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Wir sind eine unabhängige und vorwiegend deutschsprachige Internetseite für Modding in Games. Seit 2005 hat sich das Projekt Designmodproject dem Modden bzw. dem Erstellen von Mods verschrieben (Mod; Abk. für engl. modification oder deutsch Modifikation). Dabei stand immer die historische Erweiterung von Spielinhalten des strategie- und militärhistorischen Genres der PC-Spiele im Vordergrund.

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Seit 2015 arbeitet das Design Mod Project mit Entwicklerstudios zusammen und dient als Sprachrohr für die Community an die Hersteller von PC Spielen. Wir stehen für den aktuellen Trend zurück zu den Wurzeln von Spielen zu gehen und wollen diesen Weg mit den Spielern zusammen bestreiten. Wir bieten eine Plattform für Modding und vor allem für das Teilen von Spielerlebnissen.

 

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Dieser Patch korrigiert diverse Fehler aus Version 5.0 oder 5.01 und korrigiert die Dateistruktur vieler Einheiten, welche möglicherweise unregelmäßige CTDs beim Spielen oder Laden verursachen.
DAW - Der andere Weg 19-01

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Der Amulet Mod 3.0 ist für das PC-Spiel Panzer Corps Wehrmacht. Es ist der zur Zeit tiefgreifendste und umfangreichste Mod für deutsche Einheiten. Hier kurz die Merkmale: 77 neue Einheiten; 50
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Total Realism Project

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TRP 1.04 ist eine Zusammenfassung der vielen kleineren Ideen, die wir zu unserer Mod hatten. Wir veröffentlichen sie nun auf Basis der neuen HoI 2 Darkest Hour-Version 1.05.
DAW - Der andere Weg 18-02

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Folgende Änderungen bzw. Zusätze zur bisherigen Version (DAW 17-09) sind enthalten: Darstellung vereister Seen Die Landschaftstiles für Seen in der Winterdarstellung wurde (auch für die beid
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Changes in v1.9
Pazifik Korps Teil 4 Part 3

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Im 3. Teil der US-Kampagne "Nach den schwarzen Tränen der Arizona", geht es als erstes um die Befreiung der Philippinen. Hierbei werden Sie von einem lokalen Helden tatkräftig unterstützt. Die aus
War Ace Campaign 5.0

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Eine erhoffte Fortzetzung des War Ace Campaign Großmod für das Spiel Silent Hunter 3 wurde von HanSolo nach mehr als 2 Jahren intensiver Entwicklungszeit vollendet.
DAW - Der andere Weg 17-09

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Folgende Änderungen bzw. Zusätze zur Version DAW 17-04 sind enthalten: Englische Texte DAW Kompendium + Credits, Install-Datei, sowie alle Briefingsdateien und Texte innerhalb der Kampagnen sin
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Ein Mod des Users IronCross für das Spiel Panzer War in Europe. Es wurden vorhandene Grafiken berichtigt und einige Grafiken hinzugefügt. Es wurde noch weitere Änderungen vorgenommen. Die detaill
Italienische Kampagne 2 V1.91 Part 1

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Kampagne, kritische Fehler in Griechenland-1 Szenario berichtigt    


Das Thema

 

Projekt "Ursel"

 

"Ursel“

[...]ein Raketensystem zur Verteidigung gegen feindliche Zerstörer. Vorgesehen war ein Feststoffraketentorpedo von 1,8 Meter Länge und 80 Kilogramm Gewicht, der 15 Kilogramm Sprengstoff tragen sollte, um bei 60 Knoten auf 300 Meter ein etwa fünf Quadratmeter großes Leck erzielen zu können. Da das Projekt „Ursel“ aber nicht serienreif wurde, erhielten die Boote stattdessen eine Werkstatt mit einer Drehbank eingebaut.


Einleitung

Einleitung

Die Entwicklung schreitet während des Krieges weiter voran und wurde auch durch einen großen Etat gefördert. Nicht nur bei der Technik und Wurfkörper wurden Fortschritte gemacht, auch die Anwendung wurde immer waghalsiger und unkonventioneller. Der Name für das Projekt "Ursel" war eine Code-Bezeichnung für alle Experimente, welche im Zusammenhang mit Raketen und U-Booten stand!

 

So erfolgte am 4. Juni 1942 in der Ostsee (Peenemünde) der erste Unterwasser-Abschuss von Raketen. Der Abschuss erfolgte von U 511, unter Kapitänleutnant Steinhoff vor Peenemünde mit einem Do-Werfer. Es war der erste Raketenabschuss vom getauchten U-Boot!


Entwicklung

Die Entwicklung bis zum Projekt

Der Versuch wurde mit dem 28-cm-WK-Spr. von einem getauchten U-Boot unternommen. Dr. Ernst Steinhoff, ein Ingenieur in der Peenemünder-Raketentestanlage und sein Bruder Korvettenkapitän Fritz Steinhoff, Kommandant von U-511 hatten die Idee Do-Werfer auf U-Boote einzusetzen und brachten ihre Pläne bis zur erfolgreichen Testreife. Bei den Tests im Juni 1942, wurde das Wurfgerät 41 benutzt, um Raketen von 21cm bis 30cm zu testen. Sämtliche Tests waren erfolgreich und bewiesen, dass die Raketen in Tiefen von ca. 15 Metern unter der Meeresoberfläche gezündet werden konnten, ohne dass die beabsichtigte Flugroute beeinträchtigt wurde.

 

 

Korvettenkapitän Fritz Steinhoff, Kommandant von U-511

Geplant war, damit küstennahe Ziele zu bekämpfen. Hintergrund war diese Werfer gegen Stadtziele an der US Ostküste einzusetzen, also vornehmlich New York zu beschießen. Die Versuche verliefen erfolgreich, führten aber infolge interner Verwaltungsschwierigkeiten nicht zum taktischen Einsatz. Dönitz hielt an dem ursprünglichen Plan zunächst fest, solche modifizierten U-Boote an der US Küste einzusetzen. Die Kriegsmarine legte sich aber quer, sie wollte eigene Abschussvorrichtungen, anstatt modifizierte Heeresausrüstung verwenden.

Im Sommer 1943 plante man dann erstmals den Einbau einer Heckbewaffnung (Projekt Ursel) zur Abwehr von verfolgenden U-Jägern.


 
- pfeilstabilisierte Feststoffrakete
- 1,8m Länge
- 15cm Durchmesser
- 80kg Gewicht
- 15kg Nutzlast (hochwertiger Unterwassersprengstoff)
- maximale Reichweite (im Wasser): 300m (geplant)
- Geschwindigkeit: 60kn (gefordert)
(Durch eine Bugbelüftung mit umgelenkten Raketenabgasen sollte der Reibungswiderstand des Wassers an der Oberfläche der Rakete beseitigt werden.
Die Zündung sollte beim Aufprall oder beim Durchstoßen der Wasseroberfläche erfolgen.)
 

Der Plan verlor in diesen unseligen Detaildiskussionen an Dringlichkeit, bis die Voraussetzungen ungefährdet sich vor New York zu postieren, sich durch das verbesserte amerikanische Überwachungsnetz erheblich verschlechterten. Das Projekt wurde aber nicht völlig beendet. Im Sommer 1944 wurden drei U-Boote im Schwarzen Meer, der 30. U Flottille mit Raketenwerfern ausgestattet. Diese mittschiffs eingebauten Do-Werfer wurden dann unter der Wasserlinie von U-24, U-9 und von U-19 eingesetzt! Man beschoss damit Häfen der Sowjets und darin ankernde Schiffe. Obwohl es keine Aufzeichnungen gibt, wie die Waffenwirkung war, war es aber der erste Unterwasserraketeneinsatz der Welt.
Diese Bewaffnung sollte bei den U-Booten der Klasse XXI zum Einsatz kommen, doch fehlt es an der entscheidenden Serienreife der Waffe und Abschussvorrichtung.


Probleme

Technische Probleme

Hauptprobleme bei der Bestückung der U-Boote mit dem Werfer-Gerät, war die daraus resultierende Minderung der Geschwindigkeit und der Manövrierfähigkeit der Boote. Des Weiteren war an Bord zu wenig Platz für die Unterbringung der Raketen. Forderung der Marineleitung deshalb, die Konstruktion eines völlig neuen U-Boot-Typs, des Raketen-U-Bootes.
Von den anschließend getesteten Torpedo-Raketen, hatten die Sowjets immer behauptet ein funktionstüchtiges Exemplar erbeutet zu haben.

 

Es folgte noch das Projekt "Ursel", indem versucht wurde, mit Unterwasserraketen Tanker zu versenken. Die erforderliche Treffgenauigkeit wurde aber nicht erreicht und die Bemühungen wurden deshalb auf die viel versprechenderen akustisch gelenkten Torpedos gerichtet.


Zum Schluss

Schlussbemerkung

 

Das Projekt scheiterte und aufgrund der Kriegslage wurden die Kapazitäten an Wernher von Braun weitergeleitet, der vor allem die führenden Köpfe für sich vereinnahmen konnte.
Kapitänleutnant Steinhoff wurde von den Alliierten fälschlich für einen "Insider" für das Raketenwissen inhaftiert und teils unter menschenwidrigen Verhältnissen bzw. Behandlungen ausgesetzt. Dieses Wissen hatte aber nur sein Bruder Dr. Ernst Steinhoff, der in Peenemünde arbeitete.


Quellen

http://de.wikipedia.org/wiki/U-Boot-Klasse_XXI (Letzter Zugriff 02.02.2010)
http://www.secretprojects.co.uk/forum/i ... pic=5617.0 (Letzter Zugriff 02.02.2010)
http://www.whq-forum.de/invisionboard/l ... 27150.html (Letzter Zugriff 02.02.2010)
http://www.uboataces.com/articles-rocket-uboat.shtml (Letzter Zugriff 02.02.2010)
http://forumarchiv.balsi.de/marine/71471/index.html (Letzter Zugriff 02.02.2010)
http://www.eksplorator.com/73.htm (Letzter Zugriff 02.02.2010)

Autor: Jaegerfeld / TIWAZ / Freiherr von Woye


Das Thema

Deutschlands U-Bootbau 1935 bis 1945

 Deutsche U-Boottypen

 

Aufrüstung

 

Die Wiederbewaffnung der “Grauen Wölfe“

 

Nach den Artikeln 181 und 191 des Versailler Vertrags war es Deutschland im allgemeinen und der Marine der Reichswehr im Besonderen untersagt, U-Boote zu unterhalten. Die bereits vorhandenen Pläne und Bauteile sollten an die Alliierten übergeben oder vernichtet werden. Untersagt waren auch Planung und Entwicklung neuer Technologien. Die entsprechenden Werften wurden demilitarisiert und die Konstruktionsbüros offiziell aufgelöst.

Die Werfteigner wollten sich aber nicht so ohne Weiteres kaltstellen lassen. So wurden im Ausland Kooperationspartner gesucht und sogar bei ehemaligen Kriegsgegnern gefunden. Dort konnten in kleinerem Umfang neue Konstruktionsbüros mit den alten Experten eröffnet werden. Auf dieser Basis wurden U-Boot-Technologien gesichert und weiterentwickelt. Diese wurden unter anderem 1920 in Japan und Italien geschaffen. Dort entstanden dann Boote nach neustem Standard unter Beteiligung der deutschen Werften, die so auch die nötigen Praxiserfahrungen erhielten.
Am 16. März 1935 kündigte Deutschland den Vertrag von Versailles auf. Im Juni desselben Jahres wurde das Deutsch- Englische Flottenabkommen unterzeichnet.
Deutschland durfte jetzt offiziell wieder U- Boote bauen. 11. Tage nach Inkrafttreten des Flottenabkommens lief U-1 vom Stapel.
Trotz der vergangenen 17 Jahre, in dem der Unterseebootbau verboten war, war die deutsche Industrie auf diesem Gebiet nicht untätig. Küstenboote wurden für Holland und Finnland gebaut, Hochseeboote für die Türkei. Es wurden Büros in Holland und in Finnland eröffnet. Es entstanden auf diesem Wege insgesamt 8 Boote.
Auf diese Weise konnte der deutsche Generalstab, seine strategischen und taktischen Theorien einer Prüfung unterziehen und die Entwicklung einer zukünftigen Unterseebootflotte mit folgenden Grundtypen aufbauen:

  • Hochseeboote mit 500 – 750 ts
  • Hochsee- Minenleger 1.000 ts
  • U- Kreuzer 1.500 ts
  • Küstenboote 250 ts und Küsten- Minenleger 500 ts

 

(Der Hochseetyp mit 500 – 750 ts wurde später der Typ VII , der Hochsee- Minenleger wurde der Typ I und IX, der Küstentyp wurde der Typ II.
Der U- Kreuzer wurde nicht gebaut.)

In diesen Grundtypen haben alle vom Deutschen Reich während des Zweiten Weltkrieges eingesetzten Hauptunterseeboottypen ihren Ursprung.
Ihre Prototypen wurden alle vor 1939 gebaut.

 

Ingenieurskantoor voor Scheepsbouw (IvS)

1922 bildeten die Werften Vulkan, Germania und AG Weser ein Konsortium und errichteten in den Niederlanden über Mittelsmänner ein eigenes Ingenieurbüro namens IvS, um auf eigene Rechnung entwickeln und verkaufen zu können. Um keine größere Aufmerksamkeit zu erregen, waren die Anfänge bescheiden. Trotzdem verweigerten die niederländischen Behörden zunächst die Registrierung, sodass die Arbeit zunächst im Geheimen auf der Germania-Werft in Kiel begann. Aus den Einzelplänen der Werften entstanden Gemeinschaftsprojekte, die 1923 in Argentinien, Italien und Spanien angeboten wurden. Es kam jedoch kein Vertrag zustande.

Da die Reichsmarine jedoch stark an einer Zusammenarbeit insbesondere mit Spanien interessiert war, wurden die Anstrengungen dort verstärkt. Die Marine entsandte Kapitänleutnant Wilhelm Canaris als Vertreter und unter seiner Mithilfe konnte das Konsortium 1924 mit Plänen für ein 1.000t-Boot auf Basis des G-Typs (Projekt 51a der Kaiserlichen Marine) an einer weiteren Ausschreibung teilnehmen. Die spanische Marine bevorzugte aber einen Entwurf von Blohm & Voss, da dieser, mit den moderneren MAN-Dieselmotoren statt der älteren Krupp-Dieselmotoren angeboten wurde. Auf Druck der Reichsmarine, die selbst unter dem Einfluss von Krupp (Eigentümer der Werften Germania und AG Weser) stand, nahm Blohm &Voss sein Angebot zurück. Dafür sollte IvS die moderneren Motoren von MAN einbauen. Aufgrund der Marokko-Krise von 1925 musste Spanien jedoch sein ehrgeiziges U-Boot-Programm zurückstellen.

Nach diesem Rückschlag war klar, dass IvS ohne weitere Kooperationspartner nicht überleben konnte. Inzwischen hatte jedoch die Niederlande die Firma registriert, sodass weitere Planungen in den Niederlanden erfolgen konnten. Dadurch konnte die bislang notwendige Geheimhaltung gelockert werden und es waren halblegale Zuwendungen der Reichsmarine möglich. So wurde bis Ende 1925 die Reichsmarine über Mittelsmänner Hauptaktionär von IvS. Im gleichen Jahr erhielt man von der türkischen Marine den Auftrag zum Bau zweier 500t-Boote (4 Bug-, 2 Heckrohre für 10 45 cm- Torpedos, 14,5 kn über Wasser, 9,5 kn unter Wasser). 1926 entstand dann im Marinekommandoamt das Referat “Anti-Uboot-Bekämpfungsfragen“, welches vor allem Vorgaben für neue U-Boot-Typen entwickeln sollte. Diese wurden dann von IvS und deren verschiedenen Tochterunternehmen in Pläne umgesetzt.

Noch 1926 wurden Spezifikationen für neue Typen herausgegeben, basierend auf den Weltkrieg-1-Typen UB-III, UC-III und G. Diese konnten bereits bei den in Rotterdam in Bau befindlichen türkischen Booten umgesetzt werden. Diese liefen Anfang 1927 vom Stapel. Für das Einfahren der Boote vor Ablieferung wurden von der Reichsmarine im Geheimen ausgebildete Soldaten in Stärke einer Besatzung nach Rotterdam geschickt, die so erste Erfahrungen mit echten U-Booten sammeln konnten. Aufgrund finanzieller Probleme konnte die Türkei die Boote erst Anfang 1928 abnehmen, so dass zusätzliche Zeit für Technologie-Erprobungen zur Verfügung stand. Für die Überführung der Boote in die Türkei im Mai 1928 wurde eine zweite Besatzung nach Rotterdam entsandt, so dass nach Ende der Operation zwei Besatzungen mit praktischen Erfahrungen zur Verfügung standen.

1926 erhielt IvS auch noch den Auftrag ein 500t-Boot mit der Befähigung zum Minenkrieg für Finnland zu entwickeln (2 Bug-, 2 Heckrohre für 6 53,3 cm- Torpedos, 5 Minenschächte für je 4.200 kg Seeminen neben dem Druckkörper, 14 kn über Wasser, 8 kn unter Wasser). Der Bau dreier Boote begann im September 1926 in Abo/Finnland. Durch die Bauunterbrechungen in den Wintern sowie die langen Lieferwege für Rohstoffe und Bauteile erfolgte der Stapellauf der Boote der Vetehinen-Klasse erst im Sommer 1930. Die Probefahrten wurden durch gemischte deutsch-finnische Besatzungen durchgeführt. Die lange Bauzeit ermöglichte den Einbau und Test vieler neuer Technologien.

 

Anfang 1927 wurde das für Spanien entwickelte Boot erneut der spanischen Marine angeboten, im Rahmen eines größeren Rüstungspakets mit mehreren verschiedenen Schiffstypen. Der Vertreter der spanischen Marine, ein Großindustrieller mit eigenen Werften, wurde für Verhandlungen nach Deutschland entsandt. Kern der Verhandlungen war die spanische Forderung, dass die Schiffe in Spanien zu bauen waren und aus Deutschland vorzufinanzieren waren. Aufgrund des großen Interesses an dem Spaniengeschäft erklärte sich die Reichsmarine bereit, für das Geschäft 4,6 Millionen Reichsmark aus einem Geheimfonds zur Verfügung zu stellen. Ende 1927 wurden dann die Verträge abgeschlossen. In diesen war auch der Bau des U-Bootes des noch neuen G-Typs vorgesehen. Dabei sollten die größeren Hüllenbauteile in Rotterdam vorgefertigt und auf einer Werft in Cádiz montiert werden. Dazu musste zunächst die spanische Werft modernisiert werden, was sich bis Mitte 1928 hinzog. Bis dahin wurden die Pläne von IvS nochmals deutlich überarbeitet, sodass ein deutlich größeres Boot mit höherer Überwassergeschwindigkeit unter der Typbezeichnung E1 entstand. Als Bewaffnung waren 2 Heck und 4 53.3 cm Bugtorpedorohre, ein 10,5 cm L/45 Geschütz auf einer Empore vor dem Turm und ein 2 cm Fla-MG auf einer kleinen Empore hinter dem Turm vorgesehen. Die Überwassergeschwindigkeit sollte bei 17 kn, die Unterwassergeschwindigkeit bei 8,5 kn liegen. Reichweite sollte 7.000 sm bei 10 kn über Wasser und 160 sm bei 4 kn unter Wasser betragen. 1929 ging jedoch der spanische Industrielle pleite und das Projekt stand vor dem Aus. Daher übernahm die Reichsmarine die weitere Finanzierung, sodass das Boot mit 8-monatiger Verspätung fertiggestellt werden konnte. Stapellauf war am 22. Oktober 1930. Lieferschwierigkeiten verzögerten die Fertigstellung bis zum Sommer 1931. Der vorgesehene Verkauf an Spanien, wurde durch einen Staatsstreich mit folgendem Sturz der Monarchie 1932 verhindert. Stattdessen erfolgte 1933 der Verkauf an die Türkei, die das Boot in „Gür“ umbenannte.

 

Schon 1924 hatte IvS sich an einer Ausschreibung für kleine Minen-U-Boote durch Finnland beteiligt. Dabei wurde ein Entwurf eines Einhüllenbootes von 99 t Überwasserverdrängung b i 32,4 m Länge für 13 Mann Besatzung mit zwei 45 cm Torpedorohren und einer Minenhalterung mit drei Ablaufschienen für je drei 80 kg Seeminen zwischen den Rohren entwickelt und eingereicht. Nach langwierigen Verhandlungen wurde der Bau schließlich 1929 in Helsingfors begonnen und Mitte 1930 beendet. Nach intensiven Tests wurde das Boot 1931 an Finnland übergeben.

Eine vergrößerte Version mir 245 t Überwasserverdrängung wurde Ende 1924 Estland angeboten. Die estnische Marine lehnte jedoch ab. Daher wurde das Konzept überarbeitet und Finnland angeboten. Von dort kam ebenfalls eine Ablehnung, da man zunächst die ersten Einsatzerfahrungen mit der Vetehinen-Klasse abwarten wollte. Weitere Verhandlungen darüber wurden erst Mitte 1930 wieder aufgenommen. Im Oktober 1930 wurde ein Vertrag über ein 250t-Boot geschlossen. Der Bau begann im Frühjahr 1931. Stapellauf war am 10. Mai 1933. In den folgenden Erprobungen zeigte das Boot hervorragende Überwassereigenschaften. Jedoch war die Tauchzeit aufgrund der langen Flutungszeit der mittleren Tauchzelle sehr lang (45 Sek. bis 9,5 m Tiefe).

 

Werften des U-Bootbaus

Der größte Teil der U-Boot Flotte, wurde von jeher in der Deutschen Werft in Hamburg, Weser AG in Bremen, Germania Werft in Kiel, in der Vegesacker Werft, in der Flender Werken bei Lübeck, de Seebeck Werft in Bremen, in den Nordseewerken bei Emden, vom Flensburger Schiffsbau, den Howaltswerken in Kiel, der Danziger Werft und der Schichauer Werft bei Danzig auf Kiel gelegt. Während des Krieges waren diese Anlagen oftmals Ziel von Bombenangriffen, wurden schwer beschädigt und konnten zum Ende des Krieges vor allem wegen Materialmangels kaum noch produzieren.
Die Werften sind nach dem Kriege - in der SBZ - zumeist demontiert worden oder auf polnischem Boden dann für die Sowjetmarine in Beschlag genommen worden. Sicher ist, dass die vielen unfertigen Modelle, U-Bootrümpfe und Prototypen in diesem Werfen von den alliierten konfisziert wurden, für eigene Zwecke eingesetzt und eingehend studiert worden sind.
Einige dieser Firmen und Werften existieren, wenn auch in veränderte Form und meist mit andere Produktionslinie heute noch. Einige dieser Werften haben heute wieder einen guten Ruf im U-Bootbau und können auf dem Weltmarkt mit ihren superleisen wasserstoffbetriebenen U-Booten wieder punkten.

 

Weiterentwicklungen der U-Boottechnologie

Die zunehmende Effizienz der alliierten Geleitsicherung und die stark rückläufigen Erfolge der U-Boote hatten dazu geführt, dass man verstärkt nach Lösungen suchte, wie der U-Boot-Krieg wirksamer und vor allem weniger verlustreich geführt werden konnte.
In seinem Gespräch mit dem "Führer" am 31. Mai 1943 legte Dönitz einen regelrechten Katalog, der sich in Entwicklung und Beschaffung befindlichen Verbesserungen, vor: Funkmeßbeobachtungsgeräte, Störsender, einen U-Bootturm vortäuschende Attrappen (Aphrodite), Anstriche zur Dämpfung der Reflexion von Radarstrahlung, akustisch zielsuchende Torpedos gegen Geleitsicherungsfahrzeuge sowie die Ausrüstung mit besseren Flugabwehrgeschützen.
Dabei kam es darauf an, ein neues technologisches Konzept für das U-Boot selbst zu finden, nämlich die Weiterentwicklung von einem einfachen Tauchboot, das nicht mehr im bisherigen, Tonnagekrieg zu führen, zu einem echten Unterseeboot. Konkret bedeutete dies, dass Unterwassergeschwindigkeit und Tauchdauer der Boote gesteigert werden mussten, wenn diese nicht mehr im bisherigen Umfang über Wasser operieren konnten.


Typ I

 

Typ I A

 

Einhüllen- Hochseeboote mit großen Seitentauchzellen. Maximale Einsatztauchtiefe 150 Meter. Maximale Brennstoffmenge 96 Tonnen. Geringste Schnelltauchzeit 30 Sekunden.
Direkt von der türkischen Gür 1932, nach einen deutschen Entwurf gebaut- abgeleitet diente dieser Typ als Muster für die Entwicklung des späteren Typs IX.
Beide Boote U-25 und U-26 gingen in den ersten Kriegsmonaten verloren.

Bauwerft:

  • Deschimag AG , Bremen.

Datum:

  • 1935- 1936.

Typenverdrängung:

  • 862 ts aufgetaucht.
  • 983 ts getaucht.

Abmessungen:

  • 72,4 Meter lang und 6, 20 Meter breit.

Motorenanlage:

  • Diesel: 2 MAN 2.800 PS
  • E-Maschinen: 2 BBC 1.000 PS.

Höchstgeschwindigkeit:

  • 17,7 Knoten aufgetaucht.
  • 8,3 Knoten getaucht.

Fahrstrecke:

  • 7.900 Seemeilen bei 10 Knoten.

Bewaffnung:

  • 6 mal 53,3 cm Torpedorohre 4 vorn und 2 achtern.
  • 14 Torpedos konnten mitgeführt werden.

Geschütze:

  • 1 mal 10,5 cm Geschütz.
  • 1 mal 2 cm Flak.

Besatzung:

  • 43 Mann.

