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War Ace Campaign  Patch 5.2

War Ace Campaign Patch 5.2

Dieser Patch korrigiert diverse Fehler aus Version 5.0 oder 5.01 und korrigiert die Dateistruktur vieler Einheiten, welche möglicherweise unregelmäßige CTDs beim Spielen oder Laden verursachen.
DAW - Der andere Weg 19-01

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Folgende Änderungen bzw. Zusätze zur bisherigen Version (DAW 18-02) sind enthalten: Darstellung von Meeresfeldern Die Meerestiles haben (auch für die ersten 3 Kampagnen) ein neues Grafikmuste
Amulet Mod Version 3.0

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Der Amulet Mod 3.0 ist für das PC-Spiel Panzer Corps Wehrmacht. Es ist der zur Zeit tiefgreifendste und umfangreichste Mod für deutsche Einheiten. Hier kurz die Merkmale: 77 neue Einheiten; 50
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Endlich ist Version 1.1 live. Der erste Teil der russischen Kampagne ist verfügbar, außerdem sind viele Balance-, grafische und andere Verbesserungen implementiert worden. Da hat Akkula wieder gan
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TRP 1.04 ist eine Zusammenfassung der vielen kleineren Ideen, die wir zu unserer Mod hatten. Wir veröffentlichen sie nun auf Basis der neuen HoI 2 Darkest Hour-Version 1.05.
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Im 3. Teil der US-Kampagne "Nach den schwarzen Tränen der Arizona", geht es als erstes um die Befreiung der Philippinen. Hierbei werden Sie von einem lokalen Helden tatkräftig unterstützt. Die aus
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Eine erhoffte Fortzetzung des War Ace Campaign Großmod für das Spiel Silent Hunter 3 wurde von HanSolo nach mehr als 2 Jahren intensiver Entwicklungszeit vollendet.
DAW - Der andere Weg 17-09

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Folgende Änderungen bzw. Zusätze zur Version DAW 17-04 sind enthalten: Englische Texte DAW Kompendium + Credits, Install-Datei, sowie alle Briefingsdateien und Texte innerhalb der Kampagnen sin
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Ein Mod des Users IronCross für das Spiel Panzer War in Europe. Es wurden vorhandene Grafiken berichtigt und einige Grafiken hinzugefügt. Es wurde noch weitere Änderungen vorgenommen. Die detaill
Italienische Kampagne 2 V1.91 Part 1

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Kampagne, kritische Fehler in Griechenland-1 Szenario berichtigt    

Das Thema

Grenztruppen der DDR

 

 

 

Dienste gegen den imperialistischen Feind
im Schutz der Interessen aller Völker, dem Sozialismus und dem Frieden!

Einleitung

Einleitung

 

Bereits Ende November des Jahres 1946 stellten die Landespolizeibehörden bzw. Innenministerien der fünf Länder der sowjetischen Besatzungszone die ersten Grenzpolizeieinheiten auf. Sie waren ihnen administrativ unterstellt. Dabei sah die Aufstellung wie folgt aus:

 


 
Aufstellung der DDR Grenztruppen
 
Peter Fechter verblutet auf dem Todesstreifen, 17. August 1962.
 
Thüringen:
Grenzpolizei als Schutzpolizei-
Sonderkommando direkt dem
Landespolizeiamt Sachsen unterstellt
Mecklenburg:
Kreispolizeiämter erfüllten Aufgaben
der Grenzpolizei
Sachsen-Anhalt:
Bezirkspolizeipräsident (Magdeburg)
führte die Dienstaufsicht über die Grenzpolizei
Brandenburg:
Bezirkspolizeichef (Eberswalde) führte
kommissarisch die Dienstaufsicht
 
Stärke, Struktur und Bezeichnung der Führungsorgane
und Einheiten sind in den Ländern unterschiedlich.
Bewaffnung und Bekleidung sind unvollständig.
Die Grenzpolizei wird mit Karabinern und Pistolen
ausgerüstet.
Stärke:
2.543 Mann
Einsatzgebiet:
2.236 km Landgrenze
 
(an der Ostseeküste wurden vorerst keine deutschen
Grenzpolizeikräfte eingesetzt)

 

 

 

Am 1. Dezember 1946 nehmen die gebildeten Grenzpolizeikräfte, an der Seite sowjetischer Einheiten, ihren Dienst auf. Dieses Datum wird später (1976) als der Gründungstag der Grenztruppen der DDR festgelegt. Die Aktenlage spricht zwischen dem 1. Juni 1948 und dem 1. Juli 1949 von massiven Einsatz der neu aufgestellten Grenzpolizei. So wurden durch die Grenzpolizei 214 Spione und Saboteure, 2.418 andere kriminelle Verbrecher, 668 Großschieber und 2.115 Schmuggler festgenommen. Der Schmuggel war dabei das größte Problem dieser Nachkriegszeit, wobei die wirtschaftlichen Unterschiede zwischen der sowjetisch besetzen Zone und den Westzonen der ausschlaggebende Grund war. Man stellte vor allem, neben großen Mengen Lebensmitteln und Gebrauchswaren aller Art, 73 Maschinen und 1.313 Fahrzeuge sicher. Der Verkehr zwischen den Zonengrenzen floss weiter, wie als gebe es diese Grenzen gar nicht. Die Zahlen von 226.300 von insgesamt 228.947 festgenommener Grenzverletzer, allein im zweiten Halbjahr 1948, wurden an der Demarkationslinie innerhalb Deutschlands aufgegriffen. An der Grenze zu Polen wollten dagegen nur etwa 900 und rund 1.800 an der Grenze zur ČSSR die Grenze überqueren. Im ersten Halbjahr 1949 lag so der Schwerpunkt der Grenzverletzungen eindeutiger an der Demarkationslinie.
Am 7. Januar 1950 übernimmt die Grenzpolizei der DDR zudem den Schutz der Seegrenze der DDR mit in ihr Aufgabengebiet auf. So werden nun auch die Küste, die Dreimeilenzone als auch die Hafeneinfahrten von deutschen Einheiten überwacht. Die Grenzsicherung der DDR nimmt somit erstmal Gestalt an und die geringen Kräfte der Transportpolizei und Wasserschutzpolizei werden maßgeblich geschützt. Wichtig dabei ist, dass immer sowjetische Offiziere im Hintergrund fungierten, dass bei Gefahr einer Konfrontation mit den westlichen Besatzungsmächten immer die Rote Armee zur Stelle gewesen wäre.

 

 

 

Aufgaben der Grenzpolizei


Die Grenzpolizeieinheiten hatten gemäß den Weisungen der Organe der sowjetischen Militäradministration und gemeinsam mit sowjetischen Truppen die Grenzen der sowjetischen Besatzungszone, insbesondere die Demarkationslinie, zu überwachen. Sie mussten Ordnung in den Grenzverkehr bringen und ein illegales Überschreiten der Grenzlinien verhindern. Ein Schwerpunkt war der Kampf gegen Schwarzhandel großen Stils. Nicht zuletzt galt es, das Bandenunwesen zu bekämpfen, nach Kriegs- und Naziverbrechern sowie illegalen faschistischen und militaristischen Gruppen und sonstigen Rechtsbrechern zu fahnden und deren Flucht in die Westzonen zu verhindern.

Aufbau

Aufbau der Grenzsicherung

 

Schon bereits am 25. August 1952 wurden die ersten 543 freiwilligen Helfer der Grenzpolizei im Streifen- und Beobachtungsdienst zur Unterstützung der grenzsichernden Einheiten eingesetzt. Die Bereitschaft der Grenzeinheiten steigt zunehmend. Dazu erscheint am 10. April 1953 der „Der Grenzpolizist“ in den Auslagen der Zeitschriftenhändler, als Organ der Hauptverwaltung der Deutsche Grenzpolizei. Ab Herbst 1961 wird die Zeitung dem neuen Namen angepasst und hieß ab dann die Wochenzeitung „Der Grenzsoldat“. Sie wurde aber am 21. Juni 1962 eingestellt. Das Erscheinen schien wohl nicht weiter förderlich für den Staat, seine Organe und vor allem den Grenztruppen. Im Interesse der Politik "Deutsche an einen Tisch", die bis 1955 für die DDR bestimmend bzw. Leitlinie war, wurde der Begriff Staatsgrenze noch nicht verwendet. Dafür wurde "Westgrenze", "Grenze zur Bundesrepublik" und auch "Demarkationslinie" verwendet. Noch bis 1974 war in der Verfassung der DDR der Wiedervereinigungswille noch fest verankert, erst zu diesem Zeitpunkt wurde dies gestrichen. Bis 1955 bzw. 1961 sollte, bzw. wurde die (innerdeutsche) Grenze herunter gespielt.

 

 

 


 
Staatsgrenze der DDR
 
2.820 Kilometer insgesamt lang
310 Kilometer vor der Küste der DDR
450 Kilometer Länge mit der Volksrepublik Polen
460 Kilometer mit der tschechoslowakischen
sozialistischen Republik
 
 
Grenzanlage zwischen der BR Deutschland und der DDR
 
1.440 Kilometer lang ist die Staatsgrenze der DDR
zur BRD
160 Kilometern lang gegenüber Westberlin

 

 

 

Den militärischen Kommandeuren der Grenztruppen waren vor allem die Siedlungen, historische Gebäude und andere Bauten ein Dorn im Auge. Vor allem Brücken und mögliche Verstecke waren ein "Hindernis" für die neue Grenze. Die Burgen und Schlösser, ungünstig gelegen, waren unsichere Punkte im Grenzstreifen und werden deshalb von den DDR-Machthabern als Symbole des (preußischen) Militarismus verklärt und als teure Instandhaltungsobjekte verurteilt.
So traf es auch Schloss Keudelstein. Dieses kleine Fachwerk-Schloss Keudelstein, gelegen am südwestlichen Rand des Eichsfeldes, hat seine Historie in der deutschen Geschichte in einem geteilten Deutschland beenden müssen. So wurde seine Lage an der Zonengrenze zum Verhängnis für sein Jahrhunderte währendes Bestehen. Die DDR-Führung fürchtete, dass sich hier Flüchtlinge verstecken könnten und ließ die Anlage vollständig abtragen. Dabei gehörte dieses Bauwerk zum Vermächtnis des Erzbischof von Mainz, der hier Anfang des 14. Jahrhundert auf einer Bergkuppe eine Burg errichten lassen. Desweiteren bestand das Gemäuer und seine dazugehörigen Anlagen zu dem sagenumwobene Stammhaus der Familie Keudel. Dazu gehören das im 17. Jahrhundert von den Keudels erbauten Schloss Keudelstein und der Gutshof. So verschwand im Zuge der Grenzziehung ein Zeugnis deutscher Geschichte und fiel der Teilung zum Opfer.

 

 

 

Werbebroschüre der Grenztruppen

 

Seite 2-12 / 13-22 / 23-34

 

In Übereinstimmung mit dem Staatsvertrag zwischen der DDR und der UdSSR (1. Dezember 1955) übernahm die DGP die alleinige Bewachung und Kontrolle der Staatsgrenze der DDR und am Außenring von Groß-Berlin sowie auf den Verbindungswegen zwischen BRD und Westberlin. Kontrolle von Truppen der westlichen Alliierten bleibt in der Verantwortung der sowjetischen Truppen. Der Rote Armee übergab somit die Verantwortung und Gewalt über die Grenze der DDR. Somit war ein Konfrontationspunkt (siehe Berlin Krise) des Kalten Krieges vorerst "ausgeschaltet".
Danach musste der Abzug der sowjetischen Kräfte kompensiert werden. So wurden von November 1957 bis Mai 1958 die Grenztruppen verstärkt, u.a. durch eine verstärkte Teilnahme von Bürgern im Grenzgebiet an der Grenzsicherung. Von November 1957 bis Mai 1958 konnte die Zahl der Grenzpolizeihelfer fast verdoppelt werden und ab Juni 1957 wurden in der Tiefe des Grenzgebietes auch Helfergruppen gebildet.
Es folgten demzufolge auch die ersten Auszeichnungen und Würdigungen dieser Leistungen. Im Jahre 1958 wurden erstmals 58 Grenzpolizeihelfer mit der Medaille "Für vorbildlichen Grenzdienst" ausgezeichnet. Die Wirksamkeit der engeren Zusammenarbeit mit der Grenzbevölkerung bei der Grenzsicherung zeigte Wirkung. Ein hoher Prozentsatz (bis zu
50 Prozent) aller gestellten Grenzverletzer wurde durch den Beitrag der Bevölkerung gestellt.


 

Schaschlik Zubereitung im Beobachtungsturm


Eine leckere Sache war immer Schaschlik auf den B-Turm machen. Also von zu Hause mit dem Paket Knacker schicken lassen, die Äpfel gab es meist auf der Kompanie und eine Zwiebel beim Küchenbullen besorgen. Auf dem B-Turm alles in Stücke schneiden und dann auf den zuvor vom Waffenöl gesäuberten Waffen-Reinigungsstab der MPI auffädeln. Auf jeden Turm war ja ein Handfeger u. eine Kehreschaufel. Das Butterbrot in welchen die Pausenbrote eingepackt waren, wurde zerknüllt auf die Schaufel gelegt und angezündet. Jetzt musste man sehen, da das Papier ja nicht lange brannte, dass das Fett der Knacker schnell anfing, sich zu verflüssigen und somit das Feuer weiter unterhielt, bis das Schaschlik die gewünschte Bräune hatte. Die Rauchentwicklung war relativ gering, allerdings mussten die Fenster geöffnet werden.

Erfahrungsbericht eines ehemaligen Grenzers

 

Das Problem, wenn nur einer einschlief: Er konnte vom anderen "angeschissen" werden (von schlimmeren Dingen abgesehen). Das Problem, wenn beide einschliefen: Sie konnten Meldezeiten verschlafen oder von Kontrollstreifen "aufgeklatscht" werden. Für uns Offiziere gab es übrigens ein großes Problem. Aufgrund der Dienstbelastung waren auch wir permanent übermüdet. Wenn Du als Kommandeur Grenzsicherung auf der Führungsstelle geführt hast, dann immer die Nachtschicht (22:00 - 06:00 Uhr). Nachts zwischen 02:00 und 03:00 Uhr war es am schlimmsten. Keine Anrufe, kaum Meldungen über das Grenzmeldenetz, der Wald war auch zur Ruhe gekommen und um dich herum das leise, rhythmische Klicken und Ticken der Signalanlagen. Wehe du bist auch nur eingenickt. Es gab nichts Schlimmeres als wenn ein Soldat, der mit dir als Posten auf der Führungsstelle war und dann erzählte, dass Du als Offizier draußen schläfst. Die sich aus dem Widerspruch von Schlafbedürfnis und dieser Erkenntnis ergebende "dynamische Sitzhaltung" wurde bei uns als "Figurenwerfen" bezeichnet. Nach vorne sinken - nach hinten hochzucken ... nach der Seite sinken - nach der anderen Seite hochzucken ... usw. usf. Wenn es ganz schlimm wurde, schickte man mal den Posten eine Weile zur Beobachtung auf's Dach. Das war aber nur, damit das "herumgezucke" nicht allzu peinlich wurde.

Erfahrungsbericht eines ehemaligen Grenzers

 

 

 

"[...] die Grenztruppen der Deutschen Demokratischen Republik (nachfolgend Grenztruppen der DDR genannt) [...] alle erforderlichen Maßnahmen zum zuverlässigen Schutz der Staatsgrenze zu treffen und im engen Zusammenwirken mit den anderen Schutz - und Sicherheitsorganen die territoriale Integrität der Deutschen Demokratischen Republik und die Unverletzlichkeit ihrer Staatsgrenze einschließlich ihres Luftraumes und der Territorialgewässer zu gewährleisten."

"Dienste im Schutz der Interessen aller Völker, dem Sozialismus und dem Frieden, wenn sie dem imperialistischen Feind von der Lübecker Bucht bis zur Plauener Pforte die Grenzen seiner Macht zeigten."

Grenztruppen

Grenztruppen und das Ministerium für Staatssicherheit


 

Die Angehörigen des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) arbeiteten vor allem mit den Kommandeuren der Grenztruppen in verschiedener Hinsicht zusammen.
In den Grenztruppen waren die Mitarbeiter der „Verwaltung 2000“ - der Hauptabteilung I des MfS – Abwehr tätig. (Die Bezeichnung „Verwaltung 2000“ war aus den Zeiten der Kasernierten Volkspolizei (KVP) erhalten geblieben, als die Stabseinheiten mit einem Zifferncode bezeichnet wurden und die Abwehroffiziere als Verbindungsoffiziere <VO> bezeichnet wurden..)
Dabei haben es die Mitarbeiter der Abwehr auf die subversiven Aktivitäten, wie Spionage, Diversion, Sabotage, Terror und anderer Gewalttaten, die Verhinderung des Verrats geheim zu halten der militärischer Informationen abgesehen. Auch die Verhinderung von Fahnenfluchten lag in ihrem Verantwortungsbereich. Daneben sollten Angriffe auf die Staatsgrenze der DDR, Grenzprovokationen und andere Aktivitäten gegen die Grenzsicherung aufgeklärt werden.
Ein wichtiger Aspekt hierbei war die Beratung und Informationsaufbereitung für die Kommandeure. Sie sollte über die Lage im westlichen Vorfeld informiert werden.
Ein ständiges enges Zusammenwirken kann mit den Passkontrolleinheiten (PKE) festgestellt werden. Ein direkter Einsatz von offiziellen Mitarbeitern der Verwaltung 2000 fand nur in Ausnahmesituationen statt. Sie fungierten bei schweren Grenzzwischenfällen vor allem als Untersuchungsorgane des MfS.

 

Grenztruppen und die deutsche Volkspolizei

 

Zwischen den Grenztruppen und der Volkspolizei erfolgte vor allem im Grenzgebiet, außerhalb des Schutzstreifens ein enge Zusammenarbeit. Mögliche "Republikflüchtlinge" sollten so frühzeitig "überführt" werden.
An den Zufahrtswegen zum Grenzgebiet waren VP-Gruppenposten / Grenze eingerichtet, die die Ein- und Ausreise im Grenzgebiet kontrollierten. Die Ein- und Ausreise aus dem Schutzgebiet erfolgte aber grundsätzlich durch Angehörige der Grenztruppen der DDR. Der Schutzstreifen liegt eindeutig und unbestritten im Verantwortungsbereich der Grenztruppen.

 

 

Ausrüstung

Ausrüstung



Die Ausrüstung des "Kommando Grenze" der NVA bestand damals aus der verschiedensten leichten und schweren Waffen. Die schweren Waffen waren u.a. T34-Panzer, Schützenpanzer des Typs BTR 152 oder Granatwerfer der Kaliber 81 mm und 120 mm. Im Jahre 1961 begann auch sogleich das Kommando Grenze mit der Verminung der Grenzanlagen. Das hieß bis 1984 wurden 1,3 Millionen Minen verlegt, damit gehört die innerdeutsche Grenze zu den meist verminten Bereichen in der Welt. Ab 1964 wurden zusätzlich Kraftfahrzeug Sperrgräben errichtet und die Wachtürme aus Holz durch solche aus Beton ersetzt. Dabei entstanden natürlich Probleme bei den internationalen Richtlinien. Vor allem waren dabei die Wiener Verhandlungen ein Problem. Dabei sollten die Grenzanlagen und Grenztruppen nicht zum Gegenstand über die gegenseitige Reduzierung der Streitkräfte und Rüstungen in Mitteleuropa werden. Aus diesem Grund wurden die Einheiten 1974 wieder aus der NVA ausgegliedert und als Grenztruppen der DDR geführt.
Ab 1975 begannen die Grenztruppen mit der Installation von Selbstschussanlagen am Metallgitterzaun und ab dem 1. Mai 1982 wurde das "Gesetz über die Staatsgrenze der DDR" bzw. den Waffeneinsatz gegen Grenzverletzer legalisiert. Inklusive der Selbstschussanlagen, verschiedenen Sperrzonen und anderen ausgeklügelten Mechanismen wurden die "Befestigungen" materiell und auch rechtlich perfektioniert.

Die landgebunden operierenden Grenzsicherungskräfte der DDR waren im Wesentlichen infanteristisch ausgerüstet. Die Bewaffnung bestand aus Pistolen, Karabinern, Maschinenpistolen, Maschinengewehren und Panzerbüchsen.
 

 

 


 
Fahrzeuge
PKWs:
Trabant 601 Kübel /
UAZ / P3
sowie verschiedene
leichte, mittlere und schwere LKWs
(z.B. Robur LO, IFA W50A/L60A)
Kräder und Mopeds:
MZ 250 gl /
ETZ 250 A /
S50 /
S51e
Enduro.
Waffen:
120 mm Granatwerfer /
automatische Granatwerfer AGS 17 /
rückstoßfreie schwere Panzerbüchsen SPG 9 /
Flammenwerfer (Einheiten ab Regimentsebene)
Schwere Waffen:
Flug- und Panzerabwehrgeschütze (50er - 60er Jahre)
Feldhaubitzen und Kanonen (bis 1985)
Divisionskanone D-44 85mm / Kanone M46 - 130mm /
Haubitze 38 122mm / Haubitze D30 122mm (bis 1985)
Geschosswerfer BM 21/ Geschosswerfer RM70
Minenverlegung und zur Minenräumung
(Pioniereinheiten)

 

Durch den Befehl 49/90 vom 21. September 1990 wurde die Auflösung der Grenztruppen der DDR angeordnet. Am 3. Oktober 1990 trat die DDR der Bundesrepublik Deutschland bei. Die Ausrüstung der Grenztruppen wurde in bestimmten Teilen übernommen.

