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Wir sind eine unabhängige und vorwiegend deutschsprachige Internetseite für Modding in Games. Seit 2005 hat sich das Projekt Designmodproject dem Modden bzw. dem Erstellen von Mods verschrieben (Mod; Abk. für engl. modification oder deutsch Modifikation). Dabei stand immer die historische Erweiterung von Spielinhalten des strategie- und militärhistorischen Genres der PC-Spiele im Vordergrund.

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McGuba war wieder fleißig und hat seinen Mod Battlefield: Europe für Panzer Corps weiter fortgesetzt.
War Ace Campaign  Patch 5.2

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Dieser Patch korrigiert diverse Fehler aus Version 5.0 oder 5.01 und korrigiert die Dateistruktur vieler Einheiten, welche möglicherweise unregelmäßige CTDs beim Spielen oder Laden verursachen.
DAW - Der andere Weg 19-01

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Folgende Änderungen bzw. Zusätze zur bisherigen Version (DAW 18-02) sind enthalten: Darstellung von Meeresfeldern Die Meerestiles haben (auch für die ersten 3 Kampagnen) ein neues Grafikmuste
Amulet Mod Version 3.0

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Der Amulet Mod 3.0 ist für das PC-Spiel Panzer Corps Wehrmacht. Es ist der zur Zeit tiefgreifendste und umfangreichste Mod für deutsche Einheiten. Hier kurz die Merkmale: 77 neue Einheiten; 50
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DAW - Der andere Weg 18-02

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Folgende Änderungen bzw. Zusätze zur bisherigen Version (DAW 17-09) sind enthalten: Darstellung vereister Seen Die Landschaftstiles für Seen in der Winterdarstellung wurde (auch für die beid
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Eine erhoffte Fortzetzung des War Ace Campaign Großmod für das Spiel Silent Hunter 3 wurde von HanSolo nach mehr als 2 Jahren intensiver Entwicklungszeit vollendet.
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Folgende Änderungen bzw. Zusätze zur Version DAW 17-04 sind enthalten: Englische Texte DAW Kompendium + Credits, Install-Datei, sowie alle Briefingsdateien und Texte innerhalb der Kampagnen sin
Panzer War in Europe Mod

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Ein Mod des Users IronCross für das Spiel Panzer War in Europe. Es wurden vorhandene Grafiken berichtigt und einige Grafiken hinzugefügt. Es wurde noch weitere Änderungen vorgenommen. Die detaill

Das Thema

Wilhelm Franz Canaris

 

Wilhelm Franz Canaris (* 1. Januar 1887 in Aplerbeck bei Dortmund; † 9. April 1945 im KZ Flossenburg) war ein deutscher Admiral und während des NS-Regimes Leiter des Amtes Ausland/Abwehr (Geheimdienst) im Oberkommando der Wehrmacht.

Canaris war, zumindest indirekt, im Innerdeutschen Widerstand involviert!
Er protegierte als Chef der militärischen Abwehr namhafte Widerstandskämpfer, wie z.B.: Hans Oster, Dietrich und Klaus Bonhoeffer und Hans von Dohnanyi.

Dieser Umstand brachte ihn auch schließlich in Ungnade und um sein Leben!


Jugend und Krieg

1. Januar 1887 - Wilhelm Canaris wird in Aplerbeck (Westfalen) geboren. Sein Vater war der Industriellen Carl Canaris und seine Mutter war Auguste (geb. Popp).
Seine Familie hatte griechische Wurzeln und war ursprünglich in der Lombardei ansässigen. Er besuchte in Duisburg das Steinbart-Gymnasium.

 

Die Kaiserliche Kriegsmarine

1905 - Nach seinem Abitur tritt er in die kaiserliche Marine als Seekadett ein.
Während seiner Anfangszeit unternimmt er zahlreiche Fahrten in südamerikanische Gewässer .

 

Die SMS.Dresden

 

September 1913 - Canaris wird als Oberleutnant zur See, als Adjutant des Kommandanten Fregattenkapitän Lüdecke auf dem kleinen Kreuzer SMS-Dresden.

Die Dresden fährt im Ostasiengeschwader unter Vizeadmiral Graf Spee!

1. November 1914 - Auf diesem Schiff, nimmt Canaris an dem siegreichen Seegefecht bei Coronel teil.

8. Dezember 1914 - Es kommt zum schicksalhaften Seegefecht bei den Falklandinseln!

Die Dresden entging als einziges Schiff der Vernichtung des deutschen Ostasiengeschwaders durch den überlegenen Britischen Kampfverband.

Die Folge war ein Katz-und-Maus-Spiel.
Die Engländer gaben ihre verbissene Jagd auf das letzte deutsche Schiff nicht auf, doch der Dresden gelang es, sich in der Folgezeit in den Fjorden Feuerlands zu verstecken.
Das Schiff erhielt dabei Unterstützung durch den Deutsch-Chilenen Albert Pagels, der dort als Lotse tätig war.

Da der Proviant und auch der Nachschub an Kohle nicht ausreichten, beschloss Fregattenkapitän Lüdecke den Handelskrieg fortzusetzen.
Ein Durchbruch nach Deutschland war ohnedies nicht denkbar.
Die Maschinen waren nicht mehr voll funktionstüchtig und auch die Kohlen reichten nicht mehr für die weite Reise!

14. Februar 1915 - Mit allerlei Tricks gelingt es der gut geschulten Besatzung ihren Kleinen Kreuzer aus der englischen Umklammerung zu lösen und in den Pazifik zu entkommen.

14. März 1915 - Die Jagd endete schließlich in der Cumberland-Bucht der Robinson-Crusoe-Insel, wo das Schiff mit nur noch 80 Tonnen Kohle vor Anker ging!
Die Inseln gehörten zum neutralen Chile!

Dort wurde sie schließlich durch ein britisches Kreuzergeschwader ( HMS Glasgow und HMS Kent ) gesichtet.

Unter Missachtung der chilenischen Neutralität und Verletzung internationalen Rechts, wurde die Dresden unter Feuer genommen. Hierbei fanden acht Seeleute den Tod.
Als dann auch noch ein Enterversuch unternommen wurde, beschloss man die Dresden durch Fluten selbst zu versenken.

Die Besatzung wird in Chile interniert, von wo sie erst 1919 den Weg in die Heimat findet!

 

 

Die Flucht nach Deutschland

Herbst 1915 - Erst im zweiten Anlauf gelingt Canaris die Flucht aus der chilenischen Internierung zurück nach Deutschland.
Zusammen mit Albert Pagels kam er als blinder Passagier auf einem holländischen Frachter nach Hamburg zurück.

1916 - Canaris wird zum Kapitänleutnant ernannt.
Er sammelte erste nachrichtendienstliche Erfahrungen, als er im Auftrag der Admiralität einen Geheimauftrag in Spanien ausführt.

1917/18 - Zuerst als Beobachtungsoffizier und Organisator von Versorgungsstützpunkten für deutsche U-Boote in Spanien unterwegs, kehrt er auf eigenen Wunsch an die Front zurück.

Zuerst beim U-Boot-Einsatzstab in Cattaro, übernimmt er schließlich den Posten eines stellvertretender U-Boot-Kommandant.
Er führt bis Kriegsende Handelskrieg im Mittelmeer.

Deutsches UC1 1915...
 


Weimar

 

Die Weimarer Republik

1918/19 - Nach Kriegsende zeigt sich seine Abneigung gegenüber Republik und Versailler Vertrag.
Als Verbindungsoffizier unterstützt Canaris vor und während der Novemberrevolution die Bildung von Bürgerwehren zur Niederschlagung der revolutionären Bewegungen.

1919 - Er ist enger Vertrauter des Freikorpsführers Hermann Ehrhardt.
Er ist Mitglied des Kriegsgerichts, das die des Mordes an Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg beschuldigten Angehörigen des Freikorps der Garde-Kavallerie-Schützendivision größtenteils freispricht.

Er wird schließlich zur Adjutantur von Reichswehrminister Gustav Noske berufen.

Er heiratete die Industriellentochter Erika Waag.
Aus dieser Ehe gingen zwei Töchter hervor (Eva und Brigitte).

Aufruf zum Generalstreik...
 

 

Der Kapp-Putsch

März 1920 - Bereits ein Jahr später beteiligte er sich am Lüttwitz-Kapp-Putsch. ( Walther von Lüttwitz und Wolfgang Kapp )

 

Der Putsch scheitert und Canaris wird festgenommen und inhaftiert.
Er kommt aber bereits nach kurzer Zeit wieder frei.

Trotz seiner - nicht geheim gehaltenen - Ablehnung der Weimarer Republik und des Versailler Vertrags verbleibt er in seiner Position.

 


Juli 1920 - Als Admiralstabsoffizier in der Ostseeflotte wird er Erster Offizier auf dem Kreuzer "Berlin".

Nachdem Canaris - vor dem Kapp-Putsch - als Adjutant von Reichswehrminister Gustav Noske eingesetzt war, wurde er nach seiner Haftentlassung als Erster Offizier auf dem Kreuzer „Berlin“ berufen.

1921 - Er macht einen Karieresprung zum Ersten Admiralstabsoffizier beim Kommando der Marinestation der Ostsee.

In dieser Position protegierte er Reinhard Heydrich, der in dieser Zeit eine Offizierslaufbahn in der Marine einschlug.

( Heydrich, der später zu einem der führenden Funktionäre der SS aufstieg, wurde 1931 wegen einer Heiratsaffäre aus der Marine entlassen. )

1924-1928 - Canaris bezieht einen gewichtigen Posten in der deutschen Marineleitung.

1925 - Ernennung zum Korvettenkapitän.

1927 - Er wird Referent beim Stab des Chefs der Marineleitung.

1928 - Canaris zieht es wieder aufs Meer hinaus!
Er bekommt den Posten des Ersten Offiziers auf dem Linienschiff "Schlesien".

Linienschiff Schlesien...
 

1932 - Canaris übernimmt schließlich als Kapitän das Kommando über die "Schlesien".

1930/1931 - Er wird Chef des Stabs der Marinestation der Nordsee.


NS-Staat

 

Der Nationalsozialismus

Himmler, Goebbels und Canaris....
 

1933 - Auf Grund seiner antikommunistischen Einstellung, begrüßt Canaris die Machtübernahme der Nationalsozialisten und hofft auf eine Revision von Versailles.

Er glaubt an das gute im neuen Regime, glaubt an eine Stärkung Deutschlands und ist sogar der Meinung, dass „der Offizier den Nationalsozialismus vorzuleben hat“.

1934 - Canaris wird zum Festungskommandant von Swinemünde berufen.
Es soll sein letzter Posten sein - man plant, den Kapitän zur See mit 1935 in den Ruhestand zu versetzen.

Seebad Swinemünde....
 