 

Reichsmarineplanungen

 

Bereits 1926 wurden durch die Reichsmarine Spezifikationen für zukünftige U-Boot-Modelle entwickelt. Geplant waren drei Klassen:

  • Kleine Küsten-U-Boote von 250 t
  • Mittlere Hochsee-U-Boote von 500 t
  • Große Hochsee-U-Boote von 1.000 t

Die Spezifikationen wurden direkt an IvS weitergegeben, die diese in die in Bau befindlichen Boote einfließen ließen. So konnten Praxiserfahrungen mit den neuen Vorgaben gemacht werden, die an die Marine weitergegeben wurden. Die bei den Werfterprobungen und bei Testfahrten gesammelten Erfahrungen waren unschätzbar wertvoll für die weiteren Planungen.

1932 sah man in der Reichswehr die Zeit für gekommen, Pläne für eine neue U-Boot-Waffe zu entwickeln. Ziel war es einen Aufbauplan zu erarbeiten, der im Falle der Aufhebung der Restriktionen des Versailler Vertrages innerhalb weniger Jahre einsatzfähige U-Boot-Flottillen zu haben. Dazu waren zunächst die zu bauenden Bootstypen zu bestimmen und die Wirtschaft auf einen schnellen Bau vorzubereiten. Vorgesehen wurde zunächst der Bau von Booten der 250t- und der 800t-Klasse (E1) unter der Bezeichnung Motorenversuchsboot (MVB) II bzw. MVB I. Dabei sollte im Verhältnis 3 MBV II zu 1 MBV I gebaut werden. Verschiedene Veränderungen wurden befohlen:
Beide:

  • Umrüstung der Bewaffnung auf die neuen G7a und G7e-53,3 cm Torpedos und der neuen Torpedorohrminen
  • Verkleinerung der Brücke für eine kleinere Oberflächen Silhouette
  • Ausschließliche Verwendung von Schweißtechnik, Gewichtseinsparungen sind für eine Verstärkung der Druckhülle zu verwenden

 

E1-Klasse:

  • Wegfall der Empore vor dem Turm, Geschütz soll direkt auf das Deck montiert werden
  • „Nasse“ Minenlagerräume für konventionelle Minen unter dem Oberdeck

 

250t-Klasse:

  • Erhöhung der Torpedozahl um 1-2 Torpedos

Als Bauzeiten bei idealer Vorbereitung wurden für MVB I 2 Jahre und bei MVB II 1 Jahr veranschlagt. Aufgrund der Änderungen lagen die Voraussagen bei sofortiger Umsetzung des Plans den Baubeginn für November 1933 und die Fertigstellung der ersten Boote Juli 1934 für MVB II und April 1935 für MVB I. Die Finanzplanungen sahen drei Versionen vor:

Plan I (schneller Aufbau):

  • 16 Boote 1934 – 1936
  • 32 Boote 1937 – 1941

Plan II (bei Aufbau bis 1945)

  • 16 Boote 1934 – 1938
  • 16 Boote 1938 – 1943
  • 16 Boote 1943 – 1945

Plan III (bisheriger Schiffsbauersatzplan)

  • 16 Boote 1934 – 1936
  • 12 Boote 1937 – 1938
  • 20 Boote 1940 – 1942

Umgehend wurde der Werftindustrie empfohlen, sich auf ein Bauprogramm einzustellen.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Februar 1933 wurden die ersten Finanzmittel für zwei MVB II bewilligt, die als Ausbildungsboote für die neu zu gründenden U-Boot-Schulen vorgesehen waren. Im April 1933 wurden weitere Mittel für ein drittes Boot bereitgestellt. Im Mai 1933 wurde dann sogar beschlossen, zunächst 6 MVB II und 2 MVB I als ersten Bauauftrag herauszugeben, wobei die Verträge aus Gründen der Verschleierung für die MVB II im Sommer, die für die MVB I im Oktober 1933 vergeben werden sollten. Die Pläne für die verbesserten Boote wurden im Sommer 1933 als MVB IIA und MVB IA genehmigt.

Die Pläne konnten jedoch nicht in die Tat umgesetzt werden, da die Führung unter Hitler zunächst einen moderaten Kurs in der Außenpolitik fahren wollte, was einen U-Boot-Bau vorerst unmöglich machte. Die Planungen wurden daher geändert. So sollten in 1933 nur noch die Vorarbeiten für den Bau der geplanten 8 Boote durchgeführt werden. Die weiteren Planungen sahen wie folgt aus:

1934:

  • Restvorbereitungen für 2 große Boote (0,7 Mio. RM)
  • Fertigbau 2 kleine Boote (2 Mio. RM)


1935:

  • Fertigbau 4 kleine Boote (4 Mio. RM)


1936:

  • Fertigbau 2 große Boote (6 Mio. RM)
  • Neubau 6 kleine Boote (9 Mio. RM)


1937:

  • Neubau 6 kleinere Boote (9 Mio. RM)
  • Neubau 2 große Boote (9 Mio. RM)


Bis 1949:

  • Bau 19 große Boote
  • Bau 29 kleine Boote

Bis Mitte 1934 wurde allerdings kein Bauauftrag erteilt, da es Verhandlungen über ein neues Flottenabkommen mit den Briten gab. Das Ergebnis der Verhandlungen war, dass Deutschland wieder U-Boote bauen durfte und eine Tonnagegrenze bei den U-Booten von 17.566 t (1/3 der britischen U-Boot-Tonnage). Somit konnten die bis 1949 geplanten 72 Boote nicht gebaut werden. Die Planungen wurden daher auf 20 MVB IA und 6 MVB IIA geändert. Diese Konzentration auf die großen Boote wurde aber von der Marineführung nicht akzeptiert. Man einigte sich auf 10 große und 18 kleine Boote.
Aufgrund politischer Vorgaben sollte der Zusammenbau der Boote nicht vor 1935 beginnen, obwohl die Teile für die kleinen Boote bereits im Herbst 1934 vorhanden waren. Der Befehl, den Zusammenbau der kleineren Boote unter der Einsatzbezeichnung Typ IIA zu beginnen wurden am 01. Januar 1935 erteilt. Der Bau begann gleichzeitig auf den Werften der Germania, Deschimag und AG Weser (je zwei Boote). Am 11. Janaur 1935 wurde der Bau der größeren Boote unter der Einsatzbezeichung Typ IA bei Blohm & Voss befohlen (2 Boote).


Typ II

Typ II

 

Einhüllenküstenboot mit innen gelegener Haupttauchzelle. Maximale Einsatztauchtiefe 120 Meter. Diese kleinen Boote waren stark und manövrierfähig in den nachfolgenden Versionen [A, B, C und D] wurden mehrere Eigenschaften verbessert, zum Beispiel erfuhr die Fahrstrecke eine deutliche Steigerung, die es der D-Variante ermöglichte im ersten Kriegsjahr im Atlantik zu operieren. Nach 1941 wurde der Typ II nicht mehr gefertigt, an seiner Stelle traten Hochseeboote. Während des Krieges operierten diese Boote vorwiegend an den deutschen Küstengebieten und im Englischen Kanal [1939-1940] , sowie ab Sommer 1941 gegen die Russen in der Ostsee.
Mit U 11 wurden von Juni 40 bis September 41 Erprobungen mit der Verkleidung „Fafnir“ durchgeführt, die später zu Entwicklung der Anti ASDIC Beschichtung „Alberich“ führte. Ab Frühsommer 1942 wurden sechs Boote vom Typ IIB über Elbe und Donau, zwischen Dresden und Ingolstadt per LKW, ins Schwarze Meer transportiert, wo sie bis 1944 operierten. Mit den Schwarz Meer Booten U 9, U 19 und U 24  wurden im Sommer 1944 Versuche zum Einsatz von Werfern unternommen. 1943 rüstete man U-57 und U-58 für Erprobungen mit dem Schnorchel aus. Im Kampf auf See gingen wenige dieser Boote verloren, die meisten von ihnen wurden durch Bombenangriffe vernichtet oder versenkten sich bei der Kapitulation selbst.

Bauwerft: Deutsche Werke, Kiel. Krupp Germania Werft, Kiel. Fender Werft, Lübeck.
Typenverdrängung: Variante A 254 ts, Variante B 279 ts, Variante C 291 ts und Variante D 314 ts.

 

Abmessungen:

  • Variante A 40,9 m x 4,1 m x 8,6 m
  • Variante B 42,7 m x 4,1 m x 8,6 m
  • Variante C 43,9 m x 4,1 m x 8,4 m
  • Variante D 44,1 m x 4,9 m x 8,1 m

Motorenanlage:

  • Diesel: 2  MWM mit je 350 PS.
  • E- Maschinen: 2 Doppelanker E-Maschinen der Siemens-Schuckertwerke mit je 205 PS.

Höchstgeschwindigkeit: Überwasser/getaucht

  • Variante A 13/6,9 kn
  • Variante B 13/7 kn
  • Variante C 12/7 kn
  • Variante D 12,7/7,4 kn

Fahrstrecke: üW bei 8 kn Fahrt

  • Variante A 1600 sm
  • Variante B 3800 sm
  • Variante C 3800 sm
  • Variante D 5680 sm

Fahrstrecke: uW bei 2 kn Fahrt

  • Variante A 71sm
  • Variante B 71 sm
  • Variante C 81 sm
  • Variante D 100 sm

Bewaffnung:

  • 3 Bug-Torpedorohre
  • 5 Torpedos
  • 1 x 2 cm SK C/30 Ab 1942 2 x 2 cm SK C/38 in Doppellafette

Besatzung:

  • 25 Mann.

 

Typ VII

Typ VII

Einhüllen- Hochseeboot mittlerer Verdrängung mit außen gelegenen Tauchzellen und Haupttauchregelzelle im Druckkörper.
Der Druckkörper bestand aus Flussstahl von annähernd 22 mm Dicke. Vollgeschweißt, ausgenommen der Bereich über den Hauptmotoren, der zur Erleichterung eines Austausches genietet war. Die Akkumulatoren befanden sich in getrennten Abteilungen. Das Boot besaß zwei parallel Ruder, die Bugruder konnte man nicht einziehen. Den in mehreren Varianten gebaute Typ VII [VII A, VII B, VII C, VII C-41 und C-42, VII D und VII F] bildete mit insgesamt von mehr als 700 Booten das Rückgrat der deutschen Unterseebootflotte und repräsentierte die zahlreichste und einheitlichste Gruppe von Unterseeboote, die gebaut wurden.
Wenn auch von einem einzigen Grundtyp stammend und mehrere allgemeine Konstruktionseigenschaften beibehaltend, unterschieden sich die Varianten doch in der Leistung, Funktion, Angriffsunterseeboote, Minenleger und Torpedoversorger.

 

Typ VII A

Das erste Boot von Typ VII, U-27 lief am 24. Juni 1936 vom Stapel. Bei diesen Booten strebte man danach, Stärke, Seeausdauer, Unterwasser- und Überwassermanövrierfähigkeit, Fahrstrecke, Torpedoanzahl, Schnelligkeit des Baues und leichte Instandhaltung auf ein Höchstmaß zu bringen. Größe und Wasserverdrängung soweit möglich unter Verzicht der Wohnqualität.
Das Resultat bestand in einem Boot von lediglich 915 Tonnen Wasserverdrängung im getauchten Zustand und von einer Länge von 64.5 Metern. Die Offensivkraft des Bootes ist bemerkenswert. Die Eigenschaften des Typ VII waren in ihrer Gesamtheit mehr als gut.
Maximale Einsatztauchtiefe 150 Metern. Brennstoffmenge 67 Tonnen. Schnelltauchzeit unter 30 Sekunden.

 

Typ VII B

2 Jahre nach der Variante VII A mit dem Stapellauf von U-45 am 27. April 1938 in Erscheinung tretend, hatte sie stärkere Dieselmotoren und konnte eine größere Brennstoffmenge mitführen.
Das Hecktorpedorohr wurde in den Druckkörper gelegt. Jetzt konnte das Boot 108, 3 Tonnen Diesel mitführen.

 

Typ VII C und VII C-41:

Diese beiden Typ Varianten wiesen in der Fertigung die größten Stückzahlen auf. Zwischen ihnen gab es nur einen kleinen Unterschied. U-69 war das erste Boot das von der Variante VII C gebaut wurde, am 18.April 1940 wurde es in Dienst gestellt.
U-292 war das erste Boot der Variante VII C-41 und wurde am 25.August 1943 der Marine übergeben.
1943-44 wurden zahlreiche Aufträge wieder annulliert.
Als Hauptverbesserung war, die größere Einsatztauchtiefe von 180 Metern und die Brennstoffmenge auf 113.5 Tonnen angehoben worden. Das Schnelltauchen wurde bis auf zu 25 Sekunden reduziert.

 

Typ VII C-42:

Durch die Einstellung des Baus 1944 – die Serie war inzwischen veraltet- gelangte kein Boot mehr in Serienfertigung. Bei dieser Variante wurde die Verdrängung gesteigert, die Fahrstrecke und dank der baulichen Veränderung, auch die maximale Einsatztauchtiefe, die 300 Meter überschreiten sollte. Der Turm war gepanzert.
Eine starke Flakbewaffnung von 3.7 cm und 2 cm Flakgeschützen war vorhanden. Ein Schnorchel war fest eingebaut. Die Brennstoffmenge betrug 180 Tonnen.

 

Typ VII D:

Diese Minenleger- Version des Typ VII war eine Abänderung der Variante VII C, mit zusätzlicher Minensektion war dieses Boot fast 77 Meter lang. U- 213 war das erste Boot dieser Variante, es lief am 24. Juli 1941 vom Stapel, das letzte Boot das in Dienst gestellt wurde war U-218 am 05. Dezember 1941. Nur 6 Boote wurden insgesamt gebaut, von denen nur U 218 das Kriegsende erlebte. In der Minensektion befanden sich fünf Minenschächte in denen bis zu 15 Minen vom Typ SMA gelagert werden konnten. Maximale Einsatztauchtiefe 150 Meter. Maximale Brennstoffmenge 169 Tonnen. Schnelltauchzeit mehr als 30 Sekunden.

 

Typ VII F:

Die vier Boote dieser Variante wurden zwischen Mai und August 1943 in Dienst gestellt.
Die Mittelsektion wurde zum Verstauen von Torpedos benutzt. Insgesamt 25 Torpedos konnten so mitgeführt werden, um auf See andere U-Boote mit Torpedos zu versorgen.


Zwischen 1939- 1945 waren 705 Boote des Typ VII in Dienst gestellt worden, sie operierten hauptsächlich im Atlantik, in der Nordsee und in der Arktis.
Mehrere Boote befanden sich in der Ostsee und 64 operierten im Mittelmeer.
Ein Boot von Typ VII führte den ersten Angriff durch, es war U-30 unter Kapitänleutnant Lemp, als er die Athenia versenkte.
Das Erste und Letzte was im Zweiten Weltkrieg verloren ging waren Boote vom Typ VII. U-27 wurde am 22.September 1939 von 2 Zerstörern gejagt und versenkt und U-320 wurde am 7. Mai 1945 durch Flugzeuge hochgebombt und anschließend versenkt.
Von den fast 3.000 Handelsschiffen, die im Zweiten Weltkrieg versenkt wurden, versenkten Boote vom Typ VII fast 50 %.
2 dieser Boote waren die erfolgreichsten des ganzen Krieges, U-48 versenkte insgesamt 53 Schiffe mit 318.111 BRT und U-99 versenkte 37 Schiffe mit 242.658 BRT.
Von den 705 in Dienst gestellten Booten wurden bis Mai 1945, 437 Boote im Kampf versenkt.

 

Typenverdrängung:

  • Variante A 626 ts.
  • Variante B 753 ts.
  • Variante C 769 ts.
  • Variante C/41 769 ts.
  • Variante C/42 999 ts.
  • Variante D 965 ts.
  • Variante F 1.084 ts.

Abmessungen:

  • Variante A 64,5 m x 5,8 m x 9,5 m
  • Variante B 66,5 m x 6,2 m x 9,5 m
  • Variante C 67,1 m x 6,2 m x 9,6 m
  • Variante C/42 68,7 m x 6,9 m x 10 m
  • Variante D 76,9 m x 6,4 m x 9,7 m
  • Variante F 77,6 m x 7,3 m x 9,6 m

Höchstgeschwindigkeit: Überwasser/getaucht

  • Variante A 17/8 kn
  • Variante B 17,9/8 kn
  • Variante C 17,6/7,6 kn
  • Variante C/42 18,6/7,6 kn
  • Variante D 16,7/7,3 kn
  • Variante F 17,6/7,9 kn

Fahrstrecke: üW bei 10 kn Fahrt

  • Variante A 6200 sm
  • Variante B 8700 sm
  • Variante C 8500 sm
  • Variante C/42 12.600 sm
  • Variante D 11.200 sm
  • Variante F 14.700 sm

Fahrstrecke: uW bei 4 kn Fahrt

  • Variante A 90 sm
  • Variante B 90 sm
  • Variante C 80 sm
  • Variante C/42 80 sm
  • Variante D 69 sm
  • Variante F 75 sm

Bauwerft:

  • Deschimag AG Bremen
  • Howaldswerke Kiel
  • F.Schichnar Danzig
  • Stülken Vulkan- Werft Stettin
  • Deutsche Werke Kiel
  • Krupp Kiel
  • Blohm&Voss

Datum:

  • 1940- 1945.

Typenverdrängung:

  • Variante A 626 ts.
  • Variante B 753 ts.
  • Variante C 769 ts.
  • Variante C 41 871 ts.
  • Variante C 42 999 ts.
  • Variante D 965 ts.
  • Variante F 1.089 ts.

Abmessungen:

  • 65,5 Meter lang und 6,45 Meter breit Variante A.
  • 77,5 Meter lang und 7,30 Meter breit Variante F.

Motorenanlage:

  • 2 Diesel MAN 3.200 PS
  • 2 E-Maschinen BBC 750 PS.

Höchstgeschwindigkeit:

  • 17,9 Knoten aufgetaucht.
  • 7,9 Knoten getaucht.

Fahrstrecke:

  • 8.700 Seemeilen bei 10 Knoten.

Bewaffnung:

  • 5 mal 53,3 cm Torpedorohre, 4 vorn, 1 achtern.
  • 15 Minen in 5 Schächten.
  • 25 Torpedos zur Versorgung. Bei Kampfbooten 14 Torpedos.

Geschütze:

  • 1 mal 8,8 cm Kanone.
  • 1 mal 3,7 cm Flak und 2 mal 2 cm Flak.

Besatzung:

  • 44 bis 46 Mann.


Typ IX

Typ IX: 

Zweihüllen- Hochseeboot, dessen Entwurf von U-81 Serie von 1916 abgeleitet war, und das in vielerlei Hinsicht dem Typ I A von 1936 ähnelte.

Mit mehr als 200 Booten gebaut in sieben aufeinander folgenden Varianten [ IX A, IX B, IX C, IX C- 40, IX D 1, IX D 2 und IX D 42 ]. Folgte bezüglich der Stückzahl und erzielter Erfolge hinter Typ VII auf dem zweiten Platz. Mit guten Seeeigenschaften und großen Aktionsradius, der selbst bei den ersten Booten 10.500 Seemeilen bei 10 Knoten erreichte, stieg bei den letzten Varianten auf 31.500 Seemeilen bei 10 Knoten.
In der Hauptsache operierten diese Boote entlang der Küste von den Vereinigten Staaten, im Südatlantik und im Indischen Ozean. Das charakteristische weite flache Deck mit fast senkrecht zur Wasseroberfläche stehendem Schanzkleid verlieh ihnen aufgetaucht ausgezeichnete Seetüchtigkeit, vergrößerte aber auch die Schnelltauchzeit auf über 35 Sekunden. Die maximale Einsatztauchtiefe lag bei allen Varianten bei 150 Metern.

 

Typ IX A: 

Das erste Boot von Typ IX, U-37 wurde am 4. August 1938 in Dienst gestellt, drei Monate nach seinen Stapellauf am 4. Mai 1938 in Bremen. Die Boote vom Typ IX waren viel geräumiger als die Boote des Typ VII. Die Arbeit auf diesen Typ IX ging der Besatzung viel besser und einfacher von der Hand. Der Hauptunterschied zwischen diesen beiden Booten war das der Typ VII ein Einhüllenboot mit Satteltanks, und der Typ IX ist ein 2 Hüllenboot. Man wollte damit erreichen, dass die Seetüchtigkeit gegenüber dem Typ VII stark verbessert wird.
Einen Teil der Brennstoffladung wurde in den Raum zwischen den Hüllen verstaut. In der Doppelhülle befanden sich die Tauchzellen. Die ursprüngliche Überwasserbewaffnung bestand aus einer 10,5 cm SK C/32 auf Ubts LC/32 einer 2 cm SK C/30 und einer 3,7 cm SK C/30U auf dem Achterdeck. Wie alle deutschen U-Boote bis 1942 hatte der Turm nur begrenzte Ausmaße, um bei nächtlichen Überwasseroperationen so unauffällig wie möglich zu sein. Die maximale Brennstoffmenge war 154 Tonnen.

 

Typ IX B: 

Nur wenige Monate nachdem Prototyp für Typ IX entworfen war, kam die Variante B. Mit ihr wurde die Brennstoffzunahme vergrößert auf 165 Tonnen. Das erste Boot, das in Dienst gestellt wurde, war U-64, am 16.Dezember 1939 das letzte von insgesamt 14 Booten war U-124 es wurde am 11.Frebruar 1941 in Dienst gestellt.
Rein äußerlich unterschieden sich die Boote von der Variante B vom Prototyp daran, dass das Geschütz jetzt näher am Turm aufgestellt war.

 

Typ IX C und IX C-40: 

Von diesen beiden Varianten wurden insgesamt 141 Boote bebaut. Alle 54 Einheiten der Variante C kamen zwischen März 1939 und Juli 1942 in Dienst.
Von der Variante C-40 wurden insgesamt zwischen Juli 1942 und Mai 1944, 87 Boote in Dienst gestellt.
Bei beiden Varianten wiesen mit 208 bzw. 214 Tonnen eine nochmalige Steigerung in der Brennstoffmenge auf. Die maximale Reichweite vergrößerte sich um etwa 1.500 bis 1.800 Seemeilen.

 

Typ IX D-1 , IX D-2 und IX D-42:

1940 wurde die neue D- Variante entworfen, ein größeres Boot mit beträchtlich gesteigerter Fahrstrecke und Geschwindigkeit. Die Variante D1 bildeten 2 Einzelboote, U 180 und U 195. Die Boote wurden am 16.05.1942 bzw. 05.09.1942 in Dienst gestellt. Sie besaßen 6 Daimler Benz MB Motoren mit zusammen 9.000 PS. Sie erreichten damit 20,8 kn, die Motoren waren aber sehr anfällig und Wartungsintensiv. Bereits 1943 wurden beide Boote zu Versorgern umgebaut. Sie erhielten herkömmliche GW Diesel, die Torpedorohre wurden ausgebaut und so eine Ladekapazität von 252 Tonnen erreicht. Anschließend waren beide Boote für Versorgungsfahrten der SOA Stützpunkte vorgesehen. U 180 ging bereits auf dem Marsch in der Biskaya verloren. U 195 wurde nach der Deutschen Kapitulation in Soerabaja an Japan übergeben. Das erste Boot der Variante D2 war U-178, es wurde im Februar 1942 in Dienst gestellt. Insgesamt 28 Boote dieses Typs wurden gebaut. Das einzige Boot von der Variante D42 wurde am 27.März 1945 in Dienst  gestellt, es war U-883. Weitere Bauaufträge wurden zugunsten des Typs XXI storniert.

Zahlreiche, der für den Indischen Ozean bestimmten Boote der Variante D, waren mit einem kleinen einsitzigen Schlepphubschrauber Focke-Achgelis FA- 330 zur Aufklärung ausgerüstet. Genauer gesagt, es handelt sich um ein Traghubschrauber, der mit Hilfe der hohen Geschwindigkeit des Unterseebootes und der beträchtlichen Stärke der Monsunwinde abhob, und auf annähernd 100 Meter durch ein Kabel festgehalten aufstieg.

Die im Kriegsverlauf immer stärker werdende Bedrohung aus der Luft machte zahlreiche Umbauten zur Erhöhung der Flugabwehr nötig. Ursprünglich bestand die Bewaffnung aus einem 10,5 cm Deckgeschütz, einer 3,7 cm Flak auf dem achter Deck und einer 2 cm Flak auf dem Turm. Mehrfach wurden die Türme umgebaut um die Feuerkraft mit zusätzlichen Flakgeschützen zu steigern. Durch Wegfall des Deckgeschützes und durch Aufstellung der Flak von jeglichem Kaliber wurde der Turm verändert.
Er wurde verlängert, so das die gesamte Flakbewaffnung auf diesem seinen Platz fand, es wurden zusätzliche druckfeste Kammern für Bereitschaftsmunition und Rettungsschlauchboote eingebaut.
Die verstärkte Bewaffnung und der Einbau eines Schnorchels führten natürlich dazu, dass sich die Schnelltauchzeit auf 35 Sekunden erhöhte. Man war also besonders verwundbar geworden für Angriffe aus der Luft.
Die Konstruktionsbedingten langen Tauchzeiten und die immer stärker werdende Gefahr Alliierter Luftpatrouillen führten zu Überlegungen die Schnelltauchzeit zu verkürzen. Bei der „Schnelltauchback“ wurde das Oberdeck im Bereich des Vorschiffs nach Wegfall von vier Reservetorpedo Behältern verschmälert. Mehrere Boote des Typs IX wurden so umgebaut, der Übergang zur reinen Schnorchelfahrt lies die Tauchzeiten jedoch in den Hintergrund treten. Von den 194 Booten des Typ IX, die während des Krieges gebaut wurden, waren 150 Boote durch Angriffe aus der Luft versenkt worden.

