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Frühe Jahre

Gaius Julius Caesar

Caesar-Altes-Museum-Berlin

Grüner Caesar, frühes 1. Jahrhundert n. Chr.

 

13. Quinctilis 653 a.u.c. - 15. Martius 718 a.u.c.
13. Juli 100 v. Chr. - 15. März 44 v. Chr.

 

Gaius Julius Caesar. Wohl der bekannteste Römer überhaupt. Er war ein brillanter Feldherr, ein charismatischer Redner, Staatsmann und Autor. Ohne Skrupel kämpfte er sich an die Spitze Roms. Durch seine Aktionen würde die alte römische Republik schlussendlich ihr Ende finden. Sein Anspruch, der alleinige Führer Roms zu sein, erregte den Zorn des Senats und deren Vorstellung eines demokratischen Staates über alle Maße. So wurde er, auch von jenen, die er für Verbündete hielt, ermordet. Doch sein Tod führte nicht die Rückkehr der res publica herbei, sondern Anarchie und weiterer Bürgerkrieg. Erst sein Großneffe Octavian, später Augustus, würde einen Weg finden die Monarchie durchzusetzen.

 

Geburt und Frühes Leben

 

Gaius Julius Caesar wurde am 13. Quinctilis 653 a.u.c. (13. Juli 100 v. Chr.) in Rom, als Sohn von Gaius Julius Caesar und Aurelia geboren. Er hatte zwei Schwestern Julia maior (ältere Schwester) und Julia minor (jüngere Schwester). Er wurde in die Julische Familie hineingeboren, die dem Patrizierstand angehörte, dem Adel Roms. Die Julier waren eine alte und hoch angesehene Patrizierfamilie. Diese führte ihre Wurzeln auf Julus zurück, der Sohn des Trojanischen Adeligen Aeneas war, dieser wiederum war Sohn der Göttin Venus. Doch trotz dieser großen Herkunft, hatten sich nur wenige Mitglieder der Familie politisch hervorgetan. Es ist jedoch erwähnenswert, dass seine Tante Julia mit Gaius Marius, der 7 mal Konsul war, sowie Anführer der Popularen gewesen ist, verheiratet gewesen ist. Außerdem waren sie im Vergleich mit anderen Patriziern nicht reich. Jedoch würde es vollends ausreichen um dem jungen Caesar ein Aufwachsen im Luxus zu ermöglichen. So lenkte der Knabe, unter den wachsamen Augen seines Vaters, in der Pose eines triumphierenden Feldherren einen Streitwagen vor dem ein Geißbock gespannt war. Da Rom von adeligen Familien regiert wurde, wurde auch Caesar von Anfang an darauf getrimmt, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten und eine Politische Laufbahn einzuschlagen. Diese privilegierte Erziehung, die er erhielt, stärkte in Caesar auch den Sinn für Stolz auf die römische Vergangenheit. Jedoch war es da seine Mutter Aurelia, die ihn unterrichtete und Lehrer für ihn aussuchte. So war auch der außerordentlichen Rhetor und Gelehrten Marcus Antonius Gnipho, der ebenfalls den jungen Cicero Unterichtete. Jedoch und das muss man anmerken, war es eine Erziehung, die kaum jemand in Rom erhielt, aber für die Adeligen nichts Außergewöhnliches darstellte. Aber es wurde auch der Körperlichen Ertüchtigung die gleiche Bedeutung beigemessen wie der geistigen Erziehung. So übten sich der junge Caesar und seine Freunde nach den Schulstunden auf dem offenen Gelände außerhalb der Stadt an Spielen und Sport.

 

Erste Schritte in die Politik

 

Im Alter von 15 Jahren wurde Caesar von seinem Vater in das politische Leben Roms eingeführt, er begleitete ihn auf das Forum Romanum. Das Herz und die Schaltzentrale der Republik, des mächtigsten Staates in der bekannten Welt.

 

Blick auf das Forum Romanum von den Kapitolinischen Museen

Urheber BeBo86

Blick auf das Forum Romanum von den Kapitolinischen Museen

 

Jedoch verstarb schon im nächsten Jahr sein Vater und so stand der junge Caesar allein dar. Er war nun auch das Oberhaupt der Julier und musste schwer für seine politische Karriere arbeiten. Im Alter von 16 Jahren wurde er dann, wohl auch aufgrund des Einflusses seiner Familie und den seiner Tante Julia, in den Kreisen der Popularen, zu einem Flamen Dialis, gewählt. Dieser war ein Opferpriester der höchsten Gottheit Iuppiter Optimus Maximus. Um dieses Amt übernehmen zu dürfen, musste er seine Verlobung mit Cossutia auflösen, die nur dem Ritterstand angehörte. Es war jedoch erforderlich, eine Ehe mit einer Frau aus dem Patrizierstand zu schließen. Daher heiratete Caesar im Jahr 84 v. Chr. Cornelia, die Tochter von Lucius Cornelius Cinna. Dieser war ein Waffengefährte von Gaius Marius, dem Onkel Caesars. Aber bevor Caesar diese Verbindungen nutzen konnte, änderte sich die politische Lage Roms.
Sulla, ein Heerführer der bis dahin in Asien kämpfte, war nach Rom zurückgekehrt und hatte eine Diktatur errichtet. Er war ein Vertreter der Optimaten und versuchte das Land durch Proskriptionen, also Ächtungen, von politischen Gegnern zu stabilisieren. Das betraf insbesondere Anhänger der Popularen. Durch die Familienverbindung zu Cinna und seine Verwandtschaft mit Marius, war auch Caesar davon betroffen. Sein Vermögen wurde konfisziert und es wurde ihm von Sulla befohlen, die Ehe mit Cornelia aufzulösen. Doch Caesar wiedersetzte sich und verließ Rom. Es ist sehr wahrscheinlich, dass er dies aus Liebe tat, den ein Vollblutrömer und ambitionierter Politiker hätte seine Laufbahn und sein Leben nicht wegen einer Frau aufgegeben. Außerdem soll sie zwischen den Jahren 83 und 82 v. Chr. seine Tochter Julia geboren haben, das einzige Kind aus dieser Ehe. Caesar hat seine Tochter sehr geliebt und sie soll ihm ähnlich gewesen sein. Auf die Bitte einflussreicher Freunde hin wurde er zwar bald begnadigt, kehrte aber nicht nach Rom zurück. Sulla soll dabei aber gewarnt haben "… dass der Mann, dessen Rettung Ihr so dringend wünscht, einst die von uns gemeinsam verteidigte Adelspartei vernichten wird. Denn in Caesar steckt mehr als ein Marius." Stadtdessen meldete er sich als Offizier zur römischen Armee.

 

Erste Militärische Erfahrungen

 

Caesar verbrachte die nächsten vier Jahre auf Feldzügen in Kleinasien. Dabei diente er im Stab des Propraetor und Statthalter der Provinz Asia Marcus Minucius Thermus. In diese Zeit fällt auch die Belagerung der Stadt Mytilene auf der Insel Lesbos. Um diese zu beschleunigen, wurde Caesar an den Hof von Nikomedes IV. dem König von Bithynien entsandt, um diesen um seine Flotte zu bitten. Dieser Monarch war nach dem Einfall Mithridates zuerst nach Rom geflohen und später von den Römern wieder als König eingesetzt worden, allerdings mit der Verpflichtung, den Römern bei Bedarf eine Flotte zu stellen. Als der König seiner Verpflichtung nur zögerlich nachkam, wurde Caesar entsandt, um die römischen Ansprüche durchzusetzen. Caesar gefiel das Leben am Hofe wohl gut, denn er blieb länger weg als nötig. Was ihn dort so lange gebunden hat, ist bis heute nicht mehr belegbar. Jedoch brodelte die Gerüchteküche und ihm wurde nachgesagt eine homosexuelle Beziehung zu dem König gehabt zu haben. Die Gerüchte hielten sich hartnäckig und verfolgten Caesar sein ganzes Leben lang. So wurde Caesar auch Jahrzehnte später noch im Senat als "königliche Mätresse", "Innenseite des Königslagers", oder einfach "Königin" bezeichnet. Es ist jedoch anzumerken, dass homoerotische Beziehungen in der Antike nichts Außergewöhnliches waren. Aller Gerüchte zu trotz erfüllte Caesar seine Aufgabe und es wurde eine Flotte gerüstet. Im Jahr 80 v. Chr. nahm Caesar schließlich an der Eroberung von Mytilenes teil. Dort zeigte er seine überraschend große Tapferkeit und wurde mit der hohen militärischen Ehrung der Corona Civica (Bürgerkrone) ausgezeichnet, die demjenigen verliehen wurde, der einem römischen Mitbürger in der Schlacht das Leben gerettet hatte. Danach übernahm er offenbar Verwaltungsaufgaben im Stab des Thermus. Im Jahre 78. v. Chr. diente er unter Prokonsul Publius Servilius Isauricus, der gegen die Seeräuber Kilikiens kämpfte. Schon nach wenigen Tagen im Dienst des Prokunsuls, erfuhr Caesar vom Tode Sullas und beendete er seinen Dienst bei Isauricus, mietete sich ein Schiff und segelte nach Rom zurück, offenbar desinteressiert an einer weiteren Militärischen Laufbahn. Wieder in Rom angekommen, lebte er wieder das Leben eines reichen Römers und gab reichhaltige Gastmähler und wurde dadurch zu einer regelrechten Berühmtheit. Aber er verfolgte auch wieder seine politische Karriere und begann wie damals üblich als Anwalt.
Als seinen Prozessgegner suchte er sich ausgerechnet den Sullaner Gnaeus Cornelius Dolabella aus, dieser war Konsul im Jahre 81 v. Chr. sowie in den Jahren 80./79. v. Chr. Statthalter in Makedonien. Dieser hatte, wie es offenbar zum guten Ton dieser Zeit gehörte, die Provinz hemmungslos ausgebeutet und dabei in die eigene Tasche gewirtschaftet. Ob die Makedonen Caesar zu ihrem Anwalt machten, oder ob Caesar von allein ihre Sache in die Hand nahm, möglicherweise als Sprungbrett zu einer politischen Karriere, ist nicht bekannt. Caesar unterlag in dem Prozess, der für einiges Aufsehen sorgte, auch weil der Reiche Dolabella, die besten Anwälte Roms engagierte. Diese Niederlage schädigte aber Caesars Ruf nicht und er ließ sich auch nicht entmutigen und trat im Jahr 76. v. Chr. erneut als Ankläger auf.

Dieses Mal gegen den Sullanischen Reiteroffizier Gaius Antonius, welcher während der mithridatischen Kriege über das Kriegsrecht hinaus geplündert und sich selbst bereichert hatte. Von den Griechen beauftragt, vertrat Caesar die berechtigten Vorwürfe und Antonius konnte nur durch eine illegale Aufhebung der Verhandlung vor einer Verurteilung gerettet werden. Für Caesar blieb das Ergebnis allerdings dasselbe - er unterlag erneut.

Wie Caesar mit diesen Niederlagen fertig wurde ist heute nicht mehr nachvollziehbar. Dennoch war neben dem Misserfolg eine Sache wichtiger und zwar die, dass er Aufmerksamkeit erregte. Insbesondere die Popularen, die in der vergangenen Zeit nicht sehr erfolgreich waren, wurden auf den jungen Mann aufmerksam, schließlich hatte er die Ansichten der Popularen vertreten und er war mutig genug gegen die besten Anwälte, die Rom zu bieten hatte, anzutreten. Jedoch hatte Caesar wohl genug von Rom und entschloss sich erneut die Stadt am Tiber zu verlassen. Aber er meldete sich nicht zum Militär, um sich dort einen Namen zu machen, sondern er unternahm eine Studienreise nach Rhodos um seine Redekünste zu verbessern. Als seinen Lehrer wählte er den berühmten Apollonius Molon, von der Rhetorik-Schule auf Rhodos, aus. Aber seine Reise verlief nicht so wie geplant, bei der Insel Pharmakussa wurde er von kilikischen Piraten gefangen genommen. Plutarch berichtet über die Forderungen der Piraten dies; "Als die Piraten ein Lösegeld von 20 talenten forderten brach Caesar in lautes Lachen aus. Wisst ihr nicht wer ich bin ? sagte er und willigte ein 50 talente zu Bezahlen." Während seine Dienstboten und Freunde loszogen um das Geld zu beschaffen, machte es sich Caesar bei den Piraten bequem. Plutarch berichtet darüber; "Wann immer er schlafen wollte, befahl er ihnen zu schweigen. Auch las er ihnen seine Gedichte vor und wenn sie seine Werke nicht ausreichend bewunderten, schimpfte er sie als ungebildete Wilde und drohte ihnen lautlachend das er sie aufhängen lasse." Die Piraten ignorierten seine Drohungen und ließen ihn frei als das Lösegeld bezahlt wurde. Doch anstatt sich seiner Unversehrtheit zu erfreuen, heuerte er noch in derselben Nacht, ohne Kommando und auf eigene Kosten, eine Flotte an, suchte und fand die Piraten, die es gewagt hatten, ihn gefangen zu nehmen und nur lächerliche zwanzig Talente Lösegeld zu fordern, und machte seine Drohungen war. Er ließ einige Schiffe versenken und viele andere Entern, nur wenige Piraten konnten fliehen. Als er sie nun gefangen nahm begab sich Caesar zu Prokunsul Iunius Iuncus nach Bithynien (Nikomedes war mittlerweile verstorben und hatte sein Königreich testamentarisch den Römern vermacht), um die Erlaubnis für die Hinrichtung der Piraten zu erhalten. Der Prokunsul verweigerte ihm jedoch die Erlaubnis, da er sie lieber gewinnbringend als Sklaven verkaufen wollte. Caesar reiste nun wieder zurück und ließ die gefangenen Piraten auf eigene Faust kreuzigen. Da er ihnen aber auch gewisse Bewunderung entgegenbrachte, ersparte er ihnen jedoch ein qualvolles Dahinsiechen, indem er ihnen zuvor die Kehle aufschlitzen ließ. Außerdem kassierte er die 50 Talente, die man als Lösegeld bezahlt hatte, für sich selbst ein, auch um seine mittlerweile Maroden Finanzen zu sanieren. Nun gelangte Caesar endlich nach Rhodos, wo er einige Wochen blieb. Jedoch schien er Gefallen an eigenmächtigen Aktionen gefunden haben. Denn als Mithridates 74 v. Chr. während des 3. Mithridatischen Krieges in die Provinz Bithynien einfiel, setzte er nach Kleinasien über. Erneut stellte er ohne Kommando oder Mandat eine Truppe aus Bürgermilizen und Freischärlern zusammen, mit der kurzzeitig erfolgreich gegen Mithridates kämpfte, denn der Einsatz war nicht von langer Dauer. Wahrscheinlich unterstellte er seine Truppen den für den Krieg eintreffenden Legionen. Es ist daher auch wahrscheinlich, dass er noch einige Wochen unter Praetor Marcus Antonius diente, der vom Senat mit der Säuberung der kleinasiatischen Küste von Seeräubern beauftragt worden war. Anfang des Jahres 73 v. Chr. erreichte Caesar die Nachricht das sein Verwandter Gaius Aurelius Cotta gestorben war. Und so wurde der siebundzwanzig Jährige Caesar, auch auf Betreiben seiner Familie, an dessen Stelle in das Kollegium des Pontifices gewählt. In dieser Position knüpfte Caesar wohl viele Verbindungen, gab reiche Feste und hatte für jeden, angeblich auch für die Niedrigsten und Ausgestoßenen, ein offenes Ohr, da er hoffte, sie später für seine Pläne benutzen zu können.

 

Weiterer Lebensweg

 

Weiterer Weg im Cursus honorum

 

Um 70 v. Chr. diente Caesar als Quaestor unter Propraetor Antistius Vetus in Hispania Ulterior. Während der Zeit dort, sah er eine Statue Alexander dem Großen, da wurde ihm plötzlich bewusst, dass Alexander im Alter von 31 Jahren fast die gesamte bekannte Welt erobert hatte, während er Caesar hier mit Petitionen und dem eintreiben von Steuern seine Zeit vertat. Er sank in sich zusammen und brach in Tränen aus. Nachdem er ein Jahr in der Provinz verbracht hatte, war er bereit nach Rom zurückzukehren. Doch bevor er nach Rom abreisen konnte, gab es zwei Todesfälle in seiner Familie. Seine Tante Julia und seine Frau Cornelia verstarben in einem kurzen Zeitraum nacheinander. Wieder zurück in der Hauptstadt, wurde er, durch seine Quaestur, in den Senat aufgenommen, was auch lebenslangen Zutritt zu diesem beibehielt.

Nach seiner Rückkehr aus Spanien und dem Tod von Cornelia, heiratete er Pompeia, diese war eine Enkelin von Sulla. Diese Ehe brachte ihm eine Allianz mit einer mächtigen Fraktion im Senat und ein großes Vermögen. Aber Caesar wurde noch immer nicht von der Elite akzeptiert. So verfolgte er eine neue Strategie und wählte sich als neue Machtbasis die einfachen Massen und ignorierte die Aristokratie. Und er machte dies, was viele seines Standesgenossen verabscheuten. Er ging auf die Straßen und schüttelte den einfachen Leuten die Hände. Caesar wandte sich sogar an die Armen in den verdreckten Slums von Rom, die dort ein fürchterliches Leben fristeten. Cassius Dio berichtet; "Er zeigte sich bereit jedem zu dienen und zu gefallen, jeden einfachen Menschen. Es machte ihm nichts aus ab und an zu Kreuze zu kriechen." Diese Strategie zeigte wohl auch langsam Erfolg und so wurde Caesar, 65 v. Chr., zum Verantwortlichen, zum kurulischen Aedil, für die römischen Spiele ernannt. Caesar gab für die extravagantesten Spiele enorme Summen Geld aus, die Rom bis dahin je erlebt hat. Er ließ sogar für Seeschlachten die Arena des Amphitheaters fluten. Aus Nordafrika wurden die wildesten Tiere herangeschafft und viele Gladiatoren kämpften in ihren Rüstungen bis zum Tod und dies alles zur Belustigung der Massen. Desweiteren frönte er weiterhin seinen extrem verschwenderischen Lebensstil. Plutarch berichtet darüber; "Er war verschwenderisch in seinen ausgaben. Es schien als suche er einen sehr kurzlebigen Ruhm für einen sehr hohen Preis." Mit 36 Jahren hatte er ein großes Netzwerk aus Helfern und Anhängern etabliert. Im selben Jahr stellte er sich zur Wahl als Pontifex maximus. Als er am Wahltag das Haus verließ, soll er zu seiner Mutter gesagt haben; "Wenn ich in der Nacht zurückkomme bin ich entweder ein Priester oder ein Bettler." Aber Caesar gewann die Wahl zum hochangesehenen Amt des Obersten Priesters der Religio Romana sowie Prestige, Geld und auch eine Residenz am Rand des Forum Romanum. Im Jahre 63 v. Chr. spielte sich die Catilinische Verschwörung ab, der Senator Lucius Sergius Catilina wollte durch einen Umsturz die Macht in der Republik an sich reißen. Caesar hatte früher schon Kontakt zu ihm gehabt, jedoch konnte ihm eine Beteiligung an der Verschwörung nicht nachgewiesen werden. Dennoch würden Gerüchte das Gegenteil behaupten. Desweiteren sprach sich Caesar im Senat gegen die Hinrichtung der Verschwörer aus, ganz in Popularer Tradition. Jedoch setzten sich die Optimaten unter Konsul Cicero und vor allem Cato (dem jüngeren) durch, besonders mit dem Hinweis auf das senatus consultum ultimum, den Staatsnotstand. Im Jahr 62 v. Chr. schritt Caesars Karriere voran den er wurde zum Praetor gewählt.

