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Das Thema

 

Der Schwere Kreuzer

Prinz Eugen

 

 


Ein Kriegsschiff der Deutschen Kriegsmarine

 


Vorwort

 

orgeschichte

Die Prinz Eugen war ein Kriegsschiff der Admiral-Hipper-Klasse und gehörte der deutschen Kriegsmarine an. Sie war der Dritte und letzte fertiggestellte schwere Kreuzer der Kriegsmarine. Der Namensgeber der Prinz Eugen war der österreichische Feldherr Prinz Eugen von Savoyen. Im Rahmen der Aufrüstung der deutschen Flotte Mitte der 1930er Jahre wurde auch der Bau einer neuen Klasse von Schweren Kreuzern in Auftrag gegeben. Der Bauauftrag für die Prinz Eugen wurde bis zur Taufe unter dem Neubaubezeichnung Kreuzer J geführt. Die Spitznamen der Prinz Eugen, die sie sich im Laufe ihres Kriegseinsatzes erwarb, waren „Der glückliche Prinz“ oder „Das glückhafte Schiff“ - weil sie verschiedene Einsätze fast unbeschadet überstand hat, so z.B.:

das Unternehmen („Rheinübung“) mit dem Schlachtschiff Bismarck,

Kanaldurchbruch („Unternehmen Cerberus“) mit den Schlachtschiffen Scharnhorst und Gneisenau

und das Norwegenunternehmen („Unternehmen Sportpalast“)


Bereits während ihrer Ausrüstung und Fertigstellung, erhielt die Prinz Eugen am 2. Juli 1940 am Ausrüstungskai der Germania Werft in Kiel, ihren ersten Bombentreffer. Trotz Bombentreffer konnten die Schäden schnell behoben werden.
Erster Kommandant der Prinz Eugen war Kapitän zur See Helmut Brinkmann.


Daten

 

 
Technische Daten der Prinz Eugen
Kiellegung:
23. April 1936
Stapellauf (Schiffstaufe):
22. August 1938
Stapellauf (Schiffstaufe):
22. August 1938
Indienststellung:
1. August 1940
Bauwerft:
Krupp Germaniawerft in Kiel
Baunummer:
564
Baukosten:
104,5 Mio Reichsmark
Schwesterschiffe:
Admiral Hipper, Blücher, Lützow, Seydlitz

 


 
weitere Technische Daten
Verdrängung offiziell:
10.000 ts
tatsächlich:
14.680 ts
Maximal:
18.750 ts
Länge:
über alles: 212.5 m
Lpp:
199.5 m
KWL:
207.7 m
Breite:
21.8 m
Tiefgang:
5,9 - 7,2 m
Maschinenanlage:
3 Getriebeturbinen von BBC mit zusammen 97.152 KW und Dampfversorgung durch 12 ölgefeuerte Wagner-La-Mont-Kessel
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Prinz_Eugen_(1938&#

 


Stapellauf der Prinz Eugen 1938


Einsätze

 

Der erste Einsatz

Am 18. Mai 1941 lief die Prinz Eugen zusammen mit dem Schlachtschiff Bismarck aus Gdingen, das liegt in Gotenhafen, zum Unternehmen Rheinübung aus, das Ziel für die beiden Schiffe war der Atlantik. Dort sollten die Prinz Eugen und die Bismarck, jagt auf feindliche Geleitzüge machen. Der Verband wurde jedoch von der britischen Aufklärung frühzeitig entdeckt und von mehreren Schiffen der Royal Navy beschattet. Im weiteren Verlauf der Operation Rheinübung kam es dann zu dem bekannten Seegefecht zwischen, den deutschen Schiffen Prinz Eugen und Bismarck und den britischen Schiffen HMS Hood und HMS Prince of Wales. Im Verlauf des Seegefechts wurde der Schlachtkreuzer HMS Hood versenkt und das Schlachtschiff HMS Prince of Wales schwer beschädigt. Die Prinz Eugen wurde anschließend zum selbstständigen Handelskrieg aus dem Verband entlassen. Aber Maschinenschäden zwangen jedoch sie zum Abbruch der Operation. Am 1. Juni erreichte die Prinz Eugen den Marinestützpunkt Brest.

 

Die nächste Operation („Unternehmen Cerberus“)

In den folgenden Monaten lag die Prinz Eugen im Marinestützpunkt Brest. Am 8. Juli 1941 wurde der Stützpunkt von einen Britischen Flugzeugen bombardiert, dadurch erlitt die Prinz Eugen einen ziemlich schweren Bomben-Treffer. Durch diesen Treffer wurden 60 Mann der Besatzung getötet. Die Instandsetzungsarbeiten an der Prinz Eugen dauerten bis Mitte Dezember des Jahres an. Anfang 1942 wurde von Adolf Hitler für den Schweren Kreuzer der Rückmarsch nach Deutschland befohlen. Dieses Unternehmen fand gemeinsam mit den Schlachtschiffen Gneisenau und Scharnhorst statt, die ebenfalls längere Zeit in Frankreich festlagen. Für die Rückkehr wurde der zwar kurze, aber riskante Weg durch den Ärmelkanal gewählt. Mit starker Unterstützung der deutschen Luftwaffe und unter Sicherung durch zahlreiche kleinere Marineeinheiten gelang der Kanaldurchbruch, in der Zeit vom 11. Februar bis zum 13. Februar 1942. Bei diesem Unternehmen blieb die Prinz Eugen als einzige der Großkampfschiffe völlig unbeschädigt. Das Unternehmen Cerberus war somit der erste erfolgreiche Durchbruch einer feindlichen Flotte durch den Ärmelkanal seit Jahrhunderten.

 

„Unternehmen Sportpalast“, der Marsch nach Norwegen

Am 20. Februar 1942 liefen die Prinz Eugen und das Panzerschiff Admiral Scheer, gesichert durch die Zerstörer Hermann Schoemann, Friedrich Ihn und Z 25 aus Brunsbüttel aus, um nach Norwegen vorzustoßen. Am 23. Februar wurde die Prinz Eugen durch einen Torpedo Treffer des britischen U-Boot HMS Trident am Heck schwer beschädigt. Das Heck knickte durch die Explosion ab, dabei fanden sieben Matrosen den Tod und es wurden 26 Matrosen verwundet. Daraufhin war die Prinz Eugen nicht mehr manövrierfähig. Es gelang aber, den Kreuzer in den Lo-Fjord zu bringen, wo eine Notreparatur durchgeführt werden konnte. Am 16. Mai begann die Rückführung der Prinz Eugen nach Deutschland. Am 17. Mai wurde die Prinz Eugen und ihr Begleitverband der aus Zerstörern bestand von britischen Flugzeugen angegriffen, die aber durch Einsatz der gesamten Bewaffnung abgewehrt werden konnten. Am 18. Mai erreichte die Prinz Eugen den Hafen von Kiel (Unternehmen Zauberflöte). Vom 22. Mai bis zum 7. Oktober 1942 verbrachte die Prinz Eugen eine Werftliegezeit in den Deutschen Werken, wo sie ein neues Heck erhielt. Nach ihrer Reparatur und der Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft, schlug am 9. Januar 1943 ein weiterer Versuch nach Norwegen durchzubrechen, fehl. Dieser Versuch wurde gemeinsam mit dem Schlachtschiff Scharnhorst und drei Zerstörern, die als Sicherung des Verbandes dienten, unter der Führung des Admiral Schniewind, am 11. Januar abgebrochen, da die unsichere Luftlage eine Weiterfahrt nach Norwegen nicht zuließ. Am 25. Januar lief die Kampfgruppe erneut aus dem Kieler Hafen aus, doch auch dieser Versuch nach Norwegen zu gelangen wurde nach zwei Tagen abgebrochen. Daraufhin kehrte die Prinz Eugen nach Gotenhafen zurück, wo sie erst einmal verblieb. Nach einem Erlass Hitlers, sollten alle schweren Einheiten außer Dienst gestellt werden. Daraufhin wurde die Prinz Eugen erstmals als ein Ausbildungsschiff genutzt. Ab dem 1. Oktober wurde die Prinz Eugen dann reaktiviert und der II. Kampfgruppe zugeteilt.


 
Bewaffnung
Schwere Artillerie:
8 x 20,3 cm L/60 in 4 Doppeltürmen
Höchste Feuergeschwindigkeit:
4 - 5 Schuss in der Minute
Reichweite der schweren Artillerie:
360 hm = 36 km (mit Erhöhung auf 45°)
Schwenkbereich:
290°
Höhenrichtbereich:
-10° - + 37°
Turmbesatzung:
72 Mann

 
Munitionsbestand für die schwere Artillerie
Sprenggranaten mit Kopfzünder(gegen leichte Ziele und Landziele) 320 Schuss 20,3 cm
Sprenggranaten mit Bodenzünder(gegen leicht gepanzerte Ziele) 320 Schuss 20,3 cm
Panzersprenggranaten(gegen schwer gepanzerte Ziele) 320 Schuss 20,3 cm
Vor- und Hauptkartuschen 960 Schuss 20,3 cm
Leuchtgranaten Turm B und Turm C je 30 Stück 20,3 cm

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Prinz_Eugen_(1938)

 


 
Die Türme hatten folgende Bezeichnung
Turm A Graz
Turm B Braunau
Turm C Innsbruck
Turm D Wien

 

 


Kriegsende

Das letzte Kriegsjahr

Am 10. Oktober 1944 verließ die Prinz Eugen den Hafen von Gotenhafen, um an den Abwehrkämpfen im Bereich Memel teilzunehmen. Vom 10. bis 15. Oktober beschoss die Prinz Eugen 28 Landziele und verschoss dabei 1.196 Granaten vom Kaliber 20,3 cm. Auf dem Rückmarsch nach Gotenhafen rammte die Prinz Eugen am 15. Oktober 1944 den Leichten Kreuzer Leipzig mittschiffs. Dabei erlitten beide Schiffe schwere Schäden. Die Prinz Eugen erlitt dabei starke Schäden im Bereich des Buges, dadurch wurde sie nach Gotenhafen verlegt, um in der Werft repariert zu werden. In der Zeit des Werftbesuches erhielt die Prinz Eugen ein neuen Vosteven. Nach der Reparatur wurde sie nach Sworbe geschickt, um da vom 20. bis 22. November russische Stellungen zu beschießen. Anschließend fuhr die Prinz Eugen wieder zu einem kurzen planmäßigen Werftbesuch nach Gotenhafen zurück. Am 15. Januar 1945 waren die planmäßigen Arbeiten an der Prinz Eugen abgeschlossen.
Im Zeitraum vom 29. bis 31. Januar unterstützte die Prinz Eugen den erfolgreichen Ausbruch des XXVIII. Armeekorps durch den Beschuss russischer Stellungen aus dem Brückenkopf Cranz. Sie verschoss dabei 871 Schuss 20,3-cm Munition. Ab dem 10. März 1945 wurde die Prinz Eugen zum Beschuss russische Einheiten, bei Danzig und Gotenhafen und schließlich bei Hela beordert. Nach der Aufgabe von Hela Mitte April 1945, wurde die Prinz Eugen nach Westen in den Hafen von Kopenhagen verlegt. Am 7. Mai 1945 wurde die Prinz Eugen endgültig außer Dienst gestellt und am Folgetag an die Royal Navy übergeben.

Das ist eine Zusammenfassung von den Unternehmungen und Kämpfen an denen die Prinz Eugen teilnahm:


 
18.05. - 1.06.1941
Unternehmen „Rheinübung“ mit Schlachtschiff Bismarck
11.02. - 13.02.1942
Unternehmen „Cerberus“ Kanaldurchbruch
14.02. - 24.02.1942
Unternehmen „Sportpalast“ Marsch nach Norwegen
16.05. - 30.07.
Zauberflöte Marsch in die Heimat
Januar bis März 1943
Fronttheater und Domino
19.08. - 21.08.1944
Landzielschießen Tuckum
13.09. - 17.09.1944
Tanne-Ost Hogland Utö
20.09. - 25.09.1944
Das Unternehmen in der Aaland-See
10.10. - 15.10.1944
Die Kämpfe um Memel
20.11. - 28.11.1944
Der Kampf um Sworbe
29.01. - 31.01.1945
Der Kampf um Königsberg
10.03. - 04.04.1945
Der Kampf um Danzig, Gotenhafen und Hela
10.04. - 20.4.1945
Der Marsch nach Westen, Swinemünde, Saßnitz und Kopenhagen

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Prinz_Eugen_(1938)

 

 

 

Die Prinz Eugen zusammen mit dem Schlachtschiff Bismarck bei dem Unternehmen Rheinübung


Atomtest

 

Verbleib

Mit der Niederlage des Deutschen Reiches kam die Prinz Eugen, die als einzige schwere Einheit der deutschen Kriegsmarine den Zweiten Weltkrieg überstanden hatte, in Kopenhagen unter Kommando der Britischen Royal Navy. Ende Mai 1945 wurde die Prinz Eugen mit einigen anderen deutschen Schiffen nach Wilhelmshaven überführt. Im Dezember 1945 fiel die Prinz Eugen dann per Losentscheidung als Kriegsbeute an die Amerikaner, die dann das Schiff unter Beibehaltung ihres Namens nur in USS Prinz Eugen umbenannt. Sie wurde als (IX-300) klassifiziert. Am 13. Januar 1946 überführte dann die US Navy die Prinz Eugen nach Philadelphia. Dort wurden dann auf einer Werft verschiedene Ausrüstungsgegenstände ausgebaut. Am 1. Mai 1946 ging es dann für die Prinz Eugen weiter durch den Panamakanal. Am 10. Mai 1946 erreichte die Prinz Eugen im Schlepp über San Diego, weil nur ein Kessel arbeitete, dann den Hafen von Honolulu.

 

Operation Crossroads

Anschließend erfolgte die Verlegung zum Bikini-Atoll, Marshallinseln. Dort angekommen wurde die Prinz Eugen etwas eine Seemeile entfernt vom Nullpunkt, der als Operation Crossroads bekannt gewordenen Atombombenversuchsserie mit zahlreichen weiteren Versuchsschiffen vor Anker gelegt. Bei der ersten Explosion der Testbombe Able am 1. Juli 1946 erlitt die Prinz Eugen noch keine sichtbaren Schäden an ihren Rumpf und den Aufbauten. Am 25. Juli 1946 wurde dann die zweite Testbombe Baker unter Wasser in einer Tiefe von ca. 30 m gezündet, wobei die Prinz Eugen scheinbar ebenfalls noch keine Schäden, aber sehr starke Verstrahlung erlitten hatte. Die US Navy hatte anstelle von echter Besatzungen Versuchstiere verwendet. Dabei würden hauptsächlich Schafe und Schweine auf die Schiffe gebracht. Diese wurden bei den Explosionen jedoch getötet. Zu einer Beschädigung der Prinz Eugen kam es jedoch nicht, während andere Schiffe noch im Testgebiet sanken. Das hatte den einfachen Grund, das diese Schiffe näher an der Abwurfstelle lagen. Anschließend wurde die Prinz Eugen zum Kwajalein-Atoll geschleppt. Die Stopfbuchsen der Propellerwellen waren mittlerweile undicht und ließen zunehmend Wasser eindringen. Dies geschah natürlich aufgrund der Tests, die das Schiff nicht ganz unbeschadet überstanden hatte. Aufgrund ihrer starken Verstrahlung konnte nicht mehr die Lenzpumpen eingesetzt werden. Das Schiff verblieb dort ohne Besatzung.

 

Untergang

Ab dem 16. Dezember 1946 neigte sich die Prinz Eugen zunehmend nach Steuerbord. Diese Neigung wurde immer stärker, bis das Schiff schließlich am 22. Dezember 1946 kenterte. Das Wrack der Prinz Eugen liegt seitdem im seichten Wasser des Kwajalein-Atoll ca. 250 Meter vom Strand entfernt auf der

Position 8° 45′ 10″ N, 167° 40′ 59″ O Koordinaten: 8° 45′ 10″ N, 167° 40′ 59″ O.

Der hintere Teil der Prinz Eugen mit den Propellerwellen und den verbliebenen zwei Propellern und das Ruder ragt seitdem aus dem Wasser heraus. Der Deutsche Marinebund bemühte sich zwar um Bergung und Rückführung eines der drei Propeller. Die Verhandlungen dazu konnten 1978 endlich zu einem positiven Abschluss geführt werden. Heute ist der Propeller auf dem Gelände des Marineehrenmals in Laboe zu besichtigen.

Zitat: Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Prinz_Eugen_(1938)

Das Bild zeigt eine der drei Propeller der Prinz Eugen


Kommandanten

 
Kommandanten der Prinz Eugen waren
Kapitän zur See Helmut Brinkmann
August 1940 bis Juli 1942
Korvettenkapitän Wilhelm Beck (i.V)
Juli bis Oktober 1942
Kapitän zur See Hans-Erich Voss
Oktober 1942 bis 14. März 1943
Kapitän zur See Werner Ehrhardt
15. März 1943 bis 4. Januar 1944
Kapitän zur See Hans-Jürgen Reinicke
5. Januar 1944 bis Mai 1945
Captain A. H. Graubart, USN
bis Mai 1946


Quellen

Buch: Waffentechnik im Zweiten Weltkrieg von Alexander Lüdeke

Quelle: http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Pr ... en_(Schiff).html(Letzter Zugriff: 19. Juli 2010)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Prinz_Eugen_(1938)(Letzter Zugriff: 19. Juli 2010)
Quelle: http://www.militaritaeten.de/prinz-eugen.html(Letzter Zugriff: 19. Juli 2010)

Autor: Ritter von Hirse



Das Thema

 

 

 
Die Admiral Hipper war ein Schwerer Kreuzer und das Typschiff der Admiral-Hipper-Klasse der Kriegsmarine im Zweiten Weltkrieg.
Da es bei dem eigentlichen Typschiff Blücher zu Bauverzögerungen kam, baute man die Admiral Hipper zuerst und ließ sie damit auch zuerst vom Stapel.
Das Schiff wurde nach Franz von Hipper, Oberbefehlshaber der Hochseeflotte der Kaiserlichen Marine im Ersten Weltkrieg, benannt.


Daten

 

 

Dieses Bild zeigt Franz von Hipper

 
Wichtige Daten der Admiral Hipper
 
Kiellegung:
6. Juli 1936
Stapellauf:
6. Februar 1937
Indienststellung:
29. April 1939
Bauwerft:
Blohm & Voss, Hamburg
Besatzung:
1.600 Mann
Baukosten:
85,8 Millionen Reichsmark
Verdrängung:
10.000 ts offiziell, 14.050 ts tatsächlich,
18.600 ts maximal
Länge über alles:
205,9 m
Breite:
21,3 m
Tiefgang:
7,2 m maximal
Maschinenanlage:
3 Getriebeturbinen von BBC mit zusammen 132.000 PS und Dampfversorgung durch 12 ölgefeuerte
Wagner-La-Mont-Kessel (je vier in drei Kesselräumen),
drei E-Werke
Anzahl der Wellen:
3
Leistung an den Wellen:
44.000 PSw
Höchstgeschwindigkeit:
32,5 kn
Fahrbereich:
6.800 sm bei 19 kn
Bennstoffvorrat:
3.700 t
 
Bewaffnung
Seeziel-Artillerie:
8 x 20,3-cm-Sk L/60 Modell C 34 in Drehscheibenlafette LC 34 (4 Doppeltürme)
Flak:
12 x 10,5-cm Flak L 65 Modell C 33 in Doppellafette
8,8-cm Modell C 31,
12 x 3,7-cm L/83 Modell C 30 in Doppellafetten C 30,
8 x 2-cm Flak L/65 Modell C 30 in Lafette C 30
(Die Flak-Bewaffnung wurde im Laufe des Krieges
z.T. massiv verstärkt)
Torpedos:
12 x 53,3-cm Torpedorohre in vier Drillingssätzen
Wasserbomben:
Zwei Ablauframpen im Heck
Minen:
max. 96 Minen
Flugzeuge:
Drei Arado Ar 196
Ortungsgeräte:
1 GHG (Gruppen-Horchgerät), 2 FuMO 27
 
Kommandanten
29. April 1939:
Kapitän zur See Hellmuth Heye
4. September 1940:
Kapitän zur See/Konteradmiral Wilhelm Meisel
16. November 1942:
Kapitän zur See Hans Hartmann
Februar 1943:
Kapitän zur See Fritz Krauß
(mit der Wahrnehmung der Geschäfte betraut)
März 1944:
Kapitän zur See Hans Henigst
 


Vorgeschichte

Vorgeschichte



Na dem 1. Weltkrieg und die Vereinbarung des Versailler Vertrag war es Deutschland verboten Kriegsschiffe mit einer höheren Tonnage als 10.000 t zubauen. Außerdem wurde auch eine Beschränkung der Hauptbewaffnung durchgesetzt, diese durfte die Geschützgröße 20,3-cm nicht überschreiten. Aber diese Beschränkungen hielten Deutschland nicht ab Schiffe zu bauen, die weit größer waren als es die Bedingungen vorsahen. Die ersten Schiffe, die aus diesen gesetzlichen Bedingungen hervorkamen, waren die komplett neu geplanten und entwickelten Panzerschiffe der Deutschland-Klasse. Diese wurden aber noch nach den Sanktionen des Versailler Vertrages gebaut. Später aber bereit in der Entwicklung der nächsten Schlachtschiffe und Kreuzer wurde sich schon von Seiten der Kriegsmarine wenig wenn sogar gar nicht an den Sanktionen gehalten. Heraus kamen Kreuzer, die um 40% größer waren, als sie es eigentlich hätten sein dürfen. Die Tonnage der Schiffe wurde auf dem Papier den Beschränkungen einfach nach Belieben angepasst.

 

Panzerung und Bewaffnung

Die Admiral Hipper und alle weiteren Schiffe dieser Klasse besaßen eine Gürtelpanzerung von 380 mm. Unterhalb der Gürtelpanzerung verfügten die Schiffe der Hipper Klasse nur über eine 70 mm Panzerung. Im Rumpfbereich verfügten diese Schiffe über eine 80 bis 90 mm starke Panzerung. Daher könnte man sagen das die Schweren Kreuzer der Hipper Klasse über eine sehr ordentliche Panzerung verfügten. Die schwere Hauptartillerie der Admiral Hipper bestand aus acht 20,3-cm-Sk L/60 Modell C 34 in Drehscheibenlafette LC 34 die in vier Doppeltürmen angeordnet waren. Die Geschosse, die angefeuert wurden konnten eine Mündungsgeschwindigkeit von 925 m/sek erreichen. Das Gewicht eines einzelnen Geschützes befand sich bei rund 20,7 t. Ein kompletter bestückter Turm hatte ein Gewicht von 248 t. Die Reichweite dieser Geschütze betrug bis zu 33.540 m, bei neueren Geschützrohren sogar bis zu 36.440 m. Die Geschütztürme ließen sich um 290 Grad Drehen (dies entsprach 145 Grad zu jeder Seite).


2. Weltkrieg

Der Beginn des 2. Weltkrieg

Bei Kriegsbeginn befand sich die Admiral Hipper zu Erprobung in der Ostsee, dadurch befand sie sich auch noch nicht in einer Kampfhandlung nach dem Ausbruch des Krieges. Vom 6. November 1939 bis 12. Januar 1940 wurden bei Blohm & Voss in Hamburg wichtige Umbauten am gesamten Schiff durchgeführt. Dabei erhielt die Hipper den schrägen Atlantiksteven, der eine Verbesserung des durchfahren des Atlantik bringen sollte, da sonst bei rauer See das Problem bestand, dass es zu großen überlaufende Wellen kam, die das gesamte Vorschiff unter Wasser setzten. Als zweiten Schritt erhielt sie einen Abgeschreckten Schornstein. Diese diente zur Verbesserung des Schiffsverhalten. Da es aber etwas später zu einigen Problemen mit dem Atlantiksteven kam musste die Admiral Hipper jedoch erneut in die Werft zurück das Problem konnte aber sehr schnell behoben werden. Im Februar 1940 wurde die Admiral Hipper gemeinsam mit den beiden Schlachtschiffen Gneisenau und Scharnhorst zu einem massiven Vorstoß in die nordischen Gewässer abkommandiert der sogenannten Operation Nordmark. Bei diesem Vorstoß kam es aber zu keiner Feindberührung mit feindlichen Schiffen. Diese glücklichen Vorfellen sollten sich aber in den späteren Einsätzen sehr schnell ändern.

 

Unternehmen Weserübung

Das Unternehmen Weserübung, auch als Fall Weserübung, bezeichnet war die Invasion der Wehrmacht in Norwegen und Dänemark am 9. April 1940.
Die Militärischen Ziele des Unternehmens waren die Besetzung der norwegischen Häfen z.B.. Narvik, um den britischen Truppen zuvorzukommen, womit Deutschland einerseits eine Seeblockade durch die britische Royal Navy verhindert und andererseits die Eisenerz Versorgung für die deutsche Rüstungsindustrie aus Kiruna das liegt in Schweden sicherten. Dänemark erschien in dieser Planung als unverzichtbar da es als Nachschubweg für das Unternehmen benötigt wurde.
Beim Unternehmen Weserübung wurde die Admiral Hipper als Führungsschiff der Kampfgruppe 2 eingesetzt. Sie diente als Trägerschiff für die Gebirgsjäger, die in Trondheim landen sollten.
Bei diesem Einsatz traf die Kampfgruppe jedoch auf das britischen Kriegsschiff HMS Glowworm. Daraufhin begann ein Gefecht zwischen den beiden Kampfgruppen, den die Glowworn auf Grund ihrer schlechten Waffensysteme eindeutig nicht gewinnen konnte in diesen Gefecht musste die Glowworm viele Artilleriesalven der Admiral Hipper einstecken, durch diese wurde sie mehrmals schwer getroffen und erlitt sehr schweren Schaden. Trotz ihres Zustandes setzte die Glowworm unbeachtet des ständigen Beschusses einen Gegenschlag mit Torpedos an dieser blieb aber ohne Erfolg. Ihr letzter Verteidigungsversuch bestand darin die Hipper zu rammen. Trotz eines Ausweichmanövers der Admiral Hipper wurde sie von der Glowworm gerammt. Der im Vergleich kleine britische Zerstörer geriet dabei unter den Bug der Admiral Hipper und wurde unter Wasser gedrückt. Dabei wurde das Vorschiff des Zerstörers bis zum Brückenaufbau abgetrennt. Die brennende Glowworm trieb noch einige Minuten neben der Admiral Hipper und kenterte dann. Dabei explodierten die Kessel des Zerstörers. Daraufhin ergab sich die Glowworm der See. Nur 38 Mann überlebten dieses Gefecht. Viele von den Überlebenden hatten aber durch das auslaufende Heizöl der Glowworm starke Verätzungen und Verbrennungen erlitten. Der Kommandant der Glowworm, der mit seinem Schiff unterging, erhielt als erster Soldat dieses Krieges das Victoria Kreuz.
Am 10. April kehrte die Hipper nach Wilhelmshaven zurück, wo der durch die Glowworm beschädigte Bug repariert wurde.

 

 

Unternehmen Juno

Das Unternehmen Juno wurde durchgeführt um den Druck gegen die Verteidiger von Narvik zu entlasten, es handelte sich dabei um einen Vorstoß vor der nördlichen Küste von Norwegen. Als das Unternehmen schon im vollen Gange war, wurden den Deutschen erst bewusst, dass die Alliierten Narvik Räumten. So veränderte sich die gesamte Lage der deutschen Einheiten und es endete in einer Jagd gegen die gesamte britische Evakuierungsflotte. Während der Unternehmung, stießen die zwei deutschen Schlachtschiffe Gneisenau und Scharnhorst und der Schwere Kreuzer Admiral Hipper auf das britische Flugzeugträger Glorious und deren Zerstörer und versenkten diese.

Am 4. Juni 1940 lief die Admiral Hipper zusammen mit den beiden Schlachtschiffen Scharnhorst und Gneisenau sowie in Begleitung der Zerstörer Z 10 Hans Lody, Z 7 Hermann Schoemann, Z 15 Erich Steinbrinck und Z 20 Karl Galster, von Kiel zum Unternehmen Juno aus. Das Unternehmen begann am Morgen des 08. Juni, wobei es gleich am Anfang Verluste gab. Auf Seiten der Alliierten verlor man den Marinetrawler Juniper und das Ölschiff Oil Pionner, diese beiden fielen der Admiral Hipper und der Scharnhorst zum Opfer. Etwas später wurde der britische Truppentransporter Orama von einem Zerstörer ausgemacht und anschließend auch von der Admiral Hipper versenkt. Am 20. Juni lief die Admiral Hipper wieder gemeinsam in Begleitung der Gneisenau und eines Zerstörers aus Trondheim aus, ihr Ziel war es die britischen Rückzugsbewegungen zu stören. Diesmal führte Vizeadmiral Günther Lütjens den Verband. Kurz vor Mitternacht wurde jedoch das Schlachtschiff Gneisenau vom britischem U-Boot Clyde torpediert, sodass dieses Unternehmen abgebrochen werden musste. Ein erneuter Vorstoß der am 25. Juli begann brauchte auf Seiten der Admiral Hipper keine nennenswerte Erfolge, außer der Kaperung des Frachters Ester Thorden. Das Ziel war es einen Vorstoß ins Nordmeer zu schaffen und von dort aus Handelskrieg zu führen.

 

 

Handelskrieg im Atlantik

Am Morgen des 24. Septembers 1940 lief die Admiral Hipper zu ihren ersten Durchbruchsversuch in den Atlantik aus. Dabei lief sie in Richtung Dänemarkstraße und passierte etwas später den Atlantik. Nach zwei Treibstoffübernahmen vom Tanker Friedrich Brehme stieß die Admiral Hipper am Morgen des 25. Dezember, nördlich der Azoren, bei der Durchfahrt traf die Admiral Hipper auf einen feindlichen Geleitzug. Es stellte sich raus das es der Truppentransport -Geleitzug WS 5 A war. Nach einem vergeblichen Torpedoangriff in der Nacht, begann die Admiral Hipper mit dem ersten Tageslicht einem Artillerieangriff zu beginnen, doch plötzlich kam ein Kreuzer der County-Klasse in Sicht. Die Hipper eröffnete sofort das Feuer auf den britischen Kreuzer, dieser Angriff blieb aber ohne Wirkung. Es handelte sich beim feindlichen Kreuzer um die HMS Berwick und nach dem ersten gescheiterten Angriff, lief die Admiral Hipper ab und beschoss die Berwick von einer besseren Position aus. Nach kurzer Zeit stießen zwei weitere leichte Kreuzer und mehrere Handelsschiffe darunter zu der Kampfhandlung dazu. Im laufenden Gefecht gelang es ihr mehrere Treffer auf dem britischen schweren Kreuzer und zwei Handelsschiffen zu erzielen. Sie selbst wurde nicht getroffen. Nach diesem Gefecht entschloss der Kommandant der Hipper Richtung Brest zu fahren, wo sie am 27. Dezember einlief.

