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Jugend

Kaiser Augustus 

 

Augustus mit Bürgerkrone

 

23. September 691 a.u.c. - 19. August 767 a.u.c.
23. September 63 v. Chr. - 19. August 14 n. Chr.



Imperator Ceasar Divi filius Augustus, Pontifex Maximus, Consul XIII, Imperator XXI, Tribuniciae potestatis XXXVII, Pater Patria (z.D. Imperator Ceasar, Sohn des vergöttlichten, der Erhabene, Höchster Priester, 13 mal Konsul, 21 mal Imperator, 37 mal Inhaber der Tribunizischen Gewalt, Vater des Vaterlandes) oder Princeps/primus inter pares (z.D. Erster unter Gleichen). Mit all diesen Titulierungen ist in der Geschichtsschreibung nur eine große Persönlichkeit gemeint, Gaius Julius Caesar Augustus Octavianus, der erste Kaiser des Römischen Reiches. Ein Mann, der im Kampf um die Macht, wie auch schon sein Großonkel Gaius Julius Caesar, kein Gesetz und keine Skrupel kannte. Aber als er sie erstmals inne hatte, sie klug einsetzte.

 

 Geburt und Jugend

 

Der Mann der später als der Erhabene in die Geschichte eingehen würde, wurde am 23. September 691 a.u.c./63 v. Chr. als Gaius Octavius in Rom geboren. Er war Sohn von Gaius Octavius und seiner Frau Atia. Außerdem hatte er eine ältere Schwester, Octavia, die 6 Jahre zuvor geboren wurde. Seine Familie gehörte dem Römischen Ritterstand an, was dem niederen Landadel entspricht. Der Vater des späteren Augustus, verfolgte als erster seit langem in der Familie wieder eine politische Karriere und gelangte bis zur Prätur. Doch dieser starb schon 58 v. Chr.
Der junge Octavius wuchs daraufhin zunächst auf dem Landgut seiner Großmutter Iulia, Schwester von Gaius Julius Caesar, und später im Haus seines Stiefvaters in Rom selbst, auf. Der junge Octavius war ein kränklicher Mensch, der auf einem Fuß hinkte. Außerdem zog er Ballspiele oder Würfelspiele anderen Aktivitäten vor. Die wohl besten Freunde seiner Jugendtage waren Marcus Vipsanius Agrippa und Salvidienus Rufus, beide würden später hohe Ämter unter ihm bekleiden. Seine Großmutter verstarb im Jahr 51 v. Chr. und nach Sueton hielt er die öffentliche Leichenrede. Und 49 v. Chr. legte er die Toga Virilis an (Männertoga) somit galt er als erwachsener Mann in der Römischen Gesellschaft. Mit 16 Jahren wurde er, wohl auf betreiben seines Großonkels Caesars, in das Kollegium des Pontifices aufgenommen. Damit war er einer der verantwortlichen für Zeremonien und Opfer sowie den staatlichen Gottesdienst. Ein Jahr später war Octavius sogar der Praefectus urbi von Rom, während des Latinerfestes. Da die Konsuln zu den Feierlichkeiten auf dem Albanus Mons (heute Monte Cavo), an einem Tempel des Iuppiter Latiaris weilten. Damit war er in der Zeit für die Amtsgeschäfte der Stadt Rom verantwortlich. Im Jahr 46 v. Chr. ließ Caesar ihn an seinen Triumphzug anlässlich zum Sieg im Bürgerkrieg teilnehmen.

 

Aufstieg

 

Antritt eines großen Erbes

 

Im nächsten Jahr durfte der nun 19 Jähre Octavius am Feldzug Caesars, gegen die Söhne des Pompeius, in Hispania teilnehmen. Dort beeindruckte er offenbar seinen Großonkel durch seine Tapferkeit. Im nächsten Triumphzug war es ihm damit erlaubt im zweiten Wagen zusammen mit Brutus zu fahren. Im ersten waren es Caesar selbst und Antonius. In einem nächsten geplanten Feldzug, gegen das Perserreich der Parther, sollte er als Magister equitum (Befehlshaber der Kavallerie) teilnehmen. Daher wurde er zusammen mit seinen Freunden Agrippa und Rufus, die ebenfalls schon in Hispania gekämpft hatten, nach Apollonia (heute i. Albanien) vorrausgeschickt. Dort erreichte Octavius 44 v. Chr. die Nachricht das Caesar ermordet wurde. Während seiner Rückreise in die Hauptstadt, erfuhr er auch, dass er von Caesar als Haupterbe eingesetzt, sowie von ihm adoptiert wurde. Seine Mutter Atia und sein Stiefvater Phillipus rieten ihm das Erbe auszuschlagen. Aber bei allem was Caesar für ihn getan hat, konnte er das Erbe aus Gründen der pietas (Ehrerbietung) nicht ausschlagen. In Rom angekommen nahm er schließlich das Testament und alle damit verbundenen Verpflichtungen, außerdem den Namen Caesars, an. Laut Sueton ''Sah er es als seine oberste Pflicht an, den Tod seines Großonkels zu rächen."