Die Jahre 1958-60 stellten die größten Herausforderungen an die Grenztruppen. Das sogenannte "Ausbluten" der DDR, die Flucht von ausgebildeten Fachkräften, hatte begonnen. Die Angehörigen der Grenzpolizei waren im erhöhten Maße dazu aufgefordert, dass Frieden und Sicherheit an der Staatsgrenze gegen eine ständig zunehmende Provokationstätigkeit garantiert werden mussten. Doch darf man hier nicht nur von den Fluchten bzw. Ausreisen sprechen, sondern auch die "Provokationen" von BRD Bürgern erwähnen.

 


 
1958
804 Provokationen
(vom Gebiet der BRD aus
gegen die Staatsgrenze der DDR
und ihrer Sicherungskräfte)
 
1959
1.425
 
1960 (erstes Quartal)
500 Fälle

(Unter anderem drangen motorisierte Kräfte des

Bundesgrenzschutzes am 21. August 1959 bei Klettenberg

in das Gebiet der DDR ein und zerstörten

Grenzsicherungsanlagen. Dabei beruhen diese Zahlen und

Bericht auf den Akten der DDR bzw. Grenztruppen, sind

also mit Vorbehalt zu behandeln.)

Alltag und Ausbildung

Alltag und Wirken der Grenzer

 

Ende 1972 wurden die Grenztruppen der NVA in die Grenztruppen der DDR umbenannt. Dieser Schritt erfolgte im Zusammenhang mit den Wiener Verhandlungen über Truppenreduzierung. Bei dem Abschnitt Ausrüstung schon einmal angeführt, wird damit eindeutig geklärt, dass die Grenztruppen keine Teilstreitkraft der NVA sind und auch nicht zu den Vereinten Streitkräften der Staaten des Warschauer Vertrages gehöre.
Die Grenztruppen bleiben trotzdem in ihren Strukturen unverändert und bleiben weiter der MfNV unterstellt. Die Änderung bezog sich allein auf die offizielle Bezeichnung, die Truppenfahnen, die Bezeichnung der Kasernen unter Beibehaltung verliehener Ehrennamen, die Kennzeichnung der Kfz-Technik und die Staatsembleme an der Technik erhalten eine grüne Umrandung.

 

 

 


 
Kommandeure der Grenztruppen
1952 Richard Smolorz
1952–1955 Hermann Gartmann
1955–1957 Heinrich Stock
1957 Hermann Gartmann
1957–1960 Paul Ludwig
1960–1979 Generaloberst Erich Peter
1979–1990 Generaloberst Klaus-Dieter Baumgarten

(Auf Beschluss des Nationalen Verteidigungsrates der

DDR (NVR) von Juni 1989 wurden die Grenztruppen bis zum

30. November 1989 neu formiert. Mit der

Umstrukturierung wurde die Anzahl der Führungsorgane

von 50 auf 24 reduziert und der Personalbestand um ca.

17 Prozent verringert.)
 
Chefs des Stabes der Grenztruppen
01. Januar 1990 - 30. September 1990 Generalmajor

Dieter Teichmann als Chef GT/Chef Grenzsicherung

30. September 1990 - 02. Oktober 1990 Oberst Jürgen

Hörnlein

(Ab 1990 Grenztruppen nur noch obligatorisch mit

Führung besetzt)

 

 

 

Am 4. Februar 1974 schien die Mauer und die innerdeutsche Grenze sicher bzw. undurchdringlich, besonders für die DDR Bürger. So wurden die Grenztruppen für ihre Leistungen gewürdigt bzw. vom Minister für Nationale Verteidigung ausgezeichnet. Für seiner hervorragende Leistungen im sozialistischen Wettbewerb gehörten dazu, die Grenztruppen der DDR ausgezeichnet mit dem Karl-Marx-Orden / die OHS „Rosa Luxemburg“ mit dem Vaterländischen Verdienstorden in Gold / der CGT Generalleutnant Erich Peter mit dem Scharnhorst-Orden / dem GR-25, Oschersleben, wurde der Orden „Banner der Arbeit“ verliehen.

 


 
Abkürzungen
GT
Grenztruppen
GR
Grenzregiment
GK
Grenzkompanie
GAR
Grenzausbildungsregiment

 

 

 

Der 1. Dezember 1976 wurde auf Vorschlag des STMCGT Generalleutnant Erich Peter, mit tatkräftiger Unterstützung des MfNV, zum Ehrentag der Grenztruppen der DDR erklärt. So wurde dieser Tag als „30. Jahrestag der Grenztruppen der DDR“ mit einer Festveranstaltung in der „Volksbühne“ in Berlin gewürdigt. Aus diesem Anlass wurde auch der Ärmelstreifen „GRENZTRUPPEN DER DDR“ eingeführt. Den Grenztruppen wurde der Vaterländische Verdienstorden in Gold verliehen, damit wurde auch der CGT ausgezeichnet. Den Kampforden in Gold erhielten die GR „Martin Schwantes“, „Herbert Warnke“ sowie die Grenzbrigade Küste.
Die Grenze wurde gelobt und die Erfüllung ihrer Aufgabe als Säule der Stabilität der DDR gefeiert. Wie steht damit der Befehl vom 22. Juni 1984 in Bezug, der besagt, dass nach Abstimmung mit dem Generalstab der Sowjetarmee durch Generaloberst Streletz in Moskau, Teile der Sicherungsanlagen demontiert werden sollte. War man sich so sicher?
Der Minister für Nationale Verteidigung, Armeegeneral Heinz Hoffmann, erteilte den Befehl 61/84 zum Abbau der Sperranlage 501 (SM-70) an der Staatsgrenze zur BRD bis zum 20. Dezember 1984 und zur Räumung der Erdminensperren bis zum 31. Juli 1985, nicht aus Gründen der Überheblichkeit. Der wahre Grund dieser Abbau waren auch nicht internationaler Proteste bzw. die Erfüllung eines internationalen Vertrages, sondern der Vorschlag der DDR-Regierung. Ein ausschlaggebender Punkt war sicherlich gewesen, dass es auch bei den Angehörigen der Grenztruppen der DDR Tote und Verletzte gegeben hat. Zu unsicher und zu stark frequentiert waren die Anlagen, sodass Unfälle unvermeidlich waren.

 


 
Gesamtstärke der Grenztruppen inklusive der

Rückwärtigen Dienste(1989):
47.000 Mann
 
Sitz des Kommandos der Grenztruppen:
Pätz bei Berlin
Grenzkommando Mitte (Berliner Mauer), Berlin-Karlshorst
 
Kommandeur 1979–1990:
Erich Wöllner
 
Grenzkommando Nord, Stendal
Grenzkommando Süd, Erfurt
6. Grenzbrigade Küste, Rostock (integriert in Volksmarine der NVA)
Grenzabschnittskommando Polen, Frankfurt (Oder)
Grenzabschnittskommando ČSSR, Pirna
 

 

Ausbildung

 

 

Die Offiziershochschule der Grenztruppen, eine der modernsten ihrer Art damals in Europa, befand sich in Suhl. Die Ausbildung der Grenztruppen fand ansonsten, auch für die Mannschafts- wie höhere Dienstgrade in den eigenen Kasernen und eigenen Übungsplätzen statt. Auch hier bewiesen sich die Eigenständigkeit und der Sonderstatus dieses militärischen Teils des DDR-Systems.

 

 

Das Ende

Die Grenze fällt ohne einen Schuss ...

 

 

 

In den Jahren 1980 bis 1988 wurden vom Territorium der BRD und Westberlin folgende schwerwiegende Provokationen gegen die Staatsgrenze der DDR unternommen. Dabei wurden die Kennzeichnung und Markierung der Staatsgrenze, die Grenzsicherungsanlagen und auch Angehörigen der Grenztruppen in Mitleidenschaft gezogen. In den Aktenaussagen der DDR wird oft von diesen Verletzungen gesprochen und es werden auch Tote unter den Grenzern gezählt, doch muss man und darf man unter diesem Aspekt nicht die vielen Mauertoten unter den Bürgern der DDR vergessen. Weit über tausend Flüchtlinge starben in den Grenzanlagen oder im Kugelhagel der Grenzer.
Neben den 852 zerstörten bzw. beschädigten Grenzzeichen, den 329 Fällen, bei denen Grenzsicherungsanlagen auf dem Territorium der DDR zerstört und mitunter auch gesprengt wurden, sind nur ein Teil der Geschichte. Auch die 209 der Bedrohung oder auch Beschießens von Grenzposten oder die 98 Luftraumverletzungen gehörten zu den Risiken der Grenztruppen in den letzten Jahren der Mauer. Sie taten ihre Aufgabe im Namen des Staates, doch beschützten sie ihn nicht vor seinen Gegnern, sondern vor seinen eigenen Bürgern. Hier ist natürlich Vorsicht geboten und die Interpretierung dieser Daten und Fakten lege ich in die fähigeren Hände von Historikern.

 

 

 


 
Führungsorgane an der innerdeutschen Grenze
8 Grenzkommandos
6 Grenzbezirkskommandos,
11 Grenzregimentern,
4 Grenzausbildungsregimentern und
33 Grenzbataillonen
16 Grenzkreiskommandos
2 Grenzausbildungszentren

Unteroffiziersschule der Grenztruppen der DDR

„Egon Schultz“, die sich in Perleberg

(Diensthundeführer-Ausbildung in Wilhelmshorst
Offiziershochschule der Grenztruppen „Rosa

Luxemburg“ die sich in Suhl befand (bis Mitte 1985 in Plauen)

 

Am 9. November 1989 kam es zu einer unvorbereitete Grenzöffnung im Ergebnis der Erklärung von Schabowski bei der Pressekonferenz, dass Grenzübertritte ab sofort – unverzüglich – möglich sind. Der Kommandant und der Leiter PKE der GÜST Bornholmer Straße öffnen gegen 23.00 Uhr die GÜST nach Westberlin. Es mag scheinen, dass der Druck der Massen die Ursache dafür war, aber die Ursachen liegen vor allem in der Kopflosigkeit der Führung des Staates und somit auch der Grenzer. Es ist der Besonnenheit der Bürger wie der Grenzer zu verdanken, dass die hier ein sinnloses Blutvergießen verhindert werden konnte. Die anderen Berliner Grenzübergangsstellen folgen dem Beispiel Bornholmer Straße in kurzen zeitlichen Abständen.
Am 30. September 1990 erfolgte im gleichem Zuge die Auflösung der NVA und des Grenzschutzes der DDR. Die Angehörigen der Grenzpolizei, der Grenzpolizei der DDR, der Deutschen Grenzpolizei, der Grenztruppen der NVA, der Grenztruppen der DDR und des Grenzschutzes der DDR wurden ihren Aufgaben entbunden.
Viele Berufssoldaten, vor allem des Grenzschutzes der DDR, beenden ihren aktiven Dienst, da sie es "mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren können, bei ihren ehemaligen Feinden in den Dienst zu treten".

 

 


Weiterführende Literaturtipps:

Klaus-Dieter-Baumgarten, Peter Freitag (Hrsg.); "Die Grenzen der DDR" Geschichte, Fakten, Hintergründe, Das Neue Berlin Verlagsgesellschaft mbH, ISBN 3-360-01064-7
Klaus-Dieter Baumgarten, "Erinnerungen" - Autobiografie des Chefs der Grenztruppen der DDR, Verlag das Neue Berlin, ISBN 978-3-360-01095-7
Horst Jüttner, "Grenzalarm", Erinnerungen ehemaliger Grenzsoldaten, Verlag am park in der Edition ost LtD., ISBN 13: 978-3-89793-132-9
Justus von Denkmann, "Eine endlose Geschichte - DIE MAUER", SPOTLESS Verlag Berlin
Kurt Frotscher, "Grenzdienst im Kalten Krieg", GNN Verlag, ISBN 3 - 89819 - 080 - 3
Hans-Dieter Behrendt, "Guten Tag, Passkontrolle der DDR", GNN Verlag, ISBN 978-3-89819-243-9
Wolfgang Grandhagen, "Von der Grenzpolizei zu den Grenztruppen der DDR", Berlin 2004
Dietmar Schultke, "Keiner kommt durch - Die Geschichte der innerdeutschen Grenze 1945 - 2990", Aufbau Taschenbuch Verlag, ISBN 3-7466-8041-7

Quellen

Dirk A. Walckhoff, Der 13. August 1961 in der Traditionsarbeit der Grenztruppen der DDR, LIT 1996.

http://www.grenztruppen-der-ddr.de/ (Letzter Zugriff 01.02.2010)
http://de.wikipedia.org/wiki/Grenztruppen_der_DDR (Letzter Zugriff 01.02.2010)
http://www.forum-ddr-grenze.de/t70f2-Di ... r-DDR.html (Letzter Zugriff 01.02.2010)
http://grenztruppen-der-ddr.org/ (Letzter Zugriff 01.02.2010)
http://www.ddr-wissen.de/wiki/ddr.pl?Grenztruppen (Letzter Zugriff 01.02.2010)
http://www.nva-fallschirmjaeger.de/foru ... ?boardid=1 (Letzter Zugriff 01.02.2010)
http://www.panzerbaer.de/helper/nva_grenztrp_fz-a.htm (Letzter Zugriff 01.02.2010)
http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Gr ... r_DDR.html (Letzter Zugriff 01.02.2010)
http://innerdeutsche-grenze.info/info/i ... enztruppen (Letzter Zugriff 01.02.2010)
http://www.wolfgangroehl.de/Grenztruppe ... ruppen.htm (Letzter Zugriff 01.02.2010)
http://www.chronik-der-mauer.de/index.p ... m/3/page/0 (Letzter Zugriff 01.02.2010)
http://www.ostzone24.de/index.php?sel=mauerprop (Letzter Zugriff 01.02.2010)
http://burgerbe.wordpress.com/2008/05/1 ... rissbirne/ (Letzter Zugriff 01.02.2010)



Autor: Freiherr von Woye

 

Das Thema

Die NVA
Die Nationale Volksarmee der
Deutschen Demokratischen Republik

 

 

 

"Der Schutz des Friedens und des sozialistischen Vaterlandes und seiner Errungenschaften
ist Recht und Ehrenpflicht der Bürger der Deutschen Demokratischen Republik.
Jeder Bürger ist zum Dienst und zu Leistungen für die Verteidigung der Deutschen Demokratischen Republik
entsprechend dem Gesetz verpflichtet."

 

 

 

Wappen der NVA

 

Die Nationale Volksarmee (NVA) war von 1956 - 1990 die Armee der DDR.

 

 

 

Dienstflagge der NVA

Enstehung

Entstehung



Die Gründung der NVA vollzog sich am 1. März 1956, kurz nach der Gründung der Bundeswehr. Es war der Schlusspunkt einer Entwicklung, die 1952 mit der Proklamation der "Nationalen Streitkräfte" begonnen hatte. In deren Verlauf wurden vor allem die Kasernierte Volkspolizei (KVP) sowie die Grundstrukturen einer Militärorganisation aufgebaut. Dieser Aufbau vollzog sich ab 1955 im Rahmen des Warschauer Vertrages und unter Anleitung der Sowjetunion.

Dabei wurde, wie auch bei der Bundeswehr, auf ehemalige Angehörige der Wehrmacht zurückgegriffen. Der bekannteste ehemalige Wehrmachtsgeneral, der auch in der NVA diente, war Vincenz Müller. Mitte 1956 waren im 17.500 Mann starken Offiziersbestand der NVA ca. 2.600 ehemalige Mannschafts- und ca. 1.600 Unteroffiziersdienstgrade sowie knapp 500 Offiziere der Wehrmacht integriert. Die ehemaligen Offiziere kamen vorwiegend im Ministerium, an Schulen und in Kommandostellen der Teilstreitkräfte und Militärbezirke zum Einsatz.
 

Von den 82 höheren Kommandoposten in der Armee waren 61 von ehemaligen Wehrmachtsangehörigen besetzt.
(Die militärischen Erfahrungen und Kenntnisse der Frontgeneration waren in der Anfangszeit der NVA unverzichtbar.)

Bis 1962 war die NVA eine Freiwilligenarmee. Nach Einführung der Wehrpflicht lag die Personalstärke der NVA bei ca. 170.000 Soldaten.

 

 

 

Honecker bei der Abnahme der Truppe



Die NVA galt wegen ihres hohen Ausbildungsstandards, der ständigen Einsatzbereitschaft, und ihrer guten Disziplin, als eine der schlagkräftigsten Armeen des Warschauer Vertrages. Jedoch wurde sie von Seiten der Sowjetunion nicht immer mit der modernsten Technik ausgerüstet. Trotz ihrer anfänglich geringen Bedeutung wuchs die Nationale Volksarmee bis zum Zusammenbruch des Ostblocks zu einem der wichtigsten Bündnispartnern der Sowjetarmee heran, und erlangte den Respekt der sowjetischen Führung.

Fahneneid


 
Der Fahneneid
 
ICH SCHWÖRE
Der Deutschen Demokratischen Republik, meinem Vaterland, allzeit treu zu dienen und sie auf Befehl der Arbeiter- und- Bauern- Regierung gegen jeden Feind zu schützen.
ICH SCHWÖRE
An der Seite der Sowjetarmee und der Armeen der mit uns verbündeten sozialistischen Länder als Soldat der Nationalen Volksarmee jederzeit bereit zu sein, den Sozialismus gegen alle Feinde zu verteidigen und mein Leben zur Erringung des Sieges einzusetzen.
ICH SCHWÖRE
Ein ehrlicher, tapferer, disziplinierter und wachsamer Soldat zu sein, den militärischen Vorgesetzten unbedingten Gehorsam zu leisten, die Befehle mit aller Entschlossenheit zu erfüllen und die militärischen und staatlichen Geheimnisse immer streng zu wahren.
ICH SCHWÖRE
Die militärischen Kenntnisse gewissenhaft zu erwerben, die militärischen Vorschriften zu erfüllen und immer und überall die Ehre unserer Republik und ihrer Nationalen Volksarmee zu wahren. Sollte ich jemals diesen meinen feierlichen Fahneneid verletzen, so möge mich die harte Strafe der Gesetze unserer Republik und die Verachtung des werktätigen Volkes treffen.


Allgemein

Allgemein



Das allgemeine Wehrpflichtgesetz vom 24. Januar 1962 legte einen Grundwehrdienst von 18 Monaten fest. Es wurde nahezu jeder Mann vom 18. bis zum 26. Lebensjahr eingezogen. Als Altersgrenze für die Einberufung ungedienter Männer war das 36. Lebensjahr festgelegt. Eine Einberufung zu den Grenztruppen, den kasernierten Einheiten der Volkspolizei (VP-Bereitschaften und weitere Truppenteile und Einheiten) und dem Wachregiment des MfS war möglich.
Mit dem obligatorischen Wehrkundeunterricht wurde bereits an den Schulen darauf vorbereitet. Durch den Einsatz von Reservisten war man zum Teil noch viele Jahre nach dem aktiven Wehrdienst an die NVA gebunden. D.h. man konnte bis zu einem Alter von 50 Jahren durchaus für (insgesamt) weitere 24 Monate einberufen zu werden.
Eine Laufbahn als Berufsunteroffizier dauerte 10 Jahre, als Fähnrich 15 und als Berufsoffizier 25 Jahre.

 


 
Struktur
Kommando Landstreitkräfte (KdoLaSK)
Geltow (bei Potsdam)
Kommando Luftstreitkräfte/Luftverteidigung (KdoLSK/LV)
Strausberg
Kommando Volksmarine (KdoVM)
Rostock
 

 

Die NVA war stets eng mit den Truppen der "Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (GSSD)" verbunden. Das Hauptquartier der GSSD war in Wünsdorf.
In den 80'er Jahren unterstanden diesem ca. 365.000 Mann, 6.000 Kampfpanzer, 9.500 Schützenpanzer, 650 Kampfflugzeuge und 700 Kampfhubschrauber.
Die Strukturen und Ausrüstung, Fahrzeuge und Kampftechnik waren weitgehend sowjetischen Ursprungs und die NVA arbeitete in Führungs- und Mobilmachungsfragen eng mit den Stäben der Sowjetarmee zusammen.