Zwar war er im Senat, wegen der Verwicklung in die Catilinische Verschwörung nicht gerne gesehen, ließ sich aber nicht beirren und versuchte die Gunst der Popularen zu gewinnen. Denn schon am Tage seines Amtsantrittes am 1. Januar, bezichtigte er den verdienten Optimaten Quintus Lutatius Catulus, Konsul von 78 v. Chr. der Veruntreuung von öffentlicher Gelder, diese waren angeblich beim Wiederaufbau des 83 v. Chr. abgebrannten Kapitolinischen Tempels verschwendet worden. Caesars Vorschlag, die Verantwortung für diesen Bau einem anderen Senator zu übertragen, blieb erfolglos, doch das Volk, das in Catulus einen Reaktionär der schlimmsten Sorte sah, klatschte lautstark Beifall zu Caesars Vorschlag. Dies war jedoch nur ein Vorspiel auf die Ereignisse die sich danach abspielen sollten, an der der immer intriganter werdende Caesar beteiligt war. Gnaeus Pompeius Magnus, der bis dahin in Kleinasien im 3. Mithridatischen Krieg sehr erfolgreich gekämpft hatte, sowie einige neue Provinzen für Rom gewann stand nun davor wieder nach Rom, mit seinen gewaltigen Legionen zurückzukehren. Der Senat fürchtete jedoch dies mit der Erinnerung an Sulla. Wohl auch zurecht, den Pompeius ließ einen Volkstribunen in seinem Willen handeln. Im Frühjahr des Jahres 62 v. Chr. forderte eben dieser, Metellus Nepos, mit der Unterstützung Caesars die Rückberufung des Pompeius und seines Heeres, um die Hauptstadt vor Catilinas Freischärlern zu schützen, obwohl Catilina selbst schon im Februar desselben Jahres vernichtend geschlagen wurde und dabei den Tod fand. Als Nepos seinen Antrag gegen den Widerstand der Optimaten per Plebiszit, also per Volksbescheid, durchzusetzen versuchte, kam es in Rom erneut zu Tumulten. Größter Gegner des Antrages war Cato, der im Senat von sich gab; "Solange ich lebe, soll Pompeius nicht in Waffen in die Stadt kommen!" Unter Einsatz seines Lebens verhinderte Cato dann auch die Abstimmung des Antrages. Höchstpersönlich schlug er dem Nepos, seinem Amtskollegen, denn Cato war selbst Volkstribun, am Abstimmungstag das Schriftstück mit dem Antragstext aus der Hand. Als Nepos den Antrag auswendig verkünden wollte, hielt ihm ein anderer Senator der Optimaten sogar den Mund zu. Ein weiteres Ausschreiten der Gewalttätigkeiten ließ nicht lange auf sich warten, denn beide Seiten hatten für den Tag Schlägertrupps angeheuert. Cato musste sich unter Steinwürfen im Schutze des Konsuls Murena in den Castortempel retten, jedoch war die Abstimmung verhindert. Damit war dieser Antrag ebenso gescheitert wie ein späterer, bei dem sich Pompeius in Abwesenheit um das Konsulat bewerben wollte. Der Senat verkündete den Ausnahmezustand und suspendierte Nepos und auch Caesar, der tatkräftig hinter Nepos gestanden hatte. Vielleicht war es sogar Caesars Plan gewesen, das Amt des Bauherren für den Wiederaufbau des Kapitolinischen Tempels dem Pompeius zu übertragen, wenn sein Antrag vom 1. Januar erfolgreich gewesen wäre. Nun aber war sein Engagement für Pompeius vorläufig gescheitert und er begnügte sich damit, in seinem Haus abzuwarten. Während Nepos zu Pompeius abreiste musste Caesar nicht lange warten. Denn schon nach zwei Tagen sammelte sich eine Menge vor seinem Haus die seine Wiedereinsetzung forderte. Der Senat, der weitere Tumulte scheute, gab dem Volkswillen nach und Caesar wurde als Praetor rehabilitiert. Schon kurz darauf ereignete sich die Vettius-Affäre. Der angeblich in die Catilinische Verschwörung eingeweihte Lucius Vettius, legte dem Richter des Sondergerichts, Novius Niger, eine Liste von weiteren Verschwörern vor, auf der auch Caesars Name stand. Quintus Curius, ein Mitverschwörer und jemand der als Denunziant aufgetreten war bestätigte dies vor dem Senat. Doch Caesar setzte sich aufs heftigste zu Wehr. Vor dem Senat wies er darauf hin das er die Verschwörung selbst bei dem damaligen Konsul Cicero angezeigt hatte, was dieser auch bestätigte. Vettius wurde vom Volk, das Caesar wohl mittlerweile innig liebte, von der Anklägertribüne gezerrt und beinahe totgeschlagen, während sein Haus teilweise in Flammen aufging. Caesar nutzte seine Rechte als Praetor, pfändete dem erfolglosen Ankläger den Besitz und warf ihn ins Gefängnis. Dieses Schicksal teilte auch der Richter Novius Niger, der als Quaestor falsche Anklagen gegenüber einem höheren Amtsinhaber geduldet hatte. Der Großteil der Magistratur verlief im Laufe des Jahres recht ruhig. Nur gegen Ende des Jahres wurde sie durch den Bona Dea Skandal gestört. Die Mysterien der Bona Dea (guten Göttin) sollte im Haus eines Praetors stattfinden, Männer waren dabei ausgeschlossen. In diesem Jahr sollte das Haus des Caesar der Gastgeberort sein, während dieser bei Freunden verweilte. Jedoch schlich sich Publius Clodius Pulcher in Frauenkleider gehüllt in die Feierlichkeiten ein. Eine Dienerin von Caesars Mutter Aurelia entdeckte ihn jedoch, Aurelia stellte ihn zur Rede und ließ ihn sogleich aus dem Hause werfen, das Fest wurde abgebrochen. Die Gerüchteküche in Rom brodelte daraufhin extrem. Für sie schien es sicher zu sein das Pulcher nicht die gute Göttin suchte, sondern Caesars Frau Pompeia. Es ist gut möglich das das so war, denn die Ehe zwischen Caesar und Pompeia war nicht sehr glücklich und Caesars Affären waren ein Stadtgespräch. Aber die Sache war auch politisch pikant. Denn Pulcher war bis dahin ebenfalls ein aufstrebender Politiker der Popularen. Caesar reagierte auf diese Ereignisse wie folgt: Er ließ Pulcher recht ungeschoren davonkommen, da er sich politische Vorteile versprach, schließlich schuldete Pulcher ihm nun etwas. Von seiner Frau Pompeia ließ er sich jedoch scheiden und war nun frei für eine neue, politisch ertragreichere, Ehe. Nachdem seine Magistratur zu Ende war, wollte er im Jahr 61 v. Chr. nun seine Propraetur antreten. Doch nun hinderte ihn ein Problem an seiner Abkommandierung mit dem er durchaus hätte rechnen müssen: Im letzten Jahrzehnt hatte sein Lebensstil sowie die politischen Aktionen unglaublich hohe Schulden angehäuft. Und seine Gläubiger wollten diese nun eintreiben. Dieses Mal rettete Crassus, Caesars Hals, indem er mit fast einem Fünftel der Summe für ihn bürgte. So konnte Caesar nun in die Provinz Hispania Ulterior abreisen, wo er auch schon als Quaestor tätig war. Das Land war sehr fruchtbar und reich an Ressourcen aller Art, genau das was Caesar unbedingt brauchte bevor er wieder nach Rom zurückkehren konnte. Jedoch begnügte sich Caesar nicht nur mit der Ausbeutung der bereits erschlossenen Regionen, sondern ging auf Eroberungszüge in das heutige Galicien das noch nicht Teil des römischen Reiches war. Um einen Kriegsgrund zu haben, erklärte er die dortigen Stämme, die Lusitaner, kurzerhand zu Räuberbanden, die die angesiedelten Bauern bedrohten. Eigenmächtig erhöhte er auch die Zahl die ihm zur Verfügung stehenden Kohorten von 10 auf 30 und zog nun gegen die Lusitaner in den Krieg. Trotz heftiger Gegenwehr der Stämme die ihn zur Aufstellung einer Flotte zwangen unterwarf er sie erfolgreich. Doch Caesar ging noch weiter: Er segelte die Atlantikküste bis in das heutige La Coruna hinunter und unterwarf auch die dortigen Stämme, die durch Caesars Erscheinen sehr überrascht waren.

Nachdem Caesars Handeln von Erfolg gekrönt war und die reichen Tributzahlungen ihn, die Soldaten und Rom zufriedenstellten (es heißt das Caesar trotz seiner Schulden Hispania als reicher Mann verließ), trat er viel gemäßigter auf. Er schlichtete Streit unter Städten und arbeitete daran, sich eine mächtige Klientel in der Provinz dienstbar zu machen. Nach der Sanierung seiner Finanzsituation hatte er es überaus eilig, nach Rom zurückzukehren, denn mittlerweile war auch Pompeius wieder eingetroffen. Schon im Juli 60 v. Chr., noch bevor sein Nachfolger in der Provinz angekommen war, brach Caesar nach Rom auf, wo man ihm für seine Siege in der Provinz einen Triumph zugestanden hatte. Doch da kam Caesar in ein Dilemma, wenn Caesar Rom betrat würde sein Imperium, also seine Promagistratur und der damit verbundene Anspruch auf einen Triumph erlöschen, doch Caesar wollte sich auch um das Konsulat im Jahr 59 v. Chr. bewerben und das hätte er eben in Rom persönlich tun müssen. Caesar erbat beim Senat eine Ausnahme und wollte sich durch Freunde anmelden lassen und zunächst schien der Senat nicht abgeneigt gewesen zu sein. Doch Cato, der dem popularen Gegner eins auswischen wollte, verhinderte auf kuriose Art die Abstimmung. Am Abstimmungstag erhob er sich, um seine Rede zu halten. Anstatt aber nach einer gewissen Zeit die Rede zu beenden, redete er ununterbrochen weiter, so lange, bis die Senatoren entweder heimgegangen oder eingeschlafen waren und die Dunkelheit den Abbruch der Sitzung erforderlich machte. Caesar war gezwungen, auf den Triumph zu verzichten, denn die Kandidatur zum Konsul, bei der die Chancen für ihn recht gut standen, wollte er nicht aufgeben

 

Wahl zum Konsul und das erste Triumvirat

 

Caesar bereitete sich in der folgenden Zeit in Rom auf die Wahl zum Konsul vor. Den Optimaten wurde bewusst, dass die Wahl Caesars zum Konsul wohl kaum abwendbar sei, deshalb trugen sie enorme Summen Bestechungsgeld zusammen, damit ein Mann aus ihren Reihen an seiner Seite während des Konsulats war. Der Mann der dies sein sollte war Marcus Calpurnius Bibulus, der zusammen mit Caesar auch schon Aedil gewesen war. Desweiteren konnten sie Caesar dadurch auch sein Konsulat noch nachträglich versalzen, indem sie schon vor der Wahl die prokonsularische Provinz festlegten: ein Waldgebiet in Italia, um Straßen zu vermessen und in dem es nichts zu holen gab. Bibulus selbst schlug dies als designierter Konsul vor, so als opfere er sich selbstlos für diese nahezu lachhafte Aufgabe, dabei zog er Caesar mit und macht ihm so ein Krieg in einer fernen Provinz praktisch unmöglich. Natürlich alles zum Wohle des Staates. Im Juli also wurden Caesar und Bibulus von den zuständigen Wahlkomitien für das Jahr 59 zu Konsuln gewählt. Für Caesar eigentlich nicht besonders erfreulich, denn mit Bibulus an seiner Seite war klar, dass ihn die Optimaten bei jeder politischen Aktion behindern würden. So musste sich Caesar nach neuen Verbündeten umsehen und fand sie in den beiden mächtigsten Männern in Rom, die auch noch beide mittlerweile Gegner des Senats waren. Da war Marcus Licinius Crassus, der wohl reichste Mann Roms, er wurde vom Senat verprellt als dieser die Pächter in Kleinasien schwächte, denen Crassus vorstand. Der andere war Gnaeus Pompeius Magnus, für diesen sich Caesar auch schon früher einsetzte und der Senat ihm die Versorgung seiner Veteranen mit Land unglaublich schwer machte. Caesar führte sie zusammen und so waren sie fähig den Senat auszuhebeln. Crassus durch seine Finanzen, Pompeius durch seine Veteranen und Caesar durch seine Beliebtheit beim Volk und als Konsul. Wohl gegen Ende des Jahres kam es zu einer Absprache zwischen den dreien in der sie sich auf die Zusammenarbeit einigten. Damit hatte Caesar, der als treibende Kraft hinter dem Bündnis gestanden hatte, das erste Triumvirat geschaffen.

 

 

Links Gnaeus Pompeius Magnus, in der Mitte Gaius Iulius Caesar und Rechts Marcus Licinius Crassus
Diese drei Männer bildeten das erste Triumvirat.

 

Die Verbindung mit Pompeius wurde auch bald schon zu einer verwandtschaftlichen, denn dieser Heiratete im April 59 v. Chr. seine Tochter Julia. Zu Beginn seines Konsulats versuchte Caesar, obwohl er erwartete dass die Optimaten alles von ihm blockieren würden, es noch im Guten mit dem Senat. Er schlug ein neues Ackergesetz vor, ließ es im Senat beraten und obwohl er für jeden Änderungsvorschlag offen war, blieben die Senatoren stur und versuchten den Gesetzesvorschlag unter Catos Führung zu blockieren. Dieser versuchte dies erneut mit der Taktik so lange zu reden bis die Sitzung abgebrochen werden musste, doch Caesar beende dies kurz und entschlossen indem er Cato ins Gefängnis werfen ließ. Catos Verbündete folgten ihm in die Zelle, die sie lieber mit Cato teilten als den Senat mit Caesar, wie der Praetor Marcus Petreius bemerkte. Caesar der dadurch sehr entnervt war, machte seinen Haftbefehl rückgängig mit der Gewissheit das eine Zusammenarbeit nicht möglich war. Als letztes Mittel das ihm zur Verfügung stand verwendete er nun die Volksversammlung um seine Gesetze durchzubringen. Da Caesar beim Volk sehr beliebt war, hätten sie ihm wohl kaum etwas abgeschlagen und so mussten die Optimaten sich etwas neues einfallen lassen. Dafür wurde die sakrale Beobachtung des Himmels herangezogen, denn wenn sich schlechte Vorzeichen andeuteten, wie etwa Blitze am Himmel, so durfte die Volksversammlung nicht stattfinden. Der pragmatische Bibulus gab von sich, er könne jetzt, im Mai, vorhersehen, dass es bis zum Ende seines Konsulats am 29. Dezember immer Blitze am Himmel geben würde, selbst wenn er sein Haus nicht verließ, um in den Himmel zu sehen. Damit hätten nach Plan keine Volksversammlungen mehr stattfinden dürfen. Doch Caesar ließ sich nicht beirren und ließ die Abstimmung dennoch stattfinden. Von den Stufen des Castortempels aus, legte Caesar dem Volk seinen Gesetzesvorschlag vor. Bibulus, der im Auftrage des Senats erschienen war, sollte die Abstimmung verhindern, wurde jedoch von der Menge niedergeschrien und mit Mist überschüttet. Er musste sich mit einigen Freunden in den Jupitertempel retten. Cato, der ebenfalls erschienen war, wurde von der Menge einfach vom Abstimmungsplatz weggetragen. Die Abstimmung fand dann ungestört statt und das Gesetz wurde problemlos verabschiedet. Der Senat, der es wohl nicht auf einen Machtkampf ankommen lassen wollte, fügte sich schließlich. Cicero schrieb in der Zeit: "Wenn ich sehe wie sorgsam sein Haar frisiert ist und wenn ich beobachte wie er mit einem Finger seinen Scheitel nachzieht dann kann ich mir nicht vorstellen das dieser Mann ein so verruchtes Verbrechen begehen könne wie die römische Republik zu zerstören." Die Landverteilung wurde durch eine Kommission durchgeführt, der auch Crassus und Pompeius angehörten, außerdem sollte der Besitz für zwanzig Jahre unverkäuflich sein. In einem zweiten Agrargesetz ließ Caesar, mit der Unterstützung seiner Verbündeten Crassus und Pompeius, eine Verteilung des Staatslandes Ager Campus, das heutige Kampanien, verabschieden. Dieses sollte an 20.000 Bürger mit mehr als drei Kindern verteilt werden. Erneut saß Pompeius in der Kommission und begünstigte hauptsächlich seine Veteranen. Mit energischer Schnelligkeit ging Caesar weiter vor, die Neuordnung des Ostens durch Pompeius ließ er bestätigen. Gleichzeitig wurde auch Crassus zufriedengestellt, denn Caesar setzte einen Pachtnachlass für die Ritter, die Steuerpächter in Asien waren, durch, den der Senat dem Crassus vorher verweigert hatte. Caesar hatte wahrscheinlich auch selbst in Asien investiert, weshalb er seinem alten Geldgeber Crassus sehr gerne den Gefallen tat, seine Klientel zufrieden zu stellen. Zu der Zeit organisiert Caesar auch dem Pulcher, der Caesar noch etwas aus dem Bona Dea Skandal schuldig gewesen war, den Übertritt von den Patriziern zu den Plebejern, um ihm die Möglichkeit zu geben, sich für das Tribunat zu bewerben. Jedoch war dies mehr Eigennützigkeit, denn wenn Caesar im nächsten Jahre als Prokonsul fernab von Rom war wollte er einen ihm verpflichteten Mann in einer Machtposition dort haben. Im April des Jahres 59 v. Chr. heiratete Caesar erneut und zwar Calpurnia, die Tochter des Senator Calpurnius Piso. 