 

Erste Schritte zur absoluten Macht

 

Aber er musste feststellen, dass Marcus Antonius die Führung des Staates übernommen hatte und die Mörder Caesars aus der Stadt geflohen sind. Sowie das Antonius, als treuer untergebener Caesars und dessen Mitkonsul, die Führung der Caesarianischen Partei beanspruchte. Antonius versuchte daher die Position von Octavianus zu schwächen, indem er ihm die Möglichkeit auf eine Position als Volkstribun nahm und die Auszahlung des Vermögens des Diktators verweigerte. Damit wäre es unmöglich gewesen, die in Caesars Testament ebenfalls vorgesehene Geschenkzahlung von 300 Sesterzen an seine Veteranen und die Bürger Roms zu verwirklichen. Doch Octavian benutzte dafür die in Apollonia beschlagnahmte Kriegskasse, die für den Partherkrieg vorgesehen war und verkaufte auch eigene Güter. Durch dieses Vorgehen erlangte er viele Anhänger, was ihm somit auch politisches Gewicht verschaffte.
Marcus Tullius Cicero, Senator, Konsular und Angehöriger der Optimaten, der nicht zu den Verschwörern gehört hatte, aber dennoch Republikanisch gesinnt war, unterstützte den scheinbar unerfahrenen Octavian - um ihn als mögliches Gegengewicht zu Antonius aufbauen zu können. Er ging darauf ein, hatte aber von vornherein seinen eigenen umfangreichen Beraterstab. Darunter waren neben seinen Freunden Agrippa und Rufus, der wohlhabende Gaius Maecenas, sein Stiefvater Lucius M. Philipus, Athenodoros von Tarsos und Areios von Alexandria als Lehrer und philosophische Berater. Besondere Bedeutung hatten zwei Leute, die zu den engsten Beratern Caesars gehörten und die Octavian sofort übernahm: Gaius Oppius, der die Korrespondenz von Caesar verwaltet hatte und Lucius Cornelius, der Privatsekretär Caesars und Verwalter seiner Amtsgeschäfte in Rom während seiner Abwesenheit.
Ende des Jahres 44 v. Chr. belagerte Antonius, Decimus Brutus in Mutina (Gallia Cisalpina), währenddessen plante Octavian, auf Zureden einiger Leute ein Attentat auf Antonius. Als dieser Plan entdeckt wurde, zog er aus Angst vor möglichen Folgen und unter großen finanziellen Opfern, die Veteranen Caesars zum Schutz von sich selbst und des Staates zusammen. Cicero, der den Kampf gegen Antonius forderte, drängte den Senat schließlich dazu, 43 v. Chr., Octavians angemaßte Militärgewalt zu bestätigen. Der Senat verlieh ihm die Amtsgewalt eines Propraetors über seine Legionen und wurde zum Senator ernannt, und das mit nicht einmal mi 20 Jahren. Zusammen mit einem Senatsheer, unter den Konsuln Hirtius und Pansa, besiegte Octavian, Antonius in der Schlacht bei Mutina. Beide Konsuln starben in der Schlacht und Octavian verlangte nun eines der nun freigewordenen Konsulate für sich. Als der Senat dies verweigerte, marschierte er nun mit seinen Truppen auf Rom. Sueton dazu; "Im Alter von 19 Jahren marschierte er auf Rom, als wäre es eine Feindesstadt. Er sandte boten voraus die im Namen der Armee forderten das Er zum Konsul ernannt werde. Als der Senat zögerte zu gehorchen öffnete Cornelius, der Zenturio der die Delegation anführte, seinen Umhang, zeigte auf den Griff seines Schwertes und sagte; Wenn ihr ihn nicht zum Konsul macht, dann macht es das."

