich hier in diesem Vorwort die Einstellungen meiner SH3-Installation darstellen - damit es für alle nachvollziehbar ist.

Die MOD-Liste in JSGME


Folgende "Realismuseinstellungen" sind in SH3 hinterlegt

Man muss allerdings dazu sagen, dass die Optionen "Realistische Reparaturzeiten", "Realistische Sensoren" und "Realistische Sinkdauer" keinerlei Wirkung zeigen - außer das der "Schwierigkeitsgrad höher ist. Daher verwende ich natürlich


Den h.sie Patch mit diesen Einstellungen

Kleine Anmerkung: "Internal Torpedoe Reload" geht bei schlechtem Wetter erst ab einer Tiefe von 30 m.

Dazu kommt noch der SH3_Cmdr mit dem SH3_Cmdr_Mod_für_CCoM





So, und nun kann die Kriegskarriere des Adolf Amann beginnen. Aber bitte nicht jeden Tag einen neuen Bericht erwarten - der kommt erst nach dem Ende einer Feindfahrt. Und das kann manchmal dauern.

Gruß
rowi58



Im Nichts liegt die Unendlichkeit des Seins.
Letzte Änderung: 1 Jahr 2 Monate her von rowi58.
Folgende Benutzer bedankten sich: john ellsworth, Magic1111, UhUdieEule, Wurmonkel, Schipper, gillebert, danasan, Nattou76, Theodor0815

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Kleinkampfmittelabzeichen Stufe 6Flottenkriegsabzeichen in BronzeSportabzeichen in Gold
Ehrenkreuz für KriegsteilnehmerSilent Hunter Experte GoldWetterbeobachterLogin Stufe 3Freizeit und Technik RibbonLogin Stufe 2AAR Schreiber RibbonLogin Stufe 1Willkommens RibbonDMP Dienstauszeichnung Stufe 1
Mehr
1 Jahr 2 Monate her #2 von rowi58
1. Feindfahrt – Erprobungsfahrt – von Kommandant Adolf Amann

Dienstag, 1. August 1939 – Erprobungstelle Kiel, Außenstelle Stralsund. Nach einer langen Zeiten des Einfahrens und der Übungen sind U-123 und die Mannschaft soweit in der Lage, die letzte final Probefahrt zu absolvieren. Die Mannschaft ist bis auf die letzten Neuzugänge hervorragend qualifiziert und hat schon mal Gefechtsstationen besetzt.



Die abschließende Übung beinhaltet den „echten“ Angriff mit scharfen Torpedos auf zwei Zielschiffe der Kriegsmarine, welche 25 km östlich der Ostspitze Bornholms in internationalen Gewässern versenkt werden sollen. Nach erfolgreicher Übung sind Boot und Mannschaft für die Verwendung in einer aktiven U-Boot-Flottille vorgesehen. Welche das ist, wird noch mitgeteilt werden.

Auslaufen am 1. August 1939 um 13:20 Uhr. Wetter klar, kein Nebel, Wind bei 2 m/s – also bestes Wetter. Der Hafen Stralsund - obwohl eher klein und beschaulich – ist ziemlich gut mit Schiffen . Aus allen möglichen Nationen – belegt.



Den Maruneversorger mit den Schuten haben wir schon passiert. Und siehe da – sowjetische und polnische Schiffe, ein leichter Kreuzer aus Italien auf Auslandsfahrt und was ist denn das? Da kann man nur eins dazu sagen: „Alter Schwede“.



Das die Schweden noch mit solch alten Kriegsschiffen fahren, ist ganz schön mutig. Wir fahren weiter in Richtung Westen – zum Westausgang beim Leuchtturm Gellen auf der Insel Hiddensee. Und schon wieder kommt uns ein leichter Kreuzer auf Auslandsfahrt entgegen – diesmal von der Kaiserlich Japanischen Marine.



Gefolgt von einem bewaffneten japanischen Handelsschulschiff. Da muss es was „umsonst“ in Stralsund geben, wenn ein solch verschlafener Hafen so einen Aufmarsch erlebt. Aber nicht nur das, auch die „gefiederte Konkurrenz“, die Luftwaffe dreht mit Ju 52 ihre Runden über Stralsund



Wahrscheinlich wollen die Herren Piloten nur ihre Mädels beeindrucken. Wir fahren weiter zum Gellen und erreichen die „freie“ Ostsee. Und was sehen wir vor der Südwestküste der Insel Hiddensee?



„Wieder ein Navigationsfehler“ soll ein Spruch des in dieser Hinsicht erfahrenen Kapitäns gewesen sei. Niemand fühlt sich wohl zuständig, das Wrack zu beseitigen – es ist aber durch die „Gefahren-Tonne“ gut gekennzeichnet. Dafür „prasseln“ jetzt alle zwei Stunden die Funkbefehle zum „Angriff auf die Zielschiffe“ ein.



Nun gut – auf zum Planqudrat AO83. Die Fahrt dahin ist ruhig, das Wetter stabil. Ab und zu wird mal ein Frachtschiff gesichtet. Dann, am frühen Morgen des 2. August 1939 sichten wir die beiden Zielschiffe, bei noch immer besten Wetter.



Anlauf über Wasser beginnt. Zwei Torpedos T 1 auf tiefe 8 m und Magnetzündung eingestellt. Die Übung hat sich wohl herum gesprochen – wir werden von sowjetischen Schiffen beobachtet. Tja, wir sind halt auch in internationalen Gewässern.
Das zweite Zielschiff erhält einen Torpedotreffer, das erste sinkt nach Treffer schon.




Um 7:18 Uhr ist die Übung erledigt. Befehlsgemäß Statusbericht gesendet und Kurs zurück nach Stralsund. Auf der Fahrt dahin erreicht uns um 12:01 Uhr folgender Funkspruch.



Also Verstzung zur 2. Flottille nach Wilhelmshaven ist angeordnet. Von der Ostsee in die Nordsee. Aber was bedeutet „Sonderbefehl des Marinebefehlshabers“? Die politische Großwetterlage ist ja nicht so freundlich. Nun gut, wir sind Soldaten der U-Boot-Waffe und Befehle sind auszuführen.
Einfahrt nach Stralsund vom Osten her kommend. Am frphen Morgen des 3. Augusts bei sehr gutem Wetter.



Kurz vor Stralsund. Ein paar schöne Bauernhöfe. Die Bauern sind wohl noch dabei die Kühe zu melken.



Einfahrt in unser Hafenbecken in Stralsund. Auch wenn es „überheblich“ aussieht, wir haben mal die „Siegeswimpel“ gehisst.

B

Ende der Erprobungsfahrt (wird ja als Feinfahrt gezählt, obwohl es keine war) am 3. August um 6:57 Uhr. Auftrag erfüllt, Versetzung nach Wilhelmshaven genehmigt und dem I,WO das U-Boot-Kriegsabzeichen überreicht.



Mal sehen was nun kommt. Wird fortgesetzt.

Gruß
rowi58



Im Nichts liegt die Unendlichkeit des Seins.
Folgende Benutzer bedankten sich: john ellsworth, Magic1111, UhUdieEule, Wurmonkel, Schipper, Wuestensohn, JoKe r, ericlea, Nattou76

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Kleinkampfmittelabzeichen Stufe 6Flottenkriegsabzeichen in BronzeSportabzeichen in Gold
Ehrenkreuz für KriegsteilnehmerSilent Hunter Experte GoldWetterbeobachterLogin Stufe 3Freizeit und Technik RibbonLogin Stufe 2AAR Schreiber RibbonLogin Stufe 1Willkommens RibbonDMP Dienstauszeichnung Stufe 1
Mehr
1 Jahr 2 Monate her - 1 Jahr 2 Monate her #3 von rowi58
2. Feindfahrt (erste richtige FF) von Kommandant Adolf Amann

Donnerstag, den 24. August 1939, 19:56 Uhr. Oh, oh, oh. Die politische Lage war ohnehin schon sehr angespannt, aber mit dem jetzigen Sonderbefehl sieht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit so aus, dass es wieder zum Krieg kommt. Ich soll mit U-123 Position im Planquadrat AM18 – also nordöstlich der Rockall Banks – Position beziehen und dort auf weitere Befehle warten. Absolute Funkstille bis dahin, allem Schiffsverkehr aus dem Wege gehen und nicht gesehen werden.Das alles verhei0t nichts Gutes. Aber – wir sind Soldaten und stolze Mitgliede der Kriegsmarine. Aus diesem Anlass habe ich in meinem Boot nur elektrische T2 Torpedos laden lassen – es waren genügend im Arsenal vorhnden. Meine Offiziere sind über den Einsatzbefehl von mir informiert, ddie Mannschaft wird es nach dem Auslaufen ebenfalls von mir erfahren. Was immer uns erwartet – der Allmächtige sei mit uns.