Dabei suchte Caesar wieder seinen persönlichen Vorteil, denn es gelang ihm, seinen Schwiegervater für 58 zum Konsul wählen zu lassen, womit er wiederum trotz Abwesenheit Einfluss in Rom zu nehmen vermag. Während Caesar in der Zeit seine Partner zufrieden gestellt hatte sowie die Einflussmöglichkeiten in Rom für das folgende Jahr organisierte musste er sich doch noch mit dem Problem der für ihn vorgesehenen prokonsularische Aufgabe war die Aufsicht über die italischen Wälder und Triftwege. Da Caesars Popularität in den letzten Monaten erheblich gelitten hatte, brauchte jedoch unbedingt ein außerordentliches Kommando in einer reichen Provinz, wo er auch seine erneut angeschlagenen Finanzen sanieren konnte sowie Ruhm und Beliebtheit beim Volk ernten konnte. Außerdem wollte er unbedingt eine Provinz außerhalb Italiens, da ihn nach dem Ende seiner Magistratur eine Anklage wegen der verfassungswidrigen Art, Gesetze gegen den Einspruch seines Amtskollegen Bibulus und des Senats zu verabschieden, erwartete. Caesar ließ den Tribun Publius Vatinius handeln, dieser hatte mittlerweile seine Ex-Frau Pompeia geheiratet; daher unterstütze Caesar ihn und dieser wurde sein Erfüllungsgehilfe. Vatinius stellte öffentlich in seinem Auftrag den Antrag, durch Pompeius unterstützt, Caesar im Prokonsulat die Provinzen Gallia Cisalpina und Illyricum zu übertragen. Julius Caesar erhielt schlussendlich seinen Willen und das gewünschte Imperium auf fünf Jahre und das damit verbundene Kommando über die drei dort stationierten Legionen. Schon bald starb auch der Prokonsul von Gallia Narbonensis und durch Pompeius beantragt erhielt Caesar bald darauf durch Abstimmung im Senat auch dieses Kommando zugesprochen. Zwar protestierte Cato lauthals dagegen, meinte sogar, der Senat setze den Tyrannen selbst ins Kapitol. Doch die Senatoren hatten wohl genug davon das der Antrag wie üblich über die Volksversammlung durchkam und das Schlägertrupps Angst verbreiteten. Cicero beschrieb die Ängste so: "Die Monstrosität von Caesars Charakter versteckt sich hinter seiner fröhlichen und freundlichen Art. Keiner weiß was zu tun ist, wenn wir uns widersetzen kommt es vielleicht zu Blutvergießen." Im Übrigen zog sich der Mitkonsul Bibulus in der Zeit aus dem öffentlichen Leben Roms zurück, da er unfähig war, sich gegen Caesar durchzusetzen. Im Juli desselben Jahres erschütterte die zweite Vettius-Affäre das politische Leben Roms. Vettius, der noch drei Jahre zuvor Caesar als Mitverschwörer der Catilina-Affäre denunzierte, hatte sich in den Bekanntenkreis von Scribonius Cruio eingeschlichen und diesem von einem angeblich geplanten Mordanschlag auf Pompeius berichtet, wobei andere Biographen behaupten dass er ihn dazu angestiftet haben soll. Scribonius Curio jedoch berichtete dies seinem Vater und dieser wiederum informierte Pompeius. Daraufhin wurden die beiden Verschwörer vor den Senat geladen, dort belastete Vettio dann den Curio und einige andere, wie Aemilianus Lepidus, Niger und Marcus Junius Brutus, den Sohn der von Caesar geliebten Servilia. Die Anschuldigungen konnten nicht gehalten werden, Vettius aber wurde ins Gefängnis geworfen. Am Tag darauf wurde er dem Konsul und der Öffentlichkeit vorgeführt, um seine Aussage erneut zu machen. Interessanterweise hatte sich der Belastungskatalog des Vettius nun auf den Lucullus, Volkstribun Fannius, Domitius Ahenobarbus und Calpurnius Piso, Caesars Schwiegersohn, ausgedehnt. Es ist jedoch anzumerken das in der zweiten Aussage Brutus fehlte. Dies schürte den Verdacht dass Caesar eigentlich hinter allem steckte, man sollte aber sagen das dies durchaus auch im Sinne eines Optimaten gelegen haben könnte. Vettius aber wurde schon in der folgenden Nacht getötet. Offenbar war es dem Auftraggeber zu Risikoreich geworden das Vettius gegen ihn aussagen könnte um seinen eigenen Kopf zu retten. Cicero würde noch lange Caesar dafür beschuldigen. Was wirklich geschah, lässt sich jedoch nicht mehr klären. Im August des Jahres 59 v. Chr. verabschiedete Caesar dann die Neuordnung der Provinzverwaltung in der lex julia de repetundarum. Diese erhielt sogar Catos Zustimmung, was das erste und einzige mal sein würde, da sie keine grundsätzlichen Änderungen brachte und die Ausbeutung von Provinzen durch Promagistrate weiterhin möglich machte. Eine Passage ist aber besonders interessant; "Dem Statthalter ist es verboten, die Provinz zu verlassen, Truppen aus deren Gebiet zu führen, auf eigene Faust einen Krieg anzufangen, ohne Weisung des Senats oder des römischen Volkes in ein Königreich einzufallen." Besonders da Caesar es sein wird der sie brechen wird. Durch den Volkstribun Vatinius ließ Caesar später ein Gesetz einbringen das es ihm erlaubte in der neuen Kolonie Novum 5.000 Menschen anzusiedeln, auch gegen den Widerstand des Senats. Damit schuf er sich ein mächtiges Klientel auf italischem Boden. Auch allen anderen Bewohnern nördlich des Pos versprach Caesar das Bürgerrecht. Schließlich würde es zu einem Hauptrekrutierungsgebiet für den Gallischen Krieg werden. Caesar würde dieses Versprechen halten.

 

Gallien

 

Der Gallische Krieg und erster Römer in Britannien und Germanien

 

Sein Prokonsulat begann Caesar in Eile. Denn ihn erreichte die Nachricht dass die Helvetier, wohl ein keltisches Wandervolk, Gallien durchqueren wollten. Caesar reiste überstürzt aus Rom ab und war binnen acht Tagen in Genf angekommen. Doch dort musste er erkennen dass die Helvetier nicht so aggressiv waren wie es ihm wohl lieb gewesen sein müsste, schließlich benötigte er den Krieg. Die Helvetier schickten eine Gesandtschaft und baten um einen friedlichen Durchzug. Caesar hielt sie hin und gab vor, die bitte zuerst in Rom prüfen lassen zu müssen, zwei Wochen später wollte er ihnen eine Antwort geben. Jedoch begann Caesar in der Zeit einen Wall zwischen der Rhône und Jura anlegen zu lassen. Die Helvetier ließen sich aber nicht provozieren, sondern kamen zum vereinbarten Zeitpunkt zurück, nur um sich von Caesar eine Abfuhr zu holen. Einige wenige von ihnen versuchten mit Booten überzusetzen, der Rest verschwand aber friedlich ins Hinterland um eine andere Route zu suchen bei der man das römische Territorium nicht kreuzen musste. Doch so leicht würden sie Caesars Kriegsplänen nun nicht mehr entkommen. Die Helvetier zogen in ihrer neuen Route durch das Gebiet der Sequaner. Diese Tatsache nutzte Caesar aus indem er behauptete, dass das Gebiet der Sequaner an das der Häduer grenzte, einem Klientelvolk in der Provinz und das sie somit eine Gefahr für Gallia Narbonensis darstellten. Damit hatte Caesar seinen Kriegsgrund. Ob sie tatsächlich eine Gefahr darstellten ist aufgrund ihrer steten Vermeidung einer Konfrontation mit Rom höchst zweifelhaft, doch Caesar konnte die Maske nun fallen lassen und sein bisheriger Verteidigungskrieg wurde zu einem Angriffs- oder Präventivkrieg. So überquerte Caesar mit sechs Legionen die Flüsse Rhône und Saone an deren Überfluss und folgte den Helvetiern, die mit Sack und Pack unterwegs waren. Hier ist anzumerken dass er damit sein eigenes Gesetz brach, da ein Prokonsul nur Krieg führen durfte, wenn er vom Senat dazu ermächtigt war. Er entschuldigte dies später mit der Notwendigkeit zum raschen Handeln angesichts der akuten Gefahr. Außerdem unternahm er zunächst den Versuch sein Handeln als legal darzustellen, indem er einen häduischen Bundesgenossen namens Diviacus anwies ein Hilferuf im Namen seines Volkes nach Rom zu schicken, als Gegenleistung unterstützte Caesar ihn gegen seinen Konkurrenten und Bruder Dumnorix. Caesar erwischte die Helvetier schließlich beim Überschreiten der Saone zwischen dem heutigen Lyon und Macon. Sie rechneten nicht mit einem Angriff, schließlich waren sie den Römern ausgewichen. Den Teil des Volkes, der noch nicht übergesetzt war, ließ Caesar sofort angreifen und fügte ihnen große Verluste zu. Die erschrockenen Helvetier schickten Gesandte und gingen nun sogar soweit, sich zu unterwerfen und in ihre Siedlungsgebiete zurückzukehren. Caesar formulierte zähneknirschend Kapitulationsbedingungen für die erneut friedfertigen Helvetier, die diese kaum annehmen konnten. Es waren unter anderem Unterwerfung, Reparationen und Geiseln gefordert. 

 

Die Helvetier zogen weiter doch Caesar verfolgte sie hartnäckig. Doch bald schon musste er die Verfolgung abbrechen um die Versorgung seiner Legionen sicher zu stellen und so bog er nach Bibracte ab. Doch nun wurde Caesar von den Helvetiern verfolgt. Als diese seine Nachhut angriffen und er dies bemerkte positionierte er seine Legionen auf einem nahegelegenen Hügel in dreifacher Schlachtreihe. Währenddessen hatte er seine Kavallerie losgeschickt um den helvetischen Angriff abzufangen. Die Helvetier konnten die Kavallerie bezwingen und die nun entstehende Schlacht beschreibt Caesar wie folgt: "Von unserer Kommandostelle aus durchbrachen die Truppen leicht die Phalanx des Feindes. Mit dem Speer konnten meine Männer die sich überschneidenden Schilde der Gallier treffen und sie zwingen sie fallen zu lassen. Dann zogen wir die Schwerter und griffen an." Nach den Angaben Caesars waren die Helvetier mit 368.000 Menschen losgezogen und nach der Schlacht waren nur noch 110.000 am leben. Es ist jedoch sehr wahrscheinlich dass diese Zahlen doch sehr übertrieben sind. Dennoch bleib eins Fakt und zwar das die Helvetier geschlagen waren. Einen Teil verkaufte Caesar in die Sklaverei, der Rest wurde in ihren alten Gebieten als Verbündete des Römischen Reiches angesiedelt. Nun ging es gegen den zweiten Gegner des ersten Kriegsjahres in Gallien, den Germanenfürst Ariovist. Dieser war über den Rhein gekommen und hatte das Gebiet der Sequaner und Häduer besetzt. Auch dieses Mal ließ Caesar Diviciacus ein Hilfsgesuch nach Rom schicken, insbesondere da nun auch die Gefahr bestand dass weitere Germanen über den Rhein kamen. Doch das Hilfsgesuch hatte auch einen kleinen Schönheitsfehler, denn es kam, als Caesar schon gegen Ariovist im Felde stand. Dem Senat nannte er als Kriegsgrund erneut, eine Bedrohung der Häduer wäre ebenso Bedrohung für das Aufblühen Roms sowie ein direkter Angriff auf dessen Machtanspruch; ein Krieg sei deshalb unerlässlich. Ebenso betonte er, man müsse der germanischen Gefahr jetzt entschlossen entgegentreten, solange man ihrer noch Herr werden konnte. Caesar handelte wie gewohnt schnell und nahm Vesontio, das heutige Besancon, die Hauptstadt der Sequaner im Handstreich. Angeblich hatte Ariovist ebenfalls eine Eroberung geplant. Hier wurde er aber auch mit einer unerwarteten Schwierigkeit konfrontiert, seine Legionäre meuterten. Jedoch nicht gegen Caesar selbst, sondern weil sie offenbar schreckliche Angst vor den Germanen hatten. Der Furor Teutonicus aus den Einfällen der Kimbern und Teutonen von 112-102 v. Chr. war noch in guter Erinnerung. Zunächst ersuchten die Tribunen und Praefecten, zumeist auch die Freunde von Caesar, aus Angst vor Kampfhandlungen um Urlaub, oder sie machten ihr Testament. Bald griff die Panik im ganzen Lager um sich und die Moral war auf dem Tiefpunkt. Caesar stellte sich persönlich vor sein Heer, beschimpfte die Feiglinge und erlaubte ihnen, nach Rom zurückzukehren. Er würde notfalls mit der X. Legion allein gegen die Bedrohung der Heimat ziehen. Das wollten die Soldaten der anderen Legionen nicht auf sich sitzen lassen. So besannen sich die Meuterer nach der rhetorisch und psychologisch geschickten Rede des Feldherren und schließlich zog man doch gegen die Germanen. Von Vesontio näherte sich Caesar dem Germanischen Heer. Plutarch berichtet: "Die ganze Armee schrie nach diesen Kampf. Und die Männer folgten Caesar zum Lager, das nur dreißig Kilometer entfernt vom Feind lag." Ariovist aber fürchtete eine Konfrontation mit dem starken römischen Heer und schickte eine Friedensgesandtschaft, Caesar aber stellte erneut kaum annehmbare Bedingungen und verlangte, Ariovist solle seine Eroberungen aufgeben und sich über den Rhein zurückziehen. Caesar stellte schließlich die Germanen und errang nach heftigen Kampf einen glanzvollen Sieg. Zunächst stand dieser wohl lange auf der Kippe und das Gefecht indem Caesar an vorderster Reihe focht war es erst das Eingreifen der römischen Reiterei unter Publius Crassus, dem Sohn des Triumvirs, der die endgültige Wende brachte. Ariovist selbst entkam den Römern, begleitet von nur wenigen Gefährten. 

 

So konnte Caesar zwei erfolgreiche Kriege nach Rom melden, er schickte seine Truppen in die Winterquartiere und begab sich selbst in seine Provinz Gallia Cisalpina in der Po-Ebene, wo er Gericht hielt, aber auch näher an Rom war. So konnte er wieder Besuch aus Rom empfangen und wie schon bei seinem Aufstieg zum Konsul tat er jedem einen Gefallen der darum bat. Natürlich auch im Hinblick auf seine Karriere, um sich so viel Unterstützung wie möglich zu sichern. Nun, im zweiten Kriegsjahr, ging es daran sein Interessensgebiet Gallien gegen weitere Einfälle der Germanen zu schützen. Dazu machte er den Rhein zur neuen Grenze, außerdem mussten die dort ansässigen Völker unterworfen werden. Und das waren, zu ihrem Unglück, die Belger. Doch diese waren gewarnt und hatten sich zu einem Verteidigungsbündnis zusammengeschlossen. Aber Caesar drehte einfach den Spieß um und stellte dieses Bündnis als Bedrohung Roms dar. Damit hatte er die Belger, die sich eigentlich gegen ihn verteidigten, zum Aggressor gemacht. Diesen Vorwand nutzte Caesar ebenfalls um zusätzlich weitere Legionen auszuheben und das ohne Erlaubnis des Senats; mittlerweile hatte er die ihm zugestandene Truppenstärke verdoppelt. 57 v. Chr. sammelte er in Vesontio eine Armee von 40.000 Mann und zog damit in den Norden Galliens. Einer der Stämme der belgischen Koalition, die Remer, wechselten daraufhin die Seiten und empfingen Caesar mit offenen Armen. Später einmal würde sich dieser Schachzug lohnen, aber zunächst bekamen sie von ihren Leuten Prügel, denn die restlichen Belgerstämme fielen in ihr Land ein und eroberten ihre Hauptstadt Bibrax. Caesar stellte das Koalitionsheer zwar, vermied jedoch ein große Schlacht. Da die Belger keinen funktionierenden Nachschub hatten, im Gegensatz zu den Römern, lösten sie sich bald auf und flüchteten in ihre Stammesgebiete. Caesar nutzte diese Chance und verfolgte sie gnadenlos. Allein die Nervier, der mächtigste Belger Stamm trat zur offenen Feldschlacht an. Mit einem in etwa gleich großen Heer wie die Römer trafen sie im Sambre-Tal bei Maubeuge auf Caesar. Die Nervier brachen aus den Wäldern hervor und überraschten die Römer, die bald in großer Bedrängnis waren. Caesar ergriff persönlich einen Schild und kämpfte Seite an Seite mit seinen Soldaten gegen die wilden Kelten. Sein mutiger und dynamischer Einsatz verhinderte offenbar eine schnelle Niederlage, und nach dem verspäteten Eintreffen der XIII. und XIV. Legion wurde aus der Schlacht ein großer Sieg für Caesar. Die Nervier, die enorme Verluste hinnehmen mussten, unterwarfen sich Caesar; dieser nahm die Unterwerfung an und gewährte den Überlebenden sogar Schutz. Gegen den Rest der Belger führte er den Krieg aber in aller Härte weiter. Im Spätsommer belagerte er die Hauptstadt der Aduatuker. Diese fühlten sich in ihrer auf einem Berg gelegenen Stadt so von der den Römischen Legionen sicher das sie diese verhöhnten. Als diese jedoch die Stadt mit Wällen einschließen ließ und Belagerungstürme und Rammböcke bauten, boten sie die Kapitulation an. Caesar verlangte, dass sie alle ihre Waffen über die Stadtmauern werfen sollten. Als das nur zum Teil geschah, ließ Caesar am Tag darauf die Stadt stürmen und verwüsten, die Überlebenden wurden als Sklaven verkauft.

 

Währenddessen hatte der von ihm entsandte Publius Crassus in der Normandie und der Bretagne ebenfalls erfolgreich mehrere Völker unterworfen. Damit war Gallien in Caesars Augen befriedet und in römischer Hand. Das meldete Caesar im Herbst 57 auch so nach Rom. Seinen neuen Herrschaftsanspruch machte Caesar dadurch deutlich, dass seine Legionen in den besetzten Gebieten Winterquartiere bezogen. Im Winter jedoch mussten sie sich wieder teilweise auf römisches Territorium zurückziehen, die Forderungen nach Getreidelieferungen hatten nämlich zu einem Aufstand geführt. Caesar selbst reiste nach Oberitalien und zum ersten Mal auch nach Illyricum. In Rom wurden die Erfolge Caesars währenddessen gefeiert, man gewährte ihm sogar ein fünfzehntägiges Dankfest, was bis dahin kein einziger erhalten hatte. Dies war eine der besten Möglichkeiten aus dem momentan traurigen Alltag in Rom zu entkommen. Schuld daran war vor allem Publius Clodius, der sich wie ein Hooligan aufführte, anstatt Caesars Anweisungen einfach zu befolgen. Er bewaffnete einen Schlägertrupp und zog mit diesem pöbelnd durch Rom. Es war soweit gekommen das in Rom nahezu Anarchie herrschte. Der Senat und die Konsuln waren nicht fähig die Ordnung herzustellen. So wurden Caesars Erfolge besonders begeistert aufgenommen, obwohl sie durch zahlreiche Gesetzesverstöße zustande gekommen waren. Endgültig anerkannt war Caesar damit allerdings noch nicht. Der Terror, den Clodius in Rom veranstaltete, wurde sogar noch schlimmer als Cicero aus dem Exil kam und die Stadt durch eine Hungersnot erschüttert wurde. Pompeius erhielt daraufhin ein außerordentliches Kommando um Lebensmittel zu beschaffen. Außerdem begann hier wohl der Bruch des Pompeius mit Caesar. Denn er stellte seine offene Unterstützung ein und ließ durch seine Gehilfen auch Gesetzesvorschläge gegen ihn einbringen. Auch Pompeius' Verhältnis zu Crassus, dem dritten Triumvir, zerbrach, da Crassus sich selbst große Hoffnungen auf Pompeius' außerordentliches Kommando gemacht hatte. Die Vertreibung des ägyptischen Königs tat ein Übriges, denn Crassus hatte sich erneut ein militärisches Kommando für Ägypten gewünscht. Cicero, der nach seiner Rückkehr zuerst vorsichtig war, wurde mit optimistischer Unterstützung wieder zunehmend mutiger und griff die von Caesar initiierten Gesetze des Vatinius heftig an. Dies konnte Caesar natürlich nicht dulden und so lud er die verfeindeten Verbündeten nach Luca, in seinen Machtbereich ein. Dort wurden neue Einigungen und Abmachungen getroffen, die natürlich die römische Politik betrafen. Das zeigt wie sehr die drei die Zügel in der Hand hielten, insbesondere da sich in Luca auch noch etliche weitere Senatoren einfanden. Es wurde beschlossen, dass Crassus und Pompeius für das Jahr 55 v. Chr. Konsuln werden sollten, die Wahlen sollten auf den Herbst im Jahre 56 v. Chr. verschoben werden, um deren Wahl durch beurlaubte Soldaten Caesars zu sichern. Sowohl Pompeius als auch Crassus sollten anschließend Prokonsulate erhalten, die dem Caesars gleichkamen. Pompeius sollte Spanien erhalten, Crassus Syrien und zusätzlich ein außerordentliches Kommando für einen Krieg gegen die Erben des Seleukidenreiches, die Parther. Caesars Prokonsulat sollte verlängert werden, so dass er nach zehn Jahren nach Rom zurückkehren und wieder für das Konsulat kandidieren konnte. Die Triumvirn setzten sich durch und auch Cicero, die einzige Waffe der Optimaten konnte nichts dagegen tun. Auf der von ihm selbst beantragten Senatsdebatte zur Abänderung des caesarischen Agrargesetztes erschien er nicht. Etwas später unterstützte er den Antrag, dass die Staatskasse die Kosten der von Caesar unrechtmäßig ausgehobenen neuen Legionen, mittlerweile vier, tragen sollte. Schließlich unterstützte er die von den Triumvirn geplante Verteilung der prokonsularischen Provinzen. Offenbar brachte ihn die Furcht vor einer erneuten Verbannung zum Einlenken. Caesar selbst ging schnell nach dem Treffen in Luca wieder zurück nach Gallien, schließlich galt es in den eroberten Provinzen die aufständischen Stämme niederzuschlagen.