Bauwerft:

  • Deutsche Werft, Hamburg.
  • Deschimag AG, Bremen.
  • Deschimag AG, Weser- Seebeek.

Datum:

  • 1940- 1944

Typenverdrängung:

  • Variante IX A 1.032 Tonnen.
  • Variante IX B 1.051 Tonnen.
  • Variante IX C 1.120 Tonnen.
  • Variante IX C40 1.144 Tonnen.
  • Variante IX D1 1.610 Tonnen.
  • Variante IX D2 1.616 Tonnen.
  • Variante IX D42 1.616 Tonnen.

Abmessungen:

  • Variante IX A 76,5 x 6,5 x 4,7 m
  • Variante IX B 76,5 x 6,8 x 4,7 m
  • Variante IX C 76,8 x 6,8 x 4,7 m
  • Variante IX C40 76,8 x 6,9 x 4,7 m
  • Variante IX D1 87,6 x 7,5 x 5,4 m
  • Variante IX D2 87,6 x 7,5 x 5,4 m
  • Variante IX D42  87,6 x 7,5 x 5,4 m

Motorenanlage:

  • 2 Diesel MAN mit je 2.200 PS.
  • 2 E-Maschinen SSW zwischen 500 und 580 PS.

Höchstgeschwindigkeit:

  • Variante IX, A, B und C-40 bis 18,4 Knoten aufgetaucht und 7,7 Knoten getaucht.
  • Variante IX D-2 und D-42 bis 19.8 Knoten aufgetaucht und 7,0 Knoten getaucht.

Fahrstrecke:

  • 31.500 Seemeilen bei 10 Knoten.

Bewaffnung:

  • 6 mal 53,3 cm Torpedorohre 4 vorn und 2 achtern.
  • 22 Torpedos.

Geschütze: Sehr variabel.

  • 1 mal 10,5 cm Geschütz, 1 mal 3,7 cm und 1 2 cm Flak.
  • Später bis zu 1 mal 3,7 cm Flak und 2 mal 2 cm Flak.

Besatzung:

  • 52 Mann.

 

Typ X B/ Typ XIV

Typ X B: 

Zweihüllen – Hochseeboot, Minenleger für den Hochseeeinsatz .Maximale Einsatztauchtiefe 150 Meter. Maximale Brennstoffmenge 368 Tonnen. Geringste Schnelltauchzeit 35 Sekunden. Ab 1943 mit einem Schnorchel ausgestattet. Die Minenwurfvorrichtung bestand aus 6 senkrechten Schächten mit jeweils 3 Minen im Vorschiff die durch den Druckkörper führten und 24 mit je 2 Minen seitlich am Mittelschiff angebrachten Schächten. Von dieser Variante wurden 8 Boote gebaut.
Ab Ende 1943 wurde das Deckgeschütz demontiert und die Flakbewaffnung erheblich verstärkt. Oft wurden diese Boote auch als Versorger eingesetzt, dann wurden auf diesen Boot 14 Torpedos mitgeführt. Die Boote wurden alle zwischen 1941 – 1943 gebaut. Sechs Boote gingen durch Feindeinwirkung während des Kriegs verloren. U 219 wurde nach der deutschen Kapitulation an Japan übergeben, U 234 befand sich zum Zeitpunkt der Kapitulation auf Transportfahrt nach Japan mit Kriegswichtigen Gütern. Das Boot ergab sich und lief am 17.05.1945 in Portsmouth ein.

Bauwerft:

  • Krupp
  • Germania Werft
  • Kiel

Datum:

  • 1941- 1943.

Typenverdrängung:

  • 1.763 Tonnen.

Abmessungen:

  • 89,8 Meter lang
  • 9,20 Meter breit.

Motoranlage:

  • 2 GW Diesel F-46 4.200 PS.
  • 2 E- Maschinen AEG mit 1.100 PS.

Höchstgeschwindigkeit:

  • 16,4 Knoten aufgetaucht.
  • 6 Knoten getaucht.

Fahrstrecke:

  • 18.450 Seemeilen bei 10 Knoten.

Bewaffnung:

  • 2 mal 53,3 cm Torpedorohre.
  • Torpedos 15.
  • 66 Minen.

Geschütze:

  • 1 mal 10,5 cm Deckgeschütz.
  • 1 mal 3,7 cm Flak
  • 1 mal 2 cm Flak

 

Typ XIV:

Hochsee U- Tanker, abgeleitet vom Typ VII C, eingesetzt zur Versorgung anderer U-Boote auf See. Brennstoffmenge 203 Tonnen, zusätzlich zur Fracht für den Eigenbedarf, ab 1943 ausgestattet mit einer Schnorchelvorrichtung und modifizierter Flakbewaffnung. Die Boote wurden alle zur Fernunternehmung eingesetzt, im Wesentlichen im Atlantik, sie gingen alle durch Luftangriffe verloren. 10 Boote dieses Typs wurden gebaut.

Bauwerft:

  • Deutsche Werke Kiel.
  • Germaniawerft AG Kiel.

Datum:

  • 1940 – 1944.

Abmessungen:

  • 67,10 Meter lang
  • 9.35 Meter breit

Motorenanlage:

  • 2 Diesel GW mit je 2.600 PS.
  • 2 E-Maschinen SSW  mit je 375 PS.

Höchstgeschwindigkeit:

  • 14 Knoten aufgetaucht.
  • 6 Knoten getaucht.

Bewaffnung:

  • 2 mal 3,7 cm Flak
  • 1 mal 2 cm Flak

Fahrstrecke:

  • 12.350 Seemeilen bei 10 Knoten.

Fracht:

  • 4 Torpedos
  • 432 Tonnen Dieselöl.

Besatzung:

  • 53 Mann

Typ XXI

Typ XXI: 

Zweihüllen- Hochseeboot mit hoher Unterwassergeschwindigkeit. Admiral Dönitz billigte diesen Entwurf am 13. Juni 1943 und ein Bauprogramm von über 200 Booten wurde in Auftrag gegeben.
Das erste Boot von Typ XXI war U-2501 und wurde am 17. Juni 1944 in Dienst gestellt. Durch vorgefertigte Sektoren wurde diese Baubeschleunigung erreicht. Ein interessantes Merkmal war die hohe Unterwassergeschwindigkeit das Typ XXI, sie wurde erreicht, weil das Boot einen Stromlinienformen Rumpf hatte, die Energieleistung der elektrischen Antriebsanlage wurden verbessert, außerdem wurden bessere Batterien eingebaut.
Der Druckkörper bestand aus 28 mm dicken Stahl, um die Luken war er bis zu 37 mm dick.
Man war so mit in der Lage Tiefen von mehr als 330 Meter, zu erreichen. Die Schnelltauchzeit betrug nur noch 18 Sekunden. Es wurden nahezu doppelt soviel Batterien eingebaut wie beim Typ VII. Es gab einen Torpedoraum, 2 große Wohnräume, Duschen, 2 WC sogar eine Klimaanlage. Die Innenausstattung lieferte soviel Bequemlichkeit wie möglich. Für die Luftabwehr wurden 2 Türme mit 2 mal 2 cm Flakgeschützen eingebaut. Der Turm war gepanzert.
Es wurde ein versenkbarer Schnorchel eingebaut, die Sonargeräte waren, die empfindlichsten die es zu dieser Zeit gab. Der Typ XXI hatte 6 Torpedorohre alle vorne, es konnte 23 Torpedos mitführen. Die Fahrstrecke lag bei 10 Knoten über 15.000 Seemeilen.
Es hatte eine Unterwassergeschwindigkeit von über 17,2 Knoten. 118 Boote dieses Typs wurden noch in Dienst gestellt. Aber keines ging mehr auf Feindfahrt.
Im Mai 1945 versenkten 88 Besatzungen ihre Boote selbst. Einige Boote wurden von den Siegern nach Ende des Krieges wieder in Dienst gestellt. Der U-Boot Typ XXI prägte den Unterseebootbau über vieler Jahre hinweg.

1957 wurde U-2540 gehoben und nach über einem Jahr, indem das Boot im Trockendock lag, wurde es schließlich als U- Wilhelm Bauer bei der neuen Deutschen Marine wieder in Dienst gestellt. Es blieb bis 1971 im Dienst. Danach wurde das Boot in das alte Hafenbecken von Bremerhaven gezogen und kann dort seit 1980 besichtigt werden.

Bauwerft:

  • Blohm&Voss, Hamburg.
  • Deschimag AG, Bremen.
  • F.- Schichau- Werft, Danzig.

Datum:

  • 1943-1945.

Typenverdrängung:

  • 1621 Tonnen.

Abmessungen:

  • 76,7 Meter lang
  • 8 Meter breit.

Motorenanlage: 

  • 2 MAN 6 Zyl Viertakt Dieselmotoren M6V 40/46 mit je 2.000 PS.
  • 2 E- Maschinen SSW, BBC oder AEG mit je 2.500 PS.
  • 2 E- Schleichmotoren SSW mit je 113 PS.

Höchstgeschwindigkeit:

  • 15,6 Knoten aufgetaucht.
  • 17,2 Knoten getaucht.
  • Mit Schleichmotoren 6,1 kn.

Fahrstrecke:

  • 15.500 Seemeilen bei 10 Knoten

Bewaffnung:

  • 6 mal 53,3 cm Torpedorohre
  • 20 Torpedos, oder 14 Torpedos + 18 TMB oder 12 TMC Minen
  • Geschütze: 2 x 2 cm C/38 in Zwillingslafette

Besatzung:

  • 58 Mann

Typ XXIII

Typ XXIII: 

Einhüllenboot – Küstenboot mit hoher Unterwassergeschwindigkeit, entworfen um dieselben Anforderungen wie beim Typ XXI zu entsprechen. Wie der Typ XXI bestand der Rumpf aus zwei übereinanderliegenden Druckkörpern, aber mit der Ausnahme der Hecksektion fehlte ihm die äußere Verkleidung. Der obere Druckkörper, vom Durchmesser her der größere von beiden, enthielt die Wohnräume, die Motoren und die Torpedorohre, der kleinere die Batterien, einige Kraftstoffbunker sowie die Tauchzellen. Der Rumpf hatte Stromlinienform und war aus 4 Einzelsektionen zusammengesetzt. Angetrieben wurde das Boot durch eine Einzelschraube, es besaß keine Verkleidung und der Kommandoturm war klein und eng. Die vorderen Tiefenruder sowie das Steuerruder waren zusammen mit der Schraube von 1,78 Meter Durchmesser besonders entwickelt worden, um eine hohe Gesamtantriebsleitung bei Tauchfahrt zu erzielen. Die maximale Einsatztauchtiefe lag bei 180 Metern und die geringste Schnelltauchzeit erreichte einen Rekord von 9 Sekunden. Die Batterien besaßen eine besonders hohe Leistungsfähigkeit. Zusammen mit einem 560 PS starken E- Motor ermöglichte sie dem Boot, eine Unterwassergeschwindigkeit von mehr als 13 Knoten.
Der Typ XXIII hatte einen Teleskopschnorchel, war aber nur mit einem Sehrohr ausgestattet. U 2321 erreichte bei Schnorchelfahrt eine Höchstgeschwindigkeit von 10,75 Knoten.
Wenn auch mit weniger akustischen Einrichtungen ausgestattet als der Typ XXI, so war doch die Feuerleitanlage, die eingebaut wurde, in der Lage die Torpedoschussdaten aus den Ablesungen des Unterwasserhorchgerätes zu errechnen. Dies war ein echter Fortschritt. Die Bewaffnung bestand aus 2 Torpedorohren, die vorn eingebaut waren. Das erste Boot vom Typ XXIII lief am 17.April 1944 vom Stapel, es war U-2321. Am 12. Juni 1944 wurde das Boot der Marine übergeben. Bis zum Kriegsende konnten noch 83 Boote in Dienst gestellt werden. Anders als die Boote vom Typ XXI nahmen Boote vom Typ XXIII noch an Kampfhandlungen teil und konnten einige Schiffe versenken ohne das ein eigenes Boot dabei verloren wurde.
Die Mehrzahl der Boote wurden nach Kriegsende von den eigenen Besatzungen versenkt. Einige Boote wurden von den Alliierten übernommen, diese untersuchten die Boote genau und befanden sich teilweise noch sehr lange in deren Marinedienst. 1956 wurden 2 Boote im Auftrag der Bundesmarine gehoben, es waren U-2365 und U-2367.  Nach der Überholung im Trockendock wurden beide Boote als U-Hai und U-Hecht  1957 in Dienst gestellt. U-Hai sank am 14. September 1966 bei Sturm. U-Hecht wurde 1969 verschrottet.

Bauwerft:

  • Deutsche Werke, Kiel.
  • Germania Werft, Kiel.

Datum:

  • 1944- 1945.

Typenverdrängung:

  • 258 Tonnen.

Abmessungen:

  • 34,7 Meter lang
  • 4 Meter breit.

Motorenanlage:

  • 1 mal 6-Zyl. Viertakt-Diesel MWM mit 576 PS.
  • E- Maschinen 1 mal AEG 580 PS.
  • 1 x E- Schleichmotor BBC mit 35 PS.

Höchstgeschwindigkeit:

  • 10 Knoten aufgetaucht.
  • 12,5 Knoten getaucht.

Fahrbereich:

  • über Wasser 4.450 Seemeilen bei 6 Knoten.
  • unter Wasser mit Haupt E bei 6 kn 110 sm, mit Schleichmotor bei 4 kn 194 sm.

Bewaffnung:

  • 2 mal 53,3 cm Torpedorohre keine Reservetorpedos.

Besatzung:

  • 14 Mann

Artillerie/Flak

Bewaffnung Artillerie/Flak

 

8,8 cm S.K. C30 U in Ubst. L. C30 U
8,8 cm S.K. C35 U in Ubst. L. C35 U

Die von Rheinmetall hergestellte Waffe sollte Hauptsächlich auf kleinen und mittleren Schiffen eingesetzt werden. Die ersten Typ VII Boote erhielten die C30 U Version. Die später entwickelte Ausführung C35 U unterschied sich lediglich in einem geringeren Höhenrichtwinkel von nur 30°. Damit fehlte ihr die Luftabwehrfähigkeit. Ab 29. Januar 1943 fiel das Deckgeschütz beim Typ VII weg.

 

8,8 cm Munition*

Mit der 8,8 cm S.K. C35 U wurden die Sprengranat Patrone 35 L4,5  Lh 31 (Leuchtspurhülse) KZ 28 (Kopfzünder), die Sprengranat Patrone 35 L4,5  Br (Brandsatz) Lh 31 KZ 28 oder die Lg (Leuchtgranate) Patr 35 L4,4 ZZS 60nA (Zeitzünder) verschossen. Der Kopfzünder 28 ist ein Aufschlagzünder mit einstellbarer Verzögerung, der direkt beim auftreffen oder nach einer Verzögerung von 0,1s zündet. Der Zeitzünder ZZS 60nA ist ein Uhrwerks Zünder der mit einem Meterstellschlüssel auf eine bestimmte Flugzeit eingestellt wurde. VIIC Boote führte etwa 205 Schuss mit. 

 

10,5 cm S.K. C32 U in Ubst. L. C32/36 U

Ursprung dieser Waffe war die 10,5 cm S.K. C16 aus dem ersten Weltkrieg. Sie war die Hauptbewaffnung für Flottenbegleiter, Torpedo- und Minensuchboote. Für die Uboot Typen I und IX kam die um 370 kg leichtere Ausführung zu Einsatz, deren Höhenrichtwinkel ebenfalls auf 30° beschränkt war. Zwischen 1943 und 44 wurden die Geschütze zurückgebaut. 

 

10,5 cm Munition*

Eingesetzt wurden Sprenggranat-Patronen 32 L4,4 KZ 28 oder Leuchtgranat-Patronen Lg Patr 32 L4,1 mit ZZS 60nA. Das Sprengladungs Gewicht beträgt geschraubt 1,265 kg / gegossen 1,550 kg. 

 

2 cm C30/38 auf Sockellafette C30 

Die 2 cm C30 war auf allen Marine Einheiten als Abwehrwaffe für den Nahbereich zu finden. Noch vor Kriegsbeginn wurde die Feuergeschwindigkeit mit der Ausführung C38 von 120 auf 220 Schuß/Min erhöht. Auf einigen Ubooten wurde die Lafette in einem Druckfesten Versenktopf (Brunnen) verbaut, der zur Hälfte durch das Deck reichte. Zum Herstellen der Feuerbereitschaft benötigte man ca. 32 Sekunden, 40 Sekunden zum Verstauen der Waffe. 

 

2 cm C38 auf Doppellafette LM 43/44 U 

Zwei 2 cm C38, mit LM (Lafette Marine) 43 U bei einigen Booten beim Turmumbau III im April/Mai 1943 verbaut. Zur Sockellafette LM 44 gehörte ein Schutzschild, das jedoch häufig bei Unterwasserfahrt abriss. 

 

2 cm C38 in Vierlingslafette C38/43 U

Von der Firma Mauser entwickelter Flak Vierling zur Steigerung der Feuerkraft. Die Verbesserte Lafette C38/43 U besaß beiklappbare Schutzschilde. 

 

2 cm Munition* 

Zur Luftzielbekämpfung wurde die Sprenggranat-Patrone L'spur C/30 mit Kopfzünder verwendet. Sie besaß eine Anfangsgeschwindigkeit von 900 m/s. Der Selbstzerleger löst durch abbrennen der Leuchtspur nach 5 Sekunden, bei 2200 Meter aus. Die Patronen wurde in Magazinen zu 20 Schuß zugeführt. Ein Typ VIIC Boot mit einem C30/38 MG führte in der Regel 1500 Schuß mit. 

 

3,7 cm S.K. C30 auf Lafette C39 U

Auf vielen Marine Einheiten kam diese, aus der Flak 18 entwickelte Waffe, mit einem 8 mm dicken Schutzschild das den Höhenrichtbereich auf 80° begrenzte zum Einsatz. Die auf Ubooten verwendete Lafette C39 U besaß dieses nicht, war aber nur zweiachsig ausgeführt. Die dreiachsige Zwillingslafette kam nur auf Überwassereinheiten zum Einsatz. Die bei Heer und Luftwaffe eingeführte Flak 36 besaß bereits eine höhere Feuergeschwindigkeit (90/120 S/Min). Schwächen und Unzulänglichkeiten führten zur Entwicklung stärkerer Fla-Waffen. 

 

3,7 cm M42 auf Lafette C39/LM43 U

Von Rheinmetall-Borsig auf Basis der Flak 36 entwickelte Waffe. Wegen Verzögerungen kam die Waffe erst ab Mitte 1943, auf Ubooten erst ab Herbst 1943, zum Einsatz. Die Feuergeschwindigkeit beträgt 100-120 Schuß/Min. Die Lafette war dreiachsig stabilisiert, besaß ein Schutzschild und war deutlich leichter als die der 3,7 C30. Eine Doppellafette LM 42 U wurde nur bei zwei Typ VII Booten erprobt, einige wurde beim Typ IX ab Oktober 1944 verbaut. 

 

3,7 cm Muniton*

Verschossen wurde die Sprenggranat-Patrone Sprg Patr 30/40 L4,1 Lh 39/37 oder Brandsprenggranate Br Sprg Patr L4,1 Lh 37 mit KZ 40 oder die Panzersprenggranat-Patrone L'spur Zerl BdZ 42a. Der Kopfzünder 40 und der Bodenzünder 42a sind Aufschlagzünder mit Zerlegeeinrichtung (Zerlegung nach 9 – 12 s). 

 

3 cm MK303 

In Zwillingslafette vorgesehen für den Einsatz auf Ubooten des Typs XXI, die Anfangs noch mit der 2 cm C38 Doppellafette ausgerüstet wurden. 

 

13,2 mm Breda Zwilling 

Einige Mittelmeerboote erhielten je zwei MG, die in druckfesten Behältern auf dem Turm verstaut wurden.

* Nicht aufgeführt sind Übungs- und Exerzier Patronen.

 

Bezeichnung 8,8 cm S.K. C35 U 10,5 cm S.K. C32 U
Kaliber/Rohrlänge L/45 3965 mm L/45 4740 mm
Gewicht mit Lafette 5760 kg 4970 kg
Schußfolge S/Min 12 – 15 10
Patronengewicht kg 15 24
Geschoßgewicht kg 9,5 15,1
Mündungsgeschw. m/sek 790 785
Schußweite 9700 m 6300 m

 

 

Bezeichnung 2 cm S.K. C38 U 3,7 cm S.K. C30 U 3,7 cm M42
Kaliber/Rohrlänge L/65 1300 mm L/83 3074 mm L/69 2560 mm
Gewicht mit Lafette 460 kg
1000 kg Doppellafette
2400 kg Vierllingl.
1450 kg Doppellafette 1350kg
mit Schild 1750kg
Schußfolge S/Min/Rohr 220 80 160
Patronengewicht kg 0,340 2,100 1,510
Geschoßgewicht kg 0,148 0,745 0,644
Mündungsgeschw. m/sek 900 1000 820
Zuführung 20 Schuß Magazin 6 Patronenrahmen 8 Patronenrahmen

 

 

Torpedos/Minen

Bewaffnung Torpedos/Minen

 

Torpedo G7a T I

 

Verbesserter WK1 Torpedo G/7, Haupttorpedo deutscher Überwassereinheiten. Vorteil sind die hohe Geschwindigkeit bzw. Reichweite, Nachteil eine deutlich Sichtbare Blasenspur. Besonders die Programmgesteuerten Torpedos durften deshalb nur Nachts verwendet werden. Konstruktionsfehler am Tiefen Apparat und der Gefechtspistole verursachten zu Kriegsbeginn viele Torpedoversager, besonders während des Norwegenfeldzugs, die mit einem neuen Tiefen Apparat und einer neuen Gefechtspistole beseitigt werden konnte. Der Torpedo war danach so Einsatzsicher das er noch bis 1976 in der Bundesmarine verwendet wurde.

Technische Daten  
Bezeichnung Gerät 12
Durchmesser/Länge     533,4 mm / 7179 mm
Gewicht schußklar 1532 kg
Untertrieb 278 kg
Gefechtsladung 280 kg Schießwolle 36
Kesseldruck 200 kg/cm²

 

Zündung    
Gefechtskopf  Gefechtspistole  Zündart
Ka  Pi G7a  Az o. Mz Pi–1 (Pi G 7H) / Az
Kc  Pi–3  Az u. Mz (ab August 43)

 

Antrieb

Wasser Druckluft/Petroleum Vierzylinder Heißdampf Sternmotor


Steuerung

GA  VIII (Geradelaufapparat) TA I (Tiefen Apparat bis 12 m) ab Herbst 1943 TA 3 (bis 15 m)
FAT I (Federapparat) ab Dezember 1942
LuT I (Lagenunabhängig) ab Dezember 1943

 

Schußart  Leistung/PS Umdrehungen/Min  Geschwindigkeit/kn Laufstrecke/m
Weitschuß 108 940 30 12000
Nahschuß 241 1270 40 8000
Schnellschuß 300 1500 44 6000

 

Torpedo G7e T II

Bereits 1932 begann die Entwicklung eines Elektrischen Torpedos (Eto) bei der TVA, der wegen seines nicht sichtbaren Laufs als Hauptwaffe der deutschen U-Boote gedacht war. Er litt unter den gleichen Konstruktionsmängeln des G7a, die erst mit dem Nachfolger T III beseitigt wurden.

 

Technische Daten  
Bezeichnung Gerät 20
Durchmesser/Länge     534,5 mm / 7179 mm
Gewicht schußklar 1608 kg
Untertrieb    276 kg
Gefechtsladung  280 kg Schießwolle 36
Reichweite 5000 m
Geschwindigkeit 30 kn

 

Zündung    
Gefechtskopf  Gefechtspistole  Zündart
Ka  Pi G7a  Az o. Mz Pi–1 (Pi G 7H) / Az

 

Antrieb

Batterie AFA 13 T  210
Siemens E– Motor GL 231/75 SSW

 

Steuerung

GA VIII TA 1

 

Torpedo G7e T IIIa

Der T III verwendete die verbesserte Pistole 2, die einen Aufschlagzünder mit einer zuschaltbaren Magnetzündung verbindet. Die Leistungsdaten waren jedoch die gleichen wie beim T II. Um die Programmsteuerung Fat und Lut besser nutzen zu können, wurde der T IIIa mit einer größeren Batterie versehen und so die Reichweite auf 7500 Meter erhöht. Der FaT II Einsatz begann im Mai 1943 im Nord- und Mittelmeer, der LuT I Einsatz im Februar 1944.

 

Technische Daten  
Bezeichnung Gerät 20
Durchmesser/Länge     534,5 mm / 7163 mm
Gewicht schußklar 1800 kg
Untertrieb   576 kg
Gefechtsladung  280 kg Schießwolle 36
Reichweite 7500 m
Geschwindigkeit 30 kn

 

Zündung    
Gefechtskopf  Gefechtspistole  Zündart
Kb  Pi-2 Az u. Mz

 

Antrieb

Batterie AFA 17 T 210
Siemens E– Motor GL 231/75

 

Steuerung

GA VIIIs TA 3
FaT II (ab Mai 43)
LuT I (ab Februar 44)

 

Torpedo G7es T V Zaunkönig

Torpedo mit akustischer Eigenlenkung. Nachfolger des T IV „Falken“ dessen Einsatz nur auf wenigen Booten ab Februar 1943 getestet wurden. Für die Steuerung waren zusätzliche Luftflaschen erforderlich, weshalb eine kleinere Batterie verbaut wurde, die bei gleicher Reichweite nur 20 kn erlaubte. Als Abwehrwaffe gegen U-Jagdfahrzeuge bekam der T V eine geänderte Batterie, mit der eine Geschwindigkeit von 24,5 kn erreicht wurde. Erforderlich war ebenfalls eine neue Gefechtspistole mit einer Trägheitszündung und einer aktiven Magnetzündung die auch gegen kleinere Fahrzeuge wirkte. Der Einsatz des T V begann im August 1943. Der Einsatz blieb jedoch, aufgrund Gegnerischer Abwehr, hinter den Erwartungen zurück.

