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Das Thema

Die wirtschaftliche Entwicklung Berlins

- Unternehmer und Staat um 1700 -

 

Wappen Berlin 1709

(Wappen Berlins 1709)

 

Gliederung

 

Einleitung

1 Berlin um 1700

1.1 Berlin wird Residenzstadt
1.2 Toleranz von oben
1.3 Rolle der Unternehmer in Berlin

2 Entwicklung der Wirtschaft um 1700

2.1 Erste Unternehmungen und ihre Träger
2.2 Aufschwung
2.3 Eine „neue“ Berliner Wirtschaft entsteht
2.4 Zwischenfazit

3 Ausblick

3.1 Die neue Rolle der Unternehmer
3.2 Staat und Wirtschaft
3.3 Weitere ökonomische Entwicklung

4 Schlussbemerkung

 

Einleitung

Einleitung

 

Magistratsentwurf für ein neues Siegel der Gesamtstadt Berlin, 1709

(Magistratsentwurf für ein neues Siegel der Gesamtstadt Berlin, 1709)

 

Berlin, die Haupt- und Residenzstadt der brandenburgischen Kurfürsten und seit 1701 der preußischen Könige, wird oft wegen seiner wechselhaften Geschichte in der historischen Forschung betrachtet. Neben den vielen kulturellen, soziologischen und politischen Aspekten habe ich mir die wirtschaftlichen Perspektive näher angeschaut. Interessant in dieser Hinsicht waren speziell die Jahre um die Jahrhundertwende vom 17. zum 18. Jahrhundert.
Die vorliegende Arbeit untersucht die Stadt Berlin und ihre Entwicklungen zur Residenzstadt, sowie die Unternehmer der Stadt und die Auswirkungen dieser Entwicklung auf Wirtschaft. Neben der Stadt Berlin und seiner Unternehmer, müssen die Rolle des Staates und der Einfluss des preußischen Merkantilismus dabei berücksichtigt werden. Alle diese thematischen Schwerpunkte bilden zusammen die Grundlagen der Arbeit und machen eine Beschreibung der wirtschaftlichen Entwicklung Berlins um 1700 erst möglich.

Friedrich III./I. und seine Krönung zum preußischen König war dabei ein bedeutender Umstand für den Aufschwung Berlins, in gesellschaftlicher wie auch wirtschaftlicher Hinsicht. Die Arbeit soll sich der Frage widmen, welche Entwicklung sich anhand der politischen Veränderung in Berlin um 1700, in der Wirtschaft und den Unternehmern der Stadt erkennen lässt? Die Hausarbeit hat in diesem Bezug einen beschreibenden Charakter und versucht diese Entwicklung anhand der wissenschaftliche Literatur nachzuvollziehen.

Essentiell für dieses Thema sind die Arbeiten von Hugo RACHEL, Johannes SCHULZ, Paul WALLICH und Karl-Heinrich KAUFHOLD. Sie beschäftigen sich direkt mit Berlin und seiner Wirtschaft. Eine ergänzende wissenschaftliche Literatur konnten die umfangreichen Werke zur Berliner Geschichte bieten. So war es möglich die detailierten Darstellungen zu den Unternehmern und Wirtschaftsstrukturen der Stadt in einen historischen Kontext zu stellen. Im Allgemeinen ist dieses Thema von älterer Literatur geprägt, neuere Betrachtungen zur Berliner Wirtschaftsgeschichte sind spezieller Natur und greifen sich zumeist Aspekte aus der Industrialisierung heraus.
Die Quintessenz meiner Betrachtung ist, dass Wirtschaft und Politik untrennbar miteinander verbunden sind. Diese Arbeit soll den Blick zur wirtschaftlichen Seite dieser Symbiose hinwenden, mit dem Berlin der Jahrhundertwende als markantes Beispiel.

 

Berlin 1700

Berlin um 1700

 

Friedrich I., König in Preußen mit den Krönungsinsignien

(Kurfürst Friedrich III (1688-1701 - König Friedrich I. (1701-1713))

 

Die Entwicklung Berlins, vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht, kann durchaus als wechselhaft beschrieben werden.
„Sie hat vielmehr, ganz abgesehen von den durch äußere wirtschaftliche oder kriegerischer Ereignissen verursachten Schwankungen, auch in ihrem Wesen, ihren Grundzügen mancherlei tiefgreifenden Wandel erfahren.“

 

Plan von Berlin und Cölln von Johann Gregor Memhardt, 1652

(Plan von Berlin und Cölln von Johann Gregor Memhardt, 1652)

 

Mitte des 14. Jahrhunderts erlangte die Doppelstadt Berlin/Cölln an der Spree ersten Einfluss und wirtschaftliche Macht durch die Hanse, wenn auch nicht sonderlich hervorstechend. Abgelöst wurde diese Phase durch Berlins neue Position als kürfürstliche Haupt- und Residenzstadt, ab 1448. Damit endete die Epoche der reichsstädtischen Unabhängigkeit, ebenso die Verbindung mit der Hanse. Berlin sank auf diese Weise auf das wirtschaftliche Niveau der Landstädte ab. Zu verdanken hat das die Stadt Friedrich I. (1412–1440), erster Kurfürst und Markgraf von Brandenburg, und sein Nachfolger Friedrich II. (1440–1471), beide aus dem Geschlecht der Hohenzollern . Sie nahmen Berlin zu dieser Zeit die Unabhängigkeit und auch die wirtschaftliche Grundlage. Der Umstand, der Berlin zu dieser Zeit wirtschaftlich am Leben hielt, war der kurfürstliche Hof als Wohlstands- und Einnahmequelle. Der folgende Krieg und die resultierenden Folgen, brachten die Stadt dann letztendlich an den Rand des wirtschaftlichen Ruins. Nur eine durch Pest und Krieg verwaiste Stadt blieb übrig, die durch den vorübergehenden Verlust der Residenzfunktion den wichtigsten Auftragsgeber für Handel und Gewerbe verloren hat.