Er selbst zog mit einem Teil des Heeres gegen die Veneter, andere Teile entsandte er in die Normandie und nach Aquitanien. Die Veneter waren ein wehrhaftes Volk, das sich von allen Gallierstämmen am besten mit der Seefahrerkunst auskannte, das in der Bretagne ansässig war. Caesar verfolgte sie hierher, konnte jedoch ihre Küstenstädte, die in felsigen Bereichen lagen, nicht gut angreifen oder belagern. Caesar selbst beschrieb die Schlacht und seine Beteiligung so: "Caesar musste alles gleichzeitig tun.

Die Flagge hissen, das war der Ruf zu den Waffen. Er ließ die Truppen sich im Lager sammeln. Er führte sie im Feld zum Angriff. Er spornte seine Männer an. Er blies das Horn. Als die Situation kritisch wurde und keine Reserven mehr verfügbar waren, schnappte Caesar sich den Schild eines Soldaten in den hinteren Reihen, preschte in die vorderste Linie, sprach jeden Centurio mit Namen an und feuerte lauthals den Rest der Truppe an. So endete die Schlacht, in der ein Volksstamm fast völlig aufgerieben und dessen Name damit fast von der Erde gelöscht worden wäre. Caesar beschloss ein Exempel zu statuieren um den anderen Völkern klar zu machen in Zukunft einsichtiger zu sein. Caesar ließ all ihre Anführer hinrichten und den Rest der Bevölkerung in die Sklaverei verkaufen."

 

Ein weiterer Feldzug gegen die Moriner, im heutigen Flandern, verlief jedoch ereignislos. Es wird ihm wohl jedoch gefallen haben, dass Publius Crassus erfolgreich eine Schlacht gegen die hartnäckigen Aquitanier bestanden hatte und auch die Normandie befriedet wurde. Ansonsten verlief das Jahr recht ereignislos und trug zur Konsolidierung der Eroberungen bei. Es ist jedoch festzustellen das sich Caesars Persönlichkeit langsam änderte; er gab seinen aufwendigen Lebensstil auf und lebte wie ein neuer Mensch, äußerst genügsam. Trotz seines schwächlichen Körpers ertrug er alle Mühen, die er seinen Soldaten auferlegte, auch selbst. In der Schlacht focht er mutig in der ersten Reihe und verzichtete des Öfteren auf sein Pferd, um Seite an Seite mit den Soldaten zu stehen. Als einer seiner Gefährten, Oppius, erkrankte, verzichtete er auf die einzige verfügbare Hütte und übernachtete unter freiem Himmel. In Notzeiten teilte er die erbärmlichen Rationen seiner Männer, die ihn dafür verehrten. Sein weiches Gesicht soll in dieser Zeit hart geworden sein. Im Jahre 55 v. Chr. bekleideten Pompeius und Crassus nun das Konsulat und setzten alle abgesprochenen Dinge durch, dies gelang ihnen allerdings nur durch den Einsatz von terroristischen Mitteln wie Mord. Cicero wandte sich in der Folge angewidert von der Politik ab und kam zu einem freundlichen Verhältnis mit Caesar, welches sich zwar später wieder abkühlen würde, dennoch war dieses eine Besonderheit.

 

Links Marcus Tullius Cicero und Rechts Gaius Julius Caesar, sie beide würden eine kurze Freundschaft haben.

 

Crassus würde nach Syrien aufbrechen auf um den geplanten Krieg gegen die Parther zu führen. Doch im Krieg hatte er kein Glück. Er wurde bei Carrhae 53 v. Chr. vernichtend geschlagen und dabei getötet. Sein Kopf und seine Hände wurden am Parthischen Hof zur Belustigung herumgereicht. Caesar plante währenddessen im Jahre 55 v. Chr. eine Heerfahrt nach Britannien. Doch diese musste er abbrechen, denn er wurde mit einer neuen Gefahr konfrontiert. Zwei germanische Stämme drängten in das Land der Belger. Sofort rückte Caesar an, um die Rheingrenze zu halten. Die beiden Stämme entsandten zunächst Gesandtschaften um nach Frieden und Zuteilung um Siedlungsland zu erbitten. Caesar aber lehnte ab und riet ihnen sich mit denen rechts des Rheins gelegenen und romfreundlichen Ubiern zu einigen. Es kam aber zu einem Geplänkel in dem es germanischen Reitertruppen gelang die überlegenen römischen Verbände zu schlagen. Als die Stämme erneut Gesandtschaften schickten, statuierte Caesar an ihnen ein Exempel, denn er war nicht bereit über die Rheingrenze zu diskutieren. Er ließ die in ihren Wagen lagernden Germanen mit all seinen Streitkräften angreifen wobei sie nahezu alle ausgelöscht wurden. Nach diesem Genozid ließ er die Gesandtschaften wieder frei. Für diese Taten wurde im späteren Verlauf des Jahres ein zwanzigtägiges Dankesfest für die Rettung vor der germanischen Gefahr im Senat beantragt. Dieses Mal blieb es aber nicht ohne kritische Stimmen, Cato verlangte sogar, Caesar den Germanen auszuliefern. Seine Forderungen blieben erfolglos, den Caesar konnte schon bald mit zwei weiteren Aktionen seinen Ruhm beträchtlich mehren. Zum einen ließ er im Neuwieder Becken eine Brücke aus Holz über den Rhein bauen. Sie war zehn Meter breit und vierhundert Meter lang und wurde in nur zehn Tagen errichtet. Dies sollte verdeutlichen das man selbst im bisher unbekannten Germanien nicht vor der Macht Roms sicher war. In Rom wurde diese Machtdemonstration mit Beifall aufgenommen, jedoch war sie mehr symbolischer Natur, denn die anschließend geplante Strafexpedition gegen einen der Germanenstämme konnte nicht durchgeführt werden, da diese in die Wälder flüchteten und selbst nach drei Wochen nicht greifbar waren. Bei seinem Rückzug nach Gallien ließ er die Brücke abreißen. Die andere Aktion war die Überquerung des Ärmelkanals. Mit ca. 100 Schiffen setzte er in das ferne Britannien über, was für seine römischen Mitbürger wie ein Vorstoß an das Ende der Welt wirkte. In Britannien selbst kam es nur zu vereinzelten Kampfhandlungen mit dem Ziel, britische Hilfslieferungen an die gallischen Kelten zu unterbinden. Jedoch war dieses Unternehmen mehr als Erkundungsmission für die Eroberung im nächsten Jahr zu betrachten. Am Ende des Jahres reiste Caesar in seine italische Provinz und musste in Illyrien gegen die räuberischen Piruster kämpfen, die sich auch schon bald unterwarfen. Im nächsten Jahr, 54 v. Chr., musste er sogleich den wiedererwachenden Kampfgeist in Gallien, hier durch die Treverer, bekämpfen, dieser wurde aber durch Caesar relativ schnell beendet. Doch auch ein nächstes Signal ließ sich nicht aufhalten. Während Caesar sich für seine zweite Heerfahrt nach Britannien vorbereitete entfernte sich der eigentlich verbündete, aber seit jeher widerspenstige Häduerfürst Dumnorix mit seinen Reitertruppen unerlaubt von der Invasionsarmee und verfluchte das römische Joch. Caesar nahm die Gelegenheit dankbar wahr, Dumnorix endlich aus dem Weg zu räumen, doch er muss sich wohl auch bewusst geworden sein, wie sehr es in der keltischen Bevölkerung brodelte. Doch jetzt war die Zeit gekommen Britannien zu erobern. Im Gefolge seiner gigantischen Flotte, die fünf Legionen mit sich führte, waren auch ca. 600 Handelsschiffe, um die erwarteten Erzfunde, die Kriegsbeute und vor allem Sklaven zu transportieren. Die Britannier flohen offenbar schon beim Anblick der Flotte und der gelandete Caesar, der sein Empfangskomitee wahrscheinlich vermisste, musste feststellen, dass Britannien ein eher karges Land war, in dem seine Bewohner ein ärmliches Leben fristeten. Doch Caesar ließ sich so schnell nicht vertreiben und stieß bis über die Themse vor. Dabei besiegte er einen britannischen König namens Cassivellaunus und eroberte dessen Stadt. Caesar selbst berichtet auch von einer Schlacht: "Obwohl sie von tausenden von Eingeborenen umzingelt waren verteidigten sich meine Männer vier Stunden lang mit äußerster Tapferkeit. Sie töteten viele Bretonen, selbst hatten sie nur wenige Verwundete. Als der Feind unsere Kavallerie sah, streckte er die Waffen und floh, wobei er schwere Verluste hinnehmen musste." Die Britannier versprachen Tributzahlungen, aber sobald Caesar nach Gallien zurückgekehrt war, kamen sie ihrer Verpflichtung nicht mehr nach. Mit Caesar gingen auch die sicherlich enttäuschten Händler, denn in Britannien gab es im Gegensatz zum recht reichen Gallien kaum etwas von Wert.

 

Nachdem er wieder nach Gallien zurückgekehrt war erreichte Caesar die Nachricht, das seine Tochter Julia, die auch Frau von Pompeius war, verstorben war. Kurz darauf starb auch seine Mutter Aurelia. Dies hatte im Übrigen auch eine Verschlechterung des Einflusses in Rom zur Folge. Dennoch war es ihm nicht möglich, in seine italische Provinz Cisalpina abzureisen, denn die Anzeichen für einen gallischen Aufstand verdichteten sich. So ermordeten die Karnuten ihren von Caesar eingesetzten König Tasgetius, und bald erhoben sich die Eburonen zur offenen Rebellion. Die Legionen Caesars aber lagen schon in ihren Winterlagern über ganz Gallien verteilt. Der hinterlistige Eburonenfürst Ambiorix überredete, unter einem Vorwand, die in seinem belgischen Gebiet stationierten 15 römischen Kohorten zu einer Verlegung. Die Legaten Sabinus und Cotta gingen darauf ein und wurden mit ihrem Tross von Ambiorix' Truppen überfallen und komplett aufgerieben. Das war die bisher schwerste Niederlage römischer Verbände im Kriegsgeschehen in Gallien. Nun erhoben sich unter der Leitung von Ambiorix auch die Nervier und Aduatuker sowie kleiner Stammesverbände und griffen das Winterlager des Quintus Cicero, Bruder von Marcus Tullius Cicero, im Nervier Gebiet an. Nur mit Mühe konnte er standhalten. Mit einer gewaltigen Energieleistung rückte Caesar in Eilmärschen mit zwei Legionen an und es gelang ihm die belagerten Truppen zu entsetzen und die Angreifer zu verjagen. Ganz in der Nähe konnte sich der ebenfalls in Bedrängnis geratene Labienus, ein Legat Caesars, durch eine Schlacht der Treverer entledigen. Anfang 53 v. Chr. hob Caesar erneut zwei Legionen in Oberitalien aus, es wurde ihm auch eine weitere von Pompeius zur Verfügung gestellt. Damit verfügte er über eine gewaltige Streitmacht um nun den Aufstand der Belger zu beenden. Noch bevor der Winter vorbei war, marschierte er mit vier Legionen in das Land der Nervier ein und unterwarf sie zum zweiten Mal. Nach einem gallischen Landtag durch Caesar in Lutetia, dem heutigen Paris, zog er gegen alle Stämme die nicht erschienen waren. In Eilmärschen führte er sein Heer in das Land der Senonen und Karnuten, die sich kampflos ergaben, während die Treverer erneut durch Labienus geschlagen wurden und sich unterwarfen. Die Menapier wurden wiederum durch Caesar geschlagen, als er in dessen Heimat einrückte. Caesar demonstrierte auch erneut Stärke und überschritt zum zweiten Male den Rhein. Die angerückten Sueben zogen sich zurück und Caesar verließ Germanien wieder, ließ zur Warnung die erbaute Brücke unter der Bewachung einiger Kohorten dieses Mal aber stehen. Nun endlich konnte er auch Rache für die 15 Kohorten nehmen die vernichtet wurden, als er in das Land der Eburonen eindrang. Nach eigenen Angaben hat Caesar die gesamte Bevölkerung dort ausgelöscht. Ambiorix aber entkam, auch wenn er nie mehr in eine ähnlich bedeutende Position gelangte, dafür aber fiel Caesar der Senonenfürst Acco in die Hände. Nachdem einige Germanenstämme Quintus Cicero in seinem Lager angegriffen hatten, kehrte Caesar erneut in das Land der Aduatuker zurück, woraufhin sich die Germanen schleunigst zurückzogen. Auf einem von ihm einberufenen Landtag wurde dann der Fürst Acco ausgepeitscht und anschließend geköpft. Danach ging er wieder nach Oberitalien, wohl in dem Glauben, dass er die Gallier nun endgültig geschlagen hatte. Das neue Jahr begann wieder mit einer schlechten Nachricht, Caesars Vasall Clodius Pulcher wurde, entweder am Ende des vorangegangenen Jahres 53 v. Chr. oder im Frühjahr 52 v. Chr., ermordet. Dies schwächte seine Position erneut in Rom. Das was aber noch folgen sollte würde dies in den Schatten stellen. Die Gallier hatten davon wohl irgendwie erfahren, denn sie bildeten eine Koalition gegen Caesar. Doch auch in dieser gefährlichen Situation wich er nicht zurück, sondern stellte sich dem Gegner, der niemals zuvor so stark war.

 

Im Frühling 52 v. Chr. stürmten die Karnuten ihre eigene Hauptstadt Cenabum, das heutige Orleans, und erschlugen dort jeden Römer dem sie habhaft werden konnten. Das war auch das Signal für den Aufstand in ganz Gallien. Der Anführer des Aufstandes war der König der Arverner, Vercingetorix, der es wohl in langer Vorbereitung geschafft hat die verfeindeten gallischen Stämme weitgehend in einer Koalition zu vereinigen und seinem Oberbefehl zu unterstellen. Caesar traf das erste Mal Ende Februar/Anfang März auf das Koalitionsheer in Narbo, dem heutigen Narbonne, und war dadurch von einem großen Teil seiner Truppen in den gallischen Winterlagern abgeschnitten. Aber Caesar handelte rasch, er überquerte mit einem kleinen Kampfverband die verschneiten Cevennen und verwüstete das Gebiet der Arverner, außerdem wurde Cenabum erobert und zur Strafe gebrandschatzt. Des weiteren gelang es ihm sich mit seinen restlichen Truppen zu vereinigen. Vercingetorix machte hier wohl einen Fehler da er Caesar nicht angriff, sondern verfolgte konsequent die Taktik der verbrannten Erde. Jedes Gehöft, jedes Dorf und jede Stadt, in der die Römer Nahrung zu finden hofften, sollte vernichtet werden, Felder und Gärten mussten dem Erdboden gleich gemacht werden, um die Römer zu stoppen. Dieses Vorgehen zeigt zunächst Wirkung, denn der Nahrungsmangel und das nasskalte Wetter führten zu einer Senkung der Moral bei den Legionären. Nun kam aber wieder Caesars Charisma ins Spiel, indem er den Legionen den Abzug freigestellt hatte. Die Soldaten, in ihrer Ehre getroffen, lehnten dann ab und die Moral besserte sich wieder. Daraufhin belagerte Caesar die Hauptstadt der Biturgen, Avaricum, das heutige Bourges, eine der wenigen Städte die Vercingetorix nicht niederbrennen ließ. Die Stadt fiel schon, dank überlegener römischer Belagerungs- und Pioniertechnik, im Mai 52 v. Chr. Die Bevölkerung der Stadt wurde fast vollständig ausgelöscht. Dies brachte Vercingetorix nun vollends die Unterstützung der anderen Fürsten ein. Währenddessen teilte er sein Heer und entsandte Labienus mit vier Legionen gegen die Senonen und Parisier. Mit dem Restheer zog er gegen Gergovia, die Hauptstadt der Arverner. Vercingetorix erwies sich hier als ein geschickter Heerführer, indem er die Konfrontation mied und den Legionen immer wieder Nadelstiche versetzte. Dazu schürte er im Hintergrund Unruhe unter den Hilfstruppen der Häduer in Caesars Heer und ebenso in deren Stammland. Dort brach auch schon bald eine anti-römische Revolte aus. Caesar setzte sich in sofort in Bewegung um das Land des wichtigen Verbündeten zu befrieden. Als er dies erfolgreich getan hatte und wieder bei Gergovia ankam, hatte sich dort nichts getan, da die festungsähnliche Anlage so gut wie uneinnehmbar auf einem Berggipfel errichtet war. Durch die Guerillataktik des Vercingetorix fügte er Caesars Truppen nun auch immer mehr Verluste zu und so musste er die Belagerung ergebnislos abbrechen. Caesar musste nach seiner ersten bitteren Niederlage auch noch feststellen das sich die Häduer nun endgültig von ihm lossagten. Labienus, der von der Niederlage bei seinem Zug auf Lutetia hörte, brach den Marsch ab, um nicht von Caesars Verbänden abgeschnitten zu werden, und vereinigte sich wieder mit Caesar. Iulius Caesar befand sich nun auf dem Rückzug in der Nähe des heutigen Dijon, als Vercingetorix seine bis dahin erfolgreiche defensive Taktik aufgab und zur Offensive überging, nachdem er seine Streitmacht bei Alesia gesammelt hatte. Zunächst traf seine berittene Reiterei auf Caesars Kavallerie, die größtenteils aus angeworbenen Germanen bestand und trotz zahlenmäßiger Überlegenheit, erlitten die Gallier eine herbe Niederlage. Anstatt mit den Rest seiner Armee anzugreifen beging er hier den tödlichen Fehler und zog sich wieder nach Alesia zurück. Damit hatte wieder Caesar die Initiative und nutzte sie sogleich aus. Als er hörte, dass sie sich nach Alesia zurückzogen, ließ er sie gleich verfolgen und schloss sie in dieser Stadt ein. Bevor die Stadt jedoch vollständig eingeschlossen war gelang es Vercingetorix ein Hilfsgesuch abzuschicken. Um die bestmöglichen Erfolgsaussichten zu haben ließ er rund um die Belagerten Gallier einen 17 km langen Wall und Graben errichten. Da Caesar aber auch wusste, dass das Koalitionsheer anrückte, ließ er einen weiteren 21 Kilometer langen Wall aufwerfen, befestigt mit Türmen, Wassergräben, Fallgruben, Palisaden, Fußangeln und Bodenhindernissen. Bald auch traf das Entsatzheer ein und die Belagerer wurden zum Belagerten, dabei sollte unbedingt angemerkt werden, das die eingeschlossenen Truppen sowie die Verbündeten einzeln schon mehr Soldaten hatten wie Caesar. Schon bald kam es zu äußerst harten Kämpfen bei denen die Gallier wiederholt versuchten Caesars Befestigungen zu erstürmen. Doch das Bollwerk, was in nur einem Monat errichtet wurde, hielt stand. Nur einmal durchbrachen gallische Reiter die Mauern, wurden jedoch durch heftige römische Gegenwehr unter Labienus und einen tollkühnen Reiterangriff Caesars persönlich, der seine Reiterei um das gallische Koalitionsheer herumgeführt hatte, zurückgeworfen. Caesar beschreibt dies wie folgt: "Weder Wälle noch Gräben konnten den wilden Angriff der Gallier aufhalten und ich wusste, dass die Zeit für den entscheidenden Schlag gekommen war. Plötzlich sahen die Gallier, dass die Kavallerie in ihren Rücken war und vor ihnen frische Kohorten auftauchten, sie lösten sich auf und flohen, aber wir mähten sie nieder." Schließlich brachen die enttäuschten Gallier die Belagerung ab, und Vercingetorix, dessen Truppen dem Verhungern nahe waren, ritt zu Caesar und ergab sich. Schon vorher hatte er die Bevölkerung Alesias vor die Tore in den römischen Belagerungsring schicken müssen, da er sie nicht mehr ernähren konnte. Auch die Römer konnten die Bevölkerung nicht verpflegen, weshalb sie kläglich auf dem Schlachtfeld verhungerte. Vercingetorix wurde gefangengenommen und würde bei Caesars Triumphzug durch Rom in sechs Jahren schließlich hingerichtet werden.
Dennoch war der Kampfeswille der Gallier noch nicht vollständig gebrochen, weshalb sich Caesar im Jahre 51, nachdem er in Bibracte überwintert hatte, zu mehreren Strafexpeditionen gezwungen sah. So unterwarf er die Karnuten endgültig, genauso die Bellovaker und Atrebaten. Außerdem um Ambiorix zu schwächen verwüstete er erneut, wohl von Mai bis Juni, das Land der Eburonen. Im Sommer konnten seine Legaten Gaius Fabius und Gaius Caninius den Dumnacus vor Lemonum besiegen. Fabius besiegte dann nochmals die Karnuten und weitere Küstenvölker. Caninius, später auch Fabius und Caesar belagerten schließlich die letzte Hochburg der Karnuten, Uxellodunum. Nach der Eroberung zeigte Caesar grausamen Großmut, den Belagerten ließ er zwar das Leben, aber jedem von ihnen wurde als warnendes Beispiel die rechte Hand abgeschlagen. Gleichzeitig besiegte Labienus einmal mehr die Treverer. Damit waren die Kriegshandlungen in Gallien beendet. Caesar überwinterte daraufhin in Nemotecenna, dem heutigen Arras und beruhigte im Jahre 50 v. Chr. das Land. Der Krieg hat wohl mehr als eine Million Menschen das Leben gekostet und das Land ausgeblutet. Wiederstand würde auf Jahrzehnte hinaus nicht mehr möglich sein aber bis dahin war die keltische Bevölkerung schon romanisiert. Was Caesar schon 56 v. Chr. nach Rom gemeldet hatte, war erst jetzt wahr geworden: Gallien war erobert. Aber jetzt musste Caesar wieder seine ganze Aufmerksamkeit auf Rom richten, denn dort war seine Position mittlerweile unhaltbar.

