Schatten des Krieges (ein Red Orchestra 2 AAR)

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5 Jahre 4 Monate her #1 von Schuetze66
Ich wollte mich auch mal an einem AAR versuchen und hab mir das Spiel Red Orchestra 2 Heroes of Stalingrad ausgewählt.
Ich veröffentliche hier mit dem Beitrag den Prolog und warte dann die Reaktionen darauf ab. Bei positiver Resonanz werde ich das erste Kapitel ebenfalls veröffentlichen und dann weiter schreiben. Ich hoffe, dass mein Schreibstil einigermaßen gut ankommt und wünsche viel Spaß beim lesen. :)

Kritik bitte in den Thread: Kritik hier!



Schatten des Krieges

Prolog:

Es war heiß und stickig. Die Luft im Transporter schien durch den Schweiß der Männer schon klamm. Wir saßen zu sechzehn auf der Ladefläche unseres Sd.Kfz.. In zwei Reihen saßen wir uns gegenüber. Den Rücken zur Außenwand. Es war ein Halbkettenfahrzeug vom Aussehen einem Pritschenwagen ähnlich, dass vorne zwei Räder hatte und hinten ab Beginn der Ladefläche Ketten.
Es war der 30. August 1942 und ich befand mich mit meiner Division irgendwo in der Russerei kurz vor Stalingrad. Die Luftwaffe hatte schon mit unzähligen Maschinen die Stadt ausgebombt und wir vermuteten zwar, wie vom Russen gewohnt, Widerstand, aber nicht allzu Großen. Bis dahin lief es für die 16. Panzer Division eigentlich recht gut. Wir schoben die Front eine Zeit lang nur vor uns her und der Russe wusste durch unsere massiven Angriffe oftmals gar nicht wie ihm geschieht. Trotzdem waren alle Soldaten des Schützenregimentes 79 in Aufruhr. Die Stadt die es einzunehmen galt war nicht irgendeine Stadt in Russland und das wussten wir alle ganz genau. Wir hatten es im Gefühl, dass wir in etwas hineingeraten, aus dem wir ohne einen Schrecken nicht herauskommen sollten. Wir waren schon so weit vorgestoßen und hatten vieles gesehen. Viel erlebt und darunter einiges was man einfach nur vergessen wollte.
Manchmal kam der Nachschub Tage später wie geplant oder auch manchmal gar nicht und wir mussten von Vorräten leben oder vergriffen uns das ein oder andere Mal am Hab und Gut der Zivilbevölkerung, falls nach dem Rückzug der Roten überhaupt noch was davon da war. Wo der Ivan konnte nahm er alles beim Rückzug mit oder verbrannte es. Es schien oft aussichtslos, doch wir hielten durch. Was blieb uns auch anderes übrig?
Die gesamte Situation war für mich und meine Kameraden eine einzige Belastungsprobe. Auf der langen Fahrt durch Russland wurde nicht viel gesprochen und wir machten uns auf den Weg zu unserem ersten Kampf mitten im Herzen Russlands.
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5 Jahre 3 Monate her - 5 Jahre 3 Monate her #2 von Schuetze66
Spartanowka Kapitel 1 Teil 1/4

Spartanowka, 31. August 1942

Generalleutnant von Hube bekam am Abend des Vortages vom Oberkommando den Auftrag im Nord-Westen Stalingrads den Ort Spartanowka zu nehmen. Laut Informationen, die man uns gegeben hatte, waren die Russen zwar dabei eine Verteidigung zu errichten, aber diese sei noch lange nicht fertig gewesen und es würde sich nur um wenige stationäre Maschinengewehre und ein paar Sandsackwälle handeln sowie einer Truppenstärke von in etwa siebzig Mann. So genaue Informationen hatten wir selten vor Angriffen. Unsere Aufklärungstrupps und die Luftaufklärung haben ganze Arbeit geleistet. Und genau das beunruhigte die Truppe, denn wir waren zwar immer bestens vorbereitet, doch so durchdacht und so gut geplant war es selten. Es gab auch kaum Grund dazu. Nicht selten waren Angriffe – selbst welche auf Städte und Ortschaften – für die Infanterie leicht zu bewältigen. Falls man im Krieg jemals etwas als „leicht“ bezeichnen konnte. Vor jedem Angriff fiel die Luftwaffe mit StuKas und manchmal auch mit großen Bombern über die Russen her und kurz vor und während dem Angriff stampfte die Artillerie aus sicherer Entfernung den Gegner in den Boden. Zuletzt kamen dann Stoßtruppen, die sich um die verbliebenen zersprengten Russen kümmerten.
Am frühen Morgen gab uns Leutnant Mertens die direkten Befehle des Stabs weiter. Und erklärte meiner Mannschaft Situation und Vorgehensweise.
Zuerst mussten wir die kleine Kirche am Westrand der Ortschaft erstürmen. Vom Trommelfeuer dreier Maschinengewehre geschützt, sollten zwei Stoßtrupps bestehend aus jeweils fünfzehn Grenadieren sich der Kirche nähern und schließlich in sie eindringen. Ihnen folgten fünf Schützen sowie ein leichtes MG. Danach hieß es die Stellung zu sichern und weitere Vorstöße vorzubereiten.