 

 

Technische Daten  
Bezeichnung Gerät 45
Durchmesser/Länge     534,5 mm / 7175 mm
Gewicht schußklar  1511 kg ± 25
Untertrieb   133 kg
Gefechtsladung 273 kg Schießwolle 36
Reichweite 5700 m
Geschwindigkeit 24,5 kn

 

Zündung    
Gefechtskopf  Gefechtspistole  Zündart
Ke1  Pi–4c  Mz und Trägheitszündung

 

Antrieb

Batterie AFA 13 T  210 (nur 36 Zellen)
Siemens E– Motor GL 231/75

 

Steuerung

GA VIIIs TA 3

 

 

Torpedominen wurden direkt aus dem Torpedorohr ausgestoßen. Die Rohre besaßen dafür eine Minen Einrichtung die erlaubte mehrere Minen im Rohr zu laden und kurz hintereinander auszustoßen.

Torpedomine A TMA (GT)

Typ Ankertaumine
Durchmesser/Länge  533 mm / 3380 mm
Gewicht 800 kg
Ladungsgewicht 230 kgHexanit
Einsatztiefe 50 – 270 m
Tiefeneinstellung 6 – 20 m
Zündung Fernzündgerät Magnet
Zeiteinstellung bis 80 Tage

 

Torpedomine B TMB (GS)

Typ Grundmine
Durchmesser/Länge  533 mm / 2300 mm
Gewicht 740 kg
Ladungsgewicht 580 kg Hexanit
Einsatztiefe –20 m
Zündung Fernzündgerät Magnet o. Akustik, Akustik/Tiefton Druck/Magnet Magnet/Akustik
Zeiteinstellung bis 80 Tage

 

Torpedomine C TMC (GN)

Typ Grundmine
Durchmesser/Länge  533 mm / 3390 mm
Gewicht 1100 kg
Ladungsgewicht 935 kg Hexanit
Einsatztiefe –20 m
Zündung Fernzündgerät Magnet o. Akustik, Akustik/Tiefton Druck/Magnet Magnet/Akustik
Zeiteinstellung bis 80 Tage

 

Schachtmine A SMA (GO)

Neben der TMA einzige U-Boot Mine für große Wassertiefen. Schachtminen wurden vom U-Boot Typ VIID (15) und XB (66) in senkrechten Schächten geführt die nach unten offen waren (nasse Lagerung). Um den Untertriebsverlust auszugleichen besaßen diese Boot zusätzlich Minenzellen.

Typ Ankertaumine
Durchmesser/Länge  533 mm / 3390 mm
Gewicht 1600 kg
Ladungsgewicht 350 kg Hexanit
Einsatztiefe 50 – 250 m
Tiefeneinstellung 6 – 30 m
Zündung Fernzündgerät Magnet o. Akustik
Zeiteinstellung bis 80 Tage

 

Einheits Sehrohrmine (EMS)

Die EMS Treibmine wurde über den Turm von Hand ausgesetzt. Die Sehrohrmine imitierte Überwasser ein U-Boots Sehrohr und sollte U-Jagdfahrzeuge dazu verleiten dieses zu rammen. Bekannt sind Einsätze in der Karibik und im Schwarzen Meer.

Typ Treibmine
Durchmesser 330 mm 470 mm mit Zünder Länge/Höhe 533,4 mm
Gewicht 45 kg
Ladungsgewicht 14 kg
Zündung 5 Kontaktzünder
Zünd Verzögerung 15 – 20 Min
Zeiteinstellung bis 6 Tage

 

Minentorpedo A MTA

Der Minentorpedo erlaubt das legen von Grundminen ohne das sich das U-Boot selber in flaches Gewässer begeben muß. Es handelt sich um einen G7e Torpedo mit einem Minenzünder, der bei 18 kn eine maximale Reichweite von 7000 m hat. Nach Ablauf der eingestellten Laufstrecke sinkt der Torpedo auf den Grund und aktiviert den Minenzünder.

Typ Grundmine
Durchmesser/Länge  533 mm / 7163 mm
Gewicht 1630 kg
Ladungsgewicht 450 kg
Einsatztiefe 8 – 30 m
Zündung Fernzündgerät Magnet
Zünd Verzögerung 30 Min bis 6 Std
Zeiteinstellung bis 200 Tage

 

 

 

Zum Schluss

Das Walter -U-Boot

Bei den Walter-U-Booten nahm die Marine trotz Bedenken Speers, der Engpässe für die Rüstungsindustrie befürchtete, die Serienproduktion der Typen XVII B (312 ts) und XXVI (842 ts) auf, aber es sollte kein Boot mehr zum Einsatz kommen. Die während der Erprobung erzielten Leistungen blieben zudem im Allgemeinen weit hinter den Erwartungen zurück, die in die neue Technologie gesetzt worden waren. Außerdem konnten die besonderen Probleme bei der Treibstoffversorgung, bei der logistischen Infrastruktur, bei der Ausbildung des Fachpersonals nicht mehr gelöst werden.

 

Schlussbemerkung

 U-Boot-Ehrenmal Möltenort

(Seeadler auf dem Ehrenmal für die gefallenen deutschen U-Boot-Fahrer beider Weltkriege in Heikendorf bei Kiel ) Autor: Darkone

 

Es wäre falsch anzunehmen, dass Dönitz schon vor dem Krieg eine eigenständige seestrategische Alternative entwickelt hat, die im Gegensatz zur Konzeption der Skl vom Juli 1938 stand. Wir wissen vielmehr, dass er bis zum Sommer 1939 gegenüber der Marineführung keine grundsätzlichen Bedenken gegen die Konzeption des Z-Plans geltend gemacht hat. Wahrscheinlich war er damals auch noch davon überzeugt, dass eine Konzeption, die sich im Kriegsfall gegen Großbritannien einseitig auf den Einsatz von U-Booten abstütze, nicht zum sicheren Erfolg führen würde. Bis zu Abfassung seiner Denkschrift vom 1. September 1939 hatte er sich nie auf die Ebene der großen Strategen gewagt. So hinderte ihn sein entstandenes zu große Vertrauen in der von ihm geschmiedeten Waffe, trotz seines Talents, Energie und zeitweiligen Erfolges, von dem er den U-Boot-Krieg geführt hatte, rechtzeitig zu erkennen, dass der Einsatz neuer Mittel auf Seiten des Gegners, insbesondere des Flugzeuges und des Radars, eine radikale Wandlung des Unterseebootes erforderlich machte.
Es ist schwer zu sagen, bis zu welchem Grad seine unaufhörliche Ankündigung der "neuen U-Bootwaffe", mit der er übertriebene Erwartungen verband und verhieß, die Durchhaltemanie eines Mannes bestärken konnten, der schon in seiner Todes- und Selbstzerstörungslogik gefangen war.

 

Raeder war von geradlinigem Wesen, verhältnismäßig leicht zu beurteilen, und selbst seine Fehler hatten ihre eigene Logik.
Dönitz dagegen hatte wie Janus zwei Gesichter: das des genialen Ideengebers für den U-Boot-Krieg und das des fanatischen Gefolgsmanns, der sich selbst für würdig hielt, das vergiftete Erbe des "Führers" zu übernehmen. Je nachdem, ob man das eine oder das andere Gesicht mehr oder weniger lange betrachtet, steht man auf der Seite der Bewunderer oder der Verächter.

Quellen

U-Boote im 2.Weltkrieg ISBN 3-613-02987-3
Eberhard Rössler: „Geschichte des deutschen U-Boot-Baus“, Band 1, Bernhard & Graefe Verlag – Lizenzausgabe Bechtermünz-Verlag. ISBN 3-86047-153-8
Francois E. Brézet, Die Deutsche Kriegsmarine, 1935 -1945, Herbig Verlag 2003. ISBN 3-7766-2238-5

http://de.wikipedia.org/wiki/U-Boot (Letzter Zugriff 11.02.2010)

Autor: tom! / Freiherr von Woye

 

Nachbearbeitung:

Typ II:
Quelle: Rössler, Eberhard Vom Original zum Modell Ubottyp II Enders, Gerd Deutsche U-Boote zum Schwarzen Meer

Typ VII D:
Quelle: Przemysław Federowicz u-boot typ VII

Typ IX A,Typ IX D-1 , IX D-2 und IX D-42:
Quelle: Stehr/Breyer MA Leichte und Mittlere Artillerie auf deutschen Kriegsschiffen. Köhl/Niestle Vom Original zum Model Uboottyp IXc Williamson Kriegsmarine U-Boats 1939-45 Williamson Wolf Pack The Story of the U-Boat at WWII

Typ X B, Typ XIV, Typ XXI:
Quelle: Breyer MA Wunderwaffe Elektro-Uboot Typ XXI Köhl Vom Original zum Modell Uboottyp XXI Portsmouth Naval Shipyard. German Submarine Type XXI Design, Models und Plans

Typ XXIII:
Quelle: Rössler/Köhl Vom Original zum Model Uboottyp XXIII

Bewaffnung:

Stehr/Breyer Leichte und mittlere Artillerie auf deutschen Kriegsschiffen
Köhl/Niestle Vom Original zum Modell Uboottyp VII
Köhl/Niestle Vom Original zum Modell Uboottyp IXC
Fleischer WA Die 2cm Flugzeugabwehrkanonen 30 und 38
Müller WA Deutsche Schwere Flak 10,5cm · 12,8cm · 15cm
M.Dv. Nr170 Merkbuch für die Munition der Kriegsmarine
M.Dv. Nr190 Munitionsvorschriften für die Kriegsmarine

Rössler Die Torpedos der deutschen U-Boote
Krauß Rüstung und Rüstungserprobung in der deutschen Marinegeschichte
Mine Disposal Handbook, Part 4
German Underwater Ordnance
M.Dv 454 Bergen und Entschärfen deutscher und fremder Sperrwaffen

Autor: JPB


Das Thema

Schlachtschiffe

 

der H- Klasse

 

 


 
Geplante Schiffe der H- Klasse
Schiffe Bauwerft Kiellegung Stapellauf Fertigstellung Schicksal
Schlachtschiff H Blohm & Voss, Hamburg 15.Juli 1939 - - abgebr. auf Helling: 25 Nov. 1941
Schlachtschiff J Deschimag, Bremen 15. Aug. 1939 - - abgebr. auf Helling: 25. Nov. 1941
Schlachtschiff K Deutschen Werke,in Kiel - - - -
Schlachtschiff L Kriegsmarinewerft Wihlelmshaven - - - -
Schlachtschiff M Blohm & Voss, in Hamburg - - - -
Schlachtschiff N Deschimag, Bremen - - - -


Entwurf

Entwurf:

In der ursprünglichen Entwurfsplanung von 1935, sollte das Schlachtschiff H zu diesem Zeitpunkt im Wesentlichen eine Wiederholung der vorherigen Klasse werden, mit den damals für die Bismarck Klasse vorgesehenen 25 cm Geschützen. Doch als Ergebnis nachrichtendienstlicher Informationen bezüglich neuer sowjetischer Schlachtschiffpläne entschloss sich stattdessen Deutschland, auf das Kaliber 38 cm überzugehen, und informierte am 5. Oktober 1936 Großbritannien. (Tatsächlich zogen die Sowjets 40,6 cm Geschütze als Hauptbewaffnung in Betracht.) Daher legte Ende Oktober A IV im Marinekommandoamt (A) eine entsprechende militärische Spezifizierung für das Schlachtschiff H vor: es sollte eine Typverdrängung von 35.000 ts eine 38 cm Hauptbewaffnung haben, 30 kn Geschwindigkeit und eine Seeausdauer, die mit 16.000 sm bei 16 kn nicht kleiner als die der Panzerschiffe sein sollte. Das besondere Augenmerk richtete sich hierbei auf den Dieselmotor als Hauptantrieb. Allerdings forderte die Operationsabteilung (A 1 bzw. 1./Sk1) im Hinblick auf den Atlantik als den hauptsächlichen Einsatzraum eine größere Seeausdauer, von 16.000 sm bei 18 kn. Zudem sollte die Dauergeschwindigkeit (30 kn) hoch genug sein, um die neuen französischen Schiffe zum Kampf zu stellen, und die Bewaffnung hätte der RICHELIEU- Klasse ebenbürtig sein sollen sowie sollte der Panzerschutz ihr überlegen zu sein. Im Dezember 1936 wurden die allgemeinen Forderungen für den Entwurf bestätigt: Typverdrängung und Bewaffnung ähnlich wie die der Bismarck- Klasse, aber mit Torpedobewaffnung und einer Dieselmotorenanlage mit Drei- Wellen Anordnung, Hauptgürtelpanzer 320 mm, Ober- und Zitadellpanzer sollten eine Stärke von 145 mm haben. Wie gewöhnlich war der Tiefgang im Hinblick auf die Wassertiefen der deutschen Marinehäfen kritisch und befand sich im Grenzbereich. Die Kiellegung einer zweiten Einheit war für Januar 1938 vorgesehen. Kurze Zeit später befahl Hitler, das Kaliber der Hauptbewaffnung sollte infolge der sowjetischen Aktivitäten auf 40,6 cm gesteigert werden. Dies erforderte eine völlige Neugestaltung des Entwurfs. Am 24. Juli 1937 billige Hitler den Entwurf mit acht 40,6 cm Geschützen und einer auf nicht weniger als 58.00 ts gestiegenen Typverdrängung. Offiziell wurden immer noch 35.000 ts Standard angegeben; angesichts der großen Abmessungen des Schiffes könnte man sagen das es eine schwierige beizubehaltende List war. Die Breite von mehr als 41 m schloss von Anfang an eine Benutzung es Nord- Ostsee Kanals aus. Antriebsanlage, Panzerrung, Geschwindigkeit und Seeausdauer wurden im Jahr 1938 für eine Neuentwurf für die Schiffe der H- Klasse unterzogen, dessen Kiellegung nach der bisherigen Planung für Oktober 1937 vorgesehen gewesen war. Erst am 21. Dezember 1938 wurden der endgültige Entwurf von 52.560 ts Typverdrängung und einer Dieselmotorenanlage mit Drei- Wellen- Anordnung gebilligt. Am 14. April 1939 wurden die Bauaufträge für die Schlachtschiffe H und J an Blohm & Voss, Hamburg, als Bau - Nr. 525 bzw. an die Deschimag A.G. Weser, Bremen als Bau - Nr. 981 vergeben. Ab dem 25. Mai 1939 folgten bis zum Sommer die übrigen:

- K an die Deutschen Werke in Kiel als Bau - Nr. 264.
- L an die Kriegsmarinewerft Wilhelmshaven als Bau - Nr. 130,
- M am Blohm & Voss in Hamburg als Bau - Nr. 526 und
- N an Deschimag A.G. Weser in Bremen als Bau - Nr. 982.

Das Panzerschutzschema umfasste einen Hauptgürtelpanzer von 300 mm Dicke und 5 m Breite, vorn und achtern wurde durch je 220 mm Panzerquerschotten abgesichert. Oberhalb des Hauptgürtels erstreckte sich die Zitadellpanzer mit 180 mm Dicke und eine weiteren Plattengang von 150 mm darüber, dieser reichte bis zum Oberdeck. Nach vorn setzte sich der Hauptgürtelpanzer verringert auf 60 mm (über den Heizölbunkern 150 mm) und nach achtern mit 30 - 90 mm fort. Binnenbords erstreckte sich ein Inneres Wallgang- oder Torpedoschott mit 45 mm Dicke von der Bodenbeplattung bis zum Panzerdeck. Oberhalb des Panzerdecks reichte dieses Schott als ein 30 mm Splitterlängsschott bis zum Oberdeck. Die Breite des Torpedoschutzbereiches belief sich auf etwa 5,18 mm und war somit gegenüber der ursprünglichen Forderung infolge der Notwendigkeit verringert worden, die Schiffsbreite zu reduzieren. Zudem gab es innen noch 25 mm Splitterlängsschotte und fünf Querschotte, entworfen um die Auswirkungen des Luftdrucks von Bombentreffen zu begrenzen. Der Horizontalschutz bestand aus einem gepanzerten Oberdeck von 50 mm Dicke und dem eigentlichen Panzerdeck von 100 mm Dicke über den Maschinenräumen, das sich über den Munitionskammern und in den Böschungen auf 120 mm verstärkte.

Hinter dem Panzerquerschnitt setzte es sich nach achtern mit 110 mm über dem Ruderraum, aber ein Deck tiefer als das Hauptdeck fort. Der Panzerschutz betrug immerhin 36,9% der Konstruktionswasserverdrängung. Zwölf doppelt wirkende 9- Zylinder- Zweitakt- MAN- Dieselmotoren mit einer Antriebsleistung von jeweils 13.750 PSe bildeten die Hauptantriebsanlage mit einer Drei- Wellen- Anordnung. Zwölf Dieselgeneratoren lieferten die erforderliche elektrische Energie. Die acht 40,6 cm Geschütze Sk L/56 C/34, hergestellt bei Krupp, verschossen eine 1030 kg schwere Granate mit einer maximalen Schussweite von 36.400 m bei 30 Grad Erhöhung. Jeder Doppelturm wog etwa 1452 ts und wies folgende Panzerung auf: 385 mm Front, 240 mm Seite und 130 mm Decke. Die Mittelartillerie umfasste zwölf 15 cm in Doppeltürmen Dreh. L. C/34 wie jene der Früheren Schiffe. Die Schwere Flak aus sechzehn 10,5 cm Sk L/65 C/33 war in neuen, voll stabilisierten und elektrisch angetriebenen Drehtürmen C/38 untergebracht. Die Flakausstattung vervollständigten 3,7 cm und 2cm Geschütze, die mit Sicherheit eine umfangreiche Verstärkung erfahren hätten. Zur Bewaffnung gehörten auch Torpedorohre, ungewöhnlich in Unterwasser- Ausführung zwei seitliche Drillingsrohrsätze direkt vor dem vorderen Panzerquerschott im Winkel von 10 Grad zur Schiffsachse angehoben. Die Bordflugzeugeinrichtungen befanden sich mit einer Flugzeughalle für sechs Maschinen in den achteren Aufbauten. Das Querschiffs fest eingebaute Doppelkatapult stand auf dem Achterdeck und ein Hein’sches Landesegel diente der Wiederanbordnahme. Zudem war auf dem Achterdeck genügend Raum vorhanden, um ein Radflugzeug mit Kurzstartfähigkeit zu verwenden.

 

 


 
Schiffsdaten
Klassenname:
H- Klasse
Entwurf:
1937–1939
Stapellauf:
nicht erfolgt
Indienststellung:
nicht erfolgt
Baukosten:
240 Mio Reichsmark
Besatzung:
2600 Mann (geplant)
Bauwerften:
Schlachtschiff H: Blohm & Voss,
Hamburg
Schlachtschiff J: Deschimag,
Bremen


Kriegswirtschaft

Der Kriegswirtschaftliche Aspekte der sechs Einheiten der H- Klasse:


Hätte es die Kriegsmarine wie erst vorgesehen bis 1944 geschafft die sechs Einheiten der H- Klasse fertiggestellt, wäre dann die Versorgung mit Treibstoff in Friedens- wie auch vor allem in Kriegszeiten ein ernst zunehmendes Problem für die Kriegsmarine geworden. Weder reichten die deutschen Treibstoff Kapazitäten zur Gewinnung von synthetischem Treibstoff aus, noch gelang es der Regierung genügend Öl aus dem Ausland zu besorgen, um alle sechs Schiffe der H- Klasse zusammen mit den anderen geplanten Einheiten des Z-Plans einsatzbereit zu machen. Im Krieg hätte schließlich ein Ölboykott der Alliierten schnell die Öl Reserven der Kriegsmarine schwinden lassen und die deutschen Schiffe in ihren Häfen festgehalten. Dieser Plan (Z-Plan) und insbesondere der Bau der Schlachtschiffe der H-Klasse war also davon abhängig, dass Deutschland einen guten Zugang in direkter oder indirekter Form über ausländische Öl Ressourcen hat. Daraus orientierte sich die Konzeption einer deutschen Kriegsflotte, wie sie schon bereits seit den 20er Jahren geführt wurde. Daraus kann man sagen das Deutschland wenn sie keinen Zugang zu Öl Ressourcen bekommen hätte sich auch keine Schlachtflotte leisten könnte, wie Großbritannien sie besaß.

 


 
Technische Daten
Wasserverdrängung:
Entwurf: 52.607 t
Einsatz: 62.497t
Länge über Alles:
über Alles: 277,8 m
Breite:
37,2 m
Tiefgang:
Entwurf: 10,2 m
Maschinenanlage:
12 Dampfkessel
Antrieb:
3 Propeller
Leistung an der Welle:
165.000 PS (geplant)
Höchstgeschwindigkeit:
30 kn (geplant)
Reichweite:
19.000 sm bei 16 kn Marschgeschwindigkeit
Brennstoffvorrat:
maximal 9,842 m³


Super-Schlachtschiff

Der Begriff des „Super-Schlachtschiffs“:


Dazu beigetragen hatte der außerordentlich gute Ruf der Bismarck-Klasse, dass die neuen noch größeren und schwerer bewaffneten Einheiten der Schlachtschiffe der H-Klasse häufig als „Super-Schlachtschiffe“ bezeichnet wurden und werden. Tatsächlich aber hätten die Schiffe der H- Klasse kaum einen echten Führungsanspruch in irgend einem Bereich ihrer Ausrüstung oder ihrer Bewaffnung. Da Zeitgenössische Schlachtschiffe anderer Nationen ähnlich schnell oder schneller so gar waren, qualitativ und quantitativ besser bewaffnet waren oder sie verfügten über stärkeren Panzerschutz. Zudem verfügten die deutschen Kriegsschiffe über eine deutlich schlechtere Funkmesseinrichtung als die gegnerischen britischen und US-amerikanischen Schlachtschiffe. Allein der außergewöhnlich große Fahrbereich von 19.000 Seemeilen hätte einen echten Vorteil für die H- Klasse bedeuten können, über die andere feindliche Großkampfschiffe nicht verfügten. Trotzdem ist die immer wieder auftauchende Bezeichnung „Superschlachtschiff“ in Bezug auf die Schiffe der H-Klasse kaum vertretbar gewesen.

 

 


 
Bewaffnung
Schwere Artillerie:
8 x 40,6 cm L/52-C/34
In 4 Doppeltürmen
Mittelartillerie:
12 x 15 cm L/55-C/28
In 6 Doppeltürmen
Flugabwehr:
16 x 10,5 cm - L/65
(in 8 Doppellafetten neuartigen Typs)
16 x 3,7 cm - L/83-C/30
(in 8 Doppellafetten)
24 x 2 cm - L/65-C/30
Torpedobewaffnung:
6 Unterwasser- Torpedorohre Kaliber 53,3 cm


Die Geschütze

Verbleib der 40,6 cm Geschützen der H- Klasse

Die 40,6-cm-Geschütze die für die Schlachtschiffe der H-Klasse bestimmt waren stellten damals den Höhepunkt der Schiffs-Artilleristischen Entwicklung der Deutschen Kriegsmarine dar. Das Rohrgewicht der 40,6 cm Artillerie belief sich auf ca.160 t, die Rohrlänge belief sich auf 19,75 m, aber mit dem Verschlussstück hatte es sogar eine länge von 21,12 m. Diese Artillerie Verschoss 1030 kg schwere Granaten auf Feindliche Ziele die bis zu 36 800 m entfernt waren bei einer maximalen Rohrerhöhung von 30°. Die Panzersprenggranaten die sie mit sich geführt hätten nach einer Fertigstellung hätten vermutlich ein Ziel auf eine Entfernung von 27432 m bei einer Seitenpanzerung von 345 mm dicke durchschlagen. Auch das Gewicht eines 40,6-cm-Zwillingsturmes war nicht uninteressant es belief sich auf einem Gewicht von ca. 1475 t.

 

Batterie Lindemann mit einem 40,6 cm Geschütz der geplanten Schlachtschiffe der H- Klasse

 

Die Harstadt- Batterie mit Geschützen der Schlachtschiffe der H- Klasse

Die 40,6 cm Geschütze wurden erst fertiggestellt als schon über die Schlachtschiffe der H-Klasse ein Baustopp verhängt wurde. Davon wurde drei 40,6 cm Geschütze umfunktioniert und als Küstenartillerie benutzt (Batterie Lindemann). Diese wurden in Schartenbunkern im Raum von Calais Aufgestellt und wurden Ende September 1944 vom den Alliierten von der Landseite her eingenommen. Weitere Vier Geschütze wurden ab 1942/43 in schwenkbaren Bettungslafetten im Raum Harstadt zur Verteidigung der Seezufahrten für den Erzhafen Narvik aufgestellt, durch Materialmangel wurden diese Batterien bis zu Kriegsende nicht mehr Einsatzbereit. Nach dem 2. Weltkrieg wurden die Vier Geschütze im Raum von Harstadt von norwegischem Bedienungspersonal weiter genutzt daraufhin wurden sie später in den nördlichen Verteidigungsbereich der NATO mit einbezogen. Gegen Ende der 1960er Jahre wurde die Batterie endgültig außer Dienst gestellt und kurze Zeit später wurden die letzten Geschütze verschrottet.