Am 1. Februar 1941 lief die Admiral Hipper von Brest erneut aus und startete den zweiten Anlauf um in den Atlantik vorzustoßen dabei war es ihr Ziel den britischen Konvois erneut anzugreifen. Es gelang ihr dabei am 11. Februar einen nachzügelnden Frachter des Konvoi SLS-64 zu versenken. Am nächsten Tag dann traf die Admiral Hipper auf einen aus 18 Schiffen bestehenden Geleitzug gleich nach der Sichtung der Schiffe eröffnete die Admiral Hipper das Feuer. Es gelang ihr dabei 7 Frachter mit einem Gewicht von 32806 BRT zu versenken. Am 14. Februar war die Admiral Hipper wieder in Brest angekommen um ihre Bestände auf zu stocken. Da die britischen Luftangriffe stetig zunahmen entschied die Seekriegsleitung, das Schiff wieder in die Heimat zu holen. Am 15. März verließ die Admiral Hipper den Hafen von Brest. Nach einer Brennstoffergänzung im Nordatlantik passierte sie die Dänemarkstraße und erreichte am 28. März Kiel. Die nächsten Monate verbrachte das Schiff in der Werft.

 

 

Dieses Bild zeigt Die Hipper in einen norwegischen Fjord


1942

 

Einsätze im Nordmeer 1942

Im März 1942 lief die Admiral Hipper ein weiteres Mal nach Norwegen aus. Nach einer kurzen Liegezeit die im Hafen Trondheims stattfand, lief die Admiral Hipper zusammen mit dem neuen Schlachtschiff Tirpitz und einigen weiteren leichten Einheiten von Trondheim aus ihr Ziel war der Norden. Später dann schloss sich der Verband mit einigen Panzerschiffen zusammen zum Unternehmen Rösselsprung. Am 05. Juli lief der Verband, verstärkt durch das Panzerschiff Admiral Scheer und den Schweren Kreuzer Lützow der aber durch eine Meeresgrundberührung beschädigt worden aus dem Altafjord in Richtung Norden aus ihr Ziel war es den PQ 17 Anzugreifen. Jedoch wurde dieses Unternehmen am gleichen Abend abgebrochen, da britische Flugzeuge und U-Boote das PQ 17 bereits so heftig angegriffen hatten, dass sich die deutschen Schiffe zerstreuen mussten. Am 08. Juli verlegte man den Verband nach Narvik und am 10. September lief die Admiral Hipper wieder, zusammen mit der Admiral Scheer nach Norden in den Altafjord aus.

 

Unternehmen Regenbogen

Dieses Gefecht fand in der Barentssee statt, es wurde aber auch in der deutschen Marinegeschichte als Unternehmen Regenbogen bezeichnet, die Kampfhandlungen fanden zwischen britischen und deutschen Seestreitkräften statt. Das Gefecht fand am 31. Dezember 1942 im Seegebiet vor dem Nordkap statt und endete mit dem Rückzug der gesamten deutschen Kampfverband. Die indirekten Folgen waren danach der Rücktritt des Großadmirals Erich Raeder, was zur endgültigen Einstellung der Bautätigkeiten an schweren Kriegsschiffen in Deutschland führte.

 

 

Die Admiral Hipper am Ausrüstungskai der Deutschen Werken in Kiel

Am 30. Dezember 1942 lief die Admiral Hipper zusammen mit der Lützow und acht Zerstörern zum Unternehmen Regenbogen aus. Dabei sollte ein Geleitzug der britischen Royal Navy in Richtung Murmansk zerstört werden dieser sollte Waffen in die UDSSR bringen. Die von Vizeadmiral Oskar Kummetz befehligte Kampfgruppe sollte einen Geleitzug in der Nähe der Bäreninsel angreifen. Am Morgen des folgenden Tages sollte die Admiral Hipper mit den vier ihr zugeteilten Zerstörern von Norden her die Aufmerksamkeit des britischen Konvois auf sich ziehen. Dabei sollte die Lützow mit ihren Zerstörern die Frachter von Süden her angreifen. Wegen schlechter Sichtverhältnisse misslang jedoch der Zangenangriff. Unerwartet wurde die Admiral Hipper von einer unbekannten Fernsicherung des Geleitzug von Norden her beschossen."Um 10.47 Uhr drehte die Admiral Hipper wieder nach Süden, um den Geleitzug endlich zu fassen, stieß dabei auf den Zerstörer und erzielte innerhalb einiger Minuten schwere Treffer auf dem gegnerischem Schiff." Bevor sie ihn endgültig vernichten konnte, griffen drei weitere Zerstörer der Geleitsicherung ein und zwangen sie zum Rückzug nach Norden. Doch damit lief sie genau den beiden leichten Kreuzern Sheffield und Jamaica der Nahsicherung unter Admiral Burnett entgegen, die sich mit Höchstfahrt von Nordosten her näherten und bisher noch nicht erkannt worden waren. Noch während der Kursänderung lag der schwere Kreuzer plötzlich unter schwerem Feuer Dadurch fiel der Kesselraum 3 aus. Kurze Zeit später wurde der Zerstörer Z 16 Friedrich Eckholdt durch die Sheffield versenkt, die irrtümlich für die Admiral Hipper gehalten worden war. Admiral Kummetz ließ die Operation abbrechen und führte seine Schiffe in den Altafjord zurück. Die Admiral Hipper konnte bei dem Gefecht den Zerstörer HMS Achates und den Minensucher HMS Bramble versenken.


1943-1945

Der Zeitraum 1943–1945

 

 

Die Hipper nach der Sprengung durch die Besatzung

Erst am 7. Februar 1943 kehrte die Admiral Hipper wieder nach Kiel zurück. Anschließend wurde die Hipper am 28. Februar in Wilhelmshaven außer Dienst gestellt. Der Grund dafür war der zunehmenden Intensität alliierter Luftangriffe später wurde die Admiral Hipper, um genau zu sein, im April nach Pillau geschleppt. Erst im März 1944 wurde die Hipper in Gotenhafen wieder für die Ausbildung neuer Rekruten in Dienst gestellt. Es folgten dadurch längere Werftaufenthalte und Probefahrten. Am 30. Januar 1945 nahm die Admiral Hipper etwa 1500 Flüchtlinge an Bord und brachte sie dann nach Kiel. Danach sollte endlich bei den Deutschen Werken ihr defekter Kesselraum 3 repariert werden. Mitte April erhielt die Hipper bei zwei Luftangriffen der Alliierten Bombentreffer, wodurch sie nicht mehr einsatzfähig war. Am 3. Mai 1945 wurde der Schwere Kreuzer Admiral Hipper im Dock der Werft gesprengt.

Der Schwere Kreuzer Admiral Hipper wurde später von den Briten wieder abgedichtet, anschließend in die Heikendorfer Bucht geschleppt und dort gegenüber dem Leichten Kreuzer Emden auf Grund gesetzt. Die Abwrackung erfolgte im Jahr 1946. Die Schiffsglocke befindet sich heute im Marineehrenmal in Laboe und kann da besichtigt werden.

 

 

Die Schiffsglocke der Admiral Hipper


Quellen

http://de.wikipedia.org/wiki/Admiral_Hipper (Letzter Aufruf 28.12.2010)
http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Waffen/Hipper-R.htm (Letzter Aufruf 28.12.2010)
http://www.admiral-hipper-class.dk/admiral_hipper/paint_schemes/admiral_hipper_paint_schemes_1940.html&usg=__cVAAmZIgrPV7M5HOFshNNGH-F0k=&h=767&w=3000&sz=280&hl=de&start=10&zoom=1&um=1&itbs=1&tbnid=GFK6Xpe2qg-etM:&tbnh=38&tbnw=150&prev=/images%3Fq%3DAdmiral%2BHipper%26um%3D1%26hl%3Dde%26sa%3DN%26tbs%3Disch:1">http://www.google.de/imgres?imgurl=http ... s%3Disch:1 (Letzter Aufruf 28.12.2010)
http://www.bismarck-class.dk/miscellaneous/book_reviews/a_j_press/admiral_hipper_33_cz_1_book_review.html&h=485&w=362&sz=54&tbnid=qxsxSSCIgyE4-M:&tbnh=260&tbnw=194&prev=/images%3Fq%3DAdmiral%2BHipper&zoom=1&q=Admiral+Hipper&usg=__JHDWWJBWTXpRKkrjGTH3ACvt2DY=&sa=X&ei=OvMZTeujBMWs8gPz7oGFBw&ved=0CBsQ9QEwAA">http://www.google.de/imgres?imgurl=http ... CBsQ9QEwAA (Letzter Aufruf 28.12.2010)

Autor: Domitian / Ritter von Hirse



Das Thema

 

Der Flugzeugträger "Graf Zeppelin"

 

 

Graf Zeppelin und die deutsche Marine
Namensgeber und Traditionsleitbild des ersten und einzigen deutschen Flugzeugträgers war Ferdinand Adolf August Heinrich Graf von Zeppelin. Der Name des Grafen Zeppelin ist auf alle Zeit verbunden mit der Schaffung des ersten wirklich brauchbaren Starrluftschiffs.

 

 

Ferdinand Graf von Zeppelin und der Führer der Luftschiffe, Fregattenkapitän Peter Strasser


Planung

 

Baugeschichte des Flugzeugträgers Graf Zeppelin

Als nach dem 1.Weltkrieg mit dem Flugzeugträger ein neuer Kriegsschiffstyp entstand, konnte man noch nicht ahnen, dass dieser ein Vierteljahrhundert später das Schlachtschiff, dieses galt bis dahin als der Kern jeder hochseefähigen Flotte, überrunden und schließlich verdrängen würde.
Damals galt der Flugzeugträger noch als eine Art von Hilfs-Kampfschiff und allenfalls als ein Trabant des Schlachtschiffes, dem er zu dessen Schutz beigegeben werden konnte. An die Möglichkeiten einer offensiven Träger-Kriegsführung dachten nur wenige weiterblickende Marineoffiziere und sie standen sozusagen auf verlorenem Posten. Zu groß war der Widerstand jener Kreise, die im Schlachtschiff nach wie vor das non plus Ultra sahen und dem Träger höchstens Aufklärungsdienst und defensive Verwendungsmöglichkeiten zuzubilligen bereit waren.
Weil jedoch der neue Kriegsschifftyp nun einmal vorhanden war, gaben ihn die großen Seemächte nicht auf, aber sie taten zunächst auch wenig, um seine Weiterentwicklung zu fördern. Unterdessen arbeitete die Zeit für das Flugzeug. Mit der Steigerung der Flugzeugleistungen änderte sich die taktischen Anschauungen über einen zukünftigen Seekrieg und der Flugzeugträger gewann allmählich an Bedeutung.

Der deutschen Marine blieb die Teilnahme an dieser Entwicklung versagt, denn die Bestimmungen des Versailler Vertrages ließen weder den Bau von Flugzeugträgern noch überhaupt die Unterhaltung von Kriegsflugzeugen zu.
Der militärische Wert des Flugzeugträgers war auch von aufgeschlossenen deutschen Marineoffizieren erkannt worden und zwar relativ lange vor dem alsbald im Gefolge von Hitlers Machtantritt einsetzenden Aufbau der Wehrmacht. Nachdem mit der Aufstellung der Luftwaffe als 3.Wehrmachtteil begonnen worden war, wandte sich auch die Kriegsmarine diesem neuen Kriegsschifftyp zu. Die vorerst vorwiegend theoretisch betriebene Entwicklung fand ihren ersten weitergreifenden Ausdruck, als um die Jahrwende 1933/1934 die Konstruktionsabteilung der Marineleitung beauftragt wurde, einen Studienentwurf für einen Flugzeugträger zu erarbeiten.

 

Ihm lagen folgende militärischen Forderungen zugrunde:

• Wasserverdrängung etwa 20.000 Tonnen
• Geschwindigkeit 33 kn
• 50 bis 60 Flugzeuge
• Bewaffnung: 8 x 20,3 cm Geschütze, dazu starke Flak, Panzerung und Innenschutz nach Maßgabe der auf Leichten Kreuzern üblichen Normen.


Diese Aufgabe war schwer genug. Erfahrungen jedweder Art standen nicht zur Verfügung und das Unterlagenmaterial über die Flugzeugträger fremder Flotten beschränkte sich auf den in der zugänglichen Fachliteratur enthaltenen Erkenntnisstand.
Auf diese fremden Träger musste als Vorbilder zurückgegriffen werden, um überhaupt erst einmal über die grundlegenden Fragen Aufschluss zu gewinnen. Mit diesem höchst lückenhaften und unzureichenden Material musste sicher der Entwurfsreferent, es war der damals 36 Jahre alte Marinebaurat Dipl. Ing. Wilhelm Hadeler, Schritt für Schritt an die Lösung der Aufgabe herantasten.

 

 

Entwurfsdezernent Marineoberbaurat Dipl.Ing. Wilhelm Hadeler

Die Luftwaffe sah sich anfangs außerstande, daran mitzuwirken, weil sie durch ihren hektischen Aufbau maßlos überlastet war. Sie war nicht einmal dazu in der Lage, der Marine die Größenordnung für die Abmessungen der in Betracht kommenden Trägerflugzeuge zu nennen, um danach die Hallen und Aufzüge bemessen zu können. Trotz dieser Widrigkeiten gelang es dem Konstrukteur, den Studienentwurf im Laufe eines Jahres zu einem gewissen Abschluss zu bringen. Allerdings blieb die wichtigste Frage, ob die Aufgabe zweckmäßig gelöst war, einstweilen offen.
Die gestellten Forderungen konnten sämtlich erfüllt werden, allerdings waren die gewünschten 8 x 20,3 cm Geschütze durch ebenso viele 15 cm Geschütze ersetzt worden. Hinzu kamen 10 x 10,5 cm Flak und zahlreiche Maschinenwaffen. Insgesamt war mit etwa 23.000 ts Wasserverdrängung und 35 kn Geschwindigkeit zu rechnen. Von dem ursprünglichen Vorbild dieses Studienentwurfes, der britischen Courageous-Klasse, war nur noch ein aus der oberen Flugzeughalle über die Backbord geführte Jägerstartdeck übriggeblieben.
Das wichtigste Ergebnis dieses Studienentwurfes aber war, dass die beteiligten Stellen der Kriegsmarine in den etwa 14 Monaten seiner Bearbeitung eine Vorstellung bekommen hatten, was man qualitativ und quantitativ an Kampfwert von einem Träger zu erwarten hatte und wie viel Schwierigkeiten noch zu überwinden waren, bis eine brauchbare Konstruktion erreicht war. Dies zu schaffen, wurde dann allerdings sehr viel früher notwendig, als es selbst für Optimisten vorhersehbar war.
Bereits am 18. Juni 1935 wurde der Weg zu deutschen Flugzeugträgern frei, an diesem Tage ist das deutsch-britische Flottenabkommen unterzeichnet worden, dass die zukünftige Stärke der deutschen Kriegsmarine auf 35 % des britischen Bestandes an Kriegsschifftonnage festlegte und für alle Schiffstypen Gültigkeit besaß. An Flugzeugträgertonnage standen, ausgehend vom derzeitigen britischen Bestand, 38.500 ts zur Verfügung, also 2 Einheiten zu je 19.250 ts.
Den Studienentwurf auf diese kleinere Verdrängung umzugestalten, erwies sich als nicht besonders schwierig. Unter den grundlegend veränderten politischen Aspekten konnte der erste deutsche Flugzeugträger (mit der Haushalts- und Baubezeichnung "A") im Haushaltsjahr 1936 eingestellt werden, ein zweiter ("B") folgte im Haushaltsjahr 1938.
Der endgültige Entwurf war dem Studienentwurf recht ähnlich. Zu dieser Zeit wurden die Belange der Trägerflugzeuge jedoch noch nicht mit der ihnen als Hauptwaffe gebührenden Geschwindigkeit vertreten, denn ähnlich wie in weiten Kreisen der großen ausländischen marinen sah man auch in Deutschland das eigentliche Wesen des neuen Kriegsschifftyps nicht so, wie es ihm eigentlich zukommen hätte müssen. Man hatte noch nicht erkannt, dass seine Hauptwaffe schlechthin das Flugzeug war. Stattdessen betonte man die Artillerie, die man als Hauptkampfwertfaktor kannte, indem man diese durch Verdoppelung der Rohrzahl aufwertete.
Inzwischen hatte auch die Luftwaffe begonnen, sich in die Entwicklungsarbeiten einzuschalten. Auf ihre Veranlassung sollte das Jägerstartdeck nach dem Vorbild der britischen Courageous-Klasse wegfallen. Während dieser Arbeiten wurde ein höherer Baubeamter des K-Amtes zur Navy Week nach England entsandt, um Einblick in den dort zur Besichtigung freigegebenen britischen Flugzeugträger Furious zu erhalten.
Dieser Besuch brachte aber nur wenige nutzbringende Ergebnisse. Etwas mehr Erfolg hatten Verhandlungen mit der japanischen Marine. Diese gestattete im Herbst 1935 einer deutschen Kommission die Besichtigung ihres Flugzeugträgers Akagi. Hierbei wurden der Kommission etwa 100 Blaupausen einschlägiger Sondereinrichtungen im Bereich der Fluganlage ausgehändigt.
Das Gesamtergebnis war jedoch auch hier nicht so ergiebig, wie es erhofft worden war. Aufgrund des dort Gesehenen wurde neben einigen weniger bedeutenden Änderungen lediglich ein dritter, der mittlere, Flugzeugaufzug vorgesehen. Eines aber hatte der Japan Besuch zum Vorschein gebracht und dies erwies sich als überaus wichtig und kostbar.
Es wurde bestätigt, dass man auf deutscher Seite auf dem richtigen Wege war.

 

Nachdem der Entwurf gegen Ende 1935 seinen vorläufigen Abschluss erreicht hatte und vom Oberbefehlshaber der Kriegsmarine bestätigt worden war, erhielten am 16. November 1935 die Deutschen Werke Kiel AG, die bereits mit der eingehenden konstruktiven Durcharbeitung betraut war, nun auch den Auftrag zum Bau des Flugzeugträgers "A".
Diese Werft war jedoch noch mit dem Bau anderer Kriegsschiffe, Schlachtschiff Gneisenau, Schwerer Kreuzer Blücher, Zerstörer Z 1-4, Uboote U 13-16 und Troßschiff Franke, vollauf beschäftigt, ihre Helgen (den Platz in einer Werft, auf dem ein Schiff gebaut wird) waren noch belegt. Daher konnte die Konstruktion des Trägers bis zur Kiellegung ohne Überstürzung gefördert werden.
Am 28. Dezember 1936 wurde auf Helling 1 (von der 20 Tage zuvor das Schlachtschiff Gneisenau abgelaufen war) der Kiel des Trägers gestreckt. Fast genau 2 Jahre später, am 8. Dezember 1938, lief er vom Stapel und wurde dabei auf den Namen "Graf Zeppelin" getauft.

 

 

Deutschlands erster und einziger Flugzeugträger ist soeben auf dem Namen "Graf Zeppelin" getauft.

Für den zweiten Flugzeugträger "B" war schon am 11. Februar 1935 der Auftrag zum Bau der Maschinenanlage erteilt worden und zwar an die Friedrich Krupp Germania-Werft in Kiel. Der Auftrag zum Bau des Trägers selbst folgte am 16. November 1935. Die Kiellegung konnte jedoch erst in der zweiten Hälfte des Jahres 1938, nach dem Stapellauf des Schweren Kreuzers Prinz Eugen, erfolgen, weil allein diese Helling den Bau des Trägers zuließ. Die Arbeiten an ihm sind bewusst langsam vorangetrieben worden, um nach Möglichkeit noch bei der Erprobung von Graf Zeppelin anfallenden Erfahrungen berücksichtigen zu können. So wuchsen bis Kriegsbeginn die unteren Spannten nur bis zum Plattformdeck. Nach der friedensmäßigen Planung war der Stapellauf für den 1. Juli 1940 in Aussicht genommen, als frühester Fertigstellungstermin der Dezember 1941.
Zwei weitere Träger, "C" und "D", sollten gemäß Z-Plan, ebenfalls unter friedensmäßigen Bedingungen, ab April 1941 bei der Germaniawerft resp. Deutsche Werke Kiel gebaut und bis Juli 1944 in Dienst gestellt werden.
Die Arbeiten an Graf Zeppelin machten im Laufe des Jahres 1939 normale Fortschritte. Im August 1939 ließ sich absehen, dass man mit der Fertigstellung in den letzten Wochen des Jahres 1940 rechnen konnte. Bei Kriegsausbruch war der Träger etwa zu 85 % fertig, die Maschinen waren bereits eingebaut und die Kessel ausgekocht und es fehlten eigentlich nur noch einige wenige, aber schon bereitstehende Hilfsmaschinen. Die Erprobung in See hätten also nach aller Voraussicht nach um die Jahreswende 1940/1941 beginnen können.
Auch die 15 cm Geschütze waren schon eingebaut, ihre Leitmittel allerdings noch im Rückstand. Nach Kriegsbeginn liefen die Arbeiten an Graf Zeppelin zunächst planmäßig weiter, doch gerieten sie wegen des bald darauf einsetzenden verstärkten Ubootbaus in Verzug. Hinsichtlich ihrer Dringlichkeitsstufe hatten die Träger stets nur an letzter Stelle gestanden.

 

Reihenfolge lautete bis zum Kriegsbeginn:

Schlachtschiffe ---> Uboote ---> Zerstörer ---> Kreuzer ---> Flugzeugträger

Schließlich schlug am 29. April 1940 der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine selbst vor, die Arbeiten einzustellen, weil der Träger, selbst wenn er termingemäß gegen Jahresende in Dienst gestellt werden könnte, artilleristisch nicht verwendungsbereit wäre.

Die 15 cm Geschütze waren zuvor ausgebaut und nach Norwegen gebracht worden, um dort die Küstenverteidigung zu verstärken, über die Flak-Bewaffnung war bereits anderweitig verfügt und die Bereitstellung von Feuerleitanlagen verzögerte sich wegen der Lieferung solcher Anlagen an die Sowjetunion im Rahmen der 1939 mit ihr abgeschlossenen Verträge.
Am 12. Juli 1940 verließ der Träger Graf Zeppelin, Kiel. Eskortiert von dem Versuchsboot Nautilus erreichte der Schleppzug am 18. Juli Saßnitz, wo 2 x 3,7 cm Doppellafetten eingerüstet wurden, um eine Verteidigungsbereitschaft gegen Angriffe aus der Luft sicherzustellen. Danach ging der Schleppzug weiter nach Gotenhafen (polnisch Gdynia). Dort lag Graf Zeppelin fast ein ganzes Jahr lang fest.
Als der militärische Angriff auf die Sowjetunion für den 22. Juni 1941 angesetzt worden war, befiel das Oberkommando der Kriegsmarine, Graf Zeppelin bis spätestens 19. Juli aus Gotenhafen westwärts abzuschleppen. An den Haken der beiden Schlepper Danzig und Albert Forster verließ der Träger am Mittag des 19. Juni Gotenhafen und erreichte am 21. Juni Stettin, wo er gegenüber der Hakenterrasse festgemacht wurde.

 

 

Juni 1941, Graf Zeppelin vor der Hakenterrasse in Stettin.

Dort blieb er so lange, bis die Wehrmacht tief genug in die Sowjetunion vorgedrungen war, dass keine sowjetischen Luftangriffe mehr drohten.
Am 10. November 1941 verließ Graf Zeppelin befehlsgemäß Stettin und kehrte am 17. November nach Gotenhafen zurück. Dort ist sie unter den Namen "Zugvogel" als schwimmendes Lager für Edelholzvorräte der Kriegsmarine genutzt worden.
Das Schwesterschiff "B", der ihm in der Nachkriegsliteratur häufig zugeschriebene künftige Name "Peter Strasser" hat nur den Wert einer rein spekulativen Vorhersage, verfiel bereits am 19. September 1939 dem Baustopp. Das verbaute Material wurde dann ab 28. Februar 1940 innerhalb von 4 Monaten von einer Essener Firma abgebrochen und neuer Verwendung zugeführt.


Schiffsbau

 

Der Schiffaufbau


Schiffskörper:

 

Der Schiffskörper war in 19 wasserdichte Abteilungen unterteilt. Diese sehr engzellige Unterteilung entsprach den für große Kampfschiffe der Kriegsmarine üblichen Normen. Unter Wasser lief der Vorsteven in einer Wulst (Taylor-Birne) aus, durch welche der Reibungswiderstand messbar reduziert werden sollte.
Konstruktiv-technisch war Graf Zeppelin einer der interessantesten deutschen Kriegsschiffneubauten. Der Träger war als Inseltyp ausgelegt, das heißt, alle Aufbauten waren in einer an der Steuerbordseite befindlichen "Insel" konzentriert. Als Gewichtsausgleich für die Insel waren die Hallendecks und das Flugdeck um 0,8 m aus der Schiffslängsachse nach Backbord verschoben, deshalb hing die Außenhaut an Backbord etwas stärker über als an Steuerbord.
Ursprünglich hatte Graf Zeppelin den bis dahin im deutschen Kriegsschiffbau üblichen fast senkrechten Vorsteven. Im Jahre 1940 wurde dieser durch einen sogenannten Atlantiksteven ersetzt, um die Seeeigenschaften zu verbessern. Dieser Umbau bewirkte eine Verlängerung des Schiffskörpers um 5,20 m.
Die Panzerung von Träger Graf Zeppelin entsprach in etwa den Normen zeitgenössischer Leichter Kreuzer. Verwendet wurden sowohl Krupp-KC-Panzer (KC = Krupp Cementiert) als auch das neue Material "Wotan hart" (Wh) und "Wotan weich" (Ww).
Oberstes Verbandsdeck war das Flugdeck. Das bedeutete, dass die Hallendecks mit dem Flugdeck nicht, wie im Ausland vielfach üblich, auf Stützen auf dem Oberdeck des Schiffskörpers aufgebaut, sondern in dessen Festigkeitsverbände einbezogen waren. Die Seitenhöhe betrug 22,50 m, das war für diese Dimension das bis dahin erreichte höchste Maß.


Antriebsanlage:

 

Um die geforderte Geschwindigkeit zu erreichen, war eine auf 4 Wellen arbeitende Dampfturbinenanlage mit einer Gesamtleistung von 200.000 WPS erforderlich. Eine so leistungsstarke Anlage hatte es bis zu diesem Zeitpunkt noch auf keinem in Europa gebauten Schiff gegeben.
Die Graf Zeppelin erhielt 4 Turbinensätze von Brown, Boveri & Cie. mit jeweils 50.000 WPS Einzelleistung, für das Schwesterschiff "B" waren Marine-Turbinen der Krupp Germania-Werft von gleicher Leistung vorgesehen. Die Turbinensätze, von denen die beiden vorderen nebeneinander in einem gemeinsamen Turbinenraum untergebracht waren, während die beiden anderen hintereinander in getrennten Räumen aufgestellt wurden, wirkten auf 4 Wellen mit jeweils einem vierflügeligen Propeller von 4,40 m Durchmesser. Bei 300 Umdrehungen in der Minute sollte die Höchstgeschwindigkeit 34,5 kn betragen. Das Leistungs-Einheitsgewicht der gesamten Anlage wird mit 19,25 kg/Ps angegeben, umgerechnet rund 3.850 Tonnen.

Eine Neuheit im Schiffbau der damaligen Zeit war die Voith-Schneider-Steueranlage. Wegen ihrer großen Seitenhöhe musste Graf Zeppelin dem Wind eine sehr große Angriffsfläche bieten. Die Fläche des Längsschnitts eines Schiffes oberhalb seiner Eintauchlinie, betrug auf ihr rund 4.500 qm.
Dadurch bestand die Gefahr, bei Fahrt durch den Nord-Ostsee-Kanal vom Wind gegen die Kanalböschungen gedrückt zu werden, weil der Flugzeugträger wie alle großen Schiffseinheiten bei der dabei vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit von 8 kn nicht gut im Ruder zu halten sein würde. Es wurden deshalb 2 hintereinander angeordnete VS-Anlagen von je 450 PSe im Vorschiff installiert. Diese waren in senkrechten Schächten ein und ausfahrbar installiert und sollten den Träger gegen den Wind halten. Ihr Schub reichte aus, um bei Windstille und stromlosen Wasser das Schiff mit einer Geschwindigkeit von 4,5 kn fortzubewegen. Außer Gebrauch waren sie im Schacht eingefahren, die Klappe schloss so dicht, dass in Ruhelage ohne weiteres die Wartung der Anlage möglich war. Zur Versorgung mit elektrischer Energie standen 4 x E-Werke zur Verfügung.

 

In diesen arbeiteten:

• 5 Dieselgeneratoren zu je 350 kW (475 Ps)
• 5 Turbogeneratoren zu je 460 kW (625 Ps)
• 1 Turbogenerator von 230 kW (315 Ps) mit angehängtem 200 kVA Wechselstromgenerator

 

Der Träger Graf Zeppelin hatte 2 parallel angeordnete Schwebruder (auch Spatenruder genannt), deren Fläche 1/41 des aus der Länge auf KWL und der Konstruktionstiefe gewonnenen Produkts betrug, das heißt, etwa 18 qm. Die verfügbare Gesamtruderfläche betrug somit etwa 36 qm.


Bewaffnung

Bewaffnung:

Die artilleristische Bewaffnung war von Anfang an umstritten. So waren schon die ursprünglich gewünschten 8 x 20,3 cm und später die 15 cm Geschütze zu viel, so erst recht die auf Grund der Forderung des Marinewaffenamtes verdoppelte Anzahl. Diese Seezielbestückung war seinerzeit, nicht nur in Deutschland, unter völlig falschen Voraussetzungen eingeführt worden.
Damals wurde dem Flugzeugträger die Rolle eines Hilfs-Kampfschiffes zuerkannt, von dem man forderte, dass es sich, wenn es allein operiert, gegen alle möglichen Gegner bis zum Kreuzer hinauf im Artilleriegefecht wehren kann. Das Hitler anlässlich eines Vortrages des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine von sich aus auf die Probleme und Gefahren bei einem Artilleriegefecht mit Überwassereinheiten zu sprechen kam, warf ein Schlaglicht auf das orthodoxe, der Artillerie verhaftete Denken in der Marine.
Es wurde daraufhin von der Marine in Erwägung gezogen, auf die 15 cm Geschütze zu verzichten, um aus ihren Gefechtsständen Konsolen auszubauen und darauf weitere 10,5 cm Doppelflak zu positionieren. Untersuchungen ergaben jedoch, dass eine solche Maßnahme technisch nicht oder nur mit großen Mühen und Einschnitten in die Konstruktion durchführbar ist. Es wurde nunmehr eine sechste 10,5 cm Doppelflak, die vorderste, vorgesehen!

Die Bewaffnung umfaßte somit:

• 12 x 10,5 cm Flak L/65 C/33 auf Doppellafette C/31 mit 400 Schuss je Rohr, zusammen 4800 Schuss
• Zur Bekämpfung Tieffliegender Flugzeuge waren 22 x 3,7 cm Flak L/83 C/30 auf Doppellafette C/30 mit 2.000 Schuss je Rohr.
• Hinzu kamen 7 x 2 cm FlaMG L/115 C/30 auf Sockellafette C/30 ohne Schutzschild, der Munitionsvorrat betrug 2.000 Schuss pro Rohr.