Letzte Änderung: 5 Jahre 3 Monate her von Schuetze66.
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5 Jahre 3 Monate her - 5 Jahre 3 Monate her #3 von Schuetze66
Spartanowka Kapitel 1 Teil 2/4

Gesagt – getan. Wir fassten Waffen und Munition und starteten die Offensive.
Ich erschrak als die MGs anfingen zu schießen. Ein heilloser Hagel aus Blei peitschte durch die Luft. Fähig und im Willen alles zu töten was ihm im Weg steht. Jeden Schuss spürte man und der Körper bebte. Angst und Nervosität war jetzt in jedem Gesicht zu sehen. Egal wie die Männer sich anstrengten, keiner konnte es mehr verbergen. Doch plötzlich wurde es Still und das Hämmern der Kugeln wich schreien von Verwundeten. Wie traumatisiert saßen wir hinter einem kleinen Erdhügel und wussten, dass wir jetzt vor einer harten Probe stehen. „Los! Los! Los!!“, schrie irgendwer und der Stoßtrupp setzte sich in Bewegung. Arme Teufel. Schleunigst verließ ich meine Deckung um Feuerschutz zu geben.





Doch Kimme und Korn fanden kein Ziel. Niemand der uns aufhielt. Kein Schuss fiel. Kein einziger. Als die ersten Grenadiere die niedrige Mauer vor der Kirche erreicht hatten, brachten sie sich dort in Stellung und warteten. Urplötzlich wieder Schüsse. Die Russen hatten unseren Angriff bemerkt, doch wussten sie nicht was sie erwartet. Wir Schützen zielten auf die Fenster und Ausgänge der Kirche und warteten geduldig darauf einen zu erwischen, der es wagte die Lage zu unterschätzen. Und so kam es dann auch. Wir schossen drauf los. Über die Köpfe unserer Kameraden die an der Mauer saßen hinweg. Die Angst wurde durch Wut ersetzt und der Wut folgte die Gleichgültigkeit. Der Mann neben mir war ein selbst für Soldatenverhältnisse junger Mann. Wenn überhaupt gerade erst 19 Jahre. Er erlangte vermutlich den ersten Treffer und als er den leblosen Körper durch das Visier seines G41 fallen sah brüllte er voller Euphorie: „Ich habe ihn! Ich habe ihn erwischt!“. Ob ich der einzige war, den das irritierte? Ich weiß es nicht. Das war das erste mal, dass mir klar wurde welche Seite dieser Krieg von uns hervorbringt.



Nach einem kurzen Feuergefecht drang der Stoßtrupp in die Kirche ein. Ein paar wenige Schüsse hallten aus dem stark beschädigten Gebäude und man gab uns ein Handzeichen aufzurücken und die Flanken zu sichern. Wir waren erleichtert, denn das erste Hindernis war genommen. Ohne einen einzigen Verloren zu haben, haben wir die Kirche genommen. Doch war der Angriff lange noch nicht vorüber und der Feind mobilisierte seine Kräfte. Was passieren wird wussten wir nicht. Startet der Ivan einen Gegenangriff? Bereitet er eine unüberwindbare Verteidigung vor? Wir wussten es nicht. Und uns blieb nichts anderes übrig als Befehle abzuwarten und uns solange zu verschanzen.

Letzte Änderung: 5 Jahre 3 Monate her von Schuetze66.
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