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Wir sind eine unabhängige und vorwiegend deutschsprachige Internetseite für Modding in Games. Seit 2005 hat sich das Projekt Designmodproject dem Modden bzw. dem Erstellen von Mods verschrieben (Mod; Abk. für engl. modification oder deutsch Modifikation). Dabei stand immer die historische Erweiterung von Spielinhalten des strategie- und militärhistorischen Genres der PC-Spiele im Vordergrund.

Aus dem DMP Hobbyforum hat sich eine innovative Community entwickelt, welche ergänzende Inhalte zu den Spielen und dessen Hintergründe einbringt. So existieren heute neben einem vielfältigen Downloadbereich, einer aktiven Forengemeinde und der Informationsplattform zu verschiedenen Spielen, auch eine Anlaufstelle für interessierte Modder, Spieler und Spieleentwickler.

Seit 2015 arbeitet das Design Mod Project mit Entwicklerstudios zusammen und dient als Sprachrohr für die Community an die Hersteller von PC Spielen. Wir stehen für den aktuellen Trend zurück zu den Wurzeln von Spielen zu gehen und wollen diesen Weg mit den Spielern zusammen bestreiten. Wir bieten eine Plattform für Modding und vor allem für das Teilen von Spielerlebnissen.

 

Download News

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War Ace Campaign  Patch 5.2

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Dieser Patch korrigiert diverse Fehler aus Version 5.0 oder 5.01 und korrigiert die Dateistruktur vieler Einheiten, welche möglicherweise unregelmäßige CTDs beim Spielen oder Laden verursachen.
DAW - Der andere Weg 19-01

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Folgende Änderungen bzw. Zusätze zur bisherigen Version (DAW 18-02) sind enthalten: Darstellung von Meeresfeldern Die Meerestiles haben (auch für die ersten 3 Kampagnen) ein neues Grafikmuste
Amulet Mod Version 3.0

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Der Amulet Mod 3.0 ist für das PC-Spiel Panzer Corps Wehrmacht. Es ist der zur Zeit tiefgreifendste und umfangreichste Mod für deutsche Einheiten. Hier kurz die Merkmale: 77 neue Einheiten; 50
Modern Conflicts 1.1

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Endlich ist Version 1.1 live. Der erste Teil der russischen Kampagne ist verfügbar, außerdem sind viele Balance-, grafische und andere Verbesserungen implementiert worden. Da hat Akkula wieder gan
Total Realism Project

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TRP 1.04 ist eine Zusammenfassung der vielen kleineren Ideen, die wir zu unserer Mod hatten. Wir veröffentlichen sie nun auf Basis der neuen HoI 2 Darkest Hour-Version 1.05.
DAW - Der andere Weg 18-02

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Folgende Änderungen bzw. Zusätze zur bisherigen Version (DAW 17-09) sind enthalten: Darstellung vereister Seen Die Landschaftstiles für Seen in der Winterdarstellung wurde (auch für die beid
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Changes in v1.9
Pazifik Korps Teil 4 Part 3

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Im 3. Teil der US-Kampagne "Nach den schwarzen Tränen der Arizona", geht es als erstes um die Befreiung der Philippinen. Hierbei werden Sie von einem lokalen Helden tatkräftig unterstützt. Die aus
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Eine erhoffte Fortzetzung des War Ace Campaign Großmod für das Spiel Silent Hunter 3 wurde von HanSolo nach mehr als 2 Jahren intensiver Entwicklungszeit vollendet.
DAW - Der andere Weg 17-09

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Folgende Änderungen bzw. Zusätze zur Version DAW 17-04 sind enthalten: Englische Texte DAW Kompendium + Credits, Install-Datei, sowie alle Briefingsdateien und Texte innerhalb der Kampagnen sin
Panzer War in Europe Mod

Panzer War in Europe Mod

Ein Mod des Users IronCross für das Spiel Panzer War in Europe. Es wurden vorhandene Grafiken berichtigt und einige Grafiken hinzugefügt. Es wurde noch weitere Änderungen vorgenommen. Die detaill

 

Das Thema

Iwan Stepanowitsch Konew
Marschall der Sowjetunion


Jugend und Aufstieg

Kindheit bis Russischer Bürgerkrieg

Iwan Stepanowitsch Konew (russisch: Ива́н Степа́нович Ко́нев) wurde am 28. Dezember 1897 in Lodeino (Gebiet Wolgoda, rund 600km östlich von Moskau) geboren. Er wuchs bei seinen Eltern einer Bauernfamilie auf und trat 1916 freiwillig in die Armee ein. Nach der Oktoberrevolution 1917 trat er der Roten Armee bei und wurde Mitglied der Partei. Bis 1920 diente er dann als Kommissar des Panzerzuges "Grosny" (Грозный). Danach versetzte man ihn zu einem Infanterieregiment in den Fernen Osten wo er gegen die Truppen des Admirals Alexander Wassiljewitsch Koltschak kämpfte. Danach im März 1921 war er an der Niederschlagung der "Kronstädter Matrosenaufstände" beteiligt.
 

Zwischenkriegszeit 1923-1941

Bis 1924 blieb er Kommissar des 17. Schützen Corps, danach übernahm er den leitenden Posten als Kommissar in der 17. Infanterie Division in Nizhny Novgorod . Danach folgte seine Ausbildung an der berühmten Frunse-Akademie in Moskau. Nach dem erfolgreichen Abschluss wurde er zum Kommandeur des 50. Infanterie Regiments ernannt. Von Januar bis März 1930 diente er als Stadtkommandant von Moskau, bevor er dann ab März Stellvertretender Kommandeur der 17. Infanterie Division wurde.
Es folgten zahlreiche andere Kommandos in Weißrussland und in der Mongolei in der er auch als Militärberater für die mongolische Volksarmee diente. Von Juli 1938 an war er dann Kommandeur der 2. Roten Armee im Fernen Osten, bis er dann Mitte 1940 zum Kommandeur des Trans-Baikal Militärbezirkes wurde (Militärbezirke: ähnlich den deutschen Wehrkreisen nur um ein vielfaches größer).


Deutsch-Sowjetischer Krieg

Deutsch-Sowjetischer Krieg

Bei Ausbruch des Krieges war Konew Kommandeur der 19. Armee, seine Truppen fochten Zahlreiche Abwehrschlachten. Mussten sich allerdings erst aus Smolensk zurückziehen und danach bis vor die Tore Moskaus. Bereits kurz nach dem Krieg wurde Konew zum Oberbefehlshaber der Westfront ernannt und gleichzeitig zum Generaloberst befördert. Er kommandierte, von Oktober 1941 bis August 1942, an der Kalinin Front und spielte eine Schlüsselrolle in der Verteidigung und den anschließenden Gegenangriffen der Roten Armee im Winter 1941-42 vor den Toren Moskaus. Für die erfolgreiche Verteidigung der Hauptstadt wurde Konew von Stalin zum Generaloberst befördert.

Operation Mars

In der vom 25. November bis 21. Dezember 1942 durchgeführten "Operation Mars" war Konew zusammen mit Schukow Kommandeur der Kalinin und Westfront und somit der direkte Gegenspieler von Günther von Kluge und Walter Model. Konew und Schukow standen fast 2 Millionen Rotarmisten zur Verfügung, trotz anfänglicher Gebietsgewinne gelang es den Russen nicht die deutsche 9. Armee wie geplant einzukesseln. Dies verdankte die 9. Armee zum Großteil der Tatsache, dass sie durch Spione bereits vom Datum und Ort des geplanten Angriffes wussten und sich dementsprechend vorbereiten konnten.
Die Operation endete für die Rote Armee in einer Niederlage, später machte man aus dieser als Großoffensive geplanten und durchgeführten Operation, in der Sowjetischen Propaganda und Geschichtsschreibung lediglich ein Ablenkungsmanöver um die Schmach der Niederlage zu schmälern.
 

Befreiung der Ukraine

Nach der "Operation Mars" wurde Konew Kommandeur der Steppen Front und nahm dort an der "Schlacht im Kursker Bogen" teil. Dabei probierte er erstmals ein neues Tarnsystem aus und schaffte es tatsächlich mit Attrappen die Wehrmacht über die wahre Größe seiner Armee zu täuschen. Nach der erfolgreichen Schlacht um Kursk war er an den Schlachten um Belgorod und Charkow beteiligt und schaffte es schließlich bis Ende September 1943 mit seinen Truppen den Dnjepr zu überqueren. Somit stand ihm die Türe in die Ukraine offen und seine Truppen eroberten Belgorod, Odessa, Charkow und Kiew zurück.

Schlacht von Korsun-Tscherkassy

Anfang 1944 gelang es der Roten Armee unter Führung Konews und Nikolai Vatutins einen Teil der deutschen Heeresgruppe Süd zu umgehen und schließlich einzukesseln. Insgesamt befanden sich in den Kesseln von Tscherkassy und Korsun sechs Deutsche Divisionen mit 60-80 000 Soldaten, darunter auch die SS-Panzer-Division "Wiking". Der Roten Armee gelang es alle Außenangriffe der Heeresgruppe Süd abzuwehren und die Kessel weiterhin aufrecht zu erhalten. Ein Kapitulationsangebot der Sowjets lehnte die deutsche Führung am 8. Februar ab. Danach versuchte die deutsche Führung mit einem Angriff von acht Divisionen und dem gleichzeitigen Angriff der Truppen im Kessel, den Kessel zu sprengen was aber nicht gelang. Wenige Tage später befahl von Manstein am 15. Februar, ohne Rücksprache mit Hitler zu halten, den Ausbruch aus dem Kessel. Für diese herausragende Leistung wurde Konew Ende Februar 1944 zum Marschall der Sowjetunion befördert.

