DMP Modding Community

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Wir sind eine unabhängige und vorwiegend deutschsprachige Internetseite für Modding in Games. Seit 2005 hat sich das Projekt Designmodproject dem Modden bzw. dem Erstellen von Mods verschrieben (Mod; Abk. für engl. modification oder deutsch Modifikation). Dabei stand immer die historische Erweiterung von Spielinhalten des strategie- und militärhistorischen Genres der PC-Spiele im Vordergrund.

Aus dem DMP Hobbyforum hat sich eine innovative Community entwickelt, welche ergänzende Inhalte zu den Spielen und dessen Hintergründe einbringt. So existieren heute neben einem vielfältigen Downloadbereich, einer aktiven Forengemeinde und der Informationsplattform zu verschiedenen Spielen, auch eine Anlaufstelle für interessierte Modder, Spieler und Spieleentwickler.

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Battlefield: Europe 2.0

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McGuba war wieder fleißig und hat seinen Mod Battlefield: Europe für Panzer Corps weiter fortgesetzt.
War Ace Campaign  Patch 5.2

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Dieser Patch korrigiert diverse Fehler aus Version 5.0 oder 5.01 und korrigiert die Dateistruktur vieler Einheiten, welche möglicherweise unregelmäßige CTDs beim Spielen oder Laden verursachen.
DAW - Der andere Weg 19-01

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Folgende Änderungen bzw. Zusätze zur bisherigen Version (DAW 18-02) sind enthalten: Darstellung von Meeresfeldern Die Meerestiles haben (auch für die ersten 3 Kampagnen) ein neues Grafikmuste
Amulet Mod Version 3.0

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Der Amulet Mod 3.0 ist für das PC-Spiel Panzer Corps Wehrmacht. Es ist der zur Zeit tiefgreifendste und umfangreichste Mod für deutsche Einheiten. Hier kurz die Merkmale: 77 neue Einheiten; 50
Modern Conflicts 1.1

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Endlich ist Version 1.1 live. Der erste Teil der russischen Kampagne ist verfügbar, außerdem sind viele Balance-, grafische und andere Verbesserungen implementiert worden. Da hat Akkula wieder gan
Total Realism Project

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TRP 1.04 ist eine Zusammenfassung der vielen kleineren Ideen, die wir zu unserer Mod hatten. Wir veröffentlichen sie nun auf Basis der neuen HoI 2 Darkest Hour-Version 1.05.
DAW - Der andere Weg 18-02

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Folgende Änderungen bzw. Zusätze zur bisherigen Version (DAW 17-09) sind enthalten: Darstellung vereister Seen Die Landschaftstiles für Seen in der Winterdarstellung wurde (auch für die beid
Battlefield: Europe 1.9

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Changes in v1.9
Pazifik Korps Teil 4 Part 3

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Im 3. Teil der US-Kampagne "Nach den schwarzen Tränen der Arizona", geht es als erstes um die Befreiung der Philippinen. Hierbei werden Sie von einem lokalen Helden tatkräftig unterstützt. Die aus
War Ace Campaign 5.0

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Eine erhoffte Fortzetzung des War Ace Campaign Großmod für das Spiel Silent Hunter 3 wurde von HanSolo nach mehr als 2 Jahren intensiver Entwicklungszeit vollendet.
DAW - Der andere Weg 17-09

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Folgende Änderungen bzw. Zusätze zur Version DAW 17-04 sind enthalten: Englische Texte DAW Kompendium + Credits, Install-Datei, sowie alle Briefingsdateien und Texte innerhalb der Kampagnen sin
Panzer War in Europe Mod

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Ein Mod des Users IronCross für das Spiel Panzer War in Europe. Es wurden vorhandene Grafiken berichtigt und einige Grafiken hinzugefügt. Es wurde noch weitere Änderungen vorgenommen. Die detaill

Das Thema

 

Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel

 

 

* 22. September 1882 in Helmscherode bei Bad Gandersheim
† 16. Oktober 1946 in Nürnberg


Kaiserreich

 

Kaiserreich

Wilhelm Bodewin Johann Gustav Keitel wurde am 22. September 1882 auf Gut Helmscherode bei Gandersheim/Niedersachsen als Sohn eines königlich-hannoverschen Amtsrates und Gutsbesitzers geboren. Seine Kindheit verbrachte er auf dem Familiengut. Nach dem frühen Tod seiner Mutter erhielt Keitel zunächst Hausunterricht durch Privatlehrer, später besuchte er ab 1892 das königliche Gymnasium in Göttingen. Keitel wollte nach seinem Abitur Landwirt werden, das Familiengut übernehmen und es bewirtschaften. Als der Vater aber wieder heiratete, eröffnete er dem 18jährigen, dass er auf dem Gut auch künftig wirtschaften und damit seine neue Familie ernähren wolle. Da das Gut nicht zwei Familien gleichzeitig ernähren konnte, trat Keitel auf Wunsch seines Vaters am 7. März 1901 als Fahnenjunker in das niedersächsische Feldartillerieregiment Nr. 46 in Wolfenbüttel ein. Dort wurde er am 18. August 1902, mit Patent vom 19. August 1901, zum Leutnant befördert, bekam ein Kommando zum Militärreitinstitut in Hannover und wurde 1908 Regimentsadjutant. Am 18. August 1910 avancierte Keitel zum Oberleutnant. Auf die im Frühjahr 1914 anberaumte Korps-Generalstabsreise unter der Leitung von Oberst i. G. Graf von Lambsdorff bereitete er sich intensiv vor. Keitel studierte unter anderem den „Grauen Esel“ das Handbuch für Generalstabsoffiziere.

 

 

 

Adolf Hitler gratuliert Wilhelm Keitel zu dessen 40-jährigem Militärdienstjubiläum am 9. März 1941


1. Weltkrieg

 

Erster Weltkrieg

Am 8. August zog er mit seinem Feldartillerieregiment in den Ersten Weltkrieg. Keitel bewährte sich in den Kämpfen bei Namur, in den Vogesen und an der Marne als tüchtiger Offizier und wurde am 14. September 1914 verwundet. Am 1. Oktober 1914 wurde er zum Hauptmann befördert und erhielt bereits im selben Monat, als erster Offizier seines Regiments, das EK I. Nach seiner Genesung kehrte Keitel als Batterieführer zu seinem Regiment zurück. Er verlegte an die Ostfront (Galizien und Serbien) und dann in die Nähe von Verdun. Im Frühjahr 1915 wurde Keitel in den Stab des Oberkommandos der 10. Armee versetzt. Dies zeigte, obwohl er nicht die spezielle Generalstabsausbildung durchlaufen hatte, wurden hohe Erwartungen an ihn gestellt. Von da an verbrachte Keitel den Rest des Krieges im Generalstabsdienst. Während dieser Zeit, lernte er den damaligen Major Werner von Blomberg kennen. Mit ihm verband ihn später eine enge dienstliche und verwandtschaftliche Beziehung. Ab Mitte 1916 diente Keitel als 1. Generalstabsoffizier (Ia) der 19. Reserve-Infanteriedivision an der Westfront und wurde dort wegen hervorragender Tapferkeit mit dem Hausorden von Hohenzollern ausgezeichnet. Anfang 1917 wurde er in den Generalstab des Heeres nach Berlin versetzt. Dort blieb Keitel bis zum 21. Dezember 1917 und ging dann als 1. Generalstabsoffizier (Ia) zum Stab des Marinekorps nach Flandern mit Sitz in Brügge. Hier versah er seinen Dienst bis zum Kriegsende.

 

 

 

Generalfeldmarschall Keitel, Reichsführer SS Himmler und Generalfeldmarschall Milch vor dem Zeughaus in Berlin zum Heldengedenktag am 14.3.1942


Weimar

Weimarer Republik

Im November 1918 verlegte Keitel mit 170.000 Mann die dem Generalkommando des Marinekorps unterstellt waren, in einem 14tägigen Rückmarsch bis hinter den Rhein. Er blieb, wie sein jüngerer Bruder Bodewin, der es später auch zum General brachte, Soldat in der Reichswehr. Keitel wurde in das Hunderttausend-Mann-Heer übernommen und im Grenzschutzdienst an der polnischen Grenze eingesetzt. Am 10. Januar 1919 wurde er Generalstabsoffizier des II. Armeekorps in Stettin und ab dem 1. Juni 1919 Quartiermeister (Ib) der Reichswehrbrigade Hannover. 1920 wurde Keitel als Taktiklehrer an die Kavallerieschule Hannover versetzt und 1922, als 40jähriger Hauptmann, zum Chef der 7. Batterie im 6. (Preußischen) Artillerieregiment in Wolfenbüttel ernannt. Mit einem Rangdienstalter vom 1. April 1923 wurde er zum Major befördert und versah anschließend seinen Dienst im Truppenamt des Reichswehrministeriums, unter Oberst von Blomberg, in Berlin. 1927 kehrte Keitel erneut in das Artillerieregiment Nr. 6 zurück, diesmal als Kommandeur der II. Abteilung in Minden/Westfalen. Hier avancierte er am 1. Februar 1929 zum Oberstleutnant. Am 1. Oktober 1929 wurde Keitel ins Reichswehrministerium versetzt, wo er als Abteilungsleiter die Heeres-Organisationsabteilung (T2) übernahm. Hier befasste Keitel sich vor allem mit den vorbereitenden Maßnahmen für eine spätere Heeresvergrößerung und dem Zuarbeiten für die Delegation auf der Genfer Abrüstungskonferenz. In dieser Dienststellung hatte er 1931 auch die Gelegenheit zu einer Dienstreise in die Sowjetunion, mit der es seit längerer Zeit eine enge militärische Zusammenarbeit gab. Am 1. Oktober 1931 wurde Keitel zu Oberst befördert. Außergewöhnliche dienstliche Beanspruchung führte Ende 1932 zu einer schweren gesundheitlichen Krise (u. a. litt er unter Venenentzündungen und unter extremen Lungenbeschwerden), die eine lange Erholungskur im Ausland nötig machte. Während er sich in dem tschechoslowakischen Sanatorium Dr. Guhr in Tatra-Westheim erholte, übernahm Hitler am 30. Januar 1933 die Macht in Deutschland.

 

 

 

Adolf Hitler, Wilhelm Keitel und Alfred Jodl am Kartentisch in der Wolfsschanze


NS-Staat

 

Nationalsozialismus

Nach seiner Genesung kehrte Keitel in sein Amt zurück. Im Juli 1933 begegnete er dann zum ersten Mal Adolf Hitler in Bad Reichenhall. Keitel war sofort begeistert vom "Führer". Am 1. Oktober 1933 wurde er zum Infanterieführer III in Potsdam ernannt. Als Territorialbefehlshaber im Regierungsbezirk Potsdam war Keitel auch Vorgesetzter der Garnison Potsdam. Ihm oblagen die Mobilmachungsvorarbeiten der Truppenteile und ihre Ergänzung auf den mobilen Zustand. Er leitete mehrere Truppenübungen für die Truppen des Standortes Potsdam, die natürlich Besucher von den Zentralstellen in Berlin stark anzogen. So wurde Keitel am 1. April 1934 zum Generalmajor befördert. Zur Feier des 1. Mai 1934 hielt Hitler eine Rede auf dem Tempelhofer Feld, welche über Lautsprecher auf dem Sportplatz in Potsdam ausgestrahlt wurde. Von dieser Rede war er sehr beeindruckt. Am 10. Mai 1934 starb Keitels Vater an den Folgen eines Schlaganfalls und er erbte das Familiengut Helmscherode. Keitel sah jetzt seine Chance, in die geliebte Landwirtschaft zurückzukehren und reichte, gegen den Willen seiner Frau, zum 1. Oktober 1934 sein Abschiedsgesuch ein. Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Werner Freiherr von Fritsch ließ ihn aber wissen, dass er ihn nicht verlieren wolle und erklärte sich bereit, Keitel das Kommando einer der neuen Divisionen zu übertragen, die demnächst aufgestellt werden würde und er dürfe selbst wählen. Diese Chance konnte Keitel sich nicht entgehen lassen und so suchte er sich den Posten des Infanterieführers VI in Bremen aus, um dort die 22. Infanteriedivision aufzustellen. Bereits am 1. Oktober 1935 berief Reichskriegsminister von Blomberg ihn, auf Empfehlung des Oberbefehlshabers des Heeres von Fritsche, zum Chef des Wehrmachtsführungsamtes im Reichskriegsministerium. In dieser Funktion war Keitel der engste Mitarbeiter von Generalfeldmarschall von Blomberg. Dies half ihm, in kürzester Zeit, die Arbeitsabläufe und Strukturen im Reichskriegsministerium zu optimieren. Hier traf er auch auf Oberst Alfred Jodl, mit dem er bis 1945 eng zusammenarbeitete. Am 1. Januar 1936 wurde Keitel zum Generalleutnant befördert und bereits am 1. August 1937 zum General der Artillerie. Aufgrund seiner Dienststellung kam er nun auch öfter in persönlichen Kontakt mit Hitler, was ihm sehr gefiel. Nachdem Hitler Anfang 1938, nach dem Ausscheiden von Generalfeldmarschall Werner von Blomberg und Generaloberst Werner Freiherr von Fritsch, den Oberbefehl über alle drei Wehrmachtteile selbst übernahm, löste er das bisherige Wehrmachtsamt im Reichskriegsministerium auf und gründete das Oberkommando der Wehrmacht. Noch auf Vorschlag von Generalfeldmarschall von Blomberg, dessen Tochter Dorothee inzwischen einen Sohn von Keitel geheiratet hatte, berief Hitler den General der Artillerie Wilhelm Keitel zum Chef des Oberkommandos der Wehrmacht. Praktisch hatte er damit wenig Gelegenheit zu eigenen Initiativen, denn Keitel war im wesentlichem so etwas wie Hitlers Berater und Erfüllungsgehilfe. Er war derjenige, der half, Hitlers Ideen und Visionen im militärischen Bereich umzusetzen, wobei Keitel keine eigene Befehlsgewalt hatte. Selbst bezeichnete er sich als „Bürogeneral“. Im Jahr 1938 wurde Keitel an der Seite Hitlers, unter dem Jubel der Volksmassen, Zeuge der Angliederung Österreichs an das Deutsche Reich. Unter Umgehung des Selbstbestimmungsrechtes der Völker war durch das Versailler Diktat die Trennung von Deutschösterreich festgeschrieben worden, die nun mit dem friedlichen Einmarsch der reichsdeutschen Truppen in Wien am 14. März beendet wurde. Am 1. November 1938 avancierte er zum Generaloberst. Keitel war ein gehorsamer Soldat und routinierter Generalstäbler. Was Hitler dachte, forderte, anregte oder auch nur andeutete, brachte er in Befehlsform. Gelegentlich übte Keitel Kritik an den Maßnahmen Hitlers, hielt als Soldat jedoch Gehorsam, auch bei völlig abweichender eigener Ansicht, für seine Pflicht.