2. Triumvirat

 

Das zweite Triumvirat

 

Rom kam kurz darauf unter seine Kontrolle und er erzwang die Wahl zum Konsul, als er seine Truppen vor der Stadt aufmarschieren ließ. Mittlerweile hatte Antonius Zuflucht bei Lepidus gefunden und hatte wieder mehr Legionen unter seiner Kontrolle. Aufgrund des nun als Rächer Caesars auftretenden Octavians und des erstarkenden Antonius, wechselte er die Seite und verbündete sich mit den Führern der Caesarianischen Partei. Nach dem Vorbild von Caesar, Crassus und Pompeius, bildeten nun Octavian, Antonius und Lepidus das zweite Triumvirat. Kurz darauf beendeten sie auch den Krieg in Phillipi, wo die Caesarmörder ihre Truppen gesammelt hatten, der abgeschlagene Kopf von Brutus wurde vor einem Standbild Caesars niedergelegt. Ende des Jahres 43 v. Chr. ließen sich die drei auf einer Volksversammlung, für 5 Jahre Diktatorische Machtbefugnisse übertragen. Darauffolgend wurden Proskriptionslisten veröffentlicht, die darauf verzeichneten Personen galten als vogelfrei. Octavian wehrte sich zwar zunächst gegen solche Verfolgungen, laut Sueton, aber hat er sie dann unnachsichtiger durchgeführt als alle anderen. So soll er angeblich Leuten, die um Gnade gefleht haben, mit den Worten geantwortet haben: "Man muss sterben" und Personen aus dem Adelsstand, den mittlerweile zum Gott erhobenen Julius Caesar geopfert haben. Außerdem wurden die Gebietsaufteilungen des Römischen Reiches unter den Triumvirn beschlossen, Octavian erhielt die Hispanischen und Gallischen Provinzen, Marcus Antonius den Ostteil des Reichs, Lepidus die Afrikanischen Provinzen und Italien wurde von allen dreien verwaltet. Octavian fiel zudem die schwere Aufgabe an, die Veteranen in Italien anzusiedeln. Dabei erhielt er schlussendlich von niemanden ein Dank, den die Landbesitzer beschwerten sich, dass sie vertrieben würden und die Veteranen, man sie nicht ihren Verdiensten entsprechend behandeln. Aufgrund der Landverteilung, kam es nun auch zu einem Konflikt zwischen Octavian und Lucius, dem Bruder von Antonius, den aber Octavian für sich entscheiden konnte. Bei dem daraus resultierenden Konflikt zwischen Octavian und Antonius, bei dem Antonius in Italien landete, wurden beide zu einem erneuten Bündnis gezwungen, da ihre Legionen nicht gegeneinander kämpfen wollten. Es wurde außerdem eine Heirat zwischen Antonius und Octavia, der Schwester Octavians vereinbart. Octavian selber ging in dem selben Jahr eine eheliche Verbindung mit Scribonia ein, diese Ehe war jedoch nur zweckmäßig, da sie eine verwandte des Sextus Pompeius war. Sie schenkte ihm sein einziges leibliches Kind, Julia. Doch noch vor ihrer Geburt verstieß er sie wieder. Octavian selbst dazu; "Ich habe mich von ihr scheiden lassen weil sie rumgenörgelt hat." Im Jahr 38 v. Chr. heiratete er schließlich Livia Drusilla, dies war wohl eine echte Liebesheirat, denn andere Vorteile brachte diese nämlich nicht. Sie war zwar verheiratet doch er zwang ihren Mann sich von ihr scheiden zu lassen. Besonders skandalträchtig war es das er sie schon in sein Haus aufnahm, bevor sie geschieden war. Livia brachte in die ehe die beiden Kinder Tiberius und Drusus, Tiberius würde einmal Nachkomme seines Stiefvaters als Kaisers werden.

Ende des Triumvirats

 

Ende des Triumvirats und der Kampf um die Macht im Reich

 