 

Bis vor die Tore Berlins

Danach kommandierte Konew die 1. Ukrainische Front eroberte mit ihr den Rest der Ukraine, rückte weiter nach Weißrussland und das ehemalige Ostpolen vor, gleichzeitig im Süden bis in die Tschechoslowakei. Des Weiteren unterstützten seine Truppen die slowakischen Partisanen bei ihrem Aufstand gegen die deutschen Besatzer. Am 29. Juli 1944 schließlich nachdem Konews Truppen gerade in Polen den Fluss Vistula überquert hatten, ernannte man Konew zum "Helden der Sowjetunion".
 

Eroberung Berlins

Obwohl Konews Truppen zuerst Berlin erreichten überließ Stalin es, Konews ewigem Rivalen, Schukow die Hauptstadt des Großdeutschen Reiches zu erobern. Konews Truppen mussten nach Südwesten marschieren und trafen dort bei Torgau am 25. April 1945 zum ersten Mal auf amerikanische Truppen. Nach der Kapitulation der deutschen Wehrmacht besetzt Konews Armee kampflos am 9. Mai Prag.


Nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem 2. Weltkrieg

Nach dem Krieg wurde Konew zum Kommandeur der Armeegruppe Mitte ernannt und wurde Oberster Kommissar für das Gebiet Österreichs. Von Juli 1946 bis März 1950 wurde er dann zum Oberbefehlshaber der Roten Armee ernannt und war gleichzeitig der stellvertretende Armeeminister der UdSSR. Danach verblieb er dort noch bis 1952 als Hauptinspekteur des Heeres und stellvertretender Kriegsminister.
Darauf erfolgte seine Versetzung in die Karpaten wo er als Kommandeur des Militärbezirks „Karpaten“ diente, bis er dann 1953 wieder nach Moskau durfte. Dieses Mal als Stellvertreter des Ministers der Verteidigung. Diese Position hatte er bis 1956 inne, danach erfolgte seine Ernennung zum Oberbefehlshaber aller Streitkräfte des Warschauer Paktes. Als Oberbefehlshaber führte er die Rote Armee in den Wirren der „Ungarischer Volksaufstände“ vom 23. Oktober bis zum10. November 1956. Diese höchste aller militärischen Positionen füllte er bis 1960 weiter aus und wurde schließlich aus dem aktiven militärischen Dienst entlassen.

Jedoch schon ein Jahr später holte man Konew in den aktiven Dienst zurück, dieses Mal als Oberbefehlshaber der sowjetischen Truppen in der Deutschen Demokratischen Republik, diesen Posten behielt er bis 1962. Danach schrieb Konew seine Kriegserlebnisse in dem Buch "45" nieder welches dann 1969 vom Sowjetischen Ministerium für Verteidigung auch publiziert wurde.

Tod

Iwan Konew verstarb am 21. Mai 1973 im Alter von 75 Jahren in Moskau. Als einer der größten Militärstrategen, zweifacher "Held der Sowjetunion" und Inhaber aller höchsten Orden und Auszeichnungen der Sowjetunion, darunter alleine sieben Leninorden, wurde ihm ein Staatsbegräbnis zu teil. Seine Urne wurde in der Kremelmauer am Roten Platz in Moskau beigesetzt.


Auszeichnung

Auszeichnungen
Sowjetische Orden

Mit seinen sieben Leninorden zählt Konew zu einem der höchstausgezeichnetsten Personen der Sowjetunion, darüber hinaus ist er zweifacher Held der Sowjetunion, dreifacher Träger des Rotbannerordens, sowie je doppelter Träger des Kutusow- und Suworowordens. Dabei gilt es anzumerken das Konew bis auf fünf seiner Leninorden, all diese Orden nicht wie andere nach dem Krieg aus politischen oder anderen Gründen mehrmals erhielt, sondern stets für seine Leistung direkt im Krieg ausgezeichnet wurde.

Neben den Zahlreichen militärischen Auszeichnungen wurden Konew eine Vielzahl ziviler Auszeichnungen zu teil. So erbaute man in seiner Heimatstadt Lodeino ein eigenes Museum für ihn. Desweiteren wurden in der gesamten Sowjetunion Strassen und Plätze nach ihm benannt. Monumente wurden in fast allen großen Städten der Sowjetunion für ihn errichtet, aber auch an Orten außerhalb der Sowjetunion die er mit seinen Truppen befreite z.B. in Prag. Neben der zweifachen Auszeichnung zum "Helden der Sowjetunion" wurde Konew auch in der Mongolei und der Tschechoslowakei zum Helden erklärt.

 

Übersicht

Übersicht aller Orden
 



Siegesorden (1945)
2 x Held der Sowjetunion (1944, 1945)
7 x Leninorden (1944, 1945, 1947, 1956, 1957, 1967, 1972)
3 x Rotbannerorden (1938, 1944, 1949)
1 x Orden der Oktoberrevolution
2 x Suworoworden 1. Klasse (1943, 1944)
2 x Kutusoworden 1. Klasse (beide 1944)
Orden des Roten Sterns
Medaille "Sieg über Deutschland"
Medaille "Für die Einnahme Wiens"
Medaille "Für die Befreiung Prags"
Medaille "20. Jahrestag des Sieges im Großen Vaterländischen Kriegs"
Jubiläumsmedaille "XX Jahre Rote Arbeiter-und-Bauern-Armee"
Medaille "30 Jahre Sowjetarmee und Flotte"
Medaille "40 Jahre Streitkräfte der UdSSR"
Medaille "50 Jahre Streitkräfte der UdSSR"
Medaille "800 Jahre Moskau"

Croix de Guerre
Großoffizier der Ehrenlegion

Legion of Merit

Partisanenstern 1. Klasse

2 x Orden von Süchbaatar
Rotbannerorden der Mongolei

Orden "Klement Gottwald"
Orden des weißen Löwen 1. Klasse
Siegesorden des weißen Löwen 1. Klasse
Tschechoslowakisches Kriegskreuz

Orden "Verdienste um Ungarn"
Ungarischer Freiheitsorden

Bulgarischer Verdienstorden 1. Klasse

China-UdSSR-Freundschafts-Medaille

Vaterländischer Verdienstorden


Das Thema

 

Die Geschichte meines Großvaters
in Norwegen

 

1 Geschichte meines Großvaters


(Alle hier gezeigten Bilder sind Privataufnahmen und spiegeln das Leben dieses außergewöhnlichen Gebirgsjägers hautnah wieder.)

 

Auszeichnungen dieses Gebirgsjägers

Eisernes Kreuz I. Klasse
Eisernes Kreuz II. Klasse

Diverse andere Kampfauszeichnungen


Wehrpass

11. April: Ärztliches Urteil: K.F
19. Mai 1939: Heranziehung zur Bergführerausbildung (gezeichnet Oberstleutnant Neumann 1. Btl. Geb. Jäg. Rgt. 138)
Ausbildung an der Waffe: Gewehr 98
Sonstige Ausbildung/Lehrgänge: Bergführer
Beförderungen: Gefreiter 6.5.1941
Verwendung im Operationsgebiet Heeresgruppe Nord - 28.9.1942
Beurlaubtenstande: 25. März 1941, 26.8.1943

Blutgruppe 0
Gasmaske 1
Stahlhelm 57
Mütze 57
Stiefel 43
Körpergröße 1.79


Friedensjahre

Vorkriegszeit


Mein Großvater wurde 1908 als 4. von insgesamt 11 Kindern im Pinzgau im schönen Salzburger Land geboren. Nach absolvierter Grundschule stieg er früh in den elterlichen Betrieb ein und erlernte das Kaufmannsgewerbe. Nach der großen Rezession und den katastrophalen Folgen der Tausend-Mark-Sperre gegen Österreich, stand der elterliche Betrieb kurz vor dem Ruin.

 

 

"Die Tausend-Mark-Sperre war eine Wirtschaftssanktion, die am 27. Mai 1933 von der deutschen Reichsregierung gegen Österreich verhängt worden war. Deutsche Staatsbürger mussten fortan vor Antritt einer Reise nach Österreich eine Gebühr von 1.000 Reichsmark zahlen. Verglichen mit heutiger Kaufkraft entspräche diese Gebühr einem Betrag von etwa 3500 €.
 
2 Geschichte meines Großvaters

Schädigung des österreichisches Fremdenverkehrs und somit der Wirtschaft sollte zum Sturz der Regierung Dollfuß führen. Im „Juliabkommen“ 1936 (11. Juli 1936) zwischen Österreich mit Deutschland wird die „Tausend-Mark-Sperre“ wieder aufgehoben.

 

3 Geschichte meines Großvaters

 

Erst nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich im März des Jahres 1938 ging es mit der Wirtschaft wieder allmählich bergauf. Es ist also nicht verwunderlich, dass der Großteil der österreichischen Bevölkerung den Anschluss an das Deutsche Reich begrüßte, unter ihnen auch mein Großvater. Schon vor der „Heimholung ins Reich“ hatten viele Salzburger illegal die NSDAP in Österreich unterstützt, indem sie Waffen und Propagandamaterial aus dem benachbarten Berchtesgaden nach Österreich schmuggelten.