 


 
Landstreitkräfte
 
Die Landstreitkräfte der NVA waren gegliedert in :
 
Direkt dem KdoLaSK unterstellte Truppenteile/Einheiten
Militärbezirk Nord =
MB-V Neubrandenburg
1. Mot.-Schützen-Division, 1.MSD - Potsdam
8. Mot.-Schützen-Division, 8.MSD - Schwerin
9. Panzerdivision " Heinz Hoffmann ", 9.PD - Eggesin

Militärbezirk Süd = MB III - Leipzig

4. Mot.-Schützen-Division, 4.MSD - Erfurt
11. Mot.-Schützen-Division, 11.MSD - Halle
7. Panzerdivision, 7.PD - Dresden
Chefs der
Landstreitkräfte
Generalleutnant Horst Stechbarth
vom 1. Dezember 1972 bis 31. Dezember 1989

Generalleutnant Horst Skerra
vom 1. Januar 1990 bis 14. September 1990

Generalmajor Hans-Christian Reiche
vom 15. September 1990 bis 2. Oktober 1990

 


 
Luftstreitkräfte
 
Die Luftstreitkräfte/Luftverteidigung waren gegliedert in:
 
Direkt dem Kdo LSK/LV unterstellte Truppenteile/Einheiten
die 1. Luft-Verteidigungs-Division (1. LVD) - Cottbus

die 3. Luft-Verteidigungs-Division (3.LVD) -
Trollenhagen Führungsorgan der Front- u. Militärtransportfliegerkräfte (FMTFK) -Strausberg
 
Chefs der Luftstreitkräfte / Luftverteidigung
Generalmajor Hans Zorn 1. März 1956 bis 30. August 1956
Generalmajor Heinz Keßler 1. September 1956 bis 14. März 1967
Generalleutnant Herbert Scheibe 15. März 1967 bis 14. März 1972
Generalmajor Wolfgang Reinhold 15. März 1972 bis 30. November 1989
Generalleutnant Rolf Berger 1. Dezember 1989 bis 2. Oktober 1990

 


 
Volksmarine
 
 
Die Volksmarine gliederte sich (Stand etwa 1985) in
die 1. Flottille in Peenemünde
die 4. Flottille in Rostock-Warnemünde
die 6. Flottille auf dem Bug bei Dranske auf Rügen
die 6. Grenzbrigade Küste in Rostock (organisatorisch unterstellt)
 
Außerdem gab es ein Marinehubschraubergeschwader (MHG-18) in Parow,
ein Marinefliegergeschwader (MFG-28),
ein Marine-Pionierbataillon (MPiB-18),
ein Kampfschwimmerkommando (KSK-18),
ein Küstenraketenregiment (KRR-18),
ein Küstenverteidigungsregiment (KVR-18, vormals Mot.-Schützenregiment-28)
(ab 1988), ein Marineversorgungslager (VL-18) ,
ein zentrales Munitionslager (ML-18),
eine Wartungskompanie (WK-18),
den Seehydrographischen Dienst der DDR (SHD)
und weitere Ausbildungs-, Erprobungs-, und Sondereinrichtungen.
 
Chefs der Seestreitkräfte / Volksmarine
Konteradmiral Felix Scheffler vom 1. März 1956 bis 31. Dezember 1956, als Kommandeur Seestreitkräfte

Vizeadmiral Waldemar Verner
vom 1. Januar 1957 bis 31. Juli 1959, als Kommandeur Seestreitkräfte

Konteradmiral Wilhelm Ehm
vom 1. August 1959 bis 31. Juli 1961

Konteradmiral Heinz Neukirchen
vom 1. August 1961 bis 24. Februar 1963, mit der Führung beauftragt

Konteradmiral Wilhelm Ehm vom 25. Februar 1963 bis 30. November 1987

Vizeadmiral Theodor Hoffmann
vom 1. Dezember 1987 bis 17. November 1989

Vizeadmiral Hendrik Born
vom 11. Dezember 1989 bis 2. Oktober 1990

 

Strukturen und Aufteilung der NVA im Detail

Führungskader

Führungskader



Die weiterführende Ausbildung der Führungskader ab Regiment aufwärts erfolgte an der Militärakademie "Friedrich Engels" der NVA in Dresden. Die Offiziershörer erwarben dabei das Diplom Militärwissenschaftler.

Ein nicht unbedeutender Teil der Führungskader der NVA absolvierte sowjetische Militärakademien, Militärhochschulen bzw. ähnliche Einrichtungen. Für den Dienst im Generalsrang war der Besuch der Woroschilow-Akademie erforderlich.
Die NVA bzw. das Ministerium für Nationale Verteidigung unterhielt einen eigenen Auslandsnachrichtendienst, die Verwaltung Aufklärung, der vorwiegend in der Bundesrepublik Militärspionage betrieb. Dieser Geheimdienst operierte formell unabhängig, wurde aber - wie die gesamte NVA - von der Hauptabteilung I des MfS (Militärabwehr, in der Armee bekannt als "Verwaltung 2000") überwacht.
Im Jahre 1989 dienten 120.000 der 2,7 Millionen Mitglieder der SED in der NVA und den Grenztruppen der DDR. Unter den einfachen Soldaten und Gefreiten lag der SED-Anteil bei 6-7%, bei den Unteroffizieren auf Zeit bei 14%, im gesamten Unteroffizierskorps aber etwa bei 35%, weil der Anteil bei den Berufsunteroffizieren etwa 60% betrug. Von der Gesamtanzahl aller Offiziere (1989 über 40.000, 1990 noch 36.000) und Fähnriche machten die sozialistischen Genossen einen Anteil von 94% (einschließlich der Offiziere auf Zeit "nur" 90%) aus, weitere 4-5 Prozent gehörten den Blockparteien an. Politoffiziere jedoch waren ausnahmslos SED-Mitglieder.

Unter den Berufsoffizieren jedoch betrug der SED-Anteil 96%, ab dem Dienstgrad Major aufwärts 98-99%, ab dem Dienstgrad Oberstleutnant aufwärts dann 100%. Bis 1989 war jeder Verteidigungsminister Mitglied des Politbüros und jeder (kommandierende) General Mitglied (oder zumindest Kandidat) des Zentralkomitees der SED.

Tradition

Militärische Tradition

 

Die NVA sah ihre militärischen Vorbilder in den Kämpfern der Bauernkriege 1525, der anti-napoleonischen Befreiungskriege 1813 und der Revolutionen von 1848 und 1918.
Ferner dienten die Internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg 1936 und die "Rettung des Friedens durch die NVA am 13. August 1961" (Mauerbau) als Vorbild.
Die preußische Tradition wurde in Form des Großen Zapfenstreichs und unter Beibehalt des Stechschritts (modifiziert als "Exerzierschritt") gepflegt. Der Yorcksche Marsch war der Ehrenmarsch der NVA.
Gerade für die Seestreitkräfte (ab 1960 Volksmarine) erwies sich die Konzentration auf den Kieler Matrosenaufstand von 1918, und die Volksmarinedivision als alleinigen Grundstock des offiziellen militärischen Marinebrauchtums allerdings als wenig förderlich für ein selbstbewusstes Verständnis, darüber hinausgehende Versuche, auch andere Szenen der deutschen Marinegeschichte oder Einzelschicksale deutscher Seesoldaten dafür in Beschlag zu nehmen, wurden von der politischen Führung stets als "politisch nicht opportun" zurückgewiesen.

 

Umfangreiches Filmmaterial zur NVA

Zum Schluss

Schlusswort

 

 

 

Militärparade zum Jahrestag der DDR



Dienen bei der NVA, das hieß 40 Jahre lang in einer nationalen Volksarmee die innerdeutsche Grenze zu bewachen, Manöver auszuführen und immer unter Beobachtung der Sowjetunion zu stehen. Es war eine Armee, die bis zum letzten Zapfenstreich keinen wirklichen militärischen Ernstfall hat bestreiten müssen und zwar "ZUM GLÜCK" (den Bau der Berliner Mauer mal ausgenommen). Kein Einsatz mit den Truppen des Warschauer Pakts bei den Aufständen des "Prager Frühlings" und vor allem keinen Einsatz gegen die Bundeswehr.
Eine Armee der Partei - nicht viel mehr und nicht weniger.

Quellen

http://de.wikipedia.org/wiki/Nationale_Volksarmee (Letzter Aufruf 14.11.2009)
http://nva.bizhat.com/ (Letzter Aufruf 14.11.2009)
http://www.hdg.de/lemo/html/DasGeteilte ... armee.html (Letzter Aufruf 14.11.2009)
http://www.mdr.de/damals/lexikon/1781141.html (Letzter Aufruf 14.11.2009)



Autor: Carsten / Freiherr von Woye

Das Thema

Die Volksmarine der DDR

 

 

 

»Blaublusen - dem Feind keine Lücke«

»Das Vaterland rief - wir kamen!
Das Vaterland ruft - wir bleiben, schützen und verteidigen
die Grenzen der Deutschen Demokratischen Republik«

 

 

 

(Flagge der Volksmarine)

Einleitung

Einleitung

 

Im Zuge der "antifaschistisch-demokratischen Umwälzung" in ihrer Besatzungszone leitete die UdSSR im Juni 1945 die Bewaffnung der "Deutschen Volkspolizei" (1946 ca. 45.000 Mann) sowie zwei weiterer Polizeiformationen als "zentral gelenkte bewaffnete Kräfte" ein.

 

Im Juli 1948 wurde, auf Befehl und unter Bewachung der sowjetischen Militäradministration, die "kasernierte Volkspolizei" (KVP, offiziell seit 1952 so bezeichnet) aufgestellt. Ein Affront gegen die BRD und die Westmächte, die auf die Bedrohung mit dem Deutschlandvertrag von 1952 bzw. dem Eintritt in der EVG (Europäische Verteidigungsgemeinschaft - nie eingerichtet) bzw. der NATO reagierten. Seit 1950 existierte dann ein Tarnreferat mit dem Namen: "Hauptverwaltung Seepolizei", aus dem die spätere Volksmarine der DDR geschaffen wurde. Noch im gleichen Jahr konnten die ersten seefahrenden Verbände (Volkspolizei See) den Dienst aufnehmen.

 

Es wird eine Nationale Volksarmee geschaffen. Diese besteht aus Land-, Luft- und Seestreitkräften, die für die Verteidigung der DDR notwendig sind. Die zahlenmäßige Stärke der Streitkräfte wird begrenzt entsprechend den Aufgaben zum Schutze des Territoriums der Deutschen Demokratischen Republik, der Verteidigung ihrer Grenzen und der Luftverteidigung.«

 

Die Seestreitkräfte der DDR bezogen sich mit der zu Beginn der sechziger Jahre eingeführten Benennung "Volksmarine" auf eine revolutionäre Entwicklungslinie der deutschen Marinegeschichte. Mit dem bewussten Rückbezug auf die Volksmarinedivisionen der Revolution von 1918/19 erhielt auch hier der historische Kontinuitätsbruch eine traditionsstiftende Funktion. Die BRD fand ihren Bezug weit früher in der "Bundesmarine" (1850-1853) und legte somit den staatliche Bezug bei der Namensgebung fest.

 

"Trotz der bereits eingeleiteten Vorverhandlungen zum Waffenstillstand sollte die deutsche Marine, die seit der Skagerrakschlacht vom Juni 1916 kaum noch zum Einsatz gekommen war, Ende Oktober 1918 zu einem letzten "ehrenvollen" Gefecht gegen überlegene britische Verbände auslaufen. Der eigenmächtige Befehl der Seekriegsleitung war unmittelbarer Anlaß zu Meutereien kriegsmüder Matrosen, die sich weigerten, ihr Leben bei einer militärisch aussichtslosen "Todesfahrt" aufs Spiel zu setzen.
[...] Damit war das Signal zum bewaffneten Aufstand gegeben; schon bald wehten auf den Schiffen rote Fahnen. Am Abend des 4. November befand sich Kiel in den Händen der Aufständischen, die den ersten Arbeiter- und Soldatenrat während der Revolution von 1918/19 bildeten.[...]
[...]Innerhalb weniger Tage bildeten sich in nahezu sämtlichen deutschen Städten revolutionäre Räte. Sie forderten immer lauter die Abdankung von Kaiser Wilhelm II. und eine demokratische Umgestaltung des Deutschen Reichs.[...]

 


 
Namenwechsel der Marine der DDR
1950-52:
Seepolizei
1952-56:
Volkspolizei-See
1956-60:
Seestreitkräfte
1960:
Volksmarine

 

 

 

Allgemein

Allgemein



Seit 1960 hatte dann die DDR einen dauerhaften Namen für ihre Marineeinheiten gefunden. Die Namensverleihung wurde mit einer Flottenparade im Greifswalder Bodden durch den Minister für Nationale Verteidigung Generaloberst Heinz Hoffmann gewürdigt. Zu diesem Zeitpunkt besaß die Volksmarine 13.000 Mann in Uniform.
 

 
 




Das Gründung der Volksmarine der DDR fand ihren Anfang am 10. Februar 1956, mit dem Befehl Nr. 1/1956 des Ministers für Nationale Verteidigung Generaloberst Stophl zum Aufbau der NVA. Für den Aufbau der Volksmarine fehlten die Offiziere der Kriegsmarine fast vollständig, weil diese in der Gefangenschaft, insbesonders der Amerikaner und Briten, waren. Zur Verfügung standen nur ehemalige Unteroffizier- und Matrosendienstgrade. Dies eröffnete für viele diese niedrigen Grade eine Aufstiegschance, beispielsweise für den ehemaligen Oberfunkmeister der Wehrmacht Wilhelm Ehm, der es bis zum Chef des Volksmarine gebracht hat. Die SED betrieb im Umgang mit dem Wehrmachterbe in der Armee letztendlich eine Politik, die zwischen Pragmatismus und ideologischen Dogmatismus lavierte. Der klassenideologische Anspruch und der politische Argwohn gaben dann auch den Ausschlag dafür, Ende der Fünfziger Jahre den direkten Einfluss der ehemaligen Wehrmachtsoffiziere in der DDR-Volkskammer rigoros zu beenden.
 


 
Beginn 1. April 1950
 
Besatzungen für Minenräumboote
100 Offiziere
200 Boots- und Maschinenmaate
50 Mannschaften
 
Ausbildung
Seepolizeischule in Parow
Offizierschule in Kaliningrad
(unter strengster Geheimhaltung)
 
Erste Boote (Juni 1950)
dänischen Minenleger LOSSEN, SIXTUS und QUINTUS
dänische Fischereischutzboot HVIDBJÖRNEN

(Allesamt ausgemustert von der dänischen Marine)

 

Erster Auftrag

»Sicherung der demokratischen Errungenschaften und des wirtschaftlichen Aufbaus im Interesse der werktätigen Bevölkerung sowie des Handels vor Schädigung durch Schmuggel, der Fischereiflotte der DDR sowie aller anderen in Häfen der Republik ein- und auslaufenden Schiffe durch Kontrolle der Instandhaltung und Markierung der Wasserwege und Hilfeleistung bei Havarien in den Küstengewässern.«

 

So war diese Phase vor allem geprägt durch eine suche nach Identität und Anerkennung, vor allem aber nach einem Platz in der Gesellschaft und im "Warschauer Pakt".

In den folgenden Jahren erhielt die Volksmarine eine größere Anzahl von neuen Schiffen, die zum größten Teil auf Werften der DDR gebaut worden waren. Im sogenannten Zeuthener Protokoll legte eine Kommission die erforderlichen Maßnahmen für die »Durchführung des Marine-Bauprogramms 1954 - 1956« fest. Danach sollten der VP-See 1955 über 254 Schiffe und Boote zur Verfügung stehen, davon 203 operative Einheiten. Lediglich einige Kampfeinheiten, die sogenannten Küstenschutzschiffe und ein Teil der Schnellboote, stammten aus der Sowjetunion und einige Hilfsschiffe wurden in Polen gekauft. Hinzu kamen Hubschrauber sowjetischen Typs. Am 1. Januar 1956 unterhielt die Volkspolizei See 122 Fahrzeuge, darunter 97 Kampf-, Hilfs- und Schulboote.
Ein wichtiger Schritt in der Historie der DDR war die Unterstellung der Grenzbrigade Küste der Grenzpolizei (GBK) unter das Kommando Volksmarine nach dem Mauerbau am 13. August 1961. Damit setzte die Staatsführung in ihre maritimen Einheiten ein hohes Maß an Vertrauen. Die Umgliederung der Volksmarine 1965 war dabei der nächst logische Schritt, d.h. alle Stoßkräfte (Schnellbootverbände), wurden in der 6. Flottille auf der Halbinsel Bug bei Dranske auf Rügen zusammengefasst. Die See und alle dazugehörigen Militärverbände waren nun unter der Führung der Volksmarine vereint.
In den 1970er Jahren war die Volksmarine dazu auf etwa 18.000 Soldaten angewachsen. Die technische Entwicklung führte dann in den 1980er Jahren zu einer weitgreifenden Erneuerung von Teilen des Schiffsbestandes, außerdem erhielt die Volksmarine Jagdbomber sowjetischen Typs.

 

 

 

Auszeichnung von Offiziersschülern der Offizierhochschule Karl Liebknecht. Den besten Absolventen wird ein Ehrendolch mit einer Widmung des Ministers für Nationale Verteidigung der DDR überreicht.

 

Ab den 60er Jahren setze eine Phase der Konsolidierung zu einer kampfstarken und politisch zuverlässigen Marine ein. Dieser Prozess vollzog sich vor allem nach dem Mauerbau am 13. August 1963 schnell und zielstrebig. Die Volksmarine entwickelte sich dabei recht schnell zu einer geachteten Koalitionsflotte. Bereits 1956 begannen gemeinsame Flotten- und Kommandostabübungen, die sich nach Umfang, Anzahl und Intensität ständig steigerten. Dabei wurde klar, dass die Volksmarine in der vordersten Front der Koalition zu kämpfen hatte. Im Gegensatz zu den Land- und Luftstreitkräften der DDR gab es an der Küste keine vorn stationierten, kampffähigen sowjetischen Einheiten, wenn man die sowjetischen Raketen-Schnellboote in Swinemünde und polnischen Marineeinheiten nicht als solche betrachtet.
Im offiziellen Sprachgebrauch für das Zusammenwirken der Baltischen Rotbannerflotte, der Polnischen Seekriegsflotte und der Volksmarine, wurde die Bezeichnung "Verbündete Ostseeflotte" mit dem Kürzel VOF verwendet. Das Kommando hatte der Chef der Baltischen Rotbannerflotte inne.

 


 
Chef der Volksmarine
 
Anfang 1956:
„Chef der Seestreitkräfte“
3. November 1960:
„Chef der Volksmarine“
1. Dezember 1972:
„Stellvertreter des Ministers und Chef der Volksmarine“
11. Dezember 1989:
„Chef der Volksmarine“
 
Konteradmiral
Felix Scheffler:
1. März 1956–31. Dezember 1956
Vizeadmiral
Waldemar Verner:
1. Januar 1957–31. Juli 1959
Konteradmiral
Wilhelm Ehm:
1. August 1959–31. Juli 1961
Konteradmiral
Heinz Neukirchen:
1. August 1961–24. Februar 1963
Vizeadmiral
Wilhelm Ehm:
25. Februar 1963–30. November 1987
Vizeadmiral
Theodor Hoffmann:
1. Dezember 1987–17. November 1989
Vizeadmiral
Hendrik Born:
11. Dezember 1989–2. Oktober 1990



Eine beachtliche Zahl junger Männer suchte ihr berufliches Glück vor allem in der Volksmarine. Sie taten dies aus unterschiedlichen Gründen, wobei die technischen Nischen bei den schwimmenden Einheiten wohl der größte Faktor waren. Gerade weil der politische Teil bei der Volksmarine nicht so sehr im Vordergrund stand bzw. bei der Einstellung auch nicht so sehr beachtet wurde, lockte der fachliche Teil der Ausbildung besonders.

Aufstellung

Aufstellung

 

Auftrag:

I. Erringung der Seeherrschaft in der Ostsee sowie Durchbruch in die Nordsee.

II. Verhinderung der sogenannten "Republikflucht".

III. Zusammen mit den beiden anderen Ostseeflotten des Warschauer Paktes, die Seeflanke der kommunistischen Landstreitkräfte zu sichern und sie durch amphibische Operationen und logistische Hilfe zu unterstützen

 


 
Volksmarine
 
Küstenschutzschiffe(4. Flottille in Rostock - Hohe Düne: u.a.)
Küstenschutzschiffe (KSS) 2. Ranges und 3. Ranges (U-Jäger)
Motorschulschiff "Wilhelm Pieck", Vermessungsschiffe
 
 
Hochseeminenboot BERNAU
Minenlege- und Räumschiffe (Projekt 89.2)
Flugkörperschnellboote
(6. Flottille Dranske/Bug - Projekt 206, Projekt 1241)
Schnellboote
U-Jäger
Minenräumboote (Projekt 89.2)
Minensuch- und Räumschiffe Projekt 89.2
 
 
Die Fregatte Berlin
 
 
Landungsfahrzeuge
weitere Hilfs-, Schul- und Spezialfahrzeuge
mobile Raketenbatterien an der Küste in Schwarzenpfost/Gelbensande (Raketenkomplex "Rubesh")
Hubschrauber für Verbindungs-, Aufklärungs- und U-Jagd-Zwecke (Marinehubschraubergeschwader in Parow)
Marinefliegergeschwader mit SUCHOI- Jagdbombern in Rostock-Laage
Kampfschwimmerkommando in Kühlungsborn
KEINE Unterseeboote

 

(Nach der friedlichen Herstellung der Einheit Deutschlands am 3. Oktober 1990 wurden Teile der am Tage zuvor aufgelösten Volksmarine in die heutige Deutsche Marine integriert.)