 

 

 

Wilhelm Keitel, Hermann Göring, Adolf Hitler und Martin Bormann nach dem Attentat am 20. Juli 1944 in der Wolfsschanze


2. Weltkrieg

Zweiter Weltkrieg

Nach dem siegreichen und schnellen Ende des Polenfeldzuges, erhielt Wilhelm Keitel, für seine Leistungen als Generaloberst und Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, am 30. September 1939 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Seine Zusammenarbeit mit Hitler gestaltete sich allerdings sehr konfliktreich. Im Oktober 1939 kam es zu einem Vertrauensbruch und längerem Zerwürfnis zwischen dem Chef des OKW und dem Reichskanzler. Das daraufhin eingereichte Gesuch um eine Frontverwendung lehnte Hitler allerdings ab. Nach dem siegreichen Westfeldzug von 1940 und den von ihm geführten deutsch-französischen Waffenstillstandsverhandlungen, konnte Keitel am 22. Juni 1940, im Eisenbahnwagen von Compiègne, die französische Kapitulation entgegennehmen. Er selbst äußerte dazu: „Bei mir mischte sich das Gefühl der Stunde der Vergeltung für Versailles mit dem des stolzen Bewusstseins eines einmaligen Siegeszuges und dem Vorsatz, die Soldatenehre des Besiegten zu achten und zu schonen.“ Am 19. Juli 1940 erreichte Wilhelm Keitel den Höhepunkt seiner soldatischen Laufbahn. Hitler beförderte ihn zum Generalfeldmarschall. Im weiteren Verlauf des Krieges war er stets bemüht, alles von Hitler fernzuhalten, was dessen Unwillen hätte erregen können. In Ausführung von Hitlers Weisungen deckte er sogar völkerrechtswidrige Befehle mit seinem Namen. Er sah in Hitler das Staatsoberhaupt, dem er mit aller Kraft und Gewissenhaftigkeit zu dienen hatte. Dazu gehörte auch, dass er Hitler vor Kritik schützte und bei Auseinandersetzungen im Allgemeinen auf seiner Seite stand. Die in einer Denkschrift bekundete Ablehnung des Krieges gegen die Sowjetunion, führte zu einem weiteren Zerwürfnis zwischen Hitler und Keitel. Es gipfelte in der wiederholten Bitte um Frontverwendung, die der Oberste Befehlshaber aber zurückwies. Keiner der deutschen Generalfeldmarschälle war so lange militärischer Berater Hitlers, wie Keitel. Nur acht von den insgesamt siebenundzwanzig deutschen Generalfeldmarschällen und Großadmirälen, die in den zwölf Jahren des Dritten Reiches zu diesem höchsten soldatischen Rang aufgestiegen waren, befanden sich bei Kriegsende 1945 noch im aktiven Dienst. Sämtliche Rücktrittsgesuche Keitels nach Auseinandersetzungen hatte Hitler rundweg abgelehnt, denn er hielt ihn als absolut loyal. Diese Loyalität bewies Keitel auch aufgrund seiner Haltung zum Attentat vom 20. Juli 1944 und seiner Beteiligung am sogenannten „Ehrenhof der deutschen Wehrmacht“, durch den die am Aufstand beteiligten Offiziere aus der Wehrmacht ausgestoßen wurden. Aus seiner Sicht war ein Bombenattentat auf Hitler in Kriegszeiten eine verbrecherische Tat. Nach der Detonation der Bombe Claus Schenk Graf von Stauffenbergs, hatte Keitel den leicht verletzten Reichskanzler, unter Freudentränen über den missglückten Anschlag, umarmt und danach auf seinem Arm gestützt, heraus aus der völlig zerstörten Lagebaracke geführt. Erst seit dieser Stunde, bekundete Hitler später, habe er Keitel absolut vertraut. Bis zu Hitlers Freitod, blieb er ihm treu ergeben. Am 9. Mai 1945 unterzeichnete Keitel, im sowjetischen Hauptquartier des Marschalls Schukow, in Berlin-Karlshorst, die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht.

 

 

 

Keitel bei der Unterzeichnung der bedingungslosen Kapitulation im sowjetischen Hauptquartier am 8. Mai 1945 in Berlin-Karlshorst


Nachkriegszeit

Nachkriegszeit

Am 13. Mai 1945 wurde Keitel festgenommen und am 19. Mai 1945 wurde ihm, als einem der Hauptangeklagten vor dem „Internationalen Militärgerichtshof“ in Nürnberg, die Anklageschrift zugestellt. Bis zuletzt verwahrte Keitel sich dagegen, jemals Unrecht getan zu haben. Bis zu seiner letzten Stunde war er davon überzeugt, seinem Vaterland treu gedient zu haben. In dem am 20. November 1945 beginnenden Nürnberger Prozess suchte Keitel nicht die eigene Rettung, sondern bemühte sich, für die Ehre des deutschen Soldaten einzustehen. Am 1. Oktober 1946 wurde er von dem Siegertribunal zum Tode verurteilt. Keine Miene verzog sich in seinem Gesicht, als er das Todesurteil vernahm. Keitel richtete eine Eingabe an den Alliierten Kontrollrat für Deutschland, in der er, abgesehen von der Bitte, erschossen zu werden, nicht um Gnade ersuchte, sondern erklärte: „Ich will mein Leben, dass das Urteil als Sühne fordert, in der Hoffnung freudig hingeben, dass dieses Opfer dem deutschen Volk zum Segen und der deutschen Wehrmacht zur Entlastung dient.“ In seinem Schlusswort vor dem Nürnberger Gericht sagte er: „Ich habe geglaubt, ich habe geirrt und war nicht imstande, zu verhindern, was hätte verhindert werden müssen. Das ist meine Schuld! Es ist tragisch, einsehen zu müssen, dass das Beste, was ich als Soldat zu geben hatte, Gehorsam und Treue, für nicht erkennbare Absichten ausgenutzt wurde und dass ich nicht sah, dass auch der soldatischen Pflichterfüllung eine Grenze gesetzt ist. Das ist mein Schicksal! Möge aus der Erkenntnis der Ursachen der unheilvollen Methoden und der schrecklichen Folgen dieses Kriegsgeschehens für das deutsche Volk die Hoffnung erwachsen auf eine neue Zukunft in der Gemeinschaft der Völker!“ Seine Bitte, ihm den Tod durch die Kugel zu gewähren, erfüllten ihm die alliierten Richter nicht. Am 16. Oktober 1946 wurde Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel in Nürnberg durch den Strang hingerichtet.

 


Keitel in Nürnberg, ohne Orden und Rangabzeichen, nur noch als einfacher Angeklagter für die Kriegsverbrechen der NS Diktatur

 

 
Auszeichnungen
 
Eisernes Kreuz (1914) II. Klasse
Eisernes Kreuz (1914) I. Klasse
Preußischer Hausorden von Hohenzollern Ritterkreuz mit Schwertern
Verwundetenabzeichen (1918) in Schwarz
Hanseatenkreuz (Hamburg/Bremen)
Friedrich-August-Kreuz II. Klasse
Friedrich-August-Kreuz I. Klasse
Sachsen-Ernestinischer Hausorden Ritterkreuz II. Klasse
Militärverdienstkreuz (Österreich) III. Klasse mit der Kriegsdekoration
Kriegsverdienstkreuz (Braunschweig) II. Klasse
Kriegsverdienstkreuz (Braunschweig) I. Klasse
Hausorden Heinrichs des Löwen IV. Klasse
Hessische Tapferkeitsmedaille

Ehrenkreuz für Frontkämpfer
Parteiabzeichen der NSDAP in Gold
Medaille zur Erinnerung an den 13. März 1938
Medaille zur Erinnerung an den 1. Oktober 1938 mit Spange „Prager Burg”
Medaille zur Erinnerung an die Heimkehr des Memellandes
Wehrmacht-Dienstauszeichnung IV. Klasse (4-jährige Dienstzeit in der Wehrmacht)
Wehrmacht-Dienstauszeichnung III. Klasse (12-jährige Dienstzeit in der Wehrmacht)
Wehrmacht-Dienstauszeichnung II. Klasse (18-jährige Dienstzeit in der Wehrmacht)
Wehrmacht-Dienstauszeichnung I. Klasse (25-jährige Dienstzeit in der Wehrmacht)

Wehrmacht-Dienstauszeichnung Sonderklasse (40-jährige Dienstzeit in der Wehrmacht)
Spange zum Eisernen Kreuz II. Klasse
Spange zum Eisernen Kreuz I. Klasse

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes am 30. September 1939
Freiheitskreuz Großkreuz mit Schwertern
Orden der Weißen Rose Großkreuz mit Schwertern
Militärorden von Savoyen Großkreuz
Militärorden Michael der Tapfere III. Klasse
Militärorden Michael der Tapfere II. Klasse
Militärorden Michael der Tapfere I. Klasse
Verwundetenabzeichen 20. Juli 1944


Quellen

Die deutschen Generalfeldmarschälle und Großadmirale 1936-1945, Peter Stockert, Pour le Mérite, ISBN 978-3-932381-47-8
http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Keitel Zugriff am 22.10.10
http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Per ... telW-R.htm Zugriff am 22.10.10
http://www.zukunft-braucht-erinnerung.d ... -1946.html Zugriff am 22.10.10

Autor: Kurt Ralle


Das Thema

 

Erich von Manstein

 

Der letzte große Stratege und militärisches Genie seiner Zeit

 

 

Generalfeldmarschall der Heeres

 

 

„Für Deutschland wird Manstein niemals ein Kriegsverbrecher sein.
Er ist ein Held seines Volkes und wird es bleiben.
Er war der Baumeister des deutschen Sieges
und der Hektor in Deutschlands Niederlage"

(Aus dem Schlussplädoyer des britischen Verteidigers Paget im Prozess gegen Erich von Manstein am 24. September 1949)


Jugend/1. Weltkrieg

 

Erste Jahre


Fritz-Erich von Lewinski (gen. von Manstein) wurde am 24. November 1887 in Berlin als zehntes Kind des Generals Eduard von Lewinski und seiner Frau Helene, geb. von Sperling, geboren, wurde jedoch aufgrund eines Übereinkommens der verschwägerten Familien von der Familie des damaligen Majors Georg von Manstein (aus den westpreußischen Adel stammend) und seiner Frau Hedwig (geb. von Sperling) adoptiert.
Die Mannsteins zählten von jeher zu den bekannten Offiziersfamilien Preußens. Kampfgeist und Mut zeichnen diese Familie aus. Neben dem Generalmajor Christoph Herrmann von Mannstein, Generaladjutant König Friedrich des Großen, machte auch Oberst Johann Dietrich von Manstein, Kommandeur des Dragonerregiments Krockow und Generalleutnant Gustav von Manstein die Familie und ihren Ruf bekannt.
Die Forschung spricht auch deshalb von einem besonderen Ehrgeiz des jungen Erich, da er nicht als „legitimer“ Nachkomme der Familie sich immer unter Beobachtung und Beurteilung der Familie wähnen musste. (Ist aber nicht belegt)
Als 12jähriger wurde er zu den Osterfeiertagen 1900 im Kadettenhaus Plön/Holstein aufgenommen. Ab 1902 absolvierter er für vier Jahre die Haupt-Kadettenanstalt in Berlin Lichterfelde, Preußens renommiertester Kaderschmiede für künftige Offiziere des Heeres und Ausgangspunkt eines legendären Korpsgeistes. Der Weg der Absolventen war sogleich vorbestimmt, ihnen eine Karriere sicher und mit Tugenden ausgestattet, die ihnen Ehrgefühl, Disziplin, Gehorsam und Kameradschaft als Ideale weiterverfolgen sollten.
Die Kriegsschule in Engers bei Koblenz soll die letzte Station vor dem aktiven Dienst des zukünftigen Leutnants und Ausbildungsoffiziers (ab 1907) werden.