Damals bejubelten Millionen Österreicher in geschlossener Front die Heimholung in Reich - Die Parole wurde zum geflügelten Wort und beschränkte sich auf die Bestrebungen, das Sudetenland und Österreich dem Deutschen Reich anzugliedern, wie es 1938 mit dem Münchner Abkommen und dem „Anschluss“ Österreichs auch geschah.

4 Geschichte meines Großvaters

Die Begeisterung in der Bevölkerung nahm stetig zu, im gleichen Ausmaß indem sich die wirtschaftliche Lage verbesserte. Warnende Stimmen, gab es wenige bis gar keine und so ist auch das nächste Foto unter diesem Zeitgeist zu werten. Im November des gleichen Jahres bekam mein Großvater seine Einberufung. Die Angelobung fand in seiner Heimatgemeinde statt. Nachdem er ein ausgezeichneter Skifahrer und Bergsteiger war, wurde er, wie fast alle seine Kameraden, zu den Gebirgsjägern eingezogen.

5 Geschichte meines Großvaters
(Die 2. Gruppe der Tragtierkompanie)


Man war stolz darauf, wieder in einer starken Armee dienen zu dürfen. Bei der Angelobung, war die lokale Politspitze vertreten und Österreich, seine Bürger und seine Armee standen dieser neuen Zeit offen gegenüber. Der Eid wurde auf die Fahne und auf den Führer geleistet, die Verbundenheit mit dem NS System war da und wurde in den jeweiligen Statuten sofort vollzogen.

6 Geschichte meines Großvaters

Im Anschluss an die Angelobung gab es eine Parade der frisch vereidigten Truppen durch den Ort. Mein Großvater bekam seinen Marschbefehl. Er musste nach Lienz in Osttirol einrücken, wo Teile der 3. Gebirgsdivision ausgebildet wurden. Das Hauptaugenmerk wurde dabei, wie sollte es anders sein, auf den Gebirgskampf gelegt. Mein Großvater hatte das „große Los“ gezogen. Er wurde der Tragtierkompanie des Gebirgsjäger-Regiment 139 der 3. Gebirgsdivision zugeteilt. Die Division ging aus der 5. und der 7. Division des österreichischen Bundesheeres hervor und wurde am 1. April 1938 in Graz aufgestellt. Kommandant der im März aufgestellten 3. Gebirgsdivision war der bei der Truppe sehr beliebte Generalleutnant Eduard Dietl.


Krieg

Krieg

Aufstellung der 3. Gebirgsdivision (im Detail)


Im September 1939 trat schließlich das ein, was man hätte kommen sehen müssen – Krieg. Im Polenfeldzug stieß die Division von Rosenberg über die Tatra vor. Nach Gefechten bei Dolna und Waika sicherte man den Raum Tarnow bis San bei Sanok. Im Oktober 1939 wurde sie nach Westen in die Eifel verlegt und kam in den Raum Traben-Trabach.
Im April des darauf folgenden Jahres gehörte mein Großvater zu jenen 2.000 Mann die unter dem Schutz der Kriegsmarine am Unternehmen Weserübung teilnahmen. Im Geleitzug wurden Mann und Material nach Narvik gebracht.

7 Geschichte meines Großvaters
(Hier mein Großvater mit angelegter Schwimmweste)


Das Unternehmen 'Weserübung' gehört zu den wohl kühnsten Unternehmen des 2.Weltkrieges und den best geplanten. Dabei sollten Deutsche Kriegs- und Handelsschiffe Invasionstruppen transportieren und dabei die englische Seehoheit überwinden. Besonders riskant ist der Auftrag an das Gebirgsjägerregiment 139 der 3. Gebirgsdivision unter General Eduard Dietl. Zehn Zerstörer sollen die Invasion bzw. das Übersetzen nach Narvik sicherstellen.
"Als die Gebirgsjäger am 6.4.1940 die Schiffe in Wesermünde besteigen, ahnen sie noch nicht, daß 2000 Kilometer stürmische See vor ihnen liegen. Für die meisten sind die zwei Tage der Überfahrt, wo viele von ihnen seekrank werden, schrecklicher als die nachfolgenden Kämpfe. Das schlechte Wetter und die stürmische See haben aber zur Folge, daß sie weitgehend unbehelligt ihr fernes Ziel am Polarkreis erreichen."

 

8 Geschichte meines Großvaters

 

9 Geschichte meines Großvaters

Österreich wurde als „Ostmark“ bezeichnet und später in „Alpen- und Donaugaue“ eingeteilt. An Hitlers Politik und Verbrechen beteiligten sich zahlreiche Österreicher mit großer Intensität: Prominente Täter wie Arthur Seyss-Inquart, Adolf Eichmann und Alexander Löhr waren Österreicher. Aber auch unter den KZ-Aufsehern, SS-Männern und Gestapomitarbeitern waren viele Österreicher tätig.
In einem strengen Sinn war Österreich nicht aktiver Teilnehmer im Zweiten Weltkrieg, weil es dieses Land offiziel gar nicht mehr gab. Dennoch dienten 800.000 Österreicher in der deutschen Wehrmacht und weitere 150.000 dienten in Einheiten der Waffen-SS. Dabei wurden die Österreicher vollständig integriert und offiziell keine speziellen militärischen Brigaden gebildet.

 

10 Geschichte meines Großvaters
(Mein Großvater blickt über die Hafeneinfahrt)


Die Gefahr, die bei der Übersetzung lauerte ging nicht von der Royal Navy aus, sondern von Tieffliegern, die sich in regelmäßigen Intervallen auf die Schiffe stürzten. Zum Schutz gegen die Tiefflieger bediente man sich Sperrballonen, die noch aus dem ersten Weltkrieg bekannt waren. Mein Großvater verbrachte den größten Teil der Überfahrt unter Deck und war damit beschäftigt, die Tragtiere zu beruhigen. Zu allem Überfluss, war seine Stute trächtig und gebar auf hoher See ein Fohlen. Allen waren nach der Überfahrt glücklich es geschafft zu haben und im Hafen von Narvik angekommen zu sein.
Schnellstmöglich wurden Männer und Tiere entladen - der Vormarsch konnte beginnen. Nach dem Seetransport stieß die Division in den Raum Trondheim und Narvik-Umgebung vor.
Die Besetzung des Hafens und der Stadt Narvik verlief kampflos. Der Standortkommandant von Narvik, Oberst Sundlo, war ein Anhänger der faschistischen Nasjonal Samling unter Quisling und übergab die Stadt ohne Gegenwehr. Alliierte Kräfte, darunter Polen, Franzosen, Briten und Norweger versuchten in den darauf folgenden Tagen die Stadt wieder unter ihre Kontrolle zu bringen. 24.500 Mann versuchten nach Narvik vorzudringen, ihnen standen lediglich 2000 Gebirgsjäger und 2600 Mann der Marine gegenüber.
Das Kräfteverhältnis stand so eindeutig zu Gunsten der Alliierten, so dass Hitler am 17. April den deutschen Truppen den Befehl geben wollte, sich in Schweden internieren zu lassen. Doch Eduard Dietl bekam den Befehl vom Führungsstab des Heeres, die Stadt zu verteidigen. Dietl ließ seine Truppen in den nahe gelegenen Bergen verschanzen. Die Gebirgsjäger hatten im alpinen Gelände klare Vorteile und konnten so die wichtige Erzbahn halten. Am 8. Juni konnte die Stadt selbst wieder eingenommen werden.

Mit der Wehrpflicht und den ehrgeizigen Plänen des deutschen Generalsstab, wurde aus den vorhandenen wenigen Gebirgseinheiten zunächst eine Gebirgsbrigade geformt, die durch Neuaufstellungen bis zum Spätherbst 1937 zur 1. Gebirgs-Division anwuchs. Mit der Angliederung Österreichs wurden vor allem die Gebirgstruppen verstärkt, von denen das ehemalige Bundesheer besonders fähige Einheiten in ihren Reihen hatte. Diese wurden bei der Aufstellung der 2. und 3. Division als deren Kerntruppen verwendet.

Die Gebirgstruppe an sich, kämpfte weniger im Hochgebirge und in den Schneelandschaften. Ihr allgemeines Einsatzgebiet war die unwegsamen Gebiete, in Norwegen, Jugoslawien, Griechenland, der UdSSR und Finnlands. Sie galten als Spezialisten und Elitekämpfer, so auch bei den Seelandeunternehmen wie der Invasion Norwegens im Jahre 1940 und der Landung auf Kreta 1941. Gerade bei der Aufklärung wurden sie gebraucht, aber auch im Operationsgebiet der Partisanen, den unwegsame Bergregionen.

