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Das Thema

Die Myrmidonen
(Μυρμιδόνες Myrmidónes)



Den Namen leiten einige von Myrmidon, einem Sohn des Zeus, andre von myrmex (Ameise) her, weil Zeus nach einer Pest auf Äakos' Bitten Ameisen in Menschen verwandelt haben sollte.


 


(Brad Pitt als Achilles und Anführer der Myrmidonen im Film Troja)

Mythos

Der Mythos

 


 

Die Ameise ist die Ausschlaggebende Kraft hinter den Kriegern aus Homers Epen um den trojanischen Krieg. So sind laut Mythen und Sagen wohl ganze Völker Griechenlands aus Ameisen entstanden. Es begab sich nämlich zu der Zeit des Aiakos, dem irdischen Sohn des Göttervaters Zeus. Er benannte eine Inseln nach seiner Frau Aigina, dessen ganze Bevölkerung durch eine Seuche weggerafft wurde. Sein Göttervater sollte helfen und verwandelte kurzerhand eine Schar von Ameisen, die den Stamm einer heiligen Eiche empor kletterten, zu Menschen. Die beiden Söhne des Aiakos kehrten nach einem Streit in die Heimat des Vaters zurück und gründeten dort die neue Dynastie der Myrmidonen. (Der Name ist eine Erinnerung an die tierische Herkunft der Untertanen der beiden Brüder: Die Ameise heißt im Griechischen "Myrmex".)
Einer dieser Brüder trug den Namen Peleus und hatte einen Sohn namens Achilles (mit einer wohlgemerkt göttlichen Mutter), der größte griechische Held im Trojanischen Krieg, und er machte die Myrmidonen zu seiner Elitetruppe. Seine Leibgarde stand ihm im jedem Kampf bei, schützen ihn wie seinen Freund Patroklus und standen bis zum Schluss treu an seiner Seite. Was nach dem trojanischen Krieg mit der Elitetruppe geschah ist nicht bekannt und auch wie davor diese Krieger in den Lauf von Kriegen wie Schlachten eingriffen, ist nicht überliefert!

 


(Achilles und die Gesandten der Griechen)

 

Schnell wie ein Schwarm von Wespen am Heerweg, strömten sie vorwärts,...
denn wofern ein wandernder Mann, der etwa vorbeigeht, absichtslos sie erregt, schnell tapferes Mutes zur Abwehr fliegen sie alle hervor,
ihr junges Geschlecht zu beschirmen: Also die Myrmidonen, von tapferem Mute beseelet, strömten sie vor aus den Schiffen; und graunvoll brüllte der Schlachtruf

(end_of_the_skype_highlighting αὐτίκα δὲ σφήκεσσιν ἐοικότες ἐξεχέοντο ... τοὺς δ' εἴ περ παρά τίς τε κιὼν ἄνθρωπος ὁδίτης κινήσῃ ἀέκων, οἳ δ' ἄλκιμον ἦτορ ἔχοντες πρόσσω πᾶς πέτεται καὶ ἀμύνει οἷσι τέκεσσι. τῶν τότε Μυρμιδόνες κραδίην καὶ θυμὸν ἔχοντες ἐκ νηῶν ἐχέοντ)

Entstehung

Thesen zur Entstehung

 


 

Diese Gruppe von Krieger haben ihren Ursprung in der griechischen Mythologie. Man kann ihre Herkunft nicht genau belegen, noch feststellen. Handelt es sich um ein real existierendes Heer, ein Gruppe Krieges dem Achilles allein treu oder gar ein Volk in Griechenland? Nur die Epen des Homer belegen dessen Herkunft und dessen Kampf um Troja. Hier führt Achilles (Achilleus - Αχιλλεύς, Αχιλλέας), der scheinbare Anführer dieser Gruppe, die wohl nur ein Schiff unter ihrer Flagge führten, gegen die Trojaner und erlangten unvergleichbare Siege auf dem Schlachtfeld. Ein gewisser Wagemut und auch ein Hauch von Heldentum umgibt diese Krieger. Dabei galten Sie in Homers Beschreibungen als bestausgebildete Elitetruppe, denen nur die tapfersten und wagemutigsten Griechen angehörten. Sie repräsentieren dabei am ehesten das was man heute eine elitäre Kampftruppe nennt. Homer benutzt diese Krieger für die Darstellung des Krieges. Dies belegt auch die Beschreibung ihres Gegenstückes im trojanischen Krieg - die Apolloniern. Sie wurden von Hektor - dem Gegenstück zu Achilles in dieser Kriegsbeschreibung - in die Schlacht geführt.
Die Myrmidonen verschrieben sich dem Kriegsgott und haben bei der Schlacht um Troja unter anderen aus dem Trojanischen Pferd heraus gekämpft - dies ist aber nicht genau belegt. Ihre Wirkung durch diesen Sieg wird in vielen Fernsehfilmen dargestellt, immer vorne, immer siegreich und immer kämpfend für alle Griechen. Die griechischen Königreiche wurden in diesem Krieg zu einer Nation und es bereitete den Boden für die einzigartige Blütezeit der Hellenen.