„Der Dreißigjährige Krieg vernichtete die bescheidenen Ansätze von Bedeutung und Wohlstand und machte Berlin-Cölln zu einem armseligen, halbverfallenen Orte von 7500 Einwohnern, die von gewöhnlichen Handwerkern, Krämerei, Ackerbau und Viehzucht lebten.“

Trotz dessen der Krieg in Berlin nicht so verheerend war wie etwa in Magdeburg oder Brandenburg, war das wirtschaftliche Potenzial der Stadt vernichtet. Die Wiederherstellung alter Zustände wurde durch die Politik des Kurfürsten Friedrich Wilhelm (1640—1688), seit Fehrbellin der Große Kurfürst genannt, nicht angestrebt. Neue Wege sollten eingeschlagen werden. Sein Weg der Zentralsierung, die Aufhebung des politische Einflusses der Stände, die Einrichtung eines stehenden Heeres, die Einführung ständiger Steuern und die Schaffung eines Beamtenapartes, war dabei von Protest und anderen Widrigkeiten gepflastert. Und doch gestaltete sich der Neubeginn und Wiederaufbau Berlins ganz nach den Vorstellungen des Großen Kurfürsten, wie auch zum Vorteil der Stadt.

Berlin wurde nach dem großen Kriege zum Mittelpunkt eines zentralisierten Staatswesens. Welches vom Kurfürsten, durch Zentralisierung der voneinander isolierten rheinischen, brandenburgischen und preußischen Landesteile, geschaffen wurde. Er brach dabei die politische Macht der Stände und schuf einen absolutistischen Staat nach westeuropäischem Muster mit starker monarchischer Spitze. Berlin profitierte davon erheblich. So wuchs in diesen Jahrzehnten die Einwohnerzahl von Berlin und Cölln auf rund 16.500 Einwohner und übertraf damit den Vorkriegsstand beträchtlich. Dies war vor allem durch die Ansiedlung von Hofhandwerkern, Beamten und Bediensteten in der Umgebung des Schlosses möglich. Außerhalb des städtischen Rechtsbereiches entstanden regelrechte Neustädte.

„Das war eine außerordentliche, ja derzeit einzigartige Entwicklung. Sie war vornehmlich das der Landesherrschaft, die seit der Mitte des 17. Jahrhunderts ihre Macht zu einer unumschränkten ausweitete und zugleich zu einer Politik tatkräftigster Wirtschaftsförderung überging.“

Der Nutzen wog die Nachteile also auf. Im Besonderen ist dies auf die Wirtschaftspolitik jener Zeit zurückzuführen, die durch Förderung von Handel und Gewerbe (Beseitigung von Beschränkungen im Handel und Verkehr), den Unternehmern Berlins enormer Vorteile einbrachte. Diese merkantilistische Wirtschaftspolitik, vom großen Kurfürsten eingeleitet, setzte neue Maßstäbe in der staatlichen Wirtschaftsförderung. Gleichzeitig wurde aber die „private Wirkungssphäre unter staatliche Zielsetzung gestellt“ und deren Förderung bzw. Leitung in großem Umfang von der Regierung abhängig gemacht.
Der neue wirtschaftliche Antrieb, ausgehend von einer absolutistisch-merkantilistischen Staatsbildung, wirkte sich auf die Stadt Berlin, dank ihrer zentralen Stellung, und seiner Unternehmer äußerst positiv aus. Dabei prägten die merkantilen Maßnahmen, gepaart mit absolutistischen Vorstellungen und Politik, die wirtschaftliche Entwicklung Berlins und deren Träger.

 

Berlin wird Residenzstadt

 

„In den Jahrzehnten zwischen 1680 und 1710 verwandelte sich Berlin so rasch und so sehr wie zu keiner anderen Zeit vor der industriellen Revolution des 19.Jahrhunderts. Der Aufstieg Berlins war mit dem Machtzuwachs des brandenburgisch-preußischen Staates eng verknüpft, den die Hohenzollern 1701 mit dem Erwerb der preußischen Königswürde dokumentierten.“

 

Krönung Friedrichs I

(Krönung des Kürfürsten Friedrich III. zum König von Preußen Friedrich dem I.)

 

Unter dem Nachfolger des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm, Kurfürst Friedrich III (1688-1701)., wurde der Ausbau der Residenz nach 1688 verstärkt fortgesetzt. Bezeichnet für den neuen Kurfürsten war, dass der Schwerpunkt der wirtschaftlichen Maßnahmen vom Stadtgebiet Berlins und dem Umland, auf die repräsentativen Schlossbauten verlegt wurde. Vor und nach der feierlichen Krönung des Kurfürsten in Königsberg zum ersten König Preußens im Jahre 1701, wurden in und um Berlin neue Schlösse angelegt und alte völlig umgebaut. Damit wollte König Friedrich I. (1701-1713) die Stadt als Residenz eines Herrschers von europäischem Rang herausstellen.
Als weiteren Schritt auf diesem Wege, verfügte Friedrich III./I. am 18. Januar 1709, am Tag der Wiederkehr des Krönungstages zum König von Preußen, die Vereinigung der Stadt Berlin/Cölln mit den neu entstandenen Städten Friedrichwerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt, zur königliche Haupt- und Residenzstadt Berlin. Die vereinigte Stadt hatte nun 56600 Einwohner (mit Garnison). „Berlin gehört nun unbestreitbar nicht nur zu den größten und prächtigsten, sondern auch volkreichsten Städten Mitteleuropas“

Das schnelle Anwachsen der Residenz war zum Teil bedingt durch die politischen Erfolge der Landesherren, wurde jedoch vornehmlich durch die besonderen Maßnahmen zur „allgemeinen Hebung von Handel und Verkehr bewirkt“. Auch der Wegfall der Besteuerung von Hausgrundstücken, durch die Einführung der Akzise, wirkte sich förderlich auf das Wachstum Berlins aus. „Berlin fiel die Aufgabe zu, aus einer glänzenden Residenz die führende Industriestadt Preußens zu werden.“ (Ernst Kaeber)
Die Initialzündung für diese Entwicklung gab aber nicht diese Königskrönung, sondern der Beginn einer großen Zuwanderung in den letzten Regierungsjahren des Kurfürsten Friedrich Wilhelm.