 

 

 

Soldat des Kampfschwimmerkommandos 18 (KSK-18) bei einem Sprung aus Hubschrauber Mil Mi-8 „Hip“ des Marinehubschraubergeschwader 18 (MHG 18)

 


 
Struktur der Volksmarine
(80er Jahre)
Kommando der Volksmarine in Rostock-Gehlsdorf
Stab der Volksmarine (u.a mit Hautgefechtsstand, Aufklärung, Nachrichten, seehydrografischer Dienst, Bataillon Funkelektronischer Kampf)
Rückwärtige Dienste (u.a. Technik und Bewaffnung, Instandsetzungsbasen, Kfz-Dienst, Marinepionierwesen, Lager und Depots, Hilfsschiffe)
Polit.-Verwaltung
Marineflieger
Ausbildung (Vorschriftenwesen, Gefechtsausbildung, Lehrausbildung)
Offiziershochschule "Karl Liebknecht" Stralsund Flottenschule "Walter Steffens" Parow
Schiffstammabteilung 18 "Paul Blechschmidt" Stralsund-Dänholm

Zum Schluss

Schlussbetrachtung / Fazit

 

Klar ist, dass die Volksmarine, wie auch die gesamte NVA, fest als Instrument in der Politik der Partei- und Staatsführung eingebettet war. Die Marinesoldaten waren ideologische geprägt, geschult und handelten dementsprechend.
Die Volksmarine war in keiner Weise mit dem Status der Bundesmarine und deren demokratischen Kontrolle vergleichbar. Doch ist nicht abzustreiten, dass auch die Volksmarine ihre eigene besondere Identität besaß. Zum Einen, weil sie in vielerlei Hinsicht sich nicht von anderen, auch westlichen Flotten unterschied und zum Zweiten sich deutlich von den anderen Teilstreitkräften der NVA abgrenzte. Sie war zwar durch die staatlichen Beschlüsse, Vorgaben und Befehle gebunden, doch handelte sie ebenso nach den Gesetzen, Gebräuchen und Regelungen der internationalen Schifffahrt. Sie war also verbunden mit den anderen Marinen der Welt. Dazu kam noch das ganz eigene Leben an Bord, das Zusammenleben auf engsten Raum und die gegenseitige Abhängigkeit. Jeder Einzelne trug die Verantwortung für sich und das Schiff, man war so unabhängiger von der politischen Führung an Land und handelte mehr im eigenen Interesse des Schiffes und der Einheit.
Die See kennt keine Unterschiede, sie respektiert weder Rang noch Würde und lässt sich auch nicht politisch missbrauchen. Trotzdem war die Volksmarine, ohne eigentliche Tradition, ein Produkt des Systems, das die maritimen Teilstreitkräfte zur Profilierung in der Welt nach dem Zweiten Weltkrieg verstanden. Mit seinem Untergang verschwand auch die Volksmarine wieder. War sie ein Irrweg in der deutschen Marinetradition? Darüber streiten die Historiker und werden diese Marineerscheinung wohl in ihren Betrachtungen weiterleben lasse.

 

 

 

Erster Vorlaufslehrgang für Schlüsselpersonal der Volksmarine im September 1990 in Plön kurz vor der Auflösung der DDR. Die Lehrgangsteilnehmer tragen noch die Uniformen der Volksmarine.



Am 2. Oktober 1990 wurde die Volksmarine, wie auch alle anderen Streitkräfte der NVA, aufgelöst. Ein Teil der Soldaten wurde in die Bundesmarine (ab 1990: Deutsche Marine) übernommen und Teile der GBK (Küsteneinheiten) wurden dem Bundesgrenzschutz eingegliedert. Der Großteil der Technik, Schiffe und Boote wurde verschrottet oder verkauft, nur wenige kleinere Hilfsschiffe sind noch heute in Betrieb.

Quellen

Werner Rahn, Deutsche Marinen im Wandel: Vom Symbol nationaler Einheit zum Instrument nationaler Sicherheit, Oldenbourg 2005.
Matthias Rogg, Armee des Volkes? Militär und Gesellschaft in der DDR, Ch. Links Verlag 2008.
Daniel Niemetz, Das feldgraue Erbe. Die Wehrmachtseinflüsse im Militär der SBZ/DDR (1948/49-1989), Ch. Links Verlag 2006.

http://de.wikipedia.org/wiki/Volksmarine (Letzter Zugriff 27.01.2010)
http://www.die-marine.de/_deutsch/ddrship.html (Letzter Zugriff 27.01.2010)
http://www.marinepage.de/volksmarine.html (Letzter Zugriff 27.01.2010)
http://www.ddr-wissen.de/wiki/ddr.pl?Volksmarine (Letzter Zugriff 27.01.2010)
http://volks.marineuniformen.de/index.php?idcat=17 (Letzter Zugriff 27.01.2010)
http://www.marineforum.de/forum/index.php?act=SR&f=137 (Letzter Zugriff 27.01.2010)
http://www.marine.de/portal/a/marine/kc ... zIzXzFIRFE! (Letzter Zugriff 27.01.2010)



Autor: Freiherr von Woye

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Blackwater Canine
Blackwater K-9
Blackwater Airships, LLC
Blackwater armored vehicle
Blackwater Maritime Solutions
Raven Development Group
Aviation Worldwide Services
Greystone Limited
Total Intelligence Solutions (TIS)
The Black Group
Terrorism Research Center
Technical Defense


Einleitung

Einleitung

 

Afghanistan, der neue wilde Westen für die verschiedensten Privatunternehmen der Welt. Mit diesen Firmen kommen Männer ins Land, die nicht den soldatischen Grundsätzen folgen, sondern oftmals nur ihre Midlife Krise überwinden wollen. Sie dienen als Söldner, für Geld und für die größte Firma dieser Dienstleistung - Blackwater. Sie dienen keiner Nationen, sondern sind nur ihrem Arbeitgeber bzw. Sold verpflichtet.
Chaotische Politik, freie Waffenkultur und strategische Position sind die Schlüsselworte für diese Unternehmen. Afghanistan ist dabei quasi eine Goldgrube, denn dieses Land kennt die letzten 30 Jahre nur das Militär, die Waffen und die verschiedensten Uniformen von Soldaten aus der ganzen Welt . Nun ist eine neue Form hinzugekommen, die schlichten Poloshirts mit dem Blackwater Logo. Man trifft Sie heutzutage nur noch selten mit diesem Logo - neue Firmenpolitik - doch erkennt man Sie sehr schnell. Die Polo Shirts sind dieselben, die Sonnenbrillen auch und die Waffen im Anschlag gehören zu ihrem Auftreten wie der Arbeitsanzug. Das großspurige Auftreten gibt es gratis dazu, genauso wie die riskantesten Regionen und Straßen, auf denen Sie Konvois, Personen und andere Werte beschützen.

 


(Teil 2)



Eine Gesellschaft, die den Krieg verinnerlicht und eine Firma, die aus dem Krieg sich finanziert und identifiziert. Auf dem Highway 7, besser bekannt als Jalalabad Road, der gefährlichsten Straße in Afghanistan, sieht man viele SUV mit dem Logo von Privatunternehmen fahren, doch sind das nur selten Ingenieursfirmen oder Aufbauhelfen, denn auf einen solcher Helfer kommen 3 Söldner, die ihn beschützen. Ein unglaubliches Geschäft, dass sich die Firmen zu Nutze gemacht und den Nationen so eine ungewollte Dienstleistung abgenommen haben. Diese Straße verbindet die wichtigsten Orte Kabuls, und damit sind die Orte gemeint, die Ausländer aufsuchen um dort zu wohnen und/oder zu arbeiten. Weil dort so viele Anschläge stattfinden, ist die Straße von Kratern durchsiebt und Autowracks aller Sorten und Marken säumen den Straßenrand. Diese Straße symbolisiert Kabul heute und die Situation dieses Landes. Dabei sind solche Orte den Sicherheitsfirmen nicht unbekannt, es gibt sie überall auf der Welt und das schon seit Jahren. In Afrika, in Südamerika und auch in Teilen Asiens, doch in diesem Land ist am meisten für Firmen wie Blackwater zu holen, denn hier winkt der Sold aus Staatskassen, welche unerschöpflich, nie versiegend und im Falle Amerika, die Aufschrift Kriegskasse tragen. Man kann Afghanistan und den Irak als Sprungbretter solcher Unternehmen sehen, die seit 2001 aus dem Boden schießen. Firmen, die vorher Personen und Gebäudeschutz anboten und dazu Privatpersonen Sicherheitstrainings absolvieren ließen. Unternehmen, die sich aus den Veteranen der Streitkräfte verschiedenster Nationen bedienen und den Willigen bis zu 600 Euro am Tag als Sold für ihre Dienste in ihrem Namen bieten.
Die Namen dieser Unternehmen sind so unscheinbar wie ihre Söldner in den Poloshirts wirken sollen. So sind Firmen wie Global Security und Blackwater Sammelbacken für Abenteuerlustige geworden und haben eine Firmenpolitik, die den Fahrern der SUV auf den Straßen der Krisengebiete NICHT erlaubt stehen zu bleiben, sollte ein gleichartiges Vehikel der Firma während der Ausübung einem Anschlag zum Opfer fallen. Der Mensch als Investition, die Aufgabe als Dienstleistung und immer den Börsenkurs bzw. das nächste Quartalsergebnis im Blick.

Warum die Nationen dieser Welt - allen voran die USA - Firmen wie Blackwater beschäftigen? Weil tote Söldner von Subunternehmern des Krieges nicht in den Verlustzahlen, die dem Kongress vorgelegt werden müssen, auftauchen und für 800 Gefallene Mitarbeiter einer Firma, kassieren diese gern 1 000 000 000 Dollar für Aufträge in Krisengebieten wie Afghanistan, Irak und wohl bald auch für die Piratenjagd in asiatischen Gewässern.

Entstehung

Entstehung

 

 



Ein Name, der mit Blackwater in einem Atemzug genannt wird ist - George Bush. Der ehemaligen US-Präsident steht für den Aufstieg dieser Firma genauso wie sein Gründer Erik Prince. Der Chef von Blackwater Worldwide, einem der weitverzweigtesten Söldnerkonzernen der Erde, einem Konzern, der oft unter dem Deckmantel von EP Investment operierte, war erster Ansprechpartner der Bush Administration, wenn es um die heiklen Einsätze ging, vor allem wenn man sich die Besatzungspolitik des Pentagons ansah.
EP steht für Erik Prince und dieser stammt aus einer tief konservativen republikanischen Familie, war Navy-Seal und versteht sich als zum Katholizismus konvertierter christlicher Fundamentalist. Er und Bush waren also Verbündete im Geiste und im Geschäft. So verlief der Aufstieg von Blackwater, die 1996 gegründet wurde, mehr als rasant. Die Anschläge des World Trade Center im Jahre 2001, waren für Bush größte Niederlage und gleichzeitig die größte Chance für die noch junge Söldnerfirma. Denn Blackwater war damals vor allem Betreiber eines Trainings- und Schießplatz für Staatsangestellte in North Carolina und nicht weltweit operierendes Sicherheitsnetzwerk. Die ersten Millionenaufträge kamen durch die gute Lobbyarbeit und exzellenten Beziehungen zu den politischen Partner von Bush. Blackwater sollte fortan amerikanische Einrichtungen in Afghanistan beschützen und die sollte erst der Anfang sein. Mit dem amerikanischen Militär kamen auch die Firmen und Zivilisten ins Land und deren Wohnsiedlungen wollten beschützt werden. Kein anderer als Blackwater bot sich da bestens an und ohne dem Hindernis einer Ausschreibung, wurden viele Aufträge direkt an Erik Prince weitergeleitet. Als im August 2003 der Auftrag für den Schutz des Leiters der US-Besatzung im Irak, Paul Bremer, kam, hatte man den Hauptgewinn gezogen und die Gelder fingen an zu fließen. Man setzte sich im Krisengebiet fest, dominierte den Markt dort und setzte seine Mitarbeiter in wichtige Positionen. So konnte Blackwater im Jahre 2005 mehr als 350 Millionen Dollar staatlicher Gelder umsetzen und mit Dienstleistungen, die sonst die US Army übernehmen müsste, die Regierung zufriedenstellen.
 

 

 

Die Zentrale von Blackwater liegt in North Carolina an der Grenze von Virgina. Dort kaufte Erik Prince mit seinem Erbe ein 28 Quadratkilometer großes Anwesen bei Moycock, was er in kürzester Zeit in das größte militärische Trainingscenter der USA umwandelte. Den Namen erhielt die Firma von dem "schwarzen Wasser", das den Untergrund des weitgehend sumpfigen Geländes dieses riesigen Areal bildet. Bereits 10 Jahre später ist Blackwater in Neun Ländern tätig und gliedert sich in 4 Kernkompetenzen: "Fortbildung, Logistik/Mobilität, Technologie/Innovation und personelle und materielle Ressourcen". Auf dem ganzen Areal sind verschiedene Trainingsgelände mit modernen Schießplätzen, einem künstliche See (um das Entern von gekaperten Containerschiffen zu üben), Vorrichtungen für den Antiterrorkampf in Gebäuden, Übungsplätze für rund 20 Hundestaffeln und eine aufwändigen Teststrecke (um dem Einsatz der selbst entwickelten Sicherheitsfahrzeugen einzuüben). Jährlich werden hier über 40 000 Personen geschult: Privatpersonen gegen gute Bezahlung, Personal der Polizei, Militär, Zoll und Strafverfolgungsbehörden. Der Transport von Personal und Material in entlegenen Einsatzgebiet wird inzwischen von der firmeneigenen Luftfahrtgesellschaft Aviation Woldwide Services (SWS) übernommen.
Die verschiedenen Firmenteile splittern sich wieder auf, wie bei AWS ins STI Aviations, Inc, Air Quest, Inc. und Presidental Airways, Inc. deren Gelände und Maschinenpark sich mehrheitlich in Florida befindet. Neben verschiedenen Hubschraubern, einer Boeing 767, Zeppelin und sogar einem Super Tucano Kampfjet von Embraer. Über 2500 Angestellte weltweit sind in das Firmennetz integirert und 24 000 Persönlichkeiten in Reserve bzw. in der Datenbank des Unternehmens, stellen die Armee einer privaten Firma dar. Viele davon sind aus der dritten Welt und die Rekrutierungsbüros befinden sich überall auf der Welt und den Büroetagen der Innenstädte. Manila gilt als größte Rekrutierungsfläche für Blackwater und mittlerweile sind mehr als 30 Prozent der Arbeitnehmer von Blackwater ursprünglich aus der Dritten Welt.

 


(Prince in seinem Büro in Virginia.
Seine Firma verdiente mehr als 1 Milliarde Dollar während der Regierungszeit von George W. Bush.)

 

Die Lobby wurde sein wichtigstes Werkzeug, so waren viele Beamte aus dem Stab von Bush in einer vielerlei Hinsicht an den Konzern von Erik Prince gebunden. Die bekamen Geld, sie bekamen Posten und dafür Blackwater ihre Stimme. So war es Joseph Schmidt, ein umstrittener Spitzenbeamter in Donald Rumsfelds Verteidigungsministerium, der von 2002 bis 2005 für militärische Dienstleistungsverträge zuständig war, der nach dem Abdanken des Verteidigungsminister direkt ins Lager von Blackwater wechselte. Im folgte Cofer Black, der Antiterrorismus-Chef der CIA unter George W. Bush, und ebenso 2005 der ehemalige stellvertretenden Chef der Operationsabteilung der CIA, Rob Richter. Damit noch nicht genug und wer die Liste des Blackwater Vorstandes mit der des Weißen Hauses unter Bush sich ansieht, wird viele Parallelen finden. Schon 2007 sicherte man sich den nächsten großen Fang und mit Alvin „Buzzy“Krongard, dem Chef der CIA-Operationsabteilung, wechselte ein wichtiger Experte und seine Verbindungen in den Vorstand von Blackwater. Die Verbindungen und Vorteile dadurch sind nur allzu offensichtlich, hat doch Krongards Abteilung 2002, den ersten Millionenauftrag für Blackwater in Afghanistan vermittelt. Ein Aufstieg ohnegleichen und wohl nur selten zuvor in der Geschichte, hat sich die These von den Verdienern des Krieges bewahrheitet. Das Budget für dem Kampf gegen den Terror wuchs von Jahr zu Jahr, die Beamten im Pentagon unterzeichneten viele Schecks und ein großer Teil davon wanderte auf das Konto von Blackwater. Die Poloshirts mit dem Blackwater Logo gehörten fortan zum Straßenbild und gerade heute gibt es mehr Sicherheitsdienstler als Soldaten in Afghanistan. Doch immer mehr Augen richteten sich auf den größten Anbieter für Schutz und Sicherheit im Nahen Osten. Nicht nur Reporter und die Demokraten haben Blackwater als größten Kriegsprofiteur und vermeidlichen Kämpfer gegen den Terror entdeckt, sondern auch Hollywood. Unzählige Reportagen, Serien und Filme haben das Logo von Blackwater für sich entdeckt, ohne die Charakteristika zu verlieren hat man das Logo als Symbol für Gewalt und Willkür für sich entdeckt. Wenn der Nahe Osten im Fernsehen lief, dann lief auch ein muskelbepackter Poloshirt Träger, mit dunkler Brille und großkalibriger Waffe durchs Bild.
Die negativen Nachrichten über die Söldnerfirma, die Vorwürfe grundlos Zivilisten erschossen und diese Vorfälle vertuscht zu haben, setzten der Firma noch zu. Blackwater drohte Aufträge in Millionenhöhe zu verlieren und wichtigen Kunden durch ihren Ruf zu verschrecken. Dabei sollen Kriegswaffen zum Einsatz gekommen sein, die nicht zugelassen waren und illegal eingeführt wurden.

 


 
Schlüsselpersonen in der Firmenstruktur
Erik Prince

Gründer und Firmenchef
(offiziell im Ruhestand)
 
Joseph E. Schmitz

Chief Operation Offizier
(Ehemaliger Generalinspektor im Pentagon
oberster Antiterror Spezialist unter Bush
1992-2002 Direktor einer CIA Abteilung)
 
Cofer Black

Vizepräsident
und ehemals Leiter des Intelligence Sektor von Blackwater
(Langjähriger Chef der CIA für den Nahen Osten und
enger Vertrauter von Jordaniens König Abdullah)
 
Robert Richer

Vorstand und ehemals Leiter
des Intelligence Sektor von Blackwater
 



Der drastischste Fall: Fünf Blackwater-Mitarbeiter, die im September 2007 in Bagdad ohne ernsthaften Anlass mehr als zehn Iraker töteten und viele weitere verletzten, werden in den USA vor Gericht gestellt. Ein sechster erklärte sich bereits für schuldig. Die Unternehmensspitze von Blackwater – so Medienmeldungen – sei in das Blickfeld des Justizministeriums geraten, das ihr „ernsthaftes Fehlverhalten“ vorwerfe.

Anfang 2009 verlor dann der Konzern die Lizenz, im Irak zu operieren, und damit seinen lukrativsten Auftrag, den Schutz amerikanischer Regierungsaktivitäten im Irak. Dieser Umstand hinderte den Konzern nicht ihre Verträge weiterhin zu erfüllen und neue für den Irak zu erhalten. Man arbeitet weiter, mit neuen Subunternehmern und den alten Methoden.
Dennoch sind fortan die Sicherheitsdienste der Welt unter Beobachtung und Blackwater stand ganz oben auf der Liste von Friedensaktivisten, Demokraten und Staatsanwälten. So führte das Engagement von Blackwater in Afghanistan zu einer Überprüfung dessen Arbeitsweise bzw. wurde ein neues Gesetz die Tätigkeit der Militärdienstleister entworfen und verabschiedet. Dennoch kommen bis heute zwischen 80-90 % des Umsatzes kommen aus Regierungsaufträgen, darunter Länder wie Japan und Aserbaidschan. Die Privatwirtschaft macht aber einen zunehmend großes Feld für Blackwater aus, so sind Reedereien und Versicherungen unter den neu hinzugekommenen Kunden anzutreffen. Auch das Department of Homeland Securtity steht auf der Kundenliste von Blackwater, nicht erst 2006 und dem Hurrikan Kathrina.

Alles Neu ?

Neue Regeln, neuer Name und doch alles beim Alten

 

 

 

Das Montreux-Dokument über private Sicherheits- und Militärfirmen sollte einen Einschnitt in Blackwaters Arbeit sein. Am 17.09.2008 verabschiedeten 17 Staaten – darunter Afghanistan, Angola, Australien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Irak, Kanada, Österreich, Polen, Schweden, Schweiz, Sierra Leone, Südafrika, die Ukraine und die Vereinigten Staaten – das so genannte "Montreux Document on Pertinent International Legal Obligations and Good Practices for States related to Operations of Private Military and Security Companies during Armed Conflict". Es ist das erste internationale Dokument, das privaten Sicherheits- und Militärfirmen über ihre völkerrechtlichen Verpflichtungen aufklärt, einweist und verpflichten soll. Vor allem gilt die, die in bewaffneten Konflikten im Einsatz stehen. Es handelt sich dabei aber nur um Empfehlungen bzw. "Good Practices", die Maßnahmen vorschlagen, die die Nationen gegen den Missbrauch, der vergebenen Obrigkeit an Militärdienstleister, unternehmen sollen. Es sollen so Lücken im humanitäre Völkerrecht und den Menschenrechte, geschlossen werden. Leider ist es nicht mehr als ein Fingerzeig und keine völkerrechtlich bindende Charta.
Dieses Dokument soll Staaten, die solche Firmen einsetzen, Staaten, in denen Unternehmen wie Blackwater im Einsatz stehen, und der Herkunftsstaaten von Militärdienstleister eine gemeinsame Leitlinie geben und Ordnungsrichtlinien für einen legalen Einsatz.

