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Wir sind eine unabhängige und vorwiegend deutschsprachige Internetseite für Modding in Games. Seit 2005 hat sich das Projekt Designmodproject dem Modden bzw. dem Erstellen von Mods verschrieben (Mod; Abk. für engl. modification oder deutsch Modifikation). Dabei stand immer die historische Erweiterung von Spielinhalten des strategie- und militärhistorischen Genres der PC-Spiele im Vordergrund.

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War Ace Campaign  Patch 5.2

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Dieser Patch korrigiert diverse Fehler aus Version 5.0 oder 5.01 und korrigiert die Dateistruktur vieler Einheiten, welche möglicherweise unregelmäßige CTDs beim Spielen oder Laden verursachen.
DAW - Der andere Weg 19-01

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DAW - Der andere Weg 18-02

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Im 3. Teil der US-Kampagne "Nach den schwarzen Tränen der Arizona", geht es als erstes um die Befreiung der Philippinen. Hierbei werden Sie von einem lokalen Helden tatkräftig unterstützt. Die aus
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Ein Mod des Users IronCross für das Spiel Panzer War in Europe. Es wurden vorhandene Grafiken berichtigt und einige Grafiken hinzugefügt. Es wurde noch weitere Änderungen vorgenommen. Die detaill

 

Das Thema

Chester W. Nimitz
* 24.02.1885 - † 20.02.1966

 

 

 

"A ship is always referred to as "she" because it costs so much to keep one in paint and powder"
Chester W. Nimitz geboren am 24. Februar 1885 in Fredericksburg, Texas, gestorben am 20. Februar 1966 in Treasure Island, Kalifornien


Frühe Jahre

Die Jugend
Flottenadmiral Chester W. Nimitz, welcher auf der Höhe seines Kommandos am pazifischen Kriegsschauplatz, Herr über mehr als 2 Millionen Männer und Frauen, 5.000 Schiffe und 20.000 Flugzeuge war, war ursprünglich ein sehr bescheidener und bodenständiger Mann. Als er am 24. Februar im Jahr 1885 in Fredericksburg Texas geboren wurde, war seine Mutter zu diesem Zeitpunkt bereits Witwe. Sein leiblicher Vater erlebte die Geburt seines Sohnes nicht mehr und verstarb zuvor.

Er wuchs in Fredericksburg, Texas innerhalb der kleinen deutschen Gemeinde auf und sprach sogar Deutsch. Bis zu seinem 6. Lebensjahr lebten und arbeiteten er und seine Mutter in der Pension (welche übrigens die Form eines Flussdampfers hatte) seines Großvaters, dieser war Jahre zuvor aus Deutschland in die Vereinigten Staaten emigriert. Chester Nimitz hatte eine sehr enge Beziehung zu seinem Großvater, der für ihn wie ein Ersatzvater war. Er nannte ihn oft noch später „den wichtigsten Mann“ in seinem Leben. Wenig später heiratete seine Mutter den jüngeren Bruder ihres verstorbenen Mannes und die Familie zog nach Kerrville, Texas um wo sie das St. Charles Hotel leitete.

 


Die Akademie
Ursprünglich wünschte sich Nimitz eine Ausbildung an der renommierten Akademie des Heeres, West Point, durchzuführen. Er konnte den Eignungstest jedoch nicht bestehen, erhielt aber stattdessen die Gelegenheit sich in der Flottenakademie Annapolis zu beweisen. Der junge Chester Nimitz war außerordentlich fleißig. Seine Kameraden bestätigten immer wieder, dass er vom frühen Morgen bis spät in die Nacht lernte, um sich auf die berühmte 3-Tage-Aufnahmeprüfung von Annapolis vorzubereiten. Seine Selbstdisziplin zahlte sich aus, er wurde im Jahr 1901 im Alter von 15 Jahren an der Akademie aufgenommen, sogar bereits vor Abschluss seiner High School. Aufgrund des starken Mangels an jungen Nachwuchsoffizieren, bedingt durch Roosevelt’s Flotten Expansionsprogramm, wurde seine „Admiral’s class“ bereits vorzeitig vor dem regulären Ablauf des Schuljahres am 30. Januar des Jahres 1905 abgeschlossen.
Chester Nimitz wurde als 7. – bester seines Jahrganges von 114 Absolventen in dem Rang eines Ensign (entspricht Leutnant zur See) von der Akademie entlassen.

Die schweren ersten Jahre
Nur zwei Jahre später wurde er während der aufkommenden Krise mit Japan als Kommandeur eines alten Zerstörers, der USS DECATUR, auf die Philippinen verlegt. Aufgrund unzureichender Kartenmaterialien und der Nachlässigkeit der lange nicht im Einsatz befindlichen Besatzung des Schiffes, lief sein Schiff während einem seiner ersten Kommandos nach nur 2 Tagen auf eine Sandbank. Mit großen Kraftanstrengungen konnte es zwar wieder flott gemacht werden aber Nimitz, der künftige Flottenadmiral, musste sich zunächst einmal dafür vor dem Militärgericht wegen „Gefährdung von Ausrüstung und Männern der U.S. NAVY“ verantworten.

 

Zunächst sah es so aus, also ob seine Karriere unter keinem guten Stern stehen würde. Einige Jahre später konnte er sich aber bereits als herausragender Kommandant profilieren. Er wechselte bereits Früh zur neu gegründeten U-Boot Waffe der NAVY.

 

Während seines Kommandos auf der USS SKIPJACK, einem der frühen U-Boote, erhielt er für die Rettung eines Seemannes, für welche er sich in voller Montur Hals über Kopf ins Meer stürzte, die „Silver Life Saving Medal“, seine erste Auszeichnung!


Entscheidungen
In diesen Jahren heiratete er auch seine Frau Catherine Vance Freeman aus Massachusetts. Mit ihr hatte er vier Kinder, seinen Sohn Chester jr. und die Töchter Catherine, Mary und Nancy.
Eine der bemerkenswertesten Charakteristika von Nimitz war seine Leidenschaft und Treue zur NAVY. Nach dem Krieg einmal sagte er „Ein Teil der NAVY zu sein ist eine ehrenvolle und Arbeit und Befriedigung für die Seele“. Im Jahr 1913 wurde Nimitz nach Deutschland geschickt, um dort die neuesten Dieselmotoren zu studieren. Und nach seiner Rückkehr übernahm er die Oberaufsicht beim Bau des ersten Diesel getriebenen Schiffes der NAVY, der USS MAUMEE (Bis zu diesem Zeitpunkt waren Kohle betriebene Schiffe die Regel). Aufmerksam geworden auf inzwischen Lt. Nimitz boten führende amerikanische Ingenieure und Maschinenbaufirmen ihm eine Stellung für $25.000 pro Jahr (!) als Zivilangestellter an (zum Vergleich, die NAVY zahlte ihm nur $3.456 pro Jahr).
Er lehnte dieses Angebot mit dem Hinweis auf seine „Ehrenvolle und befriedigende Aufgabe“ bei der NAVY ab. Spätestens seit diesem Tag wurde offenbar, dass Nimitz kein Opportunist, sondern Soldat mit Leib und Seele war. Er sagte später, er habe es auch niemals bereut, nur dass er seine Frau erst überzeugen musste.


1. Weltkrieg/Friedenszeit

Der Erste Weltkrieg
Als Mitglied des Führungsstabes der U-Boot Flotte, diente Nimitz im Ersten Weltkrieg im Atlantik. Den U-Booten gehörte seitdem und auch in der Zukunft, immer seine größte Aufmerksamkeit und Liebe. Er wurde zum Rang eines Lieutenant-Commander befördert und konnte im September 1919 sein erstes Kommando auf einem Großschiff, der USS South Carolina, als Erster Offizier antreten. Er wurde zuvor bereits zum Chef des Marine Planungsstabes ernannt.


Zwischen den Kriegen
1922 ging Nimitz an die Flottenkriegsschule, dem Naval War College. Nachdem er seinen Abschluss erlangen konnte, wurde er dem Chef des Kommandostabes der Streitkräfte, Admiral Robinson, welcher später Oberkommandeur der Flotte wurde, unterstellt. Nimitz wurde Dozent für Flottentechnik und Wissenschaft an der Universität von Berkley in Kalifornien. Diese Tätigkeit übte er 3 Jahre aus, bevor er wieder 1929 in den aktiven Dienst der U-Boot Truppe für weitere 2 Jahre eintrat. Im Jahr 1931 übernahm er das Kommando über die Zerstörer-Basis in San Diego und schon zwei Jahre Später bekam er sein erstes eigenes Kommando über ein Schlachtschiff, der USS Augusta. Inzwischen war sein Rang Captain. Im Jahr 1935 übernahm er noch einmal den Posten des stellvertretenden Chefs des Flotten Navigationsbüros bis 1938. Im Jahr 1938 wurde Nimitz im Alter von nur 53 Jahren zum Rear-Admiral (Konteradmiral) ernannt. Er war zu diesem Zeitpunkt einer der jüngsten Admirale der NAVY.


2. Weltkrieg

Der Zweite Weltkrieg
Als der Krieg am 7. Dezember 1941 mit dem Angriff auf Pearl Harbour für die USA begann, befand sich Chester Nimitz in Washington. Präsident Roosevelt wählte ihn anstatt einen, seiner 28 anderen dienstälteren Admiräle, um das Kommando über die Pazifikflotte in Pearl Harbour zu übernehmen. Nimitz enttäuschte Roosevelt nicht. Er schien genau der richtige Mann am richtigen Platz zu sein. Er konnte die Moral der Truppen wieder herstellen in dem er neue aggressive Verbände, kommandiert von den charismatischen Offizieren Halsey und Spruance, die einen sehr guten Ruf in der NAVY hatten, aufstellte. Gemeinsam mit ihnen gelang der wahrscheinlich größte Sieg in der Geschichte der US NAVY, der Sieg in der Schlacht von Midway!

In der Schlacht von Midway gelang es den amerikanischen Flottenverbänden unter Kommando von Nimitz und der Unterstützung der NAVY Piloten den Großteil der japanischen Flotte, inklusive ihrer kostbaren Flugzeugträger, zu zerstören. Zahlreiche Bücher und Spielfilme behandelten später diese für viele Amerikaner größte Heldentat und Revanche für Pearl Harbour.
Der Sieg über die Japaner sollte den Wendepunkt des Kriegsgeschehens für die Amerikaner im Pazifik darstellen, aber es war noch ein langer und schmerzhafter Weg bis zum Sieg. Eines wurde jedoch klar, Flugzeugträger sollten in diesem und künftigen Kriegen eine immer dominantere Rolle spielen. Die Zeit der großen Kampf-Schlachtschiffe war vorbei. Dieses erkannte auch Nimitz und fokussierte sich zunehmend auf den Einsätz der Flugzeugträger. Nimitz übernahm den Oberbefehl über alle alliierten Truppen auf dem Pazifik-Kriegsschauplatz. In den kommenden Jahren wurden unter seinem Kommando zahlreiche Schlachten wie Guadalcanal, Tarawa, Kwajalein, Eniwetook, Saipan, Guam und Iwo Jima sowie Okinawa durchgeführt. Die zahlreichen Invasionen wurden von den vielen im Einsatz befindlichen Marines auch als „Inselspringen“ bezeichnet.

 

Ob seiner großen Erfolge wurde Nimitz am 19. Dezember 1944 zum Fleet Admiral, dem Oberkommandierenden der Flotte mit dem 5. Stern ausgezeichnet und befördert. Dieser erst neu geschaffene Rang wurde während des gesamten Krieges nur 4-mal vergeben, an Leahy, King, Halsey und eben Nimitz.

Der Atombombenangriff der Amerikaner auf die Städte Hiroshima und Nagasaki führte zum Ende des Zweiten Weltkrieges und der Kapitulation der Japaner. Nimitz selbst verurteilte diese Angriffe nie, war er doch fest davon überzeugt, dass sie, ob gleich der hohen Opfer während des Bombenangriffs, sowohl auf japanischer- als auch amerikanischer Seite schlimmeres und unzähliges Opfer mehr verhindert hatten und der Krieg endlich zu Ende war. Am 2. September 1945 kapitulierte die kaiserliche japanische Armee vor den Alliierten, repräsentiert durch Admiral Nimitz auf dem Deck des Schlachtschiffes MISSOURI in der Tokyo bay.

 


Nachkriegsjahre

Nach dem Krieg
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges war Nimitz noch einige Jahre im Dienst der NAVY und schrieb zahlreiche Bücher. Er vertrat die Meinung, dass man „aus Schwertern auch Pflüge“ machen könnte, und setzte sich in vielen Gremien und Aktionen für die Restoration der Beziehungen und Aussöhnung mit den Japanern ein. Er wurde von 14 Nationen mit höchsten Orden ausgezeichnet und fungierte als Ehren-Botschafter der UNO. Chester Nimitz war und ist für viele Amerikaner immer noch einer der größten Helden, welcher den Wendepunkt des Krieges Symbolisiert. Ihm zu Ehren wurden zahlreiche Schulen, Straßen, Auszeichnungen und Militäreinrichtungen benannt. Der bislang größte US Flugzeugträger USS NIMITZ trägt ihm zu Ehren den Namen.

Sein Heimatstaat Texas erklärte den 22. Juli offiziell zum „Nimitz Tag“.

 


Chester W. Nimitz starb, nach einem bewegten und ereignisreichen Lebens, am 20. Februar 1966 in seinem Haus in Kalifornien, immer noch genauso bescheiden wie er geboren wurde.

Nimitz war nie ein Freund des Krieges gewesen, aber er war stets der Navy und seinem Land verbunden sowie ein herausragender Befehlshaber. Er hat nach dem Krieg einmal in einem Interview gesagt, "es war mir nie eine Freude, aber es gibt eben Dinge, die getan werden mussten"

Das Thema

Großadmiral Karl Dönitz
* 16. September 1891 in Grünau bei Berlin; † 24. Dezember 1980 in Aumühle bei Hamburg

 

 


Kaiserreich

 

Kaiserreich

Karl Dönitz wurde am 16. September 1891 in Grünau bei Berlin als Sohn des Ingenieurs Emil Dönitz geboren. Im Anschluss an seinen Schulbesuch in Berlin, Jena und Weimar trat Dönitz am 1. April 1910 als Seekadett in die kaiserliche Marine ein. Nach seiner Ausbildung auf dem Großen Kreuzer „Hertha“ und an der Marineschule Mürwik wurde er am 1. Oktober 1912 auf den Kleinen Kreuzer „Breslau“ kommandiert, der mit dem damals modernen Schlachtkreuzer „Goeben“ unter dem Kommando von Admiral Souchon die deutsche Mittelmeerdivision bildete. Am 27. September 1913 wurde Dönitz zum Leutnant z. S. (zur See) befördert.


1. Weltkrieg

 

Erster Weltkrieg

 

Im August 1914 erlebte er im Mittelmeerraum den Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Da die beiden Schiffe jedoch aus dem von weit überlegenen britischen Seestreitkräften beherrschten Mittelmeer nicht mehr in die deutschen Heimathäfen gelangen konnten, steuerte Admiral Souchon, verfolgt von 16 britischen Kriegsschiffen, den türkischen Hafen Konstantinopel an. Dadurch trug er mit dazu bei, dass die Türkei nunmehr an der Seite der Mittelmächte in den Krieg eintrat. Die beiden Kreuzer wurden in die türkische Flotte eingegliedert und ihre Besatzungen trugen fortan den roten Fez zur deutschen Marineuniform. Am 7. November 1914 erhielt Dönitz das EK II. Die „Breslau“, inzwischen als „Midilli“ an die Türkei abgetreten und mit ihm als Wachoffizier (WO) und Adjutant an Bord, schoss unter anderem bei Angriffen auf den russischen Erdölhafen Noworossisk im Schwarzen Meer die dortigen Öltanks und 14 Dampfer in Brand, versenkte das Linienschiff „Rostilaw“ und zerstörte im März 1915 die Torpedowerft von Feodosia. 1915 verlobte sich Dönitz mit der Krankenschwester und Generalstochter Ingeborg Weber, avancierte am 22. März 1916 zum Oberleutnant z. S. und wurde am 5. Mai 1916 mit dem EK I ausgezeichnet. Während einer vorübergehenden Werftliegezeit seines Schiffes im September 1916 wurde Dönitz als Fliegerbeobachter über der Dardanellenfront eingesetzt und war zeitweilig Flugplatzleiter bei Gallipoli. Im Oktober 1916 kehrte er nach Deutschland zurück und erreichte es, am 2. Dezember 1916 zur U-Boot-Ausbildung kommandiert zu werden.

 


Nach seiner Ausbildung wurde er im Januar 1917 zunächst I. WO auf U-39, das unter dem Kommando des Pour-le-Mérite-Trägers Kapitänleutnant Walter Forstmann stand, einem anerkannten Könner unter den damaligen U-Bootfahrern. Mit den von ihm geführten Booten hatte Walter Forstmann allein 146 Handelsschiffe mit insgesamt 384.304 Bruttoregistertonnen (BRT) sowie ein britisches Kanonenboot vernichtet. Dieser Mann war ein idealer Lehrmeister für Dönitz und er kehrte mit ihm in südliche Breiten zurück. Vor Gibraltar und in der Adria lernte Dönitz auf fünf Feindfahrten dann das Einmaleins der U-Boot-Waffe. Ab dem 1. März 1918 übernahm Oberleutnant z. S. Dönitz zunächst als Kommandant das Boot UC-27 und ab dem 5. September 1918 UB-68. Mit dem ersten versenkte er auf zwei Feindfahrten ein italienisches Kohlenschiff mit 5.000 BRT, mit dem zweiten bei einer Feindfahrt einen britischen Dampfer mit 3.883 BRT, bevor am 4. Oktober 1918 bei der Verfolgung eines Geleitzuges östlich von Malta ein Tauchunfall dazu führte, dass sechs Besatzungsmitglieder ums Leben kamen und Dönitz mit dem Rest seiner Mannschaft gefangen genommen wurde. Danach wurde er nach England in ein Kriegsgefangenenlager für Offiziere gebracht, wo er, um freizukommen, Geistesgestörtheit vortäuschte und zwar mit einem solchen Erfolg, dass er für einige Zeit und nicht ganz nach seinem Plan, in die Irrenanstalt von Manchester überstellt wurde.


Weimar

 

Weimarer Republik

Im Juli 1919 wurde Dönitz schließlich nach Deutschland entlassen, wo er das Angebot erhielt, weiter in der Reichsmarine zu dienen. Zunächst wurde er in den Stab der Marinestation Ostsee kommandiert und wirkte dann ab Mitte März 1920, am 1. Januar 1921 avancierte er zum Kapitänleutnant, für drei Jahre als Kommandant auf den Torpedobooten V 5, T 157 und G 8. Danach arbeitete er als Referent und Adjutant in der Inspektion des Torpedo- und Minenwesens. Weitere Etappen seines Werdegangs waren eine dreijährige verantwortliche Mitarbeit als Referent in der Marinewehrabteilung, 1927/28 eine einjährige Fahrenszeit als Navigationsoffizier auf dem Kreuzer „Nymphe“ und seit dem 24. September 1928 das anschließende Kommando über die 4. Torpedoboot-Halbflottille, wo er am 1. November 1928 zum Korvettenkapitän befördert wurde. 1930 wurde Dönitz als 1. Admiralstabsoffizier bei der Marinestation Nordsee nach Wilhelmshaven versetzt.

 


NS-Staat

 

Nationalsozialismus

Am 1. Oktober 1933 zum Fregattenkapitän avanciert und begierig darauf, wieder auf See zu kommen, wurde er im Juni 1934 Kommandant des Leichten Kreuzers „Emden“, mit dem er im November 1934 eine größere Auslandsreise unternahm, die um das Kap der Guten Hoffnung und weiter nach Ceylon, von dort durch das Rote Meer und den Suez-Kanal wieder ins Mittelmeer führte, wo ihn der Befehl erreichte, unverzüglich nach Hause zurückzukehren. Im Juli 1935 lief Dönitz mit der „Emden“ wieder in Wilhelmshaven ein und erhielt von Generaladmiral Erich Raeder den Auftrag, die deutsche U-Boot-Waffe, sozusagen aus dem Nichts, wieder aufzubauen. So übernahm Dönitz am 27. September 1935 das Kommando über die 1. U-Boot-Flottille „Weddigen“, benannt nach dem gleichnamigen berühmten U-Boot-Kommandanten aus dem ersten Weltkrieg, mit drei Booten (U-7, U-8 und U-9), denn mehr Boote gab es zu dieser Zeit nicht. Am 1. Oktober 1935 erfolgte seine Beförderung zum Kapitän zur See und am 1. Januar 1936 wurde für Dönitz die Dienststelle des Führers der Unterseeboote (FdU) eingerichtet. In der Eigenschaft als FdU war er verantwortlich für den gesamten Wiederaufbau der neuen deutschen U-Boot-Waffe. Dönitz gelang es, eine 17jährige Ausbildungslücke in wenigen Monaten zu schließen, an eine große Tradition unter Einsatz modernster Techniken und Taktiken anzuknüpfen und die Männer seiner Waffe zu einer verschworenen Gemeinschaft zusammenzuschweißen. Am 28. Januar 1939 avancierte Dönitz zum Kommodore.


2. Weltkrieg

 

2. Weltkrieg

Der Kriegsbeginn am 1. September 1939, seit dem Stapellauf der ersten Boote vom Typ VII waren nur drei Jahre vergangen, kam für Dönitz viel zu früh. Ihm fehlte es an Booten und Mannschaften. Von den bei Kriegsbeginn zur Verfügung stehenden 57 U-Booten kamen lediglich 26 für operative Aufgaben in Frage. Wiederholt hatte er darauf hingewiesen, dass 300 Boote das Minimum darstellten, um erfolgreich gegen den atlantischen Handelsverkehr vorzugehen und England von seinen wichtigsten Nachschublinien abzuschneiden. Doch die Marineleitung unter Raeder legte mehr Wert auf den Bau von Großkampfschiffen. Am 18. September 1939 erhielt Dönitz die Wiederholungsspange zum EK II von 1914 und am 1. Oktober 1939 wurde er zum Konteradmiral befördert. Am 17.Oktober 1939 wurde aus dem Führer der Unterseeboote (FdU) der Befehlshaber der U-Boote (BdU). Seine Erfahrung, sein abgewogenes Urteil und sein großes taktisches Können waren die Fundamente für die herausragenden Erfolge der U-Boot-Waffe zu Beginn des Krieges. Die U-Boot-Männer verehrten ihn als ihren „Großen Löwen“. Er war nicht nur ein guter Organisator, Ausbilder und Führer, sondern zugleich ein genialer Taktiker des U-Boot-Einsatzes.

 


Dabei blieb Dönitz immer um den unmittelbaren Kontakt mit den Besatzungen der Frontboote bemüht und wusste sich den wechselnden Erfordernissen des Krieges anzupassen. Am 20. Dezember 1939 erhielt er die Wiederholungsspange zum EK I und am 27. Februar 1940 das U-Boot-Kriegsabzeichen. Für seine Verdienste in der U-Boot-Führung wurde Karl Dönitz am 21. April 1940 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Am 1. September 1940 folgte seine Beförderung zum Vizeadmiral und am 14. März 1942, in Anerkennung seiner hohen Verdienste um die Führung und den Einsatz der Unterseebootwaffe, jene zum Admiral. Anfang Januar 1943 reichte Großadmiral Raeder im Konflikt über die Zukunft der großen Überwasserschiffe mit Hitler seinen Abschied ein. Er schlug Generaladmiral Rolf Carls oder Admiral Karl Dönitz für seine Nachfolge vor, je nachdem, ob die Überwasser- oder Unterwasserkriegsführung in den Vordergrund treten sollte. Am 30. Januar 1943 wurde Karl Dönitz schließlich von Hitler zum neuen Oberbefehlshaber der Kriegsmarine ernannt und gleichzeitig, unter Überspringung des Dienstgrades Generaladmiral, zum Großadmiral befördert. In der Frage der großen Schiffe legte er zunächst den befohlenen Außerdienststellungsplan vor. Bei näherer Prüfung kam Dönitz jedoch zum gleichen Ergebnis wie sein Vorgänger, dass die Außerdienststellung und Verschrottung nur militärische und politische Nachteile zur Folge haben würde. Am 26. Februar1943 konnte er den widerstrebenden Hitler umstimmen. Bis zum März 1943 stand die deutsche U-Boot-Kriegsführung auf dem Höhepunkt ihrer Erfolge und dafür erhielt Karl Dönitz am 6. April 1943 das 223. Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Es fiel ihm nicht leicht, schon wenige Monate nach seinem Amtsantritt, die Geleitzugbekämpfung im Nordatlantik, nach mehreren schweren Misserfolgen und hohen Verlusten, am 24. Mai 1943 abzubrechen. Die neue alliierte Geleitzugtaktik und die „Wunderwaffe“ Radar schalteten die Überwasserkampfkraft der U-Boote nahezu völlig aus. Die Verluste der deutschen U-Boote schnellten derart in die Höhe, dass Dönitz an diesem Tag den Nordatlantik räumen ließ. Am 19. Mai 1943 fiel sein jüngster Sohn Peter als Wachoffizier auf U-954 im Nordatlantik und ein Jahr später, am 13. Mai 1944, an dessen 24. Geburtstag, auch sein ältester Sohn Klaus auf dem Schnellboot S-141 vor der englischen Küste. Am 12. April 1945 erfolgte die Ernennung von Dönitz zum Wehrmachtbefehlshaber Nord mit Sitz in Flensburg-Mürwik. Er übernahm damit den Oberbefehl über alle deutschen Streitkräfte im Nordraum.


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Am 1. Mai 1945 erfuhr Dönitz überraschend durch ein Fernschreiben von Propagandaminister Dr. Joseph Goebbels, dass der am 30. April 1945 durch Freitod aus dem Leben geschiedene Führer und Reichskanzler Adolf Hitler ihn testamentarisch zum Reichspräsidenten und damit zum Nachfolger berufen hatte. Dönitz übernahm die Regierungsgeschäfte und bildete am 2. Mai 1945 mit Johann Ludwig Graf Schwerin von Krosigk eine geschäftsführende Reichsregierung. Der weitere Kurs wurde dadurch bestimmt, zunächst die Kapitulation zentral zu steuern, jedes weitere Blutvergießen zu vermeiden und den Alliierten kein regierungsloses Chaos zu bieten. Durch die Teilkapitulation gegenüber den Engländern und US-Amerikanern gewann Dönitz etwas Zeit zur Rettung von Millionen Menschen aus dem deutschen Osten. Als letztes Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches und Oberster Befehlshaber der Wehrmacht sah er seine Aufgabe dann nur darin, im Rahmen des Machbaren Ordnung zu halten und möglichst viele deutsche Menschen, Soldaten und Zivilisten vor dem Zugriff der Roten Armee zu schützen. Seine größte Sorge galt den vielen deutschen Flüchtlingen in Ostpreußen und Pommern, deren Rettung er als erstes anordnete. Alle verfügbaren schwimmenden Einheiten der Kriegsmarine beorderte er in Richtung Osten und tatsächlich gelang es, Millionen von deutschen Menschen, Heimatvertriebene, Verwundete und restliche Einheiten der Wehrmacht, vor dem Los der endgültigen Vernichtung oder der Kriegsgefangenschaft zu bewahren. Am 7. und 8. Mai 1945 ließ Dönitz die bedingungslose Gesamtkapitulation aller deutschen Streitkräfte unterzeichnen. Der Chef des Wehrmachtsführungsstabes Generaloberst Alfred Jodl unterzeichnete von Dönitz dazu bevollmächtigt am 7. Mai 1945 um 2:41 Uhr die bedingungslose Kapitulation im Hauptquartier der alliierten Streitkräfte in Reims. Da keine hochrangigen Sowjetoffiziere in Reims teilgenommen hatten, musste auf Wunsch Stalins die Unterzeichnung im sowjetischen Hauptquartier wiederholt werden. Deshalb wurde der Kapitulationsakt durch das Oberkommando der Wehrmacht sowie die Oberbefehlshaber von Heer, Luftwaffe und Marine in Berlin-Karlshorst, am 8. Mai um 23:30 Uhr nochmals durchgeführt. Die Ratifizierung wurde durch die von Dönitz bevollmächtigten Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel, Generaladmiral von Friedeburg sowie Generaloberst Stumpff vorgenommen.

 


Nachkriegsjahre

 

Nachkriegszeit

 

Am 23. Mai 1945 wurde Dönitz zusammen mit den Mitgliedern seiner provisorischen Reichsregierung in Flensburg durch britische Truppen verhaftet. Im Nürnberger Prozess wurde er am 31.August 1946 von den alliierten Richtern zwar von der Anklage freigesprochen, den Seekrieg verbrecherisch geführt zu haben. Sie verurteilten ihn jedoch zu zehn Jahren Gefängnis, weil er an der Vorbereitung eines Angriffskrieges mitgewirkt hatte. Vor seinen Richtern sagte Dönitz als Schlusswort nach der Urteilsverkündung: „Mein Leben galt meinem Beruf und damit dem Dienst am deutschen Volk. Als letzter Oberbefehlshaber der Kriegsmarine und als letztes Staatsoberhaupt fühle ich mich dem deutschen Volk gegenüber verantwortlich für alles, was ich tat und ließ.“ Dönitz musste die zehn Jahre Haft bis zum letzten Tag verbüßen und wurde am 1. Oktober 1956 aus dem Gefängnis Berlin-Spandau entlassen. Danach ließ er sich in Aumühle bei Hamburg nieder und veröffentlichte zwei Bücher. In seinem Werk „10 Jahre und 20 Tage“ hat er über sein Leben Rechenschaft abgelegt. Am 24. Dezember 1980 verstarb Großadmiral Karl Dönitz in Aumühle als letzter deutscher Offizier im Marschallrang und wurde unter Beteiligung Tausender
Menschen zu Grabe getragen.

 

 

 
Auszeichnungen
 
Allgemeines Ehrenzeichen am 07.06.1913
Eisernes Kreuz II. Klasse am 07.11.1914
Türkische Medaille mit Schwertern am 07.11.1914
Türkischen Eisernen Halbmond am 07.11.1914
Friedrich-Kreuz am 17.01.1916
Eisernes Kreuz I. Klasse am 05.05.1916
Mecidiye-Orden IV. Klasse am 13.03.1917
Österreichisches Militärverdienstkreuz II. Klasse m. Kriegsdekoration am 24.12.1917
Ritterkreuz des Königlichen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern am 10.06.1918
U-Bootskriegsabzeichen 1918
Ehrenkreuz für Frontkämpfer am 30.01.1935
Ritterkreuz I. Klasse des Königlich-Schwedischen Schwerterordens am 12.04.1936
Ungarischer Verdienstorden (Komturkreuz) am 20.08.1938
Wiederholungsspange zum Eisernes Kreuz II. Klasse am 18.09.1939
Wiederholungsspange zum Eisernes Kreuz I. Klasse am 20.12.1939
Medaille zur Erinnerung an den 1.Oktober 1938 am 20.12.1939
U-Boot-Kriegsabzeichen 1939 am 27.02.1940
Militärorden von Savoyen (Komturkreuz) am 20.04.1940
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes am 21.04.1940
Spanisches Marineverdienstkreuz in Weiß am 10.06.1940
Commandantore della ordine Militare de Savoyen am 07.11.1941
Eichenlaub zum Ritterkreuz (223. Verleihung) am 06.04.1943
Militärorden Michael der Tapfere III. und II. Klasse am 07.04.1943
Orden der Aufgehenden Sonne I. Klasse am 11.09.1943
Goldenes NSDAP-Abzeichen 1944
U-Boot-Kriegsabzeichen in Gold mit Brillanten
Gemeinsames Flugzeugführer- und Beobachterabzeichen in Gold mit Brillanten (ehrenhalber)
Nennung im Wehrmachtbericht am 14.03.1942
Nennung im Wehrmachtbericht am 05.05.1945
 


Quellen

Die deutschen Generalfeldmarschälle und Großadmirale 1936-1945, Peter Stockert, Pour le Mérite, ISBN 978-3-932381-47-8
http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_D%C3%B6nitz Zugriff am 02.08.10
http://www.deutsche-marinesoldaten.de/l ... oenitz.htm Zugriff am 02.08.10
http://www.ritterkreuztraeger-1939-45.d ... z-Karl.htm Zugriff am 02.08.10

Autor: Kurt Ralle


Das Thema

Alexander Iwanowitsch Marinesko
-Der umstrittene Held der Sowjetunion-



*15. Januar 1913 in Odessa
† 25. November 1963 in Leningrad


Frühe Jahre

Alexander Iwanowitsch Marinesko (ukrainisch: Олекса́ндр Іва́нович Марине́ско; russisch: Александр Иванович Маринеско) wurde nach gregorianischem Kalender am 15. Januar 1913 in der Hafenstadt Odessa geboren. Er wuchs auf als Sohn eines rumänisch stämmigen Vaters und einer ukrainischen Mutter. In den Jahren 1920-1926 besuchte er eine allgemeine Schule entschied sich dann aber schon früh auf See fahren zu wollen. 1930 entschied er sich, als Matrose 1. Klasse, Odessas Maritimes Technikum zu besuchen, dass er 1933 erfolgreich beendete. Danach folgten Dienste als dritter und zweiter Offizier auf den Schiffen Illitsch (Ильич) und Rote Flotte (Красный флот).

 

Eintritt in die U-Bootflotte

Im November 1933 absolvierte Marinesko verschiedene Kurse der Sowjetischen Marine (ob dies freiwillig geschah oder er eingezogen wurde ist nicht zweifelsfrei geklärt) und wurde schließlich Navigator in der Baltischen Flotte. Er diente auf Schtsch-306 (Щ-306) einem 75m langen U-Boot der Schtschuka-Klasse.
Im März 1936 wurde er schließlich zum Leutnant befördert, zwei Jahre später erfolgte die Beförderung zum Oberleutnant. Nach weiteren Weiterbildungsmaßnahmen diente er erst auf L-1 als erster Offizier und später als Kommandeur auf dem U-Boot М-96. Das militärische und politische Training schlossen Marinesko und seine Mannschaft auf M-96 1940 als Beste der Flotte ab, hierfür wurde ihm als Kommandeur eine goldene Medaille verliehen und man beförderte ihn gleichzeitig zum Kapitänleutnant.


2. Weltkrieg

Deutsch-Sowjetischer Krieg

Bei Ausbruch des Krieges befand sich M-96 bei Paldiski (Estland) und wurde daraufhin nach Tallinn (Estland) verlegt. Bereits am 14. August konnte M-96 seinen ersten Erfolg verbuchen mit der Versenkung des deutschen Schiffes "Helena". Nach dem Krieg stellte sich allerdings heraus, dass es sich dabei nicht um ein 7.000 BRT Schiff wie von Marinesko angegeben handelte sondern lediglich um ein 400 BRT Schiff. Die Rückfahrt entwickelte sich allerdings fast zu einer Katastrophe da, der nun ohne Munition und wenig Kraftstoff fahrende, Marinesko das Oberkommando über seine Rückkehr nicht informierte. Auch auf eine Beflaggung seines Schiffes verzichtete er, so kam es das er um ein Haar von der eigenen Marine versenkt wurde.
Im Oktober 1942 nahm er mit M-96 an einem Kommandounternehmen teil dessen Ziel es war eine ENIGMA zu erbeuten. Obwohl das Unternehmen fehl schlug und nur die Hälfte der Fahrzeug zurückkehrte, wurde Marinesko für seine Leistung mit dem Leninorden ausgezeichnet und zum Kapitän befördert.

S-13

 

 

Anfang des Jahres 1943 wurde Marinesko auf das modernere S-13 (C-13) versetzt, einem 78m langem U-Boot der Stalinez-Klasse. Von den 13 Schiffen der Stalinez-Klasse sollte S-13 das einzige sein das den Krieg überlebt. Im Oktober 1944 entdeckte S-13 den deutschen Transporter "Siegfried", Marinesko lies 4 Torpedos abfeuern, die allerdings alle versagten. Daraufhin tauchte S-13 auf und beschoss das Schiff mit dem Deckgeschütz. Marinesko meldete 15 Treffer auf dem Schiff und dessen Versenkung. Wie schon bei seiner ersten Versenkung gab er eine viel zu große Tonnage von 6.000 BRT an, obwohl die "Siegfried" nur 563 BRT hatte und auch nicht versenkt wurde sondern entkommen konnte.
Nachdem Marinesko mehre Tage nach dem Neujahrsfest 1945 nicht zum Dienst erschien wurde er als Deserteur gesucht und sollte vor ein Kriegsgericht, erschwerend kam hinzu das er eine Affäre mit einer Schwedin hatte (Beziehungen zwischen Sowjetbürgern und Ausländern waren unter Strafe verboten). Nur der Tatsache das durch eine Verurteilung Marineskos S-13 für längere Zeit nicht einsatzfähig war verdankte Marinesko das fallenlassen der Anklage. Stattdessen schickte man ihn auf eine neue Mission um sich erneut vor dem Feind zu bewähren.

 

Versenkung der "Wilhelm Gustloff"

Die in den sowjetischen Geschichtsbüchern als "Attacke des Jahrhunderts" (Атака века) eingehende Versenkung der Wilhelm Gustloff ereignete sich in der Nacht des 30. Januar 1945. Die 208,5m lange (25 484 BRT) Wilhelm Gustloff lief gegen Mittag aus Gotenhafen (heute Gdynia in Polen) aus, an Bord befanden sich nach Schätzungen weit über 10 000 Personen die meisten davon Flüchtlinge aus Ostpreußen.

 

Kurz nach 21 Uhr griff Marinesko mit S-13 die Wilhelm Gustloff mit 4 Torpedos an, davon trafen drei Torpedos ihr Ziel der vierte verkantete im Rohr und musste deaktiviert werden. Innerhalb von nur 40 Minuten neigte sich das Schiff zur Seite bevor es dann in den eisigen Fluten der Ostsee verschwand. Durch die kalten Temperaturen in dieser Nacht (Wasser 4°C und Luft -10 bis -18°C) erfroren die meisten der Menschen in der Ostsee, viele kamen auch schon bei der Explosion der Torpedos ums Leben oder wurden in der Panik an Bord zu Tode getrampelt. Der nur wenige Minuten nach dem Angriff vorbeifahrende schwere Kreuzer Admiral Hipper, nahm keine Personen auf da man einen weiteren U-Bootangriff befürchtete. So kam es das von über 10 000 Menschen nur 1252 Personen gerettet werden konnten. Bis heute stellt die Versenkung der Wilhelm Gustloff die größte Katastrophe der Seefahrtsgeschichte dar.
Trotz der hohen zivilen Opfer bei der Versenkung der Wilhelm Gustloff, war Marineskos handeln nach geltendem Kriegsrecht und auch der Genfer Konvention absolut legitim.

 

Versenkung der "Steuben"

Nur wenige Tage nach der Versenkung der Wilhelm Gustloff, am 10. Februar 1945 verfolgte Marinesko ein weiteres deutsches Schiff das er für den leichten Kreuzer Emden hielt. Kurz vor 1 Uhr torpedierte S-13 das Schiff das binnen 15 Minuten sank. Allerdings handelte es sich dabei nicht um die Emden sondern um die Steuben (168m lang, 14 690 BRT), die im Gegensatz zur Wilhelm Gustloff hauptsächlich verwundete Soldaten an Bord hatte. Nur ca. 660 Menschen konnten gerettet werden, zwischen 1100 und 4200 Menschen ertranken oder erfroren in der Ostsee.

 

Die letzten Monate des Krieges

Trotz seiner Erfolge verweigerte ihm das sowjetische Oberkommando den Titel eines "Helden der Sowjetunion", da man seinen Verenkungszahlen inzwischen nicht mehr glaubte. Dazu kamen sein recht schwieriger Charakter und seine Disziplinlosigkeit. Dadurch war er in ihren Augen kein Vorbild für andere und somit auch eines Heldentitels nicht würdig. Als kleine Anerkennung erhielt er lediglich den "Rotbannerorden". In den folgenden Monaten bis zum Kriegsende versenkte Marinesko kein Schiff mehr, obwohl er in Gebieten mit sehr dichtem Schiffsverkehr operierte.


Nachkriegsjahre

Nach dem Krieg

Bereits kurze Zeit nach dem Ende des Krieges wurde Marinesko, aufgrund wiederholter Disziplinlosigkeit und Trunkenheit von S-13 abgezogen und er bekam einen Posten an Land, gleichzeitig wurde er zwei Ränge zurückgestuft. Doch auch dort wollte man ihn nicht länger, so dass er bereits Ende des Jahres aus der Marine entlassen wurde. Er verfiel mehr und mehr dem Alkohol und seine Gesundheit verschlechterte sich zusehends. Einige Jahre konnte er auf zivilen Schiffen arbeiten, musste diese Arbeit letztlich aber aus gesundheitlichen Gründen aufgeben.
Im Jahr 1948 wurde er stellvertretender Direktor der wirtschaftlichen Abteilung des Leningrader Instituts für Transfusionsmedizin. Dort kam es zu einem Zwischenfall indem der Direktor Marinesko des Diebstahls bezichtigte. Daraufhin wurde Marinesko wegen "Verschwendung sozialistischen Eigentums" zu 3 Jahren Haft verurteilt. Diese Haftstrafe verbüßte er zwischen 1949-1951 dann wurde er vorzeitig entlassen, all seine Vorstrafen wurden annulliert. Die folgenden Jahre konnte Marinesko sich mit kleineren Arbeiten seine kleine Armeerente aufbessern.
Am 25. November 1963 verstarb er nach langjährigem Lazarettaufenthalt an einer Krebserkrankung (Magen und Rachenkrebs) in einem Leningrader Krankenhaus. Er wurde auf dem Bogoslowskoje-Friedhof Leningrad beerdigt, sein Grab kann bis heute besucht werden.

 

Nach seinem Tod

Selbst nach seinem Tod rehabilitierte die Sowjetmacht ihn nicht. Bis kurz vor dem Ende der Sowjetunion erinnerte fast nichts an den früheren U-Bootkommandanten. Erst 1989/90 ließen Veteranenverbände die ersten Monumente für Marinesko errichten.

 

Held der Sowjetunion


In den letzten Atemzügen der zerbrechenden Sowjetunion rehabilitierte schließlich Michail Gorbatschow am 5. Mai 1990 Marinesko und erklärte ihn, 45 Jahre nach Kriegsende und 27 Jahre nach Marineskos Tod, posthum zum "Helden der Sowjetunion" und verlieh ihm gleichzeitig, nach 1942, einen zweiten Leninorden.


Auszeichnungen

Auszeichnungen

 

 

Neben den militärischen Auszeichnungen kamen Marinesko noch zahlreiche andere Ehren zu teil. So wurden ein ukrainischer Zug und ein russisches Flugzeug sowie mehrere Straßen in der gesamten Sowjetunion nach ihm benannt. Heute zeugen noch Monumente in Odessa, Kaliningrad (Königsberg) und St. Petersburg (Leningrad) von ihm. Des Weiteren wurde die Maritime Akademie in Odessa in der er von 1930-33 studierte nach ihm benannt, ebenso die Grundschule die er besuchte.

Das 1985 gedrehte fiktive sowjetische Kriegsdrama "О возвращении забыть" ist Marinesko gewidmet und ist an seine Person und sein Leben angelehnt.


Zum Schluss

Kontroversen um Marinesko und sein Handeln

Die schon zu Lebzeiten Marineskos entbrannte kontroverse Diskussion, um seine Person und sein Handeln bzw. dessen Auswirkungen, endete bis heute nicht. Zwar ist und war die Versenkung der "Wilhelm Gustloff" und der "Streuben" aus militärischer Sicht und selbst nach der Genfer Konvention absolut legitim, jedoch aufgrund der extrem hohen Zahl der zivilen Opfer nicht gerade ein Beispiel von großem Heldentum. Daher verschwanden vielerorts nach dem Zerfall der Sowjetunion Monumente für Marinesko und seine Straßen wurden teilweise umbenannt. Auch die Planung für eine 2013, zum 100. Geburtstag, geplante Feier für Marinesko in Odessa stieß auf einigen Widerstand in der russischen und ukrainischen Bevölkerung vor Ort.

 

Schlusswort

An Marinesko werden sich wohl immer die Geister scheiden, für die einen wird er immer ein Held bleiben und für die anderen nur ein Mensch der für den Tod tausender unschuldiger verantwortlich ist. Eines bleibt er damit aber sicher:

Ein umstrittener Held der Sowjetunion