Also „Leinen los“ und heraus ins Ungewisse. Knapp 20 Uhr bietet Wilhelmshaven ein ein erkennbares, aber dunkles Bild. Ein Vorzeichen?



Wilhelmshaven ist riesig, kein Vergleich zum beschaulichen Stralsund. Ein riesiges Arsenal und ebso viele Handelsschiffe, die an den Kais ihre Ladung löschen.



Aber die „härteste“ seemännische Prüfung kommt noch – die Schleuse. Ich bevorzuge die nördliche Schleuse, passt immer von der Zeit und hat genug Platz auch für ein Typ IX U-Boot. Einfahrt in die nördliche Schleuse



Kaum sind wir durch, geht das südliche Tor auch wieder zu. Hat alles bestens geklappt – gut gemacht, I.WO.



Nun beginnt der lange und geheime Anmarsch auf das Planquadrat AM18. Ich habe die Mannschaft informiert – Begeisterungsstürme hat das natürlich nicht ausgelöst. In vollkommener Dukelheit befehle ich den Obersteuermann auf die Brücke: :Kurs nach Sterne berechnen“, Übung muss sein. Wenn die Nacht klar ist und der „Große Wagen“ so unübersehbar am Firmanent steht muss das einfach mal gemacht werden, Wer weiß, wann wir das noch gebrauchen können – daher: Übung macht den Meister.



Und weiter geht es nach Planquadrat AM18. Die Fahrt verläuft ruhig, das Wetter ist nicht so schlecht wie sonst in den nördlichen Breiten. Da wir genügend Zeit haben, entschließe ich mich nördlich um die Shetlands zu fahren, die Färöer – Shetland – Passage zu nehmen. Da ist deutlich weniger Verkehr, vor allem kaum britische Schiffe. So bleibt unsere Tarnung besser erhalten als wennwir durch die Orkney – Shetland – Passage fahren würden. Wir halten di befohlene Funkstille, aber ab dem 1. September 1939 knistert es im Äther. Ein Funkspruch nach dem anderen wird empfangen. Dann, am 1. September 1939 um 3:01 Uhr diesen Funkspruch erhalten.



Das ist im Falle des Falles der Konvoi, auf den wir operieren sollen. Nun ja, vier Schiffe – wohl ohne Begleitschutz – dürften nicht allzu schwer sein. Hoffentlich lohnen sie auch. Ich habe das meinen Offizieren und auch der Mannschaft mitgeteilt – ein merkwürdiges Fieber erfasste alle, das Jagdfieber, obwohl noch kein Kriegszustand zwischen Deutschland auf der einen und Großbritannien und Frankreich auf der anderen Seite herrschte. Die Mannschft ist trotz allem nicht begeistert, aber zu allem entschlossen.
Am 3. September 1939 erklärt Großbritannien Deutschland den Krieg wenig später von Frankreich gefolgt. Nun ist es also wieder soweit – und dass obwohl die kurze Friedenszeit noch nicht alle Wunden geheilt hat. Wie dem auch sei – wir operieren auf den gemeldeten Verband. Dann kommt von unserem Marineaufklärungsdienst – dem B-Dienst – folgender Funkspruch.



Nun denn – den Kurs auf der Karte geplottet und leicht korrigiert. So dürften wir den Verband nicht verpassen. Das Wetter ist für die Jagd gut – Wind bei 7 m/s, bedeckt und leichter Nebel. Unser U-Boot wird also nicht so leicht gesehen und hoffentlich auch nicht erwartet. Und – da ist der Verband. Scheinen recht große Pötte zu sein.



Über Wasser nähern wir uns bis auf etwas mehr als 4.000 m. Ich gehe kein unnützes Risiko ein und befehle „Sehrohrtiefe“. Der Verband fährt ziemlich konfus – dauernd ändert er seinen Kurs, obwohl er uns bestimmt nicht entdeckt hat. Also möglichst nahe ran.



Zwei Truppentransporter und zwei Tanker. Ich entschließe mich, zuerst die Truppentransporter anzugreifen und danach noch einen der beiden Tanker – der andere soll sich um die Schiffsbrüchigen kümmern. Zwei Torpedos auf den Postdampfer, beide treffen, Ziel zerstört und versenkt.



Der erste Erfolg im gerade erst begonnen Krieg. Gut 7.000 BRT auf dem Konto. Es zeigt aber auch, dass das U-Boot noch nicht gut genug ist: beim Unterschneiden des Sehrohrs dringt Wasser ein und die Sicht durch das Angriffssehrohr ist sehr verschwommen. Schnellschusterei, wie üblich. Als zweites Ziel den Passagierdampfer ausgewählt. Einen Torpedo abgefeuert und er trifft am Bug.



Nochmals gut 7.000 BRT versenkt. Ich entschließe mich, mit dem vierten Bugtorpedo den nächstgelegenen Tanker anzugreifen, Wie gehabt mit Magnetzündung. Ein Schuss, ein Treffer, aber leider nicht versenkt.



Der Tanker wurde zwar langsamer und lag tiefer im Wasser, aber er sank nicht. Um ihn herum manövriert und mit den beiden Hecktorpedos und Aufschlagzündung angegriffen – beides Abpraller, kein Resultat. Also auftauchen und mit dem Deckgeschütz ihm den Rest geben. Bei 7 m/s Windgeschwindigkeit gehr das noch – und bewaffnet ist er ohnehin nicht. Nach etlichen Treffern war er dann zertört – nochmals gut 8.000 BRT auf das Konto.



Gleich darauf abgestzt auf den geplanten Kurs, externe Torpedos nachgeladen, da das Wetter es noch erlaubt und dem FdU eine Statusmeldung über die Vernichtung von gut 22.000 BRT feindlichen Schiffsraum gefunkt. Das hat den FdU sehr erfreut, ich bekam dann von ihm diesen Funkspruch.



Dann gemäß Kurs noch bis in die Biskaya, dort aber nichts angetroffen. Daher Abbruch der Operation und Rückmarsch nach Wilhelmshaven – vielleicht findet man dort noch was, Wieder nördlich der Shetlands vorbei in die Nordsee rein und richtung Hartlepool gefahren, von dort rRichtung Norwegen eingeschwenkt. Vielleicht kommt einem ja was entgegen. Und so war es auch. Im Planquadrat AN49 einen Mittlern Frachter entdeckt und angegriffen. Drei Einzelschüsse auf den Frachter – ein Frühdetonierer, ein Treffer und ein Tiefläufer.



Da das Schiff keien Anstalten machte zu sinken und der Wind mit 15 m/s blies wollte ich dem Frachter mit den Hecktorpedos den Rest geben. Als ich dann auf Schussposition war ist er doch gesunken – also Torpedos gespart.



Stausmeldung an den FdU, dass wir über 27.000 BRT versenkt haben. Für ddie erste Kriegsfeindfahrt recht gut und das zeigt den Briten: erwartet uns immer da, wo ihr uns nicht erwartet – wir sind schneller. Nun aber ab nach Wilhelmshafen, Für's erste ist es genug. Nach genau vier Wochen erreichen wir wieder Wilhelmshaaven – und warten vor der Nordschleuse auf Einfahrt.



Zur Belohnung werden wir von einer jubelden Menge empfangen, die Militätkapelle spielt den Marsch §Gruß an Kiel“ beim einlaufen



Eine den Umständen entsprende recht erfolgreich Feindfahrt – wie auch das Resultat zeigt. Keiner verwundet, keine außenbords gegangen, alle heil zurück in Wilhelmshaven. Das war wohl unsere Feuertauf. Die Brten wird es ärgern, aber so wich sie kenne werden sie alles daran setzen, uns das Leben zur Hölle zu machen



Nur eins betrübt mich: 9 Torpedos verschossen, aber nur 6 haben wirkung gezeigt. Zwei Abpraller, ein Frühdetonierer und ein Tiefensteuerer. Die Torpedowaffe muss noch verbessert werden Diesmal ist es gut gegangen – aber wie lange noch?

Mal sehen was nun kommt. Wird fortgesetzt.

Gruß
rowi58



Im Nichts liegt die Unendlichkeit des Seins.
Letzte Änderung: 1 Jahr 2 Monate her von rowi58.
Folgende Benutzer bedankten sich: Magic1111, UhUdieEule, Wurmonkel, Wuestensohn, m1ndw4lker, ericlea, Nattou76

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Kleinkampfmittelabzeichen Stufe 6Flottenkriegsabzeichen in BronzeSportabzeichen in Gold
Ehrenkreuz für KriegsteilnehmerSilent Hunter Experte GoldWetterbeobachterLogin Stufe 3Freizeit und Technik RibbonLogin Stufe 2AAR Schreiber RibbonLogin Stufe 1Willkommens RibbonDMP Dienstauszeichnung Stufe 1
Mehr
1 Jahr 2 Monate her #4 von rowi58
3. Feindfahrt von Kommandant Adolf Amann

Mittwoch, der 18. Oktober 1939, 12:20 Uhr, bereit zum Auslaufen. Alle Torpedos durch den Typ TII ersetzt, Der TI kommt mir nur bei Mangelwirtschaft an Bord. Ein „eigenartiges“ Ülanquadrat – AM73 zugewiesen bekommen. Da ist doch nicht los – außer kleine Konvois von Erzfrachtern von Narvik nach England. Nun gut – Kurs festgelegt und Leinen los. Und schon gibt es Fliegeralarm. Drei britische Bristol Blenheim Bomber (wie wir später erfahren haben) greifen Wilhelmshafen an. Ich bestze die FLAK-Geschütze nicht, mit den Blenheims wird die schwere FLAK an Land und auf den großen Kriegsschiffen schon fertig.