 

11 Geschichte meines Großvaters


(Rechts mein Großvater)


3. Gebirgsdivision

 


 
Kommandeure der 3. Gebirgsdivision
Generalleutnant Eduard Dietl
1. April 1938 bis 14. Juni 1940
Generalleutnant Julius Ringel
14. Juni bis 23. Oktober 1940
Generalleutnant Hans Kreysing
23. Oktober 1940 bis 8. August 1943
Oberst Mönch
8. August bis 10. August 1943
Generalleutnant Egbert Picker
10. bis 26. August 1943
Generalmajor Siegfried Rasp
26. August bis 10. September 1943
Generalleutnant Egbert Picker
10. bis 29. September 1943
Generalleutnant August Wittmann
29. September 1943 bis 3. Juli 1944
Generalleutnant Paul Klatt
3. Juli 1944 bis zur Kapitulation
Gliederung:

 
3. Gebirgs-Division 1939

 

 
Gebirgs-Jäger-Regiment 138
Gebirgs-Jäger-Regiment 139
Gebirgs-Artillerie-Regiment 112
Aufklärungs-Abteilung 112
Panzerabwehr-Abteilung 48
Gebirgs-Pionier-Bataillon 83
Divisionseinheiten 68
12 Geschichte meines Großvaters


(Aufklärung in Russland)

 


 
3. Gebirgs-Division 1942

 

 
Gebirgs-Jäger-Regiment 138
Gebirgs-Jäger-Regiment 144
Gebirgs-Artillerie-Regiment 112
Radfahr-Abteilung 95
Panzerjäger-Abteilung 95
Gebirgs-Pionier-Bataillon 83
Divisionseinheiten 68

 

13 Geschichte meines Großvaters


(In der Nähe des Donez)

 


 
3. Gebirgs-Division Ende 1944

 

 
Gebirgs-Jäger-Regiment 138
Gebirgs-Jäger-Regiment 144
Gebirgs-Artillerie-Regiment 112
Aufklärungs-Abteilung 83
Panzerjäger-Abteilung 95
Gebirgs-Pionier-Bataillon 83
Divisionseinheiten 68


Krieg II

 

14 Geschichte meines Großvaters

So sah eine Unterkunft in Norwegen aus. Man hatte es im Vergleich zu anderen Kameraden gut erwischt, doch der Einsatz an der Ostfront sollte der Division noch bevorstehen. Dieser kam 1941 und so nahm die 3. Gebirgsdivision und somit auch mein Großvater am Rußlandfeldzug – dem Unternehmen Barbarossa teil.
Die Kämpfe an den Flüssen Titowka und Liza und der Abwehrkampf am Tafelberg folgten. Ende 1941 zog man sich auf die Lizastellung zurück. Anschließend wurde die Division, die schwere Verluste erlitten hatte im Seetransport nach Deutschland verlegt. Das Geb.Jg.Rgt. 139 und eine Artillerieabteilung verblieben in Finnland. Das Regiment meines Großvaters kam zur Auffrischung und Erholung auf den Truppenübungsplatz Grafenwöhr. In der Heimat konnte man sich erholen und verlebte einige unbekümmerte Monate. Die Division erhielt auch tierische Verstärkung, die natürlich auch ausgebildet, bzw. zugeritten werden musste. Die Zeit wurde aber nicht nur für den Müßiggang und dem Training genutzt, es wurde auch den gefallenen Kameraden gedacht.

15 Geschichte meines Großvaters

Es erfolgte schließlich wieder die 2. Verlegung nach Norwegen, diesmal in den Raum Lillehammer, wo man als Sicherungstruppe eingesetzt wurde. Anschließend begann der Abtransport zur Heeresgruppe Nord nach Reval. Kämpfe bei Mga, Gaitolowo, Ssolkoniki folgten. Dazu kam der neue Kommandant Julius Ringel.
Welche Zufälle sich im Leben ereignen können, erlebte mein Großvater im Jahre 1943. In den Vorkriegsjahren hatte er es zu bescheidenem Wohlstand gebracht und konnte sich gemeinsam mit einem seiner Brüder sogar ein Auto leisten. Dieses wurde bei Kriegsbeginn 1939 von der Wehrmacht „rekrutiert“. 1943 sah mein Großvater sein Auto an der Ostfront zum letzten Mal und machte diese Aufnahme:

 

16 Geschichte meines Großvaters

 

Bilanz des 2. Weltkrieges in Österreich:


65.000 ermordete Juden, 2.700 hingerichtete Widerstandskämpfer, 30.000 "Euthanasie"- Opfer und 15.000 weitere Tote (darunter Roma und Sinti, Zeugen Jehovas,...). 200.000 Menschen wurden im KZ Mauthausen inhaftiert - die Hälfte getötet. Im Krieg fielen allein 240.000 Österreicher, 117.000 wurden verwundet, 76.000 vermisst. Die Zahl der Ziviltoten wird auf 24.000 geschätzt.

Der Krieg endete für Österreich schnell und zum Glück verhältnismäßig unblutig. Am 29. März 1945 überschritten alliierte Soldaten erstmals die heutige österreichische Grenze im mittleren Burgenland. Es ist die Rote Armee, die sich zum Befreier vom NS-Regime erklärt. Die Schlacht um Wien beginnt am 6. April 1945 und dauert nur eine Woche. Der Vormarsch der Roten Armee geht sehr schnell von statten und sie steht schnell vor Graz. Dabei kommt es zu schweren Kämpfen, denn die letzten Kämpfer, die Widerstand leisten sind fanatische Nationalsozialisten, die sich nur ungern geschlagen geben, und lieber getötet werden als zu kapitulieren. Viele von ihnen richten die Waffe zum finalen Schluss gegen sich selbst.

Die Amerikaner beginnen im Mai 1945 mit dem aktiven Vormarsch nach Österreich vom Nordwesten her. Die Briten kommen von Süden, die Franzosen aus dem Westen.
Neben der Freude über das Ende des Krieges und der Befreiung von der NS-Herrschaft, dominieren besonders in den von der roten Armee besetzten Gebieten Unsicherheit, Angst vor Gewalt, Verschleppung, Vergewaltigung, Raub und Mord.

 

17 Geschichte meines Großvaters
(Blick in eine ungewisse Zukunft)


Von 1943 – 1944 war die Division mit Abwehrschlachten bei Donez bei Woroschilograd, in der Redkina-Schlucht, bei Porkowo und Nowaja Laspa beteiligt. Ende 1944 nahm die 3. Gebirgsdivision an den Abwehrkämpfen bei Nikopol teil und hier endet auch die Geschichte meines Großvaters. Nachdem sein Bruder an einem Herzinfakt in der Heimat verstorben war, wurde mein Großvater vom Kriegsdienst befreit, um das gemeinsame Geschäft weiterführen zu können. Dies ersparte ihm weitere 6 Monate Rückzugsgefechte mit der 3. Gebirgsdivision.

 

18 Geschichte meines Großvaters

(Meine Großmutter in der Uniform ihres Mannes)


Persönliches Schlusswort

 

(Die persöhnlichen Angaben entsprechen alle der Wahrheit und sind nicht fiktiv.


Meine beiden Großväter, sowohl der Gebirgsjäger wie auch mein anderer Opa - Träger des Blutordens wohlgemerkt - haben die Treffen der Ehemaligen nur ein einziges Mal besucht. Sie meinten nur, da würden nur die "ewig Gestrigen" hingehen. Der Krieg war eine Phase ihres Lebens und nicht ihr Leben. Ihre Geschichte haben sie akzeptiert und haben sich nicht in ihr verloren, denn das Leben geht immer weiter ... )


Quellen

Paul Klatt, Die 3. Gebirgs-Division 1939 - 1945, Verlag H.H. Podzun.
Karl Ruef, Odyssee einer Gebirgs-Division - Die 3. Gebirgs-Division im Einsatz, Leopold Stocker Verlag.

http://www.nationalsozialismus.at/lexik ... rre300.htm (Letzter Zugriff 18.08.2010)
http://diepresse.com/home/politik/zeitg ... 1/index.do (Letzter Zugriff 18.08.2010)
http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreich (Letzter Zugriff 18.08.2010)
http://countrystudies.us/austria/41.htm (Letzter Zugriff 18.08.2010)
http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Gli ... GebD-R.htm (Letzter Zugriff 18.08.2010)
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http://de.wikipedia.org/wiki/Gebirgstru ... schland%29 (Letzter Zugriff 18.08.2010)

Autor: Gebirgsjäger / Freiherr von Woye


Das Thema

Feldwebel Kurt Knispel
Erfolgreichster Panzerschütze des 2. Weltkriegs!


* 20 Februar 1921 in Salisfeld im Sudetenland, † 28./29. April 1945 bei Wostitz im Raum Znaim

Es gibt nicht sehr viel Material über diese Ausnahmeerscheinung Kurt Knispel zu finden. Weder im Internet, noch in diverser, einschlägiger Literatur. Man muß sich hier auf Berichte von Vorgesetzten und Kameraden dieses tapferen und stets hilfsbereiten Soldaten verlassen, da Kurt selbst leider keine Gelegenheit mehr hatte, seine Erlebnisse selbst niederzuschreiben.

Außer Frage stehen seine unvergleichlichen Leistungen, die er immer wieder unter Beweis stellte. Oft fiel der tödliche Schuss gegen einen feindlichen T-34 Panzer bereits 2 Sekunden nach Erkennen des Feindes, noch bevor der Kommandant den Befehl dazugeben konnte oder den Feind überhaupt sehen/erkennen konnte.

Ich werde den Werdegang von Kurt Knispel so gut wie möglich nachzeichnen bzw. immer wieder Kameraden zu Wort kommen lassen um einen Gesamteindruck dieses außergewöhnlichen und leider immer wieder verkannten Panzerschützen, später auch Panzerkommandanten eines Königstigers, zu bekommen.


Jugend und Laufbahn

Wie alles begann…

Kurt Knispel wurde am 20. Februar 1921 in Salisfeld im früheren Sudetenland geboren. Er war schon als kleiner Junge in der Schule sehr beliebt. Er hatte von klein auf eine Vorliebe für ausgedehnte Bergtouren. Beliebtes Wanderziel war der Gipfel des Altvatergebirges (1.492m).
Nach den Grundschuljahren absolvierte er eine Lehre in der nahe gelegenen Automobilfabrik, in der auch sein Vater beschäftigt war.