Bewaffnung - Feuerleitmittel:

Die Seezielartillerie erhielt ihre Schusswerte aus einem vorderen (Haupt-)Artillerieleitstand und einem hinteren (Reserve-)Artillerieleitstand. Beide waren auf dem Inseldeck angeordnet. Zur Entfernungsmessung stand ein kombiniertes 6 m Langbasisgerät und Richtungsweiser zur Verfügung, dazu gab es je 2 x Zielgeber. Der Einsatz der 10,5 cm Doppelflak erfolgte mittels 4 x 3'achsig stabilisierter Kugelform-Fla-Leitstände SL-6, von der 4. mit einer 5 m Basis ausgerüstet waren. Für die 3,7 und 2 cm Waffen stand je ein tragbares 1,25 m E-Messgerät zur Verfügung.
Zur Zielbeleuchtung standen 4 x Scheinwerfer von je etwa 1,50 m Durchmesser zur Verfügung. Ihre Positionen befanden sich auf Konsolen um den Schornstein und am vordersten Mast.
Funkmessgeräte waren zwar schon seit 1937 vorgesehen, doch hatte man für diese bis zum Planungsstand von 1938/1939 noch keine Positionen vorgesehen. Im Bugwulst befand sich ein S-Gerät und außerdem ein Bugschutzgerät mit ausfahrbarer Spier. Zur Ubootortung diente eine Gruppenhorchanlage.


Bewaffnung - Bordflugeinrichtung:

Graf Zeppelin hatte 2 x Hallendecks von ca. 6 m lichter Höhe und 15,50 m maximaler Breite. Das obere war 185 m lang, das untere 172 m. Das ergab eine Gesamtgrundfläche von mehr als 5450 m².
Nach dem ursprünglichen Belegungsplan sollten im unteren Hallendeck 10 x "Fi 167" (vorn) und 8 x "Fi 167" (hinten) abgestellt werden, im oberen Hallendeck 13 x "Ju 87C (vorn) und 8-10 x "Me 109T" (hinten), insgesamt 39-41 Maschinen.
Das Flugdeck war 244 m lang und bis knapp 30 m breit. Zwischen ihm und den Hallendecks pendelten 3 x elektrisch betriebene Flugzeugaufzüge, außerdem 2 x kleine Aufzüge für die Startwagen.
Das Starten der Flugzeuge sollte primär durch Katapulthilfe erfolgen. Der Betriebsablauf war darauf abgestimmt, dass die zum Einsatz bestimmten Flugzeuge im oberen Hallendeck auf ein Wagen gesetzt, per Aufzug auf das Flugdeck gefahren und dort weiter auf Schienen auf das Katapult gelangen, wobei Weichen den wechselweisen Betrieb zuließen.
Vor jedem Katapult war eine nach binnenbords abwärts führende Bühne angebaut, die dazu diente, den vorgeprellten Startwagen in Seitwärtsrichtung in das obere Hallendeck zu neuer Nutzung zurückzuführen. Das bedeutete, dass die im unteren Hallendeck abgestellten Flugzeuge per Aufzug zunächst in das obere Hallendeck gebracht werden mussten, um dort auf den in Gleisspuren laufenden Startwagen gesetzt zu werden.
Die druckluftbetriebenen Katapulte hatten eine Länge von ca. 23 m. In Bezug auf ihre Endgeschwindigkeit waren sie regelbar.

 

 

Eine Me 109D bei einer Katapultstartübung in Travemünde am 21. Juni 1940.

 

Für ein 2.500 kg schweres Jagdflugzeug betrug sie bei der Beschleunigung 2,4 G und bei der Geschwindigkeit 140 km/h, für ein Bomber 4,25 G und 130 km/h. Der Druckluftvorrat der Katapulte reichte für den Start von je 9 Flugzeugen aus, danach musste neu komprimiert werden, was etwa 50 Minuten in Anspruch nahm. Das hatte zur Folge, dass zunächst nur 18 Flugzeuge in die Luft zu bringen waren. Der nächste Pulk hätte also erst 50 Minuten später aufsteigen können, es sei denn, dass auf herkömmliche Art von Deck aus gestartet wurde.
Die Katapulte konnten durch Blechhaubensegmente abgedeckt werden, so dass sie gegen Wasser, Eis und Schnee geschützt waren. Zur Landung an Deck waren 4 Bremsseile querdecks verlegt. Diese vermochten das an Deck aufsetzende Flugzeug mit einer Verzögerung von 2,2 bis 2,6 G auf 20-30 m Länge zum Halten zu bringen. Erprobt worden waren diese Fangseile bei der E-Stelle Travemünde der Luftwaffe, wo etwa 1.800 gebremste Landungen geflogen wurden. Der Vorrat an Flugbetriebsstoffen belief sich auf 150-200 Tonnen.

 

An Abwurfwaffen wurden mitgeführt:

Torpedos:

• 66 F-5 in den Torpedolagerräumen
• 23 F-5 im A-III-Minenraum
• Oder 89 F-5, wenn keine Minen mitgeführt wurden

Minen:

• 70 A-III in der Minenkammer
• Oder 151 A-III, wenn keine Torpedos mitgeführt werden

Das fliegende und flugtechnische Personal, 51 Offiziere und 255 Unteroffiziere und Mannschaften, gehörte nicht der Kriegsmarine an, sondern der Luftwaffe. Das entsprach dem Anspruch des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Göring, aus dem Jahr 1938.

 

Zitat : "Alles was fliegt gehört mir!"

 

 

30 Seefähnriche der Crew V/41 als zukünftige Seebeobachter zusammen mit fliegendem und technischem Personal der Luftwaffe während der Ausbildung für Graf Zeppelin.

 

Eine Aufstellung vom 10. November 1938 gliederte die Schiffsbesatzung des Flugzeugträgers wie folgt:

• 57 Offiziere, Beamte und Angestellte
• 68 Portepee-Unterofiziere
• 30 Fähnriche (zur Ausbildung)
• 260 Unteroffiziere
• 934 Mannschaften
• 29 Mann ziviles Vertragspersonal
---------------------------------------------------
1387 Mann


So alt wie der Seekrieg selbst ist der Leitsatz : Nicht Schiffe kämpfen, sondern Männer!


Bewaffnung - Trägerflugzeuge:

Da die deutsche Flugzeugindustrie nur gerade eben die Bedürfnisse der Luftwaffe an Entwicklungsarbeit und Flugzeuglieferungen erfüllen konnte, erwies es sich von Anfang an als unmöglich, besondere Muster von Trägerflugzeugen zu entwickeln und zu bauen, zumal die benötigten Stückzahlen auch bei reichlichen Reserven klein genug und damit wenig attraktiv für die Produktionsstätten zu bleiben schienen. Deshalb begnügte sich die Luftwaffe mit den bereits in Serienproduktion befindlichen Mustern, die man für ihre zukünftigen Zwecke umbaute. Diese Änderungen betrafen hauptsächlich die jetzt beiklappbaren Tragflächen, die Installierung von Greifhaken für die Bremsseile und bestimmte Verstärkungen an Fahrwerk und Zelle.
Insgesamt sollten bis zu 43 Flugzeuge aufgenommen werden, und zwar Jäger, Sturzkampfflugzeuge und Mehrzweckflugzeuge.
Als Träger-Jagdflugzeug war zunächst versuchsweise ein Doppeldecker, die Arado-197, geschaffen worden und zwar als direkte Ableitung aus der vorhandenen Arado-68. Diese Version absolvierte 1938/1939 ihre Flugerprobung, weil sich dabei ergab, dass die erreichte Höchstgeschwindigkeit von 400 km/h nicht mehr ausreichen wird, wurde diese Entwicklung gestoppt und schließlich das inzwischen vollauf bewährte Jagdflugzeug "Messerschmitt 109E" in einen Trägerjäger "Me-109T" umgewandelt.

 

 

Die "Ju-87 C" für den Flugzeugträgereinsatz ausgerüstet mit abklappbaren Tragflächen und Landehaken.

 

Als Sturzkampfflugzeug wurde ein aus der Junkers 87 umgeändertes Muster, Junkers-87 C, vorgesehen. Diese wurde in 5 Exemplaren gebaut und von der Versuchsanstalt Travemünde erprobt. 1939 war damit begonnen worden, aus dem berühmten einmotorigen Sturzkampfflugzeug Ju-87 C eine für den Trägereinsatz taugliche Version, die "Ju 87 C-1", zu entwickeln. Bei dieser blieben die Zelle, das Triebwerk und die Bewaffnung, bis auf gewisse Verstärkungen, um den beim Katapultstart entstehenden Materialbelastungen gewachsen zu sein, unverändert aber es wurde ein abwerfbares Fahrwerk eingebaut, um bei Notwasserungen wenigsten eine Zeitlang schwimmfähig bleiben zu können.
Die Tragflächen wurden so ausgeführt, dass sie nach hinten oben zurückgeklappt werden konnten. Schon kurz nach Kriegsbeginn sollen die Entwicklungsarbeiten vorläufig eingestellt worden sein.
1942, als der Weiter- und Fertigbau der Graf Zeppelin verfügt worden war, griff man auf die Muster "Me-109T" und "Ju-87C-1" zurück, doch sind sie nach dem erneuten und endgültigen Baustopp des Trägers aufgegeben worden. Mehrzweckflugzeuge für Aufklärungs- und Torpedoeinsätze wurden bei den Firmen Fieseler und Arado in Auftrag gegeben und bereits 1937/1938 als Versuchsmuster angeliefert. Es handelte sich dabei um die Doppeldecker "Fieseler 167" und "Arado 195". Auf diese wurde jedoch ab 1939/1940 verzichtet.


Entscheidung

 

Die Entscheidung und das Ereignis um das Schicksal des Flugzeugträgers Graf Zeppelin

Bis zum Ende des Kriegsjahres 1941 war in alarmierender Weise deutlich geworden, dass in den trägergestützten Luftstreitkräften ein neues maritimes Kampfmittel erwachsen war, das für Schiffe jedweder Kategorie kaum noch zu kalkulierende Gefahren brachte.

Dafür gab es eine Reihe von Marksteinen :

- Britische Trägerflugzeugen war es im November 1940 gelungen, die in Tarent versammelte italienische Flotte schwer anzuschlagen.

- Bei der Verfolgung der deutschen Bismarck im Mai 1941 waren es britische Torpedoflugzeuge, die sie lahmschossen, so dass sie gestellt werden konnte.

- Der erfolgreiche Angriff Träger gestützter japanischer Kampfflugzeuge im Dezember 1941 auf die Pearl Harbour liegende amerikanische Flotte führte zur Ausschaltung von 5 Schlachtschiffen, einem Drittel ihres Bestandes an solchen. Davon blieb auch die deutsche Kriegsmarine nicht unbeeindruckt. Das Fehlen eigener Flugzeugträger musste daher als besonders schmerzlich und nachteilig empfunden werden. Deshalb drängte die Seekriegsleitung immer wieder darauf, Graf Zeppelin doch noch fertigzustellen und zum Einsatz zu bringen.
Die entscheidende Besprechung fand am 16. April 1942 im Führerhauptquartier statt.

 

Das Ergebnis war wie folgt zusammenzufassen :

- Die Arbeiten an Schiffskörper und Maschine, vorerst nur der halben Antriebsanlage, könnten bis zum Sommer 1943 durchgeführt werden.

- Die zu dieser Zeit allein in Betracht kommende Verwendung adaptierter Ausführungen der ursprünglich in Aussicht genommenen Flugzeugmuster "Me-109 & Bf-109" und "Ju-87" machen gewisse Änderungen an den flugtechnischen Anlagen erforderlich. Vor allem würden leistungsfähigere Katapulte erforderlich sein, für deren Entwicklung, Konstruktion und Erprobung bis zu 2 Jahre erforderlich seien.
Es wurde jedoch in Aussicht gestellt, die vorhandenen Katapulte abzuändern und gebrauchsbereit zu machen, wofür ein Zeitraum von etwa 6 Monate ausreichend schien. Unter Berücksichtigung dieser Situation erschien der Winter 1943/1944 als der frühestmögliche Zeitpunkt der Fertigstellung des Trägers.
Die Entwicklung eines speziellen Trägerflugzeuges schien aus der Sicht der Luftwaffe nicht vor dem Jahr 1946 möglich.

- Die Luftwaffe erklärte sich zunächst nur Bereitstellung von 10 Jagdflugzeugen und 22 Sturzkampfflugzeugen, die auch als Aufklärer verwendet werden sollten. Die Entwicklung eines Torpedoflugzeuges scheiterte an Hitlers Standpunkt, dass ein solches nicht notwendig sei.


Unter diesen Voraussetzungen wurde vom Oberbefehlshaber der Kriegsmarine am 13. Mai 1942 der Weiterbau und die Fertigstellung des Flugzeugträgers Graf Zeppelin befohlen.
Neben den Änderungen der flugtechnischen Anlagen ergaben sich mehrere, durch die marinetechnische Weiterentwicklung eigentlich schon 1938/1939 notwendig gewordene Änderungen.
Vor allem genügten die Einrichtungen der Inselaufbauten nicht mehr. Ein schwerer Mast mit Jägereinsatzstand im Topp und Funkmessgeräten mussten den bisherigen Pfahlmast ersetzen und die Schiffsführung und Waffenleitzentralen mussten zum besseren Schutz ein splittersicheres Haus erhalten.
Auch wurde ein hoher Schornsteinaufsatz erforderlich, um den Jägereinsatzstand rauchfrei zu halten. Dies alles brachte eine deutliche Gewichtsvermehrung ein, die um die Stabilität zu wahren, ausgeglichen werden musste.
Deshalb wurde beschlossen, an beiden Seiten Wulste anzubauen, die in erster Linie die Aufgabe hatten, den Gewichtsausgleich herzustellen.
Der Backbordwulst wurde aus normalen Schiffbaustahl (ST 52) gebaut, der Steuerwulst hingegen aus dünnerem, maximal 18 mm dickem Material. Die Wulste hatten eine maximale Breite von etwa 2,40 m und griffen dicht über dem Schlingerkiel an.

 

 

Blick auf die bis Spant 190 reichende Seitenwulst.

Zum Teil wurden sie als Heizölbunker bestimmt. Dadurch gelang es aber auch, den bisher reichlich knapp bemessenen Fahrbereich zu vergrößern.
Außerdem boten die Wulste den Vorteil, dass dadurch ein besserer Schutz gegen Unterwasserwaffen zu erreichen war, weil das Detonationszentrum im Falle eines Torpedos oder Minentreffers weiter nach außen verlegt worden wäre. Jetzt genügten auch die ursprünglich vorgesehenen 2 cm FlaMG in Einzellafetten nicht mehr. An ihre Stelle traten 2 cm Vierlingsflak mit erhöhtem Munitionsvorrat. Jetzt 56.000 Schuss gegenüber bisher nur 14.000 Schuss.
An Flugzeugen wurden nunmehr 28 Sturzkampfflugzeuge des Musters Ju 87 und 12 Jagdflugzeuge des Musters Bf 109 vorgesehen, insgesamt also 40.
Wegen der stetig zunehmenden Gefährdung aus der Luft verzögerte sich die unter der Tarnbezeichnung "Zugvogel" vorbereitete Überführung nach Kiel, wo die vorgesehenen Arbeiten erledigt werden sollten.
Zunächst musste vom Zweigbetrieb der Deutschen Werke Kiel AG in Gotenhafen eine aus 3 x 3,7 cm Zwillingen und 6 x 2 cm Vierlingen sowie 4 x Fla-Scheinwerfer bestehende Bewaffnung eingebaut werden, um sich gegen Luftangriffe während des Verlegungsmarsches verteidigen zu können.
Mit Hilfe dreier Schlepper verließ die Graf Zeppelin am 30. November 1942 Gotenhafen. Als Geleitschutz befanden sich 3 x Typ 35 Minensuchboote (M3, M14, M37) und 6 x Boote, davon 3 x Uboot-Abwehrschule Gotenhafen (Spree, Stolpe, Brake, Dahme, Nogat, Pregel) im Einsatz.
Am 3. Dezember 1942 erreichte das Geleit die Heikendorfer Bucht bei Kiel, am 5. Dezember traf es bei den Deutschen Werken ein. Alsbald wurde Graf Zeppelin in dem 40.000 t Schwimmdock der Werft eingedockt und die schiffbaulichen Arbeiten (Wulstanbau) begannen unverzüglich. Gleichzeitig setzten die Arbeiten an der Maschinenanlage ein, mit dem Ziel, die beiden inneren Wellen für 25 bis 26 kn Geschwindigkeit fahrbereit zu machen. Als Ziel war die vorläufige Indienststellung für den Herbst 1943 gesetzt, danach hätten die Erprobungen beginnen sollten.
Aber zu all dem kam es nicht mehr. Am 30. Januar 1943 erging der Führerbefehl, alle großen Kampfschiffeinheiten der Kriegsmarine außer Dienst zu stellen bzw. ihren Bau abzubrechen.

 

Es bedeutete nach den Worten von Großadmiral Raeder, dem bisherigen Oberbefehlshaber der Kriegsmarine ..

"Den billigsten Seesieg, den England je errungen hat."
.. und bewirkte seinen Abgang.

Am 2. Februar erreichte Graf Zeppelin der Stillegungsbefehl.
In der 61 Tagen Umbauzeit waren gerade die Wulste angebaut worden. Bis zum März wurden nur noch Arbeiten vorgenommen, die ein Lenzen durch Pumpendampfer im Falle eines Leckwerdens sicherstellen sollten.
Am 20. April nahmen die Schlepper den Träger an den Haken und marschierten mit 6 kn Schleppgeschwindigkeit nach Osten. Swinemünde wurde am 23. April erreicht, danach ging es weiter nach Stettin. Dort wurde er, mit nur noch einem halben Meter Wasser unter dem Kiel, in der Mönne, einem Arm der Oder, festgemacht.

 

Dort ist er so getarnt worden, dass er einer Insel gleichkommen sollte. Ursprünglich war Pillau als neuer Liegehafen ausersehen, doch wurde davon Abstand genommen, um dort den Uboot-Ausbildungsbetrieb nicht zu beeinträchtigen. Damit war der Fertigbau des ersten deutschen Flugzeugträgers endgültig aufgegeben worden, denn die immer kritischer werdende Kriegslage machte eine nochmalige Bauaufnahme unmöglich, aber zugleich auch im Grunde genommen überflüssig.


Das Ende

 

Das Ende des Flugzeugträgers Graf Zeppelin

Die Schicksalsstunde des Flugzeugträgers Graf Zeppelin schlug, nachdem die Rote Armee zum Sturm auf das Reichsgebiet angesetzt hatte. Zunächst wurden alle Absperrventile ausgebaut und der Träger durch Fluten auf Grund gesetzt. Danach ist ein 10-köpfiges Sonderkommando zu dem Träger beordert worden, dass über Sprechfunk mit dem örtlichen Marinebefehlshaber in Verbindung stehend, die Sprengung in Bereich der Maschinenanlage vorbereitete, wozu Wasserbomben zur Verfügung gestellt worden waren.
Am 25. April 1945 um 18 Uhr gab der Kapitän zur See Wolfgang Kähler als Bevollmächtigter des Kommandierenden Admirals Westliche Ostsee in Stettin den Befehl zur Zündung. Das geschah unmittelbar vor dem Eindringen der Roten Armee in den Stettiner Raum.
Von einem Werftkran der Stettiner Vulkan-Werft aus beobachtete Kähler die Durchführung des Befehls. Aus dem Schornstein vom Flugzeugträger quollen dichte Rauchwolken, ein Zeichen dafür, dass die Ladungen gezündet hatten. Die Schäden waren offenkundig so schwer, dass es den Sowjets, das war die Absicht der deutschen Maßnahmen, unmöglich sein würde, den Träger jemals wiederherzustellen oder gar in Fahrt zu bringen.
Den Sowjets gelang es dennoch, den Träger soweit abzudichten, dass er im März 1946 wieder schwamm. Er wurde dann nach Swinemünde abgeschleppt, wo er ab 03. Februar 1947 als PB-10 Sitz der Spezialabteilung des Hauptstabes der Seekriegsflotte, die gewissermaßen vor Ort die Auswertung der Konstruktion des Graf Zeppelin und andere Beuteschiffe sowie ihre Einordnung in Verwertbarkeitsklassen betrieb. Nachdem dieser Auftrag erfüllt worden war, wurde der Flugzeugträger zur Versenkung als Zielschiff bestimmt.
Für die letzten Stationen des Schiffes gibt es gegenwärtig einige Angaben des russischen Marinehistorikers Boris V. Lemachko. Am 18. Juni 1947 soll der Träger auf der geographischen Position von 55° 48'N / 18° 30'O durch Torpedos von Torpedoschnellbooten und des Zerstörers Grozyyashchiy versenkt worden sein.
Seit Herbst 1993 wird von russischen Zeitzeugen die Version verbreitet, wonach der Träger im Ergebnis umfangreicher Kampfmitteltests im Sommer 1947 in einem streng bewachten Erprobungsgebiet des Finnischen Meerbusen gesunken sei und dort noch heute als Wrack auf Grund läge.
Weiterhin hält sich hartnäckig die Version, dass der Träger mit großen Mengen von Beutegut beladen worden sei und am 14. August 1947 von Schlepper auf östlichen Kurs ging. Unterwegs soll er während eines Sturmes im Finnenbusen auf ein Minenfeld geraten sein, aber er ist entgegen von ersten Nachkriegsmeldungen dabei nicht untergegangen, sondern hat Leningrad erreicht, wo er 1948 / 49 vermutlich stückweise abgebrochen wurde. Die Stichhaltigkeit dieser Informationen konnte bisher noch nicht überprüft werden!


Quellen

Bücher:

Flugzeugträger Graf Zeppelin von Richard Wagner und Manfred Wilske
Flugzeugträger - Typenkompaß von Ingo Bauernfeind
Einziger deutscher Flugzeugträger Graf Zeppelin von Ulrich H.-J. Israel

Wikipedia (letzter Zugriff am 19.12.)
Lexikon der Wehrmacht (letzter Zugriff am 22.12.)
Bundesarchiv (letzter Zugriff am 22.12.)
Deutsches Marinearchiv (letzter Zugriff am 12.01.)
Luftarchiv (letzter Zugriff am 13.01.)

Autor: Thor



Das Thema

 

Zerstörer Typ 1934
(Z 1 bis Z 4)

 


Der Zerstörer 34

 

Zerstörerklasse der Kriegsmarine

Die Geschichte der Zerstörer in der deutschen Kriegsmarine, fängt bereits nach dem Ende des Ersten Weltkrieges an. Das Ende und die Bestimmungen des Versailler Vertrages nach, galten bereits die Torpedoboote Typ 1923 und Typ 1924 („Raubvogel“- und „Raubtier“-Klasse) als Zerstörer. Zwar war diese Annahme völlig falsch und die Bewaffnung nach nicht einmal annähernd denen eines Zerstörers gleich, dennoch musste von dieser Auslegung her die neuen Zerstörertypen entwickelt werden.
Admiral Raeder machte dann, nach der Wiederbewaffnung Deutschlands die ersten Ansätze für einen neuen Zerstörertyp: zum „Zerstörer 1934“ (5 x 12,7 cm Bewaffnung und 8 Torpedorohre, Verdrängung auf ca. 2200 t). Aus den alten Konventionen und in Anbetracht feindlicher Flotten wurde dann diese Größe erwählt, entwickelt und dadurch GANZ KLAR der Versailler Vertrag gebrochen. Man hätte nicht mit den angeordneten 800 t Verdrängung der alten Torpedoboote arbeiten können. Erst 1935, im Zuge des deutsch-englischen Flottenvertrages, wurde diese Klasse (wie auch die „Zerstörer 1934 A“) nachträglich legalisiert.
Die Entwürfe wurden immer wieder überarbeiten bzw. Bewaffnung und Verdrängung stiegen potenziell an. Probleme bereitete immer wieder Antrieb, denn Geschwindigkeit und Bewaffnung brauchte Raum, diese brachte größere Verdrängung mit sich, welche dann wieder größere Maschinen benötigte. Ein Kreislauf, der nur durch das Ausreizen älterer Maschinen aufgehalten werden konnte. Probleme waren vorprogrammiert und viele Mängel konnten nie beseitigt werden. Wobei der Schiffskörper aus Ersparnisgründen oft zum Durchbiegen neigte, die Verstärkungen wiederum die Maschinen überlastete. Oftmals führten Lösungen für Probleme nur zu dessen Verlagerung oder zu ganz neuen Problemen. Gebaut wurde die Zerstörer dennoch. Alle vier Einheiten dieses Typs, die im Beitrag genauer vorgestellt werden, wurden am 07.April 1934 bei den Deutschen Werken, Kiel in Auftrag gegeben und zwischen Januar und Mai 1937 in Dienst gestellt. Von 1934 bis 1937 wurden insgesamt 16 Boote der Typen Zerstörer 1934 und 1934A gebaut.

 

Zerstörer Typ 1934

Z 1 Leberecht Maass (22. Februar 1940) Bombentreffer durch deutsche Luftwaffe, anschließend durch Minentreffer versenkt
Z 2 Georg Thiele (13. April 1940 in Narvik selbstversenkt)
Z 3 Max Schultz (22. Februar 1940 nach zwei Minentreffern gesunken)

Zerstörer Typ 1934(A)

Z 4 Richard Beitzen (15. Januar 1946 an Großbritannien übergeben)
Z 5 Paul Jacobi (15. Januar 1946 an Großbritannien übergeben)
Z 6 Theodor Riedel (28. Januar 1946 an Großbritannien übergeben)
Z 7 Hermann Schoemann (2. Mai 1942 von HMS Edinburgh getroffen und anschließend selbstversenkt)
Z 8 Bruno Heinemann (25. Januar 1943 auf Mine gelaufen und gesunken)
Z 9 Wolfgang Zenker (7. Mai 1940 in Narvik selbstversenkt)
Z 10 Hans Lody (6. Januar 1946 an Großbritannien übergeben)
Z 11 Bernd von Arnim (13. April 1940 in Narvik selbstversenkt)
Z 12 Erich Giese (13. April 1940 in Narvik von zwei Torpedos getroffen, versenkt)
Z 13 Erich Koellner (13. April 1940 in Narvik versenkt)
Z 14 Friedrich Ihn (5. Februar 1946 an die UdSSR übergeben
Z 15 Erich Steinbrinck (2. Januar 1946 an die UdSSR übergeben)
Z 16 Friedrich Eckoldt (31. Dezember 1942 in der Schlacht in der Barentssee von HMS Sheffield versenkt)

 


Beide Ausführungen sind nur durch die Schergänge am Vorschiff zu unterscheiden, äußerlich ähneln beide den Torpedobooten des Ersten Weltkrieges, auf deren Grundlage Sie entwickelt wurden. Es waren nun mal die größten Schiffe in der reduzierten Marine der Weimarer Republik, gerade deswegen aber niemals als Vorlage für kriegstaugliche Schiffe geeignet gewesen. Wie bei aller deutschen Technik in diesem Krieg, war sie wesentlich aufwändiger und damit auch komplizierter als die alliierte Technik bzw. Schiffe aus derselben Zeit. Sie waren größer, schwerer, kosteten mehr und waren auch wegen des hohen technischen Standes oftmals anfälliger. Der Aufwand ließ auch keine Massenproduktion zu, welche für einen solchen Krieg notwendig gewesen wäre. Das Problem des Heeres und der Luftwaffe, war also auch bei der Marine anzutreffen. Die Fehler wurden schon in der Planung und Aufrüstung gemacht und konnten dann später in der Produktion nicht mehr verhindert werden, was oftmals den Unterschied im Kampf ausmachte. Verluste konnten wegen geringer Stückzahl und Produktion nicht ausgeglichen werden und schon bei der Anfahrt bzw. Vorbereitung fielen Schiffe durch technische Defekte aus. Die technische Überlegenheit war deshalb mehr Fluch als Segen.
Trotz alledem waren diese Zerstörer auf dem allerneusten Stand der Technik und Ausrüstung, gegen U-Boote, Seestreitkräfte wie Lufteinheiten. Doch konnte dieser Vorteil nie zur Geltung kommen, denn Technik verlor gegen Masse, auf den Meeren wie zu Lande.

 


 


Daten


 
Technische Daten
Zerstörertyp 1934
Verdrängung:
offiziell:1625 t
Standard: 2232 t
Einsatz: 3156 t
Länge ü.a.:
119 m
Breite:
11.31 m
Tiefgang:
3,82 – 4,23 m
Besatzung:
10/315
Baukosten:
13,7 Mio. Reichsmark
Bewaffnung
Hauptartillerie:
5 x Sk C34 12.7 cm L 45 ( 600 Schuss )
Flak:
4 x 3,7cm/69 Sk M42 ( 8000 Schuss )
6 x 2 cm/65 MG C/30 ( 12000 Schuss )
Torpedo:
8 x 53,3 cm in Vierersätzen Stck
Minen:
Seeminen 60
Wasserbomben:
4 Wasserbombenwerfer
 
Antriebsanlage:
6 Wagnerkessel
2 –Wagner-Getriebeturbinen
1 Ruder
2 Wellen
70000 WPS
Geschwindigkeit:
38 Knoten
Fahrbereich:
1825 sm/19 Knoten
Sensorik:
1 Gruppenhorchgerät
1 Atlas-Echolot
1 um 160° schwenkbares Sonar


Z-1

 

Zerstörer Z1 – Leberecht Maass

 


 
Namensgeber
Konteradmiral Leberecht Friedrich Max Maass

 
War 1 Führer der Torpedoboote und zugleich 2. Admiral der Aufklärungsstreitkräfte.
Er fiel am 28.08.1914 in einem Gefecht mit weit überlegenen brit. Seestreitkräften bei Helgoland auf dem kleinen Kreuzer Cöln.
Die Cöln sank mit drehenden Schrauben und immer noch feuernden Geschützen.
Von der 508 Mann zählenden Besatzung hat nur einer überlebt.

 
 
Bauwerft:
Deutsche Werke Kiel
Kielegung:
10.10.1934
Stapellauf:
18.08.1935
Indienststellung:
14.01.1937
 

 
Kommandanten
01.1937 - 09.1937
KK Schmidt, Friedrich Traugott
10.1937 - 04.1939
KK/FK Wagner, Gerhard
04.1939 04.1939
KK Bassenge, Fritz

 
Probefahrten und Einsätze
Ende 01/37
Erstmaliges auslaufen mit eigener Besatzung aus Kiel nach Swinemünde (Hauptliegeplatz) .
Von dort aus mehrmonatiges Ausbildungs- und Erprobungsprogramm.
Anfang 05/37
Erprobung bei Kiel und Eckernförde anschließend Restarbeiten bei dt.Werke Kiel durchgeführt.
Juni 1937
Meilenfahrt vor Pillau, Torpedoschiessen bei Eckernförde.
Juli 1937
Verbandsübung in der Ostsee mit den Zerstörern Richard Beitzen, Georg Thiele und Max Schultz .
Anschließend Artillerieschiessen in der Mecklenburger Bucht nach Abschluss gemeinsame Fahrt mit Georg Thiele durch den Kaiser-Wilhelm-Kanal zur Teilnahme an Verbandsübung in der Nordsee.
Rückmarsch mit Georg Thiele über Skagerak nach Swinemünde.
August 1937
Flottentorpedoschiessen in der Ostsee
September 1937
Teilnahme an Flottenmanöver in der Nordsee.
Die Manöver wurden durch schlechtes Wetter, Sturm und grobe See häufig beeinträchtigt.
Mai 1938
Besuch in Göteborg,anschließend Werftliegezeit in Kiel.
22.08.1938
Teilnahme an der Flottenparade anlässlich des Stapellaufs des schweren Kreuzers Prinz Eugen.
Sept. 1938
Werftliegezeit beendet.Während dieser Zeit wurden die Brücke und das Vorschiff umgebaut.
1.11.1938
Im Rahmen der Neugliederung der Zerstörerverbände der 5. Zerstörerdivision zugeteilt.
Nov. 1938
Teilnahme an den Herbstmanövern in Nord- und Ostsee.
23.03.1939
Beteiligung mit anderen Seestreitkräften der Kriegsmarine an der Besetzung des Memellandes.
18.04.1939
Übung, Erprobung und Manöver mit mehreren Einheiten der Kriegsmarine im Nord- und Mittelatlantik.
Besuch verschiedener Auslandshäfen u.a. im westl. Mittelmeer.
01.05 Ceuta
06.05 Arosabucht
10.05 Fortsetzung der Übung
13.05.1939
Rückmarsch aller an der Übung beteiligten Einheiten nach Deutschland.
August 1939
Flottentorpedoschiessen in der Ostsee.
01.09.1939
Auf Blockadeposition und im Vorpostendienst in der östl. Ostsee (Danziger Bucht und vor Hela).
03.09.1939
Feuergefecht mit dem polnischen Zerstörer Wicher und dem Minenleger Gryf und einer poln. 15cm Batterie bei Hela.
Letztere erzielte einen Treffer auf Leberecht Maass wobei 4 Besatzungsangehörige getötet und 4 Verletzt wurden.
Diese 4 waren die ersten Gefallenen der Kriegsmarine.
Die beteiligten dt. Schiffe mussten das Gefecht abbrechen, der Beschuss von Land äußerst heftig war und genau lag.