 
Technische Daten zu Panzerung
Schwere Artillerie:
385 mm
Mittelartillerie:
100 mm
Seitenpanzerung:
300 mm
Deckpanzerung:
120 mm
Kommandoturm:
385 mm


Weitere Entwicklungen

Weiterentwicklungen H-41 bis H-44:


Während des 2 Weltkrieges entstanden immer weitere Entwurfsstudien, die eine Weiterentwicklung des Schlachtschifftyps zum Ziel hatten. Im Mittelpunkt dieser Fragestellung stand zu keinem Zeitpunkt, fest ob man die Nachfolger der H-Klasse überhaupt noch bauen sollte, sondern lediglich, wie sie zu konzipieren und zu Planen seien. Durch die wachsende Gefährdung dieser Schiffe durch feindliche Luftangriffe sollte durch stetige Entwicklung der Verstärkung des Panzerschutzes und damit der daraus entstehenden Größensteigerungen begegnet werden: Ein Projekt dieser Zeit war die H-41 die Marine sah bei diesen Schiffen ein verstärktes Panzerdecks vor, was eine Steigerung der Verdrängung auf über 60.000 t nötig machte. Um weiterhin eine Geschwindigkeit von 30 kn halten zu können, dadurch wäre ein gemischter Antrieb aus Diesel und Turbinenanlage zum Einsatz gekommen. Ein Weiteres Projekt aus dieser Zeit war die H-42 sie beinhaltete weitere Verstärkungen bei Seiten- und Horizontalpanzer, wodurch das Schiff auf über 78.000 t angewachsen wäre, was wiederum eine stärkere Maschinenanlage bedeutete. Die Entwürfe der H-43 und der H-44 waren, ihrer Zeit wo die größten und stärksten Schiffe die jemals geplant wurden die neben einer weiteren Panzerverstärkung und eine Steigerung der Hauptbewaffnung auf 8 x 50,8 cm und eine Länge von 330 m haben sollten. Diese Schiffe hätten eine Verdrängung von über 111.000 t gehabt.

Insbesondere die letzten Schlachtschiff Projekte die H-43 und die H-44 waren völlig realitätsfern. Diese Schiffe wären nach ihrer Fertigstellung kaum sinnvoll einzusetzen gewesen, da sie in der Deutschen Buchten und Gewässer nicht vernünftig hätten manövrieren können. Dadurch würde sich die Frage stellen, ob von Seiten der Marine überhaupt Interesse an solchen „Superschlachtschiffen“ bestanden hätte oder ob nicht Adolf Hitler die treibende Kraft hinter diesen verrückten Planungen war, die an seine gigantischen Architekturvorhaben z.B. die Welthauptstadt Germania erinnern und sich anlehnen sollte.

 


 
Verbleib:
Es sollten insgesamt sechs Einheiten der der H- Klasse gebaut werden davon wurden 1939 zwei in Auftrag gegeben aber durch den Kriegsausbruch wurden deren Weiterbau am 30. September 1939 gestoppt. Daraufhin wurde das verbaute Material ab November 1941 abgebrochen, am 31 August des Jahres 1942 wurden endgültig alle Bauaufträge der H- Klasse annulliert.

 

Werdegang:

Bei Kriegsausbruch war bisher nur bei zwei Einheiten dieser Klasse der Kiel gestreckt worden. Am 30. September 1939 erging ein Baustopp, da nicht zu erwarten war, dass diese Schlachtschiffe vor Kriegsende noch fertig gestellt werden konnten. So lagen die Schlachtschiffe H und J bis zum 25. November 1941 auf Helling, ehe die Entscheidung getroffen wurde, sie abzubrechen und das knappe Material dringenderen Projekten zuzuführen.


Quellen

http://www.nexusboard.net/sitemap/6365/ ... e-t297666/ (Letzter Zugriff 17.09.2010)
http://www.modellschlachtschiffe.de/h-klasse.asp (Letzter Zugriff 17.09.2010)
http://de.wikipedia.org/wiki/H-Klasse_% ... tschiff%29 (Letzter Zugriff 17.09.2010)
http://forum.schlachtschiff.com/topic.asp?TOPIC_ID=1048 (Letzter Zugriff 17.09.2010)

Autor Ritter von Hirse



Das Thema

 

Die Bismarck

 

Ein Schlachtschiff der Deutschen Kriegsmarine
 

 

Die Namensvorgänger des Schlachtschiffes Bismarck


Das Schlachtschiff Bismarck hatte als Kriegsschiff drei Namensvorgänger,

1.

Die "Gedeckte Korvette" Bismarck war die erste, die diesen Namen führte. Sie wurde 1875 - 1978 in Kiel gebaut und ging auf Planungen nach dem Ende des Krieges von 1870/1871 zurück, welche eine Stärkung der bisher vernachlässigten Rolle auf See zum Ziel hatte.
Diese als Vorschiff mit über 2000 m² Segelfläche getakelte Korvette hatte eine Wasserverdrängung von 3386 Tonnen und war 82,50m lang, 13,70m breit und ging maximal 6,18m tief. Die Antriebsanlage bestand aus einer 3-Zylinder-Expansionsmaschine, die von 4 Kofferkessel mit Dampf versorgt wurde und eine Leistung von 2530 iPS abgaben, womit 12,5 kn Geschwindigkeit zu erreichen waren.
Die Bismarck war vornehmlich in Übersee zum Schutze deutscher Wirtschaftsinteressen eingesetzt, vor allem in der Südsee und dann in Afrika.
Nur 14 Jahre nach ihrer Indienststellung wurde diese erste Bismarck aus der Liste der Kriegsschiffe gestrichen, weil sie sich in so schlechten Zustand befand, dass Reparaturen nicht mehr lohnten. Gleichwohl blieb sie noch fast 30 Jahre erhalten und diente in Wilhelmshaven als schwimmende Kasernenunterkunft. Erst 1920 ist sie dort abgewrackt worden.

2.

 

Der große Kreuzer "Fürst Bismarck", 1895 - 1900 ebenfalls in Kiel erbaut, war der zweite Namensträger. Mit ihm hatte seinerzeit die Kaiserliche Marine den Übergang zum Panzerkreuzer vollzogen, das heißt zu einem Kreuzer, der nicht nur durch ein Panzerdeck geschützt war wie seine direkten Vorgänger der Victoria-Louise-Klasse, sondern auch durch eine Seiten bzw. Wasserlinienpanzerung.

Seine Einsatzverdrängung betrug über 11.500 Tonnen, er war 127m lang, 20,4m breit und erreichte einen Tiefgang von etwa 8,4m.

Den Antrieb besorgten drei 4-Zylinder-Eypansionsmaschinen mit zusammen 13.500 iPS Leistung. Damit erreichte der Kreuzer eine Geschwindigkeit von etwas über 18 kn. Der Kreuzer "Fürst Bismarck" wurde fast unmittelbar nach seiner Fertigstellung nach Ostasien beordert, um die angesichts der damaligen politischen Wirren in China gefährdet erscheinende deutsche Position zu verstärken.
Von dort kehrte sie erst 9 Jahre später in die Heimat zurück. Im ersten Weltkrieg war sie zunächst im Küstenschutz eingesetzt.

Ab 1915 diente sie als Schulschiff für Maschinenpersonal und ab 1919 als Büroschiff. Im gleichen Jahr wurde sie zum Abbruch verkauft.

3.
 

Der Große Kreuzer "Ersatz Friedrich Carl" hätte der dritte Namensträger werden können. Er war im Herbst 1915 in Wilhelmshaven auf Kiel gelegt worden und sollte bei seinem für 1917 in Aussicht genommenen Stapellauf nach aller Wahrscheinlichkeit auf den Namen "Fürst Bismarck" getauft werden. Dazu ist es jedoch nicht mehr gekommen. Der Bau kam nur noch sehr langsam voran.
An einem baldigen Stapellauf war nicht zu denken und im Herbst 1918 war er noch etwa 26 Monate von seiner Fertigstellung entfernt. Nach Kriegsende ist der Rumpf auf der Helling abgebrochen worden. Dieser in der Kaiserlichen Marine als "Großer Kreuzer" bezeichnete Schlachtkreuzer sollte voll ausgerüstet eine Einsatzverdrängung von 35.300 Tonnen erreichen. Seine äußeren Abmessungen beliefen sich auf 224 m Länge, 30,4 m Breite und 9,3 m maximale Tiefe. Den Antrieb besorgten 4 Turbinensätze mit Föttinger-Transformatoren auf ebenso vielen Wellen. Ihren Dampf erhielten die Turbinen von 24 Kessel mit Kohlen und 8 Kessel mit Ölfeuerung.
Mit einer Konstruktionsleistung von 90.000 WPS sollte eine Geschwindigkeit von 28 kn erreicht werden. Als Bewaffnung waren 8 x 35 cm Geschütze in Doppeltürmen, 14 x 15 cm Geschütze in Kasemattaufstellung, 8 x 8,8 cm Flakgeschütze und 5 Torpedorohre vorgesehen.


Entstehung

Kurze Entstehungsgeschichte des Schlachtschiffes Bismarck

Im Rahmen, der unter den Nationalsozialisten einsetzenden und bald danach durch den deutsch-britischen Flottenvertrag legalisierten Wiederaufrüstung zur See, erhielt die Werft von Blohm & Voß, am 16. November 1935 den Auftrag für das erste von 2 auf dem Programm stehende 35.000 Tonnen Schlachtschiffen.

Dieses führte die Haushaltsbezeichnung "Schlachtschiff F" und galt als Ersatzbau für das alte Linienschiff Hannover.

Die Kiellegung erfolgte am 1. Juli 1936, der Stapellauf hätte Mitte 1938 erfolgen sollen, die Ablieferung am 1. Dezember.

Diese Termine ließen sich aus mannigfaltigen Gründen wie Überlastung der Werft durch weitere Marineaufträge, Facharbeitermangel und Engpässe bei der Materialbereitstellung nicht einhalten.
So dauerte es bis zum 14. Februar 1939, bis der Neubau in sein Element kam. Hierbei ist er auf den Namen "Bismarck" getauft worden.

Von da ab vergingen bis zur Fertigstellung noch 1 1/2 Jahre.

Am 24. August 1940, 50 Monate nach der Kiellegung, wurde das Schiff von Kapitän zur See Ernst Lindemann, seinem ersten und einzig gebliebenen Kommandanten, in Dienst gestellt.

 

 

 

Die Planung der neuen Schlachtschiff Klasse

Im Frühjahr 1934 begann die deutsche Marine, die Forderungen zu erwägen, die an den Bau weiterer Großkampfschiffe nach der Fertigstellung der Gneisenau und ihres Schwesterschiffes Scharnhorst zu stellen waren.
Diese ersten militärischen Forderungen verlangten ein Schiff von dieser Verdrängung, bewaffnet mit acht 33 cm und mit zwölf 15 cm Geschützen sowie versehen mit einem Gürtelpanzer von 350 mm und einer Panzerdecke von 120 mm maximaler Dicke. Zudem sollten das Oberdeck 50 mm, die Barbetten 350mm und der Kommandoturm 400 mm aufweisen, aber ein Panzerschutz dieses Ausmaßes konnte bei 35.000 ts nicht realisiert werden, und so mussten wie gewöhnlich Kompromisse geschlossen werden. Doch infolge der Forderung, wonach die Geschwindigkeit jener der französischen DUNKERQUE überlegen sein sollte, nahm die Typverdrängung weiterhin zu. Nachdem diese auf 37.500 ts Standard gestiegen war, bestimmte jedoch Admiral Reader, dass 35.000 ts angesichts der Probleme nicht überschritten werden dürfte, die sich ansonsten durch die Wassertiefen vor den deutschen Marinehäfen und die Ausmaße der vorhandenen Schleusen und Docks ergeben könnten.

Die Konstruktion und der Bau von Schlachtschiffen war eine ständige Auseinandersetzung zwischen Eigenschutz und fremder Waffenwirkung.

Ende der 1939 war das Problem immer noch ungelöst, denn die an den Entwurf gestellten Forderungen ließen eine Verringerung der Typverdrängung unter 37.200 ts nicht zu. Trotz Erwägens eines Schiffes mir vier 33 cm Doppeltürmen und turboelektrischem Antrieb oder mit vier 25 cm Doppeltürmen und Dampfturbinenantrieb konnten die Abmessungen nicht verringert werden. Eine rein akademische Frage, denn es gab keine Helling, die für Schiffe dieser Größenordnung groß genug war. Anfang 1935 wurde die Feststellung getroffen, dass die Länge der vorhandenen Helgen die Abmessungen des Schiffkörpers nicht zu diktieren hatten. Betont wurde jedoch, dass die vorhandenen Schleusen und die Wassertiefen vor den Marinehäfen vorgegebene Begrenzungen darstellten. In der Praxis bedeute dies ein Schiff mit höchstens einer Länge von 242 m, einer Breite von 36 m und einem Tiefgang von 10 m. Daher entscheid Admiral Reader für den (Entwurf F): eine offizielle Typverdrängung von stets 35.000 ts, 35 cm Geschütze und eine Geschwindigkeit von 28 kn. Im März 1935 wurden Deutschlands Absichten ein wenig deutlicher, als Hitler den Vertrag von Versailles aufkündigte. Die Typverdrängung für das Schlachtschiff F war inzwischen bei etwa 39.000 ts Standard angelangt und nach der Aufkündigung des Versailler Vertrages wurde für die Schwere Artillerie erneut das Kaliber 38 cm in Betracht gezogen.
Dies führte zu einem weiteren Sprung im Deplacement, diesmal auf 42.500 ts.

Es wurden alle technischen Möglichkeiten ausgeschöpft, um eine optimale Ausgewogenheit zwischen Standkraft und Schlagkraft zu erzielen.

Die deutsche Rüstungs- und Schiffsindustrie investierte ihre gesamten Fähigkeiten.

Bei dieser Größe wäre es für ein solches Schiff nicht mehr möglich, die größte Schleuse in Wilhelmshaven zu benutzen. Dies führte wiederum zu verschiedenen Kompromissvorschlägen, die geprüft und mit der DUNKERQUE verglichen werden musste.
Unvermeidlicherweise stellte sich hierbei heraus, dass 38 cm Geschütze nicht möglich waren. Im April 1935 wurde die Typverdrängung bei einer aus acht 35 cm Geschütze in Doppeltürmen bestehenden Hauptbewaffnung auf 41.000 ts festgesetzt und es bestand die Absicht, das Typschiff innerhalb eines Jahres in Auftrag zu geben. Doch kaum einen Monat später billigte Admiral Raeder das Kaliber 38 cm für die Schwere Artillerie, gefolgt von einer umfangreichen Diskussion über die Hauptantriebsanlage. Im Juni 1936 fiel schließlich die Entscheidung zugunsten der Hochdruckheißdampf- Getriebeturbinenanlage. Inzwischen hatte es eine endlose Kette von Steigerungen und Verringerungen der Panzerstärken als Folge von Kompromissen bei anderen Forderungen gegeben, insbesondere im Hinblick auf die Bewaffnung. Daher ist die Bemerkung interessant, dass zu einem Zeitpunkt für die Mittelartillerie sogar Kasematten in Erwägung gezogen wurden. Die Seitenpanzerung wurde nunmehr auf 320 mm Dicke reduziert. Tatsächlich war der Bauauftrag für die erste Einheit bereits am 16. November 1935 erteilt worden, noch ehe der Entwurf fertig vorlag. Daher verursachten die Änderungen in den Konstruktionsbüros eine zusätzliche Arbeit von Beträchtlichem Umfang.

Entwurf

Der Entwurf für das Schlachtschiff F der späteren Bismarck, lautete auf 41.677 ts Standard und 50.154 ts maximal mit einem Schiffskörper in Quer- und Längsband- Stahlbauweise von 241,6 m Länge in der CWL, unterteilt in 22 wasserdichte Abteilungen. Das Verhältnis von der Breite zu der Länge betrug 6,71. Das Panzerschutzschema umfasste einen Hauptgürtelpanzer von 320 mm, der in der Breite zu 70% die volle Dicke aufwies, ehe er sich bis auf 170 mm an der Unterkante verjüngte. Unter ihm befand sich eine 60 mm dicke Holzfütterung. Seine Breite betrug 4,8 m und er erstreckte sich von Spant 32 bis zu Spant 202,7, vorn und achtern durch Panzerquerschotte die eine Dicke von 220 mm aufwiesen und unterhalb des Panzerdecks abgeschlossen waren. Oberhalb des Hauptgürtelpanzers befand sich ein zweiter Plattengang von 145 mm Dicke und von derselben Länge (es wurde als Zitadellpanzer bezeichnet). Achteraus des Hauptgürtels setzt sich ein dünnerer Seitenschutz von 80 mm fort, der nach achtern bis zum 150 mm Panzerquerschott bei Spant 10,5 reichte. Nach vorn hatte dieser nur eine Dicke von 60 mm bis zum Steven. Der dünnere Seitenschutz vor und hinter dem Hauptgürtel bildete in diesen Bereichen zugleich die Außenbeplattung des Schiffes. Binnenbords des Hauptgürtels lag das vom Panzerdeck bis zum Boden nach innen geneigte Äußere Wallgang- oder Torpedoschott. Noch weiter binnenbords befand sich parallel zum Äußeren mit dazwischen liegenden Heizölbunkern oder Wasserzellen das Innere Wallgang- oder Haupttorpedoschott von 45 mm Dicke. Somit hatte der Torpedoschutzbereich bis zur Außenbeplattung eine maximale Breite von 6,1 m. Den Horizontalschutz bildete zwischen Spant 10 und Spant 224 ein gepanzertes Oberdeck von 50 mm sowie das eigentliche Panzerdeck. Letzteres wies zwischen den Inneren Wallgangschotten 80 mm Dicke auf und schrägte sich nach außen im Winkel von 22 Grad mit 110 mm Dicke zur Unterkante des Hauptgürtelpanzer hin ab (100 mm bzw. 120 mm im Bereich der 38 cm Munitionskammern). Ab den Panzerquerschotten setzte sich das Panzerdeck nach achtern mit 110 mm über dem Ruderraum sowie nach vorn zum Steven mit nur 20 mm fort.

Der Panzerschutz der Barbetten umfasste 220 mm Dicke unterhalb und 340 mm oberhalb des Oberdecks. Die 38 cm Türme waren nicht so stark geschützt wie die der Gneisenau. Die Hauptantriebsanlage bestand aus drei Sätzen Getriebeturbinen mit Drei Wellen Anordnung und zwölf ölbefeuerten Wagner Höchstdruckkesseln, die mit einem Betriebsdruck von 58 atü und einer Betriebstemperatur von 45 Grad Celsius arbeiteten. Die Kessel standen in sechs separaten Räumen mit je zwei Kesseln; sie umfassten zwei Hauptabteilungen (XI und XIII) des Schiffes, jeweils mit drei Räumen nebeneinander. Die Kessel von Wagner-Typ und die Hauptturbinen für die Bismarck stammten von Blohm & Voss. Die Seitenwellen wurden von den vorderen Turbinenraum aus und die Mittelwelle von achteren Turbinenraum aus angetrieben. Als Konstruktionsleistung waren 163.000 WPS für eine Geschwindigkeit von maximal 30 kn vorgesehen. Diese Schlachtschiff- Klasse führte als erste nach der Bayern- Klasse des Ersten Weltkrieges wieder 38 cm Geschütze, und zwar nach einem neuen Modell: 38 cm Sk L/52 C/34, ein Erzeugnis der Fa. Krupp. Das Geschütz verschoss eine Granate von 800 kg bei 30 Grad maximaler Erhöhung auf eine Entfernung von 35.550 m. Die vier Doppeltürme waren vorn und achtern in zwei Turmgruppen mit jeweils Turm B und C in überhöhter Position angeordnet. Das Schwenken und Erhöhen (Ladestellung bei 2.5 Grad) geschah hydraulisch, konnte aber auch elektrisch erfolgen. Das Turmgewicht betrug ca. 1048 t. Die Mittelartillerie bestand aus dem gleichen Geschütz, wie es auch die Gneisenau führte: 15 cm Sk L/55 C/28; es war ein Seezielgeschütz, das in der Luftabwehr für das Zonenschießen nur einen begrenzten Wert hatte. Ihre sechs Doppeltürme drei auf jeder Seite waren mittschiffs angeordnet. Das Schwenken der Türme ging elektrisch vor sich, während das Heben und Senken der Rohre hydraulisch erfolgte. Der Feuerleitung der Schweren und der Mittelartillerie diente jeder der drei Artillerieleitstände auf ähnlichen Positionen wie bei der Gneisenau. Der vordere Stand hatte auf dem Kommandoturm eine 7 m E- Messdrehbasis, während die beiden anderen je eine 10,5 m E- Messdrehbasis aufwiesen. Zudem besaß jeder 38 cm Turm eine 10 m E- Messbasis. Die schwere Flak umfasste 16 x 10,5 cm Sk L/65 C/33 in voll stabilisierten Doppellafetten, auf der Ebene des Aufbaudecks seitlich zu je vier angeordnet. Die auch bei der Gneisenau zum Einbau gelangte Lafette C/31, ursprünglich für die 8,8 cm entworfen, hatte aber nur bei der Bismarck auf den vier vorderen Positionen Verwendung gefunden, da dann die verbesserte 10,5 cm Doppellafetten C/37 zur Verfügung stand. Die Feuerleitung erfolgte über vier voll stabilisierte Flakleitstände, ausgestattet mit je einer 4 m E- Messbasis unter den charakteristischen Kuppeln. Zur Leichten Flak gehörten neben zwölf 2 cm Einzellafetten vor allem 16 x 3,7 cm L/83 C/30 in Doppellafetten in folgender Anordnung: je zwei beiderseits auf dem Deck hinter Turm B und C, zwei oberhalb der Navigationsbrücke und zwei beiderseits des achteren Artillerieleitstandes. Die Bordflugzeugeinrichtungen sollten ursprünglich aus zwei drehbaren Katapulten auf Schleudertürmen achteraus des Schornsteins ohne Flugzeughallen bestehen. Eine Änderung des Entwurfs führte zu einem mittschiffs fest eingebauten Doppelkatapult auf Oberdecksebene mit je einem Einzelhangar beiderseits des Schornsteins vor dem Katapult sowie einen Doppelhangar unterhalb des Großmastes achteraus von ihm. Maximal konnten sechs Arado Ar 196 untergebracht werden (davon zwei auf dem Doppelkatapult). Doch normalerweise wurden nur vier mitgeführt, denn die Wartung auf dem vorhandenen Katapultdeck war sehr schwierig.


Bewaffnung

Schiffsbewaffnung

Mit dem Bau von Kriegsschiffen wurde hauptsächlich angestrebt, Waffenwirkung unter Schutz und mit ausreichender Geschwindigkeit an gegnerische Kriegsschiffe heranzubringen. Das technische Machbare jeder Schiffsgeneration wurde ausgenutzt, um die artilleristische und Munitionswirkung zu erhöhen. Das Bestreben, die kampfstärksten und damit größten Kriegsschiffe zu besitzen, wurde schließlich im 2. Weltkrieg durch den weit wirkungsvolleren Einsatz der Flugzeuge zunichte gemacht.

Die thermischen Vorgänge innerhalb eines Geschützrohres während der Schussentwicklung lassen sich mit denen eines kolbengetriebenen Kraftstoffmotors vergleichen. In einem Geschützrohr werden jedoch während des Arbeitshubes Kräfte frei, die jenseits jeden Vorstellungsvermögens liegen. So erzeugten die 8 Rohre der Schweren Artillerie auf der Bismarck zusammen eine Leistung von etwa 60 Millionen PS.
Schon von daher war vorhersehbar, dass die mechanische Bewältigung dieser Kräfte und Werkstoffeigenschaften dem Geschützbau Grenzen setzte. Ein Maß war dafür unter anderen die Rohrlebensdauer von Geschützrohren, die bei der Schweren Artillerie der Bismarck etwa 20 Arbeitssekunden betrug, bevor das Seelenrohr ausgesondert werden musste. Arbeitssekunden sind die addierte Summe der Zeiten, die sich die Granate durch das Rohr bewegen.

In Deutschland hatte man schon im 1. Weltkrieg mit den Kalibern 38 cm auf den Schiffen der Baden-Klasse Erfahrungen sammeln können. Folgerichtig griff man bei der Konzipierung der Bismarck auf dieses Kaliber zurück. Man wählte dabei die Zwillingsanordnung, während man in der US-Navy, bei den neueren Schlachtschiffen der Royal Navy und der französischen Kriegsmarine die Anordnung der Schweren Artillerie in Drillings- oder Vierlingstürmen bevorzugte. Auf deutscher Seite vertrat man die Auffassung , dass die Vorteile der Drillings- und Vierlingsaufstellung wie z.B. zentrale Munitionsversorgung und zentrale Feuerleitung von den Vorteilen der Zwillingsanordnung übertroffen wurden, denn z.B.

- die kleineren Drehkranzdurchmesser der Türme ermöglichten kleinere Decksdurchbrüche,
- die Feuerkraft konnte auf mehrere Türme verteilt werden,
- bei Ausfall eines Turmes durch Trefferwirkung oder mechanische Störungen wurde die Feuerkraft nicht schwerwiegend verringert,
- und der überhöht eingebaute zweite Turm auf dem Vorschiff konnte auch noch bei schweren Seebedingungen eingesetzt werden.

Die Bismarck verfügte über ausreichende Sekundärbewaffnung, die Mittelartillerie, die in Doppeltürmen untergebracht worden war.
Diese Geschütze waren für die Bekämpfung von leicht gepanzerten Zielen auf mittlere Entfernung vorgesehen. Bedingt konnte diese Artillerie auch gegen Luftziele eingesetzt werden. Eine starke und modernste Flugabwehrbewaffnung schließlich vervollständigte die Waffenausstattung der Bismarck.

Zur Verbesserung der Treffwahrscheinlichkeit waren die Lafetten der schweren Flugabwehrgeschütze zur Gier-, Roll- und Nickbewegung des Schiffsrumpfes hin stabilisiert, das heißt, die Waffen konnten horizontiert werden. Im Zusammenwirken mit den Feuerleiteinrichtungen stand die Bismarck artilleristisch auf dem Höhepunkt der damaligen Zeit.