01. Januar 1935 - Überraschend wird Canaris als Konteradmiral zum Chef der Abwehrabteilung im Reichskriegsministerium berufen

Sein Vorgänger, Abwehr-Chef Patzig, hatte sich mit dem NS-Regime und dem Reichskriegsminister von Blomberg überworfen.

Die Marineleitung hatte sich für Canaris als möglichen Nachfolger ausgesprochen, da man befürchte, diesen Posten an die Heeresführung abgeben zu müssen.

Nachdem er nun Chef der militärischen Abwehr im Oberkommando der Wehrmacht war, ging Canaris sogleich ans Werk.
Er nutzt umgehend seine exzellenten Spanischkenntnisse und begann in Spanien ein Spionagenetzwerk aufzubauen.

Canaris der jenige, welcher die Fäden zur deutschen militärischen Unterstützung Francos im Spanischen Bürgerkrieg zog.

Franco blutjung und noch unwichtig...
 

Er streckt aber seine Fühler auch in andere Richtungen aus.
Bereits in den ersten Monaten nimmt er alte Kontakte zu ausländischen Abwehrdiensten wieder auf.
Er trifft sich mit dem Chef des italienischen Servicio Informazioni Militari, Oberst Mario Roatta.

Neben bewährten Mitarbeitern wie Stabschef Major Hans Oster, sammelt Canaris auch alte Kameraden aus Freikorps-Zeiten um sich wie Major Hans Piekenbrock.

Diesem überträgt er die Leitung der Abwehrabteilung I, zuständig für den Geheimen Meldedienst und die aktive Erkundungen.

Canaris baut in den nächsten Jahren ein weit verzweigtes, gut funktionierendes Netz von rund 30.000 Agenten und Verbindungsleuten auf.
Ihm direkt unterstehen im eigenen Amt etwa 400 Offiziere.

Obwohl kein grundsätzlicher Gegner der Nationalsozialisten, bringen Hitlers Kriegsvorbereitungen Canaris in größere Distanz zum NS-Regime.

Bereits vor dem Kriegsanfang kamen ihm Zweifel an Hitlers Politik, die sich mit der Zeit mehrten.

 

1938 - Die Fritsch-Blomberg-Affäre

Der Reichskriegsminister Werner von Blomberg und der Oberbefehlshaber des Heeres, Werner Freiherr von Fritsch versuchten den Kriegsvorbereitungspläne Hitlers entgegenzuarbeiten.
Sie meinten so das einzig richtige für ihre Heimat zu erreichen.

Diese Art Widerspruch konnte Hitler nicht dulden.
So wurde Ende Januar 1938 ein Skandal inszeniert, der ihm erlaubt, zuerst von Blomberg und auch von Fritsch, der als dessen Nachfolger eingesetzten wurde, zu entlassen.

Werner von Blomberg...
 

Hitler nutzt die Blomberg-Fritsch-Affäre dazu, das Reichskriegsministerium aufzulösen.
Er ersetzte es durch das Oberkommando der Wehrmacht (OKW).
Das OKW unterstand ihm direkt und wurde von dem ihm ergebenen General Wilhelm Keitel geleitet.
Auch Canaris Abwehr gehört nun zum OKW.

Nach Rücktritten von Werner von Blomberg und Werner Freiherr von Fritsch nutzt Canaris seine Stellung zur Organisation von Widerstand in der Wehrmacht.

Er deckt die Widerstandsaktivitäten seines Stabschefs Hans Oster.
Er fördert die Oppositionshaltungen von Ludwig Beck.
Er gibt mehreren Widerstandsgruppen Informationen für einen etwaigen Staatsstreich.

Seine Oppositionsaktivitäten werden durch seine Erfolge in der Spionageabwehr lange Zeit verdeckt.

Trotz all dem bereiten Canaris’ Spione diskret und effizient den Weg für Hitlers Angriffskriege.

Er geriet unter zunehmenden Druck des Sicherheitsdiensts (SD) ausgesetzt sieht. Zu dessen Chef Reinhard Heydrich hat er ein freundschaftliches Konkurrenzverhältnis.

Reinhard Heydrich...
 



Canaris hatte pflegte einen engen Kontakt zu Reinhard Heydrich, dem Chef des Sicherheitsdienstes (SD) der SS. Dadurch konnte er lange Zeit um das NS-Regime in Sicherheit zu wiegen.
Die gegen Hitler gerichtete Tätigkeit einiger Abwehr-Mitarbeiter sollten damit verschleiert werden.

Canaris und Heydrich verband eine nach außen scheinbar freundschaftliche Beziehung.
Diese beschränkte sich jedoch lediglich auf gemeinsamen Musikabenden und Ausritten im Berliner Tiergarten.

Obwohl Canaris Heydrich zunächst - in den 20er-Jahren - protegiert hatte, hegte er nun gegen ihn eine persönlicher Abneigung und ein gründliches Maß an Misstrauen.

Die Wertvorstellungen von Canaris als, ehemals kaiserlicher Offizier, und die Ablehnung krimineller und terroristischer Arbeitsmethoden führten zu einer, zunehmend offenen Feindschaft zwischen dem Nachrichtendienst der Wehrmacht (Abteilung „Abwehr“) und dem NS-treuen Sicherheitsdienst (SD).


2. Weltkrieg

1940 - Beförderung zum Admiral.

Die Verschwörer um den ehemaligen Generalstabschef Ludwig Beck, die vor Ausbruch des Krieges vor allem von der britischen Regierung noch Zustimmung erfahren haben, stehen nach den ersten Erfolgen Hitlers auf dem Schlachtfeld allein da.

Ludwig Beck...
 

Es kann nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob Canaris ebenfalls zu diesem Kreis gehört, doch er deckt zumindest die Aktivitäten seiner Mitarbeiter Generalmajor Hans Oster und Hans von Dohnanyi für den militärischen Widerstand.

Unter Canaris und seinem Stabschef Oster ist die Abwehr wichtige Informationsquelle für die Widerständler.
Man verhilft unter dem Deckmantel der Agententätigkeit politisch Verfolgten zur Flucht und fördert die Putschpläne Becks.

1941-1944 - Desto länger der Krieg andauert, desto höher liegt der Zweifel an der Handlungsbereitschaft der Generalität gegen Hitler.

Canaris' organisatorische Widerstandsaktivitäten gehen immer mehr zurück.
Er versucht jedoch weiterhin seine Position auszunutzen um gegen das NS-Regime zu arbeiten.

1943 - Mit der Verhaftung seines Mitarbeiters Hans von Dohnanyi gerät Oster unter Verdacht und wird beurlaubt.

Canaris mit GenMjr. Oster...
 



Canaris steht von nun an unter ständiger Beobachtung.

Februar 1944 - Canaris - mittlerweile Konteradmiral - wird seines Postens enthoben.
Einer seiner Abwehragenten war zu den Briten übergelaufen - Anlass genug, die Abwehrabteilung im Reichskriegsministerium aufzulösen.

Die Agenten werden vom Reichssicherheitshauptamt (RSHA) übernommen.

20. Juli - Stauffenberg:

Hitler und Mussolini....
 



Juli 1944 - Canaris wird drei Tage nach dem Attentat vom 20. Juli, von seinem Rivalen im Reichssicherheitshauptamt VI (SD Ausland), SS-Brigadeführer Walter Schellenberg, festgenommen.

Canaris hatte immer ein Attentat auf Hitler abgelehnt.
Das half ihm nun wenig - Die bei Angehörigen von Widerstandsgruppen gefundenen Informationen belastet ihn schwer..

Die „Sonderkommission 20. Juli“ hat nicht nur Canaris, sondern in den folgenden Tagen und Wochen weitere 5600 Personen inhaftiert.

Mit anderen militärischen und politischen Verschwörern wird er in den Gestapo-Keller in der Prinz-Albrecht-Straße gebracht.

Er wird dort intensiv verhört und möglicherweise auch gefoltert.

April 1945 - Man überführt Admiral Wilhelm Canaris gemeinsam mit seinem Stabschef Generalmajor Hans Oster, dem Theologen und Widerständler Dietrich Bonhoeffer, den Reserveoffizieren Ludwig Gehre und Theodor Strünck sowie dem Generalstabsrichter Karl Sack in das Konzentrationslager Flossenburg.

08. April 1945 - Canaris und seine Mitgefangenen werden, ein Monat vor Kriegsende, mittels SS-Standgerichtsverfahren wegen Hochverrat zum Tode verurteilt.

09. April 1945 - Die Verurteilten werden alle im Hof des Gefängnistraktes gehängt.

 

Die Anschuldigungen

 

Äußerungen Canaris’ aus den Jahren vor dem Krieg deuten darauf hin, dass der Marineoffizier, der sich angeblich auch immer gegen ein Attentat auf Hitler ausgesprochen hat, den Ansichten der Nationalsozialisten näher stand als oftmals dargestellt.
Auf jeden Fall war Wilhelm Canaris ein Meister der Tarnung (und Täuschung), der bis heute Rätsel aufgibt.


Daten

 


 
Die Militärische Laufbahn
 
1. April 1905 Eintritt in die Kaiserliche Marine als Seekadett (Crew 1905)
7. April 1906 Fähnrich zur See
28. September 1908 Leutnant zur See
29. August 1910 Oberleutnant zur See
16. November 1915 Kapitänleutnant
1. Januar 1924 Korvettenkapitän
1. Juni 1929 Fregattenkapitän
1. Oktober 1931 Kapitän zur See
1. Mai 1935 Konteradmiral
1. April 1938 Vizeadmiral
1. Januar 1940 Admiral
30. Juni 1944 verabschiedet

 
Seine Auszeichnungen
 
Ehrenkreuz für Frontkämpfer
U-Boots-Kriegsabzeichen (1918)
Kriegsverdienstkreuz mit Schwertern 2. und 1. Klasse
Eisernes Kreuz (1914) 2. und 1. Klasse
Eisernes Kreuz (1939) 2. und 1. Klasse (Wiederholungsspange)
Deutsches Kreuz in Silber


Nachruf

 

Nachsatz

4. April 1945 - Zwei Soldaten entdecken in einem Panzerschrank der Abwehr in Zossen bei Berlin, die lange gesuchten Privattagebücher von Canaris.

5. April 1945 - Diese Tagebücher wurden von Ernst Kaltenbrunner, ( Chef der Sicherheitspolizei und des SD ), Hitler persönlich vorgelegt.

Hitler befahl die „sofortige Vernichtung der Verschwörer“.

9. April 1945 - KZ Flossenburg, Canaris wird hingerichtet!

Canaris' Geschichte wurde unter der Regie von Alfred Weidenmann verfilmt.
Der Film erschien 1954 unter dem Titel „Canaris“ in den Kinos.
In der Titelrolle war O.E. Hasse zu sehen, die weibliche Hauptrolle spielte Barbara Rütting.