Zerstörer Wicher (links)<--->Minenleger Gryf (rechts)
09.09.1939
Kesselreparatur und Behebung der Gefechtsschäden in Swinemünde.
26.09.1939
Seenotdienst in der dt. Bucht.
29.09.1939
Ablösung durch Zerstörer Friedrich Eckholt und nach Stettin entlassen zur Durchführung seiner Werftliegezeit.
Zum Jahreswechsel nach Swinemünde verlegt.
23.01.1940
Leberecht Maass befindet sich in Wilhelmshafen.
12.02.1940
Neugliederung des F.d.Z. – Verbandes in Kraft.
Z1 Leberecht Maass gehört jetzt der 2. Zerstörerflottille an.
13.02.1940
Anbordnahme von Minen für ein Unternehmen an der engl. Ostküste.
15.02.1940
Minenunternehmen verschoben.
22.02.1940
Beginn Unternehmen Wikinger (Vorstoss gegen den auf der Doggerbank festgestellten Brit. Fischdampfer).
Nach Bombentreffer auf eine Mine gelaufen und um 19.56 h gesunken 282 Mann der Besatzung sind gefallen.
Das Unternehmen wurde daraufhin abgebrochen.
 
 


Z-2

Z 2 Georg Thiele

 

 


 
Namensgeber
Georg Max Thiele
Georg Max Thiele war als Chef der 7. Torpedobootshalbflottille am 17. Oktober 1914 an Bord seines Führerbootes S 119 bei Texel gefallen.
Der Verband bestehend aus den Schiffen S 119, S 115, S 117 und S 118 wurde von einem englischen Kreuzer und vier modernen Zerstörern vor abgefangen und zum Kampf gestellt.
Die vier Boote gingen mit dem Großteil ihrer Besatzungen unter.

 
Kommandanten
27.02.37-07.08.38
KKpt/Fkpt Hans Hartmann
08.08.38-27.10.38
Kkpt.Rudolf Pufendorf
28.11.38-29.10.28
nicht besetzt
30.10.38-13.04.40
KKpt. Max Eckhart Wolff

 
 
Bauwerft:
Deutsche Werke Kiel
Kielegung:
25.10.1934
Stapellauf:
18.08.1935
Indienststellung:
27.02.1937
 

 
Probefahrten und Einsätze
Januar 1937
Dampf – und Standprobe an der Pier dt. Werke Kiel
Februar 1937
Werfterprobungsfahrten in der Ostsee
Georg Thiele wird für die 1.Z.-Division in Dienst gestellt.
März 1937
Mit eigener Besatzung zum ersten Mal Fahrt in die Ostsee nach Swinemünde.
Von dort aus in den nächsten Wochen Übungs- , Erprobungs- und Ausbildungsfahrten in die Ostsee durchgeführt .
April 1937
Meilenfahrt vor Pillau
Mai 1937
Ausbildungsabschnitt 1 in der Ostsee beendet
Juli 1937
Teilnahme an Verbandsübung des Befehlshaber der Aufklärungsstreitkräfte, anschließend Marsch durch den Kaiser-Wilhelm-Kanal zur Verbandsübung in der Nordsee.
Rückmarsch über Skagerrak nach Swinemünde
September 1937
Flottenverbandsherbstmanöver ,hierbei herrschte äußerst schlechtes Wetter.
31.3.1938
Sturmfahrt in der Nordsee
01.05.1938
Antritt einer Reise durch das Kattegat und Skagerrak
06.05.1938
Einlaufen in norwegischen Hardangerfjord vor Ulfik geankert.
10.05.1938
Rückmarsch in die Ostsee.
Nachdem eintreffen in Swinemünde wurde Georg Thiele Mitte Mai nach Kiel verlegt.
Dort wurde dann bei den dt. Werken Kiel die Brücke sowie das Vorschiff umgebaut.
22.08.1938
Teilnahme an der Flottenparade in der Kieler Förde zum Stapellauf des schweren Kreuzers Prinz Eugen.
Anwesend beim Stapellauf der ungarische Reichsverweser Admiral Horthy.
23.08.1938-30.08.1938
Manöver im Skagerrak.
November1938
Im Rahmen der Neugliederung der 1 Z.-Division zugeteilt.
Herbstmanöver in der Nord- und Ostsee.
08.12.1938
Ehrenbesuch in Kiel anlässlich des Stapellaufs des Flugzeugträgers Graf Zeppelin. Anschließend Verlegung nach Swinemünde.
09.12.1938
1.Z.-Disision aus Swinemünde ausgelaufen zur Hochsee- und EKK-Erprobung in der nördlichen Nordsee und im Atlantik.
Schweres Wetter teilweise Windstärken bis 12!!!
Ausländische Häfen wurden aus Geheimhaltungsgründen nicht angelaufen.
22.12.1938
Rückkehr nach Swinemünde.
März 1939
Teilnahme an Flottenmanövern die bis April andauerten.
Seesicherung während der Besetzung des Memellandes
18.04.1939
Auslaufen im Verband zur Durchführung von Übungen und Manövern im Nord- und Mittelatlantik. Besuch von ausländischen Höfen unter anderem im westlichen Mittelmeer.
27.04.1939
Einlaufen Ceuta
01.05.1939
Auslaufen Ceuta.
Vortsetzung der Übungen.
06.05.1939
Ankern in der Arosa- Bucht.
10.05.1939
Auslaufen Arosa-Bucht
13.05.1939
Kraftstoffübernahme in Vigo anschließend der Rückmarsch nach Deutschland.Ankunft 16.05.39.
30.05.1939
Ehrengeleit für die Heimkehrende Legion Condor auf KDF-Schiffen.
26.08.1939
Sundbewachung westliche Ostsee.
27.08.1939
Kollision zwischen Torpedoboot Tiger und Zerstörer Max Schultz.
Das Torpedoboot sinkt, Max Schultz wird von Georg Thiele mit 4sm nach Swinemünde geschleppt.

(Torpedoboot Tiger)
01.09.1939
Blockadeposition und Vorpostendienst in der östlichen Ostsee (vor Danziger Bucht und Hela)
17.09.1939
Verlegung von der Ostsee zur Außenjade vor Schilling.
29.09.1939
Nach Alarmmeldung durch die Zerstörer Paul Jacobi und Bruno Heinemann, welche von britischen Fliegern angegriffen worden sind, läuft die 1.Z-Flottille mit Georg Thiele zur Unterstützung in die dt. Bucht aus. Die Schiffe kehren aber bald darauf zurück, da die Flieger von den beiden Zerstörern bereits abgeschlagen wurden.
21.12.1939
Vorpostendienst auf Schilling Reede.
29.12.1939
Einlaufen Wilhelmshaven da Maschinenstörungen aufgetreten sind.
12.02.1940
Im Rahmen der Neugliederung des F.d.Z.- Verbandes der 1. Zerstörer-Flottille zugewiesen.
04.03-03.04.1940
Keine Einsätze der Zerstörer möglich auf Grund von strengem Frost und starken Eisgangs.
Nach Werftliegezeit in der Ostsee nun in Wilhelmshaven noch ohne Werfterprobung und Ausbildung.
Probefahrten in der Nordsee dabei sind Schäden an der Hauptkühlwasserpumpe Turbinenraum 2)aufgetreten. Zur Instandsetzung nach Bremen verlegt.
Bei Instandsetzungsarbeiten in Bremen auch Schäden an der Hauptkühlwasserpumpe im Turbinenraum 1 festgestellt. Nach Behebung Rückverlegung nach Bremerhaven.
06.04.1940
Beladung an der Columbuskaje mit Truppen und Gerät für das Unternehmen Weserübung.
09.04.1940
Einlaufen in Narvik und entladen der an Bord befindlichen Truppen an der Erzpier. Gegen Mitternacht ankern im Ballangenfjord.
10.04.1940
Anker gelichtet. Fahrt in Richtung Narvik zur Bekämpfung der inzwischen angreifenden britischen Zerstörer. Hierbei erhielt der Zerstörer Hunter mehrere Treffer durch die Zerstörer Georg Thiele und Bernd von Arnim. Nachdem Hunter noch von der manövrierunfähig geschossenen Hotspur gerammt wird sinkt Hunter. Georg Thiele hat ebenfalls mehrere Treffer erhalten. Durch die dabei entstanden Brände musste Georg Thiele das Gefecht abbrechen.
11.04.1940
Georg Thiele geht längsseits der Jan Wellem um Instandsetzungen durchzuführen.
13.04.1940
Angriff durch britischen Flottenverband auf Narvik. Georg Thiele und die anderen Zerstörer nehmen das Gefecht an, wobei Georg Thiele trotz eingeschränkter Manövrierfähigkeit durch die erlittenen Schäden den Hafen von Narvik verlässt.
 

Nachdem Georg Thiele die gesamte Munition verschossen hat wurde der nun erheblich beschädigte Zerstörer bei Sildvik auf die Felsen gesetzt und selbst gesprengt.
 

Angriff durch britischen Flottenverband auf Narvik. Georg Thiele und die anderen Zerstörer nehmen das Gefecht an, wobei Georg Thiele trotz eingeschränkter Manövrierfähigkeit durch die erlittenen Schäden den Hafen von Narvik verlässt.
 

Nachdem Georg Thiele die gesamte Munition verschossen hat wurde der nun erheblich beschädigte Zerstörer bei Sildvik auf die Felsen gesetzt und selbst gesprengt.
 


Z-3

 

Z-3 Max Schultz

 


 
Namensgeber
Max Konrad Felix Schultz
Korvettenkapitän Max Konrad Felix Schultz ist im Ärmelkanal an Bord seines Führerbootes V69, im Gefecht mit englischen Kreuzern, am 23.01.1917 gefallen. Er hat die 6. Torpedoflottille kühn und geschickt in dem Gefecht geführt. Sein Boot konnte trotz schwerer Schäden in den Hafen von Yjmuiden (Holland) eingebracht werden.

 
Kommandanten
08.04.1937-24.10.1938
KKpt. Baltzer
25.10.1938-22.02.1940
KKpt./FKpt. Claus Trampedach

 
 
Bauwerft:
Deutsche Werke Kiel
Kielegung:
02.10.1935
Stapellauf:
30.05.1935
Indienststellung:
08.04.1937
 

 

 
Probefahrten und Einsätze
Mitte April 1937
Auslaufen Ostsee zur Ausbildung, Meilenfahrt und Artillerie- /Torpedoübung
Juli 1937
Verbandsübung in der Ostsee
September 1937
Flottenherbstmanöver in der Nordsee. Starke Beeinträchtigung durch schlechtes Wetter.
31.03.1938
Sturmfahrt in der Nordsee
04.05.1938
Reise durchs Kattegat und Skagerrak
06.05.1938
Einlaufen in norwegischen Hardangerfjord vor Ulfik geankert
10.05.1938
Rückfahrt Swinemünde anschließend Verlegung nach Kiel zum Umbau des Vorschiffs und der Brücke
22.08.1938
Teilnahme an der Flottenparade in der Kieler Förde zum Stapellauf des schweren Kreuzers Prinz Eugen. Anwesend beim Stapellauf der ungarische Reichsverweser Admiral Horthy.
23.08.1938
Manöver im Skagerrak und in der Nordsee
30.08.1938
Manöver in der Nordsee beendet.
November 1938
Im Rahmen der Neugliederung der 1. Z-Flottille zugeteilt Herbstmanöver in der Nord- und Ostsee
08.12.1938
Ehrenbesuch in Kiel anlässlich des Stapellaufs des Flugzeugträgers Graf Zeppelin. Anschließend Verlegung nach Swinemünde.
09.12.1938
1.Z.-Disision aus Swinemünde ausgelaufen zur Hochsee- und EKK-Erprobung in der nördlichen Nordsee und im Atlantik. Schweres Wetter teilweise Windstärken bis 12!!!Ausländische Häfen wurden aus Geheimhaltungsgründen nicht angelaufen.
20.12.1938
Rückkehr nach Swinemünde
20.03.1939
Auslaufen zu einem Flottenmanöver welches bis April dauerte
23.03.1939
Beteiligung an der Besetzung des Memellandes
24.03.1939
Einlaufen Memel
18.04.1939
Durchführung von Manöver im Nord- und Mittelatlantik. Besuch von ausländischen Häfen unter anderem im westlichen Mittelmeer
27.04.1939
Ceuta eingelaufen
01.05.1939
Auslaufen Ceuta. Vortsetzung der Übungen.
06.05.1939
Ankern in der Arosa- Bucht
10.05.1939
Auslaufen Arosa-Bucht
13.05.1939
Kraftstoffübernahme in Vigo anschließend der Rückmarsch nach Deutschland.Ankunft 16.05.39.
30.05.1939
Ehrengeleit für die Heimkehrende Legion Condor auf KDF-Schiffen.
26.08.1939
Sundbewachung westliche Ostsee.
27.08.1939
Max Schultz rammt während der Sundbewachung das Torpedoboot „Tiger“. Z- 3 Max Schultz erlitt dabei schwere Beschädigungen am Bug, das Torpedoboot sank. Bei der Koolision wurden 2 Besatzungsangehörige der „Tiger“ getötet 6 weitere Verletzt. Die Überlebenden wurden Max Schultz gerettet. Der Zerstörer musste durch Z-2 Georg Thiele nach Swinemünde geschleppt werden.
29.08.1939
Reparatur der Rammschäden in den Oderwerken Stettin.
31.08.1939
Instandsetzung in Stettin
01.10.1939
Übungen in der Ostsee
02.10.1939
Unterbrechung der Übung zum Einholen von Prisen. Anschließend wegen Wetterverschlechterung in Swinemünde eingelaufen.
08.10.1939
Im Verband mit den Schiffen Gneisenau und diverser anderer Einheiten vorstoß in die deutsche Bucht bis zur Südküste Norwegens.
09.10.1939
Handelskriegführung im Skagerrak
10.10.1939
Beendigung der Handelskriegsführung
19.10.1939
Vorpostendivision in der deutschen Bucht
23.10.1939
Handelskriegsführung im Skagerrak
24.10.1939
Ankern auf der Jade
27.10.1939
Durchführung von Handelskriegsführung im Skagerrak und an der Südküste Norwegens. Durch zunehmenden Sturm machten die beteiligten Schiffe stark Wasser und mussten die Geschwindigkeit reduzieren.
28.10.1939
Abbruch des Unternehmens Rückverlegung in die deutsche Bucht. Turbinenexplosion auf Z-3 Max Schultz, 1 Toter 2 Verletzte. Max Schultz wird nach provisorischer Instandsetzung zur mehrwöchigen Reparatur der Maschinenanlage und der ebenfalls ausgefallenen artillerie-elektrischen Geräte entlassen.
11.01.1940
Erhält Befehl nach Wilhelmshaven zu verlegen
09.02.1940
Legen einer Minenspeere im Shipwash- Gebiet.
12.02.1940
Im Rahmen der Neugliederung des FDZ-Verbandes der 1. Zerstörer-Flottille zugewiesen.
19.02.1940
1 Z-Flottille ausgelaufen um heimkehrende Schlachtkreuzer verband aufzunehmen.
22.02.1940
Beginn Unternehmen „Wikinger“
(Vorstoß gegen britische Fischdampfer auf der Doggerbank)
Max Schulz ist nach einem irrtümlich durchgeführten Luftangriff der Luftwaffe auf eine nicht erkannte Minensperre gelaufen und gesunken. Kein Besatzungsmitglied konnte gerettet werden!


Z-4

 

Z-4 Richard Beitzen

 


 
Namensgeber
Kapitänleutnant Richard Beitzen
Kapitänleutnant Richard Beitzen war Chef der 14. Torpedobootshalbflottille. Bei der Rückkehr von einer Kontrollfahrt in der Helgoländer Bucht geriet seine Flottille in ein unbekanntes Minenfeld. Mehrerer Boote sanken nach Minentreffern. Richard Beitzen setzte sein Boot G87 zur Rettung der Überlebenden ein und wurde selber Opfer einer Mine.

 
Kommandanten
13.05.1937 - 15.05.1938
KKpt.Hans-Joachim Gadow
16.05.1938 - 24.10.1939
Kptlt./KKpt. Moritz Schmidt
25.10.1939 – 31.10.1939
nicht besetzt
01.11.1939 – 30.01.1943
KKpt./Fkpt. Hans von Davidson
31.01.1944- 01.1944
KKpt./FKpt. Hans Dominik
01.1944- 04.1944
nicht besetzt
04.1944 – 06.1944
Kptlt. Walter Lüdde-Neurath
06.1944 – 09.1944
KKpt. Rudolf Gade
09.1944 – 07.1945
KKpt./Fkpt. Helmut Neuss

 
 
Bauwerft:
Deutsche Werke Kiel
Kielegung:
07.01.1935
Stapellauf:
30.11.1935
Indienststellung:
13.05.1937
 

 


 
Probefahrten und Einsätze
April 1937
Dampf- und Standprobe .Werftprobefahrt in der Ostsee
Mai 1937
Indienststellung geplant wird aber um 2 Wochen verschoben
Indienststellung. Führerboot der 1.Zerstörer-Division Verlegung Swinemünde. In den folgenden Monaten Ausbildungs uind Erprobungsfahrten in der Ostsee
Juli 1937
Verbandsübung in der Ostsee
September 1937
Flottenherbstmanöver in der Nordsee. Starke Beeinträchtigung durch schlechtes Wetter
01.11.1937
Artillerie-Schiessabschnitt in der Ostsee
12.11.1937
Artillerie-Schiessabschnitt beendet im Anschluß Torpedoschießübung in der Eckernförder Bucht
04.05.1938
Reise durchs Kattegat und Skagerrak
06.05.1938
Hardangerfjord angelaufen. Ankern Ulvik.
10.05.1938
Rückfahrt nach Swinemünde. Anschließend Verlegung nach Kiel zum Umbau der Brücke und des Vorschiffs.
22.08.1938
Teilnahme an der Flottenparade in Kiel
23.08.1938
Manöver im Skagerrak und in der Nordsee
30.08.1938
Manöver in der Nordsee beendet
Oktober 1938
Richard Beitzen wird der TVA Eckernförde für die Durchführung von Torpedoschiessübung zur Verfügung gestellt.
November 1938
Im Rahmen der Neugliederung der 1.Z.-Division zugeteilt.
Herbstmanöver in der Nord- und Ostsee
08.12.1938
Ehrenbesuch der 1.Z-Division in Kiel . Anlass der Stapellauf des Flugzeugträger „Graf Zeppelin“. Anschließend Rückfahrt nach Swinemünde
09.12.1938
Auslaufen Swinemünde in den Nordatlantik (Seegebiet bei Island). Hochsee- und EKK- Erprobung (Erprobungskommando für Kriegsschiffneubauten). Windstärken teilweise bis 12.
Rückkehr zwischen dem 20.-22. 12 nach Swinemünde
20.03.1939 – April 1939
Flottenmanöver
Beteiligung an der Besetzung von Memel
Einlaufen Memel
Durchführung von Manövern im Nord- und Mittelatlantik. Besuch in ausländischen Häfen u.a. im westlichen Mittelmeer.
Einlaufen Ceuta
01.05.1939
Auslaufen Ceuta Fortsetzung der Übungen
06.05.1939
Ankern Arosa-Bucht
10.05.1939
Auslaufen. Fortsetzung der Übungen.
13.05.1939
Treibstoffergänzung in Vigo
16.05.1939
Rückkehr in die deutschen Heimathäfen.
30.05.1939
Ehrengeleit für die heimkehrende Legion Condor. Anschließend Rückmarsch in den Heimathafen.
26.08.1939
1.Z.-Division zur Sundbewachung in der westlichen Ostsee eingesetzt.
27.08.1939
Max Schultz rammt während der Sundbewachung das Torpedoboot „Tiger“. Z- 3 Max Schultz erlitt dabei schwere Beschädigungen am Bug, das Torpedoboot sank.
31.08.1939
Sundbewachung
01.09.1939
Blockadeposition und im Vorpostendienst in der östl. Ostsee, vor Danziger-Bucht und bei Hela eingesetzt.
12.09.1939
Auslaufen Swinemünde. Handelskriegsführung im Kattegat mit T 107.
14.09.1939
Handelskriegsführung beendet. Rückmarsch beider Einheiten nach Kiel. Auf dem Rückmarsch wurde ein in schwedischen Hoheitsgewässern ein abgeblendet fahrendes U-Boot gersichtet. Es handelte sich hierbei um das polnische U-Boot Wilk. Es wurde allerdings nicht angegriffen, da der Kommandant von einem schwedischen U-Boot ausging.
15.09.1939
Einlaufen Kiel
30.11.1939
In Bereitschaft auf Vorpostendienstauf Wilhelmshaven-Reede geankert.
05.12.1939
Als Reservezerstörer nach Schilling Reede verlegt.
13.12.1939
Sicherung für den leichten Kreuzer Leipzig nach dem dieser durch ein britisches U-Boot torpediert wurde.
14.12.1939
U-Jagd mit Zerstörer Bruno Heinemann, allerdings erfolglos. Anschließend einlaufen Wilhelmshaven
16.12.1939
Minenübernahme Schilling Reede.
17.12.1939
Für Minenunternehmen ausgefallen wegen einer Störung am Fahrventil. Minen wurden an Zerstörer Friedrich Eckholt übergeben. Anschließend zur maschinellen und schiffbaulichen Instandsetzung nach Kiel verlegt.
06.01.1940
Teilnahme in Unterstützungsgruppe für ein Minenunternehmen in der Themsemündung
10.01.1940
Auslaufen im Verband zum legen einer offensiven Minensperre vor Newcastle.
11.01.1940
Begleitung nach Wilhelmshaven für Zerstörer Friedrich Ihn nachdem dieser einen Maschinenschaden erlitten hat
25.01.1940
Auslaufen Wilhelmshaven zu einem Vorstoß in das Skagerrak. Unternehmen wird aufgrund von Wetterverschlechterung abgebrochen
27.01.1940
Festmachen Wilhelmshaven.
09.02.1940
Legen einer Minensperre im Shipwash-Gebiet
12.02.1940
Im Rahmen der Neugliederung der F.d.Z.-Verbandes der 1.Z.-Flottille zugewiesen.
19.02.1940
1.Z-Flottille ausgelaufen um einen Schlachtkreuzer verband aufzunehmen.
22.02.1940
Beginn Unternehmen „Wikinger“ (Vorstoß gegen britische Fischdampfer auf der Doggerbank). Abbruch nachdem 2 Zerstörer gesunken sind.
23.02.1940
Einlaufen Wilhelmshaven.
04.03.1940 -03.04.1940
Wegen strengen Frostes und Eisgang keine Einsätze der Zerstörer möglich.
04.04.1940
Im Rahmen des Unternehmens „Weserübung“ als Reservezerstörer eingesetzt.
10.04.1940
Auslaufen zur Aufnahme aus Norwegen heimkehrender Kriegsschiffe.
11.04.1940
Begleitung des Bergen-Verbandes bis zur Außenjade, anschließend wieder ausgelaufen um Schiffe aufzunehmen.
12.04.1940
Schlachtkreuzerverband bis zur Jade begleitet und mit diesen dort vor Anker gegangen.
18.04.1940
Der 5.Z.-Flottille zugeteilt.
29.04.1940
Minenunternehmen im Skagerrak
01.05.1940
Heimkehr Wilhelmshaven. Zur Maschineninstandsetzung in die Werft verlegt.
05.05.1940
Richard Beitzen wieder einsatzklar
09.05.1940
Auslaufen zum Minenunternehmen . Das Unternehmen wird aber abgebrochen, da sich mehrere feindliche Zerstörer und ein Kreuzer im Operationsgebiet befinden.
10.05.1940
Rückkehr Wilhelmshaven. Kurzinstandsetzung in der Westwerft.
12.05.1940
Wieder einsatzbereit
15.05.1940
Auslaufen Wilhelmshaven . Mittags wegen Sturmwarnung auf Reede vor Anker gegangen
17.05.1940
Mineneinsatz in der Nordsee.
18.05.1940
Nach Mineneinsatz zur erneuten Minenübernahme in Wesermünde eingelaufen.
19.05.1940
Mineneinsatz in der Nordsee
20.05.1940
Einlaufen Wilhelmshaven. Zur Reparatur der Schmierölpumpe in die Werft verlegt.
24.05.1940
Instandsetzung abgeschlossen. Verlegung nach Kiel zur Werftliegezeit.
21.09.1940
Werftliegezeit bei deutsche Werke Kiel beendet. Verlegung Swinemünde. Von dort aus Meilenfahrt, Ausbildung, Erprobungen und Übungen in der Ostsee bis Mitte Oktober 1940.
20.10.1940
Marsch von Cuxhaven Reede nach Frankreich.
22.10.1940
In Brest eingelaufen.
26.10.1940
Im Verband Vorstoß zur spanischen Nordküste. Da mehrere Zerstörer Störungen an der Maschinenanlage melden wird das Unternehmen aufgegeben.
08.11.1940
Vorstoß auf englische Südküste mit Z-Galster und Z-Lody. Aufgrund von Maschinenstörung auf einem der Zerstörer wurde das Unternehmen abgebrochen.
Für die nächsten 2 Wochen keine Zerstörereinsätze wegen Schlechtwetterperiode.
24.11.1940
Schlechtwetterperiode beendet. Auslaufen Brest zu einem Vorstoß in das Seegebiet um Plymouth.
25.11.1940
Kurz nach Mitternacht vor Plymouth. Dort mehrere Bewacher gesichtet. Deutscherseits wird kurz darauf das Gefecht eröffnet, wobei ein Bewacher sank. Anschließend wurden britische Dampfer beschossen. 1 Schif sank, ein ca. 10000 BRT Dampfer blieb nach Torpedierung durch Z-Karl Galster brennend liegen.
Vormittags einlaufen Brest.Bei dem nächtlichen Gefecht hat sich das neu eingesetzte Funkmeßgerät (EM II-Gerät)bewährt
27.11.1940
Geplanter Vorstoß in den Ärmelkanal muss nach 2 Stundemn wegen schlechtem Wetter abgebrochen werden.
28.11.1940
Beginn Zerstörer-Unternehmung „ Seydlitz“ . Vorstoß eines Zerstörerverbands in das Seegebiet vor Plymouth.
29.11.1940
Angriff auf kleinen britischen Geleitzug, wobei mehrere kleine Einheiten versenkt werden konnten. Gefecht mit zu Hilfe kommenden Zerstörern. Die HMS Javelin wurde dabei schwer beschädigt. Die deutschen Einheiten trugen nur leichte Schäden davon. Einlaufen Brest.

( HMS Javelin )
01.12.1940
Getriebeschaden. Richard Beitzen nicht einsatzbereit. Instandsetzung wird durchgeführt.
29.12.1940
Probefahrt in Brest.
21.01.1941
Marsch nach Rotterdam
22.01.1941
Minenübernahme
23.01.1941
Ausbringen der Minensperre „Weber“ vor der Südostküste Englands.
24.01.1941
Einlaufen Rotterdam
28.01.1941
Marsch nach Brest
30.01.1941
Einlaufen Brest
01.02.1941
Begleitung des schweren Kreuzers Admiral Hipper zu seinem 2. Atlantikunternehmen. In der äußeren Biskaya von Hipper entlassen. Rückmarsch Brest.
02.02.1941
Einlaufen Brest.
13.02.1941
Aufnahme des heimkehrenden Kreuzer Hipper nach erfolgreichem Unternehmen.
14.02.1941
Einlaufen Brest.
03.03.1941
Beitzen für einige Wochen nicht fahrbereit
16.03.1941
Verlegung nach Deutschland
18.03.1941
Einlaufen Kiel . Maschinenüberholung bis Anfang Juni 41
01.07.1941
Marsch nach Norwegen.
05.07.1941
Trondheim angelaufen zur Wasser- und Kraftstoffergänzung
06.07.1941
Weiterfahrt nach Tromsö
07.07.1941
Ankunft Tromsö
09.07.1941
Z-Richard Beitzen mit Z-Friedrich Eckholt und Tankschiff Weißenbug nach Kirkenes ausgelaufen
10.07.1941
Einlaufen Kirkenes
12.07.1941
Vorstoß zur Kola-Halbinsel. Dort mehrere kleine russische Einheiten versenkt
16.07.1941
Ankern Kirkenes
17.07.1941
Munitionsergänzung und kleinere Reparaturen.
22.07.1941
Vorstoss Murmanküste, gelegentliche Kesselausfälle dadurch bedingte Fahrtminderung.
24.07.1941
Gewassertes Flugboot versenkt. Rückmarsch. Ölergänzung im Bökfjord.
30.07.1941
Vorstoß mit 5 Zerstörern bis in Höhe Kolgaev. Unternehmen musste abgebrochen werden da starke Feindkräfte in diesem Seeraum tätig waren ( 2 Flugzeugträger, 2 schwere Kreuzer und diverse Zerstörer)
31.07.1941
Einlaufen Tanafjord , kurz darauf auslaufen zur Geleitsicherung von Transportschiffen nach Kirkenes.
05.08.1941
Sicherungseinsatz mit Z-Friedrich Eckholt für Truppentransporte nach Nordnorwegen.
09.08.1941
Auslaufen Bökfjord .Vorstoß Kildin-Insel/Kola-Fjord
10.08.1941
Beschuss durch Küstenbatterie, unter nebeln von der Küste abgesetzt. Angriff durch sowjetische Flugzeuge. Schäden an der Maschinenanlage durch Bombennahtreffer. Rückmarsch Narvik
14.08.1941
Rückmarsch Kiel um Werftreparatur durchzuführen
17.08.1941
Einlaufen Kiel. Beginn Instandsetzung.
13.12.1941
Taktische Verbandsübung in der Ostsee mit den schweren Einheiten Tirpitz, Scheer und Hipper und diversen leichten Einheiten.
14.12.1941
Ende der Übung
13.01.1942
Marsch mit Tirpitz nach Wilhelmshaven.
14.01.1942
Begleitung der Tirpitz auf der Fahrt nach Norwegen.
17.01.1942
Einlaufen Trondheim
18.01.1942
Rückverlegung in die Heimat
19.01.1942
Z.-Verband ankert im großem Belt
20.01.1942
Einlaufen Kiel
24.01.1942
Auslaufen im Verband. Verlegungsfahrt nach Frankreich.
25.01.1942
Z-Bruno Heinemann erhält Fernzündungsminentreffer und sinkt. Richard Beitzen und Paul Jacobi bergen Überlebende trotz Angriff durch Torpedoflieger. Richard Beitzen nimmt 188 Überlebende auf Paul Jacobi 34. Weitermarsch nach Le Havre
26.01.1942
Einlaufen Le Havre. Abgabe der Verwundeten und Schiffbrüchigen
27.01.1942
Weitermarsch nach Brest
28.01.1942
Einlaufen Brest
03.02.1942
Geleit für Transportschiffe
04.02.1942
Auslaufen mit Paul Jacobi und Prinz Eugen zum Kaliberschiessen in die Biskaya
11.02.1942
Teilnahme an dem Unternehmen „Cerberus“
 
13.02.1942
Einlaufen Bremerhaven
14.02.1942
Zwecks Reparaturarbeiten nach Deschimag Bremen verholt.
19.02.1942
Einsatzbereitschaft wiederhergestellt. Marsch nach Helgoland.
21.02.1942
Teilnahme am Unternehmen „ Sportpalast“. Verlegung von den schweren Kreuzern Scheer und Prinz Eugen nach Norwegen.
22.02.1942
Bergen angelaufen zur Kraftstoffergänzung anschließend Weitermarsch nach Trondheim.
23.02.1942
Im schweren Seegang den Anschluss an Prinz Eugen verloren. Rückkehr nach Bergen und dort erneut Kraftstoff übernommen. Prinz Eugen wird durch ein U-Boot beschädigt und muss ebenfalls nach Bergen zurückkehren. Abends im Verband Weitermarsch nach Trondheim.
 