 

Ein Offizier des Kaisers

 

So kam es, dass der Leutnant von Manstein zum Adjutant im III. Bataillon des Garderegiments zu Fuß (Juli 1911 - Okt. 1913) wurde. Dabei brillierte der schmale, großgewachsene Typ durch Exaktheit, Wortwitz und Pflichtgefühl.
Der Ruf des frisch beförderten Oberleutnants (mit 25 Jahren) folgend verschlug es ihn an die Kriegsakademie nach Berlin.

“Der beste Adjutant, den ich je hatte.“
Major von Schulzendorff, Bataillonskommandeur im III. Garderegiment

Der erste Weltkrieg begann für den, mittlerweile Bataillonsadjutanten im 2. Garde -Reserveregiment, am 20. August 1914 in den Ardennen. Auf die Feuertaufe folgte im September die Verlegung an die Ostfront.

“Als Major von Bassewitz, ich und der Fahnenträger den Graben fast erreicht hatten, kamen uns die Russen entgegen, mit Bajonett! Im Handgemenge erhielt ich einen Schuss, der mich niederwarf. Mein getroffener Gegner fiel auf mich. Aber ehe er mir den Garaus machen konnte, erschoss den auf mir liegenden einer unserer herbeigeeilten Grenadiere. Auch mich traf ein zweiter Schuss ins Knie und lähmte mich!“
Erfahrungen Mansteins als Mitglied eines Stoßtrupps (6 Monate Lazarett und sein Bein blieb für immer taub)

Am 24. Juli 1915 wurde er zum Hauptmann befördert. Im weiteren Verlauf des Ersten Weltkrieges wurde er an der Ost- wie auch an der Westfront in verschiedenen Stäben eingesetzt (Serbien, Montenegro (1915), Verdun, Somme (1916), Livland, Estland (1917). Ihm wurden während dieser Zeit das Ritterkreuz des Königlich Preußischen Hausordens von Hohenzollern, sowie beide Eisernen Kreuze verliehen.

„Das Bestreben der Truppe, soldatische Haltung zu wahren, war unverkennbar. Soldatenräte hatten im Frontgebiet nicht viel zu sagen“
„Hatte die Form gewechselt - mochte die neue uns gefallen oder nicht - es war unser Deutschland, unser Volk, dem wir zu dienen hatten.“

Aussage Mansteins zu den Folgen des Sturzes der Monarchie


Reichswehr

 

Die (Blitz-)Karriere eines Offizier

Nach dem Ende des 1. Weltkrieges wurde er in das Reichsheer übernommen.


 
Stationen
 
Generalstab des Gruppenkommando 2 nach Kassel (Herbst 1921)
Bataillonsstab im 5. (Preuß.) Infanterie-Regiment

Generalstab der 2. Division der Reichswehr (ab dem 1. Oktober 1923)

Generalstab der 4. Division der Reichswehr (von 1925 bis 1927)

Führergehilfenausbildung

Stab des Infanterieführer IV (Herbst 1927)
Beförderung Major

Reichswehrministerium (1. September 1929)

Gruppenleiter in der Heeresabteilung (T 1) beim Truppenamt (TA)
Beförderung Oberstleutnant (1. April 1931)
Beförderung Oberst (1. Dezember 1933)

Chef des Stabes der 3. Division der Reichswehr (1. Februar 1934)

Leiter der Operations-Abteilung im Generalstab des Heeres (1. Juli 1935)
Beförderung zum Generalmajor (1. Oktober 1936)
Oberquartiermeister I
Vertreter des Generalstabschefs (General Ludwig Beck)

Kommandant 18. Infanterie-Division (1. April 1938)

Bei seinen Tätigkeiten besaß der eher konservative Manstein keine Angst vor Neuerungen. Er setzte rigoros die Vorstellung vom modernen Krieg durch. So führte es statt Exerzierübungen viermal wöchentlich eine Grundausbildung im Gelände ein und legte größten Wert auf Selbstständigkeit und Selbstverantwortung seiner Soldaten. Die gewohnten Exerzierübungen waren für ihn immer nur schönes Beiwerk hatten aber nichts mit dem Kampf zu tun.

„Die wahre Stärke des deutschen Heeres waren seine Mannschaften. Entgegen der alliierten Propaganda, der deutsche Soldat sei ein einfallsloser Halbautomat, der nur Befehle ausführe, war dieser eine sowohl disziplinierter als auch phantasievoller Kämpfer.“
Adrian Gilbert - britischer Militärhistoriker

 

Erich von Manstein half mit diesen Ruf und Mythos des deutschen Soldaten zu prägen. Er konnte somit viel für den Erfolg des deutschen Heeres beitragen Denn nur die Kombination von Ausrüstung und Ausbildung machte den Erfolg der deutschen Armeen aus.

„Manstein war ein großzügiger Vorgesetzter, ein vollkommender Gentlemen aber ein unbequemer Untergebener.“
„Es fiel ihm schwer, Autoritäten bloß aus dem Grunde anzuerkennen, weil sie nun mal da waren.“

General Siegfried Westphal über Manstein aus seiner Zeit bei der Heeresleitung.

Eine Eigenschaft, die im späteren Führerhauptquartier oftmals negativ ausgelegt wurde und auch zum Status: z.b.V.(zur besonderen Verfügung).
Er war zu Hause dagegen eine ausnehmend zivile Erscheinung. So zog er zu Hause zuerst seine Uniform aus, um bei Geschichtsbüchern und Zigarre Entspannung zu finden.
An dieser Stelle sind noch seine Reisen in die Sowjetunion (als Oberstleutnant) zu nennen (1931 und 1932). Die dort erworbenen Kenntnisse würden ihm noch gute Dienste leisten. Vor allem in Sachen Leistungsvermögen der Roten Armee und Kenntnisse (zukünftiger) östlicher Kriegsschauplätze.


Wehrmacht

 

General der Wehrmacht

 

Den Machtantritt der Nationalsozialisten sah er gelassen. Die Einführung der Wehrpflicht (1935) war dagegen ein einschneidendes Ereignis für den Generalmajor.
In der folgenden Zeit konnte er mit vielen (später noch) nützlichen Ideen aufwarten, so auch mit der „Sturmartillerie“, doch wurde er, wie auch Guderian, immer wieder abgelehnt.
Er lernte in dieser Zeit auch den schneidigen Panzerkommandeur Hermann Hoth kennen, der ihm in vielen späteren Auseinandersetzungen zu Seite stand (er übernahm Mansteins 18. Infanterie-Division). Als scheidender Divisionskommandeur wurde er zum Generalleutnant befördert und ging als Chef des Stabes zu Heeresgruppe Süd. Unmittelbar vor Kriegsausbruch wurde er bei der Mobilmachung zum Generalstabschef der 12. Armee ernannt. Durch deren Umbenennung wurde er dann bereits am 2. September 1939 zum Chef des Generalstabes der Heeresgruppe Süd ernannt.


2. Weltkrieg

 

General im Zweiten Weltkrieg

 

Nach dem Ende des Polenfeldzuges entwarf von Manstein den Plan zur Eroberung Frankreichs, den "Sichelschnitt"-Plan. Bei diesem Plan sollten massierte Panzerverbände durch die Ardennen über die Maas bis an den Kanal vorstoßen und so die alliierten Armeen einkesseln.

„Es erschien mir reichlich niederzuziehen, dass unserer Generation nichts anderes einfallen solle, als die Wiederholung eines alten Rezeptes.“
Meinung Mansteins zu Hitlers taktischen Devisen und Plänen

Er war nicht der bequeme Soldat, aber ein Genie ohnegleichen. Genies sind Sturköpfe und man muss sie walten und schalten lassen, nur trafen mit Hitler und Manstein zwei Sturköpfe aufeinander.

„Sicher ein besonders kluger Kopf von großer operativer Begabung, aber ich traue ihm nicht.“
Hitler über Manstein

Nur durch Denkschriften und viele Vorträgen konnte sich Manstein in Sachen Frankreichfeldzug durchsetzen. Bei der Durchführung fühlte er sich als Zuschauer um seinen Triumph betrogen.

 

Der Feldmarschall
 

Durch Umbenennung seines Stabes war er am 26. Oktober 1939 zum Chef des Generalstabes der Heeresgruppe A geworden. Ende Januar 1940 wurde von Manstein zum Kommandierenden General des neuen XXXVIII Armeekorps ernannt.
Seine Führungsqualitäten waren unbestritten und seine ganz eigene Art ein Markenzeichen.

„Er liebte eine frische Antwort mehr als unterwürfige Folgsamkeit. Ebenso war ihm jede Schwafele zuwider. Wer nicht sofort auf den Kern der Sache zu sprechen kam, der konnte gewiss sein, dass er etwas unsanft angefasst wurde.“
„Nur wenn man täglich vorn bei der Truppe ist, lernt man deren Nöte kennen, kann ihre Sorgen anhören und ihr helfen.“

Erinnerungen von Rudolf Graf - Ordonanz Offizier des Generals

Nachdem von Manstein bei einer Landung der Wehrmacht auf der englischen Insel das Kommando über die gelandeten Truppen hätte übernehmen sollen, erhielt er im Februar 1941 das Kommando über das neue LVI. Armeekorps (mot.) in Ostpreußen. Mit diesem operierte er dann ab Juni 1941 beim Ostfeldzug gegen Russland sehr erfolgreich. In vier Tagen legten seine Truppen 320 Kilometer zurück und erreichten die Westliche Dwina. Seinem Korps gelang auch die Eroberung von Dünaburg.

 

 

(Teil 2 Teil 3 Teil 4 Teil 5)

Er war gegen den Kommissarbefehl und konzentrierte sich ganz auf die militärischen Dimensionen seiner Aufträge. So lobte er auch die Waffen SS als gute Kameraden neben den des Heeres an der Front - „immer tapfer und sich als standhaft erwiesen“.
Am 7. März 1942 wurde er zum Generaloberst befördert. Die rasche Eroberung der Krim war ein militärisches Meisterstück des Kommandanten.

„Auf der Krim haben deutsche und rumänische Truppen unter dem Oberbefehl des Generalobersten von Manstein, unterstützt von starken Luftwaffenverbänden unter Führung der Generalobersten Löhr und Freiherr von Richthofen, in der Verfolgung des geschlagenen Feindes die Meerenge von Kertsch in ganzer Breite erreicht und die letzten stark befestigten Brückenköpfe beiderseits der Stadt nach erbittertem Widerstand genommen."
Sondermeldung vom 19. Mai 1942. Namentlich Erwähnung im Wehrmachtsbericht 20. Mai 1942.


Die Folge seiner Erfolge war die Ernennung zum Generalfeldmarschall (1. Juli 1942)

„Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, haben deutsche und rumänische Truppen unter Führung des Generalfeldmarschalls von Manstein, hervorragend unterstützt von den bewährten Nahkampffliegerkorps des Generalobersten Freiherrn von Richthofen, nach fünfundzwanzigtägigem erbitterten Ringen am Mittag des 1. Juli 1942 die bisher stärkste Land- und Seefestung Sewastopol, bezwungen."
Wehrmachtsbericht 2. Juli 1942

Im Herbst war Manstein kurzzeitig an der Nordfront eingesetzt, wo die Belagerung Leningrads nur ungenügende Fortschritte machte. In diesen Tagen fiel sein Sohn Gero von Manstein (Leutnant im mot. Infanterieregiment 51). Bei seiner Rückkehr zur Heeresgruppe B, war die 6. Armee bereits in Stalingrad eingekesselt.
In der Folge konnte der Feldmarschall nicht mit konsequenten Lösungen brillieren. Die geeigneten Befehle blieben aus. Da kommt der Gedanke auf, ob er Stalingrad nicht für eine größere Sache geopfert hat.