Im Frühjahr 1940, nachdem er seine Lehre abgeschlossen hatte, meldete sich Kurt Knispel bei der Panzerwaffe der Wehrmacht.

Die Grundausbildung absolviert er vom 15. Mai bis 30. September 1940 bei der Panzerersatz- und Ausbildungsabteilung in Sagan (Niederschlesien). Er lernte den Umgang mit dem Panzer I, der sogenannten Sardinendose.

Am 1. Oktober 1940 wird Kurt Knispel zur 3. Kompanie der Panzerregiments 29, der 12. Panzerdivision versetzt.
Als frisch gebackener Gefreiter, feiert Kurt Knispel das Weihnachtsfest 1940 noch im Kreise seiner Familie.
Bis 11. Juni 1941 besucht Kurt noch weitere Lehrgänge in den Schulen von Sagan und Putlos bzw. absolviert in diesem Rahmen auch seine ersten Übungen als Lade- und Richtschütze in einem Panzer IV, der allerdings zu diesem Zeitpunkt noch mit der kurzen 7,5cm Kanone ausgestattet war. Der Panzer IV galt zwar allgemein als schwerer Panzer, konnte jedoch kaum etwas gegen den ab Herbst 1941 neu an der Ostfront aufgetauchten T-34 Panzer der Russen ausrichten.

Schon früh wurde von seinen Ausbildern erkannt, dass der Gefreite Knispel über eine außergewöhnlich schnelle Reaktionsgabe verfügte und auch,was vielleicht noch wichtiger war, mit beeindruckender Genauigkeit Entfernungen schätzen konnte.

Ab März `41 war Knispels Einheit im Lager Warthe (Posen) stationiert, wo der gemeinsame Kampf in Kompanie- bzw. Divisionsstärke geübt wurde.


Kurt Knispel mit seinem langjährigen Freund und Kameraden Fendesack


1. Einsatz

Erster Fronteinsatz

Am Morgen des 22. Juni 1941, 2:15 Uhr saß Kurt Knispel im aufgetankten und aufmunitionierten Panzer von Feldwebel Hellmann, er wartete auf seinen ersten Fronteinsatz.
Erst um 8 Uhr bekamen die Panzer der 12. Panzerdivision ihren Angriffbefehl, mit dem Endziel Minsk.
Am selben Nachmittag feuerte Kurt Knispel die ersten 9 Sprenggranaten auf MG-Nester.
Nach 5 Tagen des schnellen Vorstoßes erreichte unter anderen auch Knispels Panzer den Stadtrand von Minsk und machte damit den Weg für das 5. und 26. Schützenregiment frei, die gemeinsam mit dem 29. Panzerregiment die Stadt nehmen mußten.
Wieder konnte sich Kurt Knispel durch schnellste Reaktionen und genaue Schüsse, teilweise in nur 2 Sekunden nach Erkennen des Ziels auszeichnen.
Meist feuerte Kurt bereits bei den Worten „Ziel erkannt“, noch bevor er fertig gesprochen hatte und vernichtete so tödliche, versteckte MG-Nester für die nachfolgenden Schützenregimenter.
Noch am selben Abend konnte Minsk vollends genommen werden.

Bis zum 6. Juli wurde das Panzerregiment 29 geschont. Kurt Knispel konnte aufgrund seiner Tschechisch- und Russischkenntnisse, die eine oder andere Flasche Wodka für seine Kameraden organisieren.


Kurt bei einer Feier der schweren Panzerabteilung 503 im Jahre 1943.
Leider überlebten nur 2 der Kameraden dieses Fotos den Krieg

Der nächste Befehl den Knispels Einheit erhielt war, den Kessel von Minsk zu zerschlagen. Dabei wurde der Panzer von Kurt 2x von einer 7,62er Pak (der berühmten Ratschbumm) getroffen ohne jedoch dem Panzer IV nennenswerten Schaden zuzufügen.

Am Abend des 7. Juli 1941, als Kurt Knispel für 2 gefallene Kameraden ein Gebet sprach, bemerkte er zu seinem Freund Thaysen: „Ich glaube nicht, dass wir Weihnachten als Sieger wieder zu Hause sein werden!“

Auch Kurt Knispel musste schon früh in diesem Feldzug mit den damals brandneuen T-34 Panzern Bekanntschaft machen, die jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht sehr zahlreich vertreten waren. Bei seinem Panzer IV, dessen kurze Kanone dem T-34 erst ab einer Entfernung von unter 800 Metern wirksam bekämpfen konnte, war das Geschoss sogar im Flug zu sehen, sodass in erster Linie Bunker, MG-Nester und vor allem russische Artillerie bekämpft wurde.

Bereits in diesen anfänglichen Kämpfen, hatte das 29. Panzerregiment derart hohe Verluste, dass es aus dem Kampf genommen wurde. Die gesamte Division war binnen weniger Tage derart zusammengeschmolzen, dass sie aufgelöst und komplett neu aufgestellt werden musste.

Bis zum 20. August 1941 war damit erst einmal Kampfpause für Kurt Knispel angesagt, dessen Panzer mittlerweile in die 9. Kompanie eingegliedert wurde.
Am 20. wurde die gesamte 12. Panzerdivision in den Norden der Ostfront verlegt um sich am Marsch auf bzw. Kampf um Leningrad zu beteiligen.

1. Einsatz als Richtschütze:

Beim ersten Gefecht der 12. Pz-Div. war der Richtschütze in Knispels Panzer ausgefallen, sodass er selbst diese Position übernehmen mußte. Dies sollte SEINE Position werden, in der er sein ganzes Können und seine Intuition einbringen sollte.

Im Panzer von Feldwebel Fendesack (seinem Freund) bestritt Kurt Knispel nun als Richtschütze die ersten Gefechte südlich von Leningrad gegen brandneue, russische T-34 Panzer. Fendesacks Panzer wurde getroffen und blieb liegen, die Mannschaft war bereits dabei den Panzer zu verlassen, bis auf Kurt Knispel, er sah einen T-34 aus einem Busch kommen, schoss 3 Sekunden nach Sichtung und zerstörte damit seinen ersten T-34.
Zu diesem Zeitpunkt noch für einen Glückstreffer gehalten, sollte Kurt Knispel noch alle eines besseren belehren und schon bald für derartig treffsichere Schnellschüsse bekannt werden.

Knispels Einheit wurde durch einen Befehl in den Vororten von Leningrad angehalten, als sie zum Sturm auf die Stadt ansetzen wollten, sie mussten die Stadt umgehen und weiter nach Osten vorstoßen.
In den Wäldern östlich von Leningrad machte die 12. Panzerdivision erstmals „Bekanntschaft“ mit bestens getarnten russischen Scharfschützen, die von den Panzern wirkungsvoll mit Sprenggranaten bekämpft wurden.

Erstmals wurde die gesamte 12. Panzerdivision nahe Mag eingeschlossen. Der Kommentar hierzu von Hauptmann H.G. Thaysen verdient es hier Erwähnung zu finden: „Hier im Kessel war es der Richtschütze Kurt Knispel, der bei einzelnen Vorstößen seines Zuges mehrere Panzer und einige Pak vernichten konnte. Knispel, das bedeutete für uns alle das Eine: „Wir schaffen es und wir halten, bis wir entsetzt werden, damit die Verteidigungsriegel nicht geknackt werden!“

Am 4. November 1941, zu Beginn dieses außergewöhnlich strengen Winters, wurde Kurt Knispel das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen.
Zu dieser Zeit hatte die 12. Panzerdivision den Auftrag, die Stadt Tichwin zu nehmen.

Immer wieder konnte Knispel seine Sprachkenntnisse einsetzen und wichtige Informationen für die Truppe in Erfahrung bringen, da Anfangs die russische Zivilbevölkerung den Deutschen noch wohlgesonnen war und sie teilweise gar als "Befreier aus Stalins eiserner Hand" betrachteten.

In den folgenden Abwehrkämpfen um Tichwin (die Russen bedrohten immer wieder die Verbindungsstraße zwischen Tichwin und Leningrad) tauchte Knispel immer wieder an den Brennpunkten auf, ohne seinen Panzer zu verlieren oder verwundet zu werden. Sein Kommandant Unteroffizier Rubbel hatte hier weniger Glück und mußte ins Feldlazarett.

Der November brachte einen Frontalangriff auf Tichwin, wo die Panzer der 12. in schneller Fahrt, versuchten die Stadt zu nehmen.
Bei diesem Sturm auf Tichwin konnte Knispel binnen Sekunden 2 Paks und 1 T-34 erledigen. Dieser Tag endete nach einer 70km langen Angriffsfahrt nahe der Stadt, in einem Vorort. Knispel setzte auch hier seine Russischkenntnisse ein, um den Ort zu erkunden und konnte feststellen, dass die dort stationierten Rotarmisten keineswegs mit der raschen Ankunft der 12. rechneten und durchwegs betrunken waren.
Knispel erstattete Bericht und schon kam der Befehl das Dorf möglichst leise zu umzingeln, um den Überraschungseffekt voll nutzen zu können.
Nachdem der Ring um das Dorf geschlossen war und die vorher vereinbarte, grüne Leuchtrakete am Nachthimmel zu sehen war, legten die Panzer los.
Schon nach kurzer Zeit ergaben sich die betrunkenen Rotarmisten, ein Vorort von Tichwin war genommen und die Russen überrascht vom Tempo der deutschen Panzerbewegungen.
Am folgenden Tag vernichtete Kurt Knispel 3 weitere T-34 Panzer, die auf die Ortschaft zurollten, ohne zu ahnen, dass diese bereits Nachts zuvor von der 12. Panzerdivision eingenommen wurde.