24.02.1942
Einlaufen Trondheim
06.03.1942
Richard Beitzen liegt im Hafen von Trondheim wegen Turbinenschaden fest
11.03.1942
Verlegung in die Heimat
14.03.1942
In Bremen eingelaufen. Instandsetzung der Turbine bei Deschimag
03.05.1942
Turbineninstandsetzung beendet. Verlegung in die Ostsee.
11.05.1942
Taktische Übung in der Ostsee mit dem schweren Kreuzer Lützow und diversen anderen Einheiten
 
12.05.1942
Einlaufen Swinemünde
15.05.1942
Verlegung mit Lützow und anderen Einheiten nach Nordnorwegen
16.05.1942
U-Bootortung ! Richard Beitzen schert zur U-Jagd aus dem Verband. Jagd verlief ergebnislos.
17.05.1942
Einlaufen Kristiansand-Süd. Anschließend Minenlegen im westlichen Skagerrak
18.05.1942
Minenunternehmen abgeschlossen. Rückmarsch Kristiansand. Nach Brennstoffergänzung Weitermarsch nach Trondheim.
20.05.1942
Einlaufen Trondheim
24.05.1942
Marsch im Verband mit schwerem Kreuzer Lützow nach Nord-Norwegen
25.05.1942
Kraftstoff und Speisewasserergänzung im Skjome-Fjord bei den Tankern Dithmarschen und Pelagos.
26.05.1942
Ankern Bogenbucht
03.07.1942
Marsch mit Tirpitz und Hipper zum Altafjord

( Tirpitz im Altafjord )
04.07.1942
Beölung durch den Tanker Dithmarschen
05.07.1942
Teilnahme am Unternehmen „ Rösselsprung“ welches für die Zerstreuung des Konvois PQ 17 maßgeblich verantwortlich war
08.07.1942
Einlaufen Bogenbucht. Kraftstoffergänzung
17.08.1942
Vorstoß mit schweren Einheiten in die Barentssee.
18.08.1942
Rückmarsch Narvik
24.08.1942
Durchführen eines Minenunternehmens mit mehreren Einheiten im Eismeer
26.08.1942
Ankern Bogenbucht
29.08.1942
Aufnahme der zurückkehrenden Scheer aus der Karasee
31.08.1942
Einlaufen Kirkenes
01.09.1942
Verlegung nach Narvik
03.09.1942
Im Verband nach Kirkenes. Ankunft 05.09.1942
05.09.1942
Minen geladen. Auslaufen Minenunternehmen Karasee
08.09.1942
Kirkenes eingelaufen
11.09.1942
Verlegung Altafjord
01.10.1942
Minenübernahme
03.10.1942
Marsch nach Kirkenes
04.10.1942
Einlaufen Kirkenes
13.10.1942
Legen einer Minenspeere im weißen Meer
15.10.1942
Ankern Kaafjord
20.10.1942
Geleitschutz für Scheer nach Narvik
21.10.1942
Ankern Narvik
23.10.1942
Begleitung für Tirpitz und Scheer nach Trondheim
24.10.1942
Einlaufen Trondheim. Kraftstoffergänzung.
25.10.1942
Marsch mit Z- Friedrich Eckholt nach Narvik
26.10.1942
Einlaufen Narvik
28.10.1942
Begleitung für Hipper zum Altafjord
29.10.1942
Ankunft Altafjord
05.11.1942
Im Verband mit Hipper und anderen Einheiten zur Durchführung des Unternehmens „Hoffnung ausgelaufen ( Angriff auf alliierte Schiffe im Nordmeer)
07.11.1942
Unternehmen „Hoffnung“ beendet. Versenkungserfolg ein Tanker (Donbass). Einlaufen Altafjord
30.12.1942
Teilnahme am Unternehmen „ Regenbogen“
01.01.1943
Einlaufen Kaafjord
24.01.1943
Verlegungsfahrt nach Deutschland mit den schweren Einheiten Hipper und Köln
25.01.1943
Ankern Bogenbucht
28.01.1943
Weiterfahrt nach Trondheim
30.01.1943
Einlaufen Trondheim
04.02.1943
Auslaufen Trondheim. Verlegungsmarsch in die Ostsee.
06.02.1943
Bilden eines Suchstreifens mit Hipper und Z-37 zum Abfangen von Blockadebrechern. Hipper verlegt mit Z-29 und Z-30 nach Kiel. Richard Beitzen läuft mit Z-37 nach Kristiansand
26.02.1943
Geleit für Tanker Jasips nach Aarhus
28.02.1943
Ankunft Aarhus
23.03.1943
Verlegung von Drontheim nach Narvik
26.03.1943
Marsch nach Altafjord
02.04.1943
Verlegung nach Harstad
03.04.1943
Z-28 bei der Verlegung auf Grund gelaufen und musste von Richard Beitzen freigeschleppt werden.
27.04.1943
Geleit für Kreuzer Nürnberg nach Deutschland
28.04.1943
Einlaufen Trondheim
04.05.1943
Einlaufen Swinemünde. Beitzen hat seit seiner letzten Werftliegezeit in 525 Tagen 39200 zurückgelegt. Mehrmonatige Werftliegezeit.
22.10.1943
Auslaufen Kiel in die westliche Ostsee
24.10.1943
Einlaufen Kristiansand
26.10.1943
Marsch nach Bergen
27.10.1943
04.05h auf Unterwasserriff gelaufen. Richard Beitzen sitzt fest. Leichterung erst bei Wetterbesserung möglich
05.11.1943
Beitzen endlich freigekommen. Und nach Haugesund eingebracht
24.11.1943
Auslaufen Haugesund. Marsch nach Bergen
25.11.1943
Ankunft in Bergen. Beginn erster Reparaturarbeiten
18.12.1943
Verlegungsklar für Fahrt in die Heimatwerft. Aufgrund von schlecht Wetter in Koppervik fest
20.12.1943
Marsch nach Stavanger
21.12.1943
Im Geleit von M407 Verlegung nach Swinemünde
24.12.1943
Zur Instandsetzung in Swinemünde eingelaufen.
24.07.1944
Verzögerte Fertigstellung durch Maschinenstörung
05.08.1944
Wieder einsatzbereit. Verlegung nach Gotenhafen
06.08.1944
Gotenhafen ausgelaufen zwecks Zusammenschluss mit der Stammflottille.
08.08.1944
Zusammentreffen mit 5.Z.- Flottille im Oslofjord.
20.08.1944
Ausbringen einer Minensperre im Skagerrak
07.09.1944
Einzelübung im Skagerrak
12.09.1944
Verlegung nach Frederikshaven.Auslaufen Frederikshaven Marsch nach Oslo
17.09.1944
Einlaufen Oslo
18.09.1944
Durchführen eines defensiven Minenunternehmens mit mehreren Einheiten im westlichen Skagerrak
21.09.1944
Nachtübung im Oslofjord
23.09.1944
Oslo zur Kurzinstandsetzung angelaufen.
26.09-29.09.1944
Diverse Übungen im Seegebiet um Oslo
02.10.1944
Minenunternehmen mit mehreren Einheiten im Skagerrak. Anschließend einlaufen in Oslo.
03.10.1944
5.Z.-Flottille verlegt von Oslo nach Frederikshaven. Abends ausgelaufen zum Marsch nach Horten.
04.10.1944
Ankern Oslofjord
05.10.1944
Ausbringen der Minensperre „ Vespusia“ im westlichen Skagerrak
07.10.1944
Übung im Skagerrak
08.10.1944
Einlaufen Kopenhagen.
09.10.1944
Torpedoschiessen im Skagerrak
10.10.1944
Einlaufen Oslo
15.10.1944
Geleitaufgabe Oslofjord- Kattegat
22.10.1944
Sicherung von Truppentransport im Skagerrak
23.10.1944
Rückgeleit zum Oslofjord. Bei dem Transfer gegen Mitternacht von Flugzeugen angegriffen worden. Keine Schäden.
24.10.1944
Im Verband Geleitaufgaben wahrgenommen
26.10.1944
Erneut Geleitaufgabe mit Z.-Karl Galster und Z.-Friedrich Ihn
29.10.1944
Beendigung Geleiteinsatz für Truppentransporter. Einlaufen Horten
30.10.1944
Geleit im Verband für Truppentransporter zum Kattegat
31.10.1944
Einlaufen Horten
03.11.1944
Mit Z.-Friedrich Ihn ausgelaufen um Truppentransporter bis zum Kattegat zu geleiten.
04.11.1944
Einlaufen Frederikshaven
05.11.1944
Geleitaufgaben im Verband mit Z.-Karl Galster und und Z.-Friedrich Ihn für Transporte vom Kattegat zum Oslofjord. Beim Einlaufen in Horten leichte Grundberührung (Schraube leicht beschädigt). Richard Beitzen muss eingedockt werden.
07.11.1944
Zum eindocken von Horten nach Oslo verlegt.
09.11.1944
Richard Beitzen wieder voll einsatzbereit. Verlegung nach Horten.
06.12.1944
Eine Ersatzwelle musste bei Richard Beitzen eingebaut werden. Durchführung Probefahrt steht an.
10.12.1944
Probefahrt unbefriedigend verlaufen. Eindocken Oslo.
17.12.1944
Erneut Probefahrt. Welle schlägt immer noch.
19.12.1944
Nach durchgeführter Probefahrt Richard Beitzen wieder bedingt einsatzfähig
20.12.1944
Geleitaufgabe wahrgenommen.
21.12.1944
Einlaufen mit Geleit in Frederikshaven
26.12.1944
Marsch im Verband mit T-Booten und Z.- Friedrich Ihn und Geleit nach Oslo.
27.12.1944
Geleit für südgehenden Verband
28.12.1944
Wiederholt durch feindliche Flieger angegriffen. Im südlichen Skagerrak Hilfeleistung und Brandbekämpfung für brennenden Tanker Orion
29.12.1944
Einlaufen Frederikshaven mit „Orion“. Anschließend Weitermarsch nach Aarhus.
31.12.1944
Geleit für Nordwärts fahrende Schiffe. Richard Beitzen musste wegen Maschinenschaden umkehren
01.01.1945
Richard Beitzen liegt wegen Maschinenschaden in Aarhus fest.
02.01.1945
Wieder einsatzklar
06.01.1945
Begleitung für Transporter nach Oslo
10.01.1945
Geleit für südgehende Schiffe
12.01.1945
Richard Beitzen fährt mit hohem Tempo von Frederikshaven nach Hoisandbad
13.01.1945
Mit T-17 Geleit von Hoisandbad nach Frederikshaven Abends mussten wiederholt Luftzangriffe abgewehrt werden.
14.01.1945
Einlaufen Frederikshaven
15.01.1945
Übernahme einer Ersatzwelle. Fahrt nach Oslo
16.01.1945
Verschiedene Nord-Süd Geleite. Anschleißend einlaufen Oslo zum reparieren der beschädigten Steuerbordwelle.
15.02.1945
Voll einsatzklar
23.02.1945
Mit Geleit Hansa I und Isar von Oslo kommend in Frederikshaven eingelaufen
26.02.1945
Sicherung mit Z.-Friedrich Ihn für Transporter Isar nach Oslo
02.03.1945
Begleitung für Transporter Isar. Aufgrund von Bombentreffer erhält die Isar einen Ruderausfall. Richard Beitzen leistet Hilfe
03.03.1945
Nach 3 Stündigen Luftangriffen und erneuten Bombentreffer auf Isar nach Oslo zurückgekehrt
05.03.1945
Geleit für Transporter Bretagne nach Frederikshaven.
06.03.1945
Begleitung für die Minenschiff Lothringen und Ostmark von Frederikshaven nach Kristiansand-Süd.
07.03.1945
Einlaufen Kristiansand-Süd
08.03.1945
Geleitschutz für Transporter Bretagne nach Frederikshaven
09.03.1945
Ankunft Frederikshaven
11.03.1945
Sicherung für nach Norden laufenden Transport. Dabei heftigen Luftangriffen ausgesetzt.
12.03.1945
Einlaufen Oslofjord
13.03.1945
Für Geleitdienst Oslo – Frederikshaven eingesetzt.
14.03.1945
Ankunft in Frederikshaven
15.03.1945
Geleit für Transporter Bretagne
16.03.1945
Einlaufen Oslo
18.03.1945
Wiederum Geleit für Bretagne diesmal Zielhafen Frederikshaven
22.03.1945
Mit geleitetem Transporter Bretagne in Oslo eingelaufen. Überholung der Maschinenanlage und Austausch von beschädigten Fla-Waffen.
31.03.1945
Geleit für Hansa I. Durch britische Kampfflieger angegriffen.
02.04.1945
Begleitung für nordgehenden Geleit.
04.04.1945
Marsch zum Oslofjord
09.04.1945
Richard Beitzen und T-20 sichern nach Norden fahrenden Geleit. Durch Bomber angegriffen worden wobei T-20 Schäden durch Bordwaffen erlitt.
11.04.1945
Begleitung für nach Süden fahrende Schiffe
12.04.1945
Geplantes Minenunternehmen musste wegen schlechtem Wetter abgesagt werden. Einlaufen Kristiansand. Richard Beitzen wird wieder zum Geleitdienst eingesetzt.
16.04.1945
Geleit für mehrere Einheiten zum Oslofjord
18.04.1945
Mit RO 1 von Oslo nach Frederikshaven
24.04.1945
Sicherung für einen nach Oslo fahrenden Geleitzug. Nachts durch Feindflieger angegriffen und durch Bombennahtreffer erhebliche Schäden an Kessel- und Hilfsmaschinenräume. Mehrere Wassereinbrüche. Schäden an den Aufbauten sowie der Steuerbord-Bordwand. Fahrtreduzierung auf 15 Kn. Richard Beitzen musste nach Ankunft in Oslo eingedockt werden.
09.05.1945
Bedingungslose Kapitulation
14.05.1945
In Oslo außer Dienst gestellt und von der Royal Navy übernommen. Besatzung ins Kriegsgefangenenlager gebracht.
Sommer 45 Provisorische Herstellung der Seetüchtigkeit und Verlegung nach England. Da eine Reparatur der Schäden nicht lohnte wurde Richard Beitzen in den nächsten 2 Jahren nach und nach ausgeschlachtet.
1947
abgewrackt!


Quellen

http://de.wikipedia.org/wiki/Zerst%C3%B6rer_1934 (Letzter Zugriff am 03.04.2011)
http://en.wikipedia.org/wiki/German_Wor ... destroyers (Letzter Zugriff am 03.04.2011)
http://www.deutschekriegsmarine.de/haup ... _1934.html (Letzter Zugriff am 03.04.2011)
http://www.wehrmacht-history.com/kriegs ... 1934-a.htm (Letzter Zugriff am 03.04.2011)
viewtopic.php?f=631&t=10087 (Letzter Zugriff am 03.04.2011)
http://www.german-navy.de/kriegsmarine/ ... index.html (Letzter Zugriff am 03.04.2011)
http://www.ww2ships.com/germany/d-dd-001-b.shtml (Letzter Zugriff am 03.04.2011)

Autor: größenwahn / Hasso von Manteuffel / Freiherr von Woye



Das Thema

Deutsche Hilfskreuzer und
Schnellboote

 

 


Vorwort

Schon seit sehr früher Zeit, waren sehr viele Handelsschiffe den Angriffen von Piraten und feindlich gesinnten Nationen ausgesetzt. Viele Schiffe wurden gekapert, Besatzungen getötet oder versklavt, Mitreisende welche über die nötigen Mittel verfügten, konnten sich freikaufen. Selbst ein genialer Stratege und Feldherr wie Gaius Julius Caesar musste einmal als Geisel in Gefangenschaft leben. Schon bald begannen die Seefahrernationen ihre Handelsschiffe zu bewaffnen um sich gegen Piraten, Kaperfahrer oder fremde Kriegsschiffe zur Wehr zu setzen. Kaperfahrer waren in der Regel "Privatleute", die von der Krone des jeweiligen Landes per Kaperbrief autorisiert wurden, Handelsschiffe des Gegners aufzubringen. Dies hatte natürlich zur Folge, dass der betroffenen Nation die Ressourcen wie Gold oder sonstiges entgingen und die Wirtschaft dadurch schädigte. Ein wichtiger Aspekt für die spätere Schaffung der Hilfskreuzer. Einer der bekanntesten Kaperfahrer, war der später geadelte Sir Francis Drake mit seinem Schiff "Golden Hind".

 

Man könnte also durchaus die Kaperfahrer der Kolonialzeit als die ersten "Handelsstörer" bezeichnen, da es ihre Aufgabe war, gegnerische Schiffe aufzubringen und als Prise zu bringen. Die eigentliche Geschichte der Hilfskreuzer beginnt allerdings erst im ersten Weltkrieg. Beginnen wir mit der Frage: Was ist überhaupt ein Hilfskreuzer?

 

Hilfskreuzer waren nichts anderes, als normale, ungepanzerte Handelsschiffe, die man bewaffnet hatte um der gegnerischen Handelsmarine den größtmöglichen Schaden zuzufügen. Zu diesem Zweck war die Bewaffnung getarnt, so dass das der Hilfskreuzer auf einen gegnerischen Kapitän wie ein "harmloses" Handelsschiff vorkommen musste. Auf diese Weise wollte die Marine erreichen, in unserem Fall der kaiserlichen und später der Kriegsmarine, das der Mangel an schweren oder leichten Überwasserkampfeinheiten im Vergleich zu den Alliierten, kompensiert wurden. Denn die Homefleet war der deutschen Marine, zahlenmäßig, in beiden Kriegen weit überlegen. Die Hilfskreuzer waren mehr oder weniger autark, versorgten sich in der Regel aus den Prisen die sie aufbrachten und waren länger auf See als die regulären Schiffe der Marine, was demnach auch deren Aktionsradius erhöhte. Allerdings waren sie auch leichter verwundbar, da sie praktisch über keinerlei Panzerung verfügten. Später hatten sie auch gelegentlich die Aufgabe, deutsche U-Boote mit Vorräten und Treibstoff zu versorgen. Die SMS Meteor war im Frühjahr 1915 zum ersten Mal als Hilfskreuzer, getarnt als normaler Frachtdampfer für den Minen- und Kreuzerkrieg eingesetzt worden. Aufgrund der Erfolge der Meteor entschied sich der Stab der Hochseeflotte, ein weiteres Fahrzeug nach seinem Vorbild auszurüsten, das allerdings bis weit in den Südatlantik hinein Kreuzerkrieg führen sollte.


1. Weltkrieg

 

Der erste Weltkrieg

Zuerst möchte ich mich mit den Einsätzen der deutschen Hilfskreuzer beschäftigen. Insgesamt gab es in den Jahren 1900-1918 17 umgebaute Hilfskreuzer. Ich werde mich auf die Einsätze der Hilfskreuzer SMS Greif, SMS Möve sowie SMS Wolf beschränken, da sie die bekanntesten Hilfskreuzer darstellen.

 

SMS Greif

 

Die "Greif" hieß ursprünglich "Guben" lief 1914 vom Stapel und wurde 1915 von der kaiserlichen Kriegsmarine beschlagnahmt und zum Hilfskreuzer umgebaut. Ihre Bewaffnung bestand aus:


 
4 × 15-cm-Sk (600 × 15-cm Granaten)
1 × 10,5-cm-Sk (200 × 10,5-cm-Granaten)
2 Torpedorohre ∅ 50 cm (12 × 50-cm-Torpedos

Sie war rund 5.000 Brt groß und konnte knapp 13 Knt. laufen was ihr eine Reichweite von max. 35 000 Seemeilen verlieh. Die Besatzung bestand aus 10 Offizieren und 297 Seeleuten. Am 23. Januar wurde die ehemalige "Guben" als SMS "Greif" in Dienst gestellt und sollte den Handelskrieg im Südatlantik sowie dem Indik führen. Sie führte zu diesem Zweck 600 Schuss 15 cm und 200 Schuss 10,5 cm Munition sowie 12 Torpedos mit sich und verließ das Kaiserreich am 27.02.1916, getarnt als der norwegische Frachter "Rena" und wurde von U 70 begleitet, das ihm Geleitschutz geben sollte. Bereits 2 Tage später, also am 29.02 wurde die "Greif" von den beiden britischen Hilfskreuzer HMS "Alcantara" und HMS "Andres", sie gehörten zur Tenth Cruiser Squadron unter Rear-Admiral Dudley de Chair und waren Teil des äußeren Sicherungsrings der britischen Nordseeblockade, gesichtet und zum Stoppen aufgefordert. Als ein Inspektionsteam den als "Rena" getarnten Hilfskreuzer inspizieren wollte, hisste dieser die Reichskriegsflagge und eröffnete das Feuer auf die "Alcantara". Sie war beiden Schiffen unterlegen, suchte aber ihr Heil in der Ansicht, Angriff ist die beste Verteidigung. Sie erzielte mehrere schwere Treffer auf der "Alcantara" wurde aber selbst so schwer getroffen, das der Kommandeur, Fregattenkapitän Tietze, sich genötigt sah, 38 min nach Gefechtsbeginn, den Befehl zum Verlassen zu erteilen. Der größte Versenkungserfolge der "Greif" war auch gleichzeitig ihr einziger, denn ihr Kontrahent, die "Alcantara" sank nur eine knappe Stunde später als der deutsche Hilfskreuzer, deren Kommandant ebenso fiel, wie 4 weitere Offiziere. 197 Seemänner teilten ihr Seemannsgrab.

Versenkung(en) HMS "Alcantara" (Hilfskreuzer 16 034 Brt) 29,02,1916. So endete die erste und einzige Fahrt der SMS "Greif" nach bereits 2 Tagen!

 

SMS Möve

 

Die "Möve" lief 1914 als Bananendampfer "Pungo" in Geestemünde vom Stapel und wurde schon kurz darauf von der Kriegsmarine beschlagnahmt und, als der künftige Kapitän Korvettenkapitän Nikolaus Graf zu Dohna-Schlodien das Schiff begutachtete zum Hilfskreuzer umgebaut. Ihre Bewaffnung bestand aus:


 
4 x 15 cm Sk
1 x 10,5 cm Sk
2 Torpedorohre 50 cm, ab 1916 4 Torpedorohre
500 Minen

Sie konnte bei einer Geschwindigkeit von 12 Knoten rund 8 700 Seemeilen laufen, was eine beträchtliche Entfernung darstellte, ihre Besatzung bestand aus 10 Offiziere und 223 Seeleute. Sie lief am 30.12.1915, getarnt als der schwedische Frachter "Sagoland", gedeckt durch das U-Boot 68 aus Wilhelmshaven aus und legte Anfang Januar 1916 bei Kap Wrath (Nordschottland) 10 Minensperren. Das britische Einheitslinienschiff HMS "King Edward VII" lief auf diese Sperre und sank. Die restlichen Minen legte die Möve vor der Gironde- und Loiremündung.
Ab dem 10. Januar 1916 begann für die "Möve" der Handelskrieg im Atlantik. Sie tarnte sich abwechselnd als das britische Handelsschiff "Sutton Hall" oder als die "Theodore Monte" aus Marseille. So getarnt gelang es der "Möve" in den nächsten Wochen ihrer Fahrt 14 feindliche Schiffe und einen Segler aufzubringen:


 
"Farringford" 3146 BRT
"Dromonby" 3627 BRT
"Author" 3496 BRT
"Trader" 3608 BRT
"Appam"
(mit Prisenbesatzungen und
zivilen Gefangenen in neutralen USA entlassen)
7781 BRT
"Ariadne" 3000 BRT
"Clan MacTavish" -----
Kohlendampfer "Corbridge"
(diente als Kohleversorger)
-----

Zusätzlich versenkte die "Möve" auf ihrer ersten Feindfahrt 63.000 Brt und kehrte Anfang März 1916 nach Deutschland zurück. Am 22. November 1916 trat die "Möve" ihre zweite Reise in den Atlantik an. Sie wurde dabei durch "U 58", "UC 29" und "UC 30" bis nach Norwegen begleitet um dann ihre Fahrt in den Atlantik fortzusetzen. Auch diese Reise sollte wieder sehr erfolgreich werden. Insgesamt 21 Dampfer und 3 Segler wurden von ihr aufgebracht. Der britische Dampfer "St. Theodore", von der "Möve" aufgebracht, diente unter dem Namen "Geier" als deutscher Hilfskreuzer und versenkte sich 1917 selbst, als ihm die Kohlevorräte ausgingen. Am 10. März traf die Möve auf den britischen Dampfer "Otaki", der über ein 10,2-cm-Heckgeschütz verfügte und eine ausgebildete Mannschaft der Royal Navy. Ihr Kommandant, Kapitän Archibald Bissett-Smith, nahm das Gefecht auf, in dessen Verlauf die "Otaki" in Brand geschossen wurde und kenterte, 6 britische Seeleute kamen ums Leben. Auf der "Möve" waren fünf Tote und zehn Verwundete zu beklagen.
Der britische Frachter "Yarrowdale" wurde nach seiner Kaperung als Hilfskreuzer umgerüstet und begann seine Feindfahrt als "Leopard" wurde jedoch schon kurz nach dem Auslaufen versenkt. Am 14. März 1917 kam es zum letzten Gefecht mit einem britischen Dampfer. Die "Govenor" versuchte mit ihrem Heckgeschütz den deutschen Hilfskreuzer auf Distanz zu halten, was ihr aber nicht gelang. Da auf der "Möve" inzwischen 800 Gefangene waren, brach der Kommandant die Kaperfahrt ab und fuhr zurück nach Deutschland. Den Rest des Krieges wurde SMS "Möve" als Sperrbrecher 10 in der Ostsee eingesetzt und nach dem Kriege an die Briten übergeben. Sie diente sogar im zweiten Weltkrieg als Transportschiff "Oldenburg" wo sie dann am 7. April 1945 in Norwegen das Schiffschicksal in Form eines Luftangriffes ereilte und versenkt wurde.

1. Weltkrieg II

 

SMS Wolf

 

Die "Wolf" lief im Jahre 1913 als "Wachtfels" vom Stapel und wurde 1915 von der kaiserlichen Marine zum Hilfskreuzer umgebaut. Ihre Bewaffnung bestand aus:


 
7 × 15 cm Sk
3 × 5,2 cm Sk
4 Torpedorohre ∅ 50 cm
465 Minen
1 Bordflugzeug Friedrichshafen FF 33e ("Wölfchen")

Nach dem umfangreichen Umbau war es am 30. November endlich soweit - die SMS "Wolf" stach unter dem Kommando von Fregattenkapitän Karl August Nerger (siehe Bild) in See und fuhr entlang der norwegischen Küste in stieß in den Nordatlantik, umfuhr Island nördlich durch die Dänemarkstraße und ging später auf Südkurs. Nach der Fahrt durch den Atlantik umrundete sie das Kap der guten Hoffnung, erfüllte eine ihr gestellten Aufgabe und legte zahlreiche Minen, und durchfuhr dann den Indischen Ozean mit Ziel südasiatische Küste. Zusätzlich zu den 347 Männern befanden sich auch erstmals 2 Piloten an Bord (Leutnant z.S.d.R. Alexander Stein, und Oberflugmeister Paul Fabeck), die das Bordflugzeug "Wölfchen" steuern sollten. Aufgabe war es, feindliche Handelsschiffe, die außerhalb der Sichtweite der "Wolf" fuhren, zu sichten und zu melden.


Fregattenkapitän Nerger


das "Wölfchen"

Nachdem sie in Höhe Kapstadt bereits 2 Handelsschiffe aufgebracht hatte, gelang es der "Wolf" am 27.02.1917 den britischen Dampfer "Turitella" (ehemals "Gutenfels") zu kapern und zum Hilfskreuzer "Iltis", bewaffnet mit einer 1 × 5,2 cm Sk L/55 (200 Schuss) und 25 Minen unter dem Kommando von Kapitänleutnant Iwan Brandes auszurüsten und auf selbständige Kaperfahrt zu entlassen. Die "Iltis" wurde jedoch bereits am Morgen des 5. März 1917 von der britischen Sloop HMS Odin der Cadmus-Klasse entdeckt, die mit sechs 4-inch-Kanonen bewaffnet war. Dem Herannahen des Kreuzers HMS "Fox" war die Iltis in keinster Weise gewachsen und sah sich der Kommandant gezwungen, das Schiff selbst zu versenken und wurde interniert. Dennoch konnte die "Iltis" einen kleinen, wenn auch nicht schwerwiegenden Erfolg verbuchen. Die beiden Dampfer "Danubian" und "Hong Moy" liefen auf die von Iltis ausgelegte Minensperre, konnten jedoch den Hafen von Aden erreichen.


Die Besatzung der "Wolf"

Die "Wolf" indessen setzte ihre Fahrt fort und brachte insgesamt 35 Handelsschiffe und 2 Kriegsschiffe auf oder versenkte sie. Eine besondere Episode ist die Kaperung des japanischen Frachters "Hitachi Maru" am 26.07.1917. Dieser weigerte sich zunächst zu kapitulieren oder gar beizudrehen. Erst nach zahlreichen Treffern entschloss sich ihr Kapitän Seizu Tominaga aufzugeben, 18 Seeleute verloren ihr Leben bei dieser Aktion. Das tragische bei dieser Kaperung war, das der Kapitän der "Hitachi Maru" im Februar 1918 Selbstmord beging, in dem er über Bord sprang. In einem Abschiedsbrief begründete er diesen Schritt, mit der Schande der Kapitulation und der Übergabe seines Schiffes! Man konnte also schon damals erkennen, wie ernst ein japanischer Mann bzw. Soldat die Schande der Kapitulation nahm! Nach 451 Tagen kehrte die "Wolf" im Februar 1918 mit 467 Kriegsgefangenen in ihren Heimathafen Kiel zurück. Das Schiff hatte damit die längste Feindfahrt eines Kriegsschiffes ohne Unterstützung von außen im Ersten Weltkrieg unternommen. Die gesamte Versorgung mit Kohle, Lebensmitteln und anderen Materialien wurde von den aufgebrachten Prisen geholt. Kapitän Nerger wurde nach der Rückkehr von SMS Wolf mit dem Orden Pour le Mérite ausgezeichnet und zum Befehlshaber der Vorpostenboote in der Nordsee ernannt. Die restliche Besatzung erhielt das Eiserne Kreuz.