 

Das Montreux-Dokument

Teil 1
Unterscheidet zwischen Vertrags-, Territorial- und Herkunftsstaaten und gibt für jede Gruppe einen Überblick über die einschlägigen internationalen Verpflichtungen, die ihnen aus dem humanitären Völkerrecht und den Menschenrechten erwachsen. Ebenfalls behandelt wird die Frage der Haftung des Vertragsstaates für das Verhalten von Privatpersonen aufgrund des Völkergewohnheitsrechts. Zusätzlich befasst sich dieser Teil mit einschlägigen internationalen rechtlichen Verpflichtungen für “alle Staaten“, mit Verpflichtungen der PMSC und ihrer Angestellten sowie mit Fragen der Verantwortlichkeit von Vorgesetzten.

Teil 2
Unterscheidet ebenfalls zwischen Vertrags-, Territorial- und Herkunftsstaaten. Die guten Praktiken orientieren sich größtenteils an bereits bestehenden staatlichen Praktiken zu PMSCs, aber auch für Waffen und Streitkräfte. Diese reichen von der Einführung transparenter Lizenzerteilungsverfahren über Maßnahmen zur Verbesserung der Aufsicht und Haftung und zielen darauf ab, dass nur jene PMSC ihre Dienstleistungen in bewaffneten Konflikten anbieten dürfen, die das humanitäre Völkerrecht und die Menschenrechte – aufgrund einer angemessenen Ausbildung, spezifischer interner Verfahren und einer zweckmäßigen Aufsicht – respektieren.


(Siehe www.eda.admin.ch)

 

Daraus muss Blackwater die Konsequenzen und sich der Situation anpassen. Eine Firma kann das nur auf eine Weise tun und so wurde Blackwater im Jahre 2009 umstrukturiert, man änderte den Namen in Xe Services (Limited Liability Company) und der Gründer, Eric Prince, zog sich aus dem Tagesgeschäft zurück. Und auch Gary Jackson, der Präsident des Konzerns, ging in Rente. Und so wurde Raider zu Twix und der Inhalt bliebt gleich. Man wollte Blackwater und sein Image begraben und mit blütenweißer Weste wieder ins Scheinwerferlicht treten. Eine massive Werbekampagne wurde aus der Taufe gehoben und man versuchte sich zu rehabilitieren. Dies war auch dringend nötig, weil Barack Obama die Politik des Kriegstreibers ad acta legen wollte. Der große Finanzier im Weißen Haus war weg und an die Stelle der Lobbyisten an der Schalthebeln der Macht, traten Leute wie David Singer, ein früher Kritiker der US-Söldnerfirmen und ganz besonders Hillary Clinton, die schon früh die Kontrolle von Söldnerfirmen war bzw. dies nun auch in die Tat umzusetzen gedachte. Per Erlass wies er im März alle Bundesministerien und Behörden an, die Vergabe von Verträgen über staatliche Kernaufgaben an Privatfirmen deutlich einzuschränken und laufende Verträge zu überprüfen.
In einer wenig beachteten Rede hatte Obama erklärt, seine Regierung stehe vor einer „klaren Alternative“. Sie könne wählen „zwischen Investitionen, die darauf zielen, die Sicherheit des amerikanischen Volkes zu erhalten“ und „Investitionen, die darauf zielen, Auftragnehmer aus dem Verteidigungsbereich reich zu machen“.

 


 
Daten und Fakten!
 
Irak Krieg 1991
540.000 Soldaten und 9.200 zivile Spezialisten
 
Irak Krieg 2003
300.000 Soldaten
 
Irak Heute
162.000 Soldaten und 180.000 Zivilisten (Vom US-Verteidigungs- und Außenministerium bezahlt)
Insgesamt sollen 120 000 - 200 000 Sicherheitsdienstleiser im Land sein
Mindestens 2000 Blackwater Leute sind im Irak und Afghanistan tätig
50 % aller Verhörspezialisten im Land sind Privatpersonen,
die über das Verteidigungsministerium angestellt sind

Durchschnittslohn von Militärdienstleiser beträgt 2000 - 4000 Dollar die Woche
 
US Verteidigungsministerium
137.000 private Vertragspartner (insgesamt)
7300 im Sicherheitsbereich (Inoffiziell schätzen Quellen bis zu 10 000)

 

Doch ist der Krieg deswegen nicht vorbei und die Dienstleister nicht aus dem Lande. Man braucht Sie, man will Sie und man bezahlt Sie auch weiterhin, wenn auch nicht so fürstlich bzw. diesmal durch Ausschreibungen dem Wettbewerb und Konventionen unterworfen. Aussichtslos ist das Geschäft mit der militärischen Sicherheit auch künftig nicht. Blackwater / Xe mag im Irak an Boden verloren zu haben, doch in Afghanistan und Pakistan sind die wohl bekannten Polohemden immer häufige anzutreffen. Dort wird im Rahmen der Afpak-Strategie (AfPak steht für eine Verbindung von Afghanistan und Pakistan als ein einzelnes, gemeinsames Krisengebiet) weiterhin auf die Militärdienstleister gesetzt und deren Engagement massiv ausgebaut. In Afghanistan sind mittlerweile mehr Mitarbeiter von Söldnerfirmen und militärischen Dienstleistern tätig als US-Soldaten. Bis vor kurzem war Blackwater sogar zuständig, die Drohnen der CIA in Afghanistan aufzumunitionieren. Damit war Blackwater direkt am Kampf gegen Al-Qaida- und Talibanführer im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet beteiligt.

 


(Trainingsgelände von Blackwater - Preise und Trainingsplan)



Die Strategie hat sich nicht geändert, die Söldner in den Krisengebieten sind dieselben, nur dass auf ihren Poloshirts ein anderes Logo prangt und ein anderer Mann ihre Schecks ausstellt. Das Beispiel Blackwater zeigt, dass diese Art der Kriegsführung nicht mehr von den Krisengebieten dieser Zeit wegzudenken ist. Der Krieg wird privatisiert, die Nationen sparen Geld, die Menschen müssen nicht mehr sehen, wie ihre Soldaten unter militärischen Geleit aus Flugzeugen gebracht werden, doch ist der Krieg brutaler, effizienter und an den Richtlinien der Unternehmen gebunden worden. Die getöteten Söldner werden nun inoffiziell ausgeflogen, wenn Sie dann überhaupt dieses Privileg in Anspruch nehmen können bzw. dies in ihrem Vertrag zu aufgeführt ist. Heute sichern sich Unternehmen wie Blackwater juristisch ab und handeln nicht nur auf eigene Rechnung, sondern vor allem auf Rechnung ihre Arbeitgeber, die für ihre Dienstleistungen bzw. deren Umsetzung schon mal ein Auge zu drücken.

Huren des Krieges ?

"Huren des Krieges"
und/oder
Vollstrecker einer Gesellschaft

 

 

 

Blackwater musste sich wegen seiner Taten stellen und zwar im Repräsentantenhaus. Dabei wurde die unangemessener Brutalität der Mitarbeiter, durch das "Blutopfer" der Sicherheitsdienstler für die Sicherheit von Diplomaten gegenübergestellt. Man erwidere doch nur das Feuer und der Einsatz der Waffe wird im äußersten Notfall eingesetzt. "Es gibt keinen besseren Beweis für die Fähigkeiten und die Hingabe dieser Männer", und alles Weitere seinen "fehlerhafte Informationen". Als besonders schwerer Fall wurde der Tod von elf Iraker bei einem Schusswechseln dem Unternehmen zur Last gelegt, doch hätte man nur auf feindlichen Beschuss reagiert, die aufgeladene Situation kurz nach einer Autobombenexplosion richtig beurteilt und fünf der 20 Bodyguards hätten daraufhin das Feuer auf "bedrohliche Ziele" erwidert. Die irakische Regierung sah dies nicht im gleiche Licht und setzte anschließend die Lizenz für Blackwater aus.
"Sollten Unschuldige ihr Leben gelassen haben, lassen Sie mich deutlich sagen, dass ich dies ausdrücklich bedauere", betonte Prince. "Jedes Leben, ob Amerikaner oder Iraker, ist wertvoll." Nach allem, was man bisher über die Ereignisse des 16. September wisse, habe die Blackwater-Garde "in einem sehr komplexen Kriegsgebiet" jedoch angemessen reagiert. Mit Verweis auf die laufende Untersuchung fügte Prince hinzu: "Der Kongress sollte die Anschuldigungen nicht als Wahrheit akzeptieren, bevor er nicht die Fakten kennt." FBI-Ermittler hatten sich gestern auf den Weg in den Irak gemacht, um die Blackwater-Aktivitäten zu prüfen.
Dabei war vor dem Repräsentantenhaus nicht dieser Fall das wirkliche Thema, es ging um die Privatisierung des Krieges an sich, wobei die wirtschaftlichen Gesichtspunkte am wichtigsten schienen. Man umschrieb die Politik der USA gegenüber von Blackwater mit Outsourcing (Auslagerung von Diensten und Leistungen) und fragte sich nicht vorrangig nach dem Recht bzw. der Moral der Einsätze, sondern ob sich das Engagement von Blackwater für die "Vollstreckung" der amerikanische Außenpolitik auch für den amerikanischen Steuerzahler auszahlt.
Pro Einsatzkraft und Tag habe Blackwater 1222 Dollar in Rechnung gestellt - fast 450.000 Dollar pro Jahr. Ein Einsatz von US-Soldaten sei für ein Neuntel bis zu einem Sechstel dieser Kosten zu haben.
Das Blackwater sehr umtriebig im Irak gewesen war, beweisen auch andere zahlen. So sind Mitarbeiter des Unternehmens seit 2005 in annähernd 200 Schießereien verwickelt gewesen. In 80 Prozent der Fälle sei der erste Schuss von einem Blackwater-Mitarbeiter abgefeuert worden. Mindestens 16 Iraker sollen bei den Zwischenfällen ums Leben gekommen sein, die wirkliche Zahl liege aber vermutlich höher. Auf dem Höhepunkt der Aktivität von Blackwater im Irak - heute kann das wegen der neuen Firmenstruktur und einer Vielzahl von Subunternehmen, Tochterfirmen und Undurchsichtig von Xe Services nicht genau ermittelt werden - waren fast tausend Männer für Blackwater im Irak unter Waffen.

 


 
Blackwater im Irak
 
Blackwater Verträge mit der US Regierung
 
2001
0,7 Mio. US $
2002
3,4 Mio. US $
2003
25,4 Mio. US $
2004
48,5 Mio US $
2005
352 Mio US $
2006
593 Mio US $

 

"Selbst in Fällen, bei denen es um den Tod von Irakern ging, war die erste Reaktion des State Department offensichtlich immer, Blackwater zu Bußzahlungen (an die Opfer) aufzufordern, um die Sache hinter sich zu bringen, anstatt auf deren Verantwortung zu bestehen und wegen möglicher Strafbarkeit gegen Blackwater-Mitarbeiter zu ermitteln". Sind die Militärdienstleister nun Profiteure des Krieges und von sich aus willig jedem Mann eine Waffe in die Hand zu drücken, der für Geld das Risiko auf sich nimmt, oder braucht man solche Firmen einfach bzw. will man Sie auch an seiner Seite wissen?! Sie verdienen Geld, sie bringen Leute in Arbeit und stehen auf ihre Art für den way of life in america. Das geltende Gesetze und die Regeln gewähren ein angemessenes Maß an Kontrolle und Rechenschaftspflicht für private Sicherheitsfirmen in Kriegsgebieten, und bieten mit ähnlich schwammigen Definitionen eine Grauzone für dessen Arbeit. Ähnlich wie die Tabakfirmen in Amerika, will Blackwater sogar war für diese einschränkenden Rechte tun. So stehen Sie hinter dem Abgeordneten David Price, der jedes Sicherheitsunternehmen vor einem US-Gericht zur Verantwortung ziehen will, wenn Sie sich etwas zu Schulden kommen lassen. Pure Ironie, Einsicht oder einfach nur Berechnend? Wohl eher Letzteres, wie sich schon bei den Tabakunternehmen gezeigt hat. Ein gutes Image ist alles, es macht es den Behörden einfacher öffentliche Aufträge an Blackwater zu vergeben und gleichzeitig weiß Blackwater, dass alle größeren Hindernisse von den wichtigen Stellen abgeblockt werden, sodass Dienstleister dieser Art nie arbeitslos werden.

 


(Teil 2)



Dabei hat Blackwater im Ausland ähnliche Rechte wie die US Army bzw. sogar wie Diplomaten. Das "Memorandum 17" (Voraussetzungen für die Lizenzierung von Waffen sowie Handlungsbefugnisse von privaten Sicherheitsunternehmen im Irak - Bestandteil des "Iraq National Weapons Card Programms (INWCP)") ist Grundstein dieses Schutzes und wurde von den Behörden der USA, der Übergangsregierung quasi aufgedrückt. Man kann Blackwater so maximal des Landes verweisen, aber strafbar machen Sie sich nicht.
"Huren des Krieges" werden Firmen wie Blackwater genannt, vor allem von den Hinterbliebenen der Gefallenen Mitarbeiter, aber auch von andere Seite. Eine Seite, die diese Huren nicht mehr missen will und ähnlich dem Rotlichtmilieu, auch das Söldner Handwerk zu ältesten Gewerben der Welt gehört. Blackwater-Eskorten sind "unverzichtbar" und außerhalb der Green Zone hat man Sie nur zu gern um sich, innerhalb verurteilt man Sie als Cowboys mit Automatik Gewehren. Zu bleiben, bis die ganze Sache geklärt ist. Immun gegen irakisches Recht - und zugleich weitgehend unbehelligt von US-Gerichten - sind die Beschützer, Vollstrecker und Hure zugleich, nur will man Sie eigentlich nicht brauchen und schon weniger kennen.

Privat-Armee

Privatarmee mit der Aufgabe
"Sicherheit, Frieden, Freiheit und Demokratie überall zu unterstützen"

 

 

 

"Ich war langsam etwas zynisch geworden, wie ernst die Leute Sicherheit nehmen", sagte Prince dem konservativen Nachrichtensender Fox News kurz nach den Anschlägen vom 11. September 2001. "Doch jetzt hört das Telefon gar nicht mehr auf zu klingeln."

 

Nur durch diese Anrufe, durch die mächtigen Gönner in der Politik und durch die Firmenpolitik - Sicherheit garantieren. In den Marschen North Carolinas entstand nach und nach einer größten Unternehmen dieser Art und gleichzeitig die wohl größte private Militärbasis der Welt, mit Schießbahnen, Geisterstädten, einem künstlichen See und einer Flugzeug-Startbahn. Wie viele Waffen dort gelagert werden, auf welche Art die Mitarbeiter trainiert und getrimmt werden bzw. welche Maschinerie hinter dem Blackwater Logo steht, ist der Öffentlichkeit nur wenig bekannt. Es ist eine Schattenarmee und nur deshalb so im Licht, weil Sie die größte und profitabelste dieser Art bis heute ist. Wie viele private Sicherheitskräfte durch den Irak geistern ist genauso wenig bekannt, wie eine Zahl existiert, die die Söldner dieser Welt auf einen Nenner bringt. Die Schätzungen allein für die Irak gehen von 20.000 bis zu 50.000 Söldnern aus den USA wie aus Europa aus und Sie sind allgegenwärtig. Sie sichern die Green Zone, schützen Uno-Einrichtungen, eskortieren Diplomaten und Kongressabgeordnete durch die Feuerzonen und patrouillieren schwer bewaffnet durch Straßen und im Luftraum. Das gesamte zivile Leben von Ausländern, nicht nur im Irak, sondern auch in anderen Krisengebieten dieser Erde, ist von Blackwater und anderen Firmen dieser Art abhängig. Die Armee der Nationen können solch einen übergreifenden Schutz gar nicht gewährleisten, geschweige denn alle ihre eigenen Landsmänner neben ihren Tätigkeiten vor Ort ausreichend schützen. Die "offiziellen" Armeen führen vor Ort meist eine Ordnungsfunktion aus, sollen ausbilden und der gegenwärtigen Regierung die nötige militärische Durchsetzungskraft geben - immer mit den diplomatischen und politischen Erwägungen verbunden. Die Sicherheitsfirmen sind nur ihrer Bilanz gegenüber Rechenschaft schuldig und da ist es nur eine Frage der Zeit, bis solche gefährdete Staaten wieder auf Söldnerarmeen setzen ... unpolitisch und loyal ihrem Geldgeben gegenüber!
Blackwater selbst hat rund 2300 Söldner in neun Ländern stationiert - davon rund 1000 im Irak - sowie 20.000 weitere in Bereitschaft.

 

Blood Is Thicker Than Blackwater
(Jeremy Scahill auf www.thenation.com)

 

Krisengebiete sind für Blackwater gleichbedeutend mit einem El Dorado, weil die Angst vor allem dem Budget solcher Firmen Flügel verleiht. Outsourcen ist dabei das Schlüsselwort, denn sogenannte "Post-War" Gebiet sind mit ihren Strukturen nicht auf eine demokratische und wirtschaftlich stabile Umgebung beispielsweise der USA zu übertragen. Die Armeen solche Nationen haben eine fast aussichtslose Aufgabe, ihre Vorstellungen von Frieden und Gesellschaft diesen Ländern zu übertragen. Hier kommen dann die zivilen Firmen ins Spiel, die nicht an Konventionen gebunden sind. Das solch eine übertragende Macht nicht ohne Folgen bleiben kann, ist jedem bekannt, vor allem aber dem irakischen Innenministerium, bei dem über 200 Fälle von "Kompetenzübertretung" und "ungerechtfertigten Schusswaffengebrauch" der Firma Blackwater, vorliegen. Meist einigt man sich auf Schadensersatz, was in Ländern mit hoher Armut und Korruption nur zu gern angenommen wird. Die Summen schwanken zwischen 5000 - 15000 Dollar.
Die Aufträge von Blackwater sind in der Geschichte von Militärdienstleistern unübertroffen. Im Jahre 2003 konnte sich die Unternehmensführung einen Auftrag im Irak über 21 Millionen Dollar sichern - der Startschuss. Es kamen unter anderem 38 Nahkampfspezialisten ins Land, zwei K-9 Hundestaffeln und drei Kampfhubschrauber. Man konnte überzeugen und bis zum Ende des Jahres 2006, hatte Blackwater weitere Aufträge in Höhe von 340 Millionen Dollar in der Tasche - weltweit sogar in einem Umfang von 1 Milliarde Dollar. Expansion in einem Ausmaße, welche nur Firmen im Silicon Valley in dieser kurzen Zeit hervorbringen.

 


(Teil 2 / Teil 3 / Teil 4)

 

Blacktwater bewachte die US Botschaft im Irak und gewährt bis heute "diplomatische Sicherheit" in großem Umfang. Weitere Firmen, die diese Bugwelle nutzen, waren Dyncorp und Triple Canopy. Auch deutsche Sicherheitsfirmen mischen beim Spiel mit, so ist die deutsche Sicherheitsfirma Asgaard German Security Group, die bereits in Afrika aktiv war, ein Profiteur dieses Booms. Der Hintergrund dieser Firma ist dabei genauso zwielichtig für Blackwater - nur im viel kleineren Maßstab. So taucht die weder im Handelsregister auf. Man setzte dabei auf Verträge der somalischen Regierung bzw. mit einem Politiker aus deren Reihen. Ehemalige Bundeswehrsoldaten sollten für “hohe dreistellige Beträge” dort eingesetzt werden, doch das deutsche Außenwirtschaftsgesetz macht der Firma ein Strich durch die Rechnung . Die “operative Umsetzung und Durchführung aller Maßnahmen, die notwendig sind, um Sicherheit und Frieden wieder herzustellen” bzw. das “Anwerben für einen fremden Wehrdienst” ist dazu nach Paragraf 109h Strafgesetzbuch illegal. Es scheint also das in Deutschland solche Firmen nicht einfach schalten und walten lassen will, anders als Amerika. Die deutsche Firma ist von der Bildfläche verschwunden, aber das große Geld lockt andere Unternehmer, sodass es nur ein Frage der Zeit sein, bis andere Firmen für solche lukrativen Aufträge zur Verfügung stehen werden.
Blackwater selbst ist in Deutschland auch aktiv geworden, so wurde im Dezember 2009 bekannt, dass Xe 2004 – damals noch Blackwater – den deutsch-syrischen Geschäftsmann Mamoun Darkazanli aus Hamburg mit dem Auftrag der gezielten Tötung observierte. Daraufhin kam Blackwater mit dem deutschen Recht in Konflikt, die Ermittlungen laufen gegen die CIA - dem Auftraggeber. Das Gesetz ist wie man sieht nicht immer auf Seiten von Blackwater, so auch im August 2010 vor einem US Gericht. Blackwater wurde zu einer Zahlung von 42 Millionen Dollar an die US-Regierung verdonnert - die Klage konnten Sie nach diesem Vergleich umgehen. Blackwaters Probleme sind hausgemacht, denn bei der Expansionsgeschwindigkeit nahm auch der Export von Ausrüstung in fremde Länder zu. Blacktwater transportiert im großen Stil Waffen, Fahrzeuge und Zubehör. Zu groß für den amerikanischen Zoll, denn es kam zu insgesamt 288 Verstöße gegen US-Gesetze im Zeitraum 2003–2009, unter anderem wegen „ungenehmigtem Export von Verteidigungsartikeln".