In den folgenden Tagen starteten die Russen mehrere Gegenangriffe, die das 3. Regiment von Knispel schwer in Bedrängnis brachten.
Als die Munition des 3. Regiments verschossen war und immer noch weitere T-34 die Front bedrängten, startete Kurt Knispel eine spontane Aktion. Mit einer Panzermine bewaffnet robbte Kurt zum nächststehenden T-34, während seine Kameraden die russischen Infanteristen mit einem MG niederhielten. Als der Panzer in ein schützendes Dickicht fährt, robbt Kurt von der linken Flanke an den Panzer heran. Als dieser sich wieder nach vorne bewegen will, bringt Kurt die Tellermine in Stellung und rollt sich seitlich weg. Der T-34 fährt mit einer Kette genau über die Mine und schon detoniert diese auch und läßt beinahe das Trommelfell unseres Helden platzen. Die hektisch flüchtende Besatzung, die den Panzer sofort verlassen haben, fallen den MGs von Kurts Kameraden zum Opfer.
Dies war einer von 3 Panzern, die Kurt auf diese mutige Art und Weise im Nahkampf ausschalten sollte.

Das Sympathische an Kurt war jedoch seine Bescheidenheit, als man ihn nämlich für diesen Einsatz belobigen wollte, meinte er nur lapidar: „Das war eine Kriegslist die lautet: Wenn die Munition alle ist, dann sollte man das dem Feind nicht zeigen, sondern einfach weiterschießen.“

Nachdem die Panzer am folgenden Tag wieder aufgetankt und aufmunitioniert wurden, mußten sie für längere Zeit als mobile Artillerie eingesetzt werden, da die Russen stetig den Druck erhöhten und an verschiedenen Stellen der Front immer wieder versuchten durchzubrechen.

Nicht zuletzt durch den Einsatz von Rubbels und Fendesacks Panzer (mit seinem Richtschützen Kurt Knispel) konnte die Front gehalten werden.

In einer der folgenden Nächte, wurde die Hütte die Kurt mit seinem Freund und Kommandanten Fendesack bewohnte, von russischer Artillerie zerschossen. Der Kommentar von Kurt dazu: „Verdammte Saubande, das geht zu weit. Sie haben unsere Fressalien und die guten Flaschen getroffen, vielleicht sollten wir ihnen einen nächtlichen Gegenbesuch abstatten wie sich das gehört und ihnen eine Nachtserenade bringen.“
Gesagt, getan – Knispel und Fendesack überzeugten kurzerhand Oberleutnant Werner von ihrer Idee, der stimmte auch unter der Bedingung zu, vorher einen Spähtrupp los zu schicken.
Oberleutnant Werner lenkte das deutsche Artillerie-Sperrfeuer für die kommende Nacht in einen anderen Sektor um, um den Russen vorzutäuschen, dass andern Orts ein deutscher Gegenangriff starten würde.
Der Spähtrupp machte sich auf und kundschaftete das feindliche Terrain aus.
Nach Rückkehr des Spähtrupps und bei Einsetzen des Sperrfeuers, legten die Panzer in schnellster Fahrt los. Sie wurden zwar von den vorgeschobenen russischen Posten angegriffen, rasten jedoch ohne zu antworten weiter und schon waren sie hinter den russischen Linien, durchquerten das abgesteckte Minenfeld und schalteten unmittelbar danach die ersten 4 Maxim-MG Stellungen aus. Dabei flog ein Stapel russischer Munition mit in die Luft, 120 Meter dahinter war auch schon die feindliche Kommandozentrale, erkennbar an den vielen langen Antennen, durch 2 gezielte Sprenggranaten wurde sie auch gleich zerstört. Die feindlichen Artillerie-Geschütze wurden auch noch zerstört und schon ging’s wieder zurück hinter die Hauptkampflinie auf die deutsche Seite, wo sie bereits von Oberleutnant Werner freudestrahlend empfangen wurden.

Trotz allem gelang den Russen am 15. Dezember 1941 der Durchbruch an anderer Stelle, bei einer Nachbardivision. Knispels Kompanie hatte den Auftrag diesen Einbruch in die Front zu stoppen und zurückzuwerfen.
Nachdem Kurt einen russischen KW-1 mit 2. Schuss erledigt hatte, feuerte er auf einen 2. der bereits angeschossen war und gab ihm den Rest. Die restlichen T-34 Panzer wurden auf ihrer Flucht beschossen.
Knispel, der einen T-34 gemeinsam mit einem Kameraden abgeschossen hatte, verzichtete auf den Mitwirkungsbonus, sodass sein Kamerad den Abschuss alleine verbuchen konnte.


1942

1942: Ostfront

Das Jahr 1942 begann für Kurt in einer neuen Einheit bzw. in einem neuen Panzer. Sein Panzerkommandant war der nun wieder genesene Rubbel, eingegliedert in die Kampfgruppe Kaufmann. Knispel konnte hier bereits in einem Panzer IV mit der Langrohrkanone platz nehmen und fühlte sich sofort wohl an seinem neuen „Arbeitsplatz“.

Die Kampfgruppe Kaufmann war in der 121. Infanteriedivision eingegliedert und als Brigade für Begleitangriffe vorgesehen.

Schon beim ersten Angriffseinsatz der Kampfgruppe Kaufmann wurde Rubbels Panzer von einem KW-1 getroffen. Beinahe taub, realisierte die Besatzung, dass sie zwar von der tödlichen Granate des KW-1 getroffen wurde, diese wie durch ein Wunder jedoch nicht durchgeschlagen hatte. Kostbare Sekunden, die Kurt nutzte, um den KW-1 ausfindig zu machen und ihn anzuvisieren. Noch bevor Rubbel ihn ausmachen konnte, fiel auch schon der Schuss und traf den KW-1 zwischen Turm und Unterwagen und riss diesem somit die Kanone ab, ein Meisterschuss!

Nach diesem beinahe tödlichen Zwischenfall wurde die Einheit nach Narwa verlegt.

Nach einigen Begegnungen in dieser Gegend mit russischen KW-II Panzern, die Kurt in seiner typischen Manier erledigte, ereignete sich wieder eine für Knispel bezeichnende Aktion.
Bei einem Erkundungsunternehmen geführt von 3 Panzern, führte der Weg durch einen hochwasserführenden Nebenarm der Wolchow nahe Tichoda.
Knispel handelte sofort, er zog seine Hosen aus und watete mit einem Stock durch das Wasser um die seichteste Stelle zu finden, da der Panzer IV nur eine Wattiefe von 1m hatte.
Kurt ignorierte das eisige Wasser, lotste die 3 Panzer IV durch den Fluss und war am Schluss am gesamten Unterkörper bereits blau angelaufen. Im Quartier angekommen wurde Kurt abgerieben und mittels Tee mit einem viertel Liter Rum wieder aufgewärmt. Nach mehrstündigem Schlaf, eingehüllt in jede Menge warmer Decken, war Kurt am nächsten Tag wieder ganz der Alte.

In den folgenden Wochen und Monaten war die Kampfgruppe Kaufmann mit mehreren Abwehrgefechten in Wald und Sumpflandschaften beschäftigt.

Feldwebel Rubbels Panzer wurde am 17. April 1942 beschossen und er selbst dabei bereits zum 3. mal verwundet.
Vorübergehend durfte Knispel erstmals das Kommando über den Panzer übernehmen.

Von 17. April bis 17. Mai wurden noch zahlreiche Panzer und Geschütze der neu gegründeten russischen „Sturmbrigade Nord“ zerstört, die gegen die 121. Infanteriedivision vorging.


Kurt Knispel mit seinem Panzerkommandanten Rubbel,
Kurt entfernt gerade den Laufschoner vom "Stummel"

Am 17. Mai 1942 erfolgte der Rücktransport in die Heimat – zuvor wurde das gesamte Gerät zurückgelassen und an Kameraden übergeben.
Die Kampfgruppe Kaufmann wurde in der Heimat umgruppiert und neu ausgestattet.


Gefreiter Thaysen und Gefreiter Knispel
beim ersten Heimaturlaub von der Ostfront 1942

Da die neuen Panzer noch nicht rechtzeitig eingetroffen waren, hatte Kurt die Gelegenheit 2 Wochen Heimaturlaub zu machen und ausgedehnte Touren mit dem Auto in der Umgebung von Frankfurt/Oder zu genießen.
Eine Karte, geschrieben an seine Eltern aus dieser Zeit verrät uns: „Es ist einfach fantastisch. Alles dies ist Deutschland! Und dies ist es wert, dafür zu kämpfen und es uns zu erhalten.“

Nach diesem unerwarteten Kurzurlaub wurde Knispels Einheit nach Burg bei Magdeburg verlegt und erhielt dort mit einiger Verspätung neue Panzer IV, mit der KWK 7,5cm lang. Vorgesehen waren die neuen Panzer als Verstärkung der unter schweren Verlusten leidenden 13. Panzerdivision (Panzerregiment 4).