Wo diese Krieger herkamen ist umstritten. Eine These besagt, dass sie auf einer Insel lebten, deren Boden zwar sehr fruchtbar, jedoch an der Oberfläche äußerst steinig und mithin sehr kahl gewesen wäre. Daher hätten die Einwohner nach Art der Ameisen (gr. μύρμηκες mýrmēkes) den Boden ausgeschachtet, was Ihnen ihren Namen gab. Die Erde, welche Sie aus den Schächten holten, verteilten Sie auf dem kargen Boden und bestellten diese Flächen dann. Diese Insel wird in anderen Quellen Aegina genannt und wird dort wieder als Ausbildungsstätte für Krieger und Anhänger der Kriegsgottes beschrieben. Also nur eine Gruppe sehr widerstandfähiger Menschen, die durch harte Bedingungen und Entbehrungen zu harten Kriegern wurden oder doch ein eigenes Volk. Ein andere These besagt, dass sie ein südthessalische Volksstamm waren, des nach Myrmidon, König von Phthiotis benannt worden sei.

 


(Darstellung des Achilles in Rüstung der Myrmidonen)

Ihr Kampf

Ihr Kampf

 

Zu den Waffen, ihrer Taktik und ihrer Schlachtordnung kann man nur weniges sagen! Die Quellen wurden von Historikern vielfach unter die Lupe genommen und leider sind die Angaben oftmals lückenhaft bzw. widersprechen sich nach Ansicht der Militärgeschichte. Fakt ist wohl, dass es 5 "Schlachthaufen" von Myrmidonen gab, die von 5 "Unterführer" geführt wurden. Gesprochen wird dabei von einer Kampfgruppe. Eine solche Kampfgruppe ist eine Truppe unter einem bestehenden Kommando, deren Kampfweise oder Größenordnung der organisationsmäßigen Aufgabe des Kommandos nicht mehr entspricht, oder eine Truppe die unter einem eigens gebildeten Kommando zusammengefasst wird. Das Lager der Myrmidonen lag am äußerst linken Rand des Lagers, isoliert und abgekehrt von den anderen Kriegers. Diese Elitekämpfer erhielten sich so auch den Ruf der Unnahbaren. Kämpfen sollten diese Krieger in einer Hoplitenphalanx, doch sprechen viele Beschreibungen wieder dagegen, denn laut Homer marschierten Achilles und auch Patroklus vor dieser Phalanx, was untypisch ist. Genauso sollen die Myrmidonen, sobald sie Feindberührung hatten, ausgeschwärmt seien "wie Wespen" und den Einzelkampf gesucht haben. Einige Historiker sehen darin einen Widerspruch, andere Wissenschaftler gehen hier von einer Phalanx, aber nicht im traditionellen Sinne aus. Eine Phalanx, die aufgrund ihrer geringen Größe, einfach nicht die selbe Schlachtordnung und Kampfweise annehmen konnte, wie andere griechische Schlachtreihen.
In der Schlacht um Troja, führten die Mymirdonen einen Stoß in die Flanke - zu einem Nahkampf kommt es offensichtlich nicht. Die Entscheidung wurde durch ein Zusammenrücken der Kräfte, welche nicht nur zur Sicherstellung der Überlegenheit beim Vorstoß sicherstellen sollte, sondern vor allem durch die kollektive Drohgebärde gegenüber dem Gegner erreicht. Das massive Auftreten, der Schlachtruf und die (nach der Legende) schwarzen Rüstungen bzw. ihr Ruf, haben eine Entscheidung für die Kampfgruppe gebracht.