 

Bürgerkrieg

 

Der Bürgerkrieg

 

Denn in den letzten Jahren hatte sich dort die Lage so sehr zugespitzt dass es als Möglichkeiten nur mehr das Aufgeben oder ein militärisches Eingreifen gab. Caesar aber war nicht dafür bekannt aufzugeben. Doch hier muss man verstehen wie die einzelnen Elemente diesen Krieg auslösten. Rom war während Caesars Abwesenheit immer mehr in Anarchie versunken. Daran war auch sein Gehilfe Publius Clodius Pulcher schuld. In der Zeit versuchte der Senat auch wieder Herr der Lage zu werden. Da sie offenbar nicht selbst dazu in der Lage waren, suchten sie sich einen starken Mann und dieser war Pompeius.
Dieser Vorgang hat wohl bei den Senatoren der Optimaten ebenfalls für Bauchschmerzen gesorgt. Schließlich hatte Pompeius oftmals Entscheidungen gegen sie durchgedrückt. Dennoch blieb ihnen keine andere Wahl, kein anderer hatte den nötigen Einfluss und auch die Veteranen um für Ruhe und Sicherheit in Rom zu sorgen. Durch den Einfluss, den die Optimaten ständig auf Pompeius ausübten führte zum Lagerwechsel, von der Seite Caesars hin zum Senat, besonders eben zu den Optimaten. Die nächste Aktion machte dies umso deutlicher, er schlug das Angebot Caesars aus, der ihm eine seiner Nichten angeboten hatte und im Gegenzug Pompeius' Tochter heiraten wollte. Stattdessen heiratete er Metella, die Tochter des Metellus Scipio, ein Optimat. Entweder Dezember 53 v. Chr. oder das Frühjahr 52 v. Chr wurde ein gewisser Milo, wohl von Pompeius, dazu ermutigt Clodius Pulcher zu überfallen. Pompeius hatte die Eigenschaft, dass er solche 'Drecksarbeit' gerne durch Untergebene für sich erledigen ließ. Milo traf auf der Via Appia auf Pulcher und machten ihn nieder. Dieser kam jedoch nur mit einer Verwundung davon und flüchtete sich in eine Schenke. Milo ließ auch diese stürmen und der Tribun wurde erschlagen. Am Tag darauf traf die Leiche in Rom ein, das Volk war aufgebracht, schließlich war der Tote bei ihnen sehr beliebt und brannte die Curia Hostilia mitsamt der Leiche nieder. Die Konsulkandidaten, beides Optimaten, denen Pulchers Tod sehr gelegen kam, wurden vom tobenden Volk belagert und bedroht, die Protestler konnten aber vertrieben werden. Pompeius ließ nun Milo fallen und bezichtigte ihn sogar noch eines Mordversuchs gegen ihn, schließlich hatte er seine Schuldigkeit getan und Clodius war aus dem Weg geräumt.

Bald schon kam es erneut zu Tumulten und der Senat übertrug schließlich Pompeius per Senatus consultum ultimum das Konsulat mit diktatorischer vollmacht, einen Amtskollegen würde er nicht haben, mit dem Auftrag Ruhe und Ordnung in Rom und Italien herbeizuführen. Doch das Gegenteil geschah, den nun wollte Pompeius ebenfalls die Macht im Staate. Dabei jedoch ging er recht ungeschickt vor. Im Frühjahr 52 v. Chr. ließ er beschließen, dass Caesar sich in Abwesenheit um das Konsulat 48 bewerben durfte. Damit glaubte er den beunruhigten Caesar zufriedengestellt zu haben. Es schien, dass Pompeius den Bruch mit Caesar und eine klare Politik scheute. Caesar ging es dabei aber nur darum, nach dem zehnjährigen Prokonsulat direkt in ein zweites Konsulat überzugehen. Damit wäre er auch immun gegen alle Anklagen, die die Optimaten gegen ihn hatten. Widersprüchlicherweise ließ Pompeius im Sommer dann allerdings ein Gesetz verabschieden, das die Anwesenheit eines Bewerbers für ein Amt in Rom voraussetzte. Der vergessliche Alleinkonsul ließ der fertigen Gesetzestafel den Zusatz anfügen, dass Caesar eine Ausnahme bilde. Juristisch war das jedoch nicht die Sicherheit, nach der es Caesar verlangte. Langsam fielen die Masken. Im Jahre 51 v. Chr. veröffentlichte Caesar dann seine Comentarii de bello Gallico. Da der Krieg nach der Schlacht von Alesia angeblich beendet war, forderte einer der Konsuln des Jahres 51 von Caesar die Entlassung seiner Truppen und Caesars Abberufung aus Gallien, was der Senat aber ablehnte. Über das von Caesar an die Bürger von Novum Comum verliehene Bürgerrecht wurde öffentlich gestritten, der Statthalter der Stadt sogar ausgepeitscht, ein offener Angriff gegen Caesar. Bei einer Senatssitzung wurde beschlossen, den Sold an die Truppen des Pompeius auszuzahlen und die von ihm an Caesar ausgeliehenen Legionen zurückzubeordern damit man gegen die Parther Krieg führen konnte. Zähneknirschend gehorchte Caesar, gab den abreisenden Soldaten aber noch ein hohes Geldgeschenk und hob sogleich neue Truppen aus, um seine alte Sollstärke wieder zu erreichen. Bei Brundisium warteten die Pomeianischen Legionen allerdings vergeblich auf ihre Verlegung nach Osten, da die Einschiffung in Erwartung von Kämpfen in Italien verzögert wurde. Gegen Ende des Jahres beschloss der Senat auch über die Prokonsularischen Provinzen für das nächste Jahr zu verhandeln. Damit hätte Caesar die Abberufung gedroht, bevor er als Konsul politische Immunität hätte genießen können. Die Sitzung fand wie geplant statt, doch der Beschluss kam durch das Veto des Tribuns Curio, der Caesar wohl als Ersatz für Pulcher diente, nicht durch. Im Sommer des Jahres 50 v. Chr. wechselte auch noch Labienus, einer der besten Unterfeldherren von Caesar, die Seiten. Er verließ Gallien in aller Eile und reiste zu Pompeius, um diesen fortan zu unterstützen. Caesar, der die schlechte Nachricht zuerst nicht glauben wollte, schickte dem ehemaligen Kameraden schließlich sein Gepäck nach, das er in der Eile vergessen hatte. Am Ende des Jahres fand bei einer Abstimmung am 1.12. ein Antrag die große Mehrheit, Caesar und Pompeius abzuberufen. Da sich Pompeius dagegen wehrte war auch für Caesar die Befolgung unmöglich. Caesar bot am Ende sogar an Gallia Cisalpina abzugeben und Teile seiner Armee zu entlassen sodass er im Endeffekt nur Illyricum und eine Legion hatte. Ob er das tat um einen kriegerische Auseinandersetzung zu vermeiden oder um Zeit zu gewinnen bleib jedoch unklar. Aber bei Pompeius traf dieser Vorschlag kaum auf Gegenliebe, da eine Konfrontation bereits fest geplant war. Marcellus, amtierender Konsul und Handlanger des Pompeius, verlangte, die Legionen für den Partherkrieg gegen Caesar zu entsenden und übertrug ohne jede Legitimation das Kommando Pompeius, der hinter diesen all diesen Winkelzügen stand. Im Januar bot Caesar dem Senat an zurückzutreten, vorausgesetzt, dass Pompeius auch zurücktrat. Dieser aber dachte nicht dran und steuerte weiterhin auf Kriegskurs.

Der Senat beschloss am 7.1.49 v. Chr. ein senatus consultum ultimum, nach dem Caesar entweder sein Kommando niederlegen sollte oder zum Staatsfeind erklärt würde. Dabei ist anzumerken das es im Senat praktisch nur noch Optimaten gab, Caesars Anhänger waren bereits zu ihm geflohen, da sie vorher durch Terrortrupps eingeschüchtert und denunziert worden waren. Der Senat übergab Pompeius das Kommando für den Krieg, der sogleich mit der Aushebung seiner Veteranen in Italien begann. Am 10.1. 49 v. Chr. erreichten diese Nachrichten Caesar, dieser sandte daraufhin Truppen unter Antonius gegen Arretium, dem heutigen Arezzo, und Ariminum, dem heutigen Rimini und überschritt selbst den Rubicon, welcher ein Promagistrat nur ohne Truppen hätte überqueren dürfen.

 

Caesar überschreitet den Rubicon in ein ungewisses Schicksal...

 

Dabei soll er die berühmten Worte "alea iacta est" in Deutsch also "Der Würfel ist geworfen " oder "Der Würfel ist gefallen", gesagt haben, denn dass der Krieg unvermeidlich war, war nun klar. Sueton berichtet: "Noch können wir zurück; wenn wir diese kleine Brücke überschreiten, wird alles mit Waffen auszutragen sein." Während er noch unschlüssig dastand, sei eine riesige Gestalt erschienen, habe einem seiner Trompeter das Instrument entrissen, Alarm geblasen und den Fluss durchschritten. Daraufhin habe Caesar gesagt; "Dorthin gehe es, wohin der Götter Zeichen und der Feinde Unrecht ruft. Geworfen ist der Würfel." Was Caesar letztlich dabei empfunden hat kann man heutzutage nur spekulieren doch er wusste, dass er das Land in einen brutalen Bürgerkrieg führte, aus welchem nur einer als Sieger hervorgehen konnte. Dennoch war ihm bewusst, dass er die Ereignisse nun nicht mehr aufhalten konnte, außer wenn er sich selbst auslieferte. Wenigstens hatte er einiges dafür getan, den Krieg zu verhindern. Jetzt wollte er den Krieg so führen, dass so wenige Römer wie möglich den Tod finden sollten, der Krieg gegen sein eigenes Volk hat ihm mit Sicherheit nicht gefallen. Cicero hingegen beschrieb es so: "Dieser irrsinnige, schändliche Kerl behauptet, dass er alles zum wohl seiner Ehre tue. Kann es ehrenhaft sein, ohne Zustimmung des Senats an seinen Armeen festzuhalten ? Wie kann es erlaubt sein einen Bürgerkrieg zum Wohl der eigenen Ehre vom Zaun zu brechen ?" Caesar, der bemerkenswert schnell handelte, ließ schon am 12.01. die Städte Pisaurum und am 15.01. Fanum Fortunae, sowie Ancona und Arretium besetzen. Eine neuerliche Verhandlung mit Abgeordneten des Pompeius verlief ergebnislos. Und da musste Pompeius schon seine erste Niederlage hinnehmen. Vor dem Senat hatte er geprahlt er könne auf Anhieb zehn Legionen allein in Italien ausheben, denn wenn er mit dem Fuß aufstampfe würden sich seine Veteranen erheben und an seiner Seite kämpfen. Doch seine Elite-Legionen befanden sich in seinen prokonsularischen Provinzen in Hispania und in Italien fühlte sich kaum jemand veranlasst an seiner Seite zu Kämpfen. So beschlossen Pompeius und die Optimaten, dass Senat und Volk von Rom die gigantische Metropole räumen sollten. Am 17./18.01. verließen Pompeius und viele Senatoren Rom und flohen nach Brundisium, den sich nähernden Caesar im Nacken. Sie setzten von dort nach Griechenland über, wo Pompeius durch die mithridatischen Kriege noch Unterstützung genoss. Pompeius ließ dabei auch schwer enttäuschte Senatoren und Freunde zurück, die auf ihn gebaut hatten, unter anderem auch Cicero. Mittlerweile konnte Caesar sich mit einigen seiner Legionen vereinigen und weiter vorrücken. Dabei besetzte sein Unterfeldherr Curio Iguvium und er selbst Auximum, Firmum und Asculum. Bei Corfinium musste Caesar das erste Mal eine richtige Belagerung schlagen. Denn dort hatte sich ein Schützling von Pompeius, Lucius Domitius Ahenobarbus, mit Truppen von ca. 20.000 Mann zurückgezogen. Das schnelle Vorrücken Caesars hatte diesen von Pompeius abgeschnitten und die Belagerung traf ihn wohl auch unerwartet denn Caesar nahm die Stadt schon nach kurzer Zeit ein. Dabei gingen Domitius und ca. 50 Senatoren und Ritter in Gefangenschaft. Da man von Caesars Krieg in Gallien gehört hatte erwartete man ein Blutbad. Doch er ließ diese Gelegenheit sich zu rächen verstreichen, er entließ den Gegner sogar einfach und erlaubte denjenigen, die bleiben wollten, den Übertritt in seine Armee. Auch Domitius ließ er gehen, mitsamt der Kriegskasse. Dieser Vorfall würde als Milde von Corfinium in die Geschichte eingegangen und sicherte Caesar seinen mildtätigen Ruf und auch die Zustimmung des niederen Volkes. Am 21.02 machten sich Caesar als auch Pompeius nach Brundisium auf, wo letzterer bereits am 25. eintraf. Am 4.3. setzten die beiden amtierenden Konsuln mit 30 Kohorten nach Dyrrachium über. Damit konnte Pompeius von nun an alle weiteren Verhandlungen aufgrund der Abwesenheit der Konsuln ablehnen. Am 17.3 verließ nun auch Pompeius Italien und setzte nach Dyrrachium über, da er bereits von Caesar mit seinen 6 Legionen belagert wurde. Da Caesar keine Flotte hatte konnte er ihn nicht verfolgen und wandte sich Rom zu, wo er seine Aktionen legalisieren wollte. Außerdem schickte er Curio mit drei Legionen nach Sizilien sowie einen weiteren Unterfeldherr Sardinien, um diese zu nehmen. Bevor er aber in die Stadt am Tiber nach fast zehn Jahren zurückkehrte besuchte er Cicero um ihn für sich zu gewinnen. Aber dieser blieb seiner Gesinnung getreu und lehnte Caesars bitten auf Unterstützung ab. Am 1. April berief Caesar eine Senatssitzung ein, wobei sich kaum mehr als ein Rumpfsenat einfand. Aus Rücksicht auf sein Prokonsulat fand dieses außerhalb des Pomeriums, dem eigentlichen Gebiet der Stadt Rom, statt. Seine Anträge und bitten wurden allerdings durch Metellus, einem Pompeianer, erfolgreich abgewehrt. Auch Caesars Vorhaben, in den dreitägigen Sitzungen eine Gesandtschaft an Pompeius zusammenstellen zu können, scheiterte, denn die Anwesenden fürchteten die Rache des in Griechenland weilenden Machthabers, der erklärt hatte, jeden, der in Rom geblieben war, als Feind anzusehen. Kurz vor seiner Abreise kam es zu einem weiteren Eklat, bei dem Caesar auch seine Beliebtheit beim Volk verlor.

