Frage [Victoria 2/Osman. Reich] Szene: Wien | Take: 1 | No.: 3

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9 Jahre 11 Monate her #1038956 von Marvin
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Es war einmal, vor langer langer Zeit, in einem weit entfernten Land, ein Herrscher, groß und mächtig in seinen Augen, klein und unbedeutend in denen anderer. Er regierte voller gütiger Grausamkeit und ideenloser Vielfalt, voll von weitsichtiger Unsicherheit und ...

»Ich weiß ja nicht, aber irgendwie hatte ich mir eine Chronik meiner Herrschaft … anders vorgestellt etwas weniger … märchenhaft.« sagte Marvin zu dem kleinen Schreiberling der nervös seine Bewerbung absolvierte als Chronist des von Marvin neubegründeten Geschlechts, der Marvinger, ein großes Geschlecht mit einer großen Zukunft voll von Ruhm und Ehre, ein Geschlecht voller Tatendrang und Mut ... wahrscheinlich hätte Marvin sie einfach selbst schreiben sollen.

»Ich bin immer noch der Meinung, dass das Osmanische Reich größere Probleme hat, als die marvingische Herrschaftschronik.« erwiderte der Großwesir, also der Ältere, also Harry 1. Harry 2 stimmte ihm zu, ganz schlechtes Zeichen.

»Weil Sie das große Ganze nicht sehen, Corporal.« Niemand weiß, warum er ihn plötzlich Corporal nennt. »Durch einen eigenen Chronisten kann man verhindern, dass man im falschen Licht steht, die Staufer haben das auch gewusst, und was war die Folge? Friedrich Barbarossa haust angeblich noch immer im Kyffhäuser um irgendwann das deutsche Volk zu retten und einen seiner Nachfolger nennt man noch heute Stupor Mundi!* Verstehen Sie, Sergeant?« Niemand weiß, warum er ihn plötzlich Sergeant nennt.

»Und Ihr Reich ist heute in viele großteils unwichtige Splitterstaaten zerteilt.« antwortete der Großwesir

»Touché, Großwesir.« Niemand weiß, warum er ihn … okay, eigentlich ist es diesmal offensichtlich. Doch sind wir damit im Beginn unserer heutigen MärchenGeschichtsstunde, der Chronik des Marvinger Geschlechts. Ein Geschlecht, dass zu besagtem Augenblicke seit bereits -20 Jahren existierte. Schließlich trat es bereits 1836 auf den Plan der Historie nur um dann rätselhafterweise zu verschwinden und 1816 wieder aufzutauchen.

Dieses Arabische war in Marvins Augen eine schreckliche Sprache, am Liebsten würde er sie zu den toten Sprachen ablegen, denn nur die Toten hatten genügend Zeit diese Sprache in all ihren Umfängen zu lernen. Kein Wunder, dass selbst Araber Kurse brauchten um den Koran zu verstehen, der doch in arabisch geschrieben worden ist.

»Sie verdrehen vollkommen die Tatsachen.« beschwerte sich Harry der Ältere

»Tatsachen muss man kennen, um sie verdrehen zu können.« erwiderte Marvin und zu seinem Erstaunen fiel seinem Großwesir dazu offenbar nichts ein, weswegen er einfach still blieb.

»Wir könnten doch den Koran übersetzen lassen, um seinen Inhalt in die Welt zu bringen.« schlug Marvin vor.

»Sind Sie denn vollkommen verrückt? Der Koran ist das Wort Gottes, eine Übersetzung wäre eine Interpretation und damit ein Frevel, viele denken es sei besser den arabischen Koran zu lesen ohne ihn zu verstehen, als eine Übersetzung zu lesen.* Eine Übersetzung … wie erkläre ich das einem Christen … wäre wie vom Baum der Erkenntnis zu essen.« erwiderte Harry erbost.

»Es geht nicht darum vom Baum der Erkenntnis zu essen, Harry.« sagte Marvin. »Es geht darum Garten Eden abzuholzen.« Harry fiel die Kinnlade herunter. »Keine Angst, ich mache doch nur Spaß.« Marvin fiel auf, dass er schon in die gefährliche Angewohnheit dieses Zeitalter geriet, viel zu viel Zeit mit der Religion des eigenen Staates zu verschwenden
Doch noch war die Zeit des Sinnlosen nicht vorbei, ein Gesandter kam herein, wild schnaufend, Schweiß rann sein Gesicht herunter, Blut tränkte seine einfachen Schuhe, sein Kopf war rot, seine Augen weiß.

»Ich sehe, Sie haben sich beeilt.« begrüßte Marvin den Gesandten und freute sich, dass es noch derart engagigierte Angestellte in Nationen gab, warum hatte er keine davon.

»Was? Beeilt? Nein. Aber … soviele Treppen … hohes Gebäude … gibt es bei uns nicht.« stammelte er und ging zu Boden. Marvin befahl ihn wegzuschaffen, damit er keinen Fleck auf seinen schönen Teppich machte, während der Großwesir die Botschaft verlaß.

»Murzuk bietet Ihnen ein Bündnis an.«
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[tr:3k5fledl]»Was zur Hölle ist Murzuk?« fragte Marvin und hatte bereits das Interesse daran verloren, da gerade etwas viel interessanteres geschah: Eine Fliege krabbelte über seinen Tisch.

»Murzuk ist die Hauptstadt von Tripolis.« erwiderte der Großwesir.