Auch bei der Rüstung wird gestritten, denn die Myrmidonen wurden als schwer gepanzerte Elitetruppe beschrieben, die mit den besten Waffen vorn an der Front den Feind dahin metzelten. Doch konnten sich solche Rüstungen niemals der einfache Soldat leisten, nur die Edelmänner oder der Schiffsherr der damaligen Zeit war in der finanziellen Situation sich solch eine Ausrüstung zu leisten. Waren also alle Myrmidonen Edelleute? Unwahrscheinlich, doch auch nicht wirklich zu belegen, da über die damaligen Militärausrüstungen, gerade solch anscheinend nur kleinen Gruppen, sehr wenig bekannt ist.Der Film Troja von Roland Emmerich versucht sich an bestimmte Fakten dieser Art zu halten, doch legt er sie natürlich zum Vorteil des Films und seiner Wirkung aus. Gerade bei der Erstürmung des Strandes hat ein solch schneller "Wespengleicher" Vorstoß der Myrmidonen etwas reales und nachvollziehbares. Man überraschte, war schnell und konnte wichtige Punkte vor dem Eintreffen der Garde Trojas zu Pferde besetzen. Man kann viel darüber diskutieren, doch nachweisen lässt sich leider nichts, dafür nagt der Zahn der Zeit zu sehr an den Überlieferungen und Zeugnissen der damaligen Zeit

Legende ?

Legende oder Wahrheit

 

 

 


Es steht wohl unumstößlich fest, dass die Epen des Homer als Gedicht für eine Hörerschaft erfunden wurden und ihre Angaben zwar an die damalige Zeit angelehnt waren, doch der Illusion angehören. Viele Beschreibungen aus dem Krieg, der Landschaft und auch der Personen dort drin, sind an die Wirklichkeit angelehnt, doch in ihren Zusammenhängen und Beschreibungen so nicht geschehen sein können. Es ist was es ist, eine Legende über die einzig wahre Elitetruppe der Antike - angeführt vom glorreichen Helden und wahrhaftigen Krieger Achilles. Solche Krieger braucht eine Geschichte und ein Heer, denn Sie heben die Moral und erhalten den Glauben an die Helden eines Krieges.

Achills Leichenfeier

 

 

 

Achills Leichenfeier

Myrmidonen, Myrmidonen
Drohnenschwarm,
Wie ist uns wohl und warm.
Uns gehören Thronen, Kronen,
Dem Myrmidonen, Drohnenschwarm

Stürzt Achilles aus dem Hügel,
Schreit der Myrmidonentroß:
Springt und tanzt auf seinem Hügel!
Zwerge werden rießengroß
Myrmidonen.

Kochten wir für ihn die Brocken,
Krochen wir des Abfalls froh:
Hui, da liegt er! Zieht die Glocken;
Brennt, ihr Lampen, lichterloh.
Myrmidonen

Wollen schon Respekt einflößen
Den Soldaten. Marsch Voran!
Hudelt sie mit Rippenstößen,
Wie er uns so oft getan.
Myrmidonen

Du "Mironton Mirontaine"
Häng ein Schwert um deinen Talg,
Zeige deine Wauwauzähne
Und erschrecke jeden Balg
Myrmidonen

Geht, da liegt sein Rock, der weite,
Den die Kugeln respektirt,
Draus ein Dutzend unsere Breite
Fürstlich wird herausmontirt
Myrmidonen

Allzulang, zu schwer - wir spüren
Seine KRaft - ist uns sein Stab;
Seine Peitsche laßt uns führen;
Zieht, ihr Völker, Trott und Trab
Myrmidonen

Schwatzt ein Hektor da von Schande
Und des Feindes Uebermacht?
Schweigt doch nur vom Vaterlande,
Der Kongreß nimmt uns in Acht
Myrmidonen

Weg mit des Gesetzes Strenge,
Jedem Baume, der uns hält:
Und nach unsres Armes Länge
Wessen wir die ganze Welt.
Myrmidonen

Von Achill, dem großen Helden,
Singt ein epscher Verseschmied;
Aber unsern Ruhm vermelden
Wird ein stattlich Waffenlied
Myrmidonen

Nur so eine dumme, platte
Angst befällt uns oft geschwind:
Gott, das ist Achilles Schatte!
Nein, es ist ja nur ein Rind!

(Aus: Beranger's Sämmtliche Werke - Deutsch von Ludwig Seeger, Stuttgard 1859)