 

Salbung Friedrichs I. durch zwei evangelische Bischöfe nach erfolgter Krönung, Königsberg 1701

(Salbung Friedrichs I. durch zwei evangelische Bischöfe nach erfolgter Krönung, Königsberg 1701)

 

Toleranz von oben

 

Die Wirtschaftspolitik der Großen Kurfürsten war nicht nur auf den Schutz der traditionellen Stadtwirtschaft durch staatliche Vorschriften oder ihre Förderung durch Aufträge des Hofes ausgerichtet. Er wollte Handel und Gewerbe erweitern und über die traditionellen Kräfte hinaus ausbauen. Von größter Bedeutung für die wirtschaftliche und wie auch kulturelle Entwicklung Berlins war deshalb die Aufnahme der französischen Refugiés, die sich bis 1700 auf 5000 Köpfe beliefen. THADDEN nennt sie Einwanderer Erster Klasse, weil sie nicht in ein um seine Wirtschaftskraft beneidetes Land kamen, sondern in ein von 30jährigen Religionskrieg ausgebluteten Land. Diese Hugenotten, die im eigenen Land verfolgt wurden, kamen seit 1672 und in größerer Zahl ab 1685 (Edikt von Potsdam). Und nicht zuletzt wegen ihrer mitgebrachten Fähigkeiten, wurden sie gern in Berlin aufgenommen.

 

Die größte Zuwanderergruppe waren aber die Juden, seit 1671 wieder allgemein zugelassen, brachten sie durch ihre unternehmerischen Fähigkeiten und Handelsbeziehungen, insbesondere die durch das Edikt vom 21. Mai 1671 aufgenommenen 50 jüdische Familien aus Wien, die Berliner Wirtschaft auf Trab. Ihre wirtschaftliche Organisation und Fähigkeiten im freien Wettbewerb, brachten dabei den überkommenden zünftlerischen Handel in arge Bedrängnis. Die Wirtschaftkraft der jüdischen Bevölkerungsschicht und vor allem deren Einnahmen, überwogen gegenüber den Beschwerden „überkommender Handels- und Gewerbetraditionen“.
Der fast zeitgleiche Erlass von Edikten bezogen auf Juden und Hugenotten lässt auf eine tolerante Politik, aber auch auf wirtschaftlichen Weitblick und gezieltes Ausnutzen der speziellen Fähigkeiten dieser ausländische Arbeits- und Wirtschaftskräfte schließen. Die militärischen und finanziellen Bedürfnisse des große Kurfürst bzw. der Bedarf an Luxusgüter und die Ansprüche an eine königliche Residenzstadt seines Sohn, machten es möglich bzw. nötig die Einwanderergruppen nach Berlin zu holen und zu binden.

 

Rolle der Unternehmer

 

Die Inhaber der großen Berliner Handelshäuser Weiler, Engel und Essenbücher waren im Dreißigjährigen Krieg umgekommen. Die Wirkung des Krieges tat ihr übriges dazu den Berliner Handel zu vernichten. Zu beachten ist dabei, dass Handel und Unternehmer bis dahin nur regionalen Charakter hatten. So war die Erschließung des Hofes und des Militärs, die sich für die Unternehmer nach dem Krieg darboten und auf lange Zeit Gewinn bzw. Absatz sichern würden, von enormer Wichtigkeit für deren Aufstieg. Nachteil dieser zwei bedeutenden Quellen war, dass sie die wohlhabendste und mächtigste Schicht des Berliner Bürgertums fest an die Interessen des Staates band.
Das große Risiko von Geschäften mit dem Hof- und Heeresbedarf und der Abhängigkeit davon, lag in der Bezahlung. Diese erfolgte nur sehr selten in bar, sondern mit Anweisungen auf kurfürstliche Einkünfte. Das hieß zumeist einen profitablen Anteil an den Erträgen der Domänenämter oder der Münze, aber zugleich gab es das Risiko des Verlusts von Vermögen und Kredit, wenn sich diese Einkünfte nicht realisieren ließen.
Natürlich machten die Kaufleute ihre Profite weiterhin vorrangig im alltäglichen Handel, wobei der Handel mit dem Hof womöglich doch stärkeres Gewicht erlangte als er es in Berlin seit zwei Jahrhunderten hatte.
So büßte Berlin, selbst unter den Einwirkungen des großen Krieges, seine Anziehungskraft als Residenzstadt nie ein. Der Oder-Spree-Kanal, der seit 1669 Schlesien mit der Nordsee verband, unterstrich diese Anziehungskraft noch weiter. Der sprunghafte Zuwachs von Unternehmern, wobei die bedeutenden Kaufleute durchweg zugewanderte waren, spricht dafür. Evident sind dabei die zugewanderten Hugenotten, kaum geringer war auch die Anzahl der jüdischen Kaufleute und Bankiers.
Die wirtschaftlichen Bedingungen dieser Zeit unterstützte den Unternehmergeist, da seit 1667 die überaus drückende Kopf- und Grundsteuer durch eine indirekte Steuer, der Akzise, ersetzt wurde. Die Zeichen dieses neuen Unternehmergeistes sind in den neuen Organisationsformen im Berliner Handel zu erkennen. So entstanden eine Kramergilde (1690 für Textil-/Ellenware) und eine Materialistengilde (1691 für Lebens-/Genussmittel), die gemeinsam den Handel mit Wolle, Leder, Papier und Metallen beanspruchten. Ausgegeben wurde diese Neuorganisation als Abwehrhandlung gegen die ausländische Konkurrenz und das Konzessionswesens, doch war eher eine Anpassungen an die neue wirtschaftliche Lage und die Organisation eines Großhandels darin zu erkennen.
Die Unternehmer, insbesondere die Kaufleute der obersten Schicht, fühlten sich durchaus nicht als Geburtshelfer einer neuen Welt. Sie waren nicht nur geschäftlich, sondern auch sozial mit Hof und Staatsverwaltung, durch Titel und hohe Beamtenpositionen, verbunden. Bemerkenswert ist dabei die soziale Offenheit, nicht nur wegen dem leichten Aufstieg vom Handwerk in den Großhandel, begünstig durch den wirtschaftlichen Aufschwung, sondern auch durch die soziale Mobilität bei der Familienplanung, sei es durch ausgewählte Paten oder Heiratspartner aus einem anderen Stand.
„Die Kaufleute waren in dieser ‚Gründerperiode‘ Berlins sowohl regional als auch in sozialer Hinsicht ein sehr mobiler Stand, wenn wir das auch wegen fehlender Angaben für die Vater/Sohn-Mobilität nicht statistisch nachweisen können. Die Bildung einer neuen Nebenklasse, der Handels- und Manufakturbourgeoisie, begann soeben erst.“

 

Berlin erwacht nach dem großen Kriege. Die neue preußische Königskrone überstrahlte den früheren regionalen Charakter der Stadt. Doch vor allem dank einer toleranten Einwanderungspolitik, dem reformierten Steuerwesen, des erwachenden Unternehmergeistes und der neuen Prachtentfaltung des Hofes Friedrich I., wurde Berlin eine würdige Residenzstadt und neue Metropole Preußens. All diese Faktoren ermöglichten diese Entwicklung, weil sie aufeinander aufbauten und sich jeweils ergänzten. So begann für Berlin und seiner Unternehmer, dank der neuen ökonomischen Grundlagen, eine neue Epoche.