Quellen

Die Bücher….
Canaris.
von Karl Heinz Abshagen
Verlag: Stuttgart, Union Deutsche Verlagsgesellschaft
ASIN: B00275TDCC

Canaris: Hitlers Abwehrchef
von Michael Mueller
Verlag: List Tb.
ISBN-10: 3548607667
ISBN-13: 978-3548607665

Im Internet:
( Zugriffe auf Wiki, http://www.marine.de, http://www.dhm.de, http://www.shoa.de, http://www.storiain.net, http://www.bibl.u-szeged.hu, http://www.go2war2.nl und http://www.canaris.dk )

Autor: Tiwaz


Das Thema

Victor Otto Oehrn

 

Das Ass ohne Namen

 

 

Ritterkreuzträger Victor Oehrn


Lebenslauf

Victor Otto Oehrn wurde in Kedaberg in Südrussland am 21. Oktober 1907 geboren. Sein Geburtsort unterscheidet ihn von anderen Offizieren, denn er war Auslandsdeutscher. Sein Vater war Direktor bei Siemens, er war im Kaukasus tätig. Der kleine Victor wuchs unter angenehmen Umständen auf.
Oehrn spricht perfekt Russisch. Seine Liebe galt Russland und nicht der Sowjetunion.1921 vertrieben die Bolschewiken die Familie unter Todesandrohungen aus dem Land.
Die Vorstellung von einem Großdeutschland in dem alle Deutschstämmigen sicher leben konnten Gefiel Oehrn.
Die Familie zog in die Umgebung von Berlin. Mit 19 Jahren trat er in die Reichsmarine ein. Er war Mitglied der Crew 27. Seinen Grundwehrdienst verrichtete er in Dönholm einer verlassenen Insel an der Ostseeküste.
Nach der Grundausbildung und der Marineschule Mürwik bekam er als junger Offizier seine erste Verwendung auf den leichten Kreuzer Königsberg.
Danach folgte eine Landverwendung als Kompanieoffizier in Dönholm und ein Einsatz auf dem leichten Kreuzer Karlsruhe. Die Karlsruhe war ein Vorzeigeschiff, sie machte zahlreiche Weltumrundungen. Oehrn stieß erst 1934 zur U-Bootwaffe, er gehörte zu den 12 Kommandanten der Flottille Weddingen.
Im Januar 1936 übernahm er das Kommando über U-14. Es war ein 250 ts großes Küstenboot.
Er führte das Boot gut 2 Jahre. Nach der Zeit auf U- 14 wurde er Kompaniechef an der Marineschule Mürwik. Er durchlief außerdem eine formale Ausbildung an der U- Bootschule in Neustadt und genoss eine Ausbildung zum Admiralstabsoffizier.
Als der Krieg begann wurde Oehrn 1. Admiralstabsoffizier, damit war er verantwortlich für die Planung von U-Boot- Operationen.
Der bekannteste U-Boot Einsatz des gesamten Krieges war der Einbruch in der Reede der Royal Navy von Scapa Flow durch Günter Prien im Oktober 1939 und die darauf folgende Versenkung des Schlachtschiffes Royal Oak. Diese Unternehmen plante Oehrn von Anfang bis Ende.
Für Günter Prien brachte es das Ritterkreuz, für Victor Oehrn das Eiserne Kreuz 2.Klasse. Das er aber erst anlegte nachdem Dönitz es befohlen hatte. Für Oehrn war es ein Tapferkeitsorden, den er nicht verdient hatte, weil er nicht an der Front eingesetzt war. Er wollte unbedingt zur Front versetzt werden. Aber sein Gesuch wurde abgelehnt.

 

 

Kptlt. Oehrn mitten unter der Mannschaft von U-37.


Kriegseinsatz

Erst nach dem Norwegenfeldzug in der die Kampfmoral der U-Boote durch Torpedoversager sank, bekam er das Kommando über U-37 ein Boot vom Typ IX, es war der 10. Mai 1940.
26 Tage dauerte seine 1. Feindfahrt, er versenkte 10 Schiffe mit 41.000 BRT. Seine 2. Feindfahrt begann im August 1940 sie endete 29 Tage später, wieder konnte er Erfolge verbuchen. Er versenkte diesmal 8 Schiffe mit 33.000 BRT. Oehrn beendete seine dritte und letzte Feindfahrt am 22. Oktober 1940, er versenkte 6 Schiffe mit 30.000 BRT.
Die Summe seiner Erfolge betrug damit 24 Schiffe mit 104.000 BRT. Er bekam das Ritterkreuz verliehen.
Er war jetzt ein Ass, aber er bewegte sich immer im Schatten von Kretschmer, Prien, Schepke, Topp, Frauenheim und Schütze.
Ende Oktober 1940 gab er sein Kommando von U-37 ab, er wurde wieder Stabsoffizier, diesen Posten behielt er 13 Monate, im Oktober 1941 befahl Hitler das einige U-Boote von Atlantik ins Mittelmeer zu führen. Um dort das schwer kämpfende Afrikakorps zu entlasten. Im Februar 1942 wurde Oehrn zum Führer der U-Boote in Italien ernannt. Außerdem wurde er Korvettenkapitän.
Im Mai 1942 bereitete Erwin Rommel seine Truppen auf den Angriff auf Tobruk vor.
Oehrn lernte Rommel auf einer Besprechung in Derna kennen und schätzen, er verehrte ihn.
Nach der Einnahme von Tobruk ging es weiter bis nach El Alamein es war der 13. Juli 1942, Oehrn war mit Rommel in seinem Hauptquartier verabredet. Er war auf den Weg dorthin, als plötzlich aus dem nichts hinter einer Sanddüne ein australischer Spähtrupp hervorkam.

 

 

Korvkpt. Oehrn während seines Afrika-Einsatzes

Die Australier eröffneten auf den fliehenden Oehrn das Feuer. Er wurde von 5 Kugeln in Schulter, Hüfte und ins Bein getroffen. Sie nahmen ihn gefangen.
Er wurde nach Ägypten gebracht, dort wurde er operiert. Er schwebte viele Wochen zwischen Bewusstlosigkeit und Wach sein. Er wachte erst am 28. August 1942 wieder auf, seine Wunden heilten nur langsam.
Im Frühjahr 1943 konnte er wieder laufen. Die Wochen vergingen inzwischen hatte die U-Boot Waffe an Bedeutung verloren. Eine Kommission vom Roten Kreuz schlug einen Gefangenaustausch vor.
Am 15. November 1943 kehrte Victor Oehrn humpelnd in den Dienst von Karl Dönitz zurück.
Eine lange Reise war beendet.

Quellen

Buch: Jordan Vause unveröffentlichte Memoiren. Theodore P.Savas Lautlose Jäger ISBN 3-548-25202-2.
Buch: Aufzeichnungen von Victor Oehrn.
uboat.net (Zugriff 29.07.09)

Autor: Karaya234


Das Thema

Joachim Schepke

 


Daten


 
Lebenslauf
 
08.03.1912
Geboren in Flensburg
01.04.1930
Eintritt in die Reichsmarine (Crew 30)
01.04.1930 - 30.06.1930
Infanterieausbildung bei der 5.Komp./II.Abt.S.St.Div. der Ostsee in Stralsund
01.04.1930 - 09.10.1930
Bordausbildung auf dem Segelschulschiff SSS Niobe
10.10.1930 - 04.01.1932
Bordausbildung auf dem Leichten Kreuzer Emden
05.01.1932 - 31.03.1932
Infanterielehrgang für Fähnriche bei der II.Abt.S.St.Div. der Ostsee, Stralsund
01.04.1932 - 28.03.1933
Hauptlehrgang für Fähnriche auf der Marineschule Flensburg-Mürwik /
Navigationsbelehrungsfahrt auf dem Vermessungsschiff METEOR /
Segelbelehrungsfahrt auf dem Schiff ALBATROS
29.03.1933 - 22.04.1933
Sperrlehrgang für Fähnriche bei der Sperrschule Kiel-Wik
23.04.1933 - 28.06.1933
Artillerielehrgang für Fähnriche bei der S.A.S. Kiel-Wik
29.06.1933 - 18.08.1933
Torpedolehrgang für Fähnriche auf der Torpedoschule Flensburg-Mürwik
19.08.1933 - 31.08.1933
Fla-Waffenlehrgang für Fähnriche bei der Küstenartillerieschule Wilhelmshaven
01.09.1933 - 01.10.1933
01.10.1933: Nachrichtenlehrgang für Fähnriche
auf der Nachrichtenschule Flensburg -Mürwik
02.10.1933 - 04.03.1934
Bordausbildung auf dem Panzerschiff Deutschland
05.03.1934 - 10.03.1934
Luftschutzlehrgang für Fähnriche bei der Marineschule Warnemünde
11.03.1934 - 26.09.1934
Bordausbildung auf dem Panzerschiff Deutschland
27.09.1934 - 21.12.1934
Torpedolehrgang bei der Torpedoschule Flensburg-Mürwik
22.12.1934 - 30.09.1935
Borddienst auf dem Panzerschiff Deutschland
01.10.1935 - 20.12.1935
U-Schüler auf der U-Bootschule
21.12.1935 - 05.01.1936
z.Vfg. Kommandeur U-Flottille Weddigen
06.01.1936 - 18.01.1936
F.T.O.-Lehrgang bei der Nachrichtenschule Flensburg-Mürwik
19.01.1936 - 11.10.1936
WO auf U 13 / U-Flottille Weddigen
12.10.1936 - 30.03.1937
Kompanieoffizier bei der III. S.St.Abt./Ostsee
31.03.1937 - 28.10.1938
Lehrer bei der Torpedoschule Flensburg-Mürwik
29.10.1938 - 02.01.1940
Kommandant von U 3 / U-Bootsschulverband
03.01.1940 - 30.04.1940
Kommandant von U 19 / 1.U-Flottille
01.05.1940 - 18.05.1940
z.Vfg. Kommandeur 1.U-Flottille
19.05.1940 - 29.05.1940
Baubelehrung für U 100 bei U-Boote Ostsee
30.05.1940 - 17.03.1941
Kommandant von U 100 / 7.U-Flottille
17.03.1941
Gefallen im Nordatlantik südostwärts von Island

 


 
Beförderungen
 
09.10.30 Seekadett
01.01.32 Fähnrich zur See
01.04.34 Oberfähnrich zur See
01.10.34 Leutnant zur See
01.06.36 Oberleutnant zur See
01.06.39 Kapitänleutnant

 
Auszeichnungen
 
01.06.39 Eisernes Kreuz II. Klasse
03.01.40 U-Boots-Kriegsabzeichen 1939
27.02.40 Eisernes Kreuz I. Klasse
24.09.40 Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes
01.12.40 Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes

 
Nennungen im Wehrmachtsbericht
29.08.1940
22.09.1940
21.10.1940
26.11.1940
20.12.1940
25.04.1941


Lebenslauf

Joachim Schepke wurde am 8.März 1912 als Sohn eines Marineoffiziers in Flensburg geboren. Er trat am 1.April als Seeoffiziersanwärter in die Reichsmarine ein und gehörte damit zur später berühmten Crew 30. Seine Karriere begann mit der Infanterieausbildung in Stralsund. Nach der Infanterieausbildung wurde er auf das Segelschulschiff SSS Niobe versetzt, wo er seine erste Bordausbildung begann.
Im Oktober 1930 wurde er zu seiner nächsten Bordausbildung auf den leichten Kreuzer Emden versetzt, wo er bis zum Januar 1932 seinen Dienst verrichtete.
Am 1.Januar 1932 wurde er zum Fähnrich zur See befördert, worauf am 5. Januar 1932 der Infanterielehrgang für Fähnriche in Stralsund folgte.
Nach dem Abschluss, absolvierte Schepke den Hauptlehrgang für Fähnriche auf der Marineschule Flensburg-Mürwik wo er unter anderem auf dem Vermessungsschiff Meteor und der Albatros, seine Navigations.- und Segelbelehrungsfahrten absolvierte.
Es folgten Sperr.- und Artillerielehrgang in Kiel-Wik, sowie der Torpedolehrgang in Flensburg-Mürwik, Waffenlehrgang bei der Küstenartillerieschule Wilhelmshaven und der Nachrichtenlehrgang auf der Nachrichtenschule Flensburg -Mürwik.
Nach erfolgreichem Bestehen der Lehrgänge für Fähnriche zur See, wurde Joachim Schepke am 2. Oktober 1933 auf das Panzerschiff Deutschland zu seiner nächsten praktischen Bordausbildung versetzt.
Die Bordausbildung auf dem Panzerschiff Deutschland dauerte mit einigen Unterbrechungen, wo er weitere Lehrgänge für Fähnriche besuchte, bis zum 30. September 1935. Am 1.April 1934 wurde er zum Oberfähnrich zur See befördert. Nach den zwei Jahren an Bord der Deutschland, wurde Schepke am 1.Oktober 1934 zum Leutnant zur See befördert und als U-Schüler zur U-Bootschule versetzt. Nach dem erfolgreichem Abschluss, wurde er Mitglied der U-Flottille Weddigen.
Ein letzter Lehrgang bei der Nachrichtenschule Flensburg-Mürwik musste absolviert werden, bevor Schepke als WO auf U-13 seinen ersten U-Boot Dienst antrat.
Wärend der Zeit auf U-13, ein Boot vom Typ II B "Einbaum" wurde Joachim Schepke am 01.06.1936, zum Oberleutnant zur See befördert.
Am 31.03.1937 wurde Schepke Lehrer bei der Torpedoschule Flensburg-Mürwik.
Nach diesen 18 Monaten als Ausbilder, bekam Schepke am 29.Oktober 1938 sein erstes Kommando auf dem U-Boot U-3 (Typ II A), welches dem U-Bootsschulverband angehörte und mit dem er, in den ersten Kriegsmonaten des 2. Weltkrieges seine erste Versenkung feierte. Er wurde am 01.06.1939 zum Kapitänleutnant befördert und erhielt am gleichen Tag das Eisernes Kreuz II. Klasse, für seine Aufopferung innerhalb der Marine sowie der Hingabe speziell für die U-Bootwaffe.

 

 

 

Joachim Schepke auf See


2. Weltkrieg

Als am 01.09.1939 der zweite Weltkrieg ausbrach, war Joachim Schepke mit U-3 bereits mit der Versorgung des Bootes beauftragt worden.
U-3 lief am 4.September 1939 um 20.00 Uhr aus Wilhelmshaven zu seiner ersten Feindfahrt aus.
Auf dieser fünf Tage dauernden Unternehmung in die Nordsee wurden keine Schiffe versenkt.
Es folgte eine weitere Feindfahrt in der ebenfalls keine Versenkungen zu buche standen.
Auf der dritten Feindfahrt, die mit dem auslaufen am 27.September 1939 um 12.20 Uhr aus Wilhelmshaven begann, wurden vor Südnorwegen am 30.September 1939, zwei Handelsschiffe mit 2.348 BRT versenkt. Dies waren die ersten Versenkungen von Joachim Schepke. Nach dieser dritten Feindfahrt, die am 03.10.1939 mit dem Einlaufen in Kiel endete, wurde Schepke am 03.01.1940, das Kommando über U-19 übertragen, sowie mit dem U-Boots-Kriegsabzeichen 1939 ausgezeichnet. U-19 war ein Boot vom Typ II B, welches in Kiel stationiert war.

Mit dem neuen Kommando auf U-19, lief Schepke am 04.01.1940 aus Kiel, zu seiner vierten Feindfahrt aus. Dies erste Feindfahrt mit U-19 endete mit dem wieder Einlaufen in Kiel am 12. Januar 1940. Es wurde ein Schiffe mit 1.343 BRT, vor der schottischen Küste, versenkt. Es folgten die fünfte Feindfahrt, in der vier Handelsschiffe mit 8.855 BRT, vor der britischen Nordküste und der Nordsee, versenkt wurden und endete mit dem Einlaufen in Wilhelmshaven am 28.01.1940. Auf der sechsten Feindfahrt, die am 14.02.1940 begann und ohne Versenkungen oder Beschädigungen mit dem Wiedereinlaufen am 26.02.1940, in Wilhelmshaven endete. Am 27.02.40 wurde Joachim Schekpe das Eisernes Kreuz I. Klasse verliehen.
Die siebente Feindfahrt hingegen war wieder recht erfolgreich. Sie begann am 14.März 1940 um 18.40 Uhr von Wilhelmshaven aus Richtung Nordsee. Es wurden vier Schiffe mit 5.517 BRT versenkt. Auf der achten Feindfahrt, die am 03.04.1940 begann und am 23.04.1940 mit dem Einlaufen in Kiel endete, wurden erneut keine Handelsschiffe versenkt oder beschädigt.
Dieses war zugleich die letzte Feindfahrt auf U-19, denn Schepke sollte ein Boot vom Typ VII B übernehmen, welches am 30.Mai 1940 in Dienst gestellt wurde.
Das neue Boot U-100 gehörte nach seiner Indienststellung am 30.Mai 1940 bis zum 8.August 1940, unter dem Kommando von Schepke, als Ausbildungsboot zur 7. U-Flottille in Kiel.

 

 

 

U-100


Die erste Feindfahrt mit U-100 ist die neunte Feindfahrt für Joachim Schepke und Teilen seiner alten Besatzung.
U-100 lief am 9.August 1940 um 16.00 Uhr von Kiel aus, versenkte auf dem Weg zum neuen Stützpunkt Lorient, im Nordatlantik und dem Nordkanal, sechs Schiffe mit 25.812 BRT und beschädigte ein Schiff mit 5.498 BRT. Schepke lief mit U-100 am 1. September 1940 um 18.50 Uhr in Lorient ein. Lorient war fortan der Heimathafen von U-100. Dieses war bis jetzt Schepkes erfolgreichste Feindfahrt.

 

 

 

Die Besatzung von U-100


Die zweite Feindfahrt mit U-100 und somit Schepkes zehnter, begann mit dem Auslaufen aus Lorient am 11.09.1940. Operationsgebiet war der Nordatlantik sowie westlich des Nordkanals und Irlands. U-100 versenkte auf dieser Feindfahrt am 21.September und 22.September, sieben Schiffe mit 50.340 BRT ehe Schepke am 25.September 1940 um 10.45 Uhr wieder in Lorient einlief. Zuvor wurden dem BDU per Funkspruch die Versenkungserfolge gemeldet, und ein Tag vor dem Einlaufen, entschied die Führung, das Joachim Schepke mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet werden soll, was am 25.September 1940 erfolgte. Nach einigen Tagen im Fronturlaub, lief Schepke am 12.Oktober 1940, zu seiner elften Feindfahrt, in den Nordatlantik aus. Nach dem Wiedereinlaufen am 23.10.1040 in Lorient, standen erneut drei versenkte Schiffe mit 19.900 BRT sowie drei beschädigte Schiffe mit 11.731 BRT, auf dem Konto.

 

 

 

Das Emblem von U-100


Nur eine Woche später, lief Schepke zu seiner zwölften Feindfahrt aus. Am 7.November 1940 um 11.30 Uhr legte U-100 ab und nahm, wie auf den letzten Feindfahrten auch, Kurs Richtung Nordatlantik. Erneut konnte Schepke sieben Schiffe mit 24.601 BRT versenken und schraubte damit die Versenkungszahlen in bis dato, unbekannte Höhen.
Nach dem Wiedereinlaufen in Lorient, am 27.November 1940 um 15.30 Uhr, wurde Joachim Schepke am 01.12.1940 mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Er ist damit der dritte U-Boot-Kommandant, der nach Prien und Kretschmer diese Auszeichnung erhielt. Am 2. Dezember 1940 um 17.30 lief U-100 zu seiner fünften und damit zu Schepke´s dreizehnten Feindfahrt aus. Auf dieser 26 Tage dauernden Unternehmung in den Nordatlantik, wurden drei Schiffe mit 17.166 BRT versenkt. Diese waren die letzten Versenkungen von Joachim Schepke und U-100. Am 1. Januar 1941 lief U-100 in Kiel ein.

 

 

 

Joachim Schepke war der beliebteste unter den "Assen"


Joachim Schepke fuhr nach einem längeren Fronturlaub, mit Besuchen bei der Familie, nach Berlin. Hier sprach Schepke unter anderem, im Berliner Sportpalast im Februar 1941, vor tausenden Berliner Schulkindern über den U-Bootkrieg. Joachim Schepke tätigte in dieser Zeit einige solcher "Veranstaltungen" für die Propaganda des NS Regimes. Da Schepke, im Gegensatz zu Prien und Kretschmer, den anderen beiden Assen, überzeugter Nationalsozialist war. Er war bei der Führung dementsprechend, der beliebteste der U-Boot-Kommandant.
Auch beim Volk war er der Beliebteste. Er wurde auch oft "Ihrer Majestät bestaussehender Offizier" genannt. Joachim Schepke schrieb und veröffentlichte sogar 1940 ein von ihm selbst illustriertes Buch "U-Boot-Fahrer von heute", welches rassistische Abschnitte im Geiste des Nationalsozialismus enthält.