 Die andere macht außerhalb des Triumvirats war Sextus Pompeius der die Inseln Korsika, Sardinien und Sizilien kontrollierte. Für Octavian war dies eine enorme Bedrohung da man so leicht die Lebensmittellieferungen von Afrika hätte abschneiden können. Daher setzte Octavian alles daran Pompeius' Einfluss zurückzudrängen. Im Jahr 37 v. Chr. wurde der Vertrag von Tarent abgeschlossen, der das Triumvirat um 5 weitere Jahre verlängerte. Um 36 v. Chr. gelang es erst nach einigen Misserfolgen und Niederlagen, Agrippa die Streitmacht von Pompeius, in der Seeschlacht von Naulochoi, zu vernichten. Kurz darauf wurde auch Lepidus ausgeschaltet, da dessen Truppen, die er auf ein Hilfegesuch Octavians nach Sizilien schickte, zu Octavian überliefen. Octavian ließ Lepidus zwar das Leben, wurde aber für immer nach Circeii verbannt.
In den Jahren 35 - 34 v. Chr. führte Octavian kleinere Feldzüge in Dalmatien. Zudem war sein Rivale Antonius eine Beziehung mit der ägyptischen Königin Kleopatra eingegangen, weswegen er Octavia 32 v. Chr. in Rom verstieß. Octavian nutzte dies, sowie dass er seit einigen Jahren damit anfing römisches Territorium an Ägypten zu verschenken, aus, um ihn letzte Anhänger zu entreißen. Octavian dazu in einer Rede; "Wer würde keine Tränen vergießen wenn er sieht und hört was aus Marcus Antonius geworden ist. Jetzt wo er sich losgesagt hat vom Leben seiner Vorfahren und fremdes Barbarisches Brauchtum angenommen hat. Er hat aufgehört uns, seine Landsleute, unsere Gesetze und die Götter seines Vaters zu ehren. Er ist entweder blind oder wahnsinnig. Ich habe gehört und ich glaube, das er von dieser verfluchten Frau verhext wurde. Von nun an sollte ihn niemand mehr als Bürger Roms betrachten sondern als Ägypter." Er zwang sogar die Vestalinnen zur Herausgabe, des bei ihnen hinterlegten Testamentes von Antonius, dies stellte ein unheimliches Sakrileg dar. Es wurde öffentlich verlesen, und darin hieß es das Kleopatras Kinder für Römische Gebiete erbberechtigt seien, das Caesarion als leibliches Kind Caesars anerkannt ist, et cetera.
Als dies bekannt wurde enthob der Senat Antonius von allen Ämtern, erklärte Kleopatra zur Staatsfeindin und erklärte Ägypten den Krieg. Mit diesem Schachzug hat er mit den schlimmsten Befürchtungen Roms spekuliert, indem er behauptet das Marcus Antonius plane, den Regierungssitz nach Ägypten zu verlegen und Rom einer fremden Königin zu unterstellen. Er bildet die Vorstellung von der fremden Königin, die im Triumph durch die Ruinen der Hauptstadt zieht. Da aber Oktavian nun die Amtsgewalt für die Kriegsführung fehlt, 32 v. Chr., ließ er sich zum Führer Italiens ausrufen, dem der Westen den Treueeid schwören musste und übernahm für das folgende Jahr das Konsulat. Mit dieser rechtlich abgesicherten Position entfesselte er 31 v. Chr. die Kriegshandlungen, indem er Truppen nach Griechenland, Antonius' Machtbereich, übersetzen ließ. Bei Epirus konnte er Antonius Truppen eischließen und monatelang blockieren. Die letzte Möglichkeit, die es gab, war ein Ausbruchsversuch der in die Seeschlacht bei Actium endete.
Agrippa konnte erneut den Sieg für Octavian erringen und Kleopatra wie Antonius in die Flucht schlagen. Vergil schrieb dazu; "Im Zentrum konnte man die Flotten aus Bronze sehen, strahlend, mit ihren Kriegern, die Wellen Goldglänzend. Auf der einen Seite führte Octavian seine Truppen in die Schlacht, hinter ihm der Senat, das Volk Roms und dessen große Götter. Auf der anderen Seite, mit Barbarischen Prunk, bunten Waffen und Oh Schande, mit seiner Ägyptischen Frau steht Marcus Antonius mit den Truppen des Orients." Octavian zog sich daraufhin in die Winterquartiere zurück, wo ihn die Nachricht aufschreckte, dass seine Armee nach Actium und nach Brindisi vorrausgeschickt, meuterte. Sie forderten Entlassung und Belohnung. Octavian machte sich sofort auf dem Weg nach Brindisi, um dort alles zur Zufriedenheit der Soldaten regeln. Er blieb noch weitere 27 Tage dort, ehe er sich mit seinem Heer über Asien und Syrien nach Ägypten aufmachte. Nach kurzer Belagerung eroberte er Alexandria. Kleopatra, die er gerne im Triumphzug in Rom vorgeführt hätte, hatte sich selbst durch einen Schlangenbiss getötet. Marcus Antonius, der letzte Unternehmungen für Frieden machte, wurde durch Octavian zum Selbstmord gezwungen. Beiden wurde die Ehre eines gemeinsamen Grabes gestattet. Den Sohn von Antonius, Fulvias und der angebliche Sohn Kleopatras und Caesars, Caesarion, wurden beide getötet. Bei den gemeinsamen Kindern von Klaopatra und Antonius ließ er jedoch Milde walten, sie wurden in Rom von seiner Schwester Octavia großgezogen. Während dies geschah sah er sich Sarg und Leiche von Alexander dem Großen an und zum Zeichen der Verehrung legte er einen goldenen Kranz und Blumen nieder. Auf die Frage hin, ob er auch die Ptolemäer besichtigen wollte, antwortete er, er habe einen König sehen wollen und keine Leichen.