 


 
Bewaffnung
Schwere Artillerie:
8 x 38cm SK L/52 auf Drehscheibenlafetten,
C/34 in Zwillingsturmanordnung,
Munitionsvorrat: 840-960 Schuß
Mittelartillerie
12 x 15cm SK L/55,
C/28 in Zwillingsturmanordnung,
Munitionsvorrat: 1.800 Schuss
Schwere Flak
16 x 10,5cm Flak L/65,
C/33 auf Drehscheibenlafetten,
C/31 und C/37 Doppellafetten,
Munitionsvorrat: 6.720 Schuß
Leichte Flak
16 x 3,7cm Flak L/83,
C/30 in Doppellafetten,
Munitionsvorrat: 32.000 Schuss

12 x 2cm FlaMG L/65, C/30 in Sockellfetten,
Munitionsvorrat: 24.000 Schuss (2cm)
8 x 2cm FlaMG L/65, C/38 in Vierlingslafetten


 
Begriffserklärung
SK
Schiffskanone
Flak
Flugabwehrkanone
FlaMG
Flugabwehrmaschinengewehr

 

,

Die Türme "Anton" und "Bruno" der Bismarck.

,

Die Waffenanlagen der Schweren Artillerie, die auf der Bismarck und der Tirpitz zum Einsatz kamen, waren die schwersten, die jemals auf deutschen Schiffen installiert worden waren.

Die Gesamtlänge eines Rohres betrug 19,6 Meter bei einem Durchmesser von 380 mm.

Ein Geschützrohr wog 111 Tonnen, mit Wiege, Verschlussantrieb und Zahnbogen zusammen 152,5 Tonnen.

Ein vollständiger Turm hatte ein Gewicht von 1.072 Tonnen.

Verschossen wurden Granaten mit einem Gewicht von 800 kg und mit einer Anfangsgeschwindigkeit von 820 m/s über eine max. Schussweite (bei 30° Rohrerhöhung) von fast 36 Kilometern.

 

 

Die Abbildung verdeutlicht eindringlich das große Volumen des Turmraumes und die Anordnung der Panzerplatten.

 

 

Die Leistung der Schweren Artillerie konnte nur in Verbindung mit den hochwertigen optischen Einrichtungen und den leistungsfähigen mechanischen Rechenanlagen erreicht werden. Die Abbildung gibt einen Einblick in eine Rechenstelle, wie sie in der Bismarck und Tirpitz zum Einsatz kamen. Im Hintergrund der Schusswertrechner C/38.

 

 

Das Bild zeigt eine der 15 cm Doppellafetten mit den 15 cm SK C/28 Geschützen.

 

 

Eine der schweren 10,5 cm Flak-Doppellafetten bei maximaler Rohrerhöhung.

 

 

Munition für die schweren 10,5 cm Flak.


Die modernen Seeziel-Waffenanlagen auf Schlachtschiffen des 2. Weltkrieges konnten noch Seeziele auf Entfernungen bis zu 40 km bekämpfen.

Die richtbaren Systeme der Anlagen mussten dabei für Schiffsgeschwindigkeiten ausgelegt sein, die bei ablaufenden Kursen bis zu 100 km in der Stunde betrugen, das sind fast 30 m pro Sekunde.
Das gleiche gilt für die Flugabwehrsysteme, die wirkungsvoll gegen Luftziele in großen Höhen bei Anfang des 2. Weltkrieges von etwa 8.000 m oder im Nahbereich bei Fluggeschwindigkeiten um die 150 m in der Sekunde eingesetzt werden konnten. Die Leistungen konnten praktisch nur mit hochsensiblen Feuerleitmitteln ausgenutzt werden. Hierbei kam es auch unter Umständen entscheidend darauf an, die Reaktionszeit zwischen Zielerkennung, Erfassung und Bekämpfung (Feuereröffnung) in Verbindung mit einer hohen Trefferleistung auf die kürzest mögliche Zeit zu begrenzen. Die Trefferleistung wurde durch die Schussfolge und die Treffergenauigkeit bestimmt. Während die Schussfolge sich aus dem Konstruktionsstand des Waffensystems ergab, hing die Treffergenauigkeit von dem Ergebnis des errechneten Wertes ab, der Vorhalt genannt wurde.
Der Vorhalt ist die Stellung des Geschützrohres so weit vor und/oder über das bewegte Ziel, dass der abgefeuerte Schuss das Ziel unter Berücksichtigung aller technischen und äußeren Einflüsse trifft.
Die Feuerleitmittel versorgen mechanische Rechner mit den wichtigsten Aufgaben für die Berechnung des Vorhalt. Die Zielgeber ermitteln die Stellung des Schiffes zum Ziel (Höhen- und Seitenwinkel) und die Entfernungsmesser die Entfernung zum Ziel.
Obwohl die mechanischen Rechner die gemessenen Eingabedaten und statistischen Werte schwerfällig verarbeiteten, war die Rechnungsgeschwindigkeit gemessen an den Feuergeschwindigkeiten völlig ausreichend. In Verbindung mit den hochwertigen optischen Einrichtungen der Zielgeber und Entfernungsmesser arbeitete das gesamte Feuerleitsystem der Bismarck so erfolgreich, dass sie mit 5 Vollsalven innerhalb von 5 Minuten das Schlachtschiff Hood, ein Ziel von rund 260 m Länge und einer größten Breite von 32 m, auf eine Entfernung von 14 km vernichtete.
Die optischen Feuerleitmittel hatten jedoch trotz hoher Lichtstärken den Nachteil, dass sie bei Dunkelheit und Nebel nur stark eingeschränkt eingesetzt werden konnten. Die einzige Möglichkeit, vor dem Kriege, den Zielraum aufzuhellen, bestand in dem Einsatz von "weißem" Licht. Dieses Licht wurde von Scheinwerfern geliefert, die damals mit Sicherheit zum Feuerleitsystem gehörten. Dem damaligen Standard entsprechend war die Bismarck mit einer angemessenen Anzahl von 7 Scheinwerfern ausgestattet. Im Bauendzustand waren auf der Bismarck auch Funkmessortungsgeräte (FuMo) eingebaut, die aber entgegen der allgemeinen Lesart lediglich als Ortungsgerät (Seeraumüberwachung) und nicht für die Feuerleitung eingesetzt werden konnten.

 

 

Einer der 3 wuchtigen und schwer gepanzerten Drehhauben, die auf der Bismark installiert sind. Hier auf dem achteren Kommandostand mit dem Messbalken des 10 m Entfernungsmessgerätes. Die anderen Drehhauben stehen auf dem Vormars (Artilleriestand) und dem vorderen Kommandostand (7 m Gerät).
Die Rechteckrahmenantenne der FuMo hat die Abmessung von ca. 3,5 x 1,5 m.

 

Hier sind die optischen Feuerleitmittel des Turmes "Berta" erkennbar. Aus der schrägen Seitenwand steht eines der beiden Turmsehrohre hervor, Verschlusskappen schützen die Optik.
An der Stirnseite (für jedes Rohr) sind die Schartenverschlüsse für die Zielfernrohre geöffnet. Die Zielfernrohre kommen nur bei kürzesten Gefechtsentfernungen zum Einsatz.
So wie Turm Berta waren auch die Türme Caesar, Dora und Emil ausgestattet. Bei Turm Anton fehlte das Entfernungsmessgerät.
Bei Ausfall des Leitstandes und des vorderen Kommandostandes konnten die Türme selbstständig und unabhängig ihr Feuer leiten.

 

 

Die Abbildung zeigt den Fla- Entfernungsmessstand auf der Backbordseite. In der halbkugelförmigen Schutzhaube ist das Basisgerät des 4 m Entfernungsmessers untergebracht. Für die Messweiten gegen Luftziele ist das ausreichend, außerdem müssen diese Geräte wegen der gegenüber Schiffszielen bei Luftzielen höheren Winkelgeschwindigkeit beweglicher sein. Um den Messfehler so gering wie möglich zu halten, sind die Systeme kardanisch aufgehängt, das heißt, voll stabilisiert.

 

 

Die Abbildung zeigt den achteren offenen Entfernungsmessstand. Der offene ungeschützte Zustand der Anlage darf psychologisch nicht unterbewertet werden. Die deutsche Industrie hat bei diesen Geräten ihre Fähigkeiten unter Beweis gestellt.
Vergleichbare Einrichtungen hat es auf Kriegsschiffen anderer Nationen nicht gegeben.

 

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Scheinwerferanlagen waren zum Beginn des 2. Weltkrieges unabwendbarer Bestandteil der Feuerleiteinrichtungen.

Gefechtsanlagen bei Dunkelheit wurde hohe Priorität eingeräumt.


Schiffsbau

Bau


Am 1. Juli 1936 wurde die Bismarck auf der Werft von Blohm & Voss in Hamburg auf Kiel gelegt. In diesem Zeitpunkt galt die Nation Frankreich als der wahrscheinlichste Gegner in einem Seekrieg. Der Entwurf der Bismarck- Klasse orientierte sich daher am den modernsten damals gebauten französischen Schlachtschiff Dunkerque. Insbesondere die Geschwindigkeit und ihre Panzerung waren von wichtiger Bedeutung. Bereits am 14. Februar 1939 wurde die Bismarck in Anwesenheit des Reichskanzlers Adolf Hitlers vom Stapel gelassen und getauft. Die Bismarck wurde nach dem früheren deutschen Reichskanzler Otto von Bismarck benannt, die Taufpatin war die Enkelin Dorothea von Löwenfeld. Die Indienststellung erfolgte dann am 24. August 1940.

 

 

Diese beiden aus verschiedenen Perspektiven aber zur gleichen Zeit entstandenen Bilder zeigen den Schiffskörper kurz nach dem Taufakt.

Der Bau erfolgte dann ab September 1939 angesichts eines sehr hohen Zeitdrucks da der Krieg mit dem Vereinigten Königreich schon begonnen hatte. Deshalb war die Bismarck am Tage ihrer Indienststellung noch nicht komplett ausgerüstet (vor allem fehlten die Feuerleitanlagen), und darum konnte die Bismarck erst im Frühjahr 1941 als komplett einsatzbereit bezeichnet werden. Mit der Fertigstellung der Bismarck besaß die Kriegsmarine ihr erstes wirklich vollwertiges Schlachtschiff mit einer Hauptartillerie von 38 cm. Die bereits vorhandenen Schlachtschiffe die Scharnhorst und die Gneisenau waren von der Hauptbewaffnung zu schwach ausgestattet da sie nur ein Hauptkaliber von 28 cm besaßen dies reichte nicht aus um sich mit der britischen Schlachtflotte messen zu können, was ihre Einsatzmöglichkeiten im Atlantikkrieg sehr einschränkte. Darum hoffte man das mit der Fertigstellung der Bismarck, man endlich in der Lage ist, auch schwer bewachte Konvois der Alliierten anzugreifen.

 

 

Die wuchtige Vorderansicht der Bismarck vermittelt einen Eindruck über die gewaltige Standkraft dieses Schlachtschiffes.

 

 

Auf der Grundlage von 50 mm starken Teakholzbohlen werden die Panzerplatten aufgesetzt (helle Panzerplatten). Die Panzerplatten werden mit den Holzbohlen verschraubt und untereinander verschweißt.

 

 

Eine zweite Lage Panzerplatten (dunkle Färbung) ergab dann den Gürtelpanzer. Die Persennige sind über frische Schweißnähte gespannt und sorgen für eine gleichmäßige, verlangsamte Abkühlung der Schweißnähte, um werkstoffzerstörende Spannungen zu vermeiden.

 

 

Montage an der mittleren Schraubenanlage. Jede der Schrauben hat ein Durchmesser von 4,85 m.

 


 
Technische Daten
Schiffsnamen:
Bismarck
Entwurf:
1933–1936
Bauwerften:
Blohm & Voss, Hamburg Baunummer: 509
Stapellauf:
14. Februar 1939
Indienststellung:
24. August 1940
Baukosten:
196,8 Mio Reichsmark
Besatzung:
2092 Mann Stamm 128 Mann Flottenstab

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Werdegang

Werdegang:

Der Werdegang der Bismarck nach ihrer Fertigstellung verließ das Schiff Hamburg das erste Mal am 14. September 1940 und verlegte nach Kiel bis zum 28. September verbrachte sie dort ihre Liegezeit ehe es in die östliche Ostsee zu Probefahrten und zur Ausbildung der Mannschaft ging. Daraufhin verblieb sie bis zum 5 Dezember im Hafen von Gotenhafen bevor es wieder erneut nach Kiel und nach Hamburg zu Restarbeiten in die Werft ging. Durch den strengen Winter hatten sich die Arbeiten, so stark verzögert dass sie erst am 6 April 1941 die Werft von Blohm & Voss verlassen konnte, um darauf hin nie wieder zurück zukehren. Nach einen weiteren kurzen Werft Besuch in Kiel verlegte die Bismarck wieder zurück nach Gotenhafen um da anschließend die Ausbildung der Besatzung fort zufahren und zu beenden. Hier stattete der Reichskanzler ihr am 1. Mai einen Besuch ab. Anschließend lief die Bismarck am 19. Mai zusammen mit den neuen Schweren Kreuzer Prinz Eugen aus Gotenhafen zum Unternehmen Rheinübung aus um in den Atlantik vorzustoßen um da Handelskrieg gegen die Alliierte zu führen von der sie aber nie zurückkehrte. Nachdem die Bismarck endlich einsatzbereit war, entschied sich das Oberkommando der Marine, sie in den Atlantik zu entsenden. Da sollte sie zusammen mit dem Schweren Kreuzer Prinz Eugen einen Verband bilden, um auf bewachte Geleitzüge der Alliierte Angriff zu machen, indem die Bismarck die gegnerischen Großkampfschiffe auf sich zog, während dessen die Prinz Eugen die kleineren Handelsschiffe angreifen sollte. Ursprünglich war es geplant, das Schwesterschiff die Tirpitz mit in dem Unternehmen einzubeziehen, das jedoch kurz nach seiner eigentlichen Fertigstellung doch noch nicht einsatzbereit war. Der Ausbruch der Bismarck und ihres Verbandes durch die britische Blockade in den Atlantik wurde als Unternehmen Rheinübung bezeichnet. Es war geplant, durch die Dänemarkstraße zwischen Island und Grönland durchzubrechen um dann den offenen Atlantik zu erreichen, wo es dann für die alliierte Flotte außerordentlich schwer geworden war, den deutschen Kampfverband zu stellen.

Haupteinsätze

August 1940 bis Mai 1941

Nach der Indienststellung Erprobung des Schiffes und Ausbildung der Besatzung in der Ostsee.

Mai 1941

Als Flaggschiff des Flottenverbandes (Admiral Lütjens) gemeinsam mit dem schweren Kreuzer Prinz Eugen aus Gotenhafen zum Handelskrieg in den Nordatlantik ausgelaufen.

24. Mai 1941

Gefecht mit schweren britischen Streitkräften in der Dänemarkstraße. Britisches Schlachtschiff Hood versenkt. Schlachtschiff Prince of Wales beschädigt. Die Bismarck gleichfalls durch 3 Treffer beschädigt. Der schwere Kreuzer Prinz Eugen wurde vom Flottenchef entlassen.

26./27. Mai 1941

Schweres Gefecht mit überlegenen britischen Seestreitkräften, darunter das Schlachtschiff King George V und Rodney, 300 Seemeilen nordwestlich Ouessant.

27. Mai 1941

Nach Lufttorpedo- und Artillerietreffern und, nachdem alle Munition verschossen war, vernichtet durch Selbstsprengung und Torpedotreffer vom britischen Kreuzer Dorsetshire.

Leider gelang der Durchbruch des deutschen Verbandes nicht unentdeckt, daraufhin wurde der Verband von den britischen Schiffen HMS Hood und HMS Prince of Wales entdeckt und gestellt. Im Laufe dieses Gefechtes, wurde das Flaggschiff des britischen Verbandes, die HMS Hood, von der fünften Salve der Bismarck so stark beschädigt, das sie darauf sank. Die sechste Salve der Bismarck war bereits schon auf die Hood abgefeuert, bevor diese sie überhabt erreichten. Nach dem Gefecht konnten nur noch drei Überlebende von insgesamt 1419 Besatzungsmitgliedern gerettet werden. Die Prince of Wales erhielt ebenfalls von der starken Hauptartillerie der Bismarck mehrere schwere Treffer und musste darum abdrehen. Die Überlebenden des Gefechtes wurden dann von der HMS Dorsetshire später gerettet. Durch das Gefecht erhielt auch die Bismarck einige Treffer ein Treffer verursachte im Vorschiff starke Schäden dadurch wurden die Zuleitungen von den vorderen Ölbunkern zu den Kesseln der Bismarck unterbrochen und konnten darauf hin nicht mehr verwendet werden. Die weiteren Treffer verursachten keine weiteren Schäden. Die daraus entstandene Treibstoffknappheit zwang die Bismarck, den Handelskrieg einzustellen und möglichst schnell einen Hafen anzulaufen. Dadurch löste sich die Prinz Eugen von Verband und ohne der Bismarck weiter Handelskrieg zuführen. Während darauf hin die Prinz Eugen alleine in den Atlantik entkam, versuchte die Bismarck den Hafen Saint-Nazaire an der französischen Atlantikküste zu erreichen. Dabei gelang es der Bismarck, ihre Verfolger die HMS Suffolk und die HMS Norfolk durch sehr geschicktes Manövrieren zu entkommen.


Die beeindruckende Feuerkraft der Bismarck, beim Kampf in der Dänemarkstrasse.

Durch das geschickte Manövers des Kapitäns Lindemann verloren die Verfolger die Spur der Bismarck vollständig. Aber Admiral Lütjens nahm immer noch an, dass die Bismarck noch immer auf den Langstreckenradaranlagen der Royal Navy zu entdecken sei. Deshalb traf Admiral Lütjens eine folgenschwere Entscheidung, und er ließ einen Funkspruch an das Marineoberkommando absetzen, in dem er um Verstärkung durch U-Boote und weiteren Kampfschiffen bat. Dadurch besiegelte er das Ende der Bismarck. Leider wurde dieser Funkspruch von der Royal Navy abgefangen und diese konnte so die Position und den Kurs der Bismarck erneut ausmachen. Daraufhin setzte die Führung der Royal Navy im Laufe der nächsten Tages praktisch alle verfügbaren Kampfeinheiten die im Atlantik waren auf die Bismarck an. Erst ein Catalina-Flugboot entdeckte die Bismarck am Nachmittag des 26. Mai wieder. Ein weiterer Luftangriff, diesmal von der HMS Ark Royal ausgehend, brachte nach einem weiteren Fehlschlag am Abend den Erfolg auf Britischer Seite. 15 Swordfish- Torpedoflugzeuge fanden die Bismarck und erzielten zwei oder sogar drei Torpedotreffer. Einer von diesen Treffern erwies sich als entscheidend, denn er traf die Ruderablage und verklemmte die Ruder der Bismarck in einer Backbordlage von 12 Grad. Daraufhin war es der Bismarck nur noch möglich im Kreis zufahren trotz großer Anstrengungen, die Ruderanlage wieder in Gang zu bringen, schlugen alle Versuche jedoch fehl. Etwa gegen Mitternacht gewann die 4. Britische Zerstörerflottille Fühlung mit der Bismarck und führte innerhalb der nächsten sechs Stunden Torpedoangriffe auf die Bismarck durch, bis alle Torpedos verschossen waren, aber keine Treffer erzielt werden konnten. Aber auch die Bismarck blieb in gleicher Weise erfolglos. Am Morgen des 27. Mai kamen die britischen Schlachtschiffe HMS King Georg V und HMS Rodney heran und in einem mehrere Stunden dauerndem Endkampf zwischen den Schlachtschiffen verwandelte sich die Bismarck in ein brennendes Wrack. Schließlich sank das deutsche Schlachtschiff Bismarck durch Selbstversenkung. Sie ging etwa 550 Seemeilen (das sind etwa 1.000 Kilometer) westlich von der Stadt Brest unter. Es überleben nur 116 Mann der gesamten Besatzung, davon wurden nur 86 von der HMS Dorsetshire gerettet. Weitere 25 Mann wurden von der HMS Maori und drei vom deutschen U-Boot U-74 aufgesammelt. Das Wrack befindet sich bei den Koordinaten 48° 10´ Nord, 16° 12´ West .


Rheinübung

am 18.05.1941, um 11:30 Uhr
die „Operation-Rheinübung" fängt offiziell an.

am 18.05.1941, Nachmittags
gemeinsam mit der Tirpitz führt die Bismarck weitere Manöver durch

am 18.05.1941, Abends
Bismarck und Prinz Eugen ankern außerhalb des Gotenhafens (Gdynia).

am 19.05.1941,um 02:00 Uhr
Bismarck und Prinz Eugen fahren getrennt von einander und treffen sich bei Kap Arkona (Rügen)wieder und
fahren weiter in Richtung Grossen Belt.

am 20.05.1941, Ungefähr 02:00
drei weitere Zerstörer stoßen zu der Prinz Eugen und der Bismarck zu

am 20.05.1941, um 13:00 Uhr
der schwedischen Flugzeug-Kreuzer Gotland gibt über Funck bescheid das die Bismarck das Kattegat durchfährt

am 20.05.1941, zwischen 14:00 und 18:00 Uhr
Bismarck und Prinz Eugen werden durch zahlreiche Handelsschiffe und Fischerboote ausgemacht oder beobachtet.

am 21.05.1941, zwischen 08:00 - 09:00 Uhr
Bismarck, Prinz Eugen und die Zerstörer erreichen den Korsfjord nahe Bergen.

am 21.05.1941, um 09:14 Uhr
Prinz Eugen werden im Korsfjord zusammen mit dem Zerstörern aufgetankt und ankern vor Bergen.

am 21.05.1941, um 11:00 Uhr
Die Bismarck wird nicht aufgetankt. sie wird beim ankern im Grimstadfjord von britischen Flugzeugen entdeckt

am 21.05.1941, um 20:00 Uhr
zusammen mit den drei Zerstörern verlassen die Bismarck und Prinz Eugen, unentdeckt den Korsfjord.

am 21.05.1941, um 23:00 Uhr
kein Luftschutz mehr seitens der ME 110-Jäger für die Bismarck und Prinz Eugen

am 22.05.1941, um 05:00 Uhr
die Zerstörer die Kampfgruppe, verlassen den Verband, Bismarck ist nun das Führungsschiff

am 22.05.1941, ungefähr 13:00 Uhr
Dunstiges, regnerisches Wetter (begrenzte Sicht) mit leichten Südwinden.

am 23.05.1941, um 18:21 Uhr
Bismarck und Prinz Eugen erreichten die Eisgrenze.

am 23.05.1941, um 19:22 Uhr
der britische Kreuzer Suffolk wird von der Bismarck gesichtet. Die Suffolk melden wiederum die Sichtung der Bismarck und der Prinz Eugen in der Dänemark-Straße an die britische Admiralität.

am 23.05.1941, ungefähr 20:30 Uhr
die Bismarck entdeckt die Norfolk und eröffnet bei schlechtem Wetter das Feuer. ( keine Treffer)

am 23.05.1941, um 22:00 Uhr
Die Bismarck versucht die Suffolk in ein Gefecht zu verwickeln dieas wird aber erkannt und die Suffolk kann sich der
Bismarck entziehen.

am 23.05.1941, ab 23:30 Uhr
Bismarck und Prinz Eugen werden in einen Schneesturm eingehüllt.

am 24.05.1941, um 05:45 Uhr
Zwei Schiffen werden am Horizont entdeckt.

am 24.05.1941, um 05:52-05:53 Uhr
Die Briten eröffnen ihr Feuer. Die gesichteten Schiffe sind die HMS Hood und die HMS Prince of Wales.

am 24.05.1941, um 05:53 Uhr
Die Prince of Wales feuert mit beiden ihrer vorderen Türme auf die Bismarck.

am 24.05.1941, um ca. 05:54 Uhr
Die Bismarck wird getroffen.

am 24.05.1941, um 05:55 Uhr
die Bismarck und die Prinz Eugen erwiedern das Feuer Konzentrieren sich aber auf die Hood.

am 24.05.1941,um ca. 05:56 Uhr
Die Prinz Eugen erzielt einen Treffer auf der Hood, das Feuer breitet sich rasch aus.

am 24.05.1941, um ca. 05:58 - 05:59 Uhr
Das Feuer auf der Hood lässt schnell nach. Admiral Lütjens gibt befehl das Feuer auf die Prince of Wales zu eröffnen.

am 24.05.1941,um 05:59 Uhr
Prinz Eugen: Anfang des Wirkungsschiessen (nachdem die Entfernung ermittelt worden ist). Beobachteter Effekt: zwei Treffer auf der PoW, kleines Feuer. Abstand über 16.000 Meter. Einsatz der schweren (10.5-Zentimeter) Flak mit abnehmender Entfernung.

am 24.05.1941, um 06:00 Uhr
Um ihre achteren Geschütze zum Einsatz bringen zu können verändert die Hood ihre Position.
Abstand vom Feind: ungefähr 19.700 Meter.

am 24.05.1941, um 06:01 Uhr
Bismarcks 5. Vollsalve.