So ist es dann auch. Beim ersten abgeschossenen Bomber hatte die Besatzung Glück, mit dem Fallschirm abspringen zu können, bei den anderen war es nicht so gut gelaufen. Wie dem auch sei – alle drei Blenheims abgeschossen und ihre Bomben haben keine Schäden angerichtet. Allerdings zeigt dies, dass die Briten ganz schön verwegen und draufgängerisch sind.
Aufgrund der guten Ergebnisse der ersten richtigen Feindfahrt (zwweite FF insgesamt) bekam ich das Recht, ein individuelles Turmwapen auf U-123 zu pinseln. So sieht es aus (@Magig1111: extra dafür kurz die Flagge eingeholt).



Wenn man das Glück hat, im Tageslicht auf Wilhelmshaven auszulaufen, bietet der Hafen doch etliche Sehenswürdigkeit, wie zum Beispiel diesen holländischen Zwei-Mast Küstenschoner.

[img size=1024]Vhttps://www.mediafire.com/convkey/6646/9e0czbusustg5e66g.jpg

Es ist immer wieder faszinierend, alte Segelschiff zu sehen. Ich frage mich wirklich, was ich machen würde, wenn mir ein „feindliches“ Segelschiff begegnet – versenken oder laufen lassen. Es tut einem in der Seele weh so ein schönes relikt der guten alten Zeit zu versenken.
Nach passieren der Nordschleuse fahren wir zwischen Mellum und der Minserner Ogg in die Nordsee in Richtung Planquadrat AF73. Die Minsener Oog lassen wir an Backbord.



Ich frage mich nur, ob das dort wirklich eine Bauernhof ist oder eine als Bauerhof getarnte Beobachtungsstation. Ich vermute mal eher das zweite
Die Fahrt zum befohlenen Planquadrat verläuft langweilig. Wetter ist in der Deutschen Bucht noch hervorragend und wird dann weiter nördlich etwas windiger – Wind bei 7 m/s, aber noch klar.Das Ziel-PQ hat unser Obersteuermann total verpasst – wir patrouillierten das falsche Planquadrat. Macht nicht, es war ohnehin kein feindliches Schiff zu ssehen und die britischen Erzfrachter hätten auch durch das „falsche“ Planquadrat kommen müssen. Daher weiter auf dem von mir ausgearbeiteten Kurs um die Shetlands, Schottland und westlich Irland vorbei runter in die Biskaya – dort gibt es immer was zu holen. Nur eins macht uns zu schaffen: das Wetter. Es ist nun kontinuierlich schlecht, Wind bei 15 m/s, oft dichter Nebel mit Regen oder „nur“ mittelstarker Nebel. Lanweilig so etwas, aber 90% der Zeit auf See ist sowieso langweilige Routine.
Dann, am Abend des 29. Oktober kurz vor 20:00 UHR GMT sichten wir in der Dämmerung im PQ BE35 einen Einzelfahrer. Da wir eine Zeitzonenstunde westlich von Greenwich sind, ist noch nicht ganz dunkel. Das Wetter ist bescheiden – Wind bei 15 m/s, Mittelstarker Nebel und bedeckter Himmel. Es ist ein „Großer Frachter“, gut 7.500 BRT. Ich befehle „auf Sehrohrtiefe“ - das Boot liegt dann ruhiger und wir werden bestimmt nicht endeckt.



Zwei Torpedos abgefeuert, beide Treffen und das Schiff sinkt in dem Sturm. Nur, bei dem Wetter können wir aufgetaucht oder auf Sehrohrtiefe keine internen Torpedos nachladen. Das Risiko wäre zu groß. Erst ab einer Tiefe von 30 m oder können wir nachladen.



Also runter in den Keller auf ca. 40 m Tiefe. Nach Beendigung des Nachladens wieder auftauchen und den vorgegebenem Kurs folgen. Problem ist bei dem unverändertem Wetter, das auch keine Externen Torpedos nachgeladen werden können. Nur bis zu einer Windgeschwindigkeit von 8 m/s geht sas, ist das erlaubt. Gleiches gilt somit auch für die Bedienung von Deckgeschütz und FLAK-Geschützeen. Nun ja, vorgemerkt zum Nachladen sind die zwei externen Torpedos schon. Aber es dauert noch eine ganze Weile, bis der Wind auf 7 m/s zurück geht. Der Himmel ist nach wie vor bedeckt und es herrscht mittelstarker Nebel. Das Nachladen der externen Torpedos verlangt eine langsame Fahrt – maximal 5 Knoten sind drin. Da jeder externe Torpedo eine gute Stunde Zeit für den Nachladevorgang beansprucht, schwimmen wir zwei Stunden wie eine lahme Ente auf dem Teich herum. Ein sehr ungemütliche Situation – hoffentlich kommen keine Flieger oder Zerstörer, denn sofortiges Tauchen ist nicht möglich. Aber wir haben Glück, alles lief reibungslos.
Das Wetter wurde wieder schlechter – wohl ein Vorgeschmack auf die kommenden Witterstürme. In der Biskaya haben wir nichts mehr gesehen. Zwar mal eine Kontaktmeldung über einen Konvoi, aber der fuhr auf gegenkurs und war schon weit weg. Lohnt sich absolut nicht dafür Diesel zu verbrennen. Gut Rückmarsch wie geplant antreten.
Am 12. November, 14 Tage nach unserem ersten Erfolg, treffen wir im Planquadrat AM16 , leicht nördlich der Rockall Banks, abermals auf einen Einzelfahrer, Diesmal ist das Wetter gut, sprich Wind bei 4 m/s, kein Nebel und klar. Wieder ein „Großer Frachter“, Auf Sehrohrtiefe und auf Angriffspoasition gegangen. Zwei Einzelschüsse auf den Fravhter abgefeuert.





Der erste Torpedo traf so heftig, das der Frachter in zwei Teile zerbrochen ist und sofort sank. Der zweite Torpedo war in diesem Fall überflüssig, aber das weiß man vorher nicht. Nochmals gut 7.500 BRT. Nur zwei Schiffe in den 26 Tagen auf See – aber dafür lohnende Frachter mit zusammen gut 15.000 BRT. Weiter auf befohlenem Kurs, vielleicht finden wir noch etwas.
Das Wetter zeigte sich wieder von seiner üblen Art – bedeckt, mittelstarker Nebel und Wind bei 15 m/s. Zwei Tage später, am 14. November, treffen wir in AM31 auf ein Kriegsschiff, eine britischen Hilfskreuzer der „Northern Patrol“, welche die Ausfallwege aus der Nordsee, Nordatlantik in den Atlantik kontrollieren. Auf sehrohrtiefe und einen Torpedo abgefeuert.





Das hat gelangt. Bei den Hilfskreuzern langt in der Regel ein Torpedo – liegt wohl an der vielen Munition an Bord dieser Schiffe. Aber was soll es: der Hilfskreuzer bringt 16.000 ts auf die Waage, und das lohnt sich immer.
Weiter Kurs Wilhelmshaven. Umladen der externen Torpedos ist aufgrund des Seegangs nicht möglich – nicht mal bis Wilhelmshaven. Eine Schlechtwetterperiode nach der anderen. Nebel wir durch Sturm und der wieder durch Nebel abgelöst. Verdammte Herbststürme.
So erreichen wir bei Nacht, Regen und Nebel am 21. November 1939 Wilhelmshaven. Zwar nur drei Schiffe versenkt, dafür aber ordentlich Tonnage gemacht – und unser erstes Kriegsschiff versenkt

B

Das Bild zeigt schön die Zusammensetzung: 8 Handelsschiffe mit gut 42.600 BRT versenkten alliierten Handelsschiffsraum und ein Kriegsschiff mit gut 16.000 ts Verdrängung. So kann man wenigstens halbwegs Äpfel und Birnen auseinander halten – die Gesamtsumme ist natürlich dadurch dubios.



Beide Feindfahrtergebnisse haben sich auch gut auf die Beförderungen und Orden ausgewirkt. Was mich nur wundert: mein I.WO hat schon das EK 1. Klasse, ich noch nicht, Wird sich aber sicherlich bald ändern.