»Was ist dann Tripolis?«

»Die Nation«

»Nein die Stadt.«

»Nein, die Nation.«

»Nein, was ist die Stadt Tripolis, da im Norden?«

»Ach die, die ist unwichtig, weil nicht in tiefster Wüste.«

»Das klingt … logisch.« erwiderte Marvin und beschloss es zu ignorieren. »Als nächstes werden Sie mir erzählen, dass die Hauptstadt von Brasilien nicht Brasilia ist.«

»Brasilia?«

»Egal, ich muss eine Antwort verfassen.«

Sehr geehrter Herr … egal,

Ihr Bündnisangebot müssen wir leider ablehnen, da es das Osmanische Reich verweigert mit Staaten zu verhandeln, die eine Stadt mit demselben Namen wie die Nation nicht zu ihrer Hauptstadt macht.


Mit verächtlichen Grüßen,

Marvin, Sultan und Kalif des Osmanischen Reiches.


Der wahre Grund war natürlich ein anderer, ein Bündnis mit Tripolis wäre für die zukünftigen Pläne des Osmanischen Reiches nur hinderlich gewesen, hauptsächlich für den Punkt: "Eroberung von Tripolis", die Zeiten in denen Staaten Bündnisse als … gutgemeinte Empfehlungen betrachtet haben waren vorbei. Im Zuge der Kriegsvorbereitungen musste natürlich auch die Armee inspiziert werden, sie bestand wie 1836 zu einem Großteil aus Freischärlern, also untauglichen Truppen, deren Loyalität nicht in Frage stand, da nicht vorhanden. Es gab Regimenter, die aus trainierter Infanterie bestand, leider waren sie hauptsächlich im Säbelkampf trainiert und neigten dazu Gewehre als Knüppel zu benutzen, was bei den Vorderladern dieser Zeit evt. sogar die effizientere Einsatzmethode war. Es gab auch noch Artillerie, doch viel war nicht mehr von der gefürchteten Kanonenarmee übrig, die im 16. Jhd. Europa in Angst und Schrecken versetzte, als sie sich auf Wien einschoss*. Und das was übrig war, war augenscheinlich noch auf dem damaligen Stand der Technik, mit dem Nachteil, dass niemand mehr da war, der sie bedienen konnte. Alles in allem perfekte Vorrausetzungen für einen Krieg! [/tr:3k5fledl]



[tr:3k5fledl]Doch Tripolis war geschwächt, es war gerade mal ein halbes Jahr vergangen seitdem die USA im zweiten Barbareskenkrieg Tripolis dafür brennen ließ, dass sie es wagten amerikanische Handelsschiffe anzugreifen (und für Ihren Leichtsinn, dass sie höchstpersönlich den USA den Krieg erklärten)* Die Armee dieses kleinen Barbareskenstaates belief sich 1816 im Zuge der Auswirkungen dieses phänomenal verlorenen Krieges auf gerade einmal dreitausend Mann und diese waren desorganisiert, desilliusioniert, demotiviert, demoliert und de … usw. So ließ ich den Gesandten Tripolis zu mir bringen, der sich noch in unserem Kerker erholte, stopfte im die Kriegserklärung in den Mund, den Gesandten selbst in ein Paket und ließ ihn nach Tripolis schicken. Auf einem Kamel! [/tr:3k5fledl]



[tr:3k5fledl]Auf der Stelle wurden die Angriffsvorbereitungen getroffen, zwar würde die Kriegserklärung mit hoher Wahrscheinlichkeit erst nach den Truppen in Tripolis eintreffen und Kriege ohne Kriegserklärung galten allgemein als … sagen wir einfach, moralisch fragwürdig, doch in Marvins Augen war mit dem Absenden der Kriegserklärung die osmanische Pflicht getan und ohnehin würde sich kaum jemand für die Beschwerden einer unwichtigen nordafrikanischen Provinz interessieren. Truppen aus der Hauptstadt wurden mit der osmanischen Flotte vor die Küste Tripolis gebracht, nicht aus Notwendigkeit, sondern einfach um aus purer Eitelkeit die Flotte einmal ausfahren zu lassen. Das Marvin (ohne eine Seeschlacht!) dabei drei Schiffe verlor, war es ihm allemale wert. Die Landtruppen des Gegners wurden weitgehend ignoriert. [/tr:3k5fledl]



[tr:3k5fledl]Doch irgendwann musste die gegenerische Armee natürlich den Osmanischen Truppen Rede und Antwort, also Schuß und Fall stehen, also beschloß Marvin in seiner unendlichen taktischen Brillanz einen genialen Masterplan zur Vernichtung der gegnerischen Truppen durchzusetzen:

»Angriff!«

»Wo denn?«

»Überall!«

Nach einer kurzen Schnitzeljagd durch die Wüste konnten die gegnerischen Truppen in Ghat festgenagelt werden, da sie vor lauter Wüste im Kreis gelaufen waren und sich plötzlich hinter den osmanischen Truppen wieder fanden. Sie marschierten sieben Kilometer in dieser Formation, bevor ihnen der Fehler auffiel. So oder so, die Schlacht war kurz und hart, Offiziere gab es noch keine, die Truppen liefen einfach wild hin und her, auf beiden Seiten waren die Verluste durch Eigenbeschuss höher als durch den Feind und am Ende ergaben sich die traurigen Reste der gegnerischen Armee vollständig.
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[tr:3k5fledl]Der Rest des Krieges war nutzloses Herumgestehen osmanischer Truppen, da Regierungen dieser Ära es für vollkommen paradox hielten einen Krieg aufzugeben, nur weil ihre gesamte Armee vernichtet worden war. Doch pünktlich zum heiligen Feste, das ich natürlich als Kalif nicht als solches bezeichnen durfte, waren wir soweit diesen Barbaresken einen gar herrliches Weihnachtsgeschenk zu bereiten: Sie durftn heim ins Reich! [/tr:3k5fledl]



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