Der folgende Zugtransport Richtung Osten sollte uns wieder eine für Kurt typische Aktion bringen.
Auf einem offenen Waggon sitzend sah sich Kurt während eines Aufenthalts in Krakau um. Er entdeckte nahe der Gleise einen Mann in schwarz/weiss gestreifter Kleidung, gefolgt von einem SS-Mann, der ihn mit dem Kolben seines Karabiners schlug bzw. mit Fußtritten vorantrieb.
Als der Häftling nach einem neuerlichen Tritt auf die Knie fiel, wurde es Kurt Knispel zu bunt und er sprang kurzerhand fluchend vom Zug.
Kurt baute sich wütend vor dem SS-Mann auf. Als dieser seinen Karabiner heben wollte, riss ihn Kurt diesen aus der Hand und zerschlug den Kolben auf den Gleisen. Der SS-Mann wurde danach noch mit einigen Fußtritten von Kurt bedacht, ehe er wieder auf den Zug sprang und sich neben seinen Kameraden Feldwebel Rubbel setzte.
Kurt würde niemals das verdutzte Gesicht des Häftlings vergessen, obgleich er nicht wußte, ob er ihm wirklich einen Gefallen getan hatte mit seiner Aktion.

Am Tagesziel des Zugs allerdings wartete bereits die Militärpolizei (genannt Rollbahnkrähen)

Der Chef der 3. verweigerte der MP jedoch den Zutritt zum Zug, und als die Rollbahnkrähen ihn beiseiteschieben wollten, zog dieser seine Pistole. Mit den Worten: „Auf diesem Zug bin ich Kommandeur, und wenn auch nur ein Fremder einen Schritt weiter macht, wird er erschossen!“
Die Militärpolizei betrachtete damit den Fall als erledigt und zog eingeschüchtert wieder ab.

Am 4. August 1942 traf der Zug letztendlich in Stalino ein. Von hieraus, fuhren sie gemeinsam mit dem Panzerregiment 4 Richtung Süd-Osten weiter.
Sie sollten mit der 1. Panzerarmee unter Generaloberst Ewald von Kleist tief in den Kaukasus vorstoßen.

Nach Kämpfen in Maikop und Sablinskaja in denen Knispels Panzer wieder als mobile Artillerie eingesetzt wurde, ging es bei 20 Grad Minus am 12. November als Verstärkung zur 5. Waffen-SS Division Wiking nach Rostow um die dortigen ununterbrochenen Attacken der Russen aufzuhalten.

Unter dem Eindruck, dass sich scheinbar das Kriegsglück gegen die Deutschen gewendet hat und nach bedrohlichen Meldungen, die aus Stalingrad zu hören waren, sagte Knispel zu seinem Kameraden Rubbel: „Wir Einzelkämpfer können siegen und tun dies auch, aber das Heil, der Pott, ist zweifelhaft. Jeder will ihn erreichen.“

Ende 1942 wurde Knispel ein weiteres Mal in die Heimat zurückgerufen um einen völlig neuen Panzer in Empfang zu nehmen und wieder in eine komplett neu geschaffene Einheit verlegt zu werden.


1943

1943: Neue Einheit, neue Panzer

Mittlerweile wurde Kurt mit dem EK2 und dem Panzerkampfabzeichen in Silber ausgezeichnet und zum Unteroffizier befördert.
In diesem Winter 42/43 konnte er sein Elternhaus besuchen und gemeinsam mit 2 weiteren Kameraden dort in Ruhe das Weihnachtsfest feiern.

Am 10. Januar mußte er sich in der Panzertruppenschule Putlos melden, wo er erfuhr, dass er künftig in der neuen schweren Panzerabteilung 503 dienen sollte. Die schwere Panzerabteilung 503 wurde komplett mit den neuen Tiger-Panzern ausgestattet. Allerdings wurden noch nicht alle Tiger geliefert und so wurde Knispels Urlaub bis Ende Januar verlängert.


Kurt Knispel mit seinem Freund Oberfeldwebel Hans Fendesack

Am 30. Januar 1943 war es dann so weit, in Putlos durfte Kurt in einem neuen Tiger Kampfpanzer Platz nehmen. Schon nach wenigen Übungseinsätzen war allen klar, dass dieser Panzer allen anderen an den Fronten weit überlegen sein würde.

Zurück an der Kaukasus-Front änderte sich das Bild der Rückzugsgefechte schlagartig. Die vorstoßenden russischen Panzerkeile wurden mit den Tigern abgeschnitten und im Anschluss vernichtet. Plötzlich konnten Feindpanzer auf 2000m wirksam bekämpft werden und die Wirkung beim Gegner blieb nicht aus!

Nach nur 3 Monaten mit dem neuen Tiger Panzer erreichte Kurt das Panzerkampfabzeichen in Gold bzw. erhöhte seine Abschusszahl drastisch. (vor dem Tiger hatte Kurt nur 12 bestätigte Abschüsse verbuchen können.)
Jedoch war der Tiger nicht nur in Sachen Feuerkraft überlegen, in Knispels Einheit der schweren Panzerabteilung 503 gab es einen Panzer, der bis Kriegsende nicht weniger als 227 (!) Treffer abbekommen hatte, keiner davon konnte die Panzerung durchschlagen!

Im April 1943 wurde die 503. zum Angriff von Charkow aus Richtung Chugajew-Donez befohlen.

Am 5. Juli wurde die Kompanie in Marsch gesetzt um im Rahmen der Operation Zitadelle mitzuwirken. Bekanntlich wurde der Angriff mittels Führerbefehl, aufgrund der Landung der Alliierten in Sizilien abgebrochen.
Kurt Knispel nahm wieder den Platz des Richtschützen ein und rollte im Tiger von Rippl. Die Panzer von Rippl und Knispels alten Kameraden Rubbel wurden später Max und Moritz genannt, da sie meist gemeinsam im Einsatz waren und oft nebeneinander fuhren.
Knispel erledigte hier bei einem Einsatz ganze 7 T-34 Panzer praktisch im Alleingang während die 3 anderen Tiger mit PAKs beschäftigt waren. 2 der 7 T-34 wurden auf eine Entfernung von 2400m zerstört.
In den folgenden Tagen und Wochen wurde Knispel zum ungekrönten König der Richtschützen und zerstörte zahlreiche feindliche PAK-Stellungen.

Russische T-34 Panzer wurden angewiesen, sich zurückzuziehen, sollten deutsche Tiger Panzer an der Front gesichtet werden, um Kämpfen mit dieser überlegenen Panzerwaffe auszuweichen. Die Verluste an russischen T-34 waren in derartigen Gefechten unverhältnismäßig hoch.

Von Juli 42 bis März 44 schoss Kurt Knispel ganze 101 feindliche Panzer ab und wurde mit einer namentlichen Nennung im Wehrmachtsbericht vom 25. April 1944 belohnt.

Noch vor dem Abbruch von Zitadelle (am 16. Juli 1943) vernichtete Knispel in der Schlacht im Kursker Bogen 20 Feindpanzer, einige davon aus mehr als 2000m Entfernung.
Einen weiteren Abschuss teilte er sich mit einem jungen Gefreiten.
Als dieser ihm gratulieren wollte, rief Kurt nur laut: „Das war Deiner Helmut!“

Am 24. Juli 1943 erhielt Kurt Knispel, das mehr als überfällige EK1 verliehen. Allein in den Kämpfen am Kursker Bogen vernichtete Knispel 27 russische Panzer.
Kursk hatte den Namen Knispel im Bataillon bekannt gemacht, sein Name wurde zum ehrenden Beiwort für die Abteilung.

Am 16. Juli begann der Abzug aus dem Gebiet um Kursk.
Die Tiger Panzer hatten die Aufgabe den Rückzug der Infanterie zu ermöglichen bzw. Einkesselungen zu verhindern.

Vielleicht war es einer der Gründe, warum Kurt Knispel nicht schon für seinen 100. erledigten Feindpanzer das Ritterkreuz bekommen hat, Begebenheiten wie diese:
Die Tiger von Rippl (mit Knispel) und Rubbel, genannt Max und Moritz, waren vom Rest ihrer Einheit abgeschnitten. Über Umwege konnten sie ihre Kameraden wieder erreichen. Angekommen machten sie Meldung beim Regimentskommandeur, der beide sofort rügte, da ein Tiger Panzer an der HKL zurückgelassen wurde. Sie bekamen den Auftrag diesen Panzer zu bergen und zur Einheit zurückzuführen. Beide Panzer, versuchten die vorgerückten Russen zu erledigen und bis zu diesem Tiger vorzudringen. Aufgrund der Masse der feindlichen PaK´s und der T-34 Panzer war jedoch ein Durchkommen nicht möglich. Knispel zerstörte mit einem gezielten Schuss den verlassenen Tiger und die beiden Panzer kehrten zu ihrer Einheit zurück.

Die Meldung beim Oberst endete in einem Gewitter und einer Abmahnung für die beiden Panzerkommandanten Rippl und Rubbel.
Knispel stellte sich vor die beiden mit den Worten: Ich möchte Herrn Oberst darüber in Kenntnis setzen, dass der Tiger von seiner Mannschaft und nicht von uns verlassen wurde. Wir haben alles versucht, ihn zurückzubekommen. Da es unmöglich war und nur damit enden konnte, dass wir unsere beiden Tiger auch noch verlieren, haben wir ihn zerstört und damit für die Russen unbrauchbar gemacht.