 

 

 

Joachim Schepke bei der Rede im Berliner Sportpalast im Februar 1941


Schepke fuhr zurück nach Kiel um seine vierzehnte Feindfahrt anzutreten. Dieses war seine letzte Feindfahrt.
U-100 lief am 9. März 1941 von Kiel, Richtung Nordatlantik aus. In der Nacht des 17. März 1941, wurde U-100 beim erfolgreichen Angriff auf den Geleitzug HX-112, von den beiden britischen Zerstörern, der V+W Klasse, HMS Walker und HMS Vanoc mit Wasserbomben angegriffen. Der Zerstörer HMS Walker verfolgten das Boot und beschädigten es schwer. U-100 wurde durch das Radar von der HMS Vanoc geortet, während Schepke versuchte sich aufgetaucht und im Schutz der Dunkelheit sowie bei den schlechten Wetterverhältnissen, über Wasser aus dem Gefecht zu entziehen. Die HMS Walker und HMS Vanoc rammten das aufgetauchte U-Boot und versenkten es durch das Rammen. Das Boot ging kurz darauf unter. Schepke wurde zwischen dem Schanzkleid des Turms und dem Sehrohrsockel eingeklemmt und getötet. Neben Joachim Schepke starben auch siebenunddreißig Besatzungsmitglieder bei dem Manöver.
Fünf Besatzungsmitglieder konnten gerettet werden. U-100 sank im Planquadrat AE 8986. Es war das erste U-Boot, das durch erfolgreiche Radarortung, versenkt wurde.

 

 

 

HMS Vanoc

 

 

HMS Walker


Feindfahrten I

 
Feindfahrten Teil I
 
01. Feindfahrt
U-3
am 04.09.1939 ausgelaufen aus Wilhelmshaven, wieder eingelaufen am 08.09.1939 in Wilhelmshaven nach 5 Tagen auf See
02. Feindfahrt
U-3
am 13.09.1939 ausgelaufen aus Wilhelmshaven, wieder eingelaufen am 24.09.1939 in Wilhelmshaven nach 12 Tagen auf See
03. Feindfahrt
U-3
am 27.09.1939 ausgelaufen aus Wilhelmshaven, wieder eingelaufen am 03.10.1939 in Kiel nach 7 Tagen auf See
04. Feindfahrt
U-19
am 04.01.1940 ausgelaufen aus Kiel, wieder eingelaufen am 12.01.1940 in Kiel nach 9 Tagen auf See
05. Feindfahrt
U-19
am 18.01.1940 ausgelaufen aus Kiel, wieder eingelaufen am 28.01.1940 in Wilhelmshaven nach 11 Tagen auf See
06. Feindfahrt
U-19
am 14.02.1940 ausgelaufen aus Wilhelmshaven, wieder eingelaufen am 26.02.1940 in Wilhelmshaven nach 13 Tagen auf See
07. Feindfahrt
U-19
am 14.03.1940 ausgelaufen aus Wilhelmshaven, wieder eingelaufen am 23.03.1940 in Wilhelmshaven nach 10 Tagen auf See
08. Feindfahrt
U-19
am 03.04.1940 ausgelaufen aus Wilhelmshaven, wieder eingelaufen am 23.04.1940 in Kiel nach 21 Tagen auf See
09. Feindfahrt
U-100
am 09.08.1940 ausgelaufen aus Kiel, wieder eingelaufen am 01.09.1940 in Lorient nach 24 Tagen auf See
10. Feindfahrt
U-100
am 11.09.1940 ausgelaufen aus Lorient, wieder eingelaufen am 25.09.1940 in Lorient nach 15 Tagen auf See
11. Feindfahrt
U-100
am 12.10.1940 ausgelaufen aus Lorient, wieder eingelaufen am 23.10.1940 in Lorient nach 12 Tagen auf See
12. Feindfahrt
U-100
am 07.11.1940 ausgelaufen aus Lorient, wieder eingelaufen am 27.09.1940 in Lorient nach 21 Tagen auf See
13. Feindfahrt
U-100
am 02.12.1940 ausgelaufen aus Lorient, wieder eingelaufen am 01.01.1941 in Kiel nach 31 Tagen auf See
14. Feindfahrt
U-100
am 09.03.1941 ausgelaufen aus Kiel, versenkt worden am 17.03.1941 nach 9 Tagen auf See


Feindfahrten II

 
Feindfahrten Teil II
 
 
U-3
Erste Feindfahrt
Keine Versenkungen oder Beschädigungen
Zweite Feindfahrt
Keine Versenkungen oder Beschädigungen
Dritte Feindfahrt
Zwei Schiffe mit 2.348 BRT versenkt
 
U-19
Vierte Feindfahrt
Ein Schiffe mit 1.343 BRT versenkt
Fünfte Feindfahrt
Vier Schiffe mit 8.855 BRT versenkt
Sechste Feindfahrt
Keine Versenkungen oder Beschädigungen
Siebente Feindfahrt
Vier Schiffe mit 5.517 BRT versenkt
Achte Feindfahrt
Keine Versenkungen oder Beschädigungen
 
U-100
Neunte Feindfahrt
Sechs Schiffe mit 25.812 BRT versenkt,
sowie ein Schiff mit 5.498 BRT beschädigt
Zehnte Feindfahrt
Sieben Schiffe mit 50.340 BRT versenkt
Elfte Feindfahrt
Drei Schiffe mit 19.900 BRT versenkt,
sowie drei Schiffe mit 11.731 BRT beschädigt
Zwölfte Feindfahrt
Sieben Schiffe mit 24.601 BRT versenkt
Dreizehnte Feindfahrt
Drei Schiffe mit 17.166 BRT versenkt
Vierzehnte Feindfahrt
Keine Versenkungen oder Beschädigungen


Feindfahrten III

 

 
Feindfahrten Teil III
 
 
U-3
Erste Feindfahrt
Versenkungen oder Beschädigungen
Zweite Feindfahrt
Keine Versenkungen oder Beschädigungen
Dritte Feindfahrt
30. September 1939:

Versenkung, Gun mit 1.198 BRT, schwedisches Handelsschiff
Versenkung, Vendia mit 1.150 BRT, dänisches Handelsschiff

 
U-19
Vierte Feindfahrt
9. Januar 1940:

Versenkung, Manx mit 1.343 BRT, norwegisches Handelsschiff

Fünfte Feindfahrt
23. Januar 1940:

Versenkung, Baltanglia mit 1.523 BRT, britisches Handelsschiff
Versenkung, Pluto mit 1.598 BRT, norwegisches Handelsschiff

25. Januar 1940:

Versenkung, Everene mit 4.434 BRT, lettisches Handelsschiff
Versenkung, Gudveig mit 1.300 BRT, norwegisches Handelsschiff

Sechste Feindfahrt
Keine Versenkungen oder Beschädigungen
Siebente Feindfahrt
19. März 1940:
Versenkung, Charkow mit 1.026 BRT, dänisches Handelsschiff
Versenkung, Minsk mit 1.229 BRT, dänisches Handelsschiff

20. März 1940:

Versenkung, Bothal mit 2.109 BRT, dänisches Handelsschiff
Versenkung, Viking mit 1.153 BRT, dänisches Handelsschiff

Achte Feindfahrt
Keine Versenkungen oder Beschädigungen
 
U-100
Neunte Feindfahrt
16. August 1940:

Versenkung, Empire Merchant mit 4.864 BRT, britisches Handelsschiff

25. August 1940:

Versenkung, Jamaica Pioneer mit 5.471 BRT, britisches Handelsschiff

29. August 1940:

Versenkung, Alida Gorthon mit 2.373 BRT, schwedisches Handelsschiff
Versenkung, Astra II mit 2.393 BRT, britisches Handelsschiff
Versenkung, Dalblair mit 4.608 BRT, brittisches Handelsschiff
Versenkung, Empire Moose mit 6.103 BRT, britisches Handelsschiff
Beschädigung, Hartismere mit 5.498 BRT, britisches Handelsschiff

Zehnte Feindfahrt
21. September 1940:

Versenkung, Canonesa mit 8.286 BRT, britisches Handelsschiff
Versenkung, Dalcairn mit 4.608 BRT, britisches Handelsschiff
Versenkung, Torinia mit 10.364 BRT, britischer Tanker

22. September 1940:

Versenkung, Empire Airman mit 6.586 BRT, britisches Handelsschiff
Versenkung, Frederick S. Fales mit 10.525 BRT, britischer Tanker
Versenkung, Scholar mit 3.940 BRT, britisches Handelsschiff
Versenkung, Simla mit 6.031 BRT, norwegisches Handelsschiff

Elfte Feindfahrt
18. Oktober 1940:

Beschädigung, Boekelo mit 2.118 BRT, niederländisches Handelsschiff
Beschädigung, Shekatika mit 5.458 BRT, britisches Handelsschiff

19. Oktober 1940:

Beschädigung, Blairspey mit 4.155 BRT, britisches Handelsschiff

20. Oktober 1940

Versenkung, Caprella mit 8.230 BRT, britischer Tanker
Versenkung, Loch Lomond mit 5.452 BRT, britisches Handelsschiff
Versenkung, Sitala mit 6.218 BRT, britischer Tanker

Zwölfte Feindfahrt
23. November 1940:

Versenkung, Bradfyne mit 4.740 BRT, britisches Handelsschiff
Versenkung, Bruse mit 2.205 BRT, norwegisches Handelsschiff
Versenkung, Bussum mit 3.636 BRT, niederländisches Handelsschiff
Versenkung, Justitia mit 4.562 BRT, britisches Handelsschiff
Versenkung, Leise Maersk mit 3.136 BRT, britisches Handelsschiff
Versenkung, Ootmarsum mit 3.628 BRT,niederländisches Handelsschiff
Versenkung, Salonica mit 2.694 BRT, norwegisches Handelsschiff

Dreizehnte Feindfahrt
14. Dezember 1940:

Versenkung, Euphorbia mit 3.380 BRT, britisches Handelsschiff
Versenkung, Kyleglen mit 3.670 BRT, britisches Handelsschiff

18. Dezember 1940:

Versenkung, Napier Star mit 10.116 BRT, britisches Handelsschiff

Vierzehnte Feindfahrt
Keine Versenkungen oder Beschädigungen

Gesamtbilanz
37 versenkte Schiffe (Handelsschiffe und Tanker) mit 155.882 BRT
4 beschädigte Schiffe (Handelsschiffe) mit 17.229 BRT


Quellen

http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Hauptseite# (Zugriff 30.07.09)
http://www.ritterkreuztraeger-1939-45.de/ (Zugriff 30.07.09)
http://uboat.net/ (Zugriff 30.07.09)
http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/ (Zugriff 30.07.09)
http://www.deutsche-marinesoldaten.de/ (Zugriff 30.07.09)
http://www.uboatnet.de/ (Zugriff 30.07.09)

Autor: Adhesive


Das Thema

Otto Kretschmer

 