 

Wirtschaft

Entwicklung der Wirtschaft um 1700

 

Plan von Berlin im Jahr 1710, Rekonstruktionsversuch

(Plan von Berlin im Jahr 1710, Rekonstruktionsversuch)

 

Der Bau des Oder-Spree Kanals machte Berlin zu einer aufstrebenden wirtschaftlichen Metropole und beseitigte die Hemmungen im Märkischen Handel. Die Berliner Schiffergilde erwachte zu neuem Leben und konnte um 1700 wieder Hamburg Konkurrenz machen. Leider blieben die Bestrebungen der Stadt und vor allem des großen Kurfürsten, Berlin zu einer Messestadt zu machen, ohne Erfolg. Zu klein war das Kapital der Handelsherren und noch zu wenig entwickelt war die Wirtschaft bzw. die unternehmerische Vielfalt in der Stadt.

Friedrich I. schaffte es, durch seine glänzende Hofhaltung, das Bauhandwerk und alle mit den Künsten in Verbindung stehenden Berufe, nachhaltig zu fördern. Durch die Förderung Berlins hat sich die Stadt Berlin als ergiebige Geldquelle für den Landesherrn entwickelt. Die Akzise (siehe oben), seit 1713 allen Einwohnern der Stadt ohne Unterschied des Ranges oder Standes auferlegt, fungierte als enorme Einnahmequelle, aufbauend auf die Abschaffung der städtischen Selbstverwaltung, für den König und seine Pläne. Vom großen Kurfürsten eingeführt (1667) und durch seinen Sohn Friedrich I. für den Ausbau seiner Residenz verwendet, belief sich die Akzise 1713 auf 200 000 Taler und brachte damit mehr als das gesamte Königreich ein.

„Der Städte Nahrung (Gewerbe) ist die Quelle, woraus die Accise und folglich die Konservation eurer Majestät Militär-Etat herflieset.“ (Minister von Grumbkow)

Dies war aber ein Geben und Nehmen. Ohne Förderung keine Mehreinnahmen aus der Akzise und andersherum war Berlin als absolutistische Residenzstadt vollständig abhängig vom Hof, von den Beamten, vom Militär, von der staatlichen Gewerbe- und Handelspolitik. Sie verbrauchten hier ihren Sold, ihr Gehalt und ihre Renten. Durch die Steuern wurde so ein Teil des gesellschaftlichen Mehrprodukts in diese Stadt gelenkt. Die merkantilistische Politik wurde so zugleich die Finanzpolitik dieser Hauptstadt. Durch den absolutistischen Staat erwarb sie den gewerblichen und politischen Vorrang in Preußen. Sie wurde damit zu einer Wirtschaftsregion, in der die kapitalistische Entwicklung vorbreitet wurde.

 

Erste Unternehmungen und ihre Träger

 

Erst mit einer neuen Konjunkturwelle in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, begann sich in der Unternehmenslandschaft etwas zu bewegen. Die Initiative kam zunächst nur vom Landesherrn, dem durch die neu eingeführte Akzise die erforderlichen Mittel zu Verfügung standen. So wurden eine Wollwarenmanufaktur und eine Zuckersiederei (beide 1678 gegründet) als erste große Unternehmungen auf Betreiben des großen Kurfürsten angelegt.
In dieser Anfangszeit ist keine Beteiligung von Unternehmern festzustellen, d.h. Unternehmer im eigentlichen Sinn, da die Unternehmungen ausschließlich von Juristen und kurfürstlichen Beamten geleitet wurden. Den eigentlichen Unternehmern bzw. Kaufleuten fehlte es in dieser Zeit zumeist an Kapital, sowie offenbar auch am nötigen Unternehmergeist. Dies änderte sich erst mit Benjamin Raule (1634-1707), der beim Großen Kurfürsten, dem der Überseehandel und die Marine wichtige Staatsaufgaben waren, in hohem Ansehen stand. Der Holländer setzte seine unternehmerischen Fähigkeiten geschickt ein um dem Kurfürsten in höchster Not beizustehen und eine Flotte zu begründen. Er umging die Schwierigkeiten für einen Unternehmer dieser Zeit, indem er sich an seinen Gönner dem Kurfürsten Friedrich Wilhelm band. Ein Umstand der nach dessen Tod zur eigenen Entmachtung und einer Anklage wegen seiner Geschäftspraktiken führte. Ein ähnlicher Aufstieg ist bei Joachim Friedrich Kornmesser (1641-1719) nachzuvollziehen, der im Überseehandel (Afrikanische Handelsgesellschaft) wie auch direkt in Berlin (Zuckersiederei-Gesellschaft) tätig wurde. Auch in diesem Fall einer Unternehmerkarriere waren die Bindungen an den Staat und die Verbindungen zu dessen Apparat essentiell.

Die Anfangszeit wurde von den zahlreiche Refugiés und anderen Einwanderern dominiert. Sie begründeten die ersten Manufakturen für Textil- und Luxuswaren Ende des 17. Jahrhunderts, welche aber, bis auf den kurzeitigen Erfolg Josep Orelley (Creponmanufaktur ), nicht sehr erfolgreich waren. Trotzdem waren die unternehmerischen Fähigkeiten der Hugenotten in diesen Anfangszeiten des wirtschaftlichen Aufschwungs weit fortgeschritten. So konnte die breite Schicht der französische Händler, Kaufleuten und Bankiers, der wirtschaftlichen Entwicklung Berlins kräftige Impulse geben. Als herausragende Unternehmer dieser Einwanderergruppe haben sich der Kaufmann Espagne und der Tabakfabrikant Harenc hervorgetan.

 

Aufschwung

 

Die Steuerreform durch die Akzise, die Reformen im Innungswesen, die Einwanderer und ihre Fähigkeiten und der neu geweckte Unternehmergeist in Berlin, gehörten zwar in diesen wirtschaftlichen Aufschwungs Berlins hinein, waren aber nicht sein Hauptgrund. Dieser lag in der Hofhaltung unter Friedrich I. König von Preußen. So waren 1706 allein für den Hofstaat 264 785 Taler und den Schlossbau 72 000 Taler vorgesehen. Damit blieb die Hälfte aller Ausgaben des Staates in Berlin. Diese Prachtentfaltung und Streben des Königs nach Prestige, um dem neuen Titel auch ein angemessenes Umfeld zu schaffen, spiegelte sich in der Gesellschaft und so auch im wirtschaftlichen Aufschwung Berlins wieder.