 

Frieden

 

Beginn des Friedens und der Errichtung des Principats

 

Ägypten wurde aufgrund des Sieges von den Römern annektiert und in eine Provinz umgewandelt, außerdem sollte es so für die Getreideversorgung Roms ergiebiger gestaltet werden. Er ließ so zu diesem Zweck die Kanäle, in denen der Nil bei Überschwemmungen fließt und seit langem verschlammt waren, von Soldaten reinigen. In der Nähe von Actium gründete er die Stadt Nikopolis, um den Sieg bei Actium auch in der Nachwelt im Gedächtnis zu erhalten. Um nun auch dem Volk von Rom zu zeigen, dass nun endlich Frieden herrscht, wurden die Tore, Anfang 29 v. Chr., des Janustempels auf dem Forum Romanum geschlossen. Dies wurde nur getan wenn im gesamten Reich Frieden herrscht. Tacitus schrieb dazu; "Eine Welt, Erschöpft vom Bürgerkrieg kam unter seine Kontrolle." Aber er meinte auch das; "Die Herrschaft eines einzigen Mannes, die einzig mögliche Medizin, für ein Land in Aufruhr war." Nun, um seinen Einfluss zu erhalten und nicht ermordet zu werden suchte er gleich bei seinem Eintreffen in Rom die Unterstützung der alten Adelsgeschlechter. Senatoren die nicht als standesgemäß galten wurden aus dem Senat entfernt. Die nun freien Positionen, durch Personen besetzt die dank ihres Verdienstes in den Patrizierstand erhoben wurden. Tacitus berichtet dazu; "Er betörte die Armee durch Geschenke, das Volk mit billigen Nahrungsmitteln und schmeichelte allen mit Frieden. Männer großen Geistes waren auf dem Schlachtfeld gefallen. Die überlebenden wurden mit Reichtümern und Ämtern belohnt, die ihrer Bereitschaft zur Hörigkeit entsprachen." Außerdem wurden die gesetzte die in der Zeit des Triumvirats erlassen wurde aufgehoben, damit machte er großen Eindruck. Mitte Januar des Jahres 27 v. Chr. begann in Rom nun ein mehrtägiger Staatsakt indem der Ausnahmezustand des Bürgerkriegs offiziell aufgehoben wurde. Formell war damit die Res Publica wiederhergestellt. Octavian gab dabei ebenfalls die Militärische Befehlsgewalt über die Provinzen an den Senat zurück. Doch am nächsten Tag wurde ihm die militärische Gewalt über die Hälfte der Provinzen angetragen. Und zwar die Provinzen die an den Grenzen des Imperiums lagen und wo ein Großteil der Legionen stationiert war. Somit behielt Octavian praktisch die Militärische Befehlsgewalt und war einziger Patron der Heeresklientel. Die restlichen Provinzen wurden vom Senat kontrolliert. Damit hatte er in Wahrheit die Macht im Staate aber auch eine republikanische Fassade geschaffen. Das von ihm begründete Herrschaftsprinzip würde als Prinzipat eingehen. Dies geht auf die Bezeichnung Princeps senatus, also "Erster des Senats" zurück die er sich bei seiner Rückkehr nach Rom hatte geben lassen. Mit dieser Bezeichnung vermeidet er es auch als alleinherrschender Despot darzustehen, anders wie es ein Titel wie Diktator oder gar Rex. Einige Tage nachdem der Ausnahmezustand beendet war, wurde ihm per Beschluss des Senats der Ehrenname Augustus, der Erhabene, verliehen. Augustus dazu; "Ich erhielt den Titel Augustus durch einen Erlass des Senats in Anerkennung für meine Tapferkeit, meiner Milde, meiner Rechtschaffenheit und Ergebenheit." Der Name selbst erinnert an das Augere, eine Kulthandlung zur Deutung des Willens der Götter. Diese Handlung geht auf Romulus zurück. Zum anderen an den Augur der diese Kulthandlung durchführte. Damit wurde er begrifflich in die Nähe des legendären Stadtgründers und der sakralen Aura eines Priesters gerückt. Den Vorschlag ihn als zweiten Gründer Roms, nach Romulus, zu titulieren lehnte er aber ab. Augustus war auch für die Rückkehr eines weiteren republikanischen Elementes verantwortlich, nämlich die jährliche Neubesetzung der Magistrate. Allerdings nahm der Princeps in den nächsten Jahren eines der beiden Konsulate regelmäßig für sich selbst in Anspruch.