Die Antwort vom Oberst: „Sie haben Recht Herr Unteroffizier, Sie sind entschuldigt!“

Der Oberst wartete bis Knispel den Gefechtsstand verlassen hatte und fragte sofort seinen Adjutanten: „Wer war der dunkelhaarige Unteroffizier mit dem EK I ?“
Adjutant: „Das war unser Knispel von der schweren Panzerabteilung 503, Herr Oberst!“
Oberst: „Verdammt schneidiger Kerl, er hat die Hölle über mich ausgegossen!“

Diese Sache hatte wieder einmal kein Nachspiel für Kurt, er hatte seinen Kopf durchgesetzt, auch gegen Vorgesetzte und kam damit durch.
Das Ritterkreuz hat er trotz bisher 2-maligen Vorschlags nicht erhalten – und wer hätte es mehr verdient als er?

Kurz darauf konnte Knispel einen Feindpanzer auf 3000m erledigen. Das Besondere daran war, dass kein deutscher Panzer eine Visierung hatte, die auf eine solche Entfernung eingestellt werden konnte. Der Richtschütze mußte daher die Entfernung exakt schätzen können und die Visierung richtig einstellen um einen Feindpanzer auf solch eine Entfernung bekämpfen zu können. Knispel konnte dies in unvergleichlicher Manier und erledigte den ersten Panzer mit nur einem Schuss. Der 2. Panzer konnte im Schutz eines Waldstücks entkommen. Es stellte sich heraus, dass es sich um 2 Churchill III Panzer, mit einer Panzerung von 100mm handelte!

Eine weitere Geschichte über Kurt Knispel möchte ich an dieser Stelle noch erwähnen, weil sie typisch für diesen Soldaten war:

Im Sommer 1943 beobachtete Kurt, wie mehrere T-34 Panzer eine Fußgruppe Rotarmisten deckte. Doch bevor er Sprenggranaten laden ließ, erkannte er, dass die feindlichen Panzer Zivilisten aus einem Dorf evakuierten. Knispel ließ sie gewähren und eröffnete das Feuer nicht.

Allein während des gesamten Unternehmens Zitadelle hat Kurt Knispel mehr als 60 Feindpanzer vernichtet! Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er mehr als 300 Einsätze gefahren. (hier sind nicht nur Einsätze gegen Panzer sondern auch gegen feindliche PaK´s und MG Stellungen, sowie Bunkeranlagen mitgerechnet, somit sind nicht alle Einsätze relevant für das Panzerkampfabzeichen).


1944

1944: Knispels größte Erfolge

Um den 10 Februar 1944 erzielte Kurt Knispel seinen 80. bestätigten Abschuss und war damit erstmals Spitzenreiter in der deutschen Wehrmacht.

Der Rückzug von Tscherkassy über Winnitsa brachte Knispels Panzer mehrere Abschüsse feindlicher T-34 Panzer, die versuchten, die sich zurückziehenden deutschen Einheiten zu überholen. Für diese Leistungen erhielt Hauptmann Scherf am 24. Februar 1944 das Ritterkreuz und das obwohl Hauptmann Scherf, Kurt Knispel für genau diese Leistungen für das Ritterkreuz vorgeschlagen hatte. Wortwörtlich meinte Scherf, dass Knispel als Richtschütze den wesentlichen Anteil an den Abschüssen gehabt hätte und daher das Ritterkreuz mehr verdient hätte. Trotz allem wurde Kurt Knispel am 20. Juli 1944 „nur“ mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet und nicht wie vorgeschlagen mit dem mittlerweile mehr als verdienten Ritterkreuz.
Zusätzlich wurde er aufgrund Tapferkeit vor dem Feinde zum Feldwebel befördert.


Kurt Knispel unmittelbar nach der Verleihung des Deutschen Kreuzes in Gold,
mit auf dem Bild ist Hauptfeldwebel Haase zu sehen

Kurz bevor Kurt Knispel namentlich im Wehrmachtsbericht vom 25. April 1944 genannt wurde, hatte ihn Oberstleutnant Bäke als mittlerweile 3. Kommandant zum Ritterkreuz vorgeschlagen. Wieder wurde der Vorschlag nicht akzeptiert bzw. verlief sich im Sande.
Der Wehrmachtsbericht dieser Tage lautete:
„Unteroffizier Knispel, Richtschütze in einer schweren Panzerabteilung im Osten, hat in der Zeit zwischen Juli 1942 und März 1943 101 feindliche Panzer vernichtet.“
(allerdings fehlten hier 12 Panzer die Knispel bereits mit dem Panzer IV vernichtet hatte!)


Auszug aus der veröffentlichten Version des Wehrmachtsberichts vom April 1944

Am 4. Mai 1944 kehrte Kurt Knispel nach Deutschland, in die Heimat zurück. Für ihn war der Einsatz im Osten beendet.

Am 14. Mai 1944 wurde den ehemaligen Männern überraschend der neue Panzer Tiger II vorgestellt. Kurt nahm sofort seinen Platz, den Platz eines Richtschützen ein. Der Tiger II war damals allen anderen Panzern auf der Welt überlegen, sei es die Panzerung oder die 8,8cm Hauptbewaffnung.

Die schwere Panzerabteilung 503 wurde begleitet von einer großen Festlichkeit, an der auch Generaloberst Guderian teilnahm, mit den neuen „fahrenden Festungen“ ausgestattet.

Nach der Landung der Alliierten, wurde die 503. per Bahn nach Westfrankreich verlegt.

Nach kurzen Gefechten bei St. Ló zog sich Knispels Einheit nach St. Pierre zurück. In diesen ersten Gefechten mit dem neuen Königstiger erzielte Knispel seine ersten beiden Abschüsse im neuen Panzer.

Am 14. August wurde bei schweren Gefechten und Überfällen von Raketenbombern der Panzer von Kurt Knispel schwer getroffen.
Knispel überlebte den Angriff, versuchte noch seinen Kommandanten zu retten, dieser erlag jedoch einen Tag später seinen schweren Verletzungen.

Im Zuge dieser schweren Gefechte fielen alle Königstiger der 503. aus. Den letzten Panzer, den seine Besatzung bereits verlassen hatte, nahm sich Kurt Knispel und fuhr damit als Kommandant zurück auf die deutsche Seite. Mehrmals konnte er sich und seine Besatzung vor dem Tode retten. Letztendlich schaffte er es den Panzer, und seine Mannschaft in Sicherheit zu bringen. Von diesem Tage an war Feldwebel Kurt Knispel Kommandant eines Tiger II Panzers.

Knispels letzter Heimaturlaub war gekommen. Da seine Einheit keine intakten Panzer mehr zur Verfügung hatte, da alle im Kessel von St. Ló verloren wurden, wurde Kurt´s Einheit nach Paderborn verlegt um neue Panzer zu erhalten. Die Einheit wurde auf Sollstärke aufgefüllt und erhielt neue Tiger II Panzer.

Der erste Einsatz mit den neuen Tiger-Panzern sollte jedoch kein Kampfeinsatz sein. Am 25. September 1944 sollte in einem bis dato unbekannten Ort namens Sennelager die wohl ungewöhnlichste Parade des 3. Reichs stattfinden. Noch einmal wollte das Regime die stärkste Panzerwaffe des 2. Weltkriegs der Öffentlichkeit und nicht zuletzt den Alliierten in großer Zahl präsentieren.
Bis heute sind uns Filmaufnahmen dieser Parade erhalten geblieben, und wie es der Zufall will, ist unser Kurt Knispel voller Stolz mit seinem Deutschen Kreuz in Gold darauf zu sehen.


Vorläufiges Besitzzeugnis Deutsches Kreuz in Gold
Kurt hatte es per Feldpost an seine Eltern geschickt


Kurt Knispel bei der Parade in Sennelager mit seinem neuen Tiger II Panzer


Filmaufnahmen der ungewöhnlichen Parade in Sennelager

Am 14. Oktober kam der Marschbefehl Richtung Budapest in Ungarn. Der Abfall der Ungarn aus dem Achse-Bündnis sollte dort verhindert werden.
Knispels Kommandeur dieser Tage, Hauptmann Dr. von Diest-Körber gratulierte zum 126. Abschuss mit den Worten: „Knispel, wenn ich das Ritterkreuz hätte, würde ich es abnehmen und Ihnen verleihen, hier und sofort!“
Kurt antwortete nur: „Danke Herr Hauptmann, aber es ist ja nicht das Ritterkreuz, das den Soldaten ausmacht, sondern seine Taten.“
Hauptmann von Diest-Körber versicherte Feldwebel Knispel seinen ganzen Respekt und versprach dafür zu sorgen, dass er für seine Leistungen auch endlich das Ritterkreuz erhalten sollte. Noch vor Kurt Knispels Augen füllte der Hauptmann das Antragsformular zur Verleihung des Ritterkreuzes aus. Dies war bereits der 4. Antrag eines Kommandanten, Feldwebel Knispel diese Auszeichnung zu verleihen.
3 Tage später erschien der 2. Generalstabsoffizier des III. Panzerkorps und beglückwünschte Kurt Knispel ebenfalls zu der beeindruckenden Anzahl an vernichteten Feindpanzern und versicherte ihm, dass das Korps den Antrag auf die Ritterkreuzverleihung mit stärkster Zustimmung weiterleiten und befürworten werde.

Ende Oktober 1944 machte Kurt Knispel erstmals „Bekanntschaft“ mit dem neu an der Front erschienenen überschweren Josef-Stalin Panzer mit seiner 12,2cm starken Hauptbewaffnung. Auch diese Panzer wurden von Knispel jedoch aus teilweise mehr als 3000 Metern Entfernung bekämpft und zerstört.
Knispels Kameraden waren damals