„Jeder Tag, an dem sie (die 6. Armee) die feindlichen Kräfte noch festhalten konnte, war ausschlaggebend für das Schicksal der Ostfront."
Aussage Mansteins in seiner Biographie.

Nach heftigen Auseinandersetzungen mit Hitler über einen weiteren Rückzug verlor dieser die Geduld und weigerte sich fortan, auf von Mansteins Ratschläge zu hören. (Zwischen 6. Feb. 1943 und dem 30. März 1944 hatte Hitler viermal Manstein aufgesucht und elfmal war Manstein bei Hitler).
Als von Manstein am 25. März 1944 erneut die Genehmigung zum Rückzug erbat, wurde er im April 1944 als Befehlshaber der Heeresgruppe Süd abgesetzt und nicht mehr verwendet.
Zum Abschied erhielt er am 30. März 1944 von Hitler die Schwerter zum Ritterkreuz mit Eichenlaub. Erich von Manstein zog sich auf sein Gut zurück, wo er bis Kriegsende blieb.


Bei einem seiner größten Erfolge bei der Schlacht um Charkow mußte er auch bittere Verluste hinnehmen. Beerdigung von Generalmajor Walther von Hünersdorff, Kommandeur der Pz.Div.6, gefallen am 17.Juli 1943, Soldaten Ehrenwache neben Sarg mit Flagge stehend, Generalfeldmarschall Erich von Manstein grüßt mit Marschallsstab

 

 
Auszeichnung
 
Eisernes Kreuz(1914) II. und I. Klasse

Königlicher Hausorden von Hohenzollern Ritterkreuz mit Schwertern
Württembergischer Friedrichs-Orden I. Klasse mit Schwertern
Kreuz für treue Dienste von Schaumburg-Lippe
Hanseatenkreuz, Hamburg

Verwundetenabzeichen (1918) in Schwarz

Wehrmacht-Dienstauszeichnung IV. bis I. Klasse

Spange zum Eisernen Kreuz II. und I. Klasse

Krimschild in Gold

Rumänischer Militärorden Michael der Tapfere III. und II. Klasse

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub und Schwertern
Ritterkreuz am 19. Juli 1940
Eichenlaub am 14. März 1943
Schwerter am 30. März 1944

achtmalige Nennung im Wehrmachtsbericht
11., 12. und 31. Oktober 1941,
19. und 20. Mai 1942, 2. Juli 1942,
20. März 1943, 4. August 1943


Nachkriegsjahre

 

Nach dem Kriege
 

Berühmt ist die Times-Geschichte über Fritz Erich von Manstein brachte ihm bei den Alliierten viel Ruhm ein, der auch so von Amerikaner geplant war. Der kommende Mann Deutschlands, von den Amerikanern propagiert erweckt vor allem bei Hitler großen Unmut.
So setzte Hitler den besten Spieler auf die Bank, den Mann der lange die Ostfront zusammen gehalten hat. So forderte Manstein nicht von ungefähr den Oberbefehl über die Ostfront (wie auch Hindenburg im ersten Weltkrieg). Diese Forderung ging vor allem dem politischen Kader des „Dritten Reiches“ zu weit. Dabei wären die Folgen für den Krieg im Osten nicht abzuschätzen gewesen. Die Historiker schwanken zwischen Sieg, Verlängerung der Niederlage und zur wichtigen Verschnaufpause bis zur Neuordnung der Front.

Der Eklat zwischen Hitler und Manstein:
 
Hitler (27. Jan. 1944): „… meine Feldmarschälle mit gezogenen Degen bei mir sind!“

Manstein (Zwischenruf): „Wenn Sie es sagen, dann wird’s wohl stimmen, mein Führer.“

Hitler (Erwiderung): „Ich muss es mir sehr verbitten, dass Sie mir in einer Ansprach unterbrechen. Sie würden sich das auch nicht von Ihren Untergebenen gefallen lassen.“
(Seid 1932 hat es wieder jemand gewagt eine Rede des Führers zu unterbrechen. Ein Eklat!)

Englands führende Militärhistoriker stufen Manstein als gefährlichsten Gegner ein und stufen seine Ansetzung als Einschnitt ein, ohne den der Sieg wohl erst 1946 oder 1947 möglich gewesen wäre.
Seine Verwicklung in den Widerstand der Wehrmacht ist nicht nachgewiesen. Seine Aussage zu mehreren Anfragen von „Verschwörern“:

„Preußische Feldmarschälle meutern nicht“

Trotzdem war der Feldmarschall für die Widerständler unentbehrlich. Vor allem nach einem gelungenen Staatsstreich sei der kluge Kopf unbedingt notwendig.
Er wurde bis zum Schluss von der Wehrmacht verehrt. Das belegt vor allem der Ausspruch von Feldmarschall Fedor von Bock auf seinem Sterbebett:

„Manstein retten sie Deutschland“

Erich von Manstein wurde von britischen Truppen gefangen genommen und in Hamburg vor ein Militär-Gericht gestellt. Er wurde für schuldig befunden, nicht auf den Schutz der Zivilbevölkerung bedacht gewesen zu sein.
In einem Tagesbefehl vom 20. November 1941 hatte er geschrieben:

„Das Judentum bildet den Mittelsmann zwischen dem Feind im Rücken und den noch kämpfenden Resten der Roten Wehrmacht und der Roten Führung."

Es wird von unwürdiger Behandlung des Feldmarschalls berichtet. Doch keine Behandlung oder Demütigung konnte den Mann aus der Fassung bringen. Er soll nicht mal mit der Wimper gezuckt haben, als britische Soldaten vor ihm mit seinem Marschallsstab rumgefuchtelt hätten, ihn die Treppe runter geschubst oder ins Internierungslager gebracht haben.
Trotz des Respekts, den der alte Militär genoss, gab es in den USA und Großbritannien Kreise, die an deiner Gerichtsverhandlung gegen Manstein als „Kriegsverbrecher“ Interesse zeigten. Doch machte sie sein Ruf im Ausland bemerkbar. Es wurde für ihn Geld gesammelt und eine Gegenbewegung ins Leben gerufen.
Am 19. Dezember 1949 wurde er zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt, die später auf zwölf Jahre herabgesetzt wurden. Aufgrund eines ärztlichen Gutachtens wurde er im Mai 1953 entlassen.


Bundeswehr

 

Manstein und die Bundeswehr

 

Im Parlament referierte Manstein vor dem Verteidigungsausschuss am 20. Juni 1956. Seine Präzise Argumentation überzeugte und er hatte somit großen Anteil am Aufbau der neuen Bundeswehr.
Die Bundeswehr zeigte in seinen letzten Jahren immer wieder Beweise der Kameradschaft für ihn.
So schritt er als 79ig jähriger eine Ehrenformation ab und wurde vom Heeres-Musikkoprs mit eine abendlichen Zapfenstreich geehrt.
Zum 80. Und 85. Geburtstag erschien die gesamte Bundeswehrspitze zur Gratulation, junge Offiziere übergaben Geschenke und man sah den greisen Feldmarschall im Licht der Tradition. Eine Ehre, die außer ihm nur Klaus Graf von Staufenberg zugekommen ist.
Keine Andeutung aber verrät, wie der Pensionär Manstein mit seiner Vergangenheit fertig geworden ist. Der preußische General und Befehlsverweigerer von der Marwitz ließ einst auf seinen Grabstein schreiben: "Er wählte Ungnade, wo Gehorsam nicht Ehre brachte."
Erich von Manstein wird eines anderen Textes bedürfen!

 

Schlusswort

Er veröffentlichte 70ig jährig seine Memoirenbände - Verlorene Siege / Aus einem Soldatenleben - allesamt Verkaufsschlager und lebte ein ruhiges, zurückgezogenes Leben.
Er hatte im Krieg nicht nur seinen ältesten Sohn verloren, sondern auch zwei Brüder, war aus seiner Heimat vertrieben worden, er lebte in der Zeit der Prozesse gegen ihn fast mittellos.
Seine Frau war im Leben die wichtigste Stütze für ihn.
Erich von Manstein starb am 10. Juni 1973 (85 Jahre alt) an einem Gehirnschlag in Irschenhausen. Er wurde mit militärischen Ehren begraben.

„Der Erhaltung des Reiches galten Ihre Arbeit und Ihr Einsatz, als Sie in Reichswehr und Wehrmacht dienten und den höchsten Rang erwarben. Ihre Loyalität schloß nie aus, dass Sie da, wo Ihr Sachverstand oder ihr Gewissen es geboten, mutig und deutlich Ihre Stimme erhoben.
Sie Herr Feldmarschall, sind eine Gestalt von geschichtlicher Bedeutung.“

Ulrich de Maiziére (1967) - Generalinspekteur der Bundeswehr


Quellen

http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Per ... inEv-R.htm (Letzter Aufruf 01.11.2009)
http://wissen.spiegel.de/wissen/image/s ... humb=false (Letzter Aufruf 01.11.2009)
http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Er ... stein.html (Letzter Aufruf 01.11.2009)
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-42001458.html (Letzter Aufruf 01.11.2009)
http://www1.historisches-centrum.de/for ... s04-2.html (Letzter Aufruf 01.11.2009)
http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/ ... index.html (Letzter Aufruf 01.11.2009)
http://de.wikipedia.org/wiki/Erich_von_Manstein (Letzter Aufruf 01.11.2009)

Buch: von Flocken, Jan, Kriegerschicksale. Erich von Manstein, Kai Homilius Verlag/ Berlin 2006.
Buch: Stein, Marcel, Der Januskopf. Feldmarschall von Manstein – eine Neubewertung. Biblio-Verlag/Bissendorf 2004.

Autor: Freiherr von Woye


Das Thema

Gerd von Rundstedt

 

 

Karl Rudolf Gerd von Rundstedt 12. Dezember 1875 - 24. Februar 1953


Lebenslauf

Leben:

Am 12. Dezember 1875 wurde Gerd von Rundstedt in Aschersleben (Sachsen-Anhalt) als Sohn des gleichnamigen Generalmajors Gerd von Rundstedt geboren. Von 1886 bis 1891 besuchte er das Gymnasium. 1902 heiratet er die Tochter eines Majors. Nach dem 2. Weltkrieg wurde Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedt, der seit Mai 1945 in Britischer Gefangenschaft war, wegen Kriegsverbrechen angeklagt. Aber aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes und seinem hohen Alters kam es zu keiner Verurteilung. Seine Herzerkrankung, aber auch das schon vier andere Generalfeldmarschälle in Gefangenschaft starben, veranlasste die Briten ihn im Mai 1949 aus der Gefangenschaft zu entlassen. Außerdem bestand die Befürchtung das, wenn es zu einem ableben des Generalfeldmarschalls in Gefangenschaft gekommen wäre, das es zu einer Anti-Britischen Haltung in Westdeutschland kommen könnte. Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedt starb im am 24. Februar 1953 in Hannover und fand seine letzte Ruhestätte auf dem Stadtfriedhof Stöcken.

 

Militärisches:

Gerd von Rundstedt im Preußischen Heer

Der Junge Gerd von Rundstedt, Sohn des gleichnamigen Generalmajors im Preußischen Heer, trat 1891 in die Kadettenanstalt Oranienstein ein. Im selben Jahr wechselte er noch auf die Preußische Hauptkadettenanstalt Groß-Lichterfelde. 1891 erlangte er da die Primareife. Am 22. März 1892 trat er dann in das 3. Kurhessische Infanterie-Regiment Nr. 83 in Kassel ein. Am 17. Juni 1893 wurde er dann zum Leutnant ernannt und war damit Offizier der Preußischen Infanterie. 1902 erfolgte im Alter von 27 Jahren die Beförderung zum Oberleutnant. 1909 wurde von Rundstedt zum Hauptmann im Generalstab, 1912 erhielt er ein Truppenkommando als Kompaniechef des Kolmarer Infanterie-Regiments 171. Im 1. Weltkrieg nahm Generalstabsoffizier Gerd von Rundstedt im Osmanischen Reich und in Frankreich teil, da erwarb er sich Verdienste bei der Planung und Bewegung von Heeresverbänden.