 

 
Britischer Dampfer "Matheran" vor Kapstadt 26. Januar 1917 durch Mine
Britischer Dampfer "Tyndareus" vor Kap Agulhas 6. Februar 1917 durch Mine
Britischer Dampfer Worchestershire vor Colombo 17. Februar 1917 durch Mine
Britischer Dampfer Cicilia vor Kapstadt 18. Februar 1917
Britischer Dampfer Perseus vor Colombo 21. Februar 1917
Britischer Dampfer Turritella Indischer Ozean durch Wolf aufgebracht am 27. Februar 1917
Britischer Dampfer Jumna, 4,152 BRT Indischer Ozean durch Wolf versenkt 1. März 1917
Britischer Dampfer Wordsworth, 3,509 BRT Indischer Ozean durch Wolf' versenkt 11. März 1917 östlich der Seychellen
Brigg Dee aus Mauritius, 3-Mastbark Indischer Ozean durch Wolf versenkt 30. März 1917
Spanischer Dampfer E. de Eizaguirre vor Kapstadt 25. Mai 1917 durch Mine
Neuseeländischer Dampfer Wairuna Südpazifik durch Wolf versenkt 2. Juni 1917
Britischer Dampfer City of Execeter vor Bombay 11. Juni 1917
US-amerikanischer Dampfer Winslow Südpazifik durch Wolf versenkt 16. Juni 1917
Japanischer Dampfer Unkai Maru vor Bombay 17. Juni 1917 durch Mine
Britischer Dampfer Mongolia vor Bombay 23. Juni 1917 durch Mine.
Australischer Dampfer Cumberland Gabo Island/Südost-Australien 6. Juli 1917 durch Mine
US-amerikanische Bark Beluga Südpazifik durch Wolf versenkt 9. Juli 1917
US-amerikanische Bark Encore Südpazifik durch Wolf versenkt 15. Juli 1917
Britischer Dampfer Okhla vor Bombay 29. Juli 1917 durch Mine
Australischer Dampfer Matunga Südpazifik durch Wolf versenkt 6. August 1917
Britischer Dampfer City of Athens vor Kapstadt 0. August 1917 durch Mine
Britischer Dampfer Bhamo vor Kapstadt 26. August 1917 durch Mine
Neuseeländischer Dampfer Port Kembla vor Wellington 18. September 1918 durch Mine
Japanischer Dampfer Hitachi Maru Indischer Ozean durch Wolf versenkt 26. September 1917
Spanischer Dampfer Igotz Mendi durch Wolf im Indischen Ozean
am 10. November 1917 aufgebracht
als Prise durch Strandung
in dänischen Gewässern vor Skagen verloren Februar 1918
Britischer Dampfer Croxteth Hall vor Bombay 17. November 1917 durch Mine
US-amerikanische 3-Mast Bark John H. Kirby, 1,395 BRT Indischer Ozean urch Wolf versenkt 30. November 1917
320 sm SO von Port Elisabeth
Französische 3-Mastbark Maréchal Davout, 2.297 BRT Atlantik durch Wolf versenkt 15. Dezember 1917
Norwegische Bark Storebror Atlantik durch Wolf versenkt 4. Januar 1918
Neuseeländischer Dampfer Wimmera vor North Cape, Neuseeland 27. Juni 1918 durch Mine

Zu guter Letzt, möchte ich noch kurz auf eine Besonderheit der maritimen Kriegsführung eingehen, den sogenannten "U-Bootfallen" (brit. Q-Ships). ich erwähne sie deshalb, weil diese Schiffe nichts anderes waren, als bewaffnete Handelsschiffe, deren Aufgabe es war, feindliche U-Boote zum Auftauchen zu zwingen um das torpedierte Ziel mit dem Deckgeschütz zu vernichten. Die Royal Navy wusste, das Torpedos teuer waren und die deutschen U-Bootkapitäne die scheinbar leichten Ziel lieber mit dem Deckgeschütz versenkten. Ferner mussten Schiffe, auch neutrale, nach der geltenden Prisenordnung durchsucht werden, daher war das Auftauchen unumgänglich. Diese Taktik war theoretisch durchaus erfolgversprechend, doch letztendlich blieb ihr Erfolg eher gering. Von den 178 versenkten deutschen U-Booten konnten nur 14 von diesen Q-Ships versenkt werden, ein Q-Ship schaffte es sogar, das britische U-Boot HMS "J6" zu vernichten.


das britische Q-Ship HMS "Tamarisk"

Auch die Kaiserliche Marine setzte dieses U-Bootfallen ein, ihr Einsatz erwies sich als wenig erfolgreich. In der Ostsee operierten insgesamt fünf deutsche U-Boot-Fallen, Schiff K, "Kronprinz Wilhelm", beschädigte das russische U-Boot Gepard schwer. Das Schiff H, "Hermann", wurde im Juni 1916 während einer Geleitzugschlacht von russ. Zerstörern versenkt. Eine weitere U-Boot-Falle, die vermutlich auch in der Ostsee operierte, war das Hilfsschiff A, der Dampfer Alexandra, über sie sind aber keine genauen Daten bekannt. Auf der Doggerbank operierte 1916–1917 die Gruppe Schlieder unter Oberleutnant zur See Viktor Schlieder mit den drei Vorpostenbooten Bismarck, Kehdingen und Dithmarschen, allerdings ergebnislos. Damit endeten die Einsätze der getarnten und bewaffneten Handelsschiffe und erst wieder in den Operationen im zweiten Weltkrieg, machten sie wieder von sich reden.



2. Weltkrieg

Nachdem Adolf Hitler mit seiner NSDAP die Macht in Deutschland übernommen hat, brachen für die Reichswehr, später Wehrmacht, glorreiche Zeit an, da ein umfassendes Aufrüstungsprogramm, auch unter Verletzung der Versailler Veträge, gestartet wurde. Dennoch waren die maritimen Kräfte niemals einem Kampf gegen seinen grössten Gegner, der Royal Navy gewachsen. Hitler hatte den Größen der Kriegsmarine versprochen, das ein weiteres, noch gewaltigeres Flottenprogramm (unter anderem dem sogenannten Z-Plan) starten würde und ein Krieg gegen die Briten auf keinen Fall vor 1941 beginnen würde. So war die Kriegsmarine 1939 bei Kriegsbeginn kaum in der Lage der Royal Navy Paroli zu bieten. In den ersten beiden Kriegsjahren griff man auf ein Konzept aus dem ersten Weltkrieg zurück um die Handelsschifffahrt der Briten zu unterbinden und rüstete erneut Handelsschiffe aus und bewaffnete sie. Die Hilfskreuzer waren zurück, hier wird ihre Geschichte erzählt:

 

Hilfskreuzer "Atlantis" (HSK 2)

 


 
Schiffsmaße und Besatzung
Länge : 155 m
Breite : 18,7 m
Tiefgang : max. 8,7 m
Verdrängung : 17.600 t
Vermessung : 7.862 BRT
Besatzung : 351 Mann + 4 Prisenoffiziere

Der Hilfskreuzer "Atlantis" lief 1937 als "Goldenfels" vom Stapel. Nach Beginn des Krieges wurde sie beschlagnahmt und nach einer Rekordumbauzeit von 99 Tagen unter dem Kommando von Kapitän zur See Rogge in Dienst gestellt. Ihre Bewaffnung bestand aus.


 
6 × 15-cm-L/45-Sk (1.800 Schuss)
1 × 7,5-cm-L/35-Sk (Anhaltekanone)
2 × 3,7-cm-Flak (4.000 Schuss)
4 × 2,0-cm-L/65-Flak (8.000 Schuss)
4 Torpedorohre ∅ 53,3 cm (über Wasser)
92 Seeminen

Am 11. März 1940 lief der Hilfskreuzer Atlantis. Man wartete den endgültigen Befehl zum Auslaufen ab und begann das Schiff zu tarnen. Am 31. März 1940 lief die Atlantis dann, als norwegisches Motorschiff Knute Nelson getarnt, zu ihrer Mission. Sie wurde zunächst von den Torpedobooten Leopard und Wolf eskortiert, die jedoch, als man In der Dänemarkstraße an kam wieder abdrehten, da U 37 das Geleit übernahm. Nachdem sie den Durchbruch in den Atlantik geschafft hatten, konnte das Schiff am 3. Mai 1940 mit der Versenkung des britischen Frachters Scientist den ersten Erfolg verbuchen. Da in der Zwischenzeit Norwegen und Dänemark von den deutschen Streitkräften annektierten wurden, musste man die Pläne mit der "Atlantis" überdenken und schickte sie daher Südatlantik um dort die Royal Navy zu beschäftigen und zu binden.
In der Zeit von Mai bis Dezember 1940 wurden im Südatlantik und Indischen Ozean zehn Schiffe versenkt. Ferner konnten drei weitere Schiffe durch Prisenkommandos besetzt werden und nach Frankreich, Japan sowie in das von Italienern besetzte Somalia geschickt werden. Die 92 mitgeführten Minen wurden bereits im Mai 1940 vor der südafrikanischen Küste ausgelegt. Unter den versenkten Schiffen war auch der Frachter "Automedon", dessen Ladung einen sehr wertvollen Schatz barg - wichtige britische Dokumente. Diese Beute war der größte Erfolg der "Atlantis" und dem Kommandanten Rogge wurde dafür vom japanischen Kaiser Hirohito als Auszeichnung ein Samuraischwert überreicht. Zwischenzeitlich mussten die Schiffsmotoren mit Bordmitteln gewartet werden, dazu war eine enge Zusammenarbeit mit den anderen, in diesem Gebiet operierenden Schiffen "Pinguin" und "Orion", nötig. Auch der Schwere Kreuzer "Admiral Scheer" operierte zu dieser Zeit in dem Seegebiet und so kam es zu einigen Treffen auf hoher See. Die "Atlantis" versorgte bei einem Treffen die von der "Admiral Scheer" aufgebrachte Prise "British Advocate" mit 500 t Öl, damit sie nach Frankreich fahren konnte.
Am 17. April 1941 wurde der ägyptische Passagierdampfer "Zam" versenkt, die rund 317 Personen an Besatzung und Passagieren wurden aufgenommen. An Bord befand sich der amerikanische Reporter David Sherman, der für Time und Life Magazin arbeitete und der ungehindert, zahlreiche Bilder, auch von der Seitenansicht der "Atlantis" machen und veröffentlichen konnte. So wusste schon sehr bald der Rest der Welt, wie die "Atlantis" aussah. Weitere Versenkungen folgten und das Schiff unternahm noch einen relativ erfolglosen Abstecher in den Pazifik. Dort wurde am 10. September 1941 der norwegische Frachter "Silvaplana" aufgebracht werden und von einer deutschen Prisenbesatzung erfolgreich nach Frankreich gebracht werden. Das Ende ereilte die "Atlantis", nachdem Kapitän Rogge im Oktober 1941 den fatalen Befehl erhielt, den Handelskrieg abzubrechen und in Zukunft als U-Boot-Versorger zu fungieren. Am 22. November 1941 wurde das Schiff bei der Versorgung von U 126, nordwestlich der Insel Ascension, vom britischen Schweren Kreuzer HMS "Devonshire" überrascht und beim Gefecht so schwer beschädigt, das Rogge keine andere Wahl hatte als die Selbstversenkung anzuordnen. Acht Besatzungsmitglieder fielen rund 305 überlebten den Kampf. Die Besatzung wurde von U 126 aufgenommen, teils an Bord, teils in geschleppten Rettungsbooten. Die Männer wurden nach zwei Tagen an den Versorger "Python" abgegeben.
Doch dem Versorger widerfuhr bald darauf das gleiche Schicksal wie die "Atlantis". Der britischen Kreuzer HMS "Dorsetshire" sichtete am 1. Dezember 1941 den Versorger und griff ihn an, der sich daraufhin ebenfalls selbst versenkte um einer Kaperung zu entgehen. Die Besatzungen erreichten alle die Heimat. Die Kaperfahrt der Atlantis dauerte insgesamt 622 Tage. Dabei wurde eine Strecke von 102.000 Seemeilen zurückgelegt. Es war die längste ununterbrochene Fahrt eines "Hilfs-"Kreuzers in der Geschichte. 22 gegnerische Schiffe (16 versenkt, sechs als Prise eingebracht), mit insgesamt 145.698 BRT, fielen ihr zum Opfer. Rogge selbst, wurde nach dieser Aktion Befehlshaber des Flottenausbildungsverbandes Ostsee, rettete beim Vormarsch der Roten Armee zahlreiche Flüchtlingen, erlangte jedoch auch eine traurige Berühmtheit, als er mehrere Todesurteile gegen Marineangehörige bestätigte, 3 noch während des Krieges, die allesamt vollstreckt wurden und eines noch nach Kriegsende, als der Gefreite Johann Süß trotz eines Gnadengesuchs wegen „Untergrabung der Manneszucht“ durch „zersetzende Reden“ am 11. Mai 1945 erschossen wurde. 1965 wurde Rogge dessen angeklagt, jedoch wurde das Verfahren eingestellt.

 

Hilfskreuzer "Komet" (HSK 7)

 

Der Hilfskreuzer "Komet" lief am 16. Januar 1937 als "Ems" vom Stapel und wurde 1940 als Hilfskreuzer "Komet" unter dem Kommando von Kapitän zur See Robert Eyssen in Dienst gestellt und lief am 3.7. 1940 aus Gotenhafen aus. Mit Hilfe der damals noch verbündeten Sowjetunion und eines ihrer Eisbrecher gelang es ihr durch die Nordostpassage in den Pazifik zu laufen. Dort gelang es ihr in Zusammenarbeit mit den beiden anderen deutschen Hilfskreuzern "Pinguin" und "Orion" 3 Schiffe zu versenken oder als Prise in die Heimat zu schicken.

 


 
6 × 15-cm-L/45-Sk
1 × 6-cm-Geschütz
2 × 3,7-cm-Flak
4 × 2-cm-L/65-Flak (8.000 Schuss)
6 Torpedorohre ∅ 53,3 cm (über Wasser)
30 Seeminen
2 Ar-196-Bordflugzeuge
1 Leichtes Schnellboot

Die "Komet" lief noch in die Antarktis und dann um das sturmumtoste Kap Horn, ehe sie nach 516 Tagen und rund 100 000 sm am 30. November 1941 wieder nach Deutschland heimkehrte. In dieser Zeit versenkte oder kaperte sie:


Ein Schema mit Bordflugzeug und Bewaffnung

 
Holmwood (GB) 546 BRT am 25. November 1940
Rangitane (GB) 16.712 BRT am 27. November 1940
Triona (GB) 4.413 BRT am 6. Dezember 1940
Vinni (NOR)
Komata (GB)
5.181 BRT
3.900 BRT
am 7. Dezember 1940
Triadic (GB)
Triaster (GB)
6.378 BRT
6.032 BRT
am 8. Dezember 1940

Beschießung der Phosphatlager auf Nauru am 27. Dezember 1940. In Zusammenarbeit mit der Orion operierend versenkte die Komet:


 
Australind (GB) 5.020 BRT am 14. August 1941
Kota Nopan (NL) 7.322 BRT als Prise nach Bordeaux
am 17. August 1941
Devon (GB) 9.036 BRT am 19. August 1941

Ihre zweite Fahrt stand unter keinem guten Stern, unter neuem Kommando (Kapitän zur See Ulrich Brocksien) und neuer Besatzung, lief sie Oktober 1942 wieder aus und wurde vom britischen Schnellboot "MTB 236" gestellt und per Torpedo versenkt. Keines der Besatzungsmitglieder überlebte.

 

Hilfskreuzer "Kormoran" (HSK 8)

Der Hilfskreuzer "Kormoran" lief 1938 in Kiel vom Stapel und fuhr vor dem Krieg als "Steiermark" für die HAPAG. Bereits 1940 wurde sie von der Kriegsmarine beschlagnahmt und zum Hilfskreuzer umgebaut. Dies war im Oktober 1940 abgeschlossen und schon kurze Zeit lief sie von Gotenhafen aus um ihre Kaperfahrt zu beginnen.


Schema der "Kormoran"

 
Schiffsmaße und Besatzung
Länge : 164,0 m (Lüa)
Breite : 20,2 m
Tiefgang : max. 8,5 m
Verdrängung : 19.900 t
Vermessung : 8.736 BRT
Besatzung : 401 Mann

 
6 × Sk 15,0 cm L/45 (1.800 Schuss)
2 × Pak 3,7 cm L/45 (3.000 Schuss)
5 × Flak 2,0 cm L/65 (10.000 Schuss)
6 × Torpedorohr ∅ 53,3 cm
360 Seeminen
2 × Arado Ar 196

Es gelang ihr unbemerkt durch die Straße von Dänemark zu brechen. Während ihrer knapp 12 Monate auf hoher See gelang ihr die Versenkung oder Aufbringung von 11 Schiffen:


 
DATUM
NAME
BRT
NATION
POSITION
13. Januar 1941 Antonis 3,729 Griechenland 18°17′N 28°32′W
18. Januar 1941 British Union 6,987 Grossbritannien 26°29′N 31°07′W
29. Januar 1941 Afric Star
Eurylochus
11,900
5,273
Grossbritannien
Griechenland
8°44′N 24°38′W
8°15′N 24°04′W
22. März 1941 Agnita 3,552 Grossbritannien 3°20′S 23°40′W
25. März 1941 Canadolite 11,309 Kanada 2°30′N 23°48′W
9. April 1941 Craftsman 8,022 Grossbritannien 0°32′N 23°37′W
12. April 1941 Nicolaos D. L. 5,486 Griechenland 1°54′S 22°12′W

Doch im November 1941 fand die "Kormoran" ihren Meister in Form des leichten australischen Kreuzer HMAS "Sydney" der sie in Höhe der australischen Westküste antraf und mehrfach anfunkte. Da der Kommandant der "Kormoran" Korvettenkapitän Theodor Detmers wusste, dass er einem Kriegsschiff dieser Größe in einem offenen Kampf kaum gewachsen war, versuchte er den feindlichen Kreuzer abzuschütteln, was aber ihm aber aufgrund der überlegenen Geschwindigkeit der "Sydney" nicht gelingen konnte. Also versuchte er die Tarnung, die "Kormoran" gab sich als das niederländische Handelsschiff "Straat Malakka" aus, aufrechtzuerhalten. Leider kannte er das geheime Erkennungszeichen nicht, was die Australier stutzig werden ließ. Während dieser Hinhaltetaktik war der leichte Kreuzer bis auf 1.000 m an die "Kormoran" heran gekommen. Also entschloss sich der deutsche Kommandant den Überraschungseffekt auszunutzen und eröffnete das Feuer aus all seinen Geschützen, die er plötzlich dem verdutzten Gegner präsentierte.


Leichter Kreuzer "Sydney"

Innerhalb von fünf Minuten konnten die Geschütze der "Kormoran" ca. 50 Treffer mit den 15-cm-Geschützen auf der "Sydney" erzielen, die zahlreichen kleineren Geschütze erzielten ebenfalls mehrere, unzählige Treffer, unter anderem wurde die Brücke des Kreuzers und der Feuerleitstand schon zu Beginn des Gefechts zerstört, Treffer der Hauptgeschütze durchschlugen die Panzerung und explodierten im Schiffsinneren, Treffer am Bordflugzeug entzündeten das Benzin und führten zu einem großen Feuer mittschiffs. Kurz nach der Feuererwiderung der "Sydney" fielen auch ihre vorderen beiden 6-Zoll-Geschütztürme, kurz darauf auch Turm Y, der hinterste Geschützturm. Die "Kormoran" erzielte auch mind. einen Torpedotreffer beim Gegner.
Doch der letzte, noch intakte, Geschützturm des australischen Kreuzer hatte mehr Erfolg, denn er erzielte mehrere Treffer, unter anderem am Schornschein und im Maschinenraum, die daraufhin nicht mehr einsatzbereit waren. Nach 4 erfolglosen Torpedoschüssen musste sich der schwerst beschädigte Kreuzer zurückziehen, erhielt jedoch noch einige Treffer des deutschen Schiffes. Da die Maschinen des Hilfskreuzers nicht mehr liefen, war die "Kormoran" nicht mehr steuerbar und eine Verfolgung des Australiers nicht möglich. Da eine Reparatur nicht möglich war, musste der Kommandant das Schiff aufgeben, die Besatzung stieg in die Rettungsboote und erreichte die australische Küste wo sie interniert wurden. Das Sinken der "Sydney" konnte nicht beobachtet werden, keines der 645 Besatzungsmitglieder des leichten Kreuzers überlebte das Gefecht, das übrigens die einzige, bestätigte Versenkung eines Kriegsschiffes durch einen Hilfskreuzer!

 

Hilfskreuzer "Michel" (HSK 9)

 

Der spätere Hilfskreuzer "Michel" lief unter dem Namen "Bielsko" im April 1939 in Danzig vom Stapel. Als die deutschen Truppen in Polen einmarschierten, war das Schiff noch nicht fertiggestellt. Sie wurde fertiggestellt und von der Norddeutschen Lloyd in Dienst gestellt. Die Kriegsmarine übernahm das Schiff 1940 und baute es unter dem Kommando von Korvettenkapitän Hellmuth von Ruckteschell zum Hilfskreuzer um. Er kommandierte bereits den Hilfskreuzer "Widder" und nahm auch einen Großteil seiner damaligen Besatzung mit auf sein neues Kommando. Die Bewaffnung bestand aus:


 
6 × Sk 15,0 cm L/45 (1.800 Schuss)
1 × Flak 10,5 cm L/45 (400 Schuss)
4 × Flak 3,7 cm L/50 (8.000 Schuss)
4 × Flak 2,0 cm L/65 (8.000 Schuss)
6 × Torpedorohr ∅ 53,3 cm (24 Schuss)
2 × Arado Ar 196

 
Schiffsmaße und Besatzung
Länge : 132 m (Lüa)
Breite : 16,8 m
Tiefgang : max. 7,4 m
Verdrängung : 10.900 t
Vermessung : 4.740 BRT
Besatzung : 407 Mann

Am 9. März 1942 verließ die Michel Kiel, fuhr zuerst nach Cuxhaven und dann nach Vlissingen. Anschließend sollte sie, als Sperrbrecher getarnt, nach La Rochelle laufen um sich dort endgültig für ihre kommende Mission vorzubereiten. Am 13. März, knapp 2 Wochen nach dem Kanaldurchbruch der beiden Schlachtschiffe "Scharnhorst" und "Gneisenau" (Operation Cerberus) lief der "Michel", eskortiert von Torpedo- und Minenräumbooten, aus Vliessingen aus, wurde schon kurz danach von britischen MTB´s angegriffen. Der Angriff konnte abgeschlagen werden, mehrere gegnerische Boote wurden versenkt. Kurz darauf erfolgte ein erneuter Angriff, wieder waren MTB´s beteiligt, aber auch Zerstörer waren dabei, die jedoch mithilfe der Küstenbatterien und Geschütze es "Michel" abgewehrt werden konnte. Die Folge war jedoch, dass der Feind von der Existenz des Hilfskreuzers wusste.
Nur leicht beschädigt und mit geringen Verluste erreichte der Konvoi am 14. März Le Havre und am folgenden Tag Saint-Malo, wo sie neu versorgt wurde. Am 17. März erreichte der "Michel" La Rochelle. Am 20. März lief das Schiff wieder aus um später mit dem weiter südlich operierenden Hilfskreuzer "Thor" in den Indischen Ozean vorstoßen. Am 16. April, traf man mit dem Tanker "Charlotte Schliemann" zusammen, um die Treibstoffvorräte zu ergänzen. Der Hilfskreuzer tarnte sich von nun an als norwegischer Frachter. Am 19. April sichtete man das erste feindliche Handelsschiff. Es handelte sich um den britischen Tanker "Patella" der mit 10.000 t Öl auf dem Weg von Trinidad nach Südafrika war. Nach einem Warnschuss und dem Hissen der Reichskriegsflagge erhöhte der Tanker jedoch seine Geschwindigkeit und sendete "RRR", ein Notsignal bei einem Angriff durch einen Hilfskreuzer.
Nachdem "Michel" weitere Schüssen abfeuerte, die unter anderem die Brücke und den Funkraum zerstörten, ergab sich die Besatzung. Drei Tage später, am 22. April, wurde ein weiterer Tanker gesichtet, und der Kapitän beschloss, das mitgeführte Schnellboot "Esau" einzusetzen. Der "Michel" folgte dem Schiff unerkannt bis in die Nacht hinein und errechnete Geschwindigkeit und Kurs. In der Nacht wurde die "Esau" zu Wasser gelassen. Das Schnellboot umfuhr das feindliche Schiff und wartete im Schutze der Dunkelheit auf den Tanker. In den frühen Morgenstunden schoss die "Esau" zwei Torpedos auf den Tanker ab, der in einem Feuerball explodierte. Bei dem Tanker handelte es sich um die 8.684 BRT große "Connecticut", die nach Südafrika unterwegs gewesen war.
Am Morgen des 1. Mai wurde die 10.307 BRT große "Menelaus" südlich von St. Helena gesichtet. Der "Michel" gab sich als britisches Patrouillenboot aus und forderte das Schiff zum Stoppen auf, damit es untersucht werden konnte. Der Kapitän der "Menelaus" weigerte sich und forderte vom deutschen Schiff den Erkennungscode zu senden. Da dieser nicht bekannt war, befahl von Ruckteschell, die "Menelaus" anzugreifen und das Schnellboot zu Wasser zu lassen. Der feindliche Frachter begann zu funken und sich mit Höchstgeschwindigkeit vom deutschen Schiff zu entfernen, so dass sie bald außer Reichweite war. Es gelang ihr sich dem "Michel" und der "Esau" zu entziehen, ein einmaliger Vorgang!
Nach diesem Misserfolg ließ von Ruckteschell den Hilfskreuzer Kurs nach Süden setzen, Ziel war das Gebiet zu erreichen, in dem bereits "Thor" operiert hatte. Dort wollte sie sich erneut mit dem Tanker "Charlotte Schliemann" zu treffen was am 8. Mai gelang. Das Schiff erhielt neuen Treibstoff und gab die Gefangenen an den Tanker ab. Am 20. Mai wurde im Südatlantik ein weiterer Frachter entdeckt. Es handelte sich um den 4.245 BRT großen norwegischen Frachter "Kattegat", der mit Ballast auf dem Weg nach La Plata war. Da es gelang mit den ersten Salven Brücke, Maschinenraum und Funkraum zu zerstören, konnte der Frachter weder entkommen noch ein Notsignal funken. Es gab keine Verluste und der Norweger wurde mit Sprengladungen versenkt. Zwei Wochen später gelang es dem deutschen Schiff das Notsignal eines Liberty-Frachters abzufangen, der weiter nördlich einen Maschinenschaden erlitten hatte. Trotz der Distanz von 3 Tagen, wurde beschlossen Kurs auf den Frachter zu setzen, und erreichte ihn am 5. Juni, in der Zwischenzeit war es der Besatzung gelungen, die Maschinen wieder in Gang zu bringen. Obwohl die "Esau" das Schiff torpediert hatte und beide Torpedos trafen, konnten die beiden deutschen Einheiten das feindliche Schiff nicht versenken. Stattdessen sendete das jetzt als 7.176 BRT große "George Clymer" erkannte Schiff einen Notruf und besetzte die Bordkanone. Da man erfahren hatte, das ein feindlicher Kreuzer erwartet wurde, entschloss man sich hinter dem Horizont abzuwarten. Bei dem Kreuzer handelte es sich um die HMS "Alcantara", die im Kampf gegen die Thor schwer beschädigt worden war. Der Kreuzer nahm die Besatzung des Handelsschiffes auf und entfernte sich schnell vom Kampfort ohne dass der deutsche Hilfskreuzer eingreifen konnte. Am 11. Juni entdeckte "Michel" den 5.187 BRT großen britischen Frachter "Lylepark", der mit kriegswichtigen Flugzeugteilen auf dem Weg nach New York war. Der Frachter wurde sofort unter Beschuss genommen und nach kurzer Zeit versenkt.

Am 21. Juni traf der "Michel" mit dem von der "Atlantis" als Prise erbeuteten Blockadebrecher "Doggerbank" zusammen und übergab ihm die Gefangenen. Am 15. Juli wurde vor der Küste Angolas ein großer Passagierdampfer gesichtet. Es handelte sich um die 7.999 BRT große "Gloucester Castle". Es war ohne Eskorte und unbewaffnet und hatte nur nichtmilitärische Fracht. Das Schiff wurde angegriffen und sank nach kurzer Zeit. Trotz schnell eingeleiteter Rettungsmaßnahmen konnten nur 64 Passagiere gerettet werden. Nur kurz darauf wurden 2 Tanker gesichtet, die parallel fuhren sodass man sich entschloss, beide zugleich anzugreifen. Der erste Tanker, die 7.983 BRT große "William F. Humphrey", auf dem Kurs von Kapstadt nach Trinidad, wurde vom "Michel" beschossen und mit drei Torpedos versenkt, während die weiter entfernte 7.984 BRT große "Aramis" von der "Esau zwar torpediert, aber nur beschädigt werden konnte. Erst am Abend erreichten die Michel den fliehenden Tanker und versenkte ihn.