Die Hood explodiert.
Die Hood wurde versenkt, bis auf drei Seeleute gab es keine Überlebende

am 24.05.1941, nach 06:01 Uhr
mit harten Manövern weicht die PoW den Wrackteilen der Hood aus.

am 24.05.1941, um ab 06:01 Uhr
Bismarck und Prinz Eugen konzentrieren sich wieder auf die PoW
Abstand ungefähr 14.800 Meter.

am 24.05.1941, um 06:02 Uhr
Prince of Wales steht unter dem starkem Feuer von Bismarck und Prinz Eugen,.
die Norfolk feuert 3 Salven ab

am 24.05.1941, um 06:03 Uhr
Prince of Wales erhält einen Direkttreffer in die Brücke und dreht unter starkem Rauch vom Gefechtsfeld ab.

am 24.05.1941, ca. 06:05 Uhr
Prince of Wales nahe der Bismarck. die Prince of Wales wurde durch 7 Granaten getroffen:
4 (Bismarck) 38.0 Zentimeter, 3 (Prinz Eugen) 20.3 Zentimeter:
38.0-Zentimeter-Treffer Brücke, 38.0-Zentimeter-Treffer vorderer Artillerieleitstand der Mittelartillerie, 38.0-Zentimeter-Treffer unter der Wasserlinie nahe Dieselgeneratorraum, 20.3-Zentimeter-Treffer an der Wasserliene achtern, Ca. 500 Tonnen Wassereinbruch, 20.3-Zentimeter-Treffer an der Wasserlinie achtern im Schiff, 20.3-Zentimeter-Treffer in 13.2-Zentimeter Munitionsraum.

am 24.05.1941, um 06:09 Uhr
Die Deutschen stellen das Feuer ein. Prinz Eugen erhielt keine Treffer. Die Bismarck wurde durch 2 schwere und einen leichten Treffer beschädigt.

am 24.05.1941, am Mittag
Neuer Kurs

am 24.05.1941, um 18:14 Uhr
Die Bismarck dreht in Richtung zu den britischen Verfolgern, während Prinz Eugen die Anordnung verlässt.

am 24.05.1941, 18:40-18:56 Uhr
Die Bismarck feuerte einige Salven auf die Suffolk und die Prince of Wales ab.

am 24.05.1941, 23:30-23:45 Uhr
Angriff durch 9 Swordfish und 6 Fulmars vom Flugzeugträger Victorious.
die Bismarck wurde durch einen Torpedo auf der Steuerbordseite, mittschiffs getroffen. Ohne Folge.

am 25.05.1941, 00:28 Uhr
Bismarck berichtet: Angriff durch Torpedoflugzeuge.

25.05.1941, 00:37 Uhr
Bismarck berichtet: Erwarte weitere Angriffe.

25.05.1941, 02:41 Uhr
Gruppe West berichtet: West U-Boote haben Anweisungen, sich ostwärts zu bewegen.

25.05.1941, 03:06 Uhr
Die Bismarck, die nach Steuerbord gedreht hatte steuert Kurs 130°. Die Suffork hat infolge dieses Mannövers den Kontakt verloren. Die Briten haben 31.5 Stunden lang keinen Kontakt zur Bismarck.

25.05.1941, 07:00 Uhr
Bismarck berichtet an die SKL: . . . ein Schlachtschiff, zwei schwere Kreuzer, die Kontakt halten.

25.05.1941, 08:52-09:28 Uhr
36 minütiger Funkspruch der Bismarck an die SKL, der von den Briten aufgefangen und eingepeilt wird.

25.05.1941, 11:25 Uhr
Admiral Raeder gratuliert Admiral Lütjens zum Geburtstag.

25.05.1941, ca. 11:45 Uhr
An Bord der Bismarck: Lütjens Rede plus die des Kommandanten
(Kapitän Lindemann).

25.05.1941, 16:25 Uhr
Hitler sendet Geburtstaggrüße an Admiral Lütjens.

25.05.1941, 23:44 Uhr
Gruppe West berichtet: Vorausgesetzt anhaltender Kurs und Fahrt: bis zur Westküste von Frankreich keine Feindberührung zu erwarten.

26.05.1941, 10:30 Uhr
Die Bismarck wird von einem Flugboot vom Typ "Catalina" gesichtet.

26.05.1941, 11:15 Uhr
Der Flugzeugträger Ark Royal stellt Kontakt mit der Bismarck her, später auch die Sheffield.

26.05.1941, 14:50-15:00 Uhr
Ark Royal: Start von 15 Torpedoflugzeugen vom Typ Swordfish. Irrtümlicher Angriff auf Sheffield: Zielverwechselung mit der Bismarck!

26.05.1941, 17:47 Uhr
Die Bismarck wird von der Sheffield gesichtet.

26.05.1941, 19:03 Uhr
Bismarck berichtet an SKL: Kraftstoffsituation dringend. Wann kann Brennstoffaufnahme erwartet werden?

26.05.1941, 19:48 Uhr
U-556 berichtet: Schlachtschiff und Ark Royal in Sicht.

26.05.1941, 20:39 Uhr
U-556 berichtet: Schlachtschiff und Flugzeugträger mit Kurs 115-Grad, laufen Höchstgeschwindigkeit.

26.05.1941, ca. 20:45 Uhr
Bismarck berichtet an die SKL: Torpedoflugzeuge von der Ark Royal in Sicht.

26.05.1941, 20:55-21:25 Uhr
Die Bismarck wird durch 15 Swordfish angegriffen. Es gibt keine Verluste unter den Flugzeugen. Die Bismarck wird durch zwei Torpedos getroffen. Einer in der Mitte und einer im Achterschiff. Beide Ruder verklemmen daraufhin bei 12º oder 15º backbord. Die Bismarck ist manöverierunfähig.

26.05.1941, 21:03-21:05 Uhr
Die Bismarck berichtet an die SKL: Nicht imstande, Kurs zu halten. 47 Grad 40 Minuten Nord, 14 Grad 50 Minuten West.

26.05.1941, 21:15 Uhr
Bismarck berichtet: Quadrat Be-6192. Durch Torpedo achtern getroffen!

26.05.1941, 21:30-21:55 Uhr
Die Bismarck feuert einige Salven gegen die Sheffield ab. Keine Treffer erzielt.

26.05.1941, 22:38 Uhr
Polnischer Zerstörer Piorun durch die Bismarck gesichtet und unter Beschuss genommen.

26.05.1941, 23:15 Uhr
Bismarck ändert Kurs von Südosten zu Nordwesten.

26.05.1941, 23:24 Uhr
Kapitän Vian organisierte seine 5 Zerstörer (Cossack, Maori, Piorun, Sikh, Zulu) für den geplanten (und auch durchgeführten) Nachtangriff auf die Bismarck, kommt aber sofort unter Beschuss durch die Bismarck und der Angriff wird abgewehrt.

26.05.1941, 23:40 Uhr
Die Bismarck berichtet an die SKL: Schiff nicht imstande zu manövrieren. Wir kämpfen zur letzten Ganate.

26.05.1941, 23:58 Uhr
Die Bismarck berichtet an die SKL: An den Führer des deutschen Reichs Adolf Hitler. Wir kämpfen bis zum Letzten im Vertrauen auf sie, unseren Führer, und im felsenfesten Vertrauen auf den Sieg Deutschlands.

27.05.1941, 01:53 Uhr
Hitler sendet Funkspruch an Lütjens, Bismarck: Ich danke Ihnen im Namen des deutschen Volkes. Adolf Hitler. An die Mannschaft des Schlachtschiffes Bismarck: Ganz Deutschland ist mit Ihnen. Was auch immer noch getan werden kann, wird getan.Adolf Hitler.

27.05.1941, 02:21 Uhr
Die Bismarck berichtet an die SKL: Empfehle Verleihung des Ritterkreuzes an Korvettenkapitän Schneider für die Versenkung der Hood.

27.05.1941, 03:51 Uhr
Meldung an die Bismarck, A(rtillerie) O(ffizier) Korvettenkapitän Schneider: Der Führer hat Ihnen das Ritterkreuz für die Versenkung des Schlachtschiffes Hood verliehen Herzlichste Grüsse. Kommandant der Marine, Großadmiral Raeder.

27.05.1941, zwischen 05:00 und 06:00 Uhr
Zwei Versuche der Bismarck scheitern eines der Arado 196-A Bordflugzeuge zu starten.

27.05.1941, 07:10 Uhr
Letzte Meldung von der Bismarck (Admiral Lütjens): "schicken Sie ein U-Boot zur Übernahme des Kriegstagebuches" (KTB).

27.05.1941, ca. 08:00 Uhr
Alarm auf der Bismarck, die von zwei britischen Schlachtschiffen, der King George V (C-in-C Flaggschiff) und Rodney plus zwei Kreuzern, der Dorsetshire und Norfolk umgeben ist. Wetter: Nordwestwind (320 Grad) 6-7. Meer: 4-5. Sichtweite 10 Seemeilen.

27.05.1941, 08:15 Uhr
Bismarck durch Norfolk gesichtet.

27.05.1941, 08:43 Uhr
Bismarck durch King George V und Rodney gesichtet.

27.05.1941, 08:47 Uhr
Die letzte Schlacht beginnt. Rodney eröffnet das Feuer.

27.05.1941, 08:48 Uhr
Feuereröffnung auf King George V

27.05.1941, 08:49 Uhr
Die Bismarck eröffnet das Feuer auf die Rodney.

27.05.1941, ca. 09:02 Uhr
Die Bismarck wird zum ersten Mal getroffen und beginnt, Treffer von allen Seiten zu empfangen. Türme A (Anton) und B (Bruno) ausser Gefecht.

27.05.1941, ca. 09:04 Uhr
Dorsetshire eröffnet das Feuer auf die Bismarck.

27.05.1941, ca. 09:12 Uhr
Ausfall des vorderen Feuerleitstandes auf der Bismarck.

27.05.1941, 09:13 Uhr
Ausfall des achteren Feuerleitstandes auf der Bismarck.

27.05.1941, 09:31 Uhr
Die Bismarck feuerte ihre letzte Salve ab.

27.05.1941, 09:12 - 10:16 Uhr
Die Bismarck hat mehrere Treffer aus Entfernungen von 2.500 bis 4.000 Metern erhalten, schwimmt aber immer noch!!!

27.05.1941, ca. 10:00 Uhr
Alle Waffen auf der Bismarck schweigen.

27.05.1941, ungefähr 10:00 Uhr
Sprengladungen explodieren im Turbinenraum auf der Bismarck.

27.05.1941, 10:20 Uhr
Die Bismarck wird auf der Steuerbordseite durch zwei Torpedos getroffen, die von Dorsetshire abgefeuert wurden.

27.05.1941, 10:36 Uhr
Die Bismarck wird auf der Backbordseite durch einen dritten Torpedo getroffen, der von Dorsetshire abgefeuert wurde.

27.05.1941, 10:39 Uhr
Bismarck bei 48º 10' Nord, 16º 12' West gesunken


Modifikationen


 
Technische Daten
Wasserverdrängung:
Entwurf: 41.700 t
Konstruktion: 45.950t
Maximal: 50.300 t
Länge:
über Alles: 251 m
KWL: 241,6 m
Breite:
36 m
Tiefgang:
Entwurf: 8.68 m
Konstruktion: 9,3 m
Maximal 9,9 m
Maschinenanlage:
12 Dampfkessel in 6 Kesselräumen
3 Satz Hochdruck- Reaktionsturbinen
Antrieb:
3 Wellen
Propeller Durchmesser 4.70 m
Leistung an der Welle:
Dauerlast: 138.000 Psw
Probefahrt: 150.170 PSw
Höchstgeschwindigkeit:
30,1 kn
Reichweite:
8100 sm bei 19 kn Marschgeschwindigkeit
Brennstoffvorrat:
maximal 7.400 m³

,

 

Modifizierungen

Noch während sich die Bismarck im Bau befand, erhielt sie einen Atlantikbug. Ihre Fertigstellung erfolgte ohne E Messbasen im Vormars und auf dem Kommandoturm, die achteren Gruppe von 10,5 cm Flak- Geschützen und die Schutzkalotten der beiden achteren Flak Leidstände. Die Letzteren wurde nicht mehr ein gebaut, aber die noch fehlenden 10.5 cm Geschützen (in verbesserten Doppellafetten C/37) kamen im Oktober oder November 1940 in Gotenhafen erhielten die E- Messdrehhauben aller drei Artillerieleistände je eine Antenne für ein FuMO 23. Nach den Probefahrten wurde die E- Messbasis bei Turm A ausgebaut dies war erforderlich, um den Lieferverpflichtungen von Feuerleitausstattungen an die UDSSR auf Grund des Deutsch - Sowjetischen Handelsabkommens nachzukommen. Bei der Fertigstellung hatte die Bismarck zwölf 2 cm Einzellafetten an Bord, aber im März 1941 kann eine weitere in Heeresausführung auf die Decke von Turm A und im April/Mai 1941 erfolgte ein Ausrüsten mit nochmals zwei weiteren beiderseits des achteren Leitstandes, während sich das Schlachtschiff in der Ostsee befand. Schließlich erhielt die BISMARCK Anfang Mai 1941 auf der Scheinwerferplattform des Gefechtsmastes zwei 2 cm Vierlingsflaks dadurch wurden die drei Einzellafetten in Heeresausführung überflüssig und kamen von Bord.

 


 
Beiboote der Bismarck
Boote
Lagerplatz
3 Admirals- oder Kommandantenboote („Chefboote“)
Auf dem Dach des Bereitschaftshangars an Steuerbord
1 Motorbarkasse, 2 Motorpinassen
Auf dem Dach des Bereitschaftshangars an Backbord
4 Verkehrsboote (kurz: V-Boote)
Auf dem Dach des Werkstatthangars in den achteren Aufbauten
2 Rettungs-Kutter für Mann-über-Bord-Manöver
Die Kutter hingen in Davits, die sich beidseitig zwischen dem vorderen und dem mittleren 15-cm-Turm befanden und auf See bereitschaftsmäßig ausgeschwenkt waren
2 Jollen, 2 Dingis
Je eine Jolle und ein Dingi befanden sich ineinander gestapelt auf den beiden Seitendecks zwischen dem achteren 15-cm-Turm und dem Katapult.
 

Propaganda/Myhtos

Propaganda und Mythos

Der Mythos von der „unsinkbaren“ Bismarck

Wie auch die Titanic vor ihr galt die Bismarck als „unsinkbares Schiff“. Unsinkbar war sie sicherlich nicht, wie auch kein anderes Schlachtschiff, das jemals gebaut wurde. Woher kam dieser Mythos von der unsinkbaren Bismarck?
Es gab sicherlich gewissen berechtigten Nährboden, der glauben lies, dass die Bismarck unversenkbar sei. So wurde die Panzerung der Bismarck so konstruiert das sie tatsächlich, Treffer von Granaten kaum Schaden bei ihr anrichteten. Hinter dem schon sehr schwer zu durchdringenden Gürtelpanzer der Bismarck, befand sich dahinter noch ein abgeschrägtes Panzerdeck von einer Dicke aus 120 mm starken Panzerstahl. So wird behauptet, dass selbst wenn Granaten den Gürtelpanzer der Bismarck durchschlagen hätten, diese aufgrund des Panzerdecks insgesamt keinen Schaden am Inneren des Schiffes anrichten hätten können. Und tatsächlich hat Robert Ballard, der Mann, der die Bismarck und auch die Titanic später entdeckte, nur 4 Einschläge am Gürtelpanzer des Wracks der Bismarck gefunden. Bedenkt man, dass in der letzten Schlacht die Bismarck mit ca. 2.876 Granaten auf ihr abgefeuert wurden, und die Bismarck von mindestens 3 Torpedos getroffen wurde, und dass sie dabei letztendlich nicht von den Granaten oder den Torpedos versenkt wurde, so ist der Ausspruch, die Bismarck sei „außerordentlich schwer“ zu versenken gewesen sicherlich nicht abzustreiten, und die Weiterführung, sie sei unsinkbar gewesen, nahe liegend.

Das Schiff war im Allgemeinen so gewaltig, dass man sich fragte: „Was kann diesem Schiff eigentlich überhaupt versenken?“ Es gab durchaus Dinge die der Bismarck gefährlich werden konnten, und die zumindest dem Flottenkommando auch bekannt waren. So zum Beispiel das Ruder, welches der Bismarck zuletzt auch zum Verhängnis wurde. Man wusste in der Kriegsmarine, dass ein Glückstreffer am Ruder das gesamte Schiff zwar nicht direkt versenken, aber lahm legen würde. Aber man muss auch dazu sagen, dass kein britisches Schiff ein Mittel gegen einen solchen Treffer hatte. Man könnte das als Ironie des Schicksals bezeichnen: Hitler fragte bei seinem Besuch der Bismarck am 05.05.1941, was passieren würde wenn die Bismarck am Ruder getroffen würde, und ihm wurde nach längerem Schweigen geantwortet, dass dies zu unwahrscheinlich sei. Auch gegen Angriffe aus der Luft hatte die Bismarck nicht allzu viel entgegen zu setzen. Zwar hatte die Bismarck 50 Flugabwehrgeschütze und auch eine außerordentlich starke Deckpanzerung vorzuweisen, aber die Tatsache, dass bei dem Angriff auf die Bismarck vom 26.05.1941 durch 15 langsame, und teilweise noch durch Leinen verkleidete, „Swordfish“ Kampfflugzeuge keines dieser abgeschossen wurde, die Bismarck aber hingegen am Ruder manövrierunfähig geschossen wurde, das zeigt wie unterlegen die Bismarck unter bestimmten Umständen einem britischen Flugzeugträger gewesen wäre, wenn es zu so einen Umstand gekommen wäre.
Dass Menschen an die Propaganda vom „unsinkbaren“ Schiff glaubten, lag allerdings auch daran, dass es das modernste und auch das stärkste Kriegsschiff in den deutschen Kriegsmarine war. Ein Matrose, der auf der Bismarck eingesetzt war fühlte sich gewiss sicherer als einer, der auf einem kleineren Schiff wie zum Beispiel einen leichten Kreuzer seinen Dienst verrichtete, oder gar einem, der auf einem U-Boot diente. Dieses Gefühl wurde schon von der gewaltigen Erscheinung, die die Bismarck allgemein darstellte, geprägt. Wenn man die Bismarck in voller Bewaffnung und ihrer starken Panzerung sah, dann wird man mit Sicherheit gedacht haben, dass ein Schiff, dass die Bismarck versenken könne erst noch gebaut werden müsse.

 


 
Besatzung der Bismarck
Kommandant:
Kpt.z.S Ernst Lindemann
Erster Offizier (1. WO):
FKpt. Hans Oels
Navigationsoffizier (NO):
KKpt. Wolf Neuendorff
Erster Artillerieoffizier (1. AO):
KKpt. Adalbert Schneider
Vierter Artillerioffizier:
Kptlt. (Ing.) v. Müllenheim-Rechberg
Leitender Ingenieur (LI):
KKpt. Dipl.- Ing. Walter Lehmann
Die Besatzungsstärke betrug insgesamt 2.092 Mann, davon 103 Offiziere (einschließlich Fähnriche), 1.962 Unteroffiziere und Mannschaften sowie 27 Soldaten für das Prisenkommando aller Dienstgrade. Inoffiziell hatte die Bismarck einen Schiffskatze dessen Name war Oskar.


Quellen

Buch: Waffentechnik im Zweiten Weltkrieg von Alexander Lüdeke (Letzter Zugriff 14.09.2010)

http://de.wikipedia.org/wiki/Bismarck_(Schlachtschiff) (Letzter Zugriff 14.09.2010)
http://masterchef.aio-world.net/ (Letzter Zugriff 14.09.2010)
http://de.wikipedia.org/wiki/Tirpitz_(Schlachtschiff) (Letzter Zugriff 14.09.2010)
http://www.whq-forum.de/cms/187.0.html (letzter zugriff 08.12.2010)
http://www.schlachtschiff.com/ (Letzter Zugriff 08.12.2010)
http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtschiff_Bismarck (letzter Zugriff 08.12.2010)

Autor: Ritter von Hirse / Thor



Das Thema

 

Schlachtschiff Gneisenau
Ein Kriegsschiff der Deutschen Kriegsmarine


Planung

Planung der Schiffe der Scharnhorst- Klasse

Nach dem Beginn des Baus der Admiral Graf Spee bestand zunächst die Absicht, das Panzerschiff- Konzept fortzusetzen. Doch als die französische Antwort auf diese Schiffe bekannt wurde, der neue DUNKERQUE- Entwurf, zeigte es sich, dass ein stärkeres Schiff gebaut diesem Zeitpunkt als Panzerschiff D und E bezeichnet, waren Ersatzbauten für die veralteten (Vordreadnoughts) ELSASS und HESSEN, da der Vertrag von Versailles noch immer den Bau größerer Schiffe verbot. Nichtsdestoweniger fanden 1932/33 Gespräche über einen verbesserten Entwurf statt. Ausgangspunkt hierfür waren Admiral Raeders Vorstellungen von einem Schiff mit einer Wasserverdrängung von 15.000 t bis 18.000 t, bewaffnet mit drei 28 cm Drillingstürmen. Das neue deutsche Schiff müsste einen Gürtelpanzer haben, um 33 cm Granaten zu widerstehen, der zumindest eine Dicke von 320 mm aufweisen sollte. Zusätzliche Überlegungen mussten auch dem Schutz gegen Luftangriffe mit Bomben gewidmet werden. Als Hauptbewaffnung wurde sowohl das Kaliber 33 cm in Betracht gezogen. Das größere Kaliber war das bevorzugtere und für die ersten vier Entwürfe bildete eine Typverdrängung von 26.000 ts den Ausgangspunkt.
Nunmehr griffen jedoch politische Erwägungen Platz und im Sommer 1933 wurde ein Schiff diskutiert, das einem verbesserten Deutschland Entwurf entsprach, aber mit dem Panzerschutz ausgestattet war, der für das 26.000 ts Projekt ins Auge gefasst worden war. Als schwere Artillerie wurde das 28 cm Geschütz festgelegt und angesichts der Steigerung bei der Wasserverdrängung musste der Dieselmotorenantrieb zugunsten der neuen Anlagen für Hochdruck- Heißdampfantrieb aufgegeben werden.

Am 25. Januar 1934 wurden auf Grund dieses Konzeptes zwei Schiff in Auftrag gegeben ihre Kiele wurden am 14. Februar 1934 bei der Kriegsmarinewerft Wilhelmshaven und bei den Deutschen Werken in Kiel gestreckt.
Hinsichtlich dieses Entwurfes und seines dürftigen Vergleiches mit der DUNKERQUE herrschte innerhalb der Marine ziemliche Unruhe und nachdrücklich wurde die Forderung erhoben, den Entwurf zu erweitern und einen dritten Turm einzubeziehen eine Forderung, der Adolf Hitler in diesem Stadium aus politischen Gründen seine Zustimmung verweigerte. Sein Entschluss war jedoch von kurzer Dauer und im Juli 1934 kam das Einverständnis mit dem dritten Turm, woraufhin ein sofortiger Baustopp erfolgte. Im Frühjahr 1935 war der neue Entwurf ausgearbeitet und so konnten die beiden Einheiten im Mai bzw. Juni ein zweites Mal auf Kiel gelegt werden.

 

 

 


 
Bau und Dienstzeit
Schiffsnamen:
Gneisenau
Schiffsklasse:
Scharnhorst- Klasse
Schwesterschiff:
Scharnhorst
Bauwerft:
Deutsche Werke, Kiel
Stapellauf:
8. Dezember 1936
Indienststellung:
21. Mai 1938
Baukosten:
146 Mio Reichsmark
1. Kiellegung:
Baustopp:
(als Panzerschiff)
18. Februar1934
5. Juli 1934
2. Kiellegung:
(als Schlachtschiff)
6. Mai 1938


Entwurf

Entwurf
 

 

Konstruktionszeichnung der Gneisenau von 1940.

Die letztendliche Wasserverdrängung war auf 35,540 t Standard gestiegen. Drei 28 cm Drillingstürme stellten die Hauptbewaffnung dar und eine Hochdruck- Heißdampfanlage lieferte eine Höchstgeschwindigkeit von 32 kn. Der 4,5 m breite Hauptgürtelpanzer wies eine Dicke von 320 mm auf und erstreckte sich von den vorderen bis zu den achteren Munitionskammern. Er war nach unten auf 170 mm getäpert. Nach vorn hatte der Seitenschutz eine Dicke von 70 mm und nach achtern eine solche von 90 mm. Oberhalb des Hauptgürtelpanzers erstreckte sich vom Ruderpfosten bis zum Spant 207 im Bereich der Back der 35 mm dicke Zitadellpanzer, der bis zum Oberdeck reichte.
Das vordere und das achtere Ende des 320 mm Gürtelpanzers schlossen Panzerquerschotte von 150 mm bzw. 200 mm ab. Binnenbords befand sich ein 45 mm dickes Torpedoschott, das sich über die volle Länge des 320 mm Gürtels hinzog. Den Horizontalschutz bildete ein gepanzertes Oberdeck von 50 mm Dicke sowie ein Panzerdeck von 80 mm innerhalb und 95mm außerhalb der 40 mm Splitterlängsschotte mit 105 mm in den Böschungen. Letztere neigten sich um 25 Grad vom oberen Bereich des Torpedoschotts bis zum unteren Bereich des Seitenpanzers. Die Barbetten hatten eine solche von 360 mm vorn und 200 mm an den Seiten. Der Panzerschutz des Kommandostandes betrug 350 mm. Die Hauptantriebsanlage bestand aus drei Turbinensätzen mit drei Wellen Anordnung sowie 12 Wagner Höchstdruckkessel, je drei in vier Kesselräumen. Die Turbinen der Scharnhorst stammten von Brown, Boveri und Cie. und die der Gneisenau von der Deschimag.
Die schwere Artillerie der beiden Schiffe bestand aus neun Geschützen des Modells 28 cm Sk L/54,5 C/34, welches im Vergleich zum Modell C/28 der Panzerschiffe eine geringere Anfangsgeschwindigkeit, aber eine etwas größere Höchstschussweite hatte. Die Geschütze verschossen eine Panzersprenggranate von 320 kg und wiesen bei maximaler Erhöhung von 40 Grad eine Schussweite von 49.930 m auf. Ihrer Feuerleitung dienten drei Artillerieleitstände mit einer gepanzerten E- Messdrehbasis auf dem vorderen Kommandostand (Kommandoturm), auf dem Hauptartillerieleitstand im Vormars des Turmmastes und auf dem achteren Kommandostand. Von ihnen aus konnte auch die Feuerleitung der Mittelartillerie erfolgen. Diese bestand aus zwölf Geschützen, die ursprünglich in sechs Doppeltürmen hätten untergebracht werden sollen. Doch aus Gründen der Gewichtsersparnis wurde dieses auf vier verringert und die restlichen vier Geschütze standen in Einzellafetten mit nach hinten offenen Schilden. Dieses Geschütz vom Standardmodell 15 cm Sk L/55 C/28 verschoss eine 43,3 kg Granate wobei in der Dopp.Dreh.L. C/34 (Doppelturm) die maximale Schussweite bei 40 Grad Erhöhung 23,000 m betrug, während diese in der Mittelpivot- Einzellafette C/35 bei 35 Grad Erhöhung geringer war. In beiden Lafettierungen besaß das 15 cm Geschütz jedoch keine Luftzielfähigkeit. Diese Aufgabe hatte die Schwere Flack, bestehend aus vierzehn 10,5 cm Geschützen Sk L/65 C/33 in Doppellafette: Je drei von ihnen mittschiffs beiderseits des Schornsteins, während die siebente Doppellafette in der Mittschiffslinie ebenfalls auf dem Aufbaudeck vor dem achteren 28 cm Turm stand. Dieses Geschütz verschoss eine Granate von 15,1 kg bei maximaler Rohrerhöhung von 80 Grad in eine Höhe von 12.500 m. Die Lafetten wiesen einen leichten Splitterschutz von 15 mm auf. Zum ersten Mal gelangte auch ein kompliziertes Flak- Feuerleitsystem zum Einbau, bestehend aus vier voll stabilisierten Fla- Leitständen SL 6 jeweils beiderseits des Turmmastes und des Schornsteins mit ihren charakteristischen halbkugelförmigen Abdeckungen. Die Leichte Flak bestand aus 16 x 3,7 cm in acht Doppellafetten sowie aus 10 x 2 cm in Einzellafetten. Die beiden Schlachtschiffe führten keine Torpedobewaffnung, waren aber mit einer Flugzeughalle und zwei Katapulten ausgestattet: eines mittschiffs auf einem 8 m hohen Schleuderturm vor dem achteren Artillerieleitstand und das andere auf dem Turm C. Das ursprünglich verwendete Seeflugzeug He 60 sollte durch die He 114 ersetzt werden, bis schließlich die Ar 196 an Bord kam, das spätere Standard- Seeflugzeug aller Marineeinheiten.