Gerd von Rundstedt in der Reichswehr

1919 wurde Gerd von Rundstedt in die Reichswehr übernommen und im kommenden Jahr zum Oberstleutnant und zum Chef des Stabs der 3. Kavalleriedivision in Weimar ernannt. 1923 wurde er zum Oberst befördert und Ende 1923 zum Chef des Stabs der 2. Division der Reichswehr ernannt. Ab 1925 war er Kommandeur des Infanterie Regiments 18 in Münster jedoch gab er dieses Kommando Ende 1926 wieder ab. Dann wiederum wurde er zum Chef des Stabes des 2. Gruppenkommando in Kassel ernannt und in dieser Position wurde er im November 1927 zum Generalmajor befördert. Im Oktober 1928 wurde er zum Kommandeur der 2. Kavalleriedivision in Breslau ernannt, als solcher er dann zum Generalleutnant befördert wurde. Am 1. Februar 1932 gab er dieses Kommando ab um dafür Kommandeur der 3. Division der Reichswehr zu werden, dies aber nur für wenige Monate da er schon im Oktober jenes Kommando abgab um unter gleichzeitiger Beförderung zum General der Infanterie Oberbefehlshaber des Gruppenkommando in Berlin ernannt zu werden.

Gerd von Rundstedt in der Wehrmacht

Obwohl er kein Freund des Nationalsozialismus war verblieb er in der Armee und wurde am 1. März 1938 zum Generaloberst befördert. Kurz daraufhin führte er mit der Heeresgruppe II die Besetzung des Sudetenlandes durch. Im November wurde er aus der Wehrmacht verabschiedet, nach mehr als 40 Jahren in der Armee, weil er gegen weitere Eroberungspläne protestierte da er die Wehrmacht zu diesem Zeitpunkt als nicht Kriegsbereit ansah. Am 4. November 1938 wurde er zum Chef des Infanterieregiments 18 in Bielefeld ernannt. Im Jahr darauf, Sommer 1939, wurde er wieder reaktiviert und zum Oberbefehlshaber der 12. Armee ernannt, nach deren Umbenennung dann Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Süd, damit war er auch ältester Soldat der Wehrmacht.


2. Weltkrieg

Fall Weiß (Polenfeldzug)
Als Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Süd, führte Rundstedt ab dem 1. September 1939 mit der Masse der gepanzerten und schnellen Divisionen des Heeres aus Schlesien (8. Armee in Niederschlesien, 10. Armee - hier Schwerpunkt - in Oberschlesien), Mähren und der Slowakei (14. Armee) heraus Südpolen an. Nach erfolgreichem Durchbruch der 10. Armee auf Warschau, wurden die aus Westpolen zurückflutenden polnischen Truppen in der Schlacht an der Bzura durch die 8. Armee zerschlagen. Während die 10. Armee anschließend bei Warschau, Verbindung mit der von Norden angreifenden Heeresgruppe Nord herstellte, griff die 14. Armee durch Südpolen hindurch auf Lemberg und Lublin an. Nach Abschluss des Polenfeldzuges wurde das Heeresgruppenkommando an die Westfront verlegt und in „Heeresgruppe A“ umbenannt.

Fall Gelb (Westfeldzug)
Rundstedts Heeresgruppe wurde für den geplanten Großangriff auf die Benelux-Staaten und Frankreich an die deutsche Westgrenze verlegt. Der hierfür von ausgewählte „Sichelschnitt“-Angriffsplan basierte im Wesentlichen auf den Konzeptionen von Rundstedts damals engstem Mitarbeiter und Stabchef General v. Manstein. Mit seiner Heeresgruppe A griff v. Rundstedt am Morgen des 10. Mai 1940 Belgien und Luxemburg an und somit die operativ-strategischen Voraussetzungen für die Realisierung der Kernphase des „Sichelschnitt“-Plans, deren Hauptstoß seine Panzer ausführen sollten. Rundstedts mobile Kampfverbände stießen ohne großen Feindwiderstand durch die von französischen Militärs für unpassierbar gehaltene Ardennenregion und umgingen auf diese Weise das Festungsbollwerke der als Frankreichs Hauptverteidigungsstellung fungierenden Maginot-Linie. Für seine Verdienste im Westfeldzug und dem Sieg über Frankreich wurde v. Rundstedt zusammen mit elf weiteren Offizieren am 19. Juli 1940 in den Rang eines Generalfeldmarschalls erhoben.

Unternehmen Seelöwe (geplante Invasion Großbritaniens)
Rundstedt hätte im Falle der Realisierung der Invasion Englands (Unternehmen Seelöwe), den Oberbefehl über die deutschen Invasionstruppen erhalten sollen. Da die Luftwaffe jedoch die, für eine erfolgreiche Invasion zur See, erforderliche Lufthoheit über die britischen Insel nicht erlangen konnte, musste die Operation auf ungewisse Zeit verschoben werden. Der Blick ging nun Richtung Osten.

 

Unternehmen Barbarossa (Angriff auf die Sowjetunion)
Der nunmehrige Generalfeldmarschall von Rundstedt sollte als Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Süd, die Ukraine und den für die deutsche, sowie sowjetische Kriegswirtschaft wichtigen Kaukasus erobern, jedoch erwies sich der vorgesehene Plan über Wolga zum Kaspischen Meer zu gelangen, aufgrund der personellen und materiellen Unterlegenheit als nicht plangemäß durchführbar. Auf der Krimhalbinsel stagnierte die Offensive des Südostflügels der Heeresgruppe Süd,

 

da man auch zwei Kesselschlachten schlagen musste, bei Uman und Kiew. Entgegen Hitlers Weisung, keinen Rückzug zu wagen, dachte v. Rundstedt an eine taktische Rücknahme seiner logistisch und physisch überstrapazierten Verbände, kurz nachdem Rostow von ihm erobert worden war. Rundstedt wurde wegen dieser Meinungsverschiedenheiten schließlich von seinem Posten abgelöst und an die Westfront versetzt.

Bis zum D-Day 1941-1944
Dabei schlug er das Britische Kommandounternehmen bei Dieppe, Operation Jubilee, erfolgreich zurück, das am 19. August 1942 statt fand und fügte den Alliierten schwere Verluste zu. Als Chef des Westheeres das Schwerpunktmäßig in Nord und Südwestfrankreich stationiert war oblag ihm eine Streng defensive Aufgabe. Indem er den Auf- und Ausbau des Atlantikwalls Organisieren sollte da man eine Invasion durch die Alliierten schon erwartete. Gerd von Rundstedt aber machte sich über die Erfolgschancen der deutschen Defensivmaßnahmen aber keine Illusionen und rechnete schon Monate vor der eigentlichen Invasion mit einem Erfolg der alliierten Streitkräfte im Falle eines erneuten Konflikts auf französischem Boden. v. Rundstedts Taktik zielte auf eine Vernichtung der Landungskräfte nach erfolgter Landung mit schweren Panzereinheiten ab, Feldmarschall Erwin Rommel hingegen setzte sich bei Hitler durch und trieb den Ausbau des Atlantikwalls weiter voran, der nur einen Tag die Invasion aufhalten konnte und als Fehlplanung eingestuft werden kann, wobei doch schon das Schicksal der Maginot-Linie gezeigt hatte dass eine starre Verteidigung gegen eine gewaltige Materialüberlegenheit, gerade in der Luft, nutzlos war. Als am 6. Juni 1944 die alliierten Truppen im Rahmen der amphibischen Operation „Overlord“ in der Normandie landeten, waren Rundstedts Reaktionsmöglichkeiten stark begrenzt, da die mobilen Hauptreserven nur mit Hitlers ausdrücklicher Genehmigung eingesetzt werden durften, welche aber zu spät erteilt wurde um einen erfolgreichen Gegenschlag durchführen zu können. Trotzdem galt er bei General Eisenhower und Feldmarschall Montgomery als der gefährlichste Gegner und nicht wie oft behauptet Generalfeldmarschall Rommel. Nachdem die Liquidierung des alliierten Brückenkopfs aufgrund massiver materieller und personeller Unterlegenheit der Wehrmacht und fehlender Luftüberlegenheit misslang, sah v. Rundstedt keine Chancen mehr zur militärischen Wende. Nach offener Kritik an der Obersten Führung in einem Gespräch mit OKW-Chef Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel („... den Krieg beenden, ihr Idioten!“), ließ Hitler ihn am 2. Juli 1944 von Generalfeldmarschall Günther von Kluge als Oberbefehlshaber West ablösen, wodurch sich die Lage an der Westfront jedoch nicht verbesserte.

Ardennenoffensive Dez. 1944-Jan. 1945
Nachdem sich aufgrund des verlangsamten alliierten Vorstoßes die prekäre Lage der deutschen Truppen an der Westfront kurzzeitig stabilisieren konnte, führte v. Rundstedt auf Befehl Hitlers im Dezember 1944 die letzte deutsche Großoffensive im Zweiten Weltkrieg. Der von 250.000 Soldaten und 600 Panzern geführte Angriff auf die Ardennen scheiterte jedoch bereits in der Anfangsphase, da er viel zu großräumig von Hitler ausgelegt worden war und führte zum Verschleiß der letzten deutschen Truppenreserven und zu einer substanziellen Dezimierung des Westheeres. Rundstedt war eher für eine kleine Offensive gewesen, konnte sich aber nicht durchsetzen und führte die überdimensionierte Operation nach Hitlers Planung durch. Den daraufhin wieder aufgenommene Vormarsch der Alliierten und die Vernichtung seiner durch Nachschubprobleme geschwächten Resttruppen konnte v. Rundstedt nicht mehr verhindern, da man in der Offensive zu hohe Verluste erlitten hatte. Nach der erfolgreichen Rheinüberquerung von US-Truppen bei der Brücke von Remagen setzte Hitler, Generalfeldmarschall v. Rundstedt Anfang März 1945 endgültig ab, verlieh ihm für seine Verdienste aber noch die Schwerter zum Ritterkreuz und ersetzte ihn durch Generalfeldmarschall Albert Kesselring.


Auszeichnungen


 
Gerd von Rundstedt war hochdekoriert und außerdem im Range eines Generalfeldmarschall des Deutschen Heeres
 
 
Orden des Eisernen Halbmondes
 
Ritterkreuz des Königlichen Hausordens von
Hohenzollern mit Schwertern
 
Ritterkreuz des Albrechtsordens I. Klasse
mit Schwertern
 
Ritterkreuz des Hausordens vom Weißen Falken
 
Eisernes Kreuz 1. Klasse (1914)
zudem erhielt er zu beiden Klassen die Spange zum Eisernen Kreuz
 
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub und Schwertern
 
 
Zudem erhielt er für seine Leistungen noch diese Orden
 
Kronenorden IV. Klasse
Bayerischer Militärverdienstorden IV. Klasse mit Schwertern und mit Krone
Ritterkreuz des Herzoglich Sachsen-Ernestinischen Hausordens
Lippisches Kriegsverdienstkreuz
Waldeckesches Verdienstkreuz IV. Klasse
Österreichisches Militärverdienstkreuz III. Klasse mit der Kriegsdekoration
Medaille zur Erinnerung an den 1. Oktober 1938
Wehrmacht-Dienstauszeichnung IV. bis I. Klasse
Spange zum Eisernen Kreuz II. und I. Klasse
Großkreuz des Ordens der Krone von Italien
Militärorden Michael der Tapfere III. bis I. Klasse
Roter Adler-Orden IV. Klasse
Ehrenkreuz für Frontkämpfer


Persönliche Meinung/Autor Jupiter

Sonstiges:

Letzter alter Preuße

Generalfeldmarschall v. Rundstedt wird oftmals als „letzter alter Preuße“ bezeichnet, was auf seine Herkunft und seiner Rolle im ersten Weltkrieg gemünzt ist.
Er war wegen seines „ritterlichen“ Verhaltens bei der französischen Bevölkerung sehr beliebt und konnte meistens ohne Personenschutz durch Frankreich reisen.

 

Persönliche Meinung:

GNFM von Rundstedt verkörpert für mich den Wehrmachtsgeneral schlechthin.
Den alten Traditionen noch verhaftet, jedoch militärisch neuen Taktiken nicht abgeneigt. Im Gegenteil, er erkannte den Vorteil schneller Stoßtruppen und setzte sich auch für ihre Verwendung ein. Sein Vorschlag Panzertruppen gegen die Alliierten beim D-Day ein zu setzen, anstatt auf den starren Atlantikwall zu setzen hätte wohl den Krieg im Westen entscheidend verändert.
Wie man auch über ihn und seine militärischen Entscheidungen denken mag, in meinen Augen bleibt er neben v. Manstein, den er ja sicher in gewisser Weise beeinflusste, einer der größten Taktiker und Strategen des 2. Weltkrieges, dem gebührend gedacht werden sollte.