 

Denn er stürmte mit seinen Truppen den Saturntempel, wobei er Metellus erst gewaltsam vertreiben musste, und plünderte die ungeheuren Schätze des Heiligtums, um seine Kriegskasse aufzufüllen. Unter den Pfiffen der Bevölkerung verließ Caesar Rom, um den Krieg weiterzuführen. Einige Legionen ließ er zum Schutze Italiens und Illyriens zurück und machte sich auf den Weg in das pompeianische Spanien, um die Gefahr eines zwei-Fronten Krieges zu beenden. Vor Massilia, dem heutigen Marseille, traf er auf den ersten Widerstand. Die Stadt täuschte Verhandlungsbereitschaft vor, hielt in Wirklichkeit aber zu Pompeius. Im April verstärkte Domitius, in Corfinium noch von Caesar gnadenvoll entlassen, die Massilianer. Da er den Feldzug in Spanien nicht länger aufschieben konnte gab er den Bau einer Flotte in Auftrag und überließ Trebonius mit drei seiner Legionen die Belagerung, die schließlich am 4.5. begann. In Hispania angekommen stand er nun mit seinen sechs Legionen den fünf Elite-Legionen des Pompeius unter den erfahrenen Heerführern Lucius Afranius und Marcus Petreius gegenüber. Doch diese, wohl auf ihre Ortskenntnis vertrauend, verzichteten auf eine offene Feldschlacht und führten einen durchaus erfolgreichen Guerillakrieg gegen Caesars Truppen. Die vielen verschieden Scharmützel endeten meistens unterschiedlich, jedoch drängte Caesar auch nicht auf eine Entscheidungsschlacht. Anfang Juni entwickelte sich für Caesar jedoch eine gefährliche Lage. Durch schwere Regenfälle und ansteigende Flüsse wurde er vom Nachschub abgeschnitten. Diese Nachricht gelangte auch nach Rom wo sich viele, bisher zögerliche Senatoren nun noch schnell zu Pompeius begaben um sich auf dessen Seite zu schlagen, da dieser mehr als zuvor als Sieger aussah. Caesar handelte schnell und auch außerordentlich kreativ. Er ließ ein Flotte von Lederbooten bauen, die er in Britannien gesehen hatte, und in aller Eile eine notdürftige Brücke errichten. So konnte er der fast aussichtslosen Lage glücklich entrinnen. Daraufhin schlugen sich die Bergstämme nördlich des Ebro auf seine Seite. Die beiden Heere lagerten nun nahe beieinander und tauschten sogar Besuche aus. Afranius, dem die Besucher aus Caesars Heer offenbar ein Dorn im Auge waren, ließ sie gefangen nehmen und hinrichten und befahl den sofortigen Aufbruch in die Ebrogebiete, wo Pompeius noch aus seiner Zeit vom Kampf mit Sertorius eine starke Klientel hatte. Caesar dagegen schickte die Pompeianer unversehrt zurück zu ihrem abrückenden Heer. Doch da Caesar schneller aufgebrochen war konnte er dem Afrianus die Passage über den Fluss verlegen und ihn von der Versorgung abschneiden. Immer noch zögerte er die große Schlacht, die längst überfällig schien, hinaus und führte Verhandlungen. Am 2.8. schließlich kapitulierten die Afranier, ohne das es zur Schlacht gekommen wäre. Erneut erlaubte Caesar ihnen den Abzug, Überläufer durften bleiben. Afrianus und Petreius begaben sich daraufhin zu Pompeius nach Griechenland. Caesar hatte damit binnen 40 Tagen den Krieg in Hispania ohne viel Blutvergießen zu Ende gebracht. Seine Milde, die er auch hier zu Beweis gestellt hatte freute die römischen Stadtbevölkerung, seine Soldaten aber waren darüber nicht sehr glücklich. Danach zog er in das untere Spanien, das schnell kapitulierte. Da die meisten Personen mit Führungsqualitäten von ihm abgefallen waren musste er den unfähigen Longinius als Statthalter ein, der die Provinz ausbeutete und mehrere Aufstände provozierte. Im Oktober zog er wieder Richtung Italien und traf rechtzeitig ein um am 25.10. die Kapitulation der Stadt Massilia entgegenzunehmen. Diese wurde von Seuchen gebeutelt und durch die aus dem Nichts erschaffene caesarianische Flotte erfolgreich vom Nachschub blockiert. Dennoch zeigte er auch hier Milde und demütigte die Stadt nicht, sondern ließ ihr ihre Quasi-Unabhängigkeit und ließ sie auch nicht plündern. Diese Entscheidung und seine angeblich lasche Kriegsführung in Spanien führten in Italien zu einer Meuterei seiner IX. Legion, die sich aufs ganze Heer auszuweiten drohte. Caesar reagierte kaltblütig. Er warf den sich um ihre Beute betrogen fühlenden Soldaten Gier vor, forderte sie dazu auf, ihre Drohung, zu Pompeius überzulaufen, doch wahr zu machen und ließ die Rädelsführer schließlich hinrichten. Die Situation war bereinigt und Gegner und Befürworter streiten sich, ob die Meuterei Ausdruck des allgemeinen Unwillens gegen Caesar und seinen Krieg war oder ob der Feldherr erneut seine Qualitäten in der Menschenführung und Psychologie bewiesen hatte. Währenddessen hatte Marcus Aemilius Lepidus Caesar legal zum Diktator ernannt. 

 

Aber sein Kurs in Rom stieg nicht nur deswegen wieder sondern auch weil er den Krieg in Spanien so unblutig gewonnen und seine enorme militärische und physische Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt hatte, im Hinblick darauf, dass seit dem Übergang über den Rubicon erst knapp 10 Monate vergangen war. Wieder in Rom veranstaltete Caesar aber kein Blutbad wie es noch zu Sullas Zeit üblich war, sondern er leitete Reformen ein. In nur elf Tagen besetzte er alle freien Schlüsselpositionen mit Männern seines Vertrauens, so wurde Lepidus zum Statthalter in Hispania, und Decimus Brutus, der die Flotte vor Massilia kommandiert hatte, erhielt Gallien. Desweiteren setzte er durch das die Söhne der von Sulla Proskribierten wieder aus dem Exil zurückkehren durften und keiner Denunziation mehr ausgesetzt waren. Ebenso wurde den Transpadanern und Gadesiern, Stämmen in Hispania das römische Bürgerrecht zugesprochen, dieses hatte Caesar ihnen versprochen und bewies auch, dass er seine Versprechen an seine Klientel einlöste, auch wenn das vielleicht unangenehm war. In wirtschaftlichen Fragen war er jedoch nicht ganz so konsequent, die popularen Forderungen nach Schuldenerlass, die früher zu seinem Programm gehört hatten, setzte er nicht durch. In dieser Situation war es nicht ratsam, die in Rom verbliebene Oberschicht, die die Hauptgläubiger waren, durch einen Schuldenerlass vor den Kopf zu stoßen, wie es auch Cicero so schilderte. Um die Verhältnis in Rom zu stabilisieren entschied er sich nur ein Gesetz zu erlassen, welches das Anhäufen von Vermögen in Bar verbot, damit sollte der Geldumlauf wieder in Gang gebracht werden. Desweiteren legte er einen Höchstzinssatz fest, was die Schulden um etwa ein Viertel verminderte. Caesar entsprach damit der wirtschaftlichen Notwendigkeit im kriselnden Rom und vermied es gleichzeitig, wichtige Volksschichten gegen sich aufzubringen. Die Hoffnungen des Volkes wurden jedoch durch sein maßvolles Handeln enttäuscht. Aber er musste auch Rückschläge hinnehmen. So war es Curio gelungen den Widerstand auf Sizilien zu brechen. Doch danach setzte er nach Nordafrika über, das vom geflohenen Cato gehalten wurde. Dort wurde er von dem Numiderkönig Iuba, der mit den Pompeianern unter einer Decke steckte, überrascht und vernichtend geschlagen, wobei Curio den Tod dabei fand. Außerdem wurden auch die von Caesar nach Illyricum entsandten Truppen von Pompeius aufgerieben worden. Caesar reiste am 22.12.49 v. Chr. nach Brundisium um nach Griechenland überzusetzen. Dafür stand ihm eine sehr kleine Flotte zur Verfügung, denn schon vorher hatte der von ihm zurückgelassene Dolabella seine 40 Schiffe gegen die von Oktavius und Scribonius befehligte pompeianische Flotte verloren. Pompeius selbst hatte in Griechenland 9 Monate zur Verfügung gehabt, um seine Armee aufzubauen, er erhielt Truppenunterstützung aus Thessalien, Achaia, Böotien und Syrien, 7.000 Reiter wurden ihm aus Kreta uns Sparta bereitgestellt, Bithynien, Athen und Kerkyra stellten die Flotte. Trotz alledem setzte Caesar Anfang Januar 48 v. Chr. bei stürmischer See über die Adria, denn nun wollte er den Pompeius endlich zum Kampf stellen, dass er sich tatsächlich traute bei solchem Wetter überzusetzen, überraschte Bibulus, den früheren Mitkonsul Caesars und nun Kommandeur der Blockadeflotte, und ließ Caesar mit 21.000 Mann nach Griechenland entkommen. Der frisch gelandete handelte rasch, denn nun hatte er die Initiative. Er nahm schnell Oricum und Apollonia, im heutigen Süden des Albanien und schuf sich somit Nachschubbasen. Danach schickte er seine Flotte wieder zurück, die aber von dem nun wachsameren Bibulus vernichtet wurde. Dennoch verfolgte diesen sein Versagen so sehr, dass er noch im März schwer erkrankte und starb. Währenddessen rückte Pompeius, der offenbar glaubte alle Zeit der Welt zu haben, nur langsam auf Caesars Verbände vor und begnügte sich mit Hinhalte- und Guerillataktik, die offene Feldschlacht wollte er wohl vermeiden. Aber auch Caesar konnte es aufgrund der Schwäche seiner Truppen nicht darauf ankommen lassen. Doch trotz der schlechten Ausgangslage, war Caesar aus einem anderen Holz geschnitzt und hätte niemals aufgegeben. So belauerten sich die beiden Heere gegenseitig an den Ufern des Apsos. Ein neuerliches Friedensangebot von Caesar wurde derweil von Pompeius abgelehnt, da Caesar bei Verhandlungen in Rom jetzt die stärkere Position gehabt hätte. Insbesondere durch seine Siege von Spanien und Massilia und den Maßnahmen seiner elftägigen Diktatur. Dadurch konnte Caesar nun dem Pompeius endgültig die Kriegsschuld in die Schuhe schieben und mit mehr oder weniger gutem Gewissen in jeden weiteren Kampf ziehen. In der nächsten Zeit konzentrierte sich das Kriegsgeschehen nun auf die Stadt Dyrrachium, den Stützpunkt und Nachschubbasis der Pompeianer. In Gewaltmärschen versuchten beide Armeen, die Stadt als erste zu erreichen, was Pompeius dann gelang. Er besetzte die Stadt und ließ Gräben ausheben. Caesar machte es hier genauso wie bei Alesia und ließ sie mit einem Belagerungssystem umgeben. Caesar kam hier zugute, dass er durch die vor kurzen übergesetzten Truppen des Marcus Antonius verstärkt worden war. Pompeius konnte die Vereinigung der Armeen zwar nicht verhindern, konnte aber dennoch Caesars Flotte erneut vernichten.

Von Mitte April bis Anfang Juli belagerte Caesar Pompeius, dieser konnte sich jedoch mit Hilfe seiner Flotte ausreichend verpflegen, während Caesar und seine Soldaten sich Brote aus Wasser und Wurzeln backen mussten. Das verleitete Pompeius zu der Aussage, dass es sich bei seinen Gegnern mehr um wilde Tiere handele als um Menschen. Eine weitere unschöne Szene fand statt als eine angeblich verhandlungsbereite Gesandtschaft des Pompeius, zu der auch der zu ihm übergelaufene Labienus, einst gefeierter Unterfeldherr Caesars in Gallien und nun sein erbitterter Feind gehörte. Dieser beschimpfte Caesars überraschte Abgeordnete wüst und ließ sie schließlich mit Steinwürfen vertreiben. Caesar selbst brach in einem kleinen Fischerboot bei stürmischer See nach Italien auf, um dort seine restlichen Truppen abzuholen. Als der Fischer umkehren wollte, fuhr Caesar ihn an, er solle weiterfahren, schließlich trage sein Boot ihn und sein berühmtes Glück. Schließlich musste der Fischer aber doch aufgeben und kehrte zurück an Land. Anfang Juli entschied Pompeius dass es schließlich genug war mit der Belagerung und wollte sein militärisches Können unter Beweis stellen. Er griff den Belagerungsring an. Schlussendlich ohne Erfolg, dennoch konnte er in Erfahrung bringen wo die Schwäche in Caesars Verteidigungswerk war. In der Nacht zum 06.07.48 v. Chr. zog er in einer Nacht und Nebelaktion seine leichtbewaffneten Truppen von denen Caesars ab und brach selbst mit voller Heeresmacht an der Südflanke des Belagerungsringes aus. Dieser nächtliche ausbrach traf Caesar unerwartet und seine Legionäre ergriffen in Panik die Flucht. Er selbst stellte sich dem Feind entgegen und wollte seine Soldaten an der Flucht hindern. Daraufhin drohten die eigenen Soldaten, ihn niederzumachen, und nur Caesars Leibwächter verhinderten Schlimmeres.

 

Daraufhin sammelte er seine geschlagenen und demoralisierten Truppen und machte sich auf in Richtung Thessalien zu den von ihm entsandten Truppenteile. Pompeius verfolgte Caesar nur langsam, was wohl der schwerwiegendste Fehler seines Lebens war. In Thessalien angekommen verbesserte sich die Moral von Caesars Truppen wieder, denn im Gegensatz zum eher kargen Epirus gab es hier reichlich Nahrung. Apollonia, die Stadt, auf die Caesar zog machte jedoch keine Anstalten sich zu ergeben. An der thessalischen Stadt Gomphi statuierte er deshalb ein Exempel. Die Stadt wurde entgegen seinen sonstigen Gewohnheiten im Bürgerkrieg gestürmt und geplündert. Auch Metropolis fiel ihm zum Opfer. Pompeius war währenddessen auch eingetroffen und die beiden Heere lagerten auf der Ebene von Pharsalos. Warum Pompeius gerade jetzt die Schlacht suchte, nachdem er sich solange eher passiv verhalten hatte ist unbekannt. Wahrscheinlich drängten ihn seine Offiziere dazu und die mitgereisten Politiker, die sich über seinen Führungsstil mokierten taten wohl ihr übriges. Außerdem wurde schon im Zelt des Pompeius über die Nachfolge und den Besitz von Caesar und seinen Männern gestritten, noch bevor die letzte Schlacht geschlagen war. Caesar hatte zwar seine Situation konsolidiert, litt aber dennoch wieder zunehmend unter Versorgungsmängeln. Denn im Gegensatz zu Pompeius hatte er keine Verbündeten in Griechenland, die sich ihm verpflichtet fühlten. Wäre Pompeius bei seiner bisherigen abwartenden Taktik geblieben, so wäre ihm der Sieg vermutlich automatisch zugefallen: Er war ohnehin an Truppenstärke überlegen und Caesars hungernde Truppen hätte er wohl in demoralisiertem Zustand besiegen können. So aber wagte er, getrieben durch die über seinen Führungsstil verhöhnende Nobiles, überraschend die Schlacht. Am 9.8.48 v. Chr. kam es schließlich zur Entscheidungsschlacht, die das Schicksal der römischen Republik so oder so besiegelt hätte, denn Pompeius hätte bei einem Sieg wohl auch die Alleinherrschaft beansprucht. Beide Heere trafen frontal und drei Reihen tief gestaffelt aufeinander. Caesar ließ seine dritte Linie aber ein wenig zurück. Aufgrund des Flusses standen sich auch die Reiter direkt gegenüber, von Caesar aus rechts. Da Caesar ahnte, was Pompeius vorhatte und im Bewusstsein um die Schwäche seiner Reiterei versteckte er sechs Kohorten hinter seinen Reitern. Während die Schlacht begann stürmten nur die Truppen Caesars über das Feld, während Pompeius seine Einheiten sich weiter ruhig verhalten ließ um sich für die Schlacht ausgeruht zu halten. Nach Caesar durchschauten dies auch seine Veteranen von sich aus und stoppten ihren Lauf auf halbem Weg, um zu Atem zu kommen und dann erst in Reichweite langsam vor zu rücken, bevor sie erneut zum Sturm ansetzten. Genau diese Pause nutzte nun Labienus, der die Reiterei kommandierte um anzugreifen. Wie erwartet durchbrachen sie schnell die Reihen von Caesars Kavallerie, doch dahinter trafen sie auf die vorbereiteten Legionäre. Von ihnen in die Flucht geschlagen flohen die Männer des Labienus kopflos und vollständig vom Feld in die Berge und nahmen dabei den Bogenschützen ihre Sicherheit, worauf auch diese niedergemacht wurden. Diese Kohorten hatten nun freies Feld und schwenkten herum direkt in die Flanke des Pompeius. Gleichzeitig verstärkte Caesar seine nun schon länger im Kampf stehende erste und zweite Schlachtlinie mit der bis zu diesem Zeitpunkt zurückgehaltenen dritten Reihe. Nun, der Feind in der Seite und der neue Druck an der Front veranlassten die Republikaner zur Aufgabe und heillosen Flucht. Sie zogen sich in Richtung ihres am Rand der Berge gelegenen Lagers zurück. Caesar hatte aber aus den Fehlern des Pompeius gelernt und befahl seinen Männern die Verfolgung ohne erst zu plündern. Dadurch schloss er die überlebenden Truppen auf einem Berg ein. Diese ergaben sich schon am nächsten Tag. Damit war der Sieg vollständig, auch wenn alle feindlichen Feldherren entkommen waren. Dennoch beklagte Caesar am lautesten die gefallenen Römer und gestand sich ein, dass ihn die Geschichte verdammt hätte, hätte er nicht gezwungenermaßen zu den Waffen gegriffen. Im Lager des Feindes musste er feststellen, dass das Zelt des Pompeius tatsächlich schon für die Siegesfeier vorbereitet war. Er hingegen feierte seinen Sieg nicht, noch ließ er seine Wut an den Gefangenen aus, er begnadigte auch diese. Und auch die gefundenen Briefe, die in der Eile nicht vernichtet wurden und die sicherlich etliche Gefangene und Römer in der Heimat kompromittiert hätte, verbrannte er, ungelesen. Clementia Caesaris, die berühmte milde Caesars, war sehr erstaunlich, aber auch nicht ohne Nutzen, denn dadurch gelang es ihm, die Verhältnisse zu beruhigen, da niemand Angst vor Proskription haben musste. Neben all den anderen pompeianischen Nobiles begnadigte Caesar auch den Marcus Iunius Brutus, Sohn seiner ehemaligen geliebten Servillia, und sein zukünftiger Mörder. Schon vor der Schlacht hatte er ausdrücklich befohlen, ihn und einige Gefährten zu schonen. In den darauffolgenden Wochen verfolgte Caesar Pompeius, der nach der verlorenen Schlacht geflohen war. In Kleinasien unterwarfen sich ihm Städte wie Ephesus und wieder einmal vermied er Plünderungen und Racheakte. Schließlich erfuhr er, dass sich Pompeius nach Ägypten begeben hatte, wo er sich von dem befreundeten Königshaus der Ptolemäer Unterstützung durch neue Truppen erhoffte. Als Caesar mit 50 Schiffen und 4.000 Mann in Alexandria eintraf, wurde ihm als Willkommensgeschenk der Kopf des am 28.9. ermordeten Pompeius, 58 Jahre alt, zu Füssen gelegt.

 

Plutarch berichtet: "Als Caesar der Kopf des Pompeius gebracht wurde, weigerte er sich ihn anzusehen. Aber er nahm dessen Siegelring und war dabei sehr betrübt." Caesar der gleichermaßen schockiert wie auch betrübt war beerdigte den Kopf seines ehemaligen Triumvirs und auch Schwiegersohns im Tempel der Nemesis vor den Toren Alexandrias, angewidert von dem Versuch des Alexandrinischen Königshauses, sich bei ihm durch diesen Mord anzubiedern. Den Siegelring des Pompeius schickte er als Beweis seines endgültigen Sieges nach Rom.