Lebenslauf

 
Lebenslauf
 
01.05.1912
Geboren in Heidau (Niederschlesien)
01.04.1930
Eintritt in die Reichsmarine (Crew 30)
04.1930
Versetzung auf das Segelschulschiff Niob
08.1930
Versetzung auf den Leichten Kreuzer Emden
09.10.1930
Beförderung zum Seekadett
01.01.1932
Beförderung zum Fähnrich zur See
01.04.1934
Beförderung zum Oberfähnrich zur See
01.10.1934
Beförderung zum Leutnant zur See
01.12.1934
Versetzung auf den Leichten Kreuzer Köln, Bordkommando
01.01.1936
Versetzung zur U-Bootflotte, Beginn der Kommandantenausbildung
01.06.1936
Beförderung zum Oberleutnant zur See
31.07.1937
Versetzung auf das Ausbildungsboot U-35 als 2.Wachoffizier
und später als Kommandant
01.10.1937
Versetzung auf U-23 als Kommandant
01.06.1939
Beförderung zum Kapitänleutnant
17.10.1939
Verleihung des Eisernen Kreuzes II. Klasse
09.11.1939
Verleihung des U-Boot-Kriegsabzeichen
26.10.1939
Verleihung der
Medaille zur Erinnerung an die Heimkehr des Memellandes
09.11.1939
Verleihung des Eisernen Kreuzes I. Klasse
20.12.1939
Verleihung derMedaille zur Erinnerung an den 1. Oktober 1938
18.04.1940
Versetzung auf U-99 als Kommandant
04.08.1940
Verleihung des Ritterkreuzes
04.11.1940
Verleihung des Ritterkreuzes mit Eichenlaub
17.03.1941
Kriegsgefangenschaft
19.03.1941
Beförderung zum Korvettenkapitän
(mit Wirkung vom 01. März 1941)
26.12.1941
Verleihung des Ritterkreuzes mit Eichenlaub und Schwertern
(In Kriegsgefangenschaft)
01.09.1944
Beförderung zum Fregattenkapitän
(In Kriegsgefangenschaft)
1947
Aus der Kriegsgefangenschaft entlassen
01.12.1955
Eintritt in die Bundeswehr im Range des Fregattenkapitäns
12.12.1958
Beförderung zum Kapitän zur See
15.12.1965
Beförderung zum Flottillenadmiral
1970
Ausscheiden aus dem militärischen Dienst
05.08.1998
gestorben in Straubing,
nach einem Sturz mit schweren Kopfverletzungen


Militärische Laufbahn

 

 

Otto Kretschmer war der erfolgreichste U-Boot-Kommandant im Zweiten Weltkrieg und der erste Marineoffizier, dem das Ritterkreuz mit Eichenlaub und Schwertern verliehen wurde. Kretschmer wurde am 1. Mai 1912 in Heidau, Niederschlesien geboren.
Nachdem er 1930 als Seekadett in die Reichsmarine eintrat, erfolgte die Ausbildung auf dem Segelschulschiff Niobe und dem Leichten Kreuzer Emden.

 

Leichten Kreuzer Emden

 

 


Am 1. Oktober 1934 wurde er zum Leutnant zur See befördert, woraufhin er auf den Leichten Kreuzer Köln sein erstes Bordkommando erhielt.

 

Leichten Kreuzer Köln

 

 


Im Januar 1936 wechselte Otto Kretschmer zur U-Bootwaffe. Er wurde auf das Boot U-35 versetzt, wo er zuerst als 2.Wachoffizier und später als Kommandant diente.

 

U-35

 

 


U-35 war ein Boot vom Typ VII A welches überwiegend in spanischen Gewässern eingesetzt wurde.
Am 1. Oktober 1937 wurde Kretschmer, mittlerweile zum Oberleutnant zur See befördert, Kommandant auf U-23, ein Boot vom Typ II B.

 

U-23

 

 


Vom Begin des Krieges, bis zum Februar 1940 kommandiert Otto Kretschmer dieses Boot und versenkte 7 Schiffe mit 26.249 BRT auf acht Feindfahrten.
Hinzu kam die Versenkung des britischen Zerstörers HMS Daring mit 1375 Ts.
Seine beiden Wachoffiziere machten ebenfalls Karriere bei der U-Bootwaffe. Der 1.WO, Hans-Dietrich von Thiesenhausen, erhielt 1942 als Kapitän von U-331 das Ritterkreuz und versenkte z.B. das britische Schlachtschiff Barham mit 31.000 BRT.
2.WO Adalbert Schnee, später als Kommandant von U-201, erhielt das 105. Eichenlaub und zuletzt kommandieren U-2511 welches vom Typ XXI war.
Am 18. April übernahm Kretschmer, seit dem 1. März Kapitänleutnant das Boot U-99, vom Typ VII B.


2. Weltkrieg

U-99

 

 

 

Das charakteristische Zeichen und Emblem von U-99 war das nach unten geöffnete Hufeisen.

 


Mit diesem Boot versenkte er auf weiteren acht Feindfahrten 38 Schiffe mit 244.658 BRT, darunter drei bewaffnete Hilfskreuzer. Am 4. August 1940 bekam er das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes und am 4. November als zweiter U-Boot Kommandant, nach Günther Prien, das Ritterkreuz mit Eichenlaub verliehen.
Kretschmer war als echter "Scharfschütze" bekannt, seine Torpedos trafen aus jeder Abschusslage stets genau mittschiffs.

 

Admiral Erich Raeder bei der Verleihung des Eisernen Kreuzes im August 1940

 

 

 

U-99 Besatzung

 

 


Auf seiner 16. Feindfahrt operierte U-99 mit U-47, unter dem Kommando von Günther Prien, am 7. März 1941 an dem Geleitzug OB-293.
U-47 ging bei diesem Angriff aus ungeklärter Ursache verloren. Was auf dessen Versenkung hindeutet. Danach konnte kein Kontakt mehr mit U-47 hergestellt werden. U-99 versenkte dabei zwei große "Pötte", bevor es abgedrängt durch Zerstörer, den Geleit verlassen musste.
Am 16. März sichtete U-110, Kapitänleutnant Fritz-Julius Lemp, südöstlich von Island den Geleitzug HX-112. U-37, Nikolai Clausen, U-99 und U-100, Joachim Schepke, wurden ebenfalls "herangeführt" und bildeten einen damalig so genannten "Wolfsrudel", welches zur Abenddämmerung angriff.
U-99 drang als einziges Boot in den Konvoi ein und versenkte 5 Schiffe und torpedierte ein weiteres.
Als alle Torpedos verschossen waren, musste U-99 den Geleitzug verlassen.
Am 17. März, gegen 03.00 Uhr MEZ, sichtete Kretschmer, weit entfernt vom Konvoi, die Zerstörer HMS Walker und HMS Vanoc.
Die beiden Zerstörer hatten soeben nach langer Verfolgung U-100 versenkt.
U-99 wurde durch ein soeben eingeleitetes Tauchmanöver, von dem Zerstörer HMS Walker durch die ASDIC-Ortung entdeckt und verfolgt.
Nach langen Wasserbombenangriffen musste U-99, schwer beschädigt und mit blockierten Schrauben, auftauchen.
Otto Kretschmer musste das Boot daraufhin aufgeben und befahl das Verlassen des Bootes. Die Besatzung ging nach dem Auftauchen über Bord.
Alle Besatzungsmitglieder, bis auf den Leitenden Ing. Schroeder und zwei weitere Männer, wurden vom Zerstörer HMS Walker gerettet.

 

HMS Walker

 

 

 

HMS Vanoc

 

 


Kretschmer geriet dadurch mit seiner Besatzung in englische Kriegsgefangenschaft. Während seiner Inhaftierung, erhielt er die Nachricht über seine in Deutschland ausgesprochene Beförderung zum Korvettenkapitän. Am 26. Dezember wurden ihm, als erstem Marineoffizier, die Schwerter zum Eichenlaub verliehen. 1942 wurde Otto Kretschmer nach Kanada gebracht, wo er nun bis zum Ende des Krieges in Gefangenschaft war. Im Dezember 1947 wurde er aus der Kriegsgefangenschaft entlassen.

 

 


Nach dem Krieg studierte Kretschmer Jura.
Da er im Alter von 17, acht Monate in Exeter/England verbracht hatte, sprach er sehr gut englisch und war auch als Dolmetscher tätig. 1956 ging er im Rang des Fregattenkapitäns zur Bundesmarine. 1958 wurde er als Kapitän zur See Kommandeur der Amphibischen Gruppe. Ab 1962 gehörte Kretschmer zu einem NATO-Kommandostab. Acht Jahre später, beendete Kretschmer seiner militärischen Laufbahn als Flottillenadmiral und fungierte noch als militärischer Berater. Am 2. August 1998 erlitt Kretschmer in Straubing, nach einem Sturz von einer Schiffsplancke auf eine Mole, schwere Kopfverletzungen, voran er drei Tage später verstarb. Otto Kretschmer wurde verbrannt. Seine Asche ruht seitdem in der Nordsee.

 

Otto Kretschmer kurz vor seinem Tot

 


Otto Kretschmer versenkte insgesamt 46 Schiffe mit 272.282 BRT, beschädigte fünf Schiffe mit 37.965 BRT und brachte ein Schiff mit 2.136 BRT nach Prise ein. Trotz seiner frühen Gefangenschaft, schaffte es kein anderer Kommandant eines U-Bootes mehr BRT zu versenken als Otto Kretschmer. Er gilt deshalb als der Tonnagekönig des Zweiten Weltkrieges.
Kretschmer machte, im Gegensatz zu Joachim Schepke und Günther Prien, über seine Erfolge nie viel Aufhebens und trat auch in der Propaganda kaum in Erscheinung. Man nannte ihn deshalb "Otto den Schweigsamen". Ein recht bekannter Satz charakterisiert die Kapitäne Otto Kretschmer, Günther Prien und Joachim Schepke gut. Er besagt, dass Prien der berühmteste aller U-Boot-Kapitäne war, Schepke der beliebteste beim Volk und Kretschmer der erfolgreichste.