Machtzuwachs

 

Neue Eroberungen und Machtzunahme

 

Mitte desselben Jahres brach der Kaiser nun zu einer mehrjährigen Inspektionsreise durch den Norden, also Gallien, des Reiches auf. Dieses war seit der Eroberung weitestgehend sich selber überlassen worden. Velleius Paterculus beschrieb die durch die Neuordnung der Provinzen resultierenden erfolge so; "Die Äcker fanden wieder Pflege, die Heiligtümer wurden geehrt, die Menschen genossen Ruhe und Frieden und waren sicher im Besitz ihres Eigentums." Nachdem er in Gallien die Verhältnisse neu geordnet hatte zog er in den Westen um die letzten noch nicht eroberten Gebiete der Iberischen Halbinsel zu erobern und als Hispania Tarraconensis einzugliedern. Außerdem konnte in der Zeit die Provinz Galatia, durch eine testamentarische Verfügung des letzten Galater-Königs, im heutigen Anatolien, gewonnen werden. Zudem gerieten kleine Staaten wie Armenien, Kappadokien und Mauretanien in Abhängigkeit von Rom. Bei seiner Rückreise von Hispania nach Rom, erkrankte er so schwer das man nicht damit rechnete das er es überlebte. Letztendlich überlebte er, doch er entschloss sich die Führung der Legionen bei Kriegszügen seinen Unterfeldherren zu überlassen. Er war aber immer dabei oder zumindest in der Nähe und es wurden so, viele Völker unterworfen oder zum gehorsam gezwungen. Dabei begann er nie einen Krieg wenn er nicht notwendig war oder es keinen gerechten Grund gab. Im Jahre 23 v. Chr. änderte sich die Prinzipatsverfassung. Er verzichtete von da an auf das Konsulat, Ausnahmen waren zwei Konsulate kurz vor der Christlichen Zeitenwende. Stadtdessen ließ sich Augustus die Tribunizische Gewalt (tribunicia potestas) auf Lebenszeit übertragen. Damit hatte er die Befugnisse und das Recht Volksversammlungen einzuberufen, diesen Gesetze vorzuschlagen, sein Veto gegen Senatsbeschlüsse einzulegen und Konsuln sogar Amtshandlungen zu verbieten. Außerdem wurde die tribunizische Gewalt des Augustus mit Konsularischen Sonderrechten ausgestattet. Damit hatte er Rechte gewonnen die einem Volkstribun eigentlich nicht zustünden. Um auch Amtsgewalt über die Provinzen zu erhalten, die vom Senat kontrolliert wurden, auf die er keinen Zugriff mehr hatte mit der Niederlegung des Konsulats, ließ er sich auch hier eine übergeordnete Prokonsularische Gewalt (imperium proconsulare maius) übertragen. Damit hatte Augustus zwar formal das Konsulat niedergelegt und augenscheinlich auf die absolute Macht verzichtet, indem er den Senat daran teilhaben ließ. Aber in Wirklichkeit behielt er alle wichtigen Funktionen im Staat und dem Militär in seiner Hand. In diese Zeit vielen auch die Verschwörungen des Varro Murena und Fannius Caepio, aufgrund des fehlenden genauen Datums lässt sich nicht sagen ob sie Auslöser oder Folge der Änderung der Prinzipatsverfassung waren. Es verdeutlicht aber, dass es immer Leute gab, die das neue System nicht akzeptierten. Aber alle Verschwörungen wurden aufgedeckt und unterdrückt bevor sie einen gewissen Umfang angenommen hatten. Im Jahre 20 v. Chr. erhielt er vom König der Parther, auf Verlangen, die verloren gegangenen Legionsstandarten wieder zurück, diese gingen 53 v. Chr. an die Parther verloren. Außerdem kam es mit ihnen zu einer Grenzregelung indem Armenien Augustus zuerkannt wurde.

Politik

 

Sittenwächter, Eroberer, Baumeister, der wunsch nach einer Dynastie und der Tod des großen Herrschers

 