 

Neuordnung

 

Neuordnung des Römischen Reiches und letzte Militärische auseinandersetzungen

 

Caesar verweilte auch die nächsten Tage noch in Ägypten und fand dort eine komplizierte und unübersichtliche politische Lage vor. Ptolemaios XII. hatte bei seinem Tod, drei Jahre zuvor, testamentarisch verfügt, dass sein Sohn Ptolemaios XIII. und die acht Jahre ältere Schwester Kleopatra das Land gemeinsam regieren sollten, und verfügte dazu die Heirat der Geschwister, was im ägyptischen Herrscherhaus nicht unüblich war. Allerdings waren die beiden kräftigst zerstritten und so verließ Kleopatra das Land um in Syrien eine Armee gegen ihren Bruder aufzustellen. Derweil herrschte der praktisch unangefochten, mithilfe seiner Ratgeber, in Ägypten und dem dazugehörigen Alexandria. Sein Hofeunuch Potheinos verfolgte gemeinsam mit dem General Achillas die Absicht, mit der Ermordung des Pompeius die Gunst Caesars zu erringen. In der Hoffnung dass dieser daraufhin bald wieder abreisen würde. Tatsächlich hatte Caesars wohl keinen längeren Aufenthalt geplant, wurde aber durch widrige Winde im Hafen von Alexandria festgehalten. Warum sich Caesar entschied in den sich entwickelnden alexandrinischen Krieg einzugreifen, ist nicht bekannt. Möglicherweise glaubte Caesar, in die Thronwirren regelnd eingreifen zu müssen und bot sich ungefragt als Vermittler an, wobei er wohl darauf spekulierte, seine Machtbasis in Ägypten erheblich verbessern zu können. Solche Angebote lehnte Potheinos aber dankend ab, wobei es auch zu großen Unruhen in der Stadt wegen des unbeliebten römischen Konsuls kam. Dessen 4.000 Soldaten konnten nur mit Mühe den Palastbereich gegen die aufgebrachte Menge halten. Eine Armee von 20.000 Mann unter Achillas hielt Pelusion, nahe dem heutigen Port Said, gegen Kleopatras Armee. Doch man konnte ihr eines lassen, nämlich dass ihr Einfallsreichtum dem Caesars in nichts nachstand. Sie ließ sich, nur von einem Diener begleitet, nach Alexandria schmuggeln und in einem Bettsack versteckt zu Caesar bringen. Caesar traf auf eine mutige, entschlossene und hochintelligente junge Herrscherin, die ihn für ihre Sache gewinnen wollte. Sie muss Caesar wohl schwer beeindruckt haben und der mittlerweile 53 Jahre alte Caesar, ließ sich mit der 21 Jahr alten Ägypterin ein und verbrachte die Nacht mit ihr. Caesar brachte der Eingriff in diesen Krieg wenig Ruhm und seine Romanze mit Kleopatra brachte in Rom nur wenig Sympathie, da man sein Verhältnis zu der Ägypterin verachtete und seinen Krieg verurteilte. Dennoch hielt sie Caesar wohl so sehr in Atem, dass er neun Monate mehr keinen Brief nach Rom schickte, wobei seine Popularität allerdings nicht allzu sehr litt. Es schien das sich hier zwei Menschen gefunden hatten die ideal zusammen passten. Außerdem strebten sie beide nach Macht und auch gegenseitig wollten sie sich für ihre Ziele "benutzen", Kleopatra die Herrschaft über Ägypten und Caesar die Herrschaft Roms in dem fruchtbaren Land. Caesar würde sie später sogar nach Rom holen, wo sie den von ihr jüngst geborenen Sohn als seinen Sohn, Caesarion, vorstellte. Die ersten Vermittlungsversuche Caesars schienen zunächst zwar erfolgreich zu sein, da auf einer Volksversammlung beschlossen wurde, dass Ptolemaios XIII. und Kleopatra die gleichberechtigten Herrscher von Ägypten waren. Außerdem, um die aggressive Stimmung abzumildern, übertrug er die Herrschaft des 58 v. Chr. von Rom annektierten Zypern auf die jüngeren Kinder Arsinoe und ihrem Bruder. Doch tatsächlich hielt der Frieden nur wenige Stunden, denn der enttäuschte Potheinos versuchte schon auf dem Festgelage, Caesar zu vergiften. Als dies misslang, rief er Achillas mit seinen 20.000 Soldaten nach Alexandria, um gegen Caesar militärisch vorzugehen. Caesar verschanzte sich im Königspalast und brachte Ptolemaios XIII. und Potheinos in seine Gewalt.

Da er die fünffach überlegenen Streitkräfte des Gegners nicht angreifen konnte, musste er hart bedrängt im Königspalast die Stellung halten. Die ägyptische Flotte ließ er in Brand stecken, damit sie nicht in Feindeshand geraten. Die Flammen weiteten sich aber auch auf die Stadt aus und erfassten die berühmte Große Bibliothek von Alexandria, die mitsamt ihren 400.000 Büchern und Schriften in Flammen aufging. Dadurch ging unglaublich viel Wissen verloren. Ein Trupp von Caesars Männern konnte die Landspitze von Pharos samt dem berühmten Leuchtturm besetzen. Dennoch verschärfte sich die Lage für ihn immer mehr. Am 17.11 ließ Caesar schließlich den Eunuchen Potheinos wegen Hochverrats hinrichten. Kurze Zeit später gelang der jüngeren Schwester Kleopatras, der Arsinoe, gemeinsam mit ihrem Kämmerer Ganymedes die Flucht aus dem Palast. Sie stieß zu den Truppen des Achillas, ließ diesen kurzerhand ermorden und übertrug das Kommando Ganymedes. Die Fronten verhärteten sich noch mehr, als im Februar 47. v. Chr. eine der römischen Legionen aus Asia zu Caesar stieß. Als dieser versuchte, einen Damm freizukämpfen, der Pharos mit der Stadt verband, musste er eine Niederlage einstecken. Schwimmend hatte er sich zu seinen Schiffen zurückbegeben müssen und wurde von seinen Männern triefend aus dem Wasser gezogen während 400 seiner Soldaten waren gefallen waren. Den purpurnen Feldherrenmantel hatten die Ägypter aus dem Wasser fischen können und verspotteten den Römer damit. Das Lachen würde ihnen aber wohl bald vergangen sein, denn aus dem Osten rückte Mithridates von Pergamon an, einer der Regionalfürsten von Roms Gnaden, um den Feldherren zu entsetzen. Caesar entließ nun den immer noch gefangenen Ptolemaios, für den er nun keine Verwendung mehr hatte. Außerdem konnte er seine Gegner ein wenig in Sicherheit wiegen, bis Mithridates anrückte. Dieser traf im März in Ägypten ein und bewahrte Caesar vor einer Niederlage gegen die Übermacht der Ägypter. Er überrollte Pelusion und lagerte nun vor Alexandria. Caesar gab den Palastbereich und die eroberte Pharos-Insel auf und vereinigte sich mit dem Herrscher von Pergamon. Gemeinsam siegten sie am 27.3. gegen das ägyptische Heer am Nil. Caesar nahm auch das widerspenstige Alexandria ein, Ptolemaios ertrank auf der Flucht. Damit hatte er die totale Kontrolle über Ägypten errungen. Und trotz der immer noch vorhandenen Konflikte in allen anderen Reichsteilen, bei denen seine Anhänger gegen die verbliebenen Pompeianer nur Teilerfolge erzielen konnten, blieb Caesar in Ägypten, wo er seine Geliebte, die Kleopatra, als Herrscherin unter römischem oder vielmehr seinem Protektorat einsetzte.

 

Danach folgte eine der wenigen Ruhepausen in Caesars Leben, trotz der gefährlichen Lage gönnte er sich sie mit seiner Geliebten. Gemeinsam mit Kleopatra unternahm er, mit vierhundert Schiffen, eine dreimonatige Nilreise, die ihm in Rom wieder einmal übelste Nachrede und bei seinen Gegnern tiefste Verachtung einbrachte. Caesar genoss die Zeit derartig, dass er immer noch keinen Brief nach Rom schickte und das Geschehen sozusagen ignorierte. Gegen Ende Juni kehrte Caesar zur seiner gewohnt regen Geschäftigkeit zurück und brach von Alexandria nach Syrien auf. Am 23.6 wurde sein Sohn Ptolemaios Caesar geboren. Während er sich nun in Syrien befand belohnte er die Klientelfürsten, die den Mithridates bei seinem Hilfsfeldzug für Caesar unterstützt hatten. In Rom selbst stand nun seinem absolutem Aufstieg nichts mehr im Wege und so wurde es Caesar gestattet, allein über Krieg und Frieden zu entscheiden, er hatte das Recht, das Konsulat auf fünf Jahre zu bekleiden, er erhielt einen Tribunatssitz und die Rechte eines Tribuns auf Lebenszeit, über die Vergabe praetorianischer Provinzen entschied nun Caesar und nicht mehr das Los, die Magistratswahlen, außer den plebejischen Magistraturen, wurden bis zu Caesars Ankunft verschoben. Eine solche Machtfülle hatte in der römischen Republik noch nie ein Mann erhalten, die nur mehr dem Namen nach eine Republik war. In der Hauptstadt selbst war Caesars Vertrauter, sein magister equitum, Befehlshaber der Kavallerie, Marcus Antonius, als sein Stellvertreter eingesetzt worden. Aber es war einmal mehr so das Mord und Totschlag in der Stadt grassierte. Bewaffnete Banden unter Milo und Dolabella verwüsteten die Stadt und Antonius musste ihnen gewaltsam Einhalt gebieten. Ansonsten war die Regierung des Antonius nicht mit Glück gesegnet und er verprellte auch einige seiner Anhänger. Caesar zog weiter nach Kleinasien, wo er weiterhin diejenigen belohnte, die zu ihm gestanden hatten, und die Anhänger des Pompeius mit schweren Kriegsentschädigungen belegte. In dieser Zeit hatte wohl auch Pharnakes, Sohn von Mithridates VI. Eupator von Pontos, der selbst drei Kriege gegen Rom geführt hatte, die Entscheidung gefällt die Großmachtträume des Vaters doch noch wahr zu machen. Während Caesar in die alexandrinischen Wirren verwickelt war, stürmte Pharnakes aus seinem bosporianischen Reich nach Kleinasien und verwüstete Pontos, Bithynien und andere Länder, wobei unvorstellbare Grausamkeiten begangen wurden. Da Caesar nun allerdings in Asien stand zog er dem Eroberer rasch entgegen, dieser bot Verhandlungen an, die Caesar aber aufgrund der Grausamkeiten, die das Heer des Pharnakes begangen hatte, ablehnte. Bei Zela erwartete Pharnakes Caesar, ein Rückzug war nicht möglich, denn dies verhinderten Rebellen aus seinem eigenen Reich. Caesar stellte ihn hier und der unerfahrene König griff die römischen Legionen bergauf an. Nach vierstündigem hemmungslosen Gemetzel stand der Sieg der Römer fest, Pharnakes floh und wurde später von den Rebellen erschlagen. Caesar meldete in knappen und später berühmt gewordenen Worten nach Rom: "veni, vidi, vici." - "Ich kam, sah und siegte." Nun reiste er so schnell wie möglich nach Rom zurück, ließ es sich aber nicht nehmen, jedes einzelne asiatische Fürstentum, das er besuchte, neu zu ordnen oder zu reorganisieren. Anfang Oktober traf, der schon im September zum Diktator ernannte, Caesar in Rom ein. 

 

Der unfähige Antonius, der eigenmächtig blutige Proskriptionen durchgeführt hatte und nicht dazu in der Lage war, mit diplomatischem Geschick zwischen Senat und Volk zu vermitteln, wurde von Caesar abgesetzt. Das für ihn vorgesehene Konsulat 46 wurde an Aemilius Lepidus vergeben, der als seinen Mitkonsul sogleich Caesar bestellte. Doch die erhofften Sozialreformen, wie der Schuldenerlass wie auch Mietnachlass, wurden nicht verwirklicht, auch obwohl er dadurch heftige Unruhen in Rom provozierte. Er verzichtete darauf, um das ökonomische System des Staates aufrechtzuerhalten. Außerdem wies er auch darauf hin, dass er bei einem Schuldenerlass selbst am meisten profitieren würde, denn er war schließlich einer der höchst verschuldeten Männer Roms. Des weiteren musste sich Caesar nun noch einem größeren Problem zuwenden und zwar den letzten Pompeianern. Diese hatten sich mittlerweile in der reichen Provinz Africa eine feste Machtbasis geschaffen. Unter jenen die dort waren gehörten unter anderem Cato, Metellus Scipio und die beiden Söhne des Pompeius, Cornelius und Sextus, außerdem die begabten Heerführer Petreius und Afranius, ebenso wie Labienus. Unterstützt wurden diese Verbände vom Numidierkönig Iuba, der schon Curio und seine Legionen vernichtet hat. Insgesamt soll ihnen also eine Streitmacht von ca. 13 Legionen zur Verfügung gestanden hab, die zunächst unter Streitigkeiten nun unter dem Befehl von Metellus Scipio stand. Also gab Caesar seinen Legionen den Marschbefehl. Doch da traf er auf ein unerwartetes Problem: Zwei dieser Legionen, die im reichen Kampanien auf ihre Abmusterung gewartet hatten, meuterten. Sie waren mit Caesar aus Gallien aufgebrochen und in Rekordtempo nach Spanien und Griechenland gezogen. Teile von ihnen waren in Alexandria gewesen und die meisten hatten bei Zela gekämpft. Nun erhofften die Soldaten die versprochenen Belohnungen. Da ließ Caesar sie nach Rom ziehen, wo er ihnen persönlich, nur von wenigen vertrauten begleitet, entgegentrat. Er hörte sich ruhig die Vorwürfe und Forderungen an und sagte ihnen ultimativ zu, er würde ihnen alle Wünsche erfüllen, aber erst, wenn er mit anderen Truppen in Africa gewesen sei und dort einen weiteren glanzvollen Sieg erfochten hätte. Die Soldaten ließen sich überzeugen und zogen nun doch mit ihm in den Krieg. Aber Caesar würde dafür sorgen das die Rädelsführer bei Himmelfahrtkommandos eingesetzt wurden. Der Diktator agierte wieder außerordentlich rasch und brach er auf und landete mit nur wenigen Soldaten im afrikanischen Hadrumentum. Diese stark befestigte Stadt konnte er mit seinen wenigen Verbänden nicht erobern, doch fand er eine Basis im kleineren Leptis Minor. Jedoch zogen die Pompeianer aus der sehr ernsten Lage Caesars keine Vorteile, da man wohl die Entscheidungsschlacht fürchtete, so begnügten sich beide Seiten mit einem Stellungskrieg. Anfang Januar trafen dann auch die restlichen Truppen Caesars ein und sogleich unternahm er einen Vorstoß ins Landesinnere, doch dort wurde er von den Reitertruppen des Labienus überfallen und musste eine Niederlage hinnehmen. Daraufhin zog er sich zurück und die beiden Armeen belauerten sich erneut gegenseitig. Immer wieder kam es zu Scharmützeln und Gefechten, aber ohne klaren Sieger. Aber gerade bei Caesars Gegner wurde die Lage immer prekärer, denn die anfangs sehr schlechte Versorgungslage Caesars verbesserte sich zusehends. Und obwohl König Iuba, nachdem er eine Rebellion im eigenen Lande beseitigt hatte, mit drei Legionen zu Metellus Scipio stoßen konnte, wurde auch Caesar zwischen Januar und April durch mehrere Legionen verstärkt. Nun, da Caesar stark genug war, wagte er Anfang April eine Belagerung des pompeianischen Versorgungsstützpunktes Thapsus, südlich von Hadrumentum. Nun musste Scipio seine Hinhaltetaktik aufgeben und die Entscheidungsschlacht schlagen. Die in den pompeianischen Reihen kämpfenden Kriegselefanten König Iubas wendeten plötzlich und durchbrachen die eigenen Reihen, wobei sie große Verwirrung stifteten. Die Veteranen Caesars stürzten sich, ohne auf die Befehle Caesars zu achten, mitten in die Schlacht und richteten ein gewaltiges Gemetzel unter den Pompeianern an. Selbst ihre eigenen Offiziere waren von der Wut der langjährigen Veteranen, die sich wohl aufgrund der verhinderten Meuterei nun entlud, nicht sicher. Die Schlacht von Thapsus am 6.4. brachte Caesars Soldaten, weniger dem Feldherren selbst, einen gewaltigen Sieg. Die sonst übliche Milde gab es allerdings nicht: 10.000 Pompeianer, die sich ergeben wollten, wurden niedergemacht. Doch trotz des Disziplinverlusts hatte Caesar nun Oberwasser und zog so gegen die Hauptstadt der Republikaner in Africa, Utica, die trotz allem noch immer von Cato gehalten wurde. Dieser rief zwar zum Wiederstand auf, musste jedoch feststellen das sich die lokale Oberschicht und die Händler sich lieber mit Caesar, auf seine Milde vertrauend, arrangieren wollten. Cato verfluchte die Verräter und beging anschließend Selbstmord. Diesen Entschluss sah er wohl als letzten Sieg über Caesar, denn hätte dieser bei ihm ebenfalls Milde walten lassen, hätte dies wohl zum Zusammenbruch von jeglichem republikanisch-optimatisch-pompeianischen Widerstands geführt. Den Tod fanden auch Metellus Scipio, ebenso wie Afranius und Faustus Sulla. Petreius erschlug Iuba in einem von beiden beschlossenen ehrenvollen Zweikampf, woraufhin er sich seinerseits von einem Sklaven töten ließ. Entkommen konnten nur die Söhne des Pompeius, Cornelius und Sextus, und Labienus. Sie flohen nach Spanien, wo sie sofort wieder eine Armee gegen Caesar mobilisierten. Am 13.6 reiste er aus Utica ab und begab sich über Sardinien nach Rom, wo er vom 25.7. bis zum November 46 blieb. Erneut lehnte er einschneidende Sozialreformen ab, was seine Kientel in Rom zwar enttäuschte, grundsätzlich aber Stabilität garantierte. Er lehnte genauso Proskriptionen ab, wie die Forderung nach einer Restaurierung der alten Res Publica ab, er behielt nämlich lieber selbst das Steuer in der Hand. Ende September feierte Rom einen Triumph und ein vierzigtägiges Dankesfest zu Ehren von Caesars Siegen in Gallien, Ägypten, Kleinasien und Africa, ausgenommen den Sieg von Pharsalus.

 

Der Triumph von Caesar aus der Fernsehserie Rom von HBO gewährt einen einblick in den Historischen Triumph von vor über 2000 Jahren

 

Da die Legionäre während des Triumphes Narrenfreiheit genossen waren auch bei Caesar Spottverse über ihn zu hören. Sie spielten oftmals auf Schwächen oder Gerüchte des betreffenden Feldherren an. Laut Sueton ging einer dieser Verse so:

 

"Heim bringen wir unseren kahlen Hurenjäger
Römer, schließt eure Frauen ein!
Alles Gold, das ihr ihm borgtet,
Strichen Gallierdirnen ein."