 

 



Die Firma Blackwater hat heute Regierungsaufträge in Höhe von 500 Millionen Dollar und will zusätzlich noch ins Rüstungsgeschäft einsteigen. Neben der eigenen Luftwaffe, besitzt Blackwater auch gepanzerte Truppentransporter vom Typ Grizzly und ein unbemanntes Luftschiff zur Aufklärung wie Überwachung. Nicht nur vom Namen nach, sind Firmen wie Blackwater als Armee zu klassifizieren. Armeen, die nur sich selbst Rechenschaft schuldig sind und auf Nachfrage angeheuert werden - Kostenvoranschlag inklusive. Die Organisation und Infrastruktur dieser Firmen, können heute mit denen der nationalen Armeen konkurrieren. Eigene Lager, eigener Fuhrpark und im Falle von Blackwater eine eigene Luftwaffe. Viele ehemalige Soldaten sind ganz begierig auf diese Jobs, denn Sie bringen Geld - viel Geld! Die Risiken, die jeder eingeht, der diesen Beruf nachgeht, sind bekannt. Viele Bodyguards bzw. Militärdienstleiser, werden entführt, gezielt angegriffen oder befinden in sehr riskanten Gebieten, in denen Anschläge an der Tagesordnung sind.
Sie tun ihre Dienste und zwar für einen Bruchteil der Kosten von NATO-Operationen. Neben einer Leasing Armee, stellen Blackwater auch die Infrastruktur, Berater, Verhörspezialisten, Nachschub und seit neusten auch Informationen zur Verfügung. Blackwaters neuster Firmenzuwachs nennt sich: Total Intelligence Solutions, und will nun nicht nur das Personal für den Krieg zur Verfügung stellen, sondern auch die wichtigste Waffe des Krieges - Aufklärung.

Freie Marktwirtschaft

Moderne Kriege, private Armeen und Freie Marktwirtschaft

 

 

 

Jeremy Scahill gilt als prominentester Kritiker von Blackwater und hat mit seinem Buche “Blackwater” (siehe Quellen) ein schonungsloses Portrait über diese Firma abgegeben. Ein wichtiger Punkt seiner Recherchen sind die Angehörigen der Angestellten von Blackwater, die den Verlust ihrer Kinder, Ehemänner oder Freunde beklagen. Sie verklagen die Firma, mit der Begründung, die Firma habe zu wenig für die Sicherheit des eingesetzten Personals getan. Betrachtet man die Angestellten der Firma in ihrem Einsatzgebiet, dann kann man schon den Eindruck bekommen, dass hier an allen Enden für einen guten Quartalsabschluss gespart wird. Manche Autos des Unternehmens sind nur schwach gepanzert, andere gar nicht und die Begründung des Unternehmens, man will so wenig Aufmerksamkeit wie möglich wecken.
Mit dem Outsourcing der US Armee von sicherheitsrelevanten bzw. militärischen Aufgaben, hat das Sparen also nicht aufgehört. Seit 1997 wächst die Branche, seit 2001 boomt Sie und auch die Bewerberzahlen steigen. Soweit ist das nachvollziehbar, gerade bei den Gehältern der Angestellten, wobei Dienstleister aus der Dritten Welt nur geringfügig bezahlt werden. Die ehemaligen Gurkas aus Indien, Eliteeinheit der britischen Armee, werden bei privaten Sicherheitsfirmen mit einem Gehalt abgespeist, das andere Angestellte an einem Tag bekommen.
Blackwater verdient Unsummen und das nicht nur im Krisengebiet. Der Konzern übernimmt Nachschub, Versorgung und fast sämtliche Bewachungsaufgaben der Armee. Nach den Problemen 2009, setzt man heute verstärkt auf das Ausbildungsangebot bei Blackwater, dass das größte Trainingscenter dieser Art in Amerika hat. Die US Armee schickt regelmäßig Einheiten zum Training dorthin und outsourct somit weitere Teile ihrer Kompetenzen in die Hände von privaten Firmen. Das Blackwater Training Center ist nach eigenen Angaben die größte, private Schiesstrainingsanlage der USA, umfasst 24 km² und wird auch von vielen zivilen Personen besucht. Für ein fürstliche Honorar werden dort über 40 000 Personen jedes Jahr ausgebildet. Es wird auch eine „Blackwater Academy“ angeboten, in der neue Rekruten umfassend ausgebildet werden. Diese Ausbildung wird von Blackwater finanziert, wenn sich die neuen Rekruten verpflichten, exklusiv für Blackwater zu arbeiten.

 

 

 

Die sogenannten Contractors (Zu Deutsch Militärdienstleiser) beherrschen ihr Handwerk, nutzen ihre Fähigkeiten und auch die Verbindungen zu den Nationalen Armeen. Gerade weil die Sicherheitsfirmen in rechtlichen Grauzonen arbeiten, sehen die Soldaten oftmals weg, denn würden Sie Schüsse ohne Provokation abgefeuert oder sich präventiv durch ihre Waffen schützen, hätte dies eine Untersuchung bzw. eine Anklage vor einem amerikanischen Kriegsgericht zur Folge. J. Cofer Black, früher Koordinator der Terrorismusbekämpfung im US-Außenministerium und seit Februar 2005 Vize-Präsident von Blackwater, sieht hier sogar die große Chance für sein Unternehmen - natürlich nicht in dieser Form gesprochen. So kleidet er die Vorteile seiner Angestellten, in Worte wie " “operational flexibility in dealing with suspected terrorists” oder "All you need to know is that there was a before 9/11, and there was an after 9/11, [...] After 9/11 the gloves come off."
Die Regierung kennt die Vorteile nur zu gut und in den black contracts – Inhalt geheim mit Blackwater, wird dies ausgenutzt, ohne zuzulassen, dass ein schlechtes Licht auf die Ziele der US Regierung geworfen wird. Das Pentagon, das State Department, die CIA und Privatfirmen arbeiten Hand in Hand. Das Pentagon zählt die 120 000 private contractors im Irak sogar zur offiziellen Streitmacht. Der Begriff in den Akten nennt dies total force und stellt somit die Bürokratie und die Gewissen der Regierenden zufrieden, denn die Söldner sind eine Macht, auf die Amerika zählt – und offenbar zählen muss. David Petraeus, Oberbefehlshaber der US-Armee im Irak und einer der höchst dekoriertesten Soldaten Amerikas, gab vor einem Untersuchungsausschuss des Senats zu, dass ihn »manchmal private Sicherheitsleute« geschützt hätten. Ein Unding, dass ein 4 Sterne General von privaten Firmen geschützt wird, anscheinend nicht und schon gar nicht wenn man sich die Bürokratie noch genauer anschaut. Der Begriff des Contractors ist nämlich nicht nur schwammig, sondern genauso zutreffend, weil private Dienstleistungen die gesamte US Armee durchsetzen und sie buchstäblich am Leben erhalten. Vom Koch über den Mechaniker bis zum Leibwächter ist alles vertreten und noch viel mehr. So sind die Firmen CACI International und Titan in Abu Ghraib und die Foltervorfälle genauso verstrickt wie die US Armee. Eine Rolle. Übersetzer, Verhörspezialisten, Techniker und Logistikpersonal wird von diesen Firmen gestellt.
Die Firma Blackwater ist eine Privatarmee, überall einsetzbar und gut ausgerüstet. Die Bedeutung von Blackwater mag vielleicht erst jetzt in den Medien präsent zu sein, doch schon nach dem Hurrikan Katrina patrouillierten Blackwater Mitarbeiter in den Straßen von New Orleans. "Sie scheffelten insgesamt 240000 Dollar pro Tag", rechnete Jeremey Scahill vor, "das sind 950 Dollar Tageshonorar für jeden Blackwater-Mann."

 


(Teil 2 / Teil 3 / Teil 4 / Teil 5)

 

Man will einen Krieg ohne sichtbare Opfer führen und Blackwater bietet dafür das Konzept. Die Zahl der aktiven Soldaten der USA wurde in den letzten 20 Jahren von 2,1 Millionen auf 1 Millionen gesenkt, doch blieben die Konflikte und Kriege nicht aus. Private Sicherheitsfirmen sollen die Löcher stopfen und ihre speziellen Fähigkeiten in den Dienst der Regierung stellen. Doch eigentlich ist es anders herum, denn wenn man sich Blackwater oder Halliburton ansieht, so haben sich die Firmenleitungen hier schon früh die Politik in den Dienst gestellt. Bei Dick Cheney find es an und heute arbeiten Teile des Verteidigungsministeriums Hand in Hand mit den Unternehmen. Wobei hochrangige Angestellte des Pentagons nur zu gern die Seiten wechseln, dabei ihren Patriotismus verkünden und im Stillen sehr gern das dreifache Gehalt eines Staatsdieners in Empfang nehmen. Schon 1991 hat man sondiert, wie sich das Militär privatisieren ließe und Dick Cheney hat die Türen geöffnet. Heute ist das Militär schon teilweise in privatisiert und aus dem Fuß in der Tür ist bereits teilweise ein freier Zugang geworden. Man schuf einen Markt für sich selbst und für die gesamte Söldnerindustrie. Der moderne Krieg soll ohne große Heere geführt werden - small footprint. Man braucht aber Truppen, vor allem zur Besetzung, wie man am Beispiel Irak und den Folgen für das US Militär sehen kann. Nur sollen es keine nationalen Armee sein, sondern das Outsourcing und der amerikanische Way of Life, der die Privatisierung als Lösung aller Probleme voranstellt. Man wollte die Fehler von Vietnam nicht noch einmal machen, den Krieg nicht wieder zu Hause verlieren, sondern die direkten Folgen in die private Hand geben. Die freie Marktwirtschaft fängt ihre Krisen und Verluste selbst wieder an, also warum sollte das in einem privatisierten, modernen Krieg nicht auch funktionieren. Je weniger echte Soldaten, desto geringer dieses "politische Risiko". Das ist Lehre aus Vietnam.
Das Stille, Verschwiegene der privaten Sicherheitsfirmen gehört zu den "Wettbewerbsvorteilen" gegenüber einer regulären Armee und die über 1000 Gefallenen in den Reihen dieser Unternehmen, tauche in keiner offiziellen Bilanz auf. Der Krieg muss ökonomisch geführt werden, so die Meinung der Manager dieser privaten Sicherheitsdienstleiser.
"Nennen Sie mir eine wirklich erfolgreiche UN-Mission!?" steht als wirksamster Argument auf ihren Fahnen und es wirkt. Die International Peace Operations Association (IPOA), die Lobbygruppe dieser Firmen betont den Frieden und unterstreichen die Professionalität, Ethik und Effizienz ihrer Unternehmen. Ob diese Sachen alle in einen Satz gehören ist fraglich, aber es ist das, was die Leute hören wollen. So boomt unter neuem Namen das Geschäft von Blackwater: Mögliche Aufträge im sudanesische Krisengebiet Darfur, Konzept für humanitären Interventionen ist geplant und das Piratenproblem schon heute zweitwichtigster Einahmezweig der Blackwater Firmengruppe geworden, schon völlig verinnerlicht.

 

"Ich habe den Film Rwanda Hotel gesehen, und mir ist schlecht geworden. Und ich frage: Warum haben wir das zugelassen? Wir können beim nächsten Mal etwas machen, und zwar ohne große US-Intervention. Wir können eine multinationale Brigade stellen, die aus Professionellen besteht!"
Erik Prince

"Wir haben das Potenzial, Sicherheitsoperationen für einen Bruchteil der Kosten einer Nato-Operation durchzuführen."
Cofer Black, Vizepräsident von Blackwater

"Das ist alles nichts Neues. Auch George Washington hatte Söldner!"
International Peace Operations Association (IPOA)




Weitere Videos zu Blackwater (Englisch)

Quellen


Rolf Uesseler, Krieg als Dienstleistung. Private Militärfirmen zerstören die Demokratie, Ch. Links Verlag; Auflage: 3., aktual. und erw. Neuauflage (11. April 2008).
Thomas Jäger / Henrike Viehrig (Hrsg.), Sicherheit und Medien, Vs Verlag; Auflage: 1 (16. April 2009).
Jeremy Scahill, Blackwater: Der Aufstieg der mächtigsten Privatarmee der Welt, rororo; Auflage: 2 (1. September 2009).

http://de.wikipedia.org/wiki/Xe_Services (Letzter Aufruf 15.12.2011)
http://www.ustraining.com/new/index.asp (Letzter Aufruf 15.12.2011)
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0 ... 61,00.html (Letzter Aufruf 15.12.2011)
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0 ... 93,00.html (Letzter Aufruf 15.12.2011)
http://www.tagesspiegel.de/politik/inte ... 86544.html (Letzter Aufruf 15.12.2011)
http://www.sondereinheiten.de/forum/vie ... 12&start=0 (Letzter Aufruf 15.12.2011)
http://soldatenglueck.de/2010/08/09/409 ... ny-videos/ (Letzter Aufruf 15.12.2011)
http://www.vanityfair.com/politics/feat ... rentPage=4 (Letzter Aufruf 15.12.2011)
http://www.eda.admin.ch/eda/de/home/top ... sechi.html (Letzter Aufruf 15.12.2011)
http://www.zeit.de/2007/40/Blackwater (Letzter Aufruf 15.12.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Memorandum_17 (Letzter Aufruf 15.12.2011)
http://www.thenation.com/article/blood- ... blackwater (Letzter Aufruf 15.12.2011)
http://derstandard.at/3041961 (Letzter Aufruf 15.12.2011)
http://www.waronwant.org/campaigns/corp ... ate-armies (Letzter Aufruf 15.12.2011)
http://www.blackwaterfacts.com/ (Letzter Aufruf 15.12.2011)



Autor: Freiherr von Woye

Das Thema

Special Air Service

SAS



Die Elite ihrer Majestät

 

Vorwort



Das Special Air Service, kurz auch als SAS bezeichnet, ist eine der wohl dienstältesten Spezialeinheiten der Welt und Teil der Britischen Armee. Sie wurde 1941 während des Zweiten Weltkriegs von dem schottischen Lieutenant Colonel David Stirling aufgestellt und auch anfangs geführt. Der Special Air Service kommt weltweit zum Einsatz und operiert mitunter tief in Feindesland. Die Einheit ist ohne jegliche Unterstützung bei dem Dorf Credenhill in der Nähe von Hereford stationiert. Der SAS gilt als eine der erfahrensten in der Terrorismusbekämpfung existierenden Spezialeinheiten der Welt.

 

 

 
Special Air Service
Aufstellung 1. Juli 1941 – 8. Oktober 1945
sowie seit 1. Januar 1947
Land Vereinigtes Königreich
Streitkräfte Streitkräfte des Vereinigten Königreichs
United Kingdom
Special Forces
British Army
Typ Spezialeinheit
Grobgliederung 3 Regimenter (davon 2 Reserven)
Stärke ca. 500 (aktiv)
Stationierungsort Credenhill, nahe Hereford, Herefordshire, England
Spitzname Blades
Motto Who Dares Wins
Farben Blau (Pompadore blue)
Marsch Marche des Parachutistes
Belges und Lili Marleen

Aufgaben/Gliederung

Aufgaben des Speical Air Service



Zu den Aufgaben des Special Air Service gehören das Sammeln von Informationen über den Feind und deren Stellungen, wie auch Befestigungen. Diese Art von Aufklärung wird auch als Militärische Aufklärung bezeichnet. Die Durchführung von Sabotage hinter feindlichen Linien, danach das Markieren von taktischen Zielen für den Beschuss und unter anderem auch die Befreiung von gefangenen Soldaten bzw. Zivilisten. Neben Kriegseinsätzen wird das SAS als Antiterroreinheit im Inland eingesetzt, der Schwerpunkt hierbei ist die Geiselbefreiung, wie auch die gezielte Eliminierung von Staatsfeinden z.B. Mitgliedern der IRA oder anderen von der britischen Regierung als Terroristen eingestuften Personen oder Gruppierungen im eigenen Land bzw. weltweit.
Die nächste Aufgabe und wohl auch wichtigste heißt Ausbildung und Unterstützung befreundeter Spezialeinheiten von anderen Ländern wie z.B. Deutschland und Frankreich. Dabei handelt das SAS auch meistens verdeckt, so dass eine Beteiligung der britischen Regierung nicht erkennbar ist. Bemerkenswerterweise übernimmt der zum Militär eigentlich gehörende SAS auch Aufgaben einer Inlandsoperierenden polizeilichen Spezialeinheit, dazu gehört unter anderem auch der Schutz hoher britischer Würdenträger. Bei diesen breiten Aufgabengebiet kann man den SAS am ehesten mit den israelischen Sayeret Matkal vergleichen, mit dem auch immer wieder gemeinsame Übungen abgehalten werden.

Motto des Secial Air Service

“Who dares wins”

(„Wer wagt, gewinnt“)



 




Gliederung und Organisation



 
Heute besteht das Special Air Service aus drei Regimentern
Wappen
Einheit
Standort
 
  21st Special Air Service Regiment in den West Midlands (seit 1947)
  22nd Special Air Service Regiment in Hereford
  23rd Special Air Service Regiment in Wolverhampton



Die beiden Regimenter 21 und 23 dienen als Reserve (TA SAS – Territorial Army). Im Falle eines Krieges übernehmen sie die sogenannte Long Range Reconnaissance Patrols (zu deutsch: Fernspäher-Aufklärungseinsätze hinter den feindlichen Linien) und sollen entstandene Verluste des Regiments 22 ausgleichen. Dabei besteht jedes von ihnen aus drei Squadrons.
Der aktive Teil des Special Air Service besteht lediglich aus dem 22nd Special Air Service Regiment, dieses besteht aus 4 Schwadronen mit insgesamt etwa 500 Soldaten. Diese Schwadronen untergliedern sich in je vier Troops. Jeder Trupp besteht aus 16 Mann à vier Vier-Mann-Teams. Praktisch wird diese Einsatzstärke nur selten erreicht, denn das SAS und seine strenge Auswahl bzw. harten Dienst, ähnlich wie andere Spezialeinheiten, birgt ein Nachwuchsproblem. Um das Niveau beizubehalten sind strenge Auswahlkriterien wichtig, vor allem auch diese kontinuierlich beizubehalten. Die Squadrone des Special Air Service tragen die Bezeichnungen A, B, C, D und G. Das C Squadron und wurde dann aber im Jahr 1980 aufgelöst. Jedes der vier dazu gehörendende Troops hat seine spezielle Aufgabe innerhalb des Regiments. So gibt es in jeder Squadron des Special Air Service einen Mountain Troop (zu deutsch: Gebirgs- und Winterkampfeinheit), einen Mobility Troop, welcher mit Landrover und Motorräder ausgestattet sind , einen Air Troop (zu deutsch: Freifaller bzw. Fallschirmjäger) und einen Boat Troop (zu deutsch maritime Einsatzkomponente).


 
Komandant des SAS
Jetziger
Kommandeur
General Charles Guthrie, Baron Guthrie of Craigiebank
 
Wichtige
Kommandeure
Lieutenant Colonel David Stirling
 



Es gehört außerdem eine eigene Stabsgruppe zur 22 Special Air Services, welche durch eine Planungs- und Nachrichtenabteilung, eine Abteilung zur Untersuchung von Einsätzen und einen eigenen Ausbildungszug unterstützt wird. Dabei wird jedes der vier Squadrons im Turnus von sechs bis neun Monaten als CRW-Wing, welches für Counter Revolutionary Warfare steht (zu deutsch: Guerillakampf). Diese Unterabteilung des SAS, die auch die Aufgabe von verdeckten Militärberater übernehmen, wird sehr vielfältig eingesetzt.
Dieser sogenannte Wing steht in ständiger Alarmbereitschaft und soll im Zweifel in zwei Etappen innerhalb einer halben Stunde, beziehungsweise in zwei Stunden, einsatzbereit sein. Dabei ist er in zwei Gruppen unterteilt, die jeweils aus einer Sturmangriffs- und einer Scharfschützengruppe bestehen:
 

Neben den drei Regimentern, die eng zusammenarbeiten, existieren noch kleinere Einheiten für besondere Aufgaben:




 
Sondereinheiten des Special Air Services
Einheit
Standort/Besonderheit
63rd SAS Signal Squadron in South East England, sowie Eastern Wessex
L Detachment (früher R-Squadron) diese setzt sich aus ehemaligen SAS-Mitgliedern zusammen. Letzteres untersteht dem TA SAS und dient als Reserve des Regiments 22 zum schnellen Ersetzen von erlittene Verlusten.
Aufgelöste Einheiten
Einheit
Auflösung
1st Special Air Service Regiment wurden 1945 aufgelöst
2nd Special Air Service Regiment wurden 1945 aufgelöst

Rekrutierung/Ausbildung

Rekrutierung und Ausbildung der Soldaten



Seit etwa 1952 werden die Soldaten des Special Air Service in einem speziellen Auswahlverfahren ausgewählt und rekrutiert. Der damalige Kommandeur Major John Woodhouse hatte das Verfahren eingeführt und es hat sich bis heute bewährt. Davor war es der besondere Einsatz bzw. Verdienst in anderen Einheiten, der die Soldaten für diese besondere Einheit qualifizierte. Der Kampfeinsatz wurde dabei besonders berücksichtigt, wobei auch Major John Woodhouse genau diese Komponente in sein Auswahlverfahren, die sogenannte „Selection“, eingebunden hat. Deshalb und wegen weiterer einzigartiger Test, gilt diese Selection bis heute als das anspruchsvollste Auswahlverfahren was die britische Armee zu bieten hat. Es bestehen meistens nur zwei bis zehn Prozent der Anwärter diese Auswahl, wobei schon die Kandidaten, die zwei Mal im Jahr in den Bergen von Wales antreten, schon überschaubar ist. Bewerber müssen männlich sein, seit mindestens drei Jahren Angehöriger der britischen Armee oder seit 18 Monaten Angehöriger der beiden anderen Regimenter 21 und 23 (in beide können Zivilisten direkt eintreten) sein. Außerdem akzeptiert der Special Air Services Mitglieder der Armeen des Commonwealth als Anwärter. Wird beim Auswahlverfahren eine der Prüfungen nicht bestanden, erfolgt sofort die Rückversetzung in die ursprüngliche Einheit. Ein zweiter Versuch ist möglich, weitere Anläufe jedoch nicht.