Quellen

Mit Eichenlaub und Schwertern. ISBN 3-9501-3070-5
Uni-Protokolle.de(zugriff: 13.11.2009)
dhm.de(zugriff: 13.11.2009)
hrono.info (Russisch)(zugriff: 13.11.2009)
Lexikon-der-Wehrmacht.de(zugriff: 13.11.2009)
Wapedia.mobi(zugriff: 13.11.2009)
Ritterkreuztraeger-1939-45.de(zugriff: 13.11.2009)
Wikipedia.org(zugriff: 13.11.2009)

Autor: Jupiter / Kai der Große


Das Thema

Generalfeldmarschall Ferdinand Schörner

* 12. Juni 1892 in München
† 02. Juli 1973 in München


Kaiserreich

Kaiserreich

Ferdinand Schörner wurde am 12. Juni 1892 in München als Sohn des Polizeioberinspektors Johann Schörner geboren. Nach vier Jahren Volksschule besuchte er das Münchener Luitpold-Gymnasium und bestand dort 1911 das Abitur. Das sicherte ihm das Recht, sich den Truppenteil für eine einjährige freiwillige Wehrdienstzeit auszuwählen, um dort zum Reserveoffizier ausgebildet zu werden. So trat Schörner 1911 in das bayrische Infanterie-Leibregiment in München ein. Anschließend studierte er ab 1912 sechs Semester an den Universitäten München, Grenoble und Lausanne Philosophie und Neuere Sprachen mit dem Ziel einmal Lehrer an höheren Schulen zu werden. In den Semesterferien meldete er sich zu Reserveübungen oder reiste zu praktischen Sprachstudien ins Ausland und legte schließlich Dolmetscherprüfungen in italienisch und französisch ab. Doch zum Abschluss des Studiums kam es nicht mehr, da der Erste Weltkrieg ausbrach.


1. Weltkrieg

Erster Weltkrieg

Nach der Mobilmachung musste Schörner am 1. August 1914 als Vizefeldwebel der Reserve und Zugführer zur 12. Kompanie seines Regiments einrücken, wo er bereits am 29. November 1914 zum Leutnant der Reserve, mit einer Vorpatentierung auf Juni 1913, befördert wurde und bald darauf eine Kompanie übernahm. In allen Kämpfen, an denen er mit seiner Kompanie teilnahm, bewies Schörner außergewöhnliche Tapferkeit und erhielt am 22. Dezember 1914 das EK II. Im Juni 1916 wurde er bei Verdun verwundet und kam in ein Heimatlazarett nach München. Als sein Regiment nach Rumänien verlegt wurde und auf dem Transport München berührte, entließ er sich selbst aus dem Lazarett und schloss sich seinem Regiment wieder an. In Rumänien konnte Schörner mit einer verstärkten Kompanie während der Schlacht von Hermannstadt (26. – 29. September 1916) den Roten Turm-Pass sperren und dadurch großen Teilen, der aus Siebenbürgen nach Rumänien zurückflutenden rumänischen 1. Armee, den Rückweg verlegen, was damit wesentlich zum deutschen Sieg beitrug. Am 27. Januar 1917 erhielt Ferdinand Schörner das EK I. Danach im Einsatz in Italien, brach er, aus eigenem Entschluss, mit seiner Kompanie während der 12. Isonzo-Schlacht am 24. Oktober 1917 bei Tolmein durch und nahm im Handstreich die Höhe 1114, den wichtigsten Stützpunkt und Eckpfeiler der italienischen Kolovrat-Stellung. Mit so einem Erfolg hatte das deutsche Oberkommando nicht gerechnet und sich stattdessen auf einen langen und harten Kampf eingestellt. Für seine hervorragende Leistung erhielt Ferdinand Schörner am 5. Dezember 1917, als Leutnant der Reserve und Führer der 12. Kompanie des bayrischen Infanterie-Leibregiments, den preußischen Orden Pour le Mérite. Er war in der 200jährigen Geschichte des Pour le mérite der einzige bayrische Infanterieleutnant, der auf diese Weise für eine beispielhafte soldatische Tat ausgezeichnet wurde. Von der Südfront wieder an die Westfront verlegt, wurde er vor Reims erneut schwer verwundet. Im März 1918 wurde er zum Oberleutnant befördert und wegen überdurchschnittlicher Leistungen in den aktiven Dienst übernommen. Aber noch einmal machte der dreimal schwer verwundete Schörner auf sich aufmerksam, als er im April 1918 an der Erstürmung des Kemmelberges in Flandern großen Anteil hatte. Das Kriegsende erlebte er im Südosten, wo seine Einheit als letzte, Serbien räumte.


Weimar

Weimarer Republik

Nach dem Krieg 1918 kämpfte er im Freikorps Epp im Ruhrgebiet und in Oberschlesien, wurde Kompanieführer im Jägerbataillon 21 und 1920 in das Infanterieregiment Nr. 19 des Hunderttausend-Mann-Heeres übernommen. 1922 bestand Schörner die Führergehilfenausbildung, wurde zur weiteren Ausbildung beim Wehrkreiskommando VII nach München einberufen und versah dort von 1923 bis 1926 als Führergehilfe seinen Dienst. Seine Generalstabsausbildung beendete er im Reichswehrministerium, avancierte am 1. Juli 1926 zum Hauptmann und wurde anschließend Chef der 16. Kompanie des Infanterieregiments Nr. 19 in Landshut und danach beim Jägerbataillon 19 in Kempten. 1931 stellte ihn die Reichswehr als ersten deutschen Offizier zur Dienstleistung als Dolmetscher bei den italienischen Alpentruppen ab.


NS-Staat

Nationalsozialismus

Aus Italien zurückgekehrt lehrte er Taktik an der Infanterieschule Dresden. 1934 übernahm Schörner als Major die Leitung der Gruppe 4 in der III. Abteilung des Generalstabes (Abteilung Fremde Heere). Hier oblag ihm die Bearbeitung der Angelegenheiten im Süden und Südosten. Am 1. März 1937 zum Oberstleutnant befördert, kehrte er am 1. Oktober 1937 als Kommandeur des Gebirgsjägerregiments 98 der 1. Gebirgsdivision in Mittenwald zur Truppe zurück.

 

 

Generalmajor Schörner während einer Marschpause im März 1941 in Bulgarien.


2. Weltkrieg

Zweiter Weltkrieg

Nachdem er am 27. August 1939 zum Oberst befördert wurde, nahm er mit seinem Regiment im September 1939 am Polenfeldzug teil. Hier machte er bereits durch die berühmt gewordene „Sturmfahrt auf Lemberg“ von sich reden. Mit einer motorisierten Vorausabteilung seiner Gebirgsjäger jagte er damals mitten durch die polnische Armee in die galizische Hauptstadt Lemberg und versperrte den Nachhuten der polnischen Südarmee in neuntägigen schweren Kämpfen den Ausbruch nach Süden. Am 12. September 1939 erhielt Schörner die Wiederholungsspange zum EK II von 1914 und am 20. September 1939 jene zum EK I. Im Mai 1940 überschritt sein Regiment im Rahmen des XVIII. Armeekorps als erste deutsche Einheit die Maas. Ende Mai 1940 wurde Schörner mit der Führung der neu aufgestellten 6. Gebirgsdivision beauftragt und stieß mit ihr durch die Vogesen in Richtung St. Die. Nach dem Ende des Westfeldzuges erfolgte am 1. August 1940 seine Beförderung zum Generalmajor.

Balkan

Mit seiner 6. Gebirgsdivision kämpfte Schörner im April 1941 auf dem Balkan, wo sie ihre eigentliche Bewährungsprobe erhielt und zeichnete sich auch hier in hervorragender Weise aus. Bereits am ersten Feldzugstag erzwang er mit seiner Division den Durchbruch durch die von den Griechen hartnäckig verteidigte Metaxaslinie und drang, zum Teil auf unwegsamen Strecken, durch das Olymp-Gebirge bis auf Athen vor. Dafür erhielt Ferdinand Schörner am 20. April 1941 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Seine Division war es, die als Erste die Reichskriegsflagge auf dem Olymp und am 27. April 1941 auf der Akropolis in Athen hisste.

Murmansk-Front

Im Herbst 1941 wurde die 6. Gebirgsdivision zur Ablösung der 2. und 3. Gebirgsdivision aus dem sonnigen Griechenland an die eisige Murmansk-Front verlegt. Jetzt befand sich Schörner im Kampf gegen die Sowjetunion. Bisher standen hier nur zwei abgekämpfte deutsche Divisionen unter unvorstellbaren polaren Witterungs- und Geländeschwierigkeiten überlegenen sowjetischen Verbänden gegenüber. Mit seiner Division stabilisierte er die Lage. Nun zeigte er beispielhaft seine rücksichtslose Entschlossenheit und nach vorne drängende Tatkraft, die sich gerade in Krisenlagen immer wieder bewährten. Wo ein Loch in der Front existierte und die Nachschubverbindungen bedroht waren, führte er persönlich rückwärtige Teile, Trosse und Stabspersonal mit dem Karabiner nach vorn und befehligte Entlastung bringende Gegenstöße. Schörner war unkompliziert, rücksichtslos, grob, scharf und streng nach unten, furchtlos nach oben und persönlich außergewöhnlich tapfer. Am 27. Januar 1942 zum Generalleutnant befördert, war er aufgrund dieser Eigenschaften bereits als hervorragender „Krisenmanager“ bekannt.

Eismeerfront

Am 2. Februar 1942 übernahm er als Nachfolger von Generaloberst Dietl die Führung des XIX. Gebirgskorps im äußersten Norden der Ostfront, an der Eismeerfront, und hielt hier die Front in einem Stellungskrieg einigermaßen stabil. Am 1. Juni 1942 wurde er, unter gleichzeitiger Beförderung zum General der Gebirgstruppe, Kommandierender General des XIX. Gebirgskorps. Schon damals eilte ihm der Ruf voraus, ein äußerst strenger und harter Truppenführer zu sein. Er wurde zum Schrecken der rückwärtigen Dienststellen, wenn er Kontrollen durchführte, Offiziere absetzte und Stabsoffiziere an die Front jagte, sodass er bald als der „wilde Ferdinand“ bekannt war. Seine Devise lautete: „Alles für die Fronttruppe, denn wer vorne kämpft und sein Leben einsetzt, hat das Recht, gut verpflegt und ausgerüstet zu werden.“

Ukraine

Anfang Oktober 1943 ernannte ihn Hitler zum kommandierenden General des XXXX. Panzerkorps im Brückenkopf Nikopol in der Ukraine. Dort standen mehrere deutsche Divisionen in Gefahr, von den Sowjets eingekesselt und vernichtet zu werden. Hitler sah in Schörner den kompromisslosen „Steher“ und einen Rettungsanker für den Süden der Ostfront. Dort wehrte Schörner Ende 1943 bis Mitte Februar 1944 im Brückenkopf von Nikopol alle sowjetischen Angriffe ab und konnte einen Einbruch und die Gefahr der Einschließung beseitigen. Dabei durfte Schörner auch zurückgehen, wenn er dies militärisch für geboten hielt, denn Hitler wusste: Wenn ein Schörner zurückgeht, ist dies alternativlos. Tatsächlich befreite er so seine Truppen aus der gefährlichen Umklammerung im Brückenkopf von Nikopol und konnte dabei auch noch alle Verwundeten mitnehmen, ein Umstand, der ihm den Dank der Frontsoldaten einbrachte. Dafür erhielt Ferdinand Schörner am 17. Februar 1944, für seine Leistungen als Kommandierender General des XXXX. Panzerkorps das 398. Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.

 

 

Generalmajor Schörner im April 1941 auf der Akropolis in Athen.

Schörner schien Hitler dafür geeignet, erster Chef des NS-Führungsstabes im Oberkommando der Wehrmacht zu werden, welcher die Aufgabe hatte, mit sogenannten NS-Führungsoffizieren die Truppen im Sinn des Nationalsozialismus politisch zu schulen und in ihrem Widerstandswillen zu bestärken. Doch nur 14 Tage lang hatte Schörner diesen Posten inne, denn er scheute sich nicht davor, sich in schroffster Weise mit dem Reichsleiter der NSDAP Martin Bormann anzulegen, der einen unmittelbaren Einfluss der Partei auf diese Arbeit anstrebte. Also kehrte Schörner wieder an die Front zurück und übernahm ab dem 2. März 1944 den Oberbefehl über die 17. Armee und ab dem 30. März 1944, als Nachfolger des abgesetzten Generalfeldmarschalls von Kleist, jenen über die Heeresgruppe Süd und wurde zum 1. April 1944 zum Generaloberst befördert. Schörner setzte bei Hitler durch, was von Kleist verweigert worden war, die Räumung des Gebietes um Odessa, wodurch die Einkesselung der neuen 6. Armee verhindert und der Aufbau einer neuen Abwehrfront am Dnjestr ermöglicht wurde.