 

Trotzdem reiste er Anfang November wieder ab und zwar nach Spanien, denn die Aufgabe, den letzten Widerstandes der Pompeianer zu brechen, duldete keinen Aufschub, es fällt jedoch auf, dass Caesar Rom seit dem Krieg in Gallien nach Möglichkeit mied. Er weilte immer nur kurzzeitig in der Hauptstadt und reiste so schnell wie möglich wieder ab. Jedoch hatten sich aber die von ihm entsendeten Legaten sich nicht mit Ruhm bekleckert. Labienus, Cornelius und Sextus Pompeius war es noch einmal gelungen, starke Truppenverbände aufzustellen, und Caesars Legionen warteten auf die Ankunft ihres Feldherren. Anfang Januar belagerte er Corduba, konnte es aber letztlich nicht einnehmen. Also zog er weiter zu der strategisch unwichtigen Stadt Ategua, die nach einmonatiger Belagerung am 19.2.45 v. Chr. fiel. Militärisch war die Eroberung zwar ohne belangen doch dafür moralisch umso mehr, denn dadurch entschlossen sich die spanischen Fürsten sich auf Caesars Seite zu schlagen. Dieser konnte die Pompeianer nun vor sich hertreiben, schlug sie in kleineren Scharmützeln und stellte sie schließlich am 17.3. bei Munda. Die geschwächten pompeianischen Reihen hielten Caesars Legionen, die er angeblich persönlich anführte, nicht stand und brachen zusammen. 30.000 Pompeianer verloren ihr Leben, unter ihnen auch Labienus. Caesar selbst holte nun auch sein Versäumnis nach und eroberte Corduba, das von Cornelius Pompeius gehalten wurde. Alle bewaffneten Männer wurden niedergemacht, Cornelius Pompeius jedoch entkam. Seine Flucht fand aber schnell ihr Ende, denn Caesarianer fanden ihn in einem Erdloch, wo er sich versteckt hatte, und schlugen seinen Kopf ab. Damit teilte er das Schicksal des Vaters. Caesar zog weiter durch Spanien, belohnte diejenigen, die ihn unterstützt hatte und bestrafte die anderen, denen er hohe Ausgleichszahlungen auferlegte. Die letzten Pompeianer waren vernichtet worden, militärischen Widerstand gegen ihn gab es von nun an nicht mehr.

 

Sein Ende

 

Letzte Monate und Tod

 

Nun kehrte Caesar aus seinem letzten Krieg wieder nach Rom zurück. Dabei hatte er es nicht eilig und reiste gemächlich mit seinem Anhang, zudem Decimus Brutus, einer seiner späteren Mörder und auch Octavian, der Enkel einer Schwester Caesars, den er unter seine Fittiche genommen hatte. Im Juli 45. v. Chr. weilte er in Oberitalien und im Frühherbst hielt er sich, noch immer außerhalb Roms, auf seinem Landgut bei Labici auf, wo er auch am 13.9 sein Testament verfasste, in dem er Octavian zu seinem Haupterben erklärte. Danach betrat er wieder die Stadt Rom, wo für seinen Sieg in Hispania ebenfalls ein Triumph gefeiert wurde. Aber schon vorher, als die Nachricht vom Sieg von Munda eintraf, wurde er mit vielen Ehrungen vom Senat überhäuft. So wurde der 21.4. zu einem Feiertag und Caesar war es erlaubt bei jedem öffentlich Anlass das Triumphalgewand und seinen Lorbeerkranz zu tragen. Sein Titel als Imperator wurde auf seinen Erben übertragbar. Des weiteren erhielt er das Recht in den nächsten 10 Jahren das Konsulat zu bekleiden, dazu wurde er zum Diktator auf Lebenszeit ernannt. Außerdem erhielt er den Ehrentitel des Pater Patriae, Vater des Vaterlandes. Sein Geburtstag wurde von nun an mit Staatsopfern begangen und sein Geburtsmonat, der Quinctili, wurde nach ihm in Iulius, dem heutigen Juli, umbenannt. In allen Tempeln und den Municipien, von Rom abhängige Städte die das Bürgerrecht erhalten haben, wurde sein Standbild aufgestellt, ebenso wie auf dem Kapitol in Gesellschaft der ehemaligen Könige von Rom. Zu alle dem sollte Caesar auch einen Tempel sowie einen eigenen Kult erhalten. Zu einer Vergöttlichung zu Lebzeiten kam es allerdings nicht mehr. Caesar allerdings bemerkte wohl nicht, dass all diese Ehrungen durch den unterwürfigen Senat auch ein erhebliches Hass- und Neidpotential aufbauten, denn die Gerüchte um die Tyrannis, die nicht legale Herrschaft, verstummten bis zu seinem Tod nicht.

Dem Volk war die ungeheure Machtanhäufung auch nicht geheuer. Als anlässlich seiner Erfolge das Standbild einer Siegesgottheit und das Standbild Caesars durch die Stadt getragen wurden, blieben die üblichen Beifallsbekundungen aus. Aber auch seine Rückkehr nach Rom begann nicht unter einem guten Stern. Angekommen legte er sein Konsulat ab und gab dieses an Freunde. Die damit illegal eingesetzten Konsuln erlebten aber keine glückliche Amtszeit. Bei öffentlichen Anlässen wurden sie niedergepfiffen. Am 31.12. kam es zum Eklat. Bei den Neuwahlen zu den kommenden Konsulaten erschien einer der von Caesar Eingesetzten nicht, denn er war in den frühen Morgenstunden verstorben. Caesar ernannte kurzerhand einen anderen Günstling zum Konsul, der bis zum 1.1.44 amtierte, also nur wenige Stunden. Cicero bemerkte dazu später höhnisch, der Konsul sei sehr fleißig gewesen, denn in seiner Amtszeit hätte er nicht einmal die Zeit zum Schlafen oder zum Frühstücken gehabt. Außerdem stockte er den Senat von 600 auf 900 Senatoren auf. Neben den durch den Bürgerkrieg freigewordenen Plätzen, die er neu besetzen konnte, vergab er auch die neu geschaffenen Sitze an Freunde, Weggefährten, Leute die sich bei ihm beliebt gemacht hatten und weitere Anhänger. Darunter befanden sich auch einige ausländische Fürsten, die er damit zu belohnen ersuchte. Dies führte auf Häuserwänden zu Graffitis wie, niemand solle sich erdreisten, einem Senator den Weg zur Curie zu weisen. Aber er stockte nicht nur den Senat auf sondern auch die Magistraturen, so wurde die Anzahl der Quaestoren von 20 auf 40 und die Anzahl der Praetoren von 8 auf 16 erhöht. Diese Maßnahme war auf zweierlei Maße hilfreich, denn er konnte so viele Unterstützer ebenfalls belohnen aber auch das expandierende römische Reich ließ sich so leichter verwalten. Aber Caesar war sich auch der Probleme in Rom bewusst. So ließ er einigen hunderttausend Römern unentgeltliche Getreidezuweisungen zukommen. Des weiteren begann er eine Kolonisationspolitik, um die überbevölkerte Stadt zu entlasten. So ließ er mehr als 80.000 Menschen nach Hispania, Africa, Illyricum und Gallien umsiedeln. Dadurch wurden auch Städte wie Karthago und Korinth wiederbelebt. Weitere Kolonisation waren sicherlich geplant, wurden aber unter Caesar nicht mehr realisiert da wohl die verbliebene Zeit nicht mehr ausreichte. Schon Ende 46 v. Chr. hatte er eine Kalenderreform verabschiedet, die im Wesentlichen bis heute unseren Kalender bestimmt. Der römische Kalender zu der Zeit basierte auf dem Mondjahr. Das Jahr bestand da aus 355 Tagen und um die Abweichungen zum Sonnenjahr, der 365 Tage umfasste zu korrigieren, schob man in jedem zweiten Jahr einen Schaltmonat von abwechselnd 23 und 22 Tagen ein. Dennoch entstand eine durchschnittliche Abweichung von einem Tag pro Jahr, die ab und zu durch einen veränderten Schaltmonat auszugleichen war. Der Jahresbeginn war schon seit 153 v. Chr. der erste Januar. Die Gestaltung des Kalenders lag fest in der Hand der pontifices, die ihre Kompetenzen durchaus auch im Interesse bestimmter Faktionen missbrauchten. So konnten sie z.B. die Stichtage steuern, wann Schulden zu tilgen bzw. Steuern oder Versorgungsbezüge zu zahlen waren. Es herrschte jedenfalls eine erhebliche Unordnung und Unsicherheit, auch bei den Festtagen, und die Abweichungen verursachten mittlerweile riesige Probleme. So beauftragte er im Jahre 46 v. Chr. eine Gruppe ägyptischer Astronomen unter Sosigenes aus Alexandria, einen neuen Kalender zu entwickeln. Damit entstand der Julianische Kalender, der Elemente des ägyptischen Sonnenjahres, der griechischen Astronomie und der traditionellen römischen Zeitrechnung in sich vereinte und dessen Gültigkeit Caesar ab dem 1. Januar 45 anordnete. Auch auf Staatsrechtlichem Sektor plante er wohl Reformen die er zu Lebzeiten nicht mehr durchführen konnte. Durch ein Gesetz sollten die Städte reorganisiert werden. Durchgesetzt wurde sie erst am 3.6.44, also nach seiner Ermordung, von den amtierenden Konsuln Antonius und Dolabella, die es in Caesars Amtsnachlass gefunden haben. Sie verbesserten die Getreideversorgung, die Straßennutzung, die Stadtratsorganisation und den italischen Zensus. Aber er weigerte sich immer noch einen radikalen Schuldenerlass durchzufühern, erlaubte jedoch Schuldennachlässe und die Beibehaltung der persönlichen Würde eines Schuldners, auch wenn er Zahlungsunfähigkeit eingestehen musste. Dies entsetzte die reiche Oberschicht sehr, insbesondere, da sie vor allem die Hauptgläubiger waren, ebenfalls aber die Begrenzung der Proprätur in den Kolonien auf ein Jahr und die Prokonsularität auf zwei Jahre. Denn anders als Caesar sollte niemand mehr eine starke Militärmacht in der ihm angewiesenen Provinz aufbauen können. Aber er wurde auch weiterhin vom Senat mit Ehrungen überschüttet, sein Amt des Pontifex Maximus war nun auf seine Erben übertragbar, sein Stuhl, zwischen den amtierenden Konsuln in der Curie aufgestellt, wurde vergoldet und er erhielt das Erstspracherecht auf jeder Versammlung. Einen Leibwächtertrupp, bestehend aus Senatoren und Rittern lehnte Caesar aber ab, angeblich mit den Worten: "Es ist besser einmal zu sterben als ständig in Todesangst zu leben." Aber Caesars Dienst an Rom war noch nicht vorbei, denn die Stadt war verglichen mit den kulturellen Hochburgen der Antike wie Alexandria, Ephesos, Babylon oder dem mittlerweile zerstörten Karthago, dessen Wiederaufbau Caesar begann, eher mit Zweck als mit Prachtbauten gefüllt und so plante er folgende Aktionen: So sollte Rom endlich mit repräsentativen Bauwerken ausgerüstet werden, die mit den Weltwundern konkurrieren könnten. Auf dem Marsfeld sollte ein gewaltiger Tempel, dem Mars geweiht, errichtet werden. Am Fuße des Tarpeischen Felsens plante er den Bau des größten Theaters der Welt. Der Tiber sollte umgeleitet, gewaltige Sumpfgebiete trockengelegt werden. Die Untiefen vor Ostia, dem Seehafen Roms, sollten beseitigt werden, ein Tiberkanal zur Verbindung des Tyrrhenischen Meeres mit der Adria war geplant, was tatsächlich erst im 19. Jhr. verwirklicht wurde. Jedoch konnte er all seine Pläne nicht mehr realisieren. Ob er es überhaupt geschafft hätte bleibt offen, aber das Potenzial durch die scheinbar unerschöpflichen Energie Caesars war tatsächlich da. Diese Energie beschrieb Sueton so: "Caesar war es gewohnt gleichzeitig zu schreiben oder zu diktieren und zu lesen. Bis zu sieben Briefen diktierte er seinen Sekretären gleichzeitig." Aber er dachte auch schon wieder über einen neuen Krieg nach, das geplante Unternehmen wäre allerdings einer der gewaltigsten Feldzüge der Antike geworden. Caesar plante, mit 16 Legionen und 10.000 Reitern gegen die Parther zu ziehen, die seinen Mit-Triumvir Crassus auf dem Gewissen hatten und mittlerweile die römischen Besitzungen in Syrien stark bedrängten. Nach der Niederwerfung der mächtigen Parther wollte Caesar nach Norden ziehen, vorbei am Schwarzen Meer, bis nach Germanien, dieses erobern und über Gallien nach Rom zurückkehren. Angelegt war das Unternehmen, das Ende März 44 starten sollte, auf drei Jahre, und es bezeugt erneut Caesars Widerwillen, sich in Rom aufzuhalten. Für die dreijährige Abwesenheit erhielt Caesar per Gesetz die Erlaubnis, Magistrate für die Jahre 43-41 zu bestimmen. Die entsprechenden Posten wurden an Gefolgsleute verteilt. In Rom spitzten sich mittlerweile die Ereignisse zu, den Caesar, der mittlerweile alles in allem König von Rom war, nur nicht dem Namen nach, schien immer mehr diesen Anspruch zu haben. Am 15.2. gab es einen Vorfall während des Lupercalienfestes: Während der Feierlichkeiten krönte der mit einem Wolfsfell bedeckte Priester des Lupercalienkollegiums, Antonius, Caesar mit dem Königsdiadem - wie er verkündete, von der Hand des Volkes.

 

Dieses war zahlreich anwesend und schien von ihrem eigenen Angebot wenig begeistert zu sein, denn einen aufkommenden Jubel gab es nicht, nur schweigenden Widerwillen. Caesar aber antwortete schlagfertig: "Jupiter möge allein König unter den Römern sein." Und nun erhielt er vom Volk den Beifall, wegen der Ablehnung Caesars. Ob das tatsächlich so geschah oder ob das nur eine abgesprochene Szene war um die Stimmung des Volkes herauszufinden bleibt unklar. Caesar aber hatte die Stimmung richtig eingeschätzt, indem er die dargebotene Königswürde ablehnte, doch für ihn war aufgeschoben sicherlich nicht aufgehoben. Nun brach der März an und im Senat, besonders unter den Konservativen und den Anhängern der alten Republik, brodelte es immer mehr. Die unübertroffene Machtfülle Caesars erfüllte sie mit Misstrauen, Neid und Angst. Auch die Tyrannis eines Caesar wurde allgemein befürchtet. Der Personenkult, der um ihn herum aufgebaut wurde schien nun auch ihn zu blenden und nahm jede Ehrung geschmeichelt an. Bald hatte sich im Senat eine Fraktion gebildet, die zu einem Attentat auf den Diktator bereit war. Dazu gehörten der als ehrenvoll geachtete Marcus Iunius Brutus, dem Caesar einst nach der Schlacht von Pharsalus verziehen hatte, sowie Decimus Iunius Brutus Albinus, der unter Caesar seine Karriere gemacht hatte, Gaius Cassius Longinus, dem ebenfalls nach Pharsalus verziehen wurde, weiter Trebonius, einer von Caesars Unterfeldherren in Gallien, Lucius Calpurnius Piso, den Caesar zum Konsul macht und darüber hinaus auch noch sein Schwiegervater ist. Alles Personen die Caesar ihre Karriere, manche sogar ihr Leben verdanken hatten, sowie geachtete Optimaten oder Populare, Gegner oder Freunde Caesars waren. Die Opposition war mittlerweile im ganzen Senat entstanden, unabhängig von Faktionen und Fraktionen. Insgesamt gab es um die 60 Verschwörer. Am 14.3. speiste Caesar zu Abend bei seinem magister equitum. Im Laufe der Unterhaltung antwortete er auf die Frage, welchen Tod er bevorzugen würde: "Am liebsten plötzlich und unerwartet." Dann brachen die Iden an, die Iden des März. An diesem Morgen befiel Caesar auf einmal eine Übelkeit und er war kurz davor, die anberaumte Senatssitzung abzusagen und auch seine Frau Calpurnia hatte schlecht geschlafen und sogar von seiner bevorstehenden Ermordung geträumt. Doch einer der Verschwörer, Decimus Brutus, begab sich zu ihm und überredete ihn dennoch an der Sitzung in der Curia des Pompeius teilzunehmen, um Stärke an den Tag zu legen. Vor Beginn der Sitzung überreichte der griechische Lehrer Artemidorus Caesar eine Schriftrolle, um ihn vor der Gefahr zu warnen. Doch Caesar überreichte sie einem Mitglied des Stabs mit den Worten: "Morgen werde ich es Lesen." Inzwischen hielt Trebonius den amtierenden Konsul Antonius unter Vorwänden in einem Vorraum der Curia fest. Mittlerweile war Caesar eingetroffen. Auch Spurinna der Augur hatte Caesar vor den Iden des März gewarnt, doch Caesar hatte eine abschätzige Bemerkung gemacht. Als er den Seher vor dem Senatsgebäude erblickte, soll Caesar gesagt haben:Die Iden des März sind da. Daraufhin habe ihm Spurinna mit, "Aber noch nicht vorbei geantwortet. Als Caesar das Senatsgebäude betrat wurde er sogleich von einigen der Verschwörer umringt. Ein gewisser Tillius Cimber brachte die Bitte um Begnadigung für seinen Bruder vor, was Caesar ihm rundweg abschlug. Daraufhin legte ihm Tillius die Hände an den Hals und riss seine Toga herab. Die Verschwörer stürzten sich auf den Diktator. Die weiteren Ereignisse beschreibt Sueton so: "23 Dolchstöße gingen auf den stehenden Caesar nieder. Er gab nach dem ersten Stoß keinen Laut von sich, auch wenn einige sagen, das er, als er sah wie Brutus den zweiten Stoß führte auf Griechisch sagte; "Auch du, mein Sohn ?" Als Caesar blutbeschmiert zusammenbrach, zog er im fallen seine Toga über sein Gesicht; niemand sollte sehen wie er starb.
 

 

 

Die Ermordung Caesars in einer Darstellung der Fernsehserie ROM von HBO.



Die erschrockenen Senatoren flohen aus der Curie und auch die Verschwörer wurde von Panik ergriffen und flohen. Caesar wurde am 20. März 44. V. Chr. unter tumultartigen Umständen bestattet. Die Errichtung eines Scheiterhaufens auf dem Campus Martius nahm schon mehrere Tage in Anspruch da sehr viele Menschen noch Totengaben darauflegen wollten. Es wurden aufwendige Leichenspiele veranstaltet, die auch emotional aufrüttelnde Inszenierungen von Tragödien umfassten. Marcus Antonius ließ Caesars Testament, wonach jeder Bürger 300 Sesterzen erhalten sollte, und zusätzlich einen Senatsbeschluss verlesen, der Caesar, wie Sueton schreibt: "Alle göttlichen und menschlichen Ehren" zuerkannte. Die darauffolgende Totenrede des Konsuls tat ein übriges, die Atmosphäre aufzuheizen. Die Bevölkerung riss nun die aufgebahrte Leiche an sich, errichtete spontan einen neuen Scheiterhaufen aus Möbeln, Kleidern und den Waffen von Caesars Soldaten und äscherte den geliebten Diktator auf dem Forum Romanum ein. Im Anschluss daran versuchte die aufgebrachte Menge die Häuser der Caesarmörder zu stürmen, um sie zu lynchen. Der Volkstribun Gaius Helvius Cinna wurde vom Pöbel auf offener Straße totgeschlagen, weil man ihn aufgrund seines Namens mit Lucius Cornelius Cinna verwechselte, der sich kurz zuvor abfällig über den Toten geäußert hatte. Brutus, Cassius und die anderen Verschwörer, die eigentlich damit gerechnet hatten, als Befreier und Wiederhersteller der Republik gefeiert zu werden, zogen sich daher Anfang April aus Rom zurück.