Feindfahrt I

 
Feindfahrten Teil I
 
01. Feindfahrt
U-23
am 25.08.1939 ausgelaufen aus Wilhelmshaven,
wieder eingelaufen am 04.09.1939 in Wilhelmshaven nach 11 Tagen auf See
02. Feindfahrt
U-23
am 09.09.1939 ausgelaufen aus Wilhelmshaven,
eingelaufen am 21.09.1939 in Kiel nach 13 Tagen auf See
03. Feindfahrt
U-23
am 29.09.1939 ausgelaufen aus Kiel,
wieder eingelaufen am 16.10.1939 in Kiel nach 18 Tagen auf See
04. Feindfahrt
U-23
am 01.11.1939 ausgelaufen aus Kiel,
wieder eingelaufen am 09.11.1939 in Kiel nach 9 Tagen auf See
05. Feindfahrt
U-23
am 05.12.1939 ausgelaufen aus Kiel,
wieder eingelaufen am 15.12.1939 in Kiel nach 11 Tagen auf See
06. Feindfahrt
U-23
am 08.01.1940 ausgelaufen aus Kiel,
eingelaufen am 15.01.1940 in Wilhelmshaven nach 8 Tagen auf See
07. Feindfahrt
U-23
am 18.01.1940 ausgelaufen aus Wilhelmshaven,
wieder eingelaufen am 29.01.1940 in Wilhelmshaven nach 12 Tagen auf See
08. Feindfahrt
U-23
am 09.02.1940 ausgelaufen aus Wilhelmshaven,
eingelaufen am 28.02.1940 in Kiel nach 20 Tagen auf See
09. Feindfahrt
U-99
am 18.06.1940 ausgelaufen aus Kiel,
eingelaufen am 25.06.1940 in Wilhelmshaven nach 8 Tagen auf See
10. Feindfahrt
U-99
am 27.06.1940 ausgelaufen aus Wilhelmshaven,
eingelaufen am 21.07.1940 in Lorient nach 25 Tagen auf See
11. Feindfahrt
U-99
am 25.07.1940 ausgelaufen aus Lorient,
wieder eingelaufen am 05.08.1940 in Lorient nach 12 Tagen auf See
12. Feindfahrt
U-99
am 04.09.1940 ausgelaufen aus Lorient,
wieder eingelaufen am 25.09.1940 in Lorient nach 22 Tagen auf See
13. Feindfahrt
U-99
am 13.10.1940 ausgelaufen aus Lorient, wieder eingelaufen am 22.10.1940 in Lorient nach 10 Tagen auf See
14. Feindfahrt
U-99
am 30.10.1940 ausgelaufen aus Lorient,
wieder eingelaufen am 08.11.1940 in Lorient nach 10 Tagen auf See
15. Feindfahrt
U-99
am 27.11.1940 ausgelaufen aus Lorient,
wieder eingelaufen am 12.12.1940 in Lorient nach 16 Tagen auf Se
16. Feindfahrt
U-99
am 22.02.1941 ausgelaufen aus Lorient,
versenkt worden am 17.03.1941 nach 24 Tagen auf See


Feindfahrt II

 
Feindfahrten Teil II
 
 
U-23
Erste Feindfahrt
Keine Versenkungen oder Beschädigungen
Zweite Feindfahrt
Keine Versenkungen oder Beschädigungen
Dritte Feindfahrt
Ein Schiff mit 876 BRT versenkt
Vierte Feindfahrt
Keine Versenkungen oder Beschädigungen, jedoch neun Minen gelegt
Fünfte Feindfahrt
Ein Schiff mit 2.400 BRT versenkt
Sechste Feindfahrt
Zwei Schiffe mit 11.667 BRT versenkt
Siebente Feindfahrt
Ein Schiff mit 1.085 BRT versenkt
Achte Feindfahrt
Zwei Schiffe mit 10.221 BRT, sowie einen Zerstörer mit 1.375 t versenkt
U-99
Neunte Feindfahrt
Keine Versenkungen oder Beschädigungen
Zehnte Feindfahrt
Sechs Schiffe mit 20.583 BRT versenkt,
sowie eine Prise mit 2.136 BRT eingebracht
Elfte Feindfahrt
Vier Schiffe mit 32.345 BRT versenkt,
sowie drei Schiffe mit 25.545 BRT beschädigt
Zwölfte Feindfahrt
Sieben Schiffe mit 25.925 BRT versenkt
Dreizehnte Feindfahrt
Sechs Schiffe mit 27.396 BRT versenkt,
sowie ein Schiff mit 3.106 BRT beschädigt
Vierzehnte Feindfahrt
Vier Schiffe mit 42.407 BRT versenkt
Fünfzehnte Feindfahrt
Vier Schiffe mit 34.291 BRT versenkt
Sechzehnte Feindfahrt
Sieben Schiffe mit 61.711 BRT versenkt,
sowie ein Schiff mit 9.314 BRT beschädigt


Feindfahrt III

 

 
Feindfahrten Teil III
 
 
U-23
Erste Feindfahrt
Keine Versenkungen oder Beschädigungen
Zweite Feindfahrt
Keine Versenkungen oder Beschädigungen
Dritte Feindfahrt
4. Oktober 1939:

Versenkung, Glen Farg mit 876 BRT, britisches Handelsschiff

Vierte Feindfahrt
Keine Versenkungen oder Beschädigungen
Fünfte Feindfahrt
8. Dezember 1939:

Versenkung, Scotia mit 2.400 BRT, dänisches Handelsschiff

Sechste Feindfahrt
11. Januar 1940:

Versenkung, Fredville mit 1.150 BRT, norwegisches Handelsschiff

12. Januar 1940:

Versenkung, Danmark mit 10.517 BRT, dänischer Tanker

Siebente Feindfahrt
24. Januar 1940:

Versenkung, Varild mit 1.085 BRT, norwegisches Handelsschiff

Achte Feindfahrt
18. Februar 1940:

Versenkung, HMS Daring (H 16) mit 1.375 t, britischer Zerstörer


19. Februar 1940:

Versenkung, Tiberton mit 5.225 BRT, britisches Handelsschiff

22. Februar 1940:

Versenkung, Loch Maddy mit 4.996 BRT, britisches Handelsschiff,
war bereits durch U-57 beschädigt worden

U-99
Neunte Feindfahrt
Keine Versenkungen oder Beschädigungen
Zehnte Feindfahrt
5. Juli 1940:

Versenkung, Magog mit 2.053 BRT, kanadisches Handelsschiff

7. Juli 1940:

Versenkung, Sea Glory mit 1.964 BRT, britisches Handelsschiff
Versenkung, Bissen mit 1.514 BRT, schwedisches Handelsschiff


8. Juli 1940:

Versenkung, Humber Arm mit 5.758 BRT, britisches Handelsschiff

12. Juli 1940:

Versenkung, Ia mit 4.860 BRT, griechisches Handelsschiff
Einbringung, Merisaar mit 2.136 BRT, estnisches Handelsschiff,
durch Prise eingebracht/gekapert,
das Schiff wurde auf dem Weg nach Bordeaux
durch die deutsche Luftwaffe versenkt

18. Juli 1940:

Versenkung, Woodbury mit 4.434 BRT, britisches Handelsschiff

Elfte Feindfahrt
28. Juli 1940:

Versenkung, Auckland Star mit 13.212 BRT, britisches Handelsschiff

29. Juli 1940:

Versenkung, Clan Menzies mit 7.336 BRT, britisches Handelsschiff

31. Juli 1940:

Versenkung, Jamaica Progress mit 5.475 BRT, britisches Handelsschiff
Versenkung, Jersey City mit 6.322 BRT, britisches Handelsschiff

2. August 1940:

Beschädigung, Strinda mit 10.973 BRT, norwegischer Tanker
Beschädigung, Lucerna mit 6.556 BRT, britischer Tanker
Beschädigung, Alexia mit 8.016 BRT, britischer Tanker

Zwölfte Feindfahrt
11. September 1940:

Albionic mit 2.468 BRT, britisches Handelsschiff

15. September 1940:

Versenkung, Kernordoc mit 1.780 BRT, kanadisches Handelsschiff

16. September 1940:

Versenkung, Lotos mit 1.327 BRT, norwegisches Handelsschiff

17. September 1940:

Versenkung, Crown Arun mit 2.372 BRT, britisches Handelsschiff

21. September 1940:

Versenkung, Baron Blythswood mit 3.668 BRT, britisches Handelsschiff
Versenkung, Invershannon mit 9.154 BRT, britischer Tanker
Versenkung, Elmsbank mit 5.156 BRT, britisches Handelsschiff

Dreizehnte Feindfahrt
18. Oktober 1940:

Versenkung, Empire Miniver mit 6.055 BRT, britisches Handelsschiff
Versenkung, Fiscus mit 4.815 BRT, britisches Handelsschiff
Versenkung, Niritos mit 3.854 BRT, griechisches Handelsschiff

19. Oktober 1940:

Versenkung, Empire Brigade mit 5.154 BRT, britisches Handelsschiff
Versenkung, Thalia mit 5.875 BRT, griechisches Handelsschiff
Versenkung, Snefjeld mit 1.643 BRT, norwegisches Handelsschiff
Beschädigung, Clintonia mit 3.106 BRT, britisches Handelsschiff

Vierzehnte Feindfahrt
3. November 1940:

Versenkung, Casanare mit 5.376 BRT, britisches Handelsschiff
Versenkung, HMS Laurentic (F 51) mit 18.724 BRT, britischer Hilfskreuzer

4. November 1940:

Versenkung, Patroclus mit 11.314 BRT, britischer Hilfskreuzer

5. November 1940:

Versenkung, Scottish Maiden mit 6.993 BRT, britischer Tanker

Fünfzehnte Feindfahrt
2. Dezember 1940:

Versenkung, HMS Forfar (F 30) mit 16.402 BRT, britischer Hilfskreuzer
Versenkung, Samnager mit 4.276 BRT, norwegisches Handelsschiff

3. Dezember 1940:

Versenkung, Conch mit 8.376 BRT, britischer Tanker

7. Dezember 1940:

Versenkung, Farmsum mit 5.237 BRT, niederländisches Handelsschiff

Sechzehnte Feindfahrt
7. März 1941:

Versenkung, Terje Viken mit 20.638 BRT, britisches Walfangmutterschiff
Versenkung, Athelbeach mit 6.568 BRT, britischer Tanker

16. März 1941:

Versenkung, Ferm mit 6.593 BRT, norwegischer Tanker
Versenkung, Beduin mit 8.136 BRT, norwegischer Tanker
Beschädigung, Franche Comte mit 9.314 BRT, britischer Tanker
Versenkung, Venetia mit 5.728 BRT, britisches Handelsschiff
Versenkung, J.B. White mit 7.375 BRT, kanadisches Handelsschiff

17. März 1941:

Versenkung, Korshamn mit 6.673 BRT, schwedisches Handelsschiff


 
Gesamtbilanz
 
42 versenkte Schiffe (Handelsschiffe und Tanker) mit 224.467 BRT
3 versenkte Hilfskreuzer mit 46.440 BRT
1 versenkter Zerstörer mit 1.375 t
5 beschädigte Schiffe (Handelsschiffe und Tanker) mit 37.965 BRT
1 Schiff nach Prise eingebracht mit 2.136 BRT


Quellen

wikipedia (Zugriff 01.08.09)
waffenhq.de (Zugriff 01.08.09)
uboat.net (Zugriff 01.08.09)
hanform.eu (Zugriff 01.08.09)
rathay-biographien.de (Zugriff 01.08.09)

Autor: Adhesive


 

Das Thema

Ein kurzer Lebenslauf des genialen Strategen der kaiserlich-japanischen Marine YAMAMOTO Isoroku

 

Hinweise:
1. Es war und ist in Ostasien üblich, bei der Namensnennung zunächst den Familiennamen und dann erst den Vornamen zu nennen. Daran habe ich mich im Folgenden gehalten. Zur besseren Kenntlichmachung habe ich die Familiennamen in Großbuchstaben geschrieben, ebenfalls Tradition in Japan bei Verwendung der englischen Schrift.
2. Die Dienstgrade sind eine direkte Übersetzung der Dienstgrad-Bezeichnungen der kaiserlich-japanischen Marine. Da es keine deckungsgleiche Entsprechung bei den NATO-Dienstgraden gibt, habe ich die Original-Bezeichnungen beibehalten.