Mal sehen was nun kommt. Wird fortgesetzt.

Gruß
rowi58



Im Nichts liegt die Unendlichkeit des Seins.
Folgende Benutzer bedankten sich: Magic1111, UhUdieEule, Wurmonkel, Schipper, Wuestensohn, Nattou76

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Kleinkampfmittelabzeichen Stufe 6Flottenkriegsabzeichen in BronzeSportabzeichen in Gold
Ehrenkreuz für KriegsteilnehmerSilent Hunter Experte GoldWetterbeobachterLogin Stufe 3Freizeit und Technik RibbonLogin Stufe 2AAR Schreiber RibbonLogin Stufe 1Willkommens RibbonDMP Dienstauszeichnung Stufe 1
Mehr
1 Jahr 2 Monate her #5 von rowi58
4. Feindfahrt von Kommandant Adolf Amann

Dienstag, den 19. Dezember 1939, 5:23 Uhr. Auslaufen Wilhelmshaven. Oh je, Weihnachten auf See und nicht bei der Familie – schönen Dank Herr BdU. Die paar Tage hätte man ja auch noch abwarten können. Und dann noch eine Feindfahrt in den Tiefen Süden – nach Planquadrat CG97, dem südlichen Zugang zur Straße von Gibraltar, Nordafrikas Küste vor Augen. Das wird eine lange Feindfahrt werden. Es ist noch stockfinster, als wir auslaufen.



Da angeblich Winter ist, hat der Flottillenchef befohlen, die U-Boote mit Wintertarnanstrich anzumalen. Ob das was nützt? Auf See bestimmt nicht, aber da sind wir ja beim Angriff unter Wasser. Und Nachts sind alle Katzen grau.



Diesmal konnte ich nur 20 T2 Torpedos bekommen und musste daher noch zwei T1 Torpedos laden. Aber ich habe sie gut versteckt – in der achteren externen Reserve. Die braucht man nur selten. Ich bin mal gespannt, was uns in CG97 erwartet – die Franzosen haben auf nordafrikanischer Seite Fliegerstaffeln, die Briten in Gibraltar. Bis jetzt hatten wir noch kein feindliches Flugzeug oder feindliche Zerstörer angetroffen. Letztere dürften vor der Straße von Gibraltar wohl vorhanden sein. Augen zu und durch.



Abendstimmung in der Deutschen Bucht. Noch ist das Wetter gut, aber wer weiß wie lange noch. Weiter Kurs Nord-Nord-West, um östlich und nördlich die Shetlands zu umfahren. Und dann erwischt uns der erste Wintersturm. Am 21. Dezember 39 um 11:39 zieht Nebel auf, Wind bei 15 m/s. Und wir fahren direkt gegen den Wind!



Wo ist das verdammte U-Boot? Jetzt ahnt wohl auch der Dümmste, warum es „Unterseeboot“ heißt. Elendes Sauwetter.



Wie erwartet und von den Wetterfröschen vorausgesagt hört der Spuk mit Nebel und Sturm am 25. Dezember 39 um 7:39 Uhr auf – das Wetter ist wieder klar und die See ruhig. Fast vier Tage Sturmfahrt – das geht auf die Knochen. Und immer noch kein feindliches Schiff eindeckt. Dann, am 27. Dezember 39 um 22:01 sichtet die Brückenwache einen feindlichen Frachter. Wir sind in Planquadrat AM47 südlich der Rockall Banks und westlich von Irland, ein „Mittlerer Frachter“ mit gut 4.700 BRT. Ziel läuft gut, nur leichte Kurskorrekturen. Bei gut 2 km Entfernung auf Sehrohrtiefe gegangen, zwei Torpedos auf 9 m Tiefe und Magnetzündung eingestellt. Rohr 1 und Rohr 2 los!



Treffer durch den zweiten Torpedo, man konnte eine große Explosion beobachten



Sieht so aus, als ob die Hauptbrennstoffleitung geplatzt ist, deutlich als Ölfeuer zu erkennen. Nun ja, das war es wohl für den Frachter. Wir haben das Sinken noch beobachtet.





Danach bin ich wieder auf Kurs gegangen und habe das Nachladen der Torpedos und der zwei aus der externen Reserve befohlen. Wetter ist ja perfekt und zudem ist es finstere Nacht. Damit bestimmt keine Gefahr. So war es dann auch. Das Wetter bleibt sehr gut – Wind bei 0 m/s, bewölkt, kein Nebel. Wir fahren weiter auf unseren Kurs Richtung Planquadrat CG97. Knappe zwei Tage später, am 29. Dezember 39 um 14:06 Uhr empfangen wir folgenden Funkspruch: „Kontaktmeldung des B-Dienstes empfangen! Feindlich Großer Konvoi, Planquadrat BE 38, Kurs W, Geschwindigkeit 6 Knoten!“. Ein Konvoi – und er kreuzt unseren Kurs. Das lohnt sich bei diesem Wetter. Den eigenen Kurs auf Süd korrigiert, damit wir uns vor den Konvoi setzen können um ihn auf Gegenkurs abzufangen. Um 15:12 Uhr die erste Sichtung: der Feger vor dem Konvoi, ein britischer Zerstörer der V&W Klasse, der aber sehr weit vor dem Konvoi operieren muss, denn von den Frachtern ist noch nichts zu sehen. Sieben Minuten später sehen wir die ersten Schiffe des Konvois – in fünf Kolonnen.



Als der Feger ca. 4.000 m vor uns ist, gehe ich auf Sehrohrtiefe. Meine Taktik: von vorne in den Konvoi einsacken lassen mit geringer Fahrt, sodass uns keiner sieht noch hört. Ich steuere genau auf Gegenkurs zum Konvoi auf die Lücke zwischen mittlerer Kolonne und der aus Konvoisicht steuerbord folgenden Kolonne. Neben viel „Kleinvieh“ sind aber auch wirklich lohnende Ziele dabei, Ich suche mir einen „Modernen Großfrachter“ mit fast 8.000 BRT und einen „Großen Tanker“ mit gut 19.000 BRT als Ziele aus. Für beide Schiffe je zwei Torpedos auf Magnetzündung und optimale Tiefe ausgewählt und eingestellt. Das erste Schiff, welches es trifft ist der Großfrachter. Zwei Torpedotreffer – Ziel zerstört.



Kurz darauf trifft es den Tanker, ebenfalls zwei Torpedotreffer. Der Tanker ist angeschlagen, verliert an Fahrt, macht aber keine Anstalten zu sinken.



Da alle Bugrohre nun leer sind und das Nachladen Zeit benötigt, werden die beiden Hecktorpedos ausgewählt und auf Aufschlagzündung bei 8 m Tiefe eingestellt. Das ist halt der Vorteil wenn man sich von vorne in den Konvoi einsacken lässt und auf Gegenkurs ihn passiert – dann können auch die Heckrohre gut eingesetzt werden. Beide Torpedos aus den Heckrohren laufen gut und treffen den Tanker.



Aber der Tanker macht immer noch keine Anstalten zu sinken. Da ein Bugrohr schon geladen ist, befehle ich Kurs West um ihn als Mitläufer nochmals zu erwischen. Doch kaum bin ich in Schussposition meldet der Horcher „Ziel zerstört“. Glück gehabt, einen Torpedo gespart. Wieder auf Kurs Ost befohlen, um vom Konvoi frei zu kommen und alle Torpedos nachzuladen. Zudem kreisten einige Eskorten immer noch hinter dem Konvoi herum und suchten uns wohl – allerdings wenig erfolgreich. Die waren wohl noch unerfahren. Als der letzte Kontakt zu Konvoi verschwunden ist befehle ich „Auftauchen“ und Kurs zum Ziel PQ CG97. Und jetzt 6 externe Torpedos nachladen – aber es wird schon langsam dunkel, müsste also klappen.



Tut es aber leider nicht. Das Wetter verschlechtert sich, sodass der letzte externe Torpedo nicht mehr umgeladen werden kann. Schöner Mist – Wind bei 9 m/s und nichts geht mehr. Die folgende Aufnahme zeigt, dass ein verantwortungsbewusster Kommandant niemals bei solchem Seegang das Umladen externer Torpedos befehlen würde.



Nun denn, weiter zum Planquadrat CG97. Das schlechter Wetter verfolgt uns nun wie die Pest. Außer neutralen, meist spanischen Schiffen haben wir auf dem Weg zum Ziel nicht viel gesehen. Kurz vor dem Ziel eine weitere Meldung des B-Dienstes „Kontaktmeldung des B-Dienstes empfangen! Feindlich Großer Konvoi, Planquadrat CG 89, Kurs O, Geschwindigkeit 5 Knoten!“. Ein Mitläufer zu unserem Kurs, nur das Wetter war immer noch schlecht. Wir haben zwar die Außensicherung an Steuerbord gesichtet (auf der Backbordseite aus Konvoisicht), aber unsere Lage zum Konvoi war bei diesem Wetter alles andere als günstig. Nun denn, Planquadrat patrouilliert und nichts gefunden – daher auf geplanten Kurs den Rückmarsch angetreten. Dann, am 6. Januar 1940 um 8:37 Uhr im CG94 die Meldung „Schiff gesichtet“. Ein Blick durch das UZO sagt alles: ein AC-4 Frachter mit knapp 9.000 BRT – eines meiner Lieblingsziele.