 




Einführung in die Ausbildung dauert 2 Tage



In einen Wochenende bekommen die Kandidaten Einblick in das Leben in einer britischen Spezialeinheit und werden über die Anforderungen der Einstellungstests informiert. Außerdem müssen die Kandidaten ihre Fähigkeiten im Umgang mit Karte und Kompass vorführen und belegen, wobei im Verfahren auch eine Schwimmprüfung absolviert werden muss. Zudem gilt es einen Fitness- und Erste-Hilfe-Test erfolgreich zu bestehen.

 

Fitness und Orientierung dauer 4 Wochen



Bei diesem Fitnessteil müssen die Kandidaten alles geben, denn ein Versagen führt zur sofortigen Rückversetzung in die alte Stammeinheit. Dieser Test findet in den Brecon Beacons und im Elan-Tal in Wales statt. Zuerst ist der so genannte Battle Fitness Test (BFT) zu bestehen, dieser setzt sich wie folgt zusammen: 2,5 Kilometer müssen als Gruppe in unter 13 Minuten gelaufen werden, anschließend noch einmal allein in unter 11,5 Minuten. Überhaupt besteht die erste Woche vor allem aus Geländeläufen mit leichtem Gepäck, außerdem aus Kartenlese- und Orientierungsaufgaben bei Tag oder auch bei Nacht gefragt, wobei es den Ausbildern überlassen ist, wie sie bei der Ausbildung vorgehen. Im Laufe der Auswahl nimmt das Gewicht des Marschgepäcks täglich zu und es wird auch das Gewehr im Gelände mitgeführt. Das bergige Gelände ist ein zusätzliche Schwierigkeitsgrad.
Die dritte Woche ist geprägt von Orientierungsübungen im Gelände mit immer anspruchsvolleren Schwierigkeitsgraden. In der letzten Woche besteht der Tagesablauf aus einem Geländelauf. Die zu erreichende Zeit wird den Soldaten nicht mitgeteilt, sie haben bei jedem Lauf ihr Bestes zu geben. Dabei zählt das Überschreiten des Zeitlimits ebenso zum Ausscheiden wie Verletzungen. Den Abschluss bildet ein Marsch über eine Distanz von 65 Kilometern, über insgesamt 7000 Höhenmeter mit einem 20 Kilogramm schweren Marschgepäck und natürlich mit dem Gewehr. Wer dabei länger als 20 Stunden braucht, ist automatisch durchgefallen. Dabei liegt der Rekord bei 14 Stunden. Immer wieder gibt es leider bei diesen Ausdauertests auch Todesfälle.

 




Aufbautraining dauer 4 Wochen



Die Aufbauausbildung ist eine ausführliche und möglichst realistische Ausbildung an Handfeuerwaffen und verschiedenen Sprengstoffen bzw. Übungen in Kleingruppentaktik. Wer davor noch keine Fallschirmausbildung hat, erhält diese nun in den 4 Wochen.
 


Dieses Bild zeigt das Militärgelände der 21st.




Dschungelausbildung dauer 6 Wochen



Bei der Dschungelausbildung werden kleine Gruppen von je vier Mann zusammengestellt. Diese absolvieren zusammen die Ausbildung, wobei jede Gruppe von einem Ausbilder überwacht wird. Die Soldaten haben zu jeder Zeit ihr Messer mitzuführen und dürfen lediglich eine Stunde in der Nacht und eine am Morgen ausruhen. Das Training umfasst die Orientierung und das Überleben im Dschungel, außerdem den Umgang mit Booten und den Aufbau von Lagerplätzen. Sämtliche Fähigkeiten müssen in einer Abschlussübung bewiesen und bestanden werden.


 
Spezialausbildung
 
In der Specialausbildung beginnt jetzt die eigentliche Ausbildung, innerhalb derer sich jeder Soldat auf einem oder mehreren Gebieten zum Experten auch als Specialist für bestimmte Bereiche fortbildet/ Ausbilden lässt, diese sind z.B.:
 
Rettungssanitäterausbildung mit dem Schwerpunkt der Traumamedizin
Fernmeldeausbildung
HALO heist High Altitude, Low Opening, Fallschirmtraining mit besonders hohen Absprüngen und Öffnen des Schirms in sehr niedriger Höhe
HAHO heist High Altitude, High Opening, Öffnen des Schirms in großen Höhen
Scharfschütze
Sprachen
Fahrer
Guerillakampf wird im Englischen als Counter Revolutionary Warfare kurz CRW bezeichnet
Sprengmeister



Kampfausbildung dauer 4 Wochen



Bei diesem Abschnitt werden in erster Linie das Überleben von Kampfsituationen, den sogenannten Combat Survival, geübt. Außerdem wird das das Verhalten bei einer Gefangennahme und das Verbergen vor Feinden trainiert und gelehrt.
Dazu gehört, dass die Soldaten sich nur von den Dingen ernähren, die sie in Wald und Feld finden, wie auch Verhöre und Folter (bis zu einem gewissen Grad) erleben. Die Ausbildung beendet eine Übung in E&E-Taktiken (Escape and Evasion – Fliehen und Ausweichen). Dazu bekommen die Soldaten unhandliche Übermäntel, um ihre Beweglichkeit einzuschränken und werden von anderen Einheiten, üblicherweise Fallschirmjägern oder Gurkhas, fünf Tage lang gejagt. Sie müssen unentdeckt bleiben, um zu bestehen. Anschließend wird jeder von ihnen 24 Stunden lang verhört und dabei erniedrigt, beschimpft, mit Lärm oder Schlafentzug gefoltert. Wer mehr als nur seinen Namen, seinen Rang, sein Geburtsdatum oder die Kennnummer preisgibt, fällt durch. Einzige erlaubte Antwort ist: „Es tut mir leid, ich kann diese Frage nicht beantworten".
Jeder Fehler in einem dieser Abschnitte führt dazu, dass der Soldat sofort zu seiner Ursprungseinheit zurückversetzt wird. Besteht er sie, verliert er jeden bisherigen Dienstrang und wird einfaches Mitglied (Trooper) des SAS. Die Ränge innerhalb des Regiments müssen von Unteroffizieren und Mannschaften neu erworben werden. Sollte er die Truppe verlassen, bekommt er seinen alten Dienstgrad zurück. Für Offiziere gilt ein abweichendes Verfahren: Sobald sie mindestens Captain (Hauptmann) sind, behalten sie ihren Rang, dürfen jedoch maximal drei Jahre im SAS dienen. Wenn sie anschließend den Test erneut bestehen, dürfen sie drei weitere Jahre dabei bleiben.
 


 
Emalige Mitglieder des Special Air Service
Bild/Name/Dienstzeit
Verbleib
  Edward Michael Grylls 1994–1997 Grylls moderiert jetzt eine Dokumentarfilm-Reihe für den Discovery Channel Europa, bekannt als Abenteuer Survival und Worst Case Scenario
  Chris Ryan 1978-1994 Chris Ryan moderiert jetzt die Dukoserie Undercover - Spezialeinheiten im Einsatz wo er für eine Woche teil der besten Specialeinheiten der Welt werden darf dabei begleitet er diese auch in gefährliche Einsätze
  Ben Griffin 1978-1994 Verließ den Special Air Service aus moralischen Gründe.




Je nach Dienststellung und angelernten Fähigkeiten verdienen die Elitesoldaten 25.000 bis 80.000 Pfund im Jahr. Dabei ist der Dienst so hart, dass viele der Männer mit Mitte 30 aussteigen müssen, da es der Körper nicht mehr mitmacht. Neben Verletzungen, die sie im Einsatz erleiden, sind auch Spätfolgen z.B. durch schlechte Ernährung, verseuchtes Wasser, Infektionen oder Gefangenschaft ein großer Faktor zum Verlassen der Truppe bzw. Aussteigen. Dabei kann es bei Heimkehrern vorkommen, dass ihre Konditionierung und ihre Erlebnisse zur Belastung werden. Leider gelingt es nur sehr wenigen sich an ein normales Leben zu gewöhnen. Viele leiden Jahre lang unter psychischen Störungen wie dem sogenannten posttraumatischen Stresssyndrom oder können ihre Aggressionen nicht mehr kontrollieren. Dadurch können sie leider zu einer Gefahr für ihre eigene Familie werden. Dazu kommen immer wieder Berichte über Selbstmorde ehemaliger SAS Soldaten.
Durch diese hohe Belastung, zum einen hohen psychologischen Druck, als auch Einsatzdauer, wird ein geregeltes Familienleben zu einer echten Herausforderung für alle Rückkehrer des Regimentes. Scheidungen sind in diesem Zusammenhang keine Seltenheit beim Special Air Service.

 

Nachwuchsprobleme beim Special Air Service


 



Aufgrund dieser Fakten und der hohen Anforderungen bei den Auswahlverfahren, hat der Special Air Service schon längere Zeit Schwierigkeiten seine Sollstärke zu halten. Die britische Zeitung „Daily Telegraph“ berichtete im Jahr 2005, dass sich diese Probleme seit dem Krieg im Irak massiv verstärkt hätten. Ein weiterer Grund ist, dass immer mehr Soldaten ihren Dienst für lukrative Stellen bei privaten Sicherheitsdienstleistern quittieren. Dieses Problem hat das Regiment dazu veranlasst, sämtliche 300 Frontsoldaten des SAS per Brief darauf hinzuweisen, dass es im besten Sinne aller wäre, wenn sie in der Einheit bleiben würden. Der Anreiz aus der Wirtschaft ist hoch und vor allem bekannte Firmen wie Xe Services (früher Blackwater), Private Military Company und auch Armor Group, suchen nach neuen Angestellten. Die Mitgliedern der SAS Regimenter sind dabei sehr beliebt und werden auch aktiv abgeworben. Laut dem Bericht kann ein Unteroffizier des SAS, als Berater eines privaten Sicherheitsunternehmens in Irak oder Afghanistan, bis zu 14.000 Pfund im Monat verdienen bei so einem Unternehmen verdienen.

Ausrüstung

Die gesamten Informationen, die es über den Special Air Service gibt, basieren auf Büchern ehemaliger Mitglieder des Regimentes oder auf Berichten von Journalisten, die sich mit dem Special Air Service beschäftigt haben. Dabei ist davon auszugehen, dass die Genauigkeit der existierenden Quellen sehr begrenzt, nicht mehr aktuell oder auch von Fehlinformation durchsetzt sind. Man kann aber von ausgehen, dass der SAS ähnlich wie andere Spezialeinheiten, z.b. die Delta Force, KSK usw., Zugriff auf praktisch jede weltweit verfügbare Waffe hat und sie entsprechend den eigenen Bedürfnissen modifizieren und verändern kann. Die Standardbewaffnung des SAS für militärische Einsätze ist das amerikanische Sturmgewehr M16, das mit einen Granatwerfer von Typ M203 modifiziert werden kann. Unter anderen werden als Unterstützungswaffen das Standard-MG der britischen Armee verwendet. Das GPMG (steht für General Purpose Machine Gun), auch als „Gimpy“ bezeichnet, besitzt Kaliber 7,62 x 51 mm NATO und wird neben dem FN Minimi im Kaliber 5,56 x 45 mm NATO eingesetzt. Seit dem Erfahrungen im Afghanistaneinsatz wird auch beim SAS das Diemaco C8 SFW (steht für Special Forces Weapon) vermehrt eingesetzt, wobei auch der Granatwerfer H&K AG-C UGL verwendet wird. Die deutschen Waffen sind seit geraumer Zeit fester bestand im Waffen Arsenal des Special Air Service. Für den Bereich Anti-Terror-Operationen werden die Maschinenpistolen des Typs Heckler & Koch MP5 und MP7 verwendet, dies wird auch bei anderen Spezialeinheiten so gehandhabt. Außerdem findet auch die HK 53 Verwendung, dies ist vom Typ her eine Maschinenpistole von Heckler & Koch und wird im Kaliber 5,56 x 45 mm NATO eingesetzt. Teil der Hauptbewaffnung des Special Air Service war jahrelang die halbautomatische Pistole Browning Hi-Power vom Kaliber 9-Millimeter-Parabellum. Inzwischen wird aber jedoch die leistungsstärkere SIG Sauer P228 verwendet und hat die Browning abgelöst, dabei benötigt die P228 die gleiche Munition wie die Browning Hi-Power und die HK MP5 was sie darum zu einer vorteilhaften Waffe macht für das SAS.
 

 



Die Scharfschützen des Special Air Service verwenden Scharfschützengewehre vom Typ Accuracy International L96 A1 im Kaliber.308 Winchester, dieses Gewehr könnte bei Bedarf mit einem Schalldämpfer ausgestattet werden. Außerdem stehen vom gleichen Hersteller so genannte Anti-Material-Rifles zur Verfügung, dies sind schwere Gewehre, welche auch gegen gepanzerte Fahrzeuge eingesetzt werden können. Das SAS verwendet dabei ein Kaliber vom Typ 12,7 × 99 mm NATO, auch als .50 BMG bezeichnet. Je nach Mission können außerdem auch verschiedene Infanteriewaffen wie schwere Maschinengewehre, Granatwerfer, Raketenwerfer oder Minen zum Einsatz kommen.
Als Bekleidung kommt ein feuerfester Kampfanzug zum Einsatz. Dieser Overall kann entsprechend den Einsatzbedingungen mit verschiedenen Tarnmustern ausgegeben werden. Ein netzartiger Schal wird als Halstuch getragen, aber auch zur Tarnung von Gesicht oder Ausrüstung eingesetzt. Je nach Auftrag kann eine schusshemmende Taktikweste ebenso zu Ausrüstung gehören, wie eine Sturmhaube, ein Helm mit Gesichtsvisier, Nachtsichtgeräte oder einer ABC-Schutzmasken. Als Luftunterstützung verwendet die britische Regierung laut einem Bericht der „Sunday Times“ sechs Flugzeuge des Typs Hercules AC-130 Spectre. Diese Flugzeuge werden auch noch als „Gunships“ bezeichnet, es handelt sich hierbei um fliegende Geschützplattformen. Diese Flugzeuge sind stark gepanzert und mit verschiedenen Schnellfeuerkanonen und Maschinengewehren bestückt. Ihre Existenz bedeutet eine Erweiterung der Einsatzbereitschaft für das Special Air Service. Dabei kommen diese Gunships nur bei umfangreichen Einsätzen zum Tragen, nur traditionellen kleinen Teams operieren weiterhin ohne solche Unterstützung. Nur durch eigenständieg Operationsmuster ohne Abhängigkeit von außen, können sich die SAS einheiten hinter den feindlichen Linien operieren. Solche Teams benötigen auch kaum so eine massive Feuerunterstützung. Erst wenn es zu einen geschlossenen Einsatz ganzer Squadrons kommt kann diese Unterstützung jedoch sehr wohl wichtig sein. Außerdem werden zurzeit laut des „Jane’s“ in Credenhill Minidrohnen aus amerikanischer Produktion erprobt. Diese sogenannten Backpack Unmanned Surveillance Targeting and Enhanced Reconnaissance (Buster) sind mit Modellflugzeugen vergleichbar, dabei lassen sie sich im Rucksack transportieren und können Informationen aus der Luft sammeln. Gesteuert werden sie ähnlich einem Modellflugzeug und können bis zu vier Stunden in der Luft bleiben.
 

Fortbewegungsmittel des Special Air Service



Das Special Air Service verwendet vorwiegend Militärversionen des Land Rover Defender, und auch den Wolf (dieser ist aber nicht mit der Bundeswehr Ausführung der G- Klasse zu verwechseln). Diese Fahrzeuge werden sowohl mit kurzem, als auch mit langem Radstand verwendet. Außerdem findet noch der so genannte Pink Panther beim SAS Verwendung, das ist ein auf dem Land Rover basierendes Patrouillenfahrzeug. Auch kommt das HMT Supacat Multi-Envirnoment Surveillance and Reconnaissance Vehicle zum Einsatz, das seit Jahren bei den Royal Marines verwendet wird. Für den Langstreckentransport der Soldaten stehen mehrere modifizierte Maschinen vom Typ Lockheed C-130 Hercules zur Verfügung, die mit zusätzlichen Aufklärungs- und Kommunikationssystemen, sowie Flares zum Selbstschutz ausgerüstet sind. Seit dem Jahr 2002 wird gelegentlich auch für den Transport der Soldaten die C-17 Globemaster verwendet. Der primäre Operationshubschrauber des SAS ist der Westland Lynx Mk.7, sowie der modernere Battlefield Lynx. Diese beiden Hubschrauber Typen werden für den schnellen Eingriff in Missionen benutzt. Weiterhin wurden in den 90er Jahren laut bestimmten Medienberichten acht Hubschrauber vom Typ Boeing Vertol CH-47 Chinook beschafft. Diese Maschinen können für den Transport einer ganzen Squadron samt leichter Fahrzeuge eingesetzt werden. Außerdem besitzt der SAS über 4 Hubschrauber vom Typ Agusta A109.

 




Kooperationen mit anderen Ländern



Der Special Air Service wird seit 2005 im Bereich des Nachrichtendienstlichen durch das neu gebildete Special Reconnaissance Regiment (SRR) unterstützt. Diese Einrichtung nimmt Aufgaben im Bereich der Überwachungs- und Aufklärungsoperationen und Missionsplanung wahr. Neben Großbritannien verfügen auch Australien und Neuseeland über einen eigenen SAS, auch weil sich die Militärs ihren ehemaligen Kolonialherren angepasst haben. Diese Einheiten stehen in engem Kontakt mit dem britischen SAS, sowohl im Training als auch bei weltweiten Einsätzen. Der britische SAS übernimmt zudem die komplette Ausbildung der Sultan’s Special Force in Oman.
Viele Spezialeinheiten auf der ganzen Welt haben sich den Speical Air Service als Vorbild genommen. Ein Beispiel wäre dafür ist der komplett übernommene Ausbildungsplan bzw. Ausbildungsstab der amerikanischen geheimen Antiterroreinheit Delta Force. Diese 1977 gegründete Einheit wurde durch ein Expertenteam des SAS fast ein Jahr lang in den USA ausgebildet und geschult. Dieses Know-how bildete damit die Grundlage für die Aufstellung aller anderen US-Antiterroreinheiten, wie dem 1980 gegründeten Seal Team Six und dem 1983 aufgestellten Hostage Rescue Team des FBI, wie auch die US Army Special Forces, welche bis heute die Taktische Grundlagen des SAS benutzen.
Die Erfolge und erfolgsversprechende Struktur des SAS, war auch für die deutsche KSK (Kommando Spezial Kräfte), die kanadische JTF2 , das schweizerische AAD 10, die polnische GROM und die israelische Sayeret Matkal Vorbild. Diese Einheiten übernahmen fast die komplette taktische Struktur und Einsatzdoktrin des SAS. Später jedoch entwickelte sich die Sayeret Matkal durch ihre enorme Einsatzdichte bzw. so erworbenen, speziellen Erfahrungen einen eigenen Einsatzstil, der als wertvolle Erweiterung für die Doktrin des SAS eine eigene Wertigkeit bekam. Viele Specialeinheiten auf der Welt trainieren regelmäßig gemeinsam mit Einheiten des SAS und nutzen auch dessen Trainingseinrichtungen z.B. in Belize oder Brunei.
 