Rumänien

Bis Sommer 1944 führte er die Heeresgruppe in schweren Rückzugskämpfen nach Rumänien, wo er eine neue Abwehrfront aufbaute. Danach wurde Schörner von Hitler am 20. Juli 1944 als „Krisenmanager“ und Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Nord in den Nordabschnitt der Ostfront berufen, wo sich auf der Linie Dünaburg – Pleskau – Narwa 22 abgekämpfte deutsche Divisionen gegen eine starke Übermacht zu behaupten hatten. Die Heeresgruppe war am 30. Juli 1944 durch den sowjetischen Vorstoß bei Tukkum an den Rigaer Meerbusen von den anderen deutschen Verbänden abgeschnitten worden. Zwar konnte die Verbindung am 20. August 1944 noch einmal hergestellt werden, doch die mit großer Übermacht geführte sowjetische Herbstoffensive zwang Schörner zur beinahe „fluchtartigen“ Räumung Estlands und der baltischen Inseln. Mit geschickter Kampftaktik führte er die nördlich Riga – Dünaburg stehende 16. Armee und die Armee-Abteilung Narwa durch den Flaschenhals bei Riga nach Kurland zurück. Auch bei der Räumung der Insel Oesel bewahrte er 20.000 Soldaten vor dem sicheren Untergang. Alle Truppenteile bis auf den letzten Mann und das gesamte Material wurden gerettet. Der sowjetische Durchbruch auf Memel Anfang Oktober 1944 führte zur endgültigen Trennung der Heeresgruppe Nord vom Reich.

Kurland

In Kurland gliederte Schörner die Heeresgruppe neu und verhinderte in drei erbitterten Kurland-Schlachten jeweils ein Zusammenbrechen der stark bedrängten deutschen Abwehrfront. Für seine dabei bewiesenen Führungsleistungen erhielt Ferdinand Schörner am 28. August 1944, das 93. Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes und bereits drei Monate später, am 1. Januar 1945, das 23. Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.
Am 20. Januar 1945 musste Schörner als Oberbefehlshaber die Heeresgruppe Mitte übernehmen, die nach dem Beginn der großen sowjetischen Winteroffensive am 12. Januar 1945 aus dem Baranow-Brückenkopf heraus vor ihrer Vernichtung stand. Es gelang Schörner, seine Truppen in schweren Rückzugskämpfen nach Westen zu führen und bis Mitte Februar eine neue Abwehrfront in Schlesien und an der Elbe aufzubauen. Um das Industriegebiet von Mährisch-Ostrau in Schlesien zu retten, verteidigte er dieses mit seinen Truppen in einer 20tägigen Schlacht und brachte den Sowjets eine schwere Niederlage bei. Der sowjetische Vormarsch wurde zeitweilig gestoppt und verlangsamt, sodass sich Hunderttausende von Flüchtlingen aus Schlesien einigermaßen sicher in Richtung Westen retten konnten. Am 5. April 1945 wurde Ferdinand Schörner von Hitler zum Generalfeldmarschall befördert und in Hitlers politischem Testament am 30. April 1945 zum Oberbefehlshaber des Heeres ernannt. Doch die bedingungslose Kapitulation machte allem ein Ende.

 

 

Generalleutnant Schörner, General der Gebirgstruppe Dietl und Oberst Ritter von Hengl im Frühjahr 1942 an der Eismeerfront.


Nachkriegsjahre

Nachkriegszeit

Am 9. Mai 1945 flog Schörner in Zivil mit einem Fieseler „Storch“ nach Mittersill/Tirol, angeblich, um den Auftrag zu befolgen dort eine deutsche Alpenfestung aufzubauen. Doch später wurde ihm zum Vorwurf gemacht, dass er nicht bei seinen Soldaten geblieben war und sich nicht mit ihnen zusammen in Kriegsgefangenschaft begeben hatte. Schörner stellte sich am 15. Mai 1945 den US-Amerikanern und wurde von ihnen Ende Mai an die Sowjets ausgeliefert.

Russische Gefangenschaft

Es folgten zehn schwere Jahre in Gefangenenlagern und Gefängnissen. Nach kurzem Aufenthalt im Sammellager Krasnogorsk wurde er von August 1945 bis Herbst 1954 in sowjetischen Strafanstalten völlig von der Umwelt isoliert. 1947 saß er im Moskauer Staatsgefängnis Lubjanka ein, wo er innerhalb eines Jahres nur etwa 20mal an die frische Luft durfte. 1949 schaffte man ihn ins Gerichtsgefängnis Lefortowakaja, dann in die Strafanstalt Butyrskaja, wo er einige Male in den berüchtigten „Kältekeller“ geworfen wurde. 1952 verurteilte ihn ein Moskauer Gericht zu 25 Jahren Haft in einem „Erziehungslager“. Nach der Urteilsverkündung lebte Schörner mehrere Monate lang zusammen mit 35 Schwerverbrechern in einer Zelle und wurde vom Sommer 1952 bis November 1954 in einem Gefängnis ca. 200 Kilometer östlich von Moskau eingekerkert. Hier wurde er wegen seines Eintretens für Mitgefangene wiederholt mit Nahrungsentzug bestraft und im Winter 1953/54 bekam er keine Winterkleidung, nur Leinenwäsche und die übliche Häftlingskleidung. Erst im Januar 1954 erhielt Schörner die erste Post und erfuhr so, dass seine Frau und sein ältester Sohn bereits 1949 durch Freitod aus dem Leben geschieden waren.

Zurück in der Heimat

Erst 1955 endete für Schörner die bittere Zeit der Gefangenschaft. Bei der Durchreise durch Ost-Berlin wurde ihm nahegelegt, doch wie Paulus, in der sowjetischen Besatzungszone zu bleiben. Dort würde man materiell für ihn und seine Familie sorgen und er sei auch vor gerichtlichen Verfolgungen sicher, wie sie ihn in Westdeutschland erwarten würde. Doch er folgte diesen Lockungen nicht, sondern zog es vor, in seine bayrische Heimat zurückzukehren. Die Münchner Staatsanwaltschaft erließ einen öffentlichen Aufruf, beweiskräftiges Anklagematerial gegen den Feldmarschall vorzulegen. Von den 62 Anzeigen, die den „Durchhaltemarschall“ betrafen, blieben schließlich nur drei Fälle übrig, die die Staatsanwaltschaft zum Gegenstand der Anklage machte. Totschlag in einem Fall und versuchter Totschlag in zwei Fällen. Das gegen Schörner verhängte Indizien Urteil vom Münchener Schwurgericht, am 15. Oktober 1957 besagte, dass er zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt wurde, von denen er zwei in Landsberg/Lech verbüßte ehe er 1960 entlassen wurde. Nach einem Sondergesetz („Lex Schörner“) erkannte man ihm seine Pension ab. Zurückgezogen lebte Schörner in München, wo er am 2. Juli 1973 an den Folgen eines Schlaganfalles verstarb. Seine letzte Ruhestätte fand er in seiner alten Gebirgsjägergarnison Mittenwald. Der damalige Bundesminister für Verteidigung erließ folgende Weisung: "Die Beisetzung des ehemaligen GFM Schörner findet ohne militärische Ehren statt. Die Teilnahme an der Beisetzung in Uniform wird allen Angehörigen der Bundeswehr untersagt! Die Teilnahme von zivil gekleideten Angehörigen der Streitkräfte ist nicht erwünscht."

Aussagen zu Schörner

"Auf der ganzen Front zeigt sich nur ein wirklicher Feldherr... Schörner!" Adolf Hitler 28. April 1945
"Wenn Schörner nicht gewesen wäre, wären wir nach Bayern durchmarschiert!" Sowjetmarschall Iwan Stepanowitsch Konjew im Mai 1945
"Wenn ihr zehn von Schörners Fähigkeiten und Leistungswillen gehabt hättet, wäret ihr heute nicht unsere Kriegsgefangenen!" KGB-Oberst zu Oberfeldwebel Wilhelm Hopp beim Gefangenenverhör im Sommer 1945

 

 

Schörner bei einer Lagebesprechung mit dem General der Infanterie Wöhler am 11. April 1944 in Barlad/Rumänien.

 


 
Auszeichnungen
 
Eisernes Kreuz(1914) II. Klasse am 22. Dezember 1914
Eisernes Kreuz (1914) I. Klasse am 27. Januar 1917
Österreichisches Militärverdienstkreuz III. Klasse mit der Kriegsdekoration am 20. April 1916
Bayerischer Militärverdienstorden IV. Klasse Schwertern und mit Krone am 24. Oktober 1917
Pour le Mérite am 5. Dezember 1917 (vorgeschlagen von Oberst Ritter von Epp
für die Eroberung einer italienischen Hauptstellung, der Höhe 1114)
Verwundetenabzeichen (1918) in Silber
Wehrmacht-Dienstauszeichnung IV. bis II. Klasse am 2. Oktober 1936
Komturkreuz des Kgl. Ordens der Krone von Italien am 2. August 1938
Medaille zur Erinnerung an den 13. März 1938 am 8. November 1938
Spange zum Eisernen Kreuz II. Klasse am 12. September 1939
Spange zum Eisernen Kreuz I. Klasse am 20. September 1939
Grossoffizierkreuz des Kgl. Bulgarischen St. Alexander-Orden mit Schwertern am 15. Juli 1941
Finnisches Freiheitskreuz I. Klasse mit Eichenkranz und Schwertern am 1. Juli 1942
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes
Ritterkreuz am 20. April 1941 als Generalmajor und Kommandeur der 6. Gebirgs-Division/XVIII. Armee-Korps/12. Armee
Eichenlaub am 17. Februar 1944 (398. Verleihung) als General der Gebirgstruppe
und kommandierender General des XXXX. Panzer-Korps/6. Armee/Heeresgruppe A
Schwerter am 28. August 1944 (93. Verleihung) als Generaloberst und Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Nord
Brillanten am 1. Januar 1945 (23. Verleihung) als Generaloberst und Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Nord
Medaille Winterschlacht im Osten 1941/42 am 20. August 1942
Goldenes Parteiabzeichen der NSDAP am 30. Januar 1943
Ärmelband Kurland
Deutsches Kreuz in Gold
Nennung im Wehrmachtbericht am 18. Februar 1944
Nennung im Wehrmachtbericht am 30. November 1944
Nennung im Wehrmachtbericht am 01. Januar 1945
Nennung im Wehrmachtbericht am 05. April 1945
Nennung im Wehrmachtbericht am 09. Mai 1945


Quellen

Generalfeldmarschall Schörner, Erich Kern, Deutsche Verlagsgesellschaft, ISBN 3-920722-15-9
Die deutschen Generalfeldmarschälle und Großadmirale 1936-1945, Peter Stockert, Pour le Mérite, ISBN 978-3-932381-47-8
http://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_Sch%C3%B6rner Zugriff am 20.12.09
http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Personenregister/S/SchoernerF-R.htm Zugriff am 20.12.09
http://www.ritterkreuztraeger-1939-45.de/Infanterie/S/Schoerner-Ferdinand.htm Zugriff am 20.12.09
http://www.bundesarchiv.de/aktuelles/aus_dem_archiv/galerie/00257/index.html?index=0&id=6&nr=1 Zugriff am 20.12.09

Autor: Kurt Ralle


Das Thema

Generalfeldmarschall Ernst Busch


* 06. Juli 1885 in Essen-Steele
† 17. Juli 1945 in Aldershot, Grafschaft Nottinghamshire, England


Kaiserreich

Kaiserreich

Ernst Busch wurde am 6. Juli 1885 in Essen-Steele/Rheinland als Sohn eines Waisenhausdirektors geboren. Bereits als junger Mensch ging er durch die harte Schule des preußischen Kadettenkorps und verließ die Berliner Hauptkadettenanstalt Groß-Lichtenfelde mit dem Abitur. Mit 19 Jahren erhielt er am 10. Juni 1904 das Patent als Leutnant im Infanterieregiment „Herwardt von Bittenfeld“ (1. Westfälisches) Nr.13 in Münster. 1908 wurde er nach Wesel zum Infanterieregiment „Herzog Ferdinand von Braunschweig“ (8. Westfälisches) Nr. 57 versetzt. Hier brachte es Busch am 16. Juni 1913 zum Oberleutnant und wurde anschließend als Inspektionsoffizier an die Kriegsschule Kassel versetzt.