Das Wetter ist zwar immer noch schlecht, aber den Frachter lasse ich mir nicht entgehen. Der ist gut zwei bis drei Torpedos wert, obwohl diese Altbauschiffe in der Regel mit einem Torpedo erledigt sind. Auf Sehrohrtiefe und ran an den Feind. Rohr 1 los.



Und versenkt. Damit haben wir zum jetzigen Zeitpunkt die Marge von 40.000 BRT versenkten alliierten Handelsschiffsraum überschritten. Den BdU wird das freuen. Nun kam es aber so, wie ich es befürchtet hatte. Die ersten Flieger waren hinter uns her. Französische Aufklärer vom Typ Loire 130M





Zum Glück waren wir schon auf Sehrohrtiefe, also Periskop eingefahren und auf mehr als 30 m Tiefe gegangen, damit das Rohr 1 nachgeladen werden konnte. Danach wieder auf Sehrohrtiefe und noch eine Stunde unter Wasser weiter auf Kurs gefahren. Auftauchen, Batterien nachladen. Hat aber nicht sehr lange gedauert, da mussten wir wieder vor feindlichen Fliegern alarmtauchen. Das hat sich noch einmal wiederholt – jedes mal französische Flieger – dann hatten wir Ruhe vor den Bienen. Weiter auf Heimatkurs. Viel los war nicht, außer den allgegenwärtigen Spaniern. Das Wetter war immer noch schlecht, jetzt wechselten sich Sturm und Nebel ab. Der letzte externe Torpedo wartete immer noch auf das Umladen. Am 17. Januar 40 wird das Wetter endlich besser, Wind bei 7 m/s. Um 19:13 Uhr kann der letzte externe Torpedo umgeladen werden. Das waren nun 20 Tage Schlechtwetter, fast drei Wochen. In dieser Zeit ging nichts – kein Umladen der externen Reserve, kein Deckgeschütz, keine FLAK besetzen. Ich hasse diese Winterstürme.
Dann, am 19. Januar 40 um 8:04 kam dieser Funkspruch: „Kontaktmeldung des B-Dienstes empfangen! Feindlich Kleiner Konvoi, Planquadrat AF 75, Kurs SW, Geschwindigkeit 5 Knoten!“. Direkt vor unserer Nase auf Gegenkurs. Eine Minute später schon die erste Sichtung. Es sind diese „berühmten“ britischen Erzkonvois aus Narvik nach England, meist nur vier Schiffe, selten mal eins mehr. An dem kleinen Konvoi kamen wir ja nun nicht vorbei, also Angriff. An der Spitze des Konvois ein „Erzfrachter“ (Rose Castle Ore Carrier), dann zwei „Erzfrachter II“ und am Schluss wieder ein „Erzfrachter“. Ich entscheide mich für die beiden mittleren Erzfrachter II. Sie sind zwar etwas kleiner als die beiden anderen, aber sicher mit zwei Torpedos zu versenken. Auf Sehrohrtiefe und Torpedos eingestellt, wieder mit Magnetzündung. Zuerst zwei Torpedos auf den hinteren, dann zwei Torpedos auf den vorderen Erzfrachter II abgefeuert.



Ein – fast – synchroner Doppeltreffer. Beide Schiffe sind zerstört und es kommen nochmals gut 7.000 BRT versenkten Schiffsraums auf das Konto von U-123. Nun aber ab nach Wilhelmshaven, der Diesel wird schon langsam knapp. Das Wetter beruhigt sich immer mehr – kein Wunder, ist ja auch kein Feind in der Nähe. So erreichen wir dann am 24. Januar 40 um 1:20 Uhr nach 37 Seetagen unser Hafenbecken in Wilhelmshaven.



Der zunehmende Mond direkt voraus und Wilhelmshaven immer noch beleuchtet. Das wundert mich schon, dass nach dem Angriff der Royal Air Force noch keine „Verdunkelung“ befohlen wurde. Sei es wie es sei, eine erfolgreiche Feindfahrt. Erstmals konnte ich neben der üblichen „Ordensvergabe“ auch zwei Mann meiner Besatzung befördern, zwei Mannschaftsdienstgrade, die Brückenwache, sind nun „Matrosenobergefreiter“.





Mal sehen was nun kommt. Wird fortgesetzt.

Gruß
rowi58



Im Nichts liegt die Unendlichkeit des Seins.
Folgende Benutzer bedankten sich: Magic1111, UhUdieEule, Wurmonkel, Schipper, Wuestensohn, ericlea, Nattou76, Theodor0815

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Kleinkampfmittelabzeichen Stufe 6Flottenkriegsabzeichen in BronzeSportabzeichen in Gold
Ehrenkreuz für KriegsteilnehmerSilent Hunter Experte GoldWetterbeobachterLogin Stufe 3Freizeit und Technik RibbonLogin Stufe 2AAR Schreiber RibbonLogin Stufe 1Willkommens RibbonDMP Dienstauszeichnung Stufe 1
Mehr
1 Jahr 1 Monat her #6 von rowi58
5. Feindfahrt von Kommandant Adolf Amann

Donnerstag, den 21. Februar 1941, um 1:13 Uhr. Auslaufen Wilhelmshaven zum Planquadrat AL23. Schon wieder mitten in der Nacht. Sehr unfreundlich vom BdU. Ich würde gerne mal bei Tageslicht auslaufen, das macht mehr Freude. Aber was sehe ich? Ein neuer „Gast“ hat sich in Wilhelmshaven angedockt: das Kadettenschulschiff „Schlesien“.



Interessant, aber wertlos diese alten „Linienschiffe“. Zur Kriegsführung ungeeignet, aber als Schulschiff noch brauchbar. Nach passieren der Nordschleuse und auf Kurs zum Planquadrat AL23 passieren uns an Steuerboot zwei Kohleschuten – die schaffen wohl 24 Stunden am Tag die Kohle zu den dicken Pötten.



Weiter geht’s, keine Sentimentalität. Am Mittag des 21. Februars dann diese Aufnahme. Jetzt mach ich Mittag. Mahlzeit.



Dann, am 26. Februar 40 um 3:56 Uhr die erste Schiffssichtung in PQ AM32.



Zwei vorbildlich aufgeblendet fahrende neutrale schwedische Frachter. Unmissverständlich als Neutrale zu erkennen. Wir passieren sie an Steuerbord, weiter zum Ziel-PQ. Immer weiter durch die unendlichen Weiten des Nordatlantik. Das Wetter wird seinem Namen ebenfalls gerecht: Frühjahrsstürme, noch schlimmer als Winterstürme. Aber keine Sichtung mehr seit den beiden neutralen Schweden. Nichts, gar nichts. Auch im Ziel PQ – Fehlanzeige. Weiter in Richtung Biskaya, dort dürfte was zu finden sein. Aber bis zum 8. März 40 keine Sichtung. Langweilig. Nun denn, weiter voran. Dann, am 8. März 40 um 23:40 Uhr der erlösende Funkspruch: „Kontaktmeldung des B-Dienstes empfangen! Feindlich Großer Konvoi, Planquadrat BE 38, Kurs ONO, Geschwindigkeit 6 Knoten!.“ Ein Konvoi, über den man geradezu stolpern muss. Abfangkurs geschätzt und kleine Korrekturen am Kurs. Und am 9. März 40 um 2:49 Uhr kam die erste Sichtmeldung der Brückenwache.



Wir waren am Konvoi. Lohnende Ziele – ein „echter“ Truppentransporter mit gut 7.500 BRT und wieder ein „Großer Tanker“ mit 19.000 BRT habe ich aufgeschaltet und angegriffen. Zuvor aber – zur eigenen Sicherheit und des Gegners Überraschung – auf Sehrohrtiefe gegangen und die Fahrt auf 2 Knoten reduziert. Zwei Torpedos auf den Truppentransporter, zwei Torpedos auf den Tanker. Alle vier treffen, beide Schiffe sind zerstört und versenkt. Aber der Konvoi und die Eskorten werden nervös und schießen Leuchtgranaten in den Himmel, aber nicht irgendwo hin, sondern in die von ihnen vermutete Richtung des angreifenden U-Bootes. Weiß der Teufel wie sie das abschätzen, aber die Richtung hat gestimmt. Zum Glück waren wir getaucht – ich weiß schon, warum ich das mache.