Erste Fahrt

 
NAME
TYP
NATION
DATUM
BRT
FRACHT
"Patella" Tanker Vereinigtes Königreich 19. April 1942 7.469 9.911 t Öl
"Connecticut" Tanker USA 22. April 1942 8.684 Gasolin
"Kattegat" Frachter Norwegen 20. Mai 1942 4.245 Keine
"George Clymer" Frachter USA 6. Juni 1942 7.176 24 Flugzeuge u.a.
"Lylepark" Frachter Vereinigtes Königreich 11. Juni 1942 5.186 militärische Nachschubgüter
"Gloucester Castle" Passagierschiff Vereinigtes Königreich 15. Juli 1942 8.006 Fracht, Post und Passagiere
"William F. Humphrey" Tanker USA 16. Juli 1942 7.893 keine
"Aramis" Tanker Norwegen 17. Juli 1942 7.984 keine
"Arabistan" Frachter Vereinigtes Königreich 14. August 1942 5.874 keine
"American Leader" Frachter USA 10. September 1942 6.778 850 t Kokosöl 400 t Kopra, 100 t Gewürze,
200 t Fett und 20 t Opium
"Empire Dawn" Frachter Vereinigtes Königreich 11. September 1942 7.241 keine
"Sawokla" Frachter USA 29. November 1942 5.882 Jute, Rohleinen
"Eugenie Livanos" Frachter Griechenland 8. Dezember 1942 4.861 alkoholische Getränke
"Empire March" Frachter Vereinigtes Königreich 2. Januar 1943 7.040 Eisen, Tee, Jute und Erdnüsse
 
Insgesamt: 14 Schiffe mit 99.368 BRT

Am 9. August traf der "Michel" vor der brasilianischen Küste mit dem deutschen Hilfskreuzer "Stier" zusammen, zuerst wurde beschlossen, gemeinsam zu operieren, aber von Ruckteschell lehnte die Taktik des anderen Kapitäns ab und man beschloss, doch wieder selbstständig zu operieren. Der 14. August bescherte dem wieder auf der Höhe vor St. Helena patrouillierenden "Michel" schnelle Beute. Der 5.874 BRT große Brite "Arabistan", wurde versenkt. Am 23. August traf das deutsche Schiff ein letztes Mal mit der "Charlotte Schliemann" zusammen, um Treibstoff zu ergänzen, bevor sie die lange Fahrt um das Kap der guten Hoffnung in den Indik wagte. Dort konnte am 10. September das amerikanische Schiff "American Leander versenkt". Als der "Michel" am 11. September wieder in den Atlantik zurückkehrte, spürte er das neue 7.241 BRT große Frachtschiff "Empire Dawn" auf, das sich ebenfalls auf dem Weg nach Trinidad befand. Obwohl es bereits gestellt war und die Mannschaft das Schiff aufgegeben hatte, ließ Kapitän von Ruckteschell weiter feuern und tötete die Hälfte der 44 Mann starken Besatzung. Dies war einer der Anklagepunkte, in deren Folge von Ruckteschell nach dem Krieg für schuldig befunden und zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt wurde.
Nachdem man am 21. September von dem deutschen Blockadebrecher "Tannenfels" versorgt worden war, kam es drei Tage erneut zu einem Treffen mit dem Schiff "Stier" und dem Versorger "Uckermark". Danach nahm der "Michel" wieder Kurs auf den Indischen Ozean. Am 14. November traf der "Michel" mit dem Tanker "Brake" zusammen und übernahm Treibstoff. Kurz darauf begegnete man dem Blockadebrecher "Rhakotis" und übergab ihm das Kriegstagebuch. Der 29. November brachte der Michel ihr nächstes Opfer. Der 5.882 BRT große Frachter "Sawokla", wurde in der Nacht auf Gegenkurs entdeckt und vonr der "Esau" angegriffen. 2 Torpdedos des Schnellbootes ließen das Schiff schnell sinken. Am 8. Dezember konnte ein weiterer Frachter versenkt werden. Die Besatzung des griechischen Schiffs "Eugenie Livanos" (4.816 BRT) feierte gerade das Nikolausfest, als das Schicksal in Form der "Esau" zuschlug. Kurz darauf sollte der "Michel" in europäische Gewässer zurückkehren und sich mit dem Hilfskreuzer "Coronel" absprechen. Am 26. Dezember erhielt man die Nachricht, dass der das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen bekommen habe.

Zweite Fahrt

 
NAME
TYP
NATION
DATUM
BRT
FRACHT
"Hoegh Silberdawn" Frachter Norwegen 15. Juni 1943 7.715 Fleisch, militärische Ausrüstung und Fahrzeuge, Flugzeugtreibstoff
"Ferncastle" Tanker Norwegen 17. Juni 1943 9.940 Benzin
"India" Tanker Norwegen 11. September 1943 9.977 Öl
 
Insgesamt: 3 Schiffe mit 27.632 BRT

Am 3. Januar erhielt der "Michel" den Befehl, in den Atlantik zurückzukehren. Am selben Tag wurde ein Schiff gemeldet, welches am Abend eingeholt und mit Hilfe von vier Torpedos versenkt werden konnte. Das Schiff, als 7.040 BRT große "Empire March" identifiziert sank schnell. Sechs Tage später erreichte das deutsche Schiff, die Nachricht, dass sie nicht versuchen sollte in die Heimat zurückzukehren sondern nach Japan fahren sollte. Am 2. März wurde Kobe erreicht und die erste Feindfahrt beendet.
Nachdem das Schiff in Kobe repariert und neu ausgerüstet wurde, bekam "Michel" mit Kapitän zur See Günther Gumprich einen neuen Kommandanten, der zuvor den Hilfskreuzer "Thor" kommandiert hatte. Er war von einem anderen Schlag als Ruckteschell und lehnte zunächst seine Strategie, die sich als sehr erfolgreich erwiesen hatte, ab. Unter seinem Kommando gelang es 3 feindliche Schiffe zu versenken ehe man am 17. Oktober vom US-amerikanischen U-Boot USS Tarpon entdeckt wurde. Das U-Boot griff an und erzielte Torpedotreffer auf dem "Michel". Insgesamt wurden 2 Fächer abgefeuert, die das Schiff in einem großen Feuerball explodierten. 263 von 373 Männern, unter ihnen auch Gumprich, fielen.


2. Weltkrieg II

Hilfskreuzer "Orion" (HSK 1)

 

Der Hilfskreuzer "Orion" lief in den Jahren 1930/31 auf der Hamburger Blohm & Voss Werft unter den Namen "Kurmark" vom Stapel. Nach der Beschlagnahmung durch die deutsche Kriegsmarine, wurde sie zum deutschen Hilfskreuzer "Orion" unter dem Kommando von Fregattenkapitän Kurt Weyher umgebaut:


 
Schiffsmaße und Besatzung
Länge : 148 m (Lüa)
Breite : 18,6 m
Tiefgang : max. 8,2 m
Verdrängung : 15.700 t
Vermessung : 7.021 BRT
Besatzung : 376

 
Bewaffnung
6 × Sk 15,0 cm L/45 (1.800 Schuss)
1 × Sk 7,5 cm L/35 (Anhaltekanone)
2 × Sk 3,7 cm L/50 (4.000 Schuss)
4 × Flak 2,0 cm L/65 (8.000 Schuss)
6 × Torpedorohr ∅ 53,3 cm
228 Seeminen
1 × Arado Ar 196

 

Am 6. April 1940 lief sie auf grosse Kaperfahrt aus und brach durch die Dänemark-Straße in den Atlantik. Am 24. April beschoss sie den britischen Frachter "Haxby" ( 5207 BRT ) und versenkte ihn. Ihre Fahrt fortsetzend versenkte oder kaperte sie insgesamt 6 Schiffe, durch Minen wurden 4. Schiffe, darunter das neuseeländische Minenhilfsschiff HMNZS "Puriri" versenkt, nachdem die "Orion" vor der Hafeneinfahrt von Auckland eine Minensperre gelegt hat. In Zusammenarbeit mit dem Hilfskreuzer "Komet" wurden weitere 7 Schiffe versenkt. Während ihrer 511 dauernden Kaperfahrt kam es zu zwei interessanten Ereignissen. Auf die von der "Orion" gelegte Minensperre lief das Passagierschiff RMS "Niagara" auf und sank. An Bord des Schiffes war eine große aber nicht näher genannte Summe Goldbarren von der Bank of England, die dazu dienen sollte, Kriegsmaterial in den damals noch neutralen USA zu bezahlen.


 
Versenkungen der Orion
24.04.1940 Haxby 5,207 BRT
19.06.1940 Tropic Sea 8,750 BRT
16.08.1940 Notou 2,489 BRT
20.08.1940 Turakina 9,691 BRT
14.10.1940 Ringwood 7,203 BRT
29.07.1941 Chaucer 5762 BRT
 
Versenkungen durch Minen
19.06.1940 Niagara 13,415 BRT
Juni 1940 Puriri
Port Bowen
Britannic
927 BRT
8,276 BRT
1,500 BRT
 
Zusammenarbeit mit der "Komet"
25.11.1940 Holmwood 546 BRT
27.11.1940 Rangitane 16,712 BRT
06.12.1940 Triona 4,413 BRT
06.12.1940 Vinni
Komata
5,181 BRT
3,900 BRT
08.12.1940 Triadic
Triaster
6,378 BRT
6,032 BRT

 

Eine andere Episode war das Zusammentreffen zwischen der "Orion" und einem japanischen Wasserflugzeug vom Typ Nakajima E8N, welches vom deutschen Marine Attaché gekauft und an Bord des Versorgers "Münsterland" zur "Orion" gebracht wurde. Ein einmaliger Vorgang während des Krieges.
Nachdem die "Orion" ihre Kriegsfahrt mit dem Einlaufen in den besetzten Hafen Bordeaux beendet hatte, wurde sie als Hilfskreuzer außer Dienst gestellt. Erst 1944 wieder kehrte sie in den aktiven Dienst als Artillerieschulschiff "Hektor" zurück und half im Rahmen der Rückführung von Flüchtlingen über die Ostsee bei der Rettung des durch eine Mine versenkten alten Schlachtschiffes "Schleswig" der Matrosen. Am 4. Mai, also kurz vor Kriegsende ereilte sie das Schicksal in Form eines Bombenangriffes. Sie wurde versenkt und 150 Menschen fanden den Tod.

 

Hilfskreuzer "Pinguin" (HSK 5)

 

"Pinguin" lief 1936 als "Kandelfels" in Bremen vom Stapel und fuhr vor dem Krieg für die Reederei DDG „Hansa“. Nachdem der Krieg ausgebrochen war, wurde auch die "Kandelfels " von der Kriegsmarine beschlagnahmt und zum Hilfskreuzer umgebaut und ausgerüstet:


 
Schiffsmaße und Besatzung
Länge : 155 m (Lüa)
Breite : 18,7 m
Tiefgang : max. 8,7 m
Verdrängung : 17.600 t
Vermessung : 7.766 BRT
Besatzung : 401

 
Bewaffnung
6 × Sk 15,0 cm L/45 (1.800 Schuss)
1 × Sk 7,5 cm L/35 (Anhaltekanone)
2 × Flak 3,7 cm L/50 (4.000 Schuss)
4 × Flak 2,0 cm L/65 (8.000 Schuss)
4 × Torpedorohr Ø 53,3 cm
300 Seeminen
2 × Heinkel He 114

Am 15. Juni 1940 lief die "Pinguin" unter dem Kommando von Kapitän zu See Ernst-Felix Krüder aus Gotenhafen aus. Kurz nach dem Durchbruch durch die Dänemarkstrasse, am 31. Juli 1940 gelang es ihr den Frachter "Domingo de Larringa" zu versenken. Sie erhielt die Order in die Gewässer um Madagaskar und den Indischen Ozean zu verlegen und sichtete am 7. Oktober 1940 das norwegische Tankschiff "Storstad" kaperte es und baute es in dreitägiger Arbeit zum Hilfsminenleger "Passat" um. Die "Passat" führte einige Minenlegunternehmungen vor der australischen Küste durch und wurde dann wieder in "Storstad" umbenannt neu bevorratet und in die Heimat, in dem Fall in das besetzte Frankreich, geschickt das sie am 4. Februar 1941 erreichte.
Im südlichen Ozean brachte der Hilfskreuzer "Pinguin" eine Walfangflotte, bestehend aus 3 Walkocher und 11 Fangboote auf und schickte einige Schiffe als Prise in die Heimat. Doch das Ende der Aktivitäten der "Pinguin" nahte. Der britische Frachter "British "Emperor", den man am 7. Mai 1941 angriff, konnte noch einen Funkspruch absetzen. Der schwere britische Kreuzer "Cornwall" stellte das deutsche Schiff nur einen Tag später, das gegen die schwere Bewaffnung des Kreuzers keine Chance hatte. Nach einem Treffer das Minenlager mit 170 Minen traf, explodierte die "Pinguin" und riss beim Sinken 203 Gefangene und 342 Besatzungsmitglieder, darunter den Kapitän mit in die Tiefe.
Während ihres Dienstes gelang es dem deutschen Schiff 28 Schiffe zu kapern (P) oder zu versenken:

 


 
NAME
TYP
NATION
DATUM
BRT
PRISE
Domingo de Larrinaga Frachter Großbritannien 5.358 BRT 31. Juli 1940 -----
Filefjell Tanker Norwegen 7.616 BRT 27. August 1940 Hauptladung
Flugzeugbenzin,
nach Übernahme von 500 t Diesel versenkt
Morviken Frachter Norwegen 26. August 1940 ----- -----
British Commander Tanker Großbritannien 6.901 BRT 27. August 1940 in Brand geschossen und versenkt
Benavon Frachter Großbritannien 5.872 BRT 12. September 1940 in Brand geschossen und versenkt
Nordvard (P) Frachter Norwegen 4.111 BRT 16. September 1940 unter Prisenbesatzung
am 19. September
mit 179 Gefangenen (85 Norweger) entlassen,
am 3. Dezember 1940 Bordeaux erreicht.
Storstad (P) Tanker Norwegen 8.998 BRT 7. Oktober 1940 als Hilfsminenleger Passat und Aufklärer eingesetzt,
am 30. November 1940 als Prise mit 405 Gefangenen entlassen,
im Südatlantik Treffen mit Admiral Scheer,
Marineversorger Nordmark und der Atlantis,
von der weitere 119 Gefangene übernommen werden,
Abgabe des größten Teils der Ölladung,
Durchbruch nach Westfrankreich,
4. Februar Pauillac erreicht
Nowshera Frachter Großbritannien 7.920 BRT 19. November 1940 -----
Maimoa Frachter Großbritannien 10.123 BRT 20. November 1940 -----
Port Brisbane Frachter Großbritannien 8.739 BRT 21. November 1940 -----
Port Wellington Frachter Großbritannien 8.303 BRT 30. November 1940 -----
Ole Wegger (P) Walfangmutterschiff Norwegen 12.201 BRT 14. Januar 1941 Als Prise von Punkt Andalusien
nach dem 18. Februar
mit elf der Walfänger zur Westküste Frankreichs entlassen,
die Versorger Nordmark und Alstertor stellen Teile der Prisenbesatzungen;
erreicht Bordeaux am 20. März
Solglimt (P) Walfangversorger Norwegen 12.246 BRT 14. Januar 1941 nach Übernahme von 7.0000 t Walöl von Ole Wegger
am 25. Januar 1941 mit Pelagos entlassen,
erreicht am 16. März Bordeaux
Pol VII (P)
Pol VIII (P)
Walfänger Norwegen 336 BRT
298 BRT
14. Januar 1941 erreicht Bordeaux am 20. März
Pol IX (P) Walfänger Norwegen 354 BRT 14. Januar 1941 als „zweites Auge“ von Pinguin zurückgehalten
und zusammen mit der Alstertor zu den Kerguelen geschickt,
auf Treffpunkt im Indischen Ozean belassen,
als dieser Tanker für Minenoperationen suchte;
am 8. Mai 1941 nach Versenkung der Pinguin
von der Alstertor auf Treffpunkt in Obhut genommen;
an Komet abgegeben,
von diesem als Minenschiff Adjutant für Minenoperation Neuseeland verwendet,
nach Erledigung der Aufgabe
am 1. Juli 1941 von Komet bei den Chatham Islands versenkt.
Pol X (P) Walfänger Norwegen 354 BRT 14. Januar 1941 erreicht Bordeaux am 20. März
Pelagos (P) Walfangmutterschiff Norwegen 12.083 BRT 14. Januar 1941 am 25. Januar 1941 mit Solglimt entlassen,
erreicht am 11. März Bordeaux
Star XIV (P) Walfänger Norwegen 247 BRT 14. Januar 1941 mit Ole Wegger entlassen,
am 13. März von einem Gibraltar-England-Geleit entdeckt
und von Geleitfahrzeugen gestellt;
selbst versenkt,
Besatzung von HMS Scarborough übernommen.
Star XIX (P)
Star XX (P)
Star XXI (P)
Star XXII (P)
Star XXIII (P)
Walfänger Norwegen 249 BRT
249 BRT
298 BRT
303 BRT
357 BRT
14. Januar 1941 erreicht Bordeaux am 20. März
Star XXIV (P) Walfänger Norwegen 361 BRT 14. Januar 1941 mit Star XIV am 13. März gestellt und selbst versenkt,
obwohl vorher angehalten und bereits als unverdächtig entlassen.
Empire Light Frachter Großbritannien 6.828 BRT 25. April 1941 -----
Clan Buchanan Frachter Großbritannien 7.266 BRT 28. April 1941 -----
British Emperor Tanker Großbritannien 3.663 BRT 7. Mai 1941 in Brand geschossen und versenkt
 

 

Hilfskreuzer "Thor" (HSK 4)

 

1938 bei der deutschen Werft Hamburg als turbinengetriebenes Kühlschiff "Santa Cruz" vom Stapel gelaufen, wurde es im März 1940 unter Kapitän zur See Otto Kähler zum Hilfskreuzer "Thor" umgebaut, ausgerüstet und in Dienst gestellt:


 
Schiffsmaße und Besatzung
Länge : 122 m (Lüa)
Breite : 16,7 m
Tiefgang : max. 7,1 m
Verdrängung : 9.200 t
Vermessung : 3.862 BRT
Besatzung : 343

 
Bewaffnung
6 × Sk 15,0 cm L/45 (1.800 Schuss)
1 × Bootskanone 6,0 cm L/18 (Anhaltekanone)
2 × Flak 3,7 cm L/50 (4.000 Schuss)
4 × Flak 2,0 cm L/65 (8.000 Schuss)
4 × Torpedorohr ∅ 53,3 cm

 

Am 6.6 1940 lief das Schiff unter höchster Geheimhaltung aus, brach erfolgreich durch die Dänemarkstrasse und machte sich auf den Weg in den Atlantik um seine Mission zu erfüllen. Hauptoperationsgebiet war die See zwischen Südamerika und der afrikanischen Westküste. Während ihrer Kaperfahrt (Fahrt 1) welche 329 Tage dauerte, versenkte oder kaperte "Thor" 12 feindliche Schiffe:


 
NAME
TYP
NATION
DATUM
BRT
FRACHT
"Kertosono" Frachter Niederlande 1. Juli 1940 9.289 als Prise nach Lorient 9.922 t Gasolin und Maschinen
"Bruges" Frachter Belgien 8. Juli 1940 4.983 versenkt 6746 t Weizen
"Gracefield" Frachter Großbritannien 14. Juli 1940 4.631 versenkt 7.430 t Weizen und Kleie
"Wendover" Frachter Großbritannien 16. Juli 1940 5.489 versenkt 7.250 t Kohle
"Tela" Frachter Niederlande 17. Juli 1940 3.777 versenkt 2.555 t Hirse, 2407 t Mais, 489 t Weizen
"Kosmos III" Walkocher Norwegen 24. September 1940 17.801 versenkt 17.662 t Walöl
"Natia" Frachter Großbritannien 8. Oktober 1940 8.715 versenkt keine Fracht
"Delambre" Frachter Großbritannien 25. November 1940 7.032 versenkt Baumwolle, Häute, Baumwollsaat, Holz
"Trolleholm" Frachter Schweden 25. März 1941 5.047 versenkt Kohlen
"Britannia" Passagierschiff Großbritannien 25. März 1941 8.799 versenkt Militärangehörige, zivile Passagiere, Stückgut, Kriegsmaterial
"Voltaire" Passagierschiff
(Hilfskreuzer)
Großbritannien 2. April 1941 13.301 versenkt keine
"Sir Ernest Cassel" Erzfrachter Schweden 16. April 1941 7.739 versenkt keine

Während seiner ersten Fahrt hatte "Thor" dreimal Kontakt mit feindlichen Hilfskreuzern (28. Juli 1940 Hilfskreuzer Alcantara, 22.209 BRT, 8 × 15,2-cm-Geschütze, bewegungsunfähig geschossen aber nicht versenkt, 5. Dezember 1940 Hilfskreuzer HMS Carnarvon Castle, 20.122 BRT, 8 × 15,2-cm-Geschütze, beschädigt und vertrieben und am 2. April 1941 die "Voltaire" 13 301 BRT, versenkt).

Ende April 1941 beendete der deutsche Hilfskreuzer seine erste Feindfahrt und lief wieder in Hamburg ein. Bereits im November 1941 lief "Thor", dieses Mal unter dem Kommando von Kapitän zur See Günther Gumprich, erneut aus. Gumprich hatte bereits einen anderen Hilfskreuzer kommandiert und war sehr erfahren. Nachdem das Schiff in Frankreich neu ausgerüstet wurde, brach es zu seiner 2. Fahrt aus, welche sie in den Pazifik führen und nach 321 Tagen in Yokohama endete. Während dieser Feindfahrt versenkte oder kaperte das deutsche Schiff 10 gegnerische Schiffe:

 


 
NAME
TYP
NATION
DATUM
BRT
ERGEBNIS
"Pagasitikos" Frachter Griechenland 23-03-1942 3.490 versenkt
"Wellpark" Frachter Grossbritannien 30-03-1942 4.650 versenkt
"Willesden" Frachter Grossbritannien 01-04-1942 4.565 versenkt
"Aust" Frachter Norwegen 03-04-1942 5.630 versenkt
"Kirkpool" Frachter Grossbritannien ----- 4.840 versenkt
"Nankin" Frachter Grossbritannien 10-05-1942 7.130 gekapert
"Olivia" Tanker Niederlande 14-06-1942 6.305 versenkt
"Herborg" Tanker Norwegen 19-06-1942 7.890 gekapert
"Madrono" Tanker Norwegen 04-07-1942 5.895 gekapert
"Indus" Frachter Grossbritannien 20-07-1942 5.185 versenkt

Am 2. November 1942, also genau 1 Jahr nach dem Auslaufen zur zweiten Fahrt kam es im Hafen zur Katastrophe als das Versorgungsschiff "Uckermark" ehemals "Altmark" aus nie geklärten Umständen, man nahm an, das sich die Munition entzündete, explodierte. Außer der "Uckermark" sanken auch die "Leuthen" und das japanische Schiff "Unka Maru". "Thor", das neben dem deutschen Versorger lag, wurde ebenfalls vernichtet und kostete 13 Mann das Leben

 

Hilfskreuzer "Stier" (HSK 6)

 

Das Handelsschiff "Cairo" lief 1936 in Kiel vom Stapel und diente nach Kriegsbeginn zunächst, bewaffnet mit 2x15 cm Geschützen, als Eisbrecher und dann als Schutzschiff und Handelsstörer in der Ostsee. Im Mai erhielt es dann seinen endgültigen Kommandanten Horst Gerlach. Für das vorgesehene Landemanöver in England (Operation "Seelöwe") wurde das Schiff zum Minenleger umgebaut und zunächst in Cherbourg später in St. Nazaire. Da die Invasion nie erfolgte, beschloss man im April 1941 das deutsche Schiff zum Hilfskreuzer umzubauen und als "Stier" wieder in den aktiven Dienst zu versetzen:


 
Schiffsmaße und Besatzung
Länge : 134 m (Lüa)
Breite : 17,3 m
Tiefgang : max. 7,2 m
Verdrängung : 11.000 t
Vermessung : 4.778 BRT
Besatzung : 324

 
Bewaffnung
6 × Sk 15,0 cm L/48 (1.800 Schuss)
2 × Flak 3,7 cm L/50 (4.000 Schuss)
4 × Flak 2,0 cm L/65 (8.000 Schuss)
2 × Torpedorohr ∅ 53,3 cm
2 × Arado Ar 231

 

Am 9. Mai 1942 verließ das Schiff, getarnt als Sperrbrecher "171", Kiel und verlegte in Richtung Rotterdam, das es jedoch schon wieder am 12. Mai, jetzt unter der Tarnung "Ankara" verließ. Als Eskorte fungierten die Torpedoboote "Iltis", "Kondor", "Falke" und "Seeadler" der 5. Torpedobootsflottille. In der Nacht zum 13.5 nahmen die britischen Küstenbatterien in Dover den Geleitzug unter Feuer, ohne eine Wirkung zu erzielen, da sich der Geleit außer Reichweite befand. Doch schon kurz darauf erfolgte ein Angriff von britischen MTB´s in dessen Verlauf die beiden Torpedoboote "Iltis" und "Seeadler" sanken, auf britischer Seite wurde das MTB "220" versenkt. Es war ein sehr chaotisches Gefecht, da es teilweile im Nebel geführt wurde. Dennoch erreichten der Geleit ohne weitere Verluste Royan und stieß am 19. Mai in den Nordatlantik.
In den knapp 4 Monaten ihrer Kaperfahrt versenkte "Stier" 4 feindliche Schiffe:


 
NAME
TYP
NATION
DATUM
BRT
Gemstone Frachter Grossbritannien 04-06-1942 4.985 BRT
Stanvac Calcutta Tanker Panama 06-06-1942 10.170 BRT
Dalhousie Frachter Grossbritannien 09-08-1942 7.070 BRT
Stephen Hopkins Frachter USA 27-09-1942 8.500 BRT

Das letzte Opfer der "Stier", der amerikanische Frachter "Stephen Hopkins" jedoch, stelllte sich als deutlich wehrhafter heraus als man annahm. Der bewaffnete Liberty-Frachter war dem deutschen Raider artilleristisch zwar deutlich unterlegen, dennoch wehrte er sich tapfer und erzielte zahlreiche Treffer. Allerdings war von Anfang an klar, das das Schiff kaum eine Chance haben würde und sank nach einem einstündigen Gefecht. Aber das Opfer von zahlreichen Gefallenen war nicht umsonst, da die Treffer, die die "Stephen Hopkins" auf "Stier" erzielen konnte, waren so gravierend, das das Schiff nicht mehr zu retten war. Gerlach befahl die Selbstversenkung und stieg mit dem Rest der Besatzung auf den herbeigerufenen Versorger "Tannenfels" über. Völlig überfüllt erreichte die "Tannenfels" am 2.11 1942 Royan, den Ausgangspunkt der Kaperfahrt der "Stier".

 

Hilfskreuzer "Widder" (HSK 3)

 

Der Hilfskreuzer "Widder" lief bereits 1929 bei der Howaldts-Werke AG in Kiel als "Neumark" vom Stapel und wurde am 30. November 1939 als Hilfskreuzer unter dem Kommando von Korvettenkapitäns Hellmuth von Ruckteschell umgebaut und in Dienst gestellt:


 
Schiffsmaße und Besatzung
Länge : 152 m (Lüa)
Breite : 18,2 m
Tiefgang : max. 8,3 m
Verdrängung : 16.800 t
Vermessung : 7.851 BRT
Besatzung : 364

 
Bewaffnung
6 × 15 cm L/45 Sk (1.800 Schuss)
1 × 7,5 cm L/35 Sk
4 × 3,7 cm L/50 Flak (4.000 Schuss)
4 × 2,0 cm L/65 Flak (8.000 Schuss)
4 × Torpedorohr ∅ 53,3 cm (Zwillingsrohre, an Deck)

Am 5. Mai läuft "Widder" aus Cuxhaven aus und macht sich auf den Weg in Richtung Dänemarkstrasse wo der deutsche Hilfskreuzer eine kurze, aber zum Glück ohne Folgen, Begegnung mit dem britischen Unterseeboot "Clyde" hatte. Nach dem erfolgreichen Ausbruch in den Atlantik versenkte HSK III am 13. 6 sein erstes Opfer, den britischen Tanker "British Petrol" mit 6890 BRT. 8 weitere Schiffe sollten folgen, 1 wurde gekapert und als Prise nach Bordeaux geschickt, das es auch erfolgreich erreichte:

 


 
NAME
TYP
NATION
DATUM
BRT
ERGEBNIS
British Petrol Tanker Grossbritannien 13-06-1940 6.890 BRT versenkt
Krosffon Tanker Norwegen 26-06-1940 9.325 BRT Prise
Davisian Frachter Grossbritannien 10-07-1940 6.435 BRT versenkt
King John Freighter Grossbritannien 13-07-1940 5.230 BRT versenkt
Beaulieu Tanker Norwegen 04-08-1940 6.115 BRT versenkt
Oostplein Frachter Niederlande 08-08-1940 5.060 BRT versenkt
Killoran Bark Finnland 10-08-1940 1.815 BRT versenkt
Anglo Saxon Frachter Grossbritannien 21-08-1940 5.595 BRT versenkt
Cymbeline Tanker Grossbritannien 02-09-1940 6.315 BRT versenkt
Antonios Chandris Frachter Griechenland 08-09-1940 5.865 BRT versenkt


HSK 10 "Coronel"

Nachdem diverse Maschinen repariert werden mussten, erfolgten Probefahrten auf hoher See um die Zuverlässigkeit der Maschinen zu gewährleisten. Dabei traten Schäden am Turbinenlager auf, die mit Bordmitteln zwar zu reparieren waren, die Reparatur dauerte 5 Tage, aber einen weiteren Verbleib auf hoher See, nicht mehr möglich machten und so brach der Kommandeur die Kaperfahrt und kehrte nach nur 6 Monaten Feindfahrt nach Brest zurück. Dort entschied man, das "Widder" aufgrund der andauernden Antriebsprobleme, "Widder" zum Werkstattschiff umzubauen und ihr wieder ihren alten Namen "Neumark" zu geben.
Nach dem Krieg diente sie unter verschiedenen Flaggen, ihre Antriebsprobleme wurde sie nie los. 1955 strandete sie auf Höhe Bergen und brach dort auseinander. Es gab noch 2 weitere Hilfskreuzer, "Hansa" und "Coronel", beide wurden aber nicht mehr als Hilfskreuzer eingesetzt. "Hansa" endete als Kadettenschulschiff und half bei der Rückführung deutscher Truppen aus dem Baltikum. "Coronel" diente als Nachtjagdleitschiff in der Ostsee und half ebenfalls bei der Rückführung von Soldaten und Flüchtlingen, ehe sie am 4. Mai von den vorrückenden Briten beschlagnahmt wurde.


HSK 11

 


Schnellboote

Die Einsätze der deutschen Schnellboote

 

Man nannte sie Windhunde oder Stukas der Meere - Die Besatzungen der Schnellboote der deutschen Kriegsmarine. Sie kämpften tapfer und aufopferungsvoll und doch standen ihre Taten immer im Schatten ihrer berühmteren Waffengefährten der Ubootwaffe und der Grosskampfschiffe. Ich möchte ihre Geschichte ein wenig transparenter machen und ihren Mut in Erinnerung bringen.
Die Anfänge der Schnellbootwaffe lagen in den Einsätzen im ersten Weltkrieg. Sie entstanden eher aus der Not heraus und wurden aus den zivilen Bootsbeständen heraus rekrutiert als Arbeitsboote, die sich seit 1916 um die Räumung der Netzsperren vor der Küste Flanderns bemühten, Schutz vor den Bewachern der Sperren benötigten. Dafür wurden schnelle, wendige Boote gesucht, die bewaffnet wurden um die Räumkommandos zu schützen es wurden zahlreiche Boote in Dienst gestellt, die aber in den laufenden Operationen kaum eine Rolle spielten.

 

Einer der größten Erfolge der damals noch jungen Schnellbootwaffe war die Versenkung des russischen Minenlegers "Penelope" 1917. Wie schon bei den Hilfskreuzern, sollte die große Stunde während des zweiten Weltkrieges kommen, in den unzähligen Einsätzen der Schnellboote.