Um 19 v. Chr. wurden ihm die Konsularischen Ehrenrechte zuerkannt. Damit wurde er wieder von 12 Liktoren begleitet und durfte bei Senatssitzungen zwischen den beiden amtierenden Konsuln Platz nehmen. Da er das Konsulat niedergelegt hatte, hatte er alle äußerlichen Rangabzeichen bis auf die Purpurne Toga und die Corona Triumphales verloren. Außerdem ließ er sich vom Senat die cura morum (Sittenaufsicht) übertragen. Im folgenden Jahr verkündete er auf dem Forum Romanum die Gesetze gegen Ehebruch und für eine Heiratspflicht. Darin hieß es u.a.: Männer über 25 Jahren mussten verheiratet sein, für Frauen galt als Obergrenze 20; drei Kinder waren vorgeschrieben, Seitensprünge wurden bestraft, starb die Gattin, dann hatte der Mann gerade mal 100 Tage Zeit, sich eine neue zu suchen. Augustus meinte dazu das; "Durch Männer die ihr Leben auf diese Weise leben, werden die Römer der kommenden Jahre zu starken Menschen. Es ist unbedingt erforderlich, wenn der Rest der Welt uns gehorchen soll das es ein starkes Rom geben muss." Dadurch war es aber auch erforderlich das die Kaiserliche Familie mit gutem Vorbild voranging, was später zum Bruch mit seiner Tochter führte. So zwang ihr Vater sie zunächst dazu seinen Neffen zu heiraten und nach dessen Tod Agrippa. Zusammen mit Agrippa hatte sie zwei männliche Kinder, Gaius und Lucius, die Augustus adoptierte. Im Jahr 16 v. Chr. wurden unter seiner Herrschaft ausgedehnte Militärische Operationen gegen Germanische Stämme unternommen. Der genaue Grund ist bis heute ungeklärt, es werden wohl kleinere Grenzstreitigkeiten vermutet. Zur Folge hatte dies, als auch hier die römische Militärmaschinerie siegte, das fünf neue Provinzen angegliedert wurden, namentlich Raetia, Noricum, Pannonia, Illyricum und Moesia. In Raetia wurde dabei schon 15 v. Chr. die Stadt Augusta Vindelicorum, das heute in Deutschland gelegene Augsburg, gegründet. In diese Zeit fällt auch ein enormes Bauprogramm, so spricht er davon das er innerhalb eines Jahres 82 Tempel wieder instandsetzen ließ. Außerdem hat er Aquädukte, das Augustusforum, das Marcellustheater und zahlreiche neue Tempel errichtet, besonders hier eine riesige Sonnenuhr auf dem Marsfeld, wo schon das Augustusmausoleum steht, das Objekt das den Schatten für die Uhr warf war ein aus Ägypten erbeuteter Obelisk, aber auch das später unter Hadrian erneuerte Pantheon. Somit war es gerechtfertigt das Augustus von sich sagt; "Ich fand ein Rom aus Ziegeln und hinterließ ein Rom aus Marmor." Desweiteren ließ er den Tiber säubern, was u.a. auch die Wasserversorgung verbesserte und richtete eine Feuerwehr zum Schutze der Stadt gegen Brände ein. Im Jahre 12 o. 13 v. Chr. starb Lepidus, dieser durfte, trotz Verbannung, das Amt des Pontifex Maximus behalten. Augustus übernahm auch dieses Amt und konnte damit alle Belange der Religio Romana, als Oberster Priester in seinem Sinne regeln.

 

Augustus als Pontifex maximus 

Augustus als Pontifex maximus

 

Im Jahre 12 v. Chr. starb Agrippa, dieser sollte Augustus bei einem vorzeitigem Tot beerben. Dessen, Augustus' Adoptivkinder, Gaius und Lucius waren zu dieser Zeit nämlich noch nicht erbberechtigt. So wurde Tiberius, der Sohn aus erster Ehe von seiner Frau Livia, als Platzhalter fungieren. Er wurde gezwungen sich von seiner Frau zu scheiden und Julia zu heiraten und sich dem Schutz der beiden Kinder zu verpflichten. Im Jahre 9 v. Chr. begann auch die Expansion Richtung Germania Magna in der die Feldherren und Stiefsöhne Drusus und Tiberius erfolgreich waren. Im Jahre 8 v. Chr. wurde der 8. Monat des Jahres von Sextilis in Augustus umbenannt, diese Änderung blieb bis heute als August bestehen. Dies war der Monat indem Ägypten erobert worden war, Augustus 3 Triumphe feierte und er erstmals Konsul wurde außerdem folgte er, dem nach Caesar benannten Monat Iulius (Juli). Im Jahre 5 v. Chr. legte sein Stiefsohn Tiberius alle Ämter nieder und ging nach Rhodos ins Exil, dieser empfand die eher mir Iulia as qual und war schwer enttäuscht von der Position als Platzhalter. Anfang Februar des Jahres 2 v. Chr. wurde Augustus der Titel des Pater Patriae (Vater des Vaterlandes) durch den Senat verliehen. Auf diesen war Augustus besonders stolz, denn es war mehr als nur eine Bezeichnung. Mit ihm stand ihm die gleiche Autorität vor jedem Römer zu wie ein Pater familias (Vater der Familie) vor seiner Familie. Noch im selben Jahr ließ er seine Tochter Iulia vom Senat verbannen, da sie sich nicht mehr der väterlichen Moral unterwerfen wollte und nur das machte was sie wollte, Seneca schrieb dazu; "Seine Tochter war Schamlos über die Grenzen der Schamlosigkeit hinaus, sie war scharen von Liebhabern zugänglich. Sie trieb sich in der Stadt auf nächtlichen feiern herum. Das Forum auf dem ihr Vater das Gesetz gegen Ehebruch verabschiedet hatte wählte sie als Ort ihrer Ausschweifungen. Jeden Tag verfiel sie dem Leben einer Hure und verkaufte ihre Gefälligkeiten selbst an unbekannte Liebhaber." Verbannt auf einer einsamen Insel durfte sie keinen Wein mehr trinken und keinen Männlichen besuch erhalten. In den Jahren 2 und 4 starben die Adoptivkinder Gaius und Lucius. Dies brach dem Kaiser das Herz, Sueton dazu; "Auf der Höhe von Frohsinn und Vertrauen in seiner Familie verließ ihn das Glück." Erst darauf kam es zu einer Versöhnung zwischen dem Princeps und dem Stiefsohn, zudem war niemand weiteres als Nachfolger übrig. Tiberius wurde Ende des Juni zusammen mit dem Enkel Agrippa Postumus adoptiert. Tiberius wiederum musste Germanicus, den Sohn seines Bruders Drusus adoptieren. Germanicus sollte der Nachfolger von Tiberius werden. Außerdem erhielt Tiberius die Tribunizische Amtsgewalt. Im Jahre 9 kam es dann, rund um die Eroberung von Germania Magna, zu einer militärischen Katastrophe.