Ein „Hunt“-Zerstörer des Begleitschutzes kam mir sehr nahe. Einen Hechtorpedo auf den Zerstörer abgefeuert.



Aber er hat im letzten, für ihn richtigen Moment, den Kurs geändert. So ging der Torpedo leider „in die Binsen“. Nun ein Heckrohr war noch geladen. Kurskorrektur nach Steuerbord und einen „Alten Frachter“ mit 2.000 BRT anvisiert. Nach Erreichen der optimalen Schussposition: Rohr 6 los. Treffer und Schiff versenkt.



Und nun weg von dem Konvoi. Der Zerstörer kam natürlich wieder, hat uns aber nicht entdeckt. Gegenkurs zum Konvoi und alle Rohre mit internen Torpedos nachgeladen. Nachdem der letzte Horchkontakt zum Konvoi verschwunden war habe ich „Auftauchen“ befohlen und das Umladen der externen Reservetorpedos. Auch wenn es mehr als 6 Stunden gedauert hat, es war noch dunkel (und wir eine Zeitzonenstunde westlich von GMT). Hat auch alles reibungslos funktioniert. Wusste ich doch, dass in der Biskaya immer was zu holen ist. Und ich bin weiter in der Biskaya gekreuzt. Mit unserem Tarnkleid sind wir auch kaum aufgefallen.

B

Das sollte sich auch lohnen. Dann, am 12. März 40 um 15:37 folgende Meldung erhalten: „Kontaktmeldung des B-Dienstes empfangen! Feindlich Großer Konvoi, Planquadrat BE 37, Kurs W, Geschwindigkeit 6 Knoten!“ Genau auf unserem Kurs voraus. Richtung Ost dem Konvoi entgegen gesteuert. Um 16:05 Uhr meldet die Brückenwache die erste Sichtung. Da ist er, der Konvoi. Gleiche Stelle wie der Konvoi, den wir zuvor angegriffen haben.



Aus dem Konvoi habe ich die beiden Großfrachter mit fast je 8.000 BRT angepeilt und bin auf Sehrohrtiefe gegangen. Der Feger vorne weg kam uns immer näher. 1 Knoten Fahrt befohlen, aber wir haben dennoch unsere erste Schramme in dem Krieg abbekommen. Der Zerstörer fuhr über unsere FLAK auf dem Wintergarten – war nicht so schlimm, aber wir waren entdeckt. Der Konvoi fing nun an zu zacken, nur der Feger wusste nicht, wo er genau suchen sollte. Bis auf unter 1.000 m an die beiden Großfrachter herangekommen und alle vier Bugtorpedos auf die beiden losgemacht. Alle vier Volltreffer, die Großfrachter sind prompt abgesoffen. Da ich auf Gegenkurs zum Konvoi war, wollte ich mit den beiden Heckrohren noch einen „Großen Tanker“ versenken.



Beide Torpedos waren Treffer, aber der Tanker wollte und wollte nicht sinken. Ich hatte nun einen Zerstörer am Hacken und kam getaucht nicht mehr an den waidwunden Tanker heran. Der Zerstörer hat mich über Stunden belauert, aber nicht gefunden. Tja, so war es nichts mit weiteren 19.000 BRT. Also ab nach Hause. Die Rückfahrt nach Wilhelmshaven war harmlos, nichts mehr gesichtet – aber über 40.000 BRT hatten wir auf der Feindfahrt versenkt. Und dann – wie gehabt - zieht kurz vor Wilhelmshaven Nebel auf, Schon das Auslaufen war in finsterer Nacht.



Ich liebe das, immer in der absoluten Finsternis ein- und auszulaufen. Kein Wunder, dass der Tommy uns nie zu Gesicht bekommt. Einlaufen dann am 27. März 40 um 23:42 Uhr nach 36 Seetagen. Wenigstens sind wir im März und die nächste Feindfahrt hat hoffentlich besseres Wetter.





Alles in allem bisher recht erfolgreich. Nach 4 echten Feindfahrten und 136 Seetagen haben wir – U-123 – 135.083 BRT feindlichen Handelsschiffsraum und eine Tonnage von 16.050 ts an Kriegsschiffen versenkt.


Mal sehen was nun kommt. Wird fortgesetzt.

Gruß
rowi58



Im Nichts liegt die Unendlichkeit des Seins.
Folgende Benutzer bedankten sich: Magic1111, UhUdieEule, Wurmonkel, Schipper, Wuestensohn, Nattou76

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Kleinkampfmittelabzeichen Stufe 6Flottenkriegsabzeichen in BronzeSportabzeichen in Gold
Ehrenkreuz für KriegsteilnehmerSilent Hunter Experte GoldWetterbeobachterLogin Stufe 3Freizeit und Technik RibbonLogin Stufe 2AAR Schreiber RibbonLogin Stufe 1Willkommens RibbonDMP Dienstauszeichnung Stufe 1
Mehr
1 Jahr 1 Monat her #7 von rowi58
6. Feindfahrt von Kommandant Adolf Amann

Mittwoch, den 24. April 1940. Start um 8:11 Uhr – endlich mal bei Tageslicht aus Wilhelmshaven auslaufen. Befohlenes Planquadrat ist AL1 (AL01, um korrekt zu sein). Wieder auf Konvois operieren. Dafür ist das Boot endlich wieder im gewohnten „Schlickgrau“ angestrichen.



Und die Schlipsträger vom „Dicken Hermann“ scheinen sich sich auch mal am Krieg zu beteiligen. Eine Staffel Kondor fliegt wohl Aufklärung. Hoffentlich finden sie was.



Dafür liegt die Bismarck noch am Ausrüstungskai. Wird Zeit, dass sie einsatzbereit ist.



Nach der nördlichen Schleuse auf halbem Weg nach Mellum liegt ein ein zerborstener Frachter an Land. Den könnte man mal auseinander nehmen – Stahl ist doch gerade jetzt ein besonders wertvoller Rohstoff. So gammelt das Wrack nur vor sich hin.



Die weitere Fahrt verlief absolut langweilig. Keine Sichtung in der Nordsee, seitdem die Handelswege zwischen Norwegen und England durch die deutsche Besetzung Norwegens unterbrochen sind. Nichts, gar nichts, außer ein paar Neutralen. Auch in der Färöer – Shetland – Passage keinerlei Sichtung, auch nicht vor dem Nordkanal und den Rockall Banks. Weiter zum PQ AL1 – auch hier nichts gesichtet. Dann – meiner Erfahrung folgend – zur Biskaya gefahren. Und siehe da, am 10. Mai 40 kommt die erlösende Meldung des Funkers: „Kontaktmeldung des B-Dienstes empfangen! Feindlich Großer Konvoi, Planquadrat BE 37, Kurs WSW, Geschwindigkeit 6 Knoten!“ Der Konvoi fährt mir ja direkt vor die Nase. Nur den Kurs auf Ost-Nord-Ost korrigiert. Dumm nur, dass wir wieder starken Seegang haben – Wind bei 15 m/s. Knapp 50 Minuten später die erste Schiffsdichtung – wie immer der Feger. Wir kommen dem Konvoi zügig näher. Als der Feger auf knapp 4.000 m heran ist lasse ich auf Sehrohrtiefe gehen. Ein dicker, fetter Tanker mit 19.000 BRT ist dabei – den schalte ich auf, obwohl es bei dem Seegang ein Risiko wird, ihn zu versenken. Alle vier Bugtorpedos auf 11,7 m Lauftiefe und Magnetzündung eingestellt, in der Hoffnung, dass dies reichen wird.



Und wie es gereicht hat. Erster Torpedo ein Treffer, mit dem zweiten Treffer bricht der Tanker auseinander und sinkt. Der dritte und vierte Torpedo waren also – umsonst. Aber das konnte man bei dem Wetter nicht wissen. Zwei Torpedos hatte ich ja noch in den Heckrohren. Und damit ein „Kühlschiff“ aufgeschaltet. Diesmal aber die Torpedos auf 3 m Lauftiefe und Aufschlagzündung eingestellt (Magnetzündung ist bei diesem Typ Schiff nicht unbedingt zu empfehlen). Und ihn versenkt.



Der erste Torpedo war ein Abpraller, der zweite hat in versenkt. Für das stürmische Wetter war das ein gutes Ergebnis am Konvoi. Leider hat mich ein V&W Zerstörer eine Zeitlang genervt. Das Nachladen der internen Reserve war nicht möglich und ich wollte nicht auf Tiefe gehen, da er mich sonst mit seinem Sonar leicht hätte einpeilen können.