 

„Die große Majestät als Zentralsonne wurde gewissermaßen reflektiert von lauter kleineren und kleinsten Weltkörpern mit eigenen Monden, die sie umkreisten und von ihrem Schein vergoldet wurden.“ (Carl Hinrichs)

 

Der König galt als Vorbild bei der Lebenshaltung und Prachtentfaltung der hohen Hofbeamten und Adligen in der Stadt. Die Auswirkungen der Bedürfnisse des königlichen Hofes und des nahestehenden Standes, waren die umfangreiste Wirtschaftsförderung dieser Zeit. Sie lockte Einwanderer, förderte den Aufschwung und etablierte neue Wirtschaftszweige, was die Stadt anwachsen ließ. So wurde aus Berlin vor allem ein riesiger Bauplatz. Von 4100 Wohnhäusern, die es 1711 in der Hauptstadt gab, sind fast zwei Drittel nach 1685 gebaut worden. So sprang der initiierte Bauboom bei den Schlösser und Residenzen letztendlich auf die ganze Stadt über.
Die Verbindung von wirtschaftlichen und repräsentativen Anliegen sicherte hierbei den Aufschwung und ließ den Landesherrn in der Rolle als Förderer und Nutznießer erscheinen. Dessen Politik zu dieser enormen Entwicklung Berlins und seine Unternehmerschaft führten. Die Fehlschläge in den wirtschaftlichen Anfangsjahren um die Jahrhundertwende konnten den Aufschwung nicht bremsen. Vor allem den Landesherren und seinen weitreichenden Entscheidungen war diese Entwicklung zu verdanken. Eine Entwicklung, die eine neue Berliner Wirtschaft begründet hat.

 

Eine „neue“ Berliner Wirtschaft entsteht

 

„Je mehr ein Land verbesserte und vollkommen bearbeitete Waren vorbringt, destomehr hat es nicht allein dasjenige, was zu Nothdurft und Bequemlichkeit seiner Einwohner erfordert wird; sondern es kann auch mit seinem Ueberflusse einträgliche auswärtige Commercien treiben, und dadurch den Reichtum des Landes vermehren. Zugleich aber verschafft es dadurch den Reichthum des Landes vermehren. Zugleich aber verschafft es dadurch sie sich die Nothdurft und Bequemlichkeit des Lebens zu erwerben vermögend sind. Die Manufacturen und Fabriken sind also der hauptsächliche Grund eines blühenden Nahrungsstandes; und ohne dieselben wird gleichsam der natürliche Reichtum und Fruchtbarkeit des Landes unnütze. Diese Gegenstände verdienen demnach eine sehr ernstliche Vorsorge der Landes-Policey.“ (Johann Gottlob Justi)

 

Berlin um 1723

(Berlin um 1723)

 

So lautete das Urteil über die Bedeutung des Manufakturwesens Mitte des 18. Jahrhunderts. Für die Unternehmer um 1700 hatte der aufstrebende Trend dieser neuen Produktionsweise erst begonnen und schön früh wurden sie auf ihr Potenzial aufmerksam. Hauptträger der ersten Unternehmungen, in welcher die neue Produktionsweise vor allem Zweige des Luxusgewerbes erfasste, waren die nach Brandenburg-Preußen eingewanderten Hugenotten, aber auch eine wenige Unternehmer deutscher Herkunft.

Die ersten Betriebe dieser Art scheiterten, trotz Förderung und Exklusivprivilegien durch den großen Kurfürsten. Hauptgrund waren finanzielle Schwierigkeiten und die unterentwickelten Wirtschaftsstrukturen bzw. mangelnde Kapitalakkumulation in Brandenburg-Preußen. Erst das Edikt von Potsdam führte zu einer Wende in der manufakturwirtschaftlichen Entwicklung. Das gewerblich fortgeschrittene Herkunftsland Frankreich gab den Calvinisten neue Produktionserfahrungen und Technologien mit, welche dankend vom Landesherrn in Anspruch genommen wurden. So war der Hofstaat und Landadel Hauptauftraggeber, was
zwar einen Absatz sicherte, aber nur wenige Handelsunternehmer konnten sich mit ihren Manufakturgründungen durchsetzen. Dauerhaft bestehen konnte nur das Wollgewerbe und seine Unternehmer (siehe Josep Orelly), nicht zuletzt wegen der Militarisierung der Gesellschaft unter Friedrich Wilhelm I. und den resultierenden Großaufträgen.
„Der Regent beabsichtigte, die Versorgung des Heeres mit Wolltuchen ausschließlich in die Hände einheimischer Produzenten zu legen, um ihnen Arbeit zu geben und damit die Voraussetzungen für ein stabiles Steueraufkommen zu schaffen. Zugleich sollte hierdurch der Abfluss von Geld und Rohmaterialen ins Ausland unterbunden werden. All das war Ausdruck der Macht- und Autarkiepolitik des preußischen Staates, die die wirtschaftliche Schädigung der benachbarten Länder einschloss.“

Mit Johann Andreas Kraut fand der König die geeignete Persönlichkeit für dieses Vorhaben. So erhielt der über Reichtum, weitreichende Verbindungen und Unternehmergeist verfügende Bankier im August 1713 den Auftrag ein Lagerhaus zu gründen, aus dem die Armee jederzeit ihren Bedarf decken konnte. Ursprünglich war dieses Lagerhaus nur als Verlag gedacht, das den Berliner Handwerkern die nötige Wolle vorschießen und die Fertigwaren gegen Lohn wieder abnehmen sollte. Zudem sollte es die für den Produktionsprozess notwendige Wolle vorrätig halten. Kraut machte daraus ein florierendes Unternehmen, das dank beschränkter Einfuhr eine beherrschende Stellung in der Textilindustrie erlangte.
Vom Typ her handelte es sich beim Lagerhaus um eine Mischform zwischen einer zentralisierten und dezentralisierten Manufaktur: zentralisiert, weil alle Produkte zur Herstellung eines Produktes arbeitsteilig unter einem Dach ausgeführt wurden; dezentralisiert, da sie wichtige Teilarbeiten von formal selbstständigen Handwerkern außer Haus ausführen ließ und die Erzeugnisse nur noch veredelte.