 

 

Konstruktionszeichnung der Gneisenau von 1940 man erkennt die vielen veränderungen.

 

Modifizierungen des Schlachtschiffes Gneisenau

Ende 1938 wurden daher der gerade Steven durch einen überhängenden Vorsteven den sogenannten Atlantikbug ersetzt. Weitere Änderungen betrafen neue Decksklüsen für die Anker als zusätzliche Maßnahme, um das Spritzwasser zu verringern, sowie das Aufsetzen einer großen Schrägkappe auf den Schornstein. Im Oktober 1939 erhielt die E- Messdrehhaube im Vormars ein FuMO 22 und im Februar 1940 wurde das Katapult auf dem Turm C am Land gegeben, da das Gewicht des Schwenken des Turms behinderte. Im Januar 1941 ersetzte das neue Modell C/38 mit höherer Feuergeschwindigkeit die bisherigen 2 cm Geschütze sowie ein FuMO 27 das bisherige FuMO 22 und auf einem Gitterunterbau (Storchennest) mittschiffs erfolgte die Aufstellung einer 2 cm Vierlingsflak. Da die Leichten Kreuzer Leipzig und Nürnberg jetzt der Ausbildung in der Ostsee dienten, hatten sie ihre jeweils zwei Drillings Torpedorohrsätze abgegeben.

Die beiden Sätze der Ersteren bekam daher 1941 die Gneisenau in Brest und 1942 erhielt auch die achtere Kommandostand ein FuMO 27.Während dieser Zeit in Brest wurde mittschiffs eine neue, verlängerte Flugzeughalle mit dem Katapult im Inneren eingebaut. Dadurch musste das Storchennest mit seiner Vierlingsflak weichen. Die kam auf den Turm B. je eine weitere 2 cm Vierlingsflak fanden auf dem Hangardach und auf der Schornsteinplattform Aufstellung. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland wurde die Gneisenau bei einem Luftangriff Ende Februar 1942 durch Bombentreffer schwer beschädigt. Daraufhin wurde entschieden, die seit langem geplante Umrüstung auf drei 38 cm Doppeltürme in Angriff zu nehmen, aber das Schiff wurde nie mehr in Dienst gestellt.

 


 
Technische Daten
Verdrängung:
30.676 t Leer
32.100 ts Standard
35.540 t Konstruktion
37.902 t maximal im Einsatz
Länge:
Wasserlinie: 226 m
Vor Umbau: 229,8 m
Nach Umbau: 234,9 m
Breite:
30 m
Tiefgang:
8,23 m Konstruktionstiefgang
9,91 m maximal
Kesselanlage:
12 ölgefeuerte Dampfkessel
Bauart: Wagner
Antrieb:
3 Satz Dampfturbinen
Von Germaniawerft mit Untersetzungsgetriebe auf 3
dreiflügelige Propeller
Maschinenleistung:
Dauerlast: 160.000 Psw
Probefahrt: 165.930 PSw
maximale Geschwindigkeit, tatsächlich:
31,5 Knoten
maximale Geschwindigkeit, geplant:
32 Knoten
Reichweite:
6200 sm bei 19 kn
8380 sm bei 15 kn
Besatzung:
1669 bis 1840 im Kriegseinsatz

 

 

Das Bild zeigt die Gneisenau nach dem Stapellauf sie hatte zu viel Schwung drauf und rammte die hinter ihr liegenden Kaimauer.


Werdegang

Werdegang der Gneisenau

Die Gneisenau wurde als erste der beiden Einheiten fertig gestellt. Obwohl ihr eigentlich noch ein erheblicher Teil ihrer Ausrüstung fehlte, musste sie aus politischen Gründen beschleunigt in den Dienst gestellt werden. Erst im Juni erhielt sie die vorderen beiden Fla- Leitstände SL 6. Anfang August 1938 unternahm sie eine Erprobungsfahrt in den nordöstlichen Atlantik und danach fungierte sie bei der Flottenparade vor Kiel als Flottenflaggschiff. Zu diesem Zeitpunkt waren alle Fla- Leitstände und die Flugzeughalle an Bord. Nach der sechswöchigen Ausbildungsreise in den Mittelatlantik und einem Besuch von Las Palmas auf Gran Canaria kehrte die Gneisenau nach Deutschland zurück.
Bei Kriegsausbruch lag die Gneisenau zusammen mit ihren Schwesterschiff Scharnhorst vor Brunsbüttel in der Elbe vor Anker in dieser Zeit wurde von der RAF ein Erfolgloser Angriff auf die beider Schlachtschiffe versucht. Anschließend wurden die beiden Schlachtschiffe wieder zurück nach Kiel verlegt dies geschah am 8. September. Anfang Oktober kehrte die Gneisenau nach Wilhelmshaven zur Durchführung eines Unternehmens in der Nordsee zurück. Die Scharnhorst die durch einen Schaden der durch Luftdruck an den Aufbauten verursacht wurde wieder zurück nach Kiel um in der Werft repariert zu werden dieser Schaden geschah beim Übungsschießen. Darum lief die Gneisenau am 7. Oktober alleine zu einen Vorstoß in die Nordsee mit dem leichten Kreuzer Köln und neun Zerstörern aus. Das Unternehmen blieb aber ohne Ergebnisse darauf hin kehrte die Gneisenau am 10. Oktober wieder nach Kiel zurück. Im November verlegten die Gneisenau und die Scharnhorst gemeinsam wieder nach Wilhelmshaven von dort aus liefen sie am 21. Oktober zu einem Vorstoß in die Gewässer südlich von Island aus, um zur Entlassung der Südatlantik operierenden Admiral Graf Spee die dort operierende britische Northern Patrol anzugreifen. Im Verlauf dieser Unternehmung, die bis zum 27. November dauerte, versenkte die Scharnhorst in der Island- Färöer- Enge den britischen Hilfskreuzer RAWALPINDI. Bis zum Januar 1940 hatten die beiden Schiffe wieder in die Ostsee verlegt, um Reparaturen und Wartungsarbeiten durchführen zu lassen diese Arbeiten dauerten bis Mitte Februar an. Ein weiterer Vorstoß der am 18, bis 20. Februar in der Nordsee geschah hatte den Schwerpunkt den Geleitzugverkehr zwischen Bergen und England zu stören dieses Unternehmen hatte den Decknamen (Unternehmen Nordmark). Diese Unternehmen blieb aber wiederum erfolglos. Der nächste Einsatz für die Gneisenau brachte im April die Teilnahme am Unternehmen Weserübung- Nord, die Besetzung Norwegens durch die Wehrmacht. Die Gneisenau und ihr Schwesterschiff Scharnhorst dienten als Deckungsgruppe der aus zehn Zerstörern bestehenden Kriegsschiffgruppe 1, deren Aufgabe die Besetzung des Erzhafens Narvik war. Am 7. April liefen die beiden Schiffe Gemeinsam aus und erreichten am 9. April das Gewässer vor Lofoten dort gerieten sie mit dem britischen Schlachtkreuzer RENOWN in ein kurzes Gefecht.
In dessen Verlauf erhielt das britische Schiff zwei Treffer (Blindgänger), während die Gneisenau drei Treffer darunter einen 38,1 cm Treffer im Vormars. Die beiden deutschen Schiffe erlitten hierbei einige Schäden, die bei der Scharnhorst durch das Wetter verursacht worden war. Im Übrigen Vorstoß wichen die beiden Schiffe erfolgreich den britischen See und Luftstreitkräften aus, die auf sie angesetzt waren, sie liefen am 12. April sicher wieder in Wilhelmshaven ein.
Nach einer kurzen Erholungspause operierten wieder die beiden Schiffe Gneisenau und Scharnhorst im Atlantik gegen britische Streitkräfte auf dem Rückmarsch von der norwegischen Küste dem Unternehmen Juno.
Hierbei griffen die Gneisenau und die Scharnhorst am 8. Juni den Flugzeugträger GLORIOUS und seine beiden Sicherungszerstörer ARDENT und ACASTA an und versenkten sie. Doch ein Torpedo Treffer der ACASTA traf die Scharnhorst unter halb des Turmes C und beschädigte sie so schwer, dass die Kampfgruppe nach Trondheim einlaufen musste. Dadurch musste die Scharnhorst zu Notreparatur zurück gelassen werden. Daraufhin lief die Gneisenau zusammen mit den Schweren Kreuzer Admiral Hipper und einer Zerstörersicherung zu einem weiteren Unternehmen aus, das aber nach kurzer Zeit aufgegeben wurde. Ende Juni verlegte die Scharnhorst zur endgültigen Reparatur nach Kiel, während sich die Gneisenau wieder auf einen Vorstoß in die Enge Islands Färöer vorbereitete. Doch diese musste frühzeitig abgebrochen werden, als die Gneisenau am 20. Juni durch einen Torpedotreffer des britischen Unterseebootes CLYDE schwer beschädigt wurde.
Erst gegen das Jahresende hin waren die beiden Schlachtschiffe wieder einsatzbereit. Von Kiel aus liefen die Gneisenau und die Scharnhorst wieder zum Handelskrieg im Nordatlantik aus, am 28. Dezember 1940 erzwang ein Zusammentreffen von erheblichen Seeschäden in schwerem Wetter und Maschinenstörungen das hatte zufolge den Abbruch des Unternehmens und die Rückkehr am 2. Januar 1941 in die Ostsee. Am 22 Januar versuchten die beiden Schiffe erneut einen Durchbruch in den Atlantik, dieser Durchbruch gelang diesmal und die beiden Schiffe gelangten in den Atlantik zum Unternehmen Berlin. Obwohl ein versuchtes Durchbrechen südlich von Island scheiterte, erreichte die Kampfgruppe am 5. Februar eine Position südlich von Grönland durch die Dänemarkstraße. Im Verlauf der nächsten sechs Wochen durchstreiften die beiden Schlachtschiffe den Nordatlantik, wobei ihnen 22 Schiffe mit insgesamt 115.622 BRT zum Opfer fielen, die sie entweder versenkten oder als Prisen aufbrachten, ehe sie am 22. März in Brest einliefen. Hier lagen sie wie in einer Falle gefangen vor Anker. Am 6. April 1941wurde die Gneisenau von einem Lufttorpedo getroffen, der sie schwer beschädigte, und in der Nacht vom 10./11. April erhielt sie vier weitere Bombentreffer. Die Reparaturen der Schäden dauerten bis Weihnachten 1941. Am 11. Februar 1942 liefen beide Schiffe Gemeinsam aus Brest aus die Gruppe bestand aus der Gneisenau der Scharnhorst den Schweren Kreuzer Prinz Eugen die Gruppe wurde von Zerstörer und Torpedobooten gesichert. Der Verband lief aus Brest aus und durch den Kanal wieder nach Deutschland zurückzukehren (Unternehmen Cerberus) Unterwegs entging der Verband größeren britischen Angriffen, aber zuerst erhielt die Scharnhorst und dann die Gneisenau einen Grundminentreffer, ehe die Scharnhorst noch einen zweiten Minentreffer hinnehmen musste. Trotzdem erreichte die Gruppe (Brest- Gruppe) am 13 Februar die heimischen Gewässer und die Gneisenau dockte kurze Zeit später in Kiel ein. Dort erhielt sie in den frühen Morgenstunden des 27 Februar einen Bombentreffer nahe des Turms A ins Vorschiff. Der eine riesige Explosion in dessen Pulverkammer sowie starke Brände im Vorschiff verursachte. Es gab 112 Gefallene und die Brände wüteten drei Tage lang, ehe das Vorschiff ausgeglüht war. Die starken Schäden erzwangen eine Verlegung der Gneisenau nach Gotenhafen. Dort wurde sie am 1 Juli 1942 außer Dienst gestellt, um auf drei 38 cm Doppeltürme umgerüstet zu werden Diese Absicht gelangte nie zur Ausführung; das Schiff wurde abgerüstet. Das Wrack blieb verlassen in Gotenhafen liegen, bis der Hafen im März 1945 von den deutschen Truppen geräumt und das Wrack endgültig in der Hafen Einfahrt als Blockschiff versenkt.

 


 
Bewaffnung
Geschütz:
28 cm L/54,5
9 in 3 Drillingstürmen mit 1350 Schuss
Geschütz:
15 cm L/55 C/28
12 in 4 Doppeltürmen
und 4 Einzellafetten 1600 Schuss
Geschütz:
10,5 cm L/65 C/33
14 in Doppellafetten mit 6020 Schuss
Geschütz:
3,7 cm L/83 SK C/30
16 in Doppellafetten mit 32.000 Schuss
MK 2,0 cm L/65:
22 mit 20.000 Schuss
Torpedorohre:
Ø 53,3 cm
6
Flugzeug:
3 Wasserflugzeuge Arado Ar 196 A-3 mit zwei, später einem Katapult

 

 

 

Das Bild zeigt die Gneisenau im Gefecht.


Das Ende

Das Ende der Gneisenau

Nach dem Unternehmen Cerberus das war die Rückführung dreier großen Kriegsschiffen der Gneisenau, Scharnhorst und der Prinz Eugen das Unternehmen startete in Hafen von Brest und sollte das Ziel haben die drei Schiffe durch den Ärmelkanal nach Deutschland zurück zuführen. Dabei erlitten die Gneisenau und die Scharnhorst schwere Minentreffer. Diese Schäden sollten in Kiel bei den deutschen Werken behoben werden. Die Reparatur sollte nur bei der Gneisenau zwei Wochen dauern darum hatte man die gesamte Munition und Pulver bestände am Bord gelassen. Normalerweise war es üblich bei einen Werft oder eines Dockaufenthaltes die gesamte Munition von Bord des Schiffes zu schaffen. Da die Gneisenau allerdings nur eine kurze Liegezeit von nur zwei Wochen hatte, wurde auf diese wichtige Maßnahme jedoch verzichtet, und es wurden lediglich nur die Zünder der Granaten entfernt. In den Morgenstunden des 27. Februar 1942 kam es bei der Gneisenau nach einem verheerenden Luftangriff zu einem Bombentreffer im Vorschiff. Dabei durchschlug eine Bombe das Ober- als auch das Batteriedeck und explodierte auf dem Panzerdeck, nahe der Entlüftungsanlage der darunter liegenden Pulverkammern. Durch die Explosion gelangen glühende Metallsplitter der Bombe und des Schiffdecks die Kartuschen und entzündeten dadurch das Pulver. Der gesamte Pulvervorrat des vorderen Turms A (Anton) verbrannte auf einen Schlag und verursachten ein Brennendes Inferno. Durch das starke Feuer entstand ein gewaltiger Druck dieser breitete sich aus und hob den Turm A aus seinen Barbett. Dieser fiel durch die Wucht wieder auf seiner Bettung zurück und verkantete sich dabei, dadurch wurde das Schwenkwerk des Turmes vollständig zerstört. Weitere Schäden die durch den entweichenden Druck verursacht wurden waren große Teile des Oberdecks. Es kamen in dieser Nacht 112 Männer ums Leben. Am nächsten Morgen erst sah man, dass das komplette Vorschiff der Gneisenau ausgeglüht und darum nicht mehr zu reparieren war. Weil auch schon ohnehin geplant war, die Gneisenau in wenigen Wochen nach Gotenhafen zu verlegen wo sie umgerüstet werden sollte machte man sie für die Überführung soweit wieder schwimm bar. Sie konnte mit eigener Kraft nach Gotenhafen fahren da die Antriebsanlage durch die Bombentreffer nicht beschädigt worden, so dass die Gneisenau am 4. April 1942 gemeinsam mit dem Linienschiff Schlesien und einem Eisbrecher nach Gotenhafen aufbrechen konnte. Hier sollte sie von Grund auf repariert, und um etwa 10 m verlängert werden außerdem sollte sie mit sechs 38-cm-Geschützen in Zwillingstürmen neu ausgestattet werden.
Am 1. Juli 1942 wurde das Schlachtschiff Gneisenau erstmals außer Dienst gestellt, das hatte den Grund um mit der Umrüstung endlich beginnen zu können. Für die Umrüstung wurde etwa ein Jahr veranschlagt. Im Februar 1943 wurden allerdings die Arbeiten komplett eingestellt. Der Grund dafür war der Außerdienststellungsbefehl Hitlers für alle schweren Einheiten der Kriegsmarine. Die bereits vorher ausgebaute Bewaffnung der Gneisenau wurde später dann als Küstenartillerie in Norwegen und Dänemark verwendet. Bis Frühjahr 1945 verbrachte das Schlachtschiff Gneisenau gut unter Tarnnetzen getarnt in Gotenhafen still ihre Liegezeit. Am 27. März 1945 wurde dann die Gneisenau bei der Räumung Gotenhafens durch Verbände der Wehrmacht als Blockschiff in der Hafeneinfahrt der Stadt geschleppt und dort den versenkt.
Erst September 1951 wurde das Wrack der Gneisenau gehoben und danach verschrottet.


Einsätze

Wichtige Einsätze der Gneisenau


Unternehmen Cerberus

Das Unternehmen Cerberus auch einfach nur als Kanaldurchbruch bezeichnet war der erfolgreiche Durchbruch durch den Ärmelkanal der deutschen groß Kampfschiffe Scharnhorst, Gneisenau und Prinz Eugen das Unternehmen begann im Februar 1942.
Im Zeitraum vom 11. bis 13. Februar 1942 durchquerten die Gneisenau ihr Schwesterschiff Scharnhorst und der Schwere Kreuzer Prinz Eugen den Ärmelkanal sie starteten von Brest das liegt in Frankreich ihr Ziel war ihr Deutscher Marinestützpunkt. Dabei erhielten sie Unterstützung durch einem Großaufgebot an kleineren Kriegsschiffen, wie z. B. Torpedoboote, Minensuchbooten, Zerstörern und Flugzeugen. Es gelang tatsächlich praktisch ohne einmal von britische Schiffen entdeckt zu werden, nahezu wurden alle deutschen Schiffe sicher durch den Ärmelkanal geführt. Der verantwortliche für das Unternehmen Cerberus war der Admiral Otto Ciliax.

Unternehmen Weserübung

Das Unternehmen Weserübung, auch als Fall Weserübung, bezeichnet war die Invasion der Wehrmacht in Norwegen und Dänemark am 9. April 1940.
Die militärischen Ziele des Unternehmens waren die Besetzung der norwegischen Häfen z.B.. Narvik, um den britischen Truppen zuvorzukommen, womit Deutschland einerseits eine Seeblockade durch die britische Royal Navy verhindert und andererseits die Eisenerz Versorgung für die deutsche Rüstungsindustrie aus Kiruna (Schweden) sicherten. Dänemark erschien in dieser Planung als unverzichtbar da es als Nachschubweg für das Unternehmen benötigt wurde.

Unternehmen Juno

Das Unternehmen Juno wurde durchgeführt um den Druck gegen die Verteidiger von Narvik zu entlasten, es handelte sich dabei um einen Vorstoß vor der nördlichen Küste von Norwegen. Als das Unternehmen schon im vollen Gange war, wurden den Deutschen erst bewusst, dass die Alliierten Narvik Räumten. So veränderte sich die gesamte Lage der deutschen Einheiten und es endete in einer Jagd gegen die gesamte britische Evakuierungsflotte. Während der Unternehmung, stießen die zwei deutschen Schlachtschiffe Gneisenau und Scharnhorst auf das britische Flugzeugträger Glorious und deren Zerstörer und versenkten diese.


Unternehmen Berlin

Das Unternehmen Berlin war ein Versuch der Kriegsmarine in den Atlantik vorzustoßen. Hierfür wurden die beiden Schlachtschiffe Gneisenau und Scharnhorst am 22. Januar 1941 aus Gotenhafen das heutige Gdingen in den Atlantik verlegt.
Der erste Durchbruchsversuch durch die Färöer-Island Passage scheiterte aber jedoch, daraufhin zogen sich die Gneisenau und ihr Schwesterschiff nach Osten zurück. Nach dem Aufstocken des Treibstoffes gelang es, den beiden Schiffen ein paar Tage später durch die Dänemarkstraße in den Atlantik Durchzubrechen. Durch den erfolgreichen Durchbruch konnte die Gneisenau und die Scharnhorst in den nächsten Wochen jagt auf Alliierte Schiffe machen dabei gelang es der Scharnhorst acht Schiffe mit rund 50.000 BRT zu versenken der Gneisenau etwa 65.000 BRT. Am 22. März 1941 liefen die Gneisenau und ihr Schwesterschiff Scharnhorst wieder im Hafen von Brest ein.

 

 
Kommandanten
Kapitän zur See
Erich Förste
21. Mai 1938 bis 25. November 1939
Kapitän zur See
Harald Netzbandt
26. November 1939 bis August 1940
Kapitän zur See
Otto Fein
20. August 1940 bis 14. April 1942
Kapitän zur See
Rudolf Peters:
15. bis 17. April 1942 (mit der Wahrnehmung der Geschäfte beauftragt)
Fregattenkapitän
Wolfgang Kähler
Mai bis Juli 1942


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Verwendung der Geschütze


Im Januar des Jahres 1943 wurden alle Geschütze der Gneisenau demontiert. Dabei wurden die Türme B und C als Küstenartillerie in Norwegen verwendet und dienten nun an als Küstenschutz. Dabei kam der Turm B als Festungsgeschütz zum Dienst in der Festung Fjell das liegt auf der Insel Sotra vor Bergen diese Stellung war am 1. Juli 1943 fertiggestellt. Der Turm C hingegen wurde in der Batterie Örland auf der gleichnamigen Halbinsel in der Nähe des Eingang des Trondheimfjords aufgestellt und war September 1943 endgültig einsatzbereit. Der dritte Geschützturm A wurden in der Batterie Hoek van Holland, das liegt in der Niederlande, dabei fanden die Geschütze in einzelne schwach gepanzerten Türmen Verwendung diese Stellung wurde als Batterie Rozenburg geführt. Weitere Geschütztürme der 15-cm-Mittelartillerie kamen auf der dänischen Insel Fanø zum Einsatz. Dabei fanden auch noch andere Geschütze der Mittelartillerie Verwendung in den Batterien Jade und Jade-Ost in der Nähe von Wangerooge.

Heute noch stehen die Geschütze mit Ausnahme von Turm „B“, dieser wurde schon Mitte der 1960er Jahre verschrottet, dabei sind noch heute in Norwegen, den Niederlanden und Dänemark die Türme C der sich auf Örland befindet und heute als Museum Austrått genutzt wird. Einige Teile der Geschütztürme A sind im Stichting Fort bei Hoek van Holland ausgestellt. Die Mittelartillerie die sich auf Fanø befand wurde Anfang der 50er Jahre abgebaut und zum Schutz des Öresunds an der Südostküste von Seeland wieder aufgestellt. Erst im Jahr 2000 wurden die Batterien außer Dienst gestellt. Die Geschütze sind heute im Museum von Stevnsfort ausgestellt.

 
Ein Geschütz der Gneisenau an der norwegischen Küste.


Quellen

Buch: Waffentechnik im Zweiten Weltkrieg von Alexander Lüdeke (12.09.2010)

http://www.schlachtschiff.com/kriegsmar ... /index.asp (12.09.2010)
http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Waf ... enau-R.htm (12.09.2010)
http://de.wikipedia.org/wiki/Gneisenau_(1936) (12.09.2010)
http://www.bw-hilchenbach.de/body_schla ... senau.html (12.09.2010)


Autor Ritter von Hirse