Er fuchtelte wild mit seinen Suchscheinwerfern herum, konnte mich bzw. das Sehrohr nicht entdecken. Gut, mit 1 Knoten Fahrt in Gegenrichtung zum Konvoi wegbewegt. Als er außer Sichtweite war und erkenntlich dem Konvoi einholen wollte bin ich auf Tiefe gegangen um die internen Torpedos nach zu laden. Aufgetaucht, immer noch schlechtes Wetter, Wind nach wie vor bei 15 m/s. Folglich konnte auch die externen Torpedos nicht nachgeladen werden. Ich habe dann meinen Suchkurs in der Biskaya fortgesetzt, aber leider war nichts mehr zu finden. Daher – Rückmarsch nach Wilhelmshaven über die bekannte Route – vielleicht findet man da noch was.

Zumindest haben wir in finsterer Nacht einen wunderbaren Mondaufgang über dem Horizont erlebt. Das muss man auch mal genießen.





Weiter tat sich nichts mehr. Ich bin dann nur etwas näher an der Westküste Helgolands vorbei gefahren, damit man die Insel auch mal sieht.



Und dann auch mal bei Tage in Wilhelmshaven eingelaufen – kam bisher kaum vor. Die Luftverteidigung hat da ein paar mächtige Flak-Stellung gebaut.



Und der „Kamerad“ könnte auch mal seinen Frachter bergen lassen. Es ist ja schön und gut, dass er die Signalflaggen „Ich muss mein Schiff verlassen“ setzt, aber darum kümmern könnte er sich trotzdem – es ist ja nur „etwas tiefer gelegt“.



So geht die 6. Feindfahrt am 24. Mai 1940 um 7:14 zu Ende. Leider nur zwei Schiffe mit zusammen gut 23.000 BRT versenkt. Nun insgesamt auf den 5 (6) Feindfahrt 19 Handelsschiffe (21 mit den beiden Zielschiffen in der Probefahrt) mit 158.449 BRT und ein Kriegsschiff mit 16.050 ts versenkt. Das muss wohl der Anlass für den BdU gewesen sein, mir das Ritterkreuz zu verleihen.





Mal sehen was sonst so noch kommt.

Gruß
rowi58



Im Nichts liegt die Unendlichkeit des Seins.
Folgende Benutzer bedankten sich: Magic1111, UhUdieEule, Wurmonkel, Schipper, danasan, Nattou76, Theodor0815

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Kleinkampfmittelabzeichen Stufe 6Flottenkriegsabzeichen in BronzeSportabzeichen in Gold
Ehrenkreuz für KriegsteilnehmerSilent Hunter Experte GoldWetterbeobachterLogin Stufe 3Freizeit und Technik RibbonLogin Stufe 2AAR Schreiber RibbonLogin Stufe 1Willkommens RibbonDMP Dienstauszeichnung Stufe 1
Mehr
1 Jahr 1 Monat her #8 von rowi58
7. Feindfahrt von Kommandant Adolf Amann

Freitag, den 21. Juni 1940, 10:52. Oh weh, das Planquadrat ET55 – kurz vor Freetown – müssen wir patrouillieren, das heißt auf SL-Konvois achten. Das gibt eine lange Fahrt. Ohne Diesel zwischendurch zu bunkern ist das nicht zu schaffen. Mit anderen Worten – den ganzen Sommer unterwegs. Da die Wehrmacht im Westfeldzug rasend schnell in Frankreich voran kommt, befürchte ich mal, dass wir gar nicht mehr nach Wilhelmshaven zurückkehren werden – sondern in einem Hafen am Atlantik unsere neue „Heimat“ finden werden. Man hört ja so einiges.

Nichts desto trotz – los geht’s. Die fahrt durch die Deutsche Bucht und die Nordsee ist wieder mal absolut langweilig – nichts zu Gesicht bekommen, keine feindlichen Flieger, keine britischen Schiffe, nur ein paar neutrale Skandinavier. Dann also wieder im Norden um die Shetlands herum. Am 25. Juni um 4:11 Uhr kommt die Meldung der Brückenwache: „Schiff gesichtet“. Ein Zerstörer der Tribal-Klasse kommt mit 25 Knoten auf uns zu, wird uns aber achterlich passieren. Sehrohrtiefe wird befohlen. Der Tribal ist selbst schuld, wenn er mir vor das Heckrohr fährt. Wetter ist wie üblich in den Breiten: Wind bei 7 m/s, bewölkt und leichter Nebel. Mit seinen 25 Knoten Fahrt kann er uns absolut nicht hören. 4:22 – Rohr fünf los!



Tja, so ergeht das unvorsichtigen britischen Seeleuten. Da das Wetter mitspielt, können interne und externe Torpedoreserven nachgeladen werden. In der Gegend von AF75 muss sehr oft mit schnellen Zerstörerpatrouillen gerechnet werden – nicht schlimm, so lange es keinen Nebel hat. Und weiter Richtung Freetown – und das mitten im Sommer. Weiter zum befohlenen Planquadrat ET55. Kurs zwischen den Rockall Banks und dem Nordkanal, westlich an Irland vorbei in die Biskaya, dann auf der Grenzlinie zwischen den Groß-PQ BE und BF, auch in der Verlängerung in CG, dann zwischen Madeira und den Kanaren auf den Kurs der SL-Konvois, östlich an den Kapverden vorbei zum Ziel ET55.

Dann, am 28.Juni 40 um 13:12 Uhr kommt der Funker mit dieser Meldung: „Kontaktmeldung des B-Dienstes empfangen! Feindlich Kleiner Konvoi, Planquadrat AM 27, Kurs OSO, Geschwindigkeit 5 Knoten!“. Das ist ja genau vor unserer Nase, ich muss den Kurs nur auf Westnordwest korrigieren, weit ist er nicht mehr. Das Wetter ist perfekt: Wind bei 0 m/s, Himmel klar, kein Nebel, besser geht es nicht. Und dann noch die kurze Entfernung – da sind wir gleich da. So ist es auch: um 14:07 Uhr die Meldung von der Brückenwache: „Schiff gesichtet“. Da ist der kleine Konvoi. Leichte Kurskorrektur um eine optimale Schussposition zu bekommen und dann in knapp 5 km Entfernung zum Konvoi „auf Sehrohrtiefe“ befohlen. So ein Typ XI U-Boot ist ganz schön groß und bei bestem Wetter auf recht große Distanz zu erkennen. Angriffssehrohr ausgefahren und die beiden ersten Schiffe der Kolonne identifiziert und aufgeschaltet: ein „Mittlerer Tanker“ und ein „Fischfabrikschiff“, beides wirklich lohnende Ziele. Wir nähern uns wie immer heimlich – und auf einmal ist die Aufschaltung der Ziele bei gut 2 km Entfernung weg. Was ist den nun los? Ein Blick durch Sehrohr offenbart die Misere: „Nebel zieht auf“. So eine Sauerei! Da hat man mal gutes Wetter und dann das. Aber ich gebe nicht auf. Der Kurs stimmt ja und der Horcher meldet fleißig die Kontakte. Schemenhaft kommen die beiden ersten Schiffe in Sicht. Ein Torpedo auf das Fischfabrikschiff und zwei auf den Mittleren Tanker.



Alle Torpedos treffen, aber wider Erwarten sinkt das Fischfabrikschiff nicht, ebenso der Tanker. Gleich den vierten Bugtorpedo als Aufschlagzünder in den Tanker gejagt. Treffer und das war es dann für ihn. Das Fischfabrikschiff liegt still, also vor seinem Bug queren und den Hecktorpedo zum Einsatz bringen.



Das klappt auch wie erwartet und mit Rohr 5 hat es den Rest bekommen. Dennoch, nur wegen diesem abrupten Wetterwechsel 5 Torpedos für zwei Schiffe verbraucht. Nicht so wie erhofft.



Zum Glück ist der Wind noch nicht stärker geworden, so können die internen Torpedos auf Sehrohrtiefe nachgeladen werden. Als der Rest des Konvois auf knapp 2 km Entfernung war habe ich „Auftauchen“ befohlen. Der Wind war immer noch „harmlos“ und der Niederschlag gering, sodass die externen Torpedos nachgeladen werden konnten – alle bis auf zwei, da musste wegen starker See abgebrochen werden. Dennoch, der Konvoi hat zwei Schiffe mit etwas über 15.000 BRT verloren.
Weiter wie oben beschrieben in Richtung Ziel-PQ. Beim nächsten Wetterwechsel können auch die nächsten externen Torpedos nachgeladen werden, sodass alle internen Plätze belegt sind. Meine Vermutung, auf der Grenzlinie BE-BF etwas zu finden, hat sich bestätigt. Am 3. Juli um 3:30 Uhr meldet die Brückenwache: „Schiff gesichtet“. Ein „Schneller Trampdampfer“, unbewaffnet und wir sind schon ziemlich nahe dran. Also Überwasserangriff, ein Torpedo auf 8,7 m Tiefe und Magnetzündung eingestellt und LOS!