 

Augustus als Princeps

Augustus als Princeps, mit der Corona triumphalis auf dem Haupt

Namensnennung: Classical Numismatic Group, Inc. http://www.cngcoins.com

Der Feldherr Publius Quinctilius Varus und sein Heer, bestehend aus 3 Legionen und Hilfstruppen, wurden von germanischen Stämmen in der Schlacht im Teutoburgerwald vernichtet. Durch Sueton ist dazu überliefert; "Er war so erschüttert von diesem Vorfall das er seine Haare und seinen Bart mehrere Monate wachsen ließ. Manchmal schlug er seinen Kopf gegen den Türpfosten und schrie auf; Varus, gib mir meine Legionen zurück." Im Jahr 13 erhielt nun Tiberius von Augustus die Prokonsularischen Befugnisse, was ihn damit zum einzig möglichen Nachfolger machte. Im Sommer des darauffolgenden Jahres unternahm Augustus eine Reise nach Benevent (Süd-Mittel-Italien), erkrankte aber bei der Reisestation Capri an Diarrhoe, reiste dennoch weiter bis nach Neapel. Er ließ sich von dort nach Nola bringen, in das Haus, indem angeblich schon sein leiblicher Vater 71 Jahre zuvor starb. Dort starb dann der Kaiser am 19. August 767 a.u.c./14 n. Chr. im Beisein von seiner Frau Livia und einer Reihe von eilig herbei gereisten Würdenträgern. Sein letzter Satz war "Acta es Fabula, plaudite" bzw. nach Sueton "Wenn nun das Ganze Euch wohl gefallen hat, so klatscht Beifall, und entlasst uns alle mit Dank nach Hause." Die Leiche des Augustus wurde in Rom auf dem Marsfeld verbrannt und in seinem prachtvollen Augustusmausoleum beigesetzt. Er wurde ebenfalls, wie sein Adoptivvater, nach seinem Tod zum Römischen Gott erhoben.

 

Campus MartiusDas Augustus Mausoleum auf dem Campus Martius

Author ryarwood

"Unsterblichkeit ist ein Zustand in dessen Besitz wir aus eigener Kraft nicht kommen. Aber durch ein erhabenes Leben und erhabenes sterben erreichen wir diesen Zustand in gewissem Maße." Augustus

Quellen

das-antike-rom.de (letzter zugriff: 08.07.2011)
roma-online.de (teil 1) (letzter zugriff: 08.07.2011)
roma-online.de (teil 2) (letzter zugriff: 08.07.2011)
novaesium.de (letzter zugriff: 08.07.2011)
wikipedia.org (letzter zugriff: 08.07.2011)
latein-zitate.de (letzter zugriff: 08.07.2011)
imperiumromanum.com (letzter zugriff: 08.07.2011)
imperiumromanum.net (letzter zugriff: 08.07.2011)
spiegel.de/Augustus - Patriarch der Macht (letzter zugriff: 08.07.2011)
spiegel.de/Augustus - Der väterliche Unsympath (letzter zugriff: 08.07.2011)
agiw.fak1.tu-berlin.de (letzter zugriff: 08.07.2011)
hellenica.de (letzter zugriff: 08.07.2011)
aquesta.de (letzter zugriff: 08.07.2011)
uni-regensburg.de (pdf) (letzter zugriff: 08.07.2011)
s-line.de (pdf) (letzter zugriff: 08.07.2011)




Autor: Kai
Ausfertigung: 21.05.2011(original), 08.07.2011 (DMP Version)