 

 

Der zweite Weltkrieg

Zu Beginn des Krieges verfügte die Kriegsmarine über 2 Flottillen mit insgesamt 18 Booten. Die 1. Schnellbootflottille war zu Beginn in Kiel stationiert, verlegte dann in die Ostsee um dort nach Ausbruch des Krieges in der Bucht von Danzig um dort ihre Aufgaben zu erledigen. S-23 unter dem Befehl von Oberleutnant Christiansen erzielte dort einen Erfolg, in dem er das polnische Sperrschiff "Lloyd Bydgoski" angriff und versenkte. Die 2. Flottille hatte ihren Stützpunkt auf Helgoland und operierte in der Nordsee. Größere Erfolge oder Einsätze sind nicht bekannt.
Im zweiten Kriegsjahr dehnte sich das Operationsgebiet der Schnellboote aus und beide Flottillen (die 1. Flottille mit den Booten S-19, 21, 22, 23, 24 und die 2. Flottille mit den Booten S-7, 8, 17, 30, 31, 32 und 33 ) nahmen an der Operation "Weserübung", der Besetzung von Norwegen, teil. Die 1. Flottille wurde der Einsatzgruppe III zugeteilt, deren Ziel die Einnahme Bergens war. Die 2. Flottille war Teil der Gruppe IV, Ziel war Kristiansand. Am 8. April kollidierten die beiden Boote S-21 und S-19 und wurden dabei so schwer beschädigt, dass sie nicht mehr verwendungsfähig waren. Damit bestand die Flottille nur noch aus 4 Booten. Bereits am 19. April gelang es ihnen, das norwegische Torpedoboot "Sael" zu versenken. Bereits eine Woche später wurden alle Boote der 1. Flottille bei einer Überprüfung von Handelsschiffen unter Feuer genommen und beschädigt, eines wurde versenkt. Gegen Ende der Operation gelang den Schnellbooten noch die Versenkung des norwegischen Minenlegers "Uller". 1940 wurden die Boote der 1. und 2. erstmals an der Westfront eingesetzt nachdem die Wehrmacht die Offensive gegen die sogenannten Low Countries und Frankreich eröffnet hatte. Ihr Einsatzgebiet sollte für die nächsten 2 Jahre der Ärmelkanal sein.

 

 

S-30

 

 

 
Länge 32,76 m
Breite 4,90 m
Tiefgang 1,90 m
Verdrängung 81/100 t
Besatzung 21 Mann
Bewaffnung 2 x Toro 53,3 cm
1 x 20 mm Maschinenkanone
Antrieb 3 x Daimler-Benz MB 502 Diesel-Motoren 1200/1320 PS
Geschwindigkeit 36 kn
Bauwerft Lürssen
Ursprünglich als C 4 bis C 10 für China in Bau gegeben

 

Ärmelkanal 1940/41

In der Nacht vom 9. auf 10. Mai stießen die Boote S-30, 31, 32 und 33 der 2. Flottille auf ein Geschwader bestehend aus britischen Kreuzer und Zerstörer, die Jagd auf deutsche Minenlegern machten. S-30 und S-32 wurden nach schwerem Beschuss beschädigt und zogen sich zurück und S-33 büßte nach einem Zusammenstoß mit einem britischen Zerstörer einen Teil seines Vorschiffs ein. Nur S-31, unter Oberleutnant Hermann Opdenhoff, konnte einen Angriff durchzuführen. Er torpedierte den britischen Zerstörer "Kelly". Er brauchte rund 91 Stunden ehe er den schützenden Hafen erreichte. Die Deutschen verpassten die Chance den Zerstörer zu versenken, das sie annahmen, das er bereits gesunken war.
Am 21. Mai gelang es deutschen S-Boote den britischen Minenleger "Corburn" bei Le Havre zu versenken. Wiederum zwei Tage später erzielte die 1. Flottille den ersten richtigen Erfolg gegen die größte Gefahr der S-Boote - die feindlichen Zerstörer -, als erneut S-23 unter Oberleutnant Georg Christiansen und S-21 unter Oberleutnant Götz von Mirbach, den französischen Zerstörer "Jaguar" bei Malo les Bains versenken konnten. Nach Kämpfen mit dem holländischen U-Boot O-13 und dem britischen Zerstörer "Vega" am 26. Mai auf Höhe der belgischen Küste, versenkten S-Boote nach deutschen Angaben diese beiden Boote. Allerdings wurden diese Erfolge nicht bestätigt. Am 29. Mai konnte S-30 unter Oberleutnant Wilhelm Zimmermann den britischen Zerstörer "Wakeful" bei Nieuport versenken. Tags darauf torpedierte S-24 unter Oberleutnant Hans Detlefsen den französischen Zerstörer "Cyclone" bei Dünkirchen. Er wurde schwerst beschädigt, konnte jeodch noch Dover erreichen. Später entkam er nach Brest, wo er von den vorrückenden deutschen Armeen erobert wurde.
Am 30. Mai versenkten die beiden S-Boote S-23 und S-26 mit zwei Torpedotreffern den Zerstörer "Sirocco" - das Schwesterschiff des "Cyclone" - im Kanal. Der erste erfolgreiche S-Boot Einsatz an der britischen Ostküste war die Versenkung des britischen Frachters "Roseburn" in der Nacht vom 19. auf den 20. Juni durch die Boote S-19 und S-26.
Dies war der erste von vielen weiteren Einsätzen die in den folgenden Monaten und Jahren durchgeführt werden sollten. Das erste S-Boot das die Kriegsmarine verlor, war S-32 das am 21. Juni 1940 im Kanal südlich von Dungeness auf eine Mine fuhr. Der Kapitän und sechs weitere Besatzungsmitglieder fanden den Tod. Am Ende des Monats sank S-21 bei Boulogne, konnte jedoch gehoben und im Juli Instand gesetzt werden.
In der Nacht von 23. auf 24. Juni operierten die S-Boote wieder bei Dangeness. Hier versenkten die Boote S-19 (Oberleutnant Werner Töniges) und S-36 (Oberleutnant Dietrich Babbel) den britischen Tanker "Albuera" sowie das Küstenschiff "Kingfisher". Im Juli 1940 kam es zum ersten Einsatz an der britischen Südküste. Am 4. Juli war hier südlich von Portland der Konvoi AO 178 das Ziel der S-Boote. Die 1. Flottille operierte von Cherbourg aus und schickte die Booete S-24, 19, 20 und 26 gegen den Feind. Es gelang ihnen den Frachter "Elmcrest" zu versenken und beschädigten durch Torpedotreffer zwei weitere Schiffe. Am 25. Juli, südlich von Portland, versenkte S-27 (Oberleutnant Bernd Klug) das französische Passagierschiff "Meknes". Das Schiff fungierte als Truppentransporter und brachte fanzösische Soldaten von England zurück nach Frankreich.
Am 26. Juli gelang es der 1. Flottille drei Schiffe aus dem Konvois CW8 zu versenken, welcher bereits von deutschen Stukas stark dezimiert war. In der Nacht von 7. auf 8. August verlor der Konvoi CW8 ebenfalls durch S-Boote der 1. Flottille drei weitere Schiffe. S-21 und S-27 durch feindliches Feuer beschädigt. Am 12. Juli 1940 sank das Boot S-23 nördlich von Calais eine Mine. S-37 wurde östlich von Orfordness am 12. Oktober 1940, ebenfalls durch eine Mine versenkt. Während des Jahres 1940 versenkten die S-Boote im westlichen Gebiet:

- 3 Zerstörer
- 1 Minenleger
- 3 Trawler
- 23 Fracht- und Handelsschiffe


Ab dem Sommer 1940 operierten 3 S-Boot Flottillen im Westen. Eine dritte Flottille wurde am 15. Mai 1940 in Kiel gebildet. Als neue Boote in Dienst gestellt werden konnte, war es endlich möglich alte Boote aus dem aktiven Dienst zu nehmen und diese zu Ausbildungszwecken zu nutzen. Aber noch immer waren zu wenige S-Boote einsatzbereit um den Konvoiverkehr an den britischen Küsten ernsthaft zu bedrohen. Viele Schnellboote wurden allerdings auch zweckentfremdet in dem man sie als Minenleger einsetzte.
Am 1. Oktober 1940 wurden neue S-Boote in Auftrag gegeben, damit eine 4. Flottille gebildet werden konnte. Allerdings dauerte es jedoch bis 1941, bis diese Flottille dann vollständig einsatzbereit war.
In den ersten sechs Monaten des Jahres 1941, operierten die 4 Flottillen, in den Gebieten von Southwold, Cromer, Smith's Knoll, Lowestoft, Great Yarmouth. In der Zeit wurden ein Zerstörer (HMS Exmor) am 25. Februar 1941 von S-30 (Oberleutnant Klaus Feldt) sowie 16 Frachter und Handelsschiffe versenkt. Da der Feldzug gegen Russland bevorstand, wurden zahlreiche Boote in die Ostsee verlegt um schnellstens anzugreifen. Die neuaufgestellte 6. Flottille wurde aus veralteten Booten gebildet und es sollte noch einige Monate dauern, ehe sie mit neuen, modernen Boote ausgestattet wurde.

 

Ostsee 1941

Im Mai 1941 wurden die 1., 2. und 3 Flottille in die Ostsee verlegt um näher an der Ostfront zu sein, nur die 4. Flottille verblieb im Ärmelkanal. Am 16. Juni 1941 die Boote S-27, 28 und 29 den Befehl nach Gotenhafen zu verlegen. Hier wurden von den drei S-Boote Minen gelegt und waren nun Teil der 1. Flottille, später wurden sie der 5. Flottille zugeteilt. Zu diesem Zeitpunkt verfügte die Kriegsmarine über zu wenig Boote um die 5. Flottille auf eine Sollstärke von 10 Booten zu bringen. Der Großteil der 1. Flottille lag in Danzig-Neufahrwasser, die Boote S-26, 39, 40, 101, 102, 103 und das Nachschubschiff "Carl Peters". Später verlegte sie nach Finnland, und richtete sich unterhalb der Festung Sveaborg ein.
Zu Beginn des Feldzuges gegen die Sowjetunion bestand die Hauptaufgabe der S-Boote primär im eskortieren von Minenlegern sowie im Minenlegen. Vor Windau gelang es den Booten S-59 (Oberleutnant Alber Müller) und S-60 (Oberleutnant Siegfried Wuppermann) den lettischen Kreuzer "Gaisma" zu versenken, nur kurz nachdem der Krieg gegen Russland begonnen hatte. S-Einheiten der 1. Flottille kaperten den estnischen Frachter "Estonia". Doch schon kurz darauf, am frühen Morgen des 22. Juni 1941, kam es zu ersten Rückschlägen als die beiden die Boote S-103 und S-39 der 1. Flottille vor Helsinki auf Grund liefen. Beide wurden so schwer beschädigt, dass auf lange Zeit kein Einsatz möglich war. S-103 musste nach Deutschland gebracht werden, da es vor Ort nicht repariert werden konnte.
Die folgenden Tage legten die S-Boote Minen und fuhren Küstenpatrouille. Bei einem Einsatz bei Hangö versenkte das S-44 (Oberleutnant Opdenhoff, 3. Flottille) das sowjetische Küstenschutzboot "MO-238". Auch dem S-35 (Leutnant Horst Weber) gelang ein achtbarer Erfolg als es das U-Boot S-3 bei Steinort mit Unterwasserbomben und Handgranaten angriff und zerstörte. Ende Juni konnte das russische MTB "TKA-47" gekapert werden. In der Nacht von 25. auf 26. Juni fuhren S-43 und S-106 in ein sowjetisches Minenfeld, dass bereits vor Kriegsbeginn gelegt wurde. Am gleichen Tag legten Boote der 3. Flottille Minen in der Irben-Strasse, auf dem Rückweg versenkte S-34 (Leutnant Erwin Lüders) den estnischen Kreuzer "Lizada".
Im Laufe einer Operation der 3. Flottille in der Nacht von 26. auf 27. Juni, torpedierte S-31 (Leutnant Heinz Haag) und S-59 den sowjetischen Zerstörer "Storozevoi" und trafen das Vorschiff. In einem nachfolgenden Angriff versenkten S-59 und S-60 (Oberleutnant Wuppermann) das sowjetische U-Boot S-10. Während einem dritten Angriff versenkten S-35 und S-60 den sowjetischen Minenräumer T-208.

Auch wenn es sich bei den versenkten Kreuzern "nur" um veraltetes Schiff handelte, war es doch ein äusserst beachtlicher Erfolg! Am 27. Juli hatte die 3. Flottille Glück, als S-54 (Leutnant Herbert Wagner) den Zerstörer "Smelyi" versenkte.
Danach gab es keine nennenswerten Erfolge mehr während des Herbstes 1941. Die Einsätze der S-Boote in der Ostsee wurden auf ein Minimum reduziert. Die 2. und 5. Flottille wurden wieder in den Westen verlegt. Es war vorgesehen die 1. Flottille in das Schwarze Meer zu verlegen, während die 3. Flottille im September Wilhelmshaven erreichen und weiter über den Rhein und die Rhone ins Mittelmeer verlegt werden sollte.
Die Einsätze in der Ostsee zeigten, dass die S-Boote durchaus effektiv eingesetzt werden konnten. Allerdings litten sie immer wieder an technischen Mängeln und waren nur teilweise einsatzbereit.

 

Weitere Einsätze im Ärmelkanal, 1941

Nachdem drei Flottillen in die Ostsee verlegt wurden, verblieb nur die 4. Flottille am Ärmelkanal um weitere Einsätze an der britischen Küste durchzuführen. Es sollte jedoch bis zum August dauern, ehe die Flottille Erfolge erzielen konnte. Im August konnte die 4. Flottille zwei Frachter, im September, drei Frachter und im Oktober zwei weitere Schiffe zu versenken. Es sollte bis in die September hindauern, ehe sich die Erfolge erhöhten, als die 2. Flottille wieder aus der Ostsee eintraf. In der Nacht von 19. auf 20. November wurde ein Konvoi bei Great Yarmouth von nur 4 Booten (S-41, 53, 104 und 105) angegriffen. Hier versenkten sie drei Schiffe, darunter auch der Öltanker "War Methar", welcher von S-104 versenkt wurde. S-41 wurde so schwer beschädigt, das es versenkt werden musste. Im November unternahm die 4. Flottille weitere erfolgreiche Einsätze. In der Nacht von 23. auf 24. November attackierten die Boote S-50, 51, 52, 109 und 110 einen Kovoi östlich von Orfordness. Hier gelang es S-109 (Leutnant Walter Bosse) den britischen Tanker "Virgilia" zu versenken, ferner wurde der holländische Frachter "Groenlo" und ein weiteres Schiff versenkt.

Insgesamt versenkten die S-Boote in dieser Zeit:

- 1 Zerstörer
- 30 Handelsschiffe und Frachter

Mittelmeer 1941/42

Am 7. Oktober 1941 begann für die 3. Flottille, aufgeteilt in zwei Gruppen (S-55, 35, 61, 31 und 34 / S-56, 54, 57, 58, 59), die Verlegung in Richtung Mittelmeer. Von Wilhelmshaven aus ging es auf See erst nach Rotterdam. Da zu dem Zeitpunkt in der Nordsee raues Wetter herrschte, waren Schäden unumgänglich. Die Boote S-54 und S-57 wurden beschädigt und mussten in Rotterdam instand gesetzt werden. Anschließend fuhren die Boote auf dem Rhein mit 15 Knoten weiter und erreichten nach einigen Tagen Straßburg. Dort führte die Route durch den Rhein-Rhone Kanal und durch 167 Schleusen. Die erste Gruppe beendete ihre Fahrt kurz danach und noch im Dezember 1941 war sie bereit für ihren ersten Einsatz in Sizilien. Der erste Einsatz war das Legen von Minen am Eingang zum Großhafen auf Malta.
Die zweite Gruppe brauchte länger um ins Mittelmeer zu gelangen. Der Grund war der niedrige Wasserstand auf der Rhone und hielt die Boote 6 Wochen lang fest und sie konnten die Fahrt erst am 10. Januar 1942 fortsetzen. Am 15. Januar erreichten sie den Kriegshafen La Spezia, von wo aus es weiter nach Augusta in Sizilien ging. Von hier aus startete bereits die erste Gruppe ihre Einsätze. Kurz danach fuhren die S-Boote von Augusta nach Porto Empedocle. Sie wurden jedoch entdeckt und umgehend von der Küstenartillerie unter Beschuss genommen. S-34 erhielt einen Volltreffer im Motorenraum. Das Boot wurde aufgegeben und von der Luftwaffe am nächsten Tag versenkt.

 

Nordafrika

Am 24. Mai 1942 wurde die 3. Flottille, mittlerweile durch die Boote S-30, 33, 36 und 60 verstärkt, nach Derna in Nordafrika verlegt. Am 14. Juni erfolgte ein Angriff auf den Malta-Konvoi "Vigorous" anzugreifen, der gemeinsam mit dem Konvoi "Harpoon" von Westen aus nach Malta lief. Der Konvoi war bereits durch deutsche und italienische Luftangriffe dezimiert worden. Am Abend des 14. Juni machten sich die Boote S-56, 54, 55, 58, 59 und 60 von Derna aus auf den Weg und S-55 (Oberleutnant Horst Weber) schaffte es den britischen Zerstörer "Hasty" zu versenken und S-56 (Oberleutnant Wuppermann) erzielte 2 Torpedotreffer auf dem leichten Kreuzer "Newcastle"
Eine Woche später operierten 6 Boote der Flottille gegen britische Schiffe die, nachdem das Afrikakorps unter Rommel Tobruk eingenommen hatte, sich zurückzogen. Dabei wurde das Minenräumboot "Parktown" der südafrikanischen Marine sowie ein Motor-Segel-Schiff und 8 kleinere Schiffe versenkt oder gekapert. S-55 kaperte LCT.150. S-58 erlitt Schäden und Verluste, unter anderem der Kapitän und ein Arzt getötet. Danach verlegten die Schiffe nach Tobruk, fuhren einige Einsätze und verlegten sie am 2. Juli nach Mersa Matrush. Am 13. August attackierte die "Augusta-Gruppe" in Zusammenarbeit mit italienischen Motor-Torpedobooten den Malta-Konvoi "Pedestal". S-30 und S-36 versenkten dabei die "MV Wairangi".
Im September 1941 sammelte sich 3. Flottille in Porto Empedocle. Augusta sollte nun als Basis für die 7. Flottille (Kapitänleutnant Hans Trummerer), welche bereits auf dem Weg ins Mittelmeer war, fungieren. Die 7. Flottille wurde am 1. Oktober 1941 in Swinemünde gebildet und war jetzt erstmals einsatzbereit. Im Oktober 1942 verblieb die 3. Flottille im Hafen liegen. Als die Alliierten am 8. November 1942 während der Operation "Torch" in Nordafrika landeten, verlegte die Flottille ihre Basis nach Tunesien. Hier operierte sie von Bizerta und La Goulette aus. Im Winter 1942/43 legte sie bei Bone und Philippeville mehrere Minenfelder. Während einer dieser Einsätze gelang es S-58 am 1. Januar 1943 das britische Minenräumboot "Horatio" an der afrikanischen Küste zu versenken. Als letzten größeren Erfolg versenkte am 12. März S-55 (Oberleutnant Weber) den Zerstörer "Lightning" in der Straße von Messina.
Am 7. Mai 1943 verließen die letzten S-Boote Bizerta und halfen bei der Evakuierung der Reste des Afrikakorps.

 

Das Schwarze Meer 1942-1944

Im Schwarzen Meer, wo bisher nur ein paar alte rumänische Schiffe den Kampf gegen die sowjetische Schwarzmeerflotte aufgenommen hatte, sollten, nach Meinung der Marineleitung für angebracht, deutsche Marinekräfte einzusetzen und verlegte 6 U-Boote sowie kleinere Einheiten. Dazu gehörten auch die Schnellboote der 1. Flottille. Das Gros konnte aber erst nach der Eisschmelze in das schwarze Meer verlegen
Die Flottille bestand aus den Booten S-26, 27, 28, 40, 72 und 102, S-27, 40, 42, 45, 46, 47, 49, 51, 52, 131, 148 und 149. Im Mai 1942 erklärte der Flottillenführer, Korvettenkapitän Birnbacher, die ersten 4 Boote (S-26, 28, 72 und 102) im rumänischen Constanza als Einsatzbereit.
Die bereits einsatzbereiten Boote nahmen an der Schlacht um die Festung Sewastopol teil. In der Nacht des 19. Juni 1942konnte die 1. Flottille ihren ersten Erfolg im Schwarzen Meer vermelden, denn S-102 versenkte einen Frachter südlich der Krim. Bei einem Kampf in der Nacht des 3. Juli wurden 2 sowjetische Kanonenboote versenkt. In den folgenden Monaten operierte die 1. Flottille an der kaukasischen Küste, wo sie mehrere russische Küstenschutzboote und einige Frachter versenken konnte. Die Verluste auf deutscher Seite hielten sich in diesem Gebiet auf niedrigem Niveau:

1942 - S-27 durch eigenen Torpedo
1943 - S-102 durch eine Mine und S-46 durch Fliegerangriff


Bei dem Rückzug der deutschen Streitkräfte aus Südrussland und der Aufgabe der Krimhatte die 1. Flottille mehrere Kämpfe mit sowjetischen Schiffen und unterstützte den Rückzug der Truppen. Im August 1944 brachte der Vormarsch der Roten Armee nach Rumänien das Ende für die 1. Flottille und sie musste sich zurückziehen. S-26, 40, 42, 52 und 131 wurden durch Bomben vernichtet, S-148 sank durch Fahrt auf eine Mine. Die verbleibenden S-28, 45, 47, 49, 51 und 149 wurden gesprengt, kurz bevor die Häfen von der Roten Armee überrannt wurden.

 

Ärmelkanal 1942

Die Hauptaufgabe der S-Boote im Ärmelkanal und der westlichen Nordsee bestand darin, die Handelsschifffahrt sowie die Konvois entlang ihrer Route der Südküste Englands anzugreifen. Auch das Legen von Minenfeldern gehörte dazu. Am 11. März 1942 versenkten Boote der 2. Flottille die "SS Horseferry", ein kleiner Frachter, östlich von Cromer. Kurz darauf später versenkte S-104 (Oberleutnant Ullrich Roeder) im gleichen Gebiet den britischen Zerstörer "Vortigern" mit zwei Torpedos. S-53 und S-111 gingen verloren.
Erst in der Nacht des 9. juli, konnten die Boote Erfolge vermelden, als die 2. Flottille der Bucht von Lyme (S-Boote S-48, 50, 63, 67, 70, 104 und 109) einen Konvoi angriffen und versenkten dabei einen holländischen, drei norwegische Frachter und den Trawler "Manor". Zusätzlich versenkte S-67 (Kapitänleutnant Felix Zymalkowski) den britischen Motor-Tanker "Pomella". Die 5. Flottille (Kapitänleutnant Klug) operierte am 2. Oktober 1942 mit den Booten S-65, 77, 82 und 112 bei Eddystone und konnte den Trawler "Lord Stonehaven" versenken. Kurz darauf wurde 2. Flottille durch die Booten S-63, 79 und 117 der 4. Flottille verstärkte und griffen bei Cromer einen Konvoi. Sie versenkten drei Frachtschiffe, einen Schlepper und ML 339.
Im Oktober 1942 stieß die 6. Flottille, bisher in Nordnorwegen im Einsatz, zu den anderen im Ärmelkanal. Im Zeitraum vom 29. November 1941 bis 9. Oktober 1942 führten die Flottillen im Ärmelkanal 22 Angriffe, 11 Eskorteinsätze und 51 Minenleger-Operationen aus. Insgesamt legten die S-Boote in diesem Zeitraum 1902 Minen.
Im Ärmelkanal konnten 1942 folgende Erfolge erreicht werden:

- 2 Zerstörer
- 1 Motor-Tanker
- 4 Trawler
- 20 Frachter und Handelsschiffe

Ärmelkanal 1943

Das Jahr 1943 bedeute für die S-Boote in diesem Bereich einen immer härter und schwerer werdenden Kampf. Immer höher waren die eigenen Verluste, die Einsätze der Royal Air Force gegen die deutschen Boote und auch die Navy änderte ihr Vorgehen. 1943 gingen 13 Schnellboote verloren, zum Teil bei Luftangriffe in der Heimat
Besondere Erfolge 1943:

- 1 Zerstörer
- 1 LCT
- 8 Trawler
- 5 Handelsschiffe und Frachter

Ärmelkanal 1944

Im Januar 1944 hatten die Flottillenführer die alte, jedoch bewährte Taktik, an den Konvoirouten zu warten, überdacht und aufgegeben. Stattdessen wandten sie die sogenannte "Hit and Run-" Taktik an, schnell ran an den Feind, zuschlagen und schneller Rückzug. Dazu war eine gute und gründliche Aufklärung nötig, denn zu diesem Zeitpunkt hatte die Luftwaffe längst ihren Schrecken und ihre Stärke verloren und konnte den Booten kaum noch Schutz bieten. Die Verluste unter den Schnellbooten stiegen an und standen teilweise im keinem Zusammenhang mehr zu den Versenkungen feindlichen Schiffe.

 

Die Invasion in der Normandie

Bei der Landung der Alliierten in der Normandie, erlitten die im Ärmelkanal eingesetzten Booten die bisher größten Verluste, da die Übermacht der feindlichen Schiffe und Luftwaffe einfach zu erdrückend waren. Daher konnte die noch einsetzbaren 34 Boote nur im Schutze der Nacht agieren und beschränkten sich auf Minenlegeaktivitäten und kleinere Torpedoangriffe. Unter anderem wurden LST.376 und LST.314, die britischen LCT 105, LCT 875, 2 Schlepper, 4 kleinere Frachter, MGB 17 und die Fregatte "Halstead" versenkt
Trotz der enormen Menge an Zielen hielt sich der Verlust der Invasionsflotte durch die S-Boote in Grenzen: durch Torpedotreffer wurden die amerikanischen LST 376 und LST 314, die britischen LCT 105, LCT 875, 2 Schlepper, 4 kleinere Frachter, MGB 17 und die Fregatte "Halstead" versenkt. Die 2. Flottille verlor S-178, 179, 189 und 190. Bei einem schweren Luftangriff auf Le Havre (325 Lancasterbomber) wurden folgende Boote vernichtet.

4. Flottille: S-171, 172, 173, 187, 188, 189
5. Flottille: S-84, 100, 138, 142, 143, Kapitänleutnant Kurt Johannsen wurde getötet
9. Flottille: S-144, 146, 150


Insgesamt gingen also 15 S-Boote verloren. Trotz der enormen Verluste setzten die S-Boote ihren Kampf im Juli 1944 fort. Mittlerweile war auch die 6. Flottille im Juni in den Ärmelkanal verlegt worden. Die Flottillen 2., 4., 8. und 6. torpedierten bei einem gemeinsam durchgeführten Angriff die Fregatte "Trollope", welche allerdings nur beschädigt wurde, und versenkten 6 Frachter und ein weiteres Nachschubschiff. In der Nacht von 10. auf 11. August attackierten die Boote erstmals mit dem neuen "Dackel", einem neuen langen Torpedo einen feindlichen Verband. Es gelang ihnen den Kreuzer "Frobisher" und zwei weitere Schiffe zu treffen und einen Frachter zu versenken. 4 S-Boote gingen verloren
Die Entwicklung der Westfront erforderte es, das die restlichen 13 Boote sich aus dem Ärmelkanal zurückziehen mussten und nach Holland verlegt wurden wo sie bis Kriegsende ihre Basis hatten. Sie erzielten jedoch keine erwähnenswerte Erfolge mehr.

 

Westliche Nordsee 1945

Zu Beginn des Januar 1945 bestanden die Flottillen aus folgenden Einheiten:

2. Flottille: 7 Boote - Den Helder
4. Flottille: 5 Boote - Rotterdam
6. Flottille: 6 Boote - Rotterdam
8. Flottille: 5 Boote - Ijmuiden
9. Flottille: 4 Boote - Rotterdam


Die 5. Flottille, zuvor in der Ostsee eingesetzt, erreichte am 28. Dezember 1944 Rotterdam. Ihre 7 Booten hatten ihre Basis in Den Helder und sollten die anderen Boote unterstützen. Die Wetterlage verbot umfangreiche Einsätze, daher waren die Erfolge eher dürftig. 2 Boote gingen verloren.
In der Nacht von 21. auf 22. Februar führten die 8. und 9. Flottille einen Angriff auf den Konvoi FN1734 an der Scheldt-Mündung durch. Hier gelang es die beiden Frachter "Goodwood" und "Blacktoft" zu versenken, verlor jedoch dabei S-193 (8. Flottille) und S-167 (9. Flottile). Einige Erfolge konnten in den ersten beiden Monaten im Jahr 1945 durch Minen erzielt werden. Insgesamt wurden durch gelegte Minenfelder 7 Schiffe und 3 kleinere Boote versenkt.
Im März 1945 gelang den S-Booten ein letzter Erfolg gegen Frachtschiffe. In der Nacht von 18. auf 19. März versenkten sie bei Lowestoft die Frachter "Crichtoun" und "Rogate". Im März gingen S-203, 220 der 4. Flottille und S-181 der 2. Flottille verloren. Der Führer der 2. Flottille, Korvettenkapitän Opdenhoff fiel. April 1945 war das Ende absehbar, aufgrund von Treibstoffmange liefen sie nicht mehr aus, für sie war der Kampf zu Ende. Von Januar bis April 1945 führten die S-Boote insgesamt 351 Einsätze aus.

 

Mittelmeer 1943-45

Nach dem Nordafrika verloren war wurden die 3. und 7. Flottille nach Sizilien verlegt. Von dort aus, führten sie zahlreiche Operationen aus. Nachdem auch Sizilien gefallen war und die Alliierten auf dem italienischen Festland gelandet waren, mussten die beiden Flottillen von Taranto nach Viareggio an der italienischen Westküste verlegt werden. Von hier aus starteten sie mehrere Angriffe im Golf von Salerno, wo sie im September 1943 den amerikanischen Zerstörer "Rowan" versenkten.
Als die Flottillen nach Viareggio verlegt wurden, mussten die Boote S-54 und S-61 in Taronto aufgegeben werden. Am Tage der italienischen Kapitulation mussten die Boote den Hafen von Viareggio verlassen, Auf ihrem Weg legten sie noch einige Minen. Als Resultat dessen wurde der britische Minenleger "Abdiel" versenkt. Die beiden S-Boote wurden von Oberleutnant Klaus-Degenhard Schmidt angeführt und versenkten in der Adria das italienische Kanonenboot "Aurora". Am Nachmittag gelang ihnen die Kaperung des italienischen Truppentransporter "Leopardi" und versenkten anschliesend den Zerstörer "Quintino Sella".
Mit ihren fast leeren Tanks begaben sich S-54 und S-61 in den Hafen von Venedig. Zwei Boote der 3. Flottille, S-36 und S-55, operierten während der Sommermonate 1943 in der Ägäis, wo S-55 im November bei der Einnahme der Insel Leros beteiligt war. Mitte Oktober 1943 wurden die 3. und 7. Flottille in die Adria verlegten. In der Adria operierten die Boote von ihren Basen in Pola, Venedig, Split, Grado, Trieste, Monfalcone, Cattaro und Dubrovnik aus. Hier konnten viele Erfolge erzielt werden, in dem Schiffe und Kleinboote, welche die jugoslawischen Partisanen unterstützen und ausrüsten sollten, versenkt wurden. 5 Boote sollten das Kriegsende erleben. Im Mai 1945 war auch für sie der Krieg beendet, die deutschen Schnellboote hatten tapfer und aufopferungsvoll gekämpft, viele Siege errungen, aber auch einen hohen Blutzoll entrichtet.

Ich hoffe einen kleinen Beitrag zur Erinnerung geleistet zu haben!