Er hat uns zwar entdeckt und blendet uns auf der Brücke mit seinen Suchscheinwerfern – hilf ihm aber nichts. Torpedotreffer uns „Abwärts bitte“. Weiter gut 6.800 BRT auf unserem Konto. So langsam kommt Tonnage auf unser Konto, wird wohl noch eine interessante Feindfahrt, zumal der Brite so tief im Süden wohl kaum deutsche U-Boote vermutet. Der hat zurzeit ganz andere Sorgen. Endlich mal besseres Wetter – und wir werden hübsch vom Mond angestrahlt.



Neben ein paar Spaniern und Portugiesen kommt die nächste Sichtung eines feindlichen Schiffes am 5. Juli 40 um 9:30 Uhr. Ein Frachter vom „Typ M22“, nicht schlecht. Auf Sehrohrtiefe und Angriff! Zwei Torpedos abgefeuert, der erste trifft, der zweite ist ein Abpraller – Mist.



Um den angeschossenen Frachter herum manövriert und ihm mit dem Hecktorpedo den Rest gegeben. Wieder mal gut 5.700 BRT auf der Habenseite. Und immer weiter zum Ziel-PQ. Dann am 9. Juli um 13:34 die nächste Schiffssichtung in DH48, etwas westlicher einer gedachten Linie „Westspitze Madeira – Westspitze Kanaren“. Durch das Fernglas geschaut und ich dachte, es ist ein Passagierdampfer – hatte aber die Anzahl der Masten nicht beachtet. Es war ein „Großer Passagierdampfer“ mit vier Masten. Selten zu sehen – bisher noch nicht. Also wieder auf Sehrohrtiefe und Angriffskurs korrigiert.



Ein Torpedo abgefeuert und getroffen. Da das Schiff nicht bewaffnet ist „Auftauchen“ befohlen um zu sehen, ob es sinkt oder noch einen Fangschuss braucht. Aber es ist auch so gesunken.



Hat sich gelohnt, denn der „Große Passagierdampfer“ ist mit über 10.000 BRT 2.000 BRT größer als der „Passagierdampfer“, wie wir ihn auf der 2. Feindfahrt am 3. September 1939 versenkt haben. Damit hatten wir die 40.000 BRT Grenze an versenkten alliierten Schiffsraum überschritten, was den BdU zu folgendem Funkspruch veranlasste: „Von: BdU|An: U-123|Gratulation. Exzellente Resultate!“. Obwohl wir noch gar nicht im Ziel-PQ waren.

Die Fahrt dahin zu ET55 war alles andere als interessant. Dauernder Wechsel zwischen gutem Wetter, Nebel und Sturm. Befehlsgemäß haben wir ET55 die 24 Stunden patrouilliert, aber weder auf der Fahrt dorthin noch im PQ selbst und der Rückfahrt was gesichtet oder gemeldet bekommen, obwohl ich auf der SL-Route gefahren bin. Trotz der bisher guten Ergebnisse ist man doch etwas frustriert zurück gefahren – denn der Diesel wurde immer weniger. Zwar hatten wir über Funk schon mitbekommen, dass die französischen Atlantikhäfen Brest, Lorient und St. Nazaire in deutscher Hand waren, aber es gab keinen offiziellen Befehl, diese Häfen anzulaufen. Daher gilt für uns immer noch Wilhelmshaven als Basis – und dafür brauchen wir dringend Diesel. Also irgendwo in Spanien Diesel bunkern – entweder in Cadiz beim Motorschiff „Thalia“ oder in Vigo beim Versorger „Bessel“.Und der Weg dahin ist noch lang.

Auf dem „Rückweg“ haben wir dann am 23. Juli 40 um 17:24 Uhr zwei britische Schiffe, die zusammen gefahren sind, in PQ DT69 entdeckt. Ein „Kleines Motorschiff“ und einen „Erzfrachter II“. Nicht so groß, aber besser als nichts – und wir hatten ja noch genügend Torpedos.





Nur: wie zum Teufel kommt dieser englische Pirat an Wehrmachts-LKW vom Typ „Opel Blitz“ heran? Wo hat er die denn gestohlen?



So geht das nicht. Ein deutscher Wehrmachts-LKW wird niemals auf britischer Seite gegen uns kämpfen. Die beiden Schiffe anvisiert und versenkt. Ich habe mich dann entschlossen, das Motorschiff „Thalia“ in Cadiz anzusteuern, Vigo ginge zwar gerade noch, war mir aber zu riskant – denn Segel haben wir nicht an Bord. Am 30. Juli 40 erreichen wir in den frühen Morgenstunden den Hafen Cadiz und docken am Motorschiff „Thalia“ an.



Um 8:07 Uhr haben wir den Diesel gebunkert – leider nicht voll aufgefüllt – und sogar noch zwei Torpedos bekommen, leider nur vom Typ TI. Aber was soll es.



So gerüstet können wir unsere Fahrt fortsetzen. Schade, dass wenn man mal in Spanien festmacht das Wetter alles andere als „südländisch“ ist.



Am frühen Abend des 30. Juli 40 sichten wir um 19:20 Uhr nicht weit von Cadiz in CG86 einen Standardfrachter – Angriff auf Sehrohrtiefe, wegen der feindlichen Flieger, hatten wir ja schon mal.



Zwei Torpedos und das Schiff ist sauber in der Mitte auseinander gebrochen



Was mich in der Gegend stört, sind diese „neutralen“ Spanier. Man kann sich nicht sicher sein, dass sie keine U-Boot-Meldung abgeben – und der Feind hört ganz bestimmt mit.



Damit nicht genug. Am 31. Juli 40 haben wir in CG82 noch ein „Werkstattschiff“ versenkt.



Ich überlege mit dem LI und dem Obersteuermann, ob wir mit der uns verbleibenden Dieselmenge bis nach Wilhelmshaven kommen. Dann, um exakt Mitternacht zum 1. August 1940 kommt dieser Funkspruch vom Bd:



Er wird um 4:00 Uhr am 1. August 40 noch mal wiederholt und präzisiert.



Damit ist klar: wir fahren nicht mehr nach Wilhelmshaven, unsere neue Heimatbasis ist Lorient. Da war noch keiner von uns, wir sind alle mal gespannt, was uns da erwartet. Zumindest hat der BdU sein Hauptquartier dort aufgeschlagen, wir sind also nicht weit von ihm weg.

Also gut – Kurs Lorient. Ist ja nicht mehr so weit. Um 6:51 Uhr am 1. August 40 die nächste Schiffssichtung in CG54 – und dann noch ein „AC-4 Frachter“. Der ist fällig, der kommt mir wie gerufen.



Und versenkt. Wieder knapp 9.000 BRT feindlichen Schiffsraum zu den Fischen geschickt.



Damit haben wir mehr als 60.000 BRT alliierten Schiffsraum versenkt – eine ganz schön stattliche Zahl. Der BdU hat uns dann dieses „Glückwunschtelegramm“ gefunkt.



So, nun ist es genug, jetzt geht es ab nach Lorient. Ich wähle die Einfahrt zwischen Festland und vom Westen kommend nördlich der Île de Groix. Die Insel im frühen Morgengraueen.



Interessant ist natürlich die „alte Festung“ mit ihren nicht gerade hochmodernen 28 cm Geschützen auf Frontpivot. Eher etwas für die Schau als für den Kampf.





Und was uns alles so an „Wachbooten“ empfängt“. Ein Geschütz auf einem Fischtrawler und fertig ist das Vorpostenboot. Na, so geht das nun auch nicht, selbst wenn Material und Personal knapp sind.



Aber ein schöner Morgen an diesem 6. August 1940. Alles sieht noch so friedlich aus, obwohl es gerade erst von der Wehrmacht überrannt wurde. Die Landschaft und die Bauernhöfe, einfach nur schön nach 47 Seetagen so etwas zu sehen.



Einlaufen ins Hafenbecken von Lorient um 6:59 Uhr an diesem Morgen.



Nach 47 Tagen auf See, gestartet in Wilhelmshaven nach Planquadrat ET55, einmal um Großbritannien herum, aufgetankt in Cadiz und in Lorient eingelaufen. 11 Schiffe (davon ein Zerstörer) mit gut 64.000 BRT versenkt und eine Menge Orden und Beförderungen verteilt. War nicht schlecht.



Jetzt steht uns der Atlantik ohne lange Anmarschwege offen. Wird eng für die Alliierten, oder „Jetzt geht es rund, sagte der englische Spatz und flog in den Ventilator“. Die U-Boot-Waffe wird es schon richten.
Mal sehen, was sonst noch so kommt.

Gruß
rowi58



Im Nichts liegt die Unendlichkeit des Seins.
Folgende Benutzer bedankten sich: Magic1111, UhUdieEule, Wurmonkel, Schipper, kpt.nemo67, kohlenpott, m1ndw4lker, ericlea, Nattou76, Theodor0815

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Werbung

Moderatoren: Magic1111
Powered by Kunena Forum