Das Lagerhaus, das Werk der letzten zehn Jahre seines Lebens, war zu einem industriellen Großbetrieb avanciert. Und mehr als das, denn sein Wissen und die Erfahrungen, in bezug auf die merkantilistischen Verfahrensweisen und Gedanken, bewirkte noch viel mehr. So wurden die merkantilistischen Grundlagen, auf denen Kraut sein Lagerhaus aufbaute, zur Grundlage für die Wirtschaftspolitik der beiden großen preußischen Könige des 18. Jahrhunderts.
An Johann Andreas (von) Kraut kann man den Archetypus eines erfolgreichen Berliner Unternehmers nachvollziehen. Ganz entscheidend ist die parallele und erfolgreiche Entwicklung von kaufmännischer Tätigkeit und Beamtenlaufbahn. Die Bindung an den jeweiligen Regenten in seinem Falle bzw. die generelle Bedeutung von Ämterpatronage war dabei entscheidend für Reichtum und Erfolg eines Unternehmers.

 

„Von einigen will es nicht groß gehalten werden; allein ich urtheile aus demjenigen, was mir vorhin von seiner Handelung noch bekandt, und wenn ich dabey bedenke, wie er über 20 Jahr die Königl. Cassen in seiner fast alleinigen Disposition gehabt, da er sowohl bei Einnahme als Ausgabe als ein kluger Wechseler und Negotiante viel profitieren können, das Vermögen auf eine Million Thaler belauffen müßte.“
(Christoph von Katsch)

Fazit

Zwischenfazit

 Stammwappen der Hohenzollern

(Wappen der Hohenzollern)

 

Berlin entwickelte sich um 1700 von einem unbedeutenden Städtchen zu einer zentralen kurfürstlichen bzw. später königlichen Residenzstadt. Zum zentralen Mittelpunkt eines absolutistischen Preußens, dessen wirtschaftliche Lage unter diesen Umständen einen enormen Schritt nach vorn machte. Die großzügigen Pläne des großen Kurfürsten ermöglichten der Stadt neue Perspektiven im Außenhandel und verschafften Berlin eine entwicklungsfähige Grundlage in der Infrastruktur. Der Blick ging nach vorn, in wirtschaftlicher wie auch kultureller Hinsicht. Die französischen Refugiés brachten hierfür das nötige Know How und kulturelle Verständnis mit. Auch der Weitblick bei der Aufnahme und Tolerierung der Juden legte ein ungeahntes finanzielles und wirtschaftliches Potenzial in der Stadt frei. Wie sehr sich die allgemeinen Verhältnisse in Berlin auch vor allem unter dem ersten Preußenkönig hoben, woran auch dessen luxuriöse Hofhaltung beteiligt war, zeigen die steigenden Einnahmen aus der Akzise. Die Prachtenfaltung der neuen Königs und sein Streben nach einem standesgemäßen Hof, brachten der Wirtschaft ein positives Umfeld und den Unternehmern eine sicheren Absatzmarkt sowie den nötigen Spielraum für einen innovativen Unternehmergeist. Das aufstrebende Manufakturenwesen bildete den vorläufigen Höhepunkt dieser Entwicklung.
Und doch war alles nur einseitig ausgelegt und zu abhängig vom Hof bzw. dessen Umfeld. Das wirtschaftliche Potenzial dieser Stadt wurde zwar geweckt, aber zu einer vollen Entfaltung und Ausnutzung ihrer Möglichkeiten sollte es erst unter Nachfolgern Friedrich I. kommen.

 

Ausblick

Ausblick

 

„Preußen ist Deutschland, und Berlin Preußen“
(Ernst Dronke, 25 Jahre bevor die preußische Residenz Hauptstadt des kleindeutschen Reichs wurde.)

 

In der Zeit nach Friedrich I., hat die Staatspolitik der absoluten Monarchen und weniger die Hofhaltung, dafür aber die wirtschaftliche Entwicklung Berlins maßgebend bestimmt. Die Stadt entwickelte sich in wirtschaftlicher Hinsicht endgültig auf eine neue Stufe und war nicht mehr nur „Anhängsel eines allzu üppigen Hofes“. Die Ziele wurden enger gesteckt, so vor allem auf hochfliegende und riskante Projekte verzichtet. Trotzdem wurde das Ziel weiterer wirtschaftlicher Expansion mit höchster Effizientes und einem nach festem Plan verfolgt. Zurückgreifen konnten die Landesherren dabei auf eine anwachsende Unternehmerschicht, die, vor allem durch die tolerante Politik ihrer Vorgänger, Mittel und Fähigkeiten zu einer erfolgreichen Zukunft Berlins beisteuerten. Neue Unternehmenszweige entstanden, neue Möglichkeiten des Geldverdienens taten sich auf und zugleich gedieh Berlin unter dem aufblühenden Unternehmertum.

 

Die neue Rolle der Unternehmer

 

Das Wechselgeschäft wurde unter anderem als neuer Unternehmenszweig in Berlin, zur Zeiten des großen Kurfürsten noch ohne einen Wechselplatz, seit 1684 stetig ausgebaut. Vor allem die seit 1685 eingewanderten Refugiés brachten ihre Geschäftsgepflogenheiten ein und belebten bzw. reformierten den Geldverkehr in der Stadt. Bereits der oben erwähnte J.A. Kraut war, durch seine Einführung des internationalen Wechsels in die Brandenburg-preußische Wirtschaft, in der Ausgestaltung des Wechselgeschäfts entscheidend beteiligt. Auch der aus Süddeutschland stammende Johann Tobias Engel muss in diesem Zusammenhang erwähnt werden. Dessen Wechselgeschäfte waren um 1700 auf ihrem Höhepunkt angelangt und prägten dieses bzw. halfen dem Wechselgeschäft sich weiter zu etablieren.
Die bedeutendste Entwicklung dabei war, dass Unternehmer zwar den Handel weiterhin als Grundlage ihrer Existenz sahen, diese aber nicht mehr unerlässlich war. Das Waren- und Geldvermittlungsgeschäft war zugleich neuer Einkommenszweig für den Unternehmer diese Zeit, aber auch ein unglaublich produktives Instrument zur Ankurbelung der Wirtschaft Berlins. Die Bindung an den Hof und ein gutes Verhältnis zum Landesherrn war dabei immer noch von evidenter Bedeutung. Zumal die Gewinnspanne beträchtlich war, wenn man sich die Handelspraxis der Bankier/Großhändler bedenkt. So verschaffte man dem Hof die nötige Geldmenge auf Kredit, das umgehend an den Unternehmer für die benötigten Waren zurückfloss.
Das wohl einflussreichste Unternehmergespann mit gleichnamigen Geschäftsnamen, stieg 1712, mit den Geschäftsstrukturen eines Großhändlers und Bankiers, in dieses neue Unternehmertum ein. Splitgerber & Daum konnten ein enorm erfolgreiches Geschäftsmodell etablieren und gleichzeitig große wirtschaftliche Macht und Einfluss erlangen. Die Gründung und Höhezeit des bis heute einflussreichsten Berliner Handels und Bankhaus, fiel dabei in einen für Berlin und Preußen bedeutungsvollen neuen Zeitabschnitt. Erfolg und Entwicklung dieser wirtschaftlichen Institution fielen dabei mit der Blütezeit des preußischen Absolutismus und Merkantilismus zusammen.