1. Weltkrieg

Erster Weltkrieg

Bei Kriegsausbruch im August 1914 kam er wieder zur Truppe zurück und übernahm die 11. Kompanie des friedensmäßig teils in Wesel, teils in Kleve stationierten Infanterieregiments „Vogel von Falckenstein“ (7. Westfälisches) Nr. 56. Busch erwarb sich hier bereits am 20. September 1914 das Eiserne Kreuz 2. Klasse und avancierte am 27. Januar 1915 zum Hauptmann. Am 6. März 1915 wurde er mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet und 1916 zum Kommandeur des II. Bataillons ernannt. Busch nahm mit seinem Regiment an vielen bedeutsamen Gefechten der Westfront teil, wie die Schlachten bei Reims, Namur, Artois, in Flandern, bei La Bassée, Arras, vor Verdun und in der Champagne und erwies sich in all diesen Kämpfen als besonders tapferer Soldat und umsichtiger Truppenführer. Bei den schweren Abwehrkämpfen im Herbst 1918 in der Champagne, als eine erdrückende Übermacht der Franzosen an einer kritischen Nahtstelle zwischen der 1. und 3. Armee versuchte durchzubrechen, warf er sich an der Spitze eines rasch zusammengestellten Häufleins ihnen entgegen. Das Meistern dieser äußerst schwierigen Lage brachte Ernst Busch die Verleihung des höchsten preußischen Ordens, den Pour le Mérite.


Weimar

Weimarer Republik

Nach Kriegsende wurde er in das Hunderttausend-Mann-Heer übernommen. Zunächst wurde Busch Kompaniechef im Infanterieregiment 18 und kam anschließend in den Stab der 6. Division in Münster. Nach über zehn Jahren als Hauptmann, wurde er am 1. April 1925 zum Major befördert, stand 1926 im Stab des Gruppenkommandos I und versah anschließend bis 1928 seinen Dienst bei der Inspektion der Verkehrstruppen in Berlin. Danach war er zwei Jahre lang als 1. Generalstabsoffizier (Ia) im Stab der 2. Division in Stettin tätig. Am 1. Dezember 1930 wurde Busch, unter gleichzeitiger Beförderung zum Oberstleutnant, zum Kommandeur des in Berlin-Spandau liegenden III. Bataillons des Infanterieregiments Nr. 9 ernannt. Es wurde im damaligen Jargon auch „Graf Neun“ genannt, da es die Tradition der preußischen Garde-Infanterie fortführte und daher einen außergewöhnlich hohen Anteil an adeligen Offizieren hatte. Ab dem 1. Januar 1932 wurde Busch als Nachfolger von Ewald von Kleist Kommandeur des Regiments in Potsdam und avancierte in dieser Position am 1. Dezember 1932 zum Oberst.


NS-Staat

Nationalsozialismus

Am 1.Oktober 1935 wird er zum Generalmajor befördert. Im Zuge der deutschen Heereserweiterung wurde Busch ab dem 15. Oktober 1935 Kommandeur der neu gebildeten 23. Infanteriedivision und avanciert in dieser Dienststellung am 1. Oktober 1937 zum Generalleutnant. Bereits am 4. Februar 1938 erfolgte, unter gleichzeitiger Beförderung zum General der Infanterie, seine Ernennung, wiederum als Nachfolger von Ewald von Kleist, zum Kommandierenden General des VIII. Armeekorps und zum Befehlshaber des Wehrkreises VIII (Breslau).

 


2. Weltkrieg

 

Zweiter Weltkrieg

Mit Beginn des Polenfeldzuges im September 1939 drang das VIII. Armeekorps aus dem Raum Ratibor-Gleiwitz auf dem linken Flügel der 14. Armee in die Gegend nordöstlich Krakau vor und erzwang den Nida-Übergang, wobei zwei polnische Divisionen und eine Kavallerie-Brigade zerschlagen wurden. Wenige Tage später nahm das VIII. Armeekorps erfolgreich an der Schlacht bei Tomaszow teil. Mit umsichtiger Truppenführung, persönlicher Tapferkeit und großem Geschick führte Busch sein VIII. Armeekorps im Polenfeldzug in schweren Kämpfen zu schnellem Erfolg. Dabei erwarb er sich am 18. September 1939 die Wiederholungsspange für das EK II von 1914 und am 25. September 1939 jene für das EK I. Diese Führungsleistung bewirkte schließlich am 15. Oktober 1939 seine Ernennung zum Oberbefehlshaber der 16. Armee.

Westfront

Im Kampf gegen Frankreich im Mai 1940 bildete seine Armee, die aus 18 Divisionen bestand, den linken südlichen Flügel der Heeresgruppe A. In diesem Westfeldzug stürmte seine Armee in der zweiten Phase durch die Champagne, durchstieß den Sperr-Riegel an der Aisne und stand damit hinter der Maginotlinie. Auch die schnelle Einnahme von Verdun, welches bereits im Ersten Weltkrieg erbittert umkämpft war und wo Hunderttausende ihr Leben verloren, die Vernichtungsschlacht am Toul und der weitere Vorstoß in Richtung Metz sind eng mit seinem Namen verbunden. Für die mit persönlicher Tapferkeit erbrachten Führerleistungen erhielt Ernst Busch bereits am 26. Mai 1940 das Ritterkreuz und wurde nach dem Ende des Westfeldzuges am 19. Juli 1940 zum Generaloberst befördert. Die 16. Armee blieb zunächst in Frankreich als Besatzungstruppe und wurde im Mai 1941 nach Osten an den rechten Flügel der Heeresgruppe Nord verlegt.

Ostfront

Bei Beginn des Ostfeldzuges im Juni 1941 führte Busch die 16. Armee im Rahmen der Heeresgruppe Nord zum Vormarsch durch das Baltikum. In einem schnellen Vorstoß wurden die meisten Angriffsziele erreicht und seine Truppen bewährten sich beim Vorstoß auf die Waldai-Höhen und in den Jahren 1942 und 1943 bei den schweren Abwehrkämpfen am Wolchow und südlich des Ilmensees, wobei der Ansturm zahlenmäßig weit überlegener sowjetischer Verbände zurückgewiesen werden konnte. Die Kämpfe bei Tichwin 1941, die Winterkämpfe 1941/42 am Wolchow, der verbissene Einsatz des II. Armeekorps in Demjansk und schließlich die Herauslösung und Rettung dieses Korps sind ebenfalls eng mit seinem Namen verbunden. So kämpften Buschs Truppen im Frühjahr 1942 den Zugang zum Kessel von Demjansk frei, in dem das II. Armeekorps unter Führung von Walter Graf von Brockdorff-Ahlefeldt eingeschlossen war.

Absetzbewegungen

Ein Dauerthema in den Auseinandersetzungen Hitlers mit seinen Generalen waren deren Wünsche nach Absetzbewegungen, die Hitler meist ablehnte, weil er in ständiger Vorwärtsbewegung, allenfalls im vorübergehenden Halten, den besten Garanten dafür sah, Stellungsschlachten wie im Ersten Weltkrieg vorzubeugen. Er befürchtete, die Verbände könnten sich in ihren Rückzugsstellungen einrichten und die Initiative verlieren. Busch war durchaus klar, dass das Bestreben Hitlers, auch arg gefährdete Stellungen möglichst lange zu halten, zu großen Belastungen und auch konkreten Nachteilen führte. In den Jahren 1942/43 gelang es ihm, unter erschwerten Bedingungen notwendige Absatzbewegungen mit relativ geringen Verlusten durchzuführen. Anfang März 1943 lag die 16. Armee dann in relativ gut ausgebauten Stellungen zwischen Cholm und Staraja Russa hinter dem Lowat und konnte hier die sowjetischen Massenangriffe des Sommers 1943 abwehren. Ernst Busch wurde am 1. Februar 1943 zum Generalfeldmarschall befördert und am 21. August 1943 mit dem 274. Eichenlaub zum Ritterkreuz ausgezeichnet.

 

Zusammenbruch der Ostfront

Als Generalfeldmarschall von Kluge auf einer Fahrt von Orscha nach Minsk mit seinem Fahrzeug verunglückte, wurde Busch ab dem 12. Oktober 1943 dessen Nachfolger als Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Mitte, die besonders an ihren Flügeln heftigen Angriffen ausgesetzt war. Während er die Front im Süden mit Hitlers Genehmigung zurücknehmen konnte, gelang es im Norden, den sowjetischen Durchbruch bei Newel abzufangen. Auch im Frühjahr 1944 brachte Busch noch mit seinen verbleibenden Truppen die sowjetischen Angriffe zum Stehen. Im Sommer 1944 hielt die Heeresgruppe Mitte eine 400 Kilometer nach Osten vorspringende Front von 1.000 Kilometern Länge, zu deren Verteidigung lediglich 40 Infanteriedivisionen und eine Panzerdivision als Reserve zur Verfügung standen. Am dritten Jahrestag des deutschen Einmarsches, am 22. Juni 1944, traten die Sowjets mit vier Heeresgruppen zu einer Großoffensive an, in deren Verlauf schließlich der deutsche Armeen fast völlig vernichtet wurden. Der Zusammenbruch der deutschen Front begann im Raum Witebsk und griff in wenigen Tagen auf Orscha, Mogilew und Bobruisk über. Bereits zwei Tage nach Beginn der sowjetischen Offensive, am 24. Juni 1944, zerriss die Heeresgruppe Mitte unter dem Ansturm von Rund 185 sowjetischen Divisionen, im Todeswirbel der rund 45.000 Geschütze, im Bombenhagel der rund 4.500 eingesetzten Flugzeuge und unter dem stählernen Keil der rund 6.000 Panzer und Sturmgeschütze. Diese Schlacht war ein Schrecken ohne Ende, denn der Sturmlauf der sowjetischen Armee endete erst rund 600 Kilometer weiter westlich an der ostpreußischen Grenze. Insgesamt gingen 28 deutsche Divisionen mit ca. 330.000 Mann verloren.

Kaltgestellt durch Hitler

Da Busch nicht mehr das Vertrauen Hitlers besaß, mit der überaus schwierigen Lage fertig zu werden, wurde er am 28. Juni vom Oberbefehl entbunden. An seine Stelle trat Generalfeldmarschall Walter Model, der als Spezialist für die Meisterung von Krisenlagen galt. Daraufhin erfolgte Buschs Versetzung in die Führerreserve des OKH. Er fühlte sich hierdurch zutiefst gekränkt und zog sich nach Stranz in Oberschlesien zurück. Von dort siedelte Busch, als sich die Front im Frühjahr 1945 der deutschen Ostgrenze näherte, nach Ostbevern bei Münster in Westfalen über, wo er mit Kummer und Gram die weiteren Ereignisse verfolgte. Im März 1945 wurde er von Hitler zurückgerufen und zum Oberbefehlshaber Nordwest ernannt, hatte aber in dieser Funktion keinen konkreten Einfluss auf das weitere militärische Geschehen. Am 7. Mai 1945 musste Busch befehlsgemäß, als Befehlshaber der Landstreitkräfte unter dem letzten Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches Großadmiral Karl Dönitz, vor dem britischen Marschall Bernard Montgomery in einem Dorf bei Flensburg kapitulieren.


Nachkriegsjahre

Nachkriegszeit

Er geriet in britische Kriegsgefangenschaft und wurde Ende Mai 1945 nach London gebracht. Dort starb Ernst Busch bereits am 17. Juni 1945 im Lager Aldershot bei London an einem schon länger akuten Angina Pectoris-Leiden. Er wurde auf dem Ehrenfriedhof Cannock Chase beigesetzt.

 


 
Auszeichnungen
 
Eisernes Kreuz (1914) II. Klasse am 20. September 1914
Eisernes Kreuz (1914) I. Klasse am 06. März 1915
Ritterkreuz des Königlichen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern
Pour le Mérite am 4. Oktober 1918
Verwundetenabzeichen (1918) in Schwarz
Wehrmacht-Dienstauszeichnung IV. bis I. Klasse
Medaille zur Erinnerung an den 1. Oktober 1938 mit Spange „Prager Burg“
Spange zum Eisernen Kreuz II. Klasse am 18. September 1939
Spange zum Eisernen Kreuz I. Klasse am 25. September 1939
Finnisches Freiheitskreuz I. Klasse mit Stern und Schwertern
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes
Ritterkreuz am 26. Mai 1940
Eichenlaub am 21. August 1943 (274. Verleihung)
Medaille Winterschlacht im Osten 1941/42
Demjanskschild
Nennung im Wehrmachtbericht am 6. August 1941
Nennung im Wehrmachtbericht am 16. September 1941
Nennung im Wehrmachtbericht am 21. Oktober 1941
Nennung im Wehrmachtbericht am 28. Januar 1943


Quellen

Die deutschen Generalfeldmarschälle und Großadmirale 1936-1945, Peter Stockert, Pour le Mérite, ISBN 978-3-932381-47-8
http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Busch_%28Offizier%29 Zugriff am 24.12.09
http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Personenregister/B/BuschE-R.htm Zugriff am 24.12.09
http://www.bundesarchiv.de/aktuelles/aus_dem_archiv/galerie/00257/index.html?index=0&id=9&nr=2 Zugriff am 24.12.09

Autor: Kurt Ralle