Geheimhaltung über den Special Air Service



Anfangs wurde die Existenz des Special Air Service geheim gehalten, doch in Großbritannien war diese Einsatzgruppe bereits in den 60er Jahren allgemein bekannt. Dennoch wurde das SAS sehr lange von offiziellen Stellen dementiert, vor allem nachdem ein Fernsehteam 1972 zufällig einen Einsatz an Bord des damaligen Kreuzfahrtschiffes Queen Elizabeth 2 dokumentierte. Dazu nahm das Verteidigungsministerium keine Stellung und stritt die Existenz des Regimentes ab. Erst in den 80er Jahren wurde die Existenz des Special Air Service offiziell von der Regierung bestätigt, nachdem dieser die Geiselnahme in der iranischen Botschaft in London vor versammelter Weltpresse erfolgreich beendet hatte.
Nach der Aufnahme in das Regiment ist es jedem neuen Mitglied strengstens untersagt, anderen als den engen Familienmitgliedern die Zugehörigkeit zum Special Air Service zu erzählen. Während der gesamten Dienstzeit sorgt das Verteidigungsministerium für Anonymität der einzelnen Soldaten. In Veröffentlichungen über eventuell verliehene Auszeichnungen steht immer hinter den Namen des jeweiligen Soldaten die ursprüngliche Einheit, nicht das Special Air Service. Sollte es doch vorkommen und ein Soldat wird im Kampf getötet, wird darüber keine öffentliche Mitteilung gemacht, solange es sich vermeiden lässt. Ist eine öffentliche Mittteilung unvermeidbar, wird der Soldat als Mitglied seiner ursprünglichen Einheit aufgeführt. Die meisten Erzählungen über den Special Air Service stammen von ehemaligen Mitgliedern des Regimentes, von denen angeblich nach verschiedenen Informationen einige ehemalige Soldaten wegen der Preisgabe von Informationen vor Militärgerichten gestellt wurden. Darum ist auch bei jeden Buch, welches das Special Air Service zum Thema hat, grundlegende Skepsis angebracht. Die Informationen könnten verändert sein bzw. so als relevante Informationsquellen unbrauchbar gemacht worden sein.
Gegen Ende November 2001 gewann erstmals ein ehemaliger Soldat des SAS einen dreijährigen Prozess gegen das Ministerium. Daraufhin durfte er anschließend sein Buch über einen katastrophalen Einsatz während des Golfkrieges veröffentlichen, jedoch musste er jeden Gewinn an dem Staat abtreten. Ex-Mitglieder, die Berichte veröffentlichen, tun dies üblicherweise unter einem Pseudonym, wie zum Beispiel auch Andy McNab. Doch ist auch bei diesen Büchern die Höhe des Wahrheitsgehaltes unklar. Leider gibt es immer wieder Bücher von Autoren, die behaupten im Special Air Service gedient zu haben, ohne dass es dafür Beweise gibt.


Ensatz

Die ersten Taten des Special Air Service 1941 bis 1945



Gegründet wurde das Special Air Service im Juli 1941 während des Zweiten Weltkrieges. Es wird damals noch als „the Regiment“ bezeichnet. Der Gründer war der damalige Lieutenant David Stirling. Die ursprüngliche Aufgabe des SAS war Sabotage und zwar weit hinter dem feindlichen Linien. Ihr ersten Einsatzziel was des deutschen Afrikakorps, dabei im Fadenkreuz Rommels Nachschublinien, welches es zu stören oder zu vernichten galt.
Als deutsches Gegenstück wurde die "Divison Brandenburg" und ihre Kommandodoktrin aufgestellt, auch Sie waren Anfangs sehr erfolgreich, wurden aber im Laufe des Krieges immer weiter unterversorgt und konnten so nur wenig Einfluss nehmen!
 

 



Diese Einheit verfügte am Anfang über nur 66 Mann und wurde als „L Detachment" oder "Special Air Service Brigade“ bezeichnet. Bei der Bezeichnung Brigade könnte man annehmen, dass es sich um eine viel größere Einheit handelte, dies wurde aber nur als Tarnung und zur Täuschung der Deutschen eingeführt. Ebenso der Zusatz Air, der über mögliche Einsatzdoktrinen hinwegtäuschen sollte. Die ersten Männer wurden in der Nähe von Kabrit nahe dem Sueskanal ausgebildet. Dabei arbeiteten die Soldaten anfangs eng mit der so genannten Long Range Desert Group (LRDG), einer Aufklärungseinheit der Britisch Armee zusammen.
Während des Wüstenkrieges in Afrika bzw. dessen heiße Phase, unternahmen Stirlings Soldaten viele erfolgreiche Angriffe. Sie vernichteten viele Treibstoffdepots und auch Flugplätze. Durch ihre hohen Erfolge gegen das DAK hatte das SAS einen so gefürchteten Ruf in den Reihen der Deutschen, dass Adolf Hitler persönlich den so genannten Kommandobefehl erließ. Dieser besagte, dass jedes gefasste Mitglied einer Specialeinheit sofort zu erschießen sei. Durch die vielen Einsätze perfektionierten die SAS Soldaten eine Taktik namens "Hit and Run", was für Angreifen und Verschwinden steht. Sie wurde lediglich mit Geländefahrzeugen, die ein Maschinengewehr trugen, in den Einsatzgeschickt und verschwanden anschließen schnell in der Wüste.
 


 
SAS Einheiten wären des 2 Weltkriegs
3rd SAS bestehend aus französischen Soldaten
4th SAS bestehend aus französischen Soldaten
5th SAS bestehend aus belgischen Soldaten



Dabei ging der erste Einsatz eines Special Air Service Team daneben. Es wurden Im November 1941 62 Soldaten mit Fallschirmen hinter den feindlichen Linien abgesetzt, der Auftrag war es einen deutschen Fliegerhorst zu zerstören. Leider erreichten nur 22 Soldaten den ausgemachten Treffpunkt, die übrigen wurden wegen eines Fehlabsetzens gefangengenommen oder getötet. Daraufhin warb Stirling anschließend in der Armeeführung darum, den Auftrag zu wiederholen. Beim zweiten Versuch transportierte jedoch die LRDG die Soldaten per Fahrzeug zum Einsatzort. Es gelang den Soldaten ohne eigene Verluste den Flugplatz zu zerstört. Durch diesen Erfolg erhielt die Gruppe im Oktober 1942 den Namen 1st SAS und damit auch den Status eines eigenständigen Regiments. Später begann Stirlings Bruder Bill mit dem Aufbau eines zweiten Regiments, namens 2nd SAS. Im Januar 1943 wurde David Stirling bei einem Einsatz von Italienern gefasst und verbrachte den Rest des Krieges in einem Kriegsgefangenenlager. Durch die Gefangennahme übernahmen sein Bruder Bill und Blair ‚Paddy‘ Mayne das Kommando. Jedoch wurde des SAS nicht nur in Afrika eingesetzt, sondern war auch an anderen Frontabschnitten sehr aktiv, z.B. an der Invasion von Italien. Dabei nutzte man auch dortige Partisanen und geflohene sowjetische Kriegsgefangene als Unterstützer wie Informationsquellen. Diese bildeten das „Allied SAS Battalion“ und störten unter anderem die Kommunikationslinien des damaligen deutschen Oberbefehlshabers der Front, Albert Kesselring. Zwischen den Jahren 1943 und 1945 wurden insgesamt drei dieser Fremdenbataillone aufgestellt:
 

Die ersten Jahre nach dem zweiten Weltkrieg 1946 bis 1979



Na dem zweiten Weltkrieg wurden die beiden französischen Bataillone und das belgische aufgelöst, die Mitglieder dieser Einheiten kehrten in ihre Heimatländer zurück und wurden dort in die Armeen wieder eingegliedert. Dabei bildeten die französisch stämmigen Soldaten das:


 
Verwandte Einheiten des SAS in anderen Ländern nach dem 2 Weltkrieg
  • 2e Régiment de Chasseurs Parachutistes
  • 3e Régiment de Chasseurs Parachutistes



Später gingen diese beiden Regimenter in dem 1er Régiment Parachutiste d'Infanterie de Marine (1er RPIMa) auf, das ist das französische Gegenstück zum britischen SAS, diese Einheit sich noch heute in der Tradition des SAS und nimmt auch regelmäßig teil an gemeinsame Übungen.

Bei den belgischen Heimkehrern wurde es so ähnlich wie bei den französischen Soldaten gemacht. Sie wurden wieder in die Armee eingegliedert und bildeten dann später das




 
  • 1st Battalion Belgian Para Commandos werden auch als Para Commandos bezeichnet



Auch der der britische Teil der Truppe existierte nicht in der bisherigen Form weiter. Die Truppe wurde offiziell aus der Armee ausgegliedert und später aufgelöst. Erst am 1. Juli 1947 wurde sie zumindest teilweise als Special Air Service Regiments, im das damalige Army Air Corps, neu aufgestellt. Dabei bestand es aus einem Regiment, das eigentlich der Reserve angehörte. Im August 1949 wurde diese Einheit aus dem Army Air Corps ausgegliedert und als unabhängiges Korps geführt.
Erst in den 1950 Jahren baute der damalige Brigadier Mike Calvert den Special Air Service wieder als Kommandoeinheit auf. Der Grund dieses Handelns war eine Krise in Malaysia, wo Rebellen versuchten, die Unabhängigkeit durch einen Bürgerkrieg zu erkämpfen. Durch dieses Ereignis wurde eine Anti-Guerilla-Einheit gebildet, die als Z Squadron bezeichnet wurde. Diese Einheit kämpfte unter dem Namen „Malayan Scouts“ in Malaysia. Das Squadron bestand aus ehemaligen SAS- Soldaten, Rekruten und anderer Einheiten, sowie aus Insassen von verschiedenen Militärgefängnissen. Außerdem wurde als Unterstützung das noch existierende Regiment 21 in den Dschungel von Malaysia geschickt, es diente dort als Reserve. Bis zum Ende des Jahres 1955 bestand die gesamte Truppe wieder aus fünf Schwadronen und blieb in Malaysia bis Ende 1958 stationiert.
 

1952 wurden die bereits bestehenden Gruppen in zwei zusammen gefasten Einheiten neu organisiert:



 
  • 21st Special Air Service Regiment
  • 22nd Special Air Service Regiment


1959 entstand dann in der Territorial Army eine dritte SAS-Einheit:



 
  • 23rd Special Air Service Regiment



Die letzte Umstrukturierung fand am 1. April 1967 statt. Im damaligen Hauptquartier, das auch noch heute in Hereford stationiert ist. Es wurde zu diesem Zeitpunkt ein neues Squadron aufgestellt, welches als R Squadron oder auch als Special Air Service Regiment (V) bezeichnet wurde. Diese Einheit setzte sich aus ausgewählten Mitgliedern der Regimenter 21 und 23 zusammen, um bei Bedarf dem 22nd SAS als schnelle Verstärkung zu dienen. Später erfolgte jedoch noch die Umbenennung in den historischen Namen:


 
  • L Detachment



Nach dem Einsatz in Malaysia wurden weitere Soldaten geschickt. So kämpften Special Air Service-Teams gegen den Sultan putschende Rebellen im heutigen Oman. Diese Einsätze spielten sich gegen 1958 bis 1959 ab. Außerdem waren die Männer des SAS von 1964 bis 1967 in Aden im Einsatz, bevor die Briten das Land verließen. Außerdem gab es Einsätze von 1970 bis 1977, welche inoffiziell und streng geheim im Oman durchgeführt wurden. Durch diese Einsätze änderten sich auch die Aufgaben des SAS, welche immer mehr zu einer geheimen Elitetruppe umgebaut wurde. Statt einer normalen Armeetruppe waren es nun die neuen Aufgaben - Personenschutz und der Kampf gegen Terroristen. Als Tarnung wurden im Einsatz nun auch Zivilkleidung oder Uniformen anderer Armeeeinheiten getragen.

Nordirland

Die Einsätze in Nordirland



Ab dem Jahr 1969 setzte die britische Regierung erstmals den Special Air Service auch in Nordirland ein, was aber schnell zu Kritik führte. Offiziell begann die britische Armee ihren Einsatz in der Provinz um die lokale Polizei, die Royal Ulster Constabulary, zu unterstützen. Alle Einsätze, bei denen das Special Air Service beteiligt war, von vornherein Kampfeinsätze gegen die IRA eingestuft. Mehrfach kamen dabei unbewaffnete Zivilisten ums Leben, was den Ruf des Special Air Service schädigte. Anfangs traten die Soldaten noch offen in ihren Uniformen und sandfarbenen Baretten auf, später operierten sie immer häufiger verdeckt. Außerdem arbeitete der Special Air Service im Kampf gegen die IRA sehr eng mit der 1970 aufgestellten 14 Intelligence Company zusammen. Diese Einheit war eine Spezialeinheit der britischen Armee, die für nachrichtendienstliche Aufklärung und Überwachung ausgebildet war. Aus verschiedenen Quellen behaupteten die vor allem Iren, dass der SAS in den 1980er-Jahren sogar IRA-Mitglieder planmäßig exekutiert haben soll. Diese Quellen sind bis heute nie bestätigt worden. So soll das Special Air Service 1984 in Dunloy, in der Grafschaft Antrim, zwei Männer erst verwundet und schließlich erschossen haben. Außerdem in Loughall 1987 acht IRA-Männer, die versuchten, eine Polizeistation zu sprengen, in einen Hinterhalt des SAS gelockt und getötet worden sein. Zwar unterliegt der Special Air Service bei dem Gebrauch von Waffen den gleichen rechtlichen Gesetzen wie die britische Armee, allerdings wird bei SAS-Einsätzen grundsätzlich offiziell eine Kriegseinsatzsituation angenommen, d.h. es wird nach dem Kriegsrecht verfahren. Aufgrund seiner aggressiven und kompromisslosen Kampfweise ist der Special Air Service bis heute unter seinen potentiellen Zielen sehr gefürchtet und bekam einen geradezu mythischen Ruf. Ein gutes Beispiel dafür war die Balcombe Street Belagerung, die am 6. Dezember 1975 geschah. Auf der Flucht vor der Polizei hatten sich zwei IRA-Männer in einer Wohnung in der Balcombe Street in London verschanzt und zwei Bewohner als Geiseln genommen. Sechs Tage lang dauerten die Verhandlungen. Die Männer ergaben sich, als sie in den Medien erfahren haben das der Special Air Service zur Befreiung der Geiseln eingesetzt werden sollte.

1980 - Heute

Einsätze in der Zeit von 1980 bis 2001



Mehr und mehr wurde der Special Air Service auch für die Öffentlichkeit sichtbar. Diese neue Offenheit der Regierung gegenüber den Bürgern bzw. dem Special Air Service, nahm seinen Anfang im April 1980. Zu dieser Zeit besetzten irakische Terroristen die iranische Botschaft in London. Auch nach langen vergeblichen Verhandlungen, welche fast sechs Tage lang dauerten und keinen Erfolg brachten, wurde von der damaligen Premierministerin Margaret Thatcher, am 5. Mai, der Angriffs- bzw. Räumungsbefehl gegeben. Um etwa 19.26 Uhr stürmten mehr als 30 Soldaten des Speical Air Service, alle waren Angehörige des 22st SAS Regimentes, das Botschaftsgebäude und wurden dabei zum Teil live von den Fernsehsender BBC gefilmt. Während des 17 Minuten andauernden Einsatzes erschossen die Terroristen auch die zweite Geisel. Im Verlauf des Einsatzes selbst wurden bis auf einen Terroristen alle Geiselnehmer vom Special Air Service getötet. Dieser eine Geiselnehmer überlebte den Einsatz des Special Air Service nur, weil er sich seiner Waffe sofort entledigte und sich zu Boden warf, so dass er von den SAS- Soldaten für eine Geisel gehalten wurde. Soweit der Bericht eines Zeugen des Einsatzes. Trotz der großen Kritik aus den Medien galt der Einsatz als sehr erfolgreich. Dieser Einsatz würde zugleich genutzt um die Debatte der Existenz des SAS, welche vorher noch abgestritten wurden, von offizieller Seite zu bestätigen. Ein weiterer Einsatz des Special Air Service wurde in der Zeit des Falklandkrieges 1982 durchgeführt. Dabei kämpften mehrere SAS- Teams im Vorfeld und während der Landung auf den Falklandinseln, oft in Zusammenarbeit mit Einheiten des Special Boat Service. Auch soll es zu Einsätzen auf dem argentinischen Festland gekommen sein, darüber existieren aber keine Beweise.
Dabei wurde aber jedoch das Special Air Service nicht nur für Kriege und Terrorismusbekämpfung eingesetzt. Im Jahr 1987 befahl der damalige Premierministerin Thatcher einem SAS-Team das Hochsicherheitsgefängnis in Peterhead in Schottland zu stürmen, um eine Revolte der Häftlinge niederzuschlagen. Bei diesen Einsatz setzten die SAS- Soldaten lediglich Schlagstöcke, Blendgranaten und CS-Gas gegen die Häftlinge ein. Der Einsatz gelang und war ein voller Erfolg, ein gefangen gehaltener Wachmann konnte befreit werden. Im Zweiten Golfkrieg im Jahr 1991, als Kriegsschauplatz für den SAS eine gewohnte Umgebung, doch vom Ausmaß das größte Unterfangen nach dem Zweiten Weltkrieg. Das SAS wurden auch hier wieder zu Sabotageeinsätzen weit hinter den feindlichen Linien eingeteilt. Dabei war eine vorrangige Aufgabe die Zerstörung von Abschussrampen des irakischen Typs SCUD - ballistische Boden-Boden-Rakete. Außerdem erlitt die Truppe auch einen ihrer größten Fehlschläge, bei dem zwei Mitglieder des Kommandos: „Bravo Two Zero“ für die Nachwelt aufgeschrieben haben. Der Einsatz sah wie folgt aus, ein Acht-Mann-Team sollte tief in der irakischen Wüste Abschussstellungen aufspüren und zerstören. Dabei waren die Männer mehrere Tage lang unter starken Beschuss und zogen sich immer weiter kämpfend zurück, wobei Sie schätzungsweise 250 Iraker töteten. Nur einer der acht schaffte es, sich bis zur 190 Kilometer entfernten syrischen Grenze durchzuschlagen. Drei weitere wurden im Kampf getötet, die übrigen vier Soldaten wurden gefangen genommen und während der Verhöre von Irakischen Soldaten gefoltert.
 

Einsätze ab 2002 bis Heute



Neben den immer noch klassischen Aufgaben des Special Air Service: Sabotage, Geheimdienstarbeit und Geiselbefreiung. Sind gerade diese Qualitäten seit 2001 immer wichtiger für das Regiment geworden. Der 11. September 2001 war dabei der Startschuss für einen weltweiten Kampf gegen terroristische Gruppen mit dem Special Air Service an der Spitze. Aufgrund der vielen Erfahrungen des Regiments in Nordirland, gilt der SAS als eine der wichtigsten Waffen gegen den internationalen Terror. Im Gegensatz zu vergleichbare Eliteeinheiten verbündeter Länder (Delta Force oder dem KSK), arbeitet der Special Air Service im gleichen Muster wie die israelische Sajeret Matkal. Dabei wurde immer wieder auch eng mit der Bundesbehörden und der Polizei zusammengearbeite. Auch sollen einige Mitglieder sowohl an der Fahndung nach den Drahtziehern der Bombenanschlägen auf das Londoner Verkehrsnetz im Juli 2005 beteiligt gewesen sein, als auch an der Erstürmung mehrerer Wohnungen von Hintermännern in West-London. Es gab wie bei den meisten Einsätzen des Special Air Service keine offizielle Bestätigungen von der Regierungsseite.
Am 19. September 2005 kam es im irakischen Basra zu einem Zwischenfall, bei dem das SAS beteiligt war. Dieser Einsatz allerdings erregte die internationale Aufmerksamkeit. Der Einsatz, bei dem zwei SAS-Soldaten gegen Waffenschmuggler vorgehen sollten, beide Männer waren als Araber verkleidet und in einem Zivilfahrzeug unterwegs, wurde vereitelt. Als sie in eine irakische Polizeikontrolle gerieten kam es zu einem kurzen Schusswechsel mit den irakischen Sicherheitskräften, wobei sich die Männer ergaben und festgenommen wurden. In ihrem Fahrzeug fand man diverse Waffen und Ausrüstungsgegenstände für den Einsatz. Noch bevor ihre Identität oder ihre Absichten geklärt werden konnten, wurden die beiden Soldaten aus ihrem irakischen Gefängnis von britischen Truppen gewaltsam befreit. Die britische Armee begründete dies mit dem Verdacht, dass die örtliche Polizei die Männer an terroristische Milizen übergeben wollten und dadurch das Leben der SAS Männer in Gefahr gewesen sei. Auch bekannt ist, das nach einem Einsatz im Irak 2006 ein beteiligtes SAS-Mitglied die Einheit und die britische Armee aus „moralischen Gründen“ verließ. Es handelte sich um den 28-jährige Ben Griffin, welcher auf eigenen Wunsch ausschied. Er habe im Irak in dutzenden Fällen „illegale“ Verhörmethoden beobachtet und erlebt, so auch einen Iraker, der von US-Soldaten als „Untermensch“ behandelt worden war. Nach seinem Ausschied aus der SAS ist Griffin der erste Soldat überhaupt, der den SAS aus moralischen Gründen verlassen hatte.
Der letzte bekannte Einsatz bzw. dokumentiere Einsatz der SAS wurde am 26. Februar 2011 durchgeführt. Bei diesem Einsatz sollten SAS-Soldaten, während des Aufstands in Libyen, die Evakuierung von 150 britischen Staatsbürgern durch zwei angeforderte Transportflugzeuge vom Typ C-130 Hercules südlich von Bengasi unterstützen.