 

Staat und Wirtschaft

 

Friedrich Wilhelm I.

( Friedrich Wilhelm I. (1713-1740) - Soldatenkönig)

 

Die große Zeit des preußischen Merkantilismus begann 1713 mit dem Regierungsantritt Friedrich Wilhelm I. (1713-1740), des Soldatenkönigs. „Sein nüchterner, stark rechenhafter Sinn erkannte klar, wie sehr Festigung und Ausbau der Machtstellung des neuen Königreiches einer starken, schlagkräftigen Armee bedurften, diese aber nur auf der Grundlage eines geordneten Finanzwesens zu halten war, das seinerseits auf einer leistungsfähigen Wirtschaft beruhte.“
Man darf hier aber nicht von einer verstaatlichten Wirtschaft ausgehen, denn wie bereits in der Arbeit aufgezeigt, handelte es sich um eines Staatswirtschaft, die im Grundsatz eine private Unternehmerwirtschaft darstellte. Im Grundsatz wohlgemerkt, da sich der Staat das Recht herausnahm, „seine Ziele als die ihren zu setzen“. Das übergeordnete Ziel war dabei eine positive Handelsbilanz zu erreichen. Zu diesem Zeck bediente sich der Merkantilismus vielerlei handels- und gewerbepolitischer Maßnahmen: Herstellung von und Handel mit Rohstoffen und Grundnahrungsmitteln, Herstellung von und Handel mit Fertigwaren und allgemeine handelspolitische Maßnahmen. Der preußische Merkantilismus erstreckte sich aber nicht auf alle Bereiche der Wirtschaft, dass hätte auch die Möglichkeiten der Staatsverwaltung überfordert.
Der Merkantilismus wirkte sich förderlich, durch rigorose Bevorteilung der binnenländischen Produktion, und ebenso hinderlich auf die wirtschaftliche Entwicklung Berlins und seiner Unternehmer aus. In diesem Sinne hat der Landesherr durch eine Fülle von verschiedenen Maßnahmen ökonomische Entwicklungen abzublocken versucht, aber auch neue Wirtschaftzweige unter großem finanziellem Aufwand aufzubauen versucht. Meist geschah dies aber gegen die Marktkräfte und wie oben aufgeführt scheiterten diese Bemühungen jedesmal. Zu der Fehleitung knapper Mittel durch Falschinvestitionen kamen noch die Reglementierungssucht und der wenig effiziente Staatsapparat, wodurch viele positive merkantile Anordnungen ins Leere liefen. Die Nachteile und Vorteile gaben sich sie Wage, doch der springende Punkt sind die Unternehmer. Durch sie sicherte sich die merkantilistische Staatswirtschaft ein „wichtiges Element der Initiative und Beweglichkeit“. Die günstige Kombination von staatlicher Förderung und freiem Unternehmertum, „fiel in Berlin auf fruchtbaren Boden und gewährleistete das beeindruckende wirtschaftliche Wachstum Berlins“.

 

Weitere ökonomische Entwicklung

 

„Berlin ist bereits in allen seinen Verhältnissen als eine große Stadt zu betrachten […] Lange war Berlin nur die Residenz der Hohenzollern, jetzt ist es ganz und gar eine moderne Stadt geworden. Früher lebte Berlin vom Hofe, und es Strömte meistens nur dahin, wessen Stellung oder Gewerbe davon profitieren konnte […] Dieses alles hat sich geändert, und ungeachtet der Einwirkung des Residenzcharakters hat sich Berlin, namentlich sie der Entfesselung der Gewerbe, in einem erstaunlichen Umfange zu einer modernen Stadt, worin Erwerb, Konkurrenz, Handel und Industrie die Schlagadern bilden, entwickelt. Und so wächst es denn einer Größe und einer Zukunft entgegen, deren Gestalt gar nicht vermutet werden kann.“
(Friedrich Saß, 1884)

 

 

Berlin wuchs im 18. Jahrhundert zu einer Industriestadt heran. Dank seiner Stellung als preußische Residenz konnte die Stadt sehr schnell zu einem wirtschaftlichen Zentrum heranwachsen, denn sie zog vielseitiges unternehmerisches- und handwerkliches Talent an. Als Anziehungskraft fungierten die tolerante Einwanderungspolitik, die merkantile Wirtschaftspolitik und die beständige Nachfrage des preußischen Staates. Diese Umstände in Verbindung mit der wachsenden Berliner Bevölkerung, erweiterten die Möglichkeiten für Unternehmer enorm.

Die unterschiedlichen langen Krisenzeiten der Folgezeit, ausgelöst durch: rigorose Einschränkung der Hofhaltung, Missernten, Kriege und deren wirtschaftliche Konsequenzen für Berlin, ließen die Unternehmenslandschaft immer nur kurzeitig stagnieren. Die Bemühungen des Landesherrn und der preußischer Staatsverwaltung um Modernisierung, wirkten sich als zusätzliche Schubkraft aus. So wurde die Stadt wieder auf den wirtschaftlichen Kurs des Wachstums und Aufschwungs zurückbrachte. Diese „Verbesserung der Angebotsbedingungen“ und die günstige Verkehrslage der Stadt, sicherten Berlin den Aufstieg zu einer Industriemetropole. Die Position der Stadt als Residenz der Könige sorgte noch zusätzlich dafür, dass sich Berlin von anderen Industriestädten abhob. So gedieh durch die speziellen Anforderungen einer Residenz das Kunsthandwerk in Berlin, welches wiederum Arbeitskräfte mit spezifischen Fähigkeiten anlockte. Dazu kam der Bedarf an Bankiers, die den Handel mit Luxuswaren und der entsprechenden Mode förderten. Diese Entwicklung hätte es nicht gegeben wenn die Hohenzollern kleine Fürsten geblieben wären. Da sie aber zu den „großen Herren Europas aufstiegen, stieg mit ihnen auch ihre Hauptstadt nicht nur zu einer politischen, sondern auch zu einer kulturellen und wirtschaftlichen Metropole auf“.
Die Jahre um 1700 dürfen als Schlüsselmomente für die weitere wirtschaftliche Entwicklung Berlins und seiner Unternehmer gesehen werden. Die neue Rolle Berlins als königliche Haupt- und Residenzstadt, die Ausweitung und Ausformung der merkantilen Wirtschaftsordnung, sowie die Auswirkungen der Toleranzedikte und die Förderung des Manufakturwesens sind in diesem Zusammenhang zu nennen.
Die Unternehmerschaft profitierte von den voran genannten Umständen und half so eine neue wirtschaftlich Epoche Berlins zu begründen.

 

Zum Schluss

Schlussbemerkung

 

Wappen der Herrscher Preußens und zukünftigen Deutschen Kasier um 1800

(Wappen der Herrscher Preußens und zukünftigen Deutschen Kaiser um 1800)

 

Unbestreitbar sind die bedeutsamen Entwicklungen, die das Wirtschaftsleben Berlins in den anderthalb Jahrhunderten von 1650 bis 1806 erfahren hatte bzw. sie evident für die Entwicklung Berlins zu einer Industriemetropole gemacht hatte. Die Jahre um 1700, vor allem die Krönung Friedrich III./I. zum ersten Königs von Preußens im Jahre 1701, gehören zu den entscheidenden Momenten in diesem historischen Kontext. Die Krönung war dabei besonders wichtig, weil sie nicht nur eine neue Epoche im Haus der Hohenzollern begründete, sondern auch in der Bedeutung Berlins eine wichtige Rolle spielt. Die prächtige Hofhaltung des neuen preußischen Königs, die Fortsetzung und der Ausbau merkantilistischen Wirtschaftsstrukturen, die Förderung Berlins und die Umsetzung einer bis dahin beispiellose Einwanderungspolitik, ließen in Berlin die nötigen Bedingungen für wirtschaftliches Wachstum und Aufschwung entstehen.
Die Entwicklung, die sich anhand der gesellschaftlichen und politischen Veränderung in Berlin um 1700 vollzog, ließ die Wirtschaft und die Unternehmenslandschaft dieser Stadt neu aufleben und entwickelten sich auf ganz neue Weise. Der preußische Merkantilismus und seine Staatswirtschaft war daran grundlegend beteiligt, wären aber ohne die Unternehmer nicht so flexibel und vor allem nicht von diesem Ausmaß an Erfolg beschienen gewesen. Berlin nahm dabei eine Sonderstellung ein, war do Schauplatz absolutistischer Prachtentfaltung und enormen Bauprojekten. Die Stadt wurde ständig erweitert, ausgeschmückt und gefördert. Sie erlangte so eine unglaubliche Anziehungskraft und stieg dadurch zu einer Gewerbe- und Handelsstadt von europäischem Rang auf.

Natürlich muss diese Entwicklung ihre Ausgangspunkt im Wirken der verschiedenen Landesherrn Preußens gesehen werden. Doch war Friedrich ein entscheidender Faktor in dieser Entwicklung? Der bereits zu Lebzeiten von seinen Zeitgenossen mit den Vorwürfen der Verschwendung konfrontierte Landesherr und erster preußischer König, hatte lange Zeit einen schlechten Ruf unter Historikern. Auch weil die entscheidende und prägende Forschungsmeinung in der Geschichtswissenschaft sich lange durch die schriftlichen Äußerungen seines Enkels Friedrich II. über seinen Großvater ableitete, der ihn in seinem 1750 erschienen Historienwerk Geschichte meiner Zeit den Großvater als törichten Verschwender beschrieb. Doch schuf er genau durch diese Verschwendung erst den Nährboden für ein aufstrebendes Unternehmertum und ein wirtschaftliches Wachstum in Berlin. Die verschwenderische Art und das Streben Friedrich I. nach Prachtentfaltung bekommt dadurch eine ganz andere Perspektive. Auch in den aktuellen Historikermeinungen wird Friedrichs Regierungsbilanz nun positiv bewertet. Sie betonen dabei als herausragende Erfolge Friedrichs, das Kontinuum in der Staatsentwicklung und auch auf verfassungs- und verwaltungsrechtlichem Gebiet gewahrt und gefestigt zu haben. Seine Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung Berlins mag nur sekundär in diesem Zusammenhang erscheinen, ist aber nicht desto trotz ein Erfolg seiner Politik und Lebensweise.

Mag Friedrich I. durch sein Wirken den Nährboden für eine wirtschaftliche Entwicklung Berlins zur industriellen Metropole gelegt haben, so hatte er auch die Abhängigkeit Berlins von seiner Hauptstadtfunktion etabliert. Der Bauboom in der Stadt, die wirtschaftliche Förderung und das aufstrebende Manufakturwesen waren unabdingbar an den Willen und das Verlangen des Landesherrn gebunden. Zu sehr und zu intensiv hatte sich die Stadt und seine Unternehmer den wirtschaftlichen Anforderungen einer Haupt- und Residenzstadt anpassen müssen und wollen, zu sehr sind die ökonomischen Strukturen der Stadt mit diesem Anspruch verknüpft, als dass sie diese Tradition der wirtschaftliche Anhängigkeit abschütteln könnte.

Die Unternehmer sind das beste Beispiel für diese Abhängigkeit. Konnte doch nur die Firma Splitgerber & Daum, dank sehr breiter industrieller Grundlage und Tüchtigkeit der Gründer, sich bis in die heutige Zeit halten. Die starke Bindung zu den Monarchen war für die führenden Kaufleute unbezahlbar und unabdingbar für den Erfolg. Der beständige Druck von oben, die auf den Hof ausgelegte Unternehmensführung und resultierende Abhängigkeit begründeten die Tradition der wirtschaftlichen Abhängigkeit Berlins im 18. Jahrhundert.

 

Quellen

Literaturverzeichnis

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Nachschlagewerke

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Zeitschriftenartikel

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Autor: Freiherr von Woye