Übersetzung aus dem Englischen von tom!

 


Lebenslauf

YAMAMOTO Isoroku

(Kanji)

Admiral YAMAMOTO Isoroku wurde am 4. April 1884 in Nagaoka, Präfektur Niigata, Honshu als TAKANO Isoroku (wörtlich „56“, Alter des Vaters bei der Geburt) geboren. Sein Vater, TAKANO Sadayoshi, war ein Samurai mittlerer Klasse, der als Schulleiter sein Geld verdiente. Isoroku war sein sechster Sohn.

 

 

Isoroku mit drei Geschwistern

Nach einer schulischen Grundbildung von 1890 bis 1900 absolvierte er ab 1901 die Marineakademie in Etajima bei Hiroshima. Bei der Zugangsprüfung hatte er das zweitbeste Ergebnis seines Jahrgangs in ganz Japan. Am 14.11.1904 erhielt er seinen Abschluss. Danach wurde er am 03.01.1905 als Marine-Leutnant 2. Klasse(Fähnrich) auf den Panzerkreuzer Nisshin versetzt. Dort diente er als Waffenspezialist und Deckoffizier. Während der Schlacht um Tsushima wurde er am 26.05.1905 verwundet und verlor zwei Finger der linken Hand. Im August 1905 wechselte er zur Marine-Artillerie-Schule und wurde nach Absolvierung des Lehrgangs zum Marine-Leutnant 1. Klasse befördert.

 

Es folgten verschiedene Einsätze im Pazifik, unter anderem auf dem Zerstörer Kagero und dem Panzerkreuzer Aso. Mit der Aso besuchte er von März bis Juli 1909 zum ersten Mal die USA. Ab 1913 besuchte er die Marinestabshochschule in Tsukiji, welche er 1916 mit Auszeichnung als Marine-Major verließ. Aufgrund dieser Leistungen bot ihm die sehr einflussreiche Clan der YAMAMOTO an, deren Clannamen als Familiennamen zu führen. Dieses Angebot nahm er an und führte danach den Namen YAMAMOTO Isoroku. Sein Weg in die Marineführung war damit vorherbestimmt. Zunächst diente er im Stab der zweiten Schlachtflotte.

Am 31.08.1918 heiratete er dann. Diese Ehe war eher als Vernunftehe zu betrachten, da er nun mal für seine Karriere eine Frau vorzuweisen hatte und diese Frau auch noch Willens sein musste, die langen Zeiten der Abwesenheit eines Marineoffiziers hinzunehmen.

 

Ab 1919 studierte er zwei Jahre lang an der Harvard University Englisch und Öl-Ingenieurwesen. Nach seiner Rückkehr lehrte er, zum Marine-Oberstleutnant befördert, an der Marinehochschule in Tsukiji und lernte Fliegen an der neu gegründeten Luftfahrtschule in Kasumigaura.

1922 diente er als 1. Offizier auf dem leichten Kreuzer Kitakami. 1923 unternahm er mit weiteren Offizieren eine Studienreise nach Europa und den USA, jetzt zum Marine-Oberst befördert. Danach wurde er Kapitän des Ausbildungsschiffs Fuji (Ex-Schlachtschiff).

Das Harvard-Studium ermöglichte es YAMAMOTO, in diplomatischen Kreisen zu verkehren. Fast schon zwangsläufig wurde er von 1925 bis 1928 als Marineattaché in die japanischen Botschaft in Washington berufen. Während dieser drei Jahre reiste er viel durch die USA und lernte die strategischen und taktischen Möglichkeiten der US-Armee und der US-Marine kennen mit Schwerpunkt Marinefliegerei.

 

 

Yamamoto Isoroku als Marineattaché in den USA, neben ihm der damalige US-Marineminister Curtis D. Wilbur


Militärische Laufbahn

Nach der Rückkehr 1928 wurde er zunächst Kapitän des leichten Kreuzers Isuzu und Ende 1928 Kapitän des Trägers Akagi. Ende 1929 erfolgte dann die Versetzung in den Generalstab der Marine.

Zum Marine-Generalleutnant befördert nahm YAMAMOTO 1930 an der Londoner Marinekonferenz teil. Nach seiner Rückkehr übernahm er Aufgaben in der Ministeriumsabteilung für Marineflieger, die er ab 1933 auch leitete. Somit war er für den Aufbau der Marineluftwaffe zuständig.

Ab Dezember 1936 wurde YAMAMOTO dann Vize-Marineminister und setzte sich in der Folgezeit für einen Ausbau der Marineluftwaffe und gegen den Bau neuer Schlachtschiffe ein. Auch gegen die Entwicklung der militärischen Situation in China engagierte er sich, da er die weltpolitischen Folgen erkannt hatte.

Nach dem Angriff auf ein US-Kanonenboot auf dem Yangtze-Fluss während des Angriffs auf Nanking entschuldigte er sich persönlich beim US-Botschafter dafür. Dies und seine politischen Einstellungen machten ihn zu einer Zielscheibe für die von der Armee unterstützten rechtsnationalistischen Kräfte in Japan. Nach Morddrohungen musste das gesamte Marineministerium unter Personenschutz gestellt werden.

Ende 1939 wurde er Kommandeur der Kido Butai (1. Mobile Trägerkampfgruppe, zuständig für den Angriff auf Pearl Habour und Midway). Bei den Verhandlungen 1940 zum Dreimächtepakt mit Deutschland und Italien, den er begrüßte, setzte sich YAMAMOTO vor allem gegen die Überlegungen zur Wehr, einen Krieg mit den USA zu beginnen. Er hatte ja einen tieferen Einblick in die Möglichkeiten der USA erhalten. Als nötige Voraussetzung für einen etwaigen Krieg gegen die USA sah er einen Präventivschlag gegen die US-Pazifikflotte und die Häfen an der US-Küste.

 

Darüber hinaus plante er die Strategien für das spätere Inselspringen der Japaner, die vor allem eine eigene Lufthoheit beinhalteten. In Dingen der Seekriegsführung sah er, wie nahezu alle seine Kollegen weltweit, das Schlachtschiff als Rückgrat für Marineoperationen an. So begann der Krieg gegen die USA am 7. Dezember 1941 mit einem Schlag gegen die Schlachtschiffe der US-Pazifikflotte.


2. Weltkrieg

Anfang 1942 befehligte YAMAMOTO einige Operationen im Rahmen des Inselspringens. Er erkannte bald, dass eine entscheidende Schlacht die einzige Möglichkeit war die USA schnell niederzuringen. Die wirtschaftliche Situation Japans, die keinen langen Krieg möglich machte, verlangte dies. So begannen die Vorbereitung für die entscheidende Schlacht im Pazifik, Midway.

YAMAMOTOs Plan sah vor, dass mehrere Flottenverbände mit insgesamt 250, davon 8 Trägern, verschiedene Angriffsoperationen im Nordpazifik beginnen sollten. Der entscheidende Schlag sollte gegen eine als Stützpunkt überaus wichtige Inselgruppe, deren Hauptinsel Midway war, geführt werden. Allerdings war der Erfolg objektiv gesehen von vornherein fraglich, da die mitgeführte Landungstruppe deutlich zu klein war, um die gut verschanzten Verteidiger zu schlagen. Aus heutiger Sicht ging es wohl tatsächlich eher darum, die US-Trägerflotten anzulocken und in einer Entscheidungsschlacht zu vernichten. Nach dieser Schlacht sah YAMAMOTs Strategie dann einen Verständigungsfrieden mit den USA und den Westalliierten vor.

Die US-Spezialisten hatten inzwischen den japanischen Code entschlüsselt und konnten im Vorfeld bereits wichtige Informationen weiterleiten. Dies und das Pech, genau während der Betankung und Aufmunitionierung einer soeben zurückgekehrten Angriffswelle angegriffen zu werden, führten zur Entscheidung. Japan hatte vier große Träger und einige hundert Flugzeuge verloren. Damit war der Krieg im Prinzip entschieden, da Japan diese Verluste nicht ausgleichen konnte.

Die Niederlage schwächte YAMAMOTOs Position, obwohl er seinen Posten behielt. Ihm war klar, dass der Krieg nicht mehr zu gewinnen war. Trotzdem befahl er den Angriff auf Guadalcanal, wo die Gefechte lange Zeit hin und her gingen. Nach schweren Verlusten erfolgte Anfang Januar 1943 die Räumung der Insel durch die Japaner. Dies hatte ein Sinken der Kampfmoral der japanischen Truppen zur Folge.

Um dem zu begegnen, entschloss sich YAMAMOTO, eine Inspektionsreise durch die pazifischen Stützpunkte zu unternehmen. Im April 1943 entschlüsselten die US-Spezialisten japanische Funksprüche und entnahmen ihnen die Information, wann YAMAMOTO auf Bougainville eintreffen wollte. Eine Staffel aus 18 US-P-38-Maschinen startete am 18. April von Henderson Field auf Guadalcanal und schoss die Maschine, in der der Admiral saß, bei Kahili ab. Kein Japaner überlebte den Abschuss. In YAMAOTOs Leiche wurde nach der Bergung neben den bei dem Absturz erlittenen massiven Verletzungen auch ein tödlicher Kopfschuss gefunden.

 

 

Yamamotos Staatsbegräbnis in Tokyo

Posthum wurde ihm am 27.5.1943 vom Deutschen Reich das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub und Schwertern verliehen. YAMAMOTO Isoroku war damit der höchstdekorierte nichtdeutsche Ritterkreuzträger.


Quellen

Richard Fuller: "Shokan - Hirohitos Samurai, Leaders of the Japanese Forces 1926 - 1945", Arms and Armour Press, Erstauflage 1992, ISBN 1-85409-151-4
J. Parshall and A. Tully: "Shattered Sword - The untold story of the Battle of Midway", Potomac Books Inc., Erstauflage 2005, ISBN 1-57488-923-0
Edwin P. Hoyt: "Japans War - The Great Pacific Conflict", Hutchinson Ltd, Erstauflage 1987, ISBN 0-09-168130-8
wikipedia (Zugriff 09.08.09)
wikipedia, englisch (Zugriff 09.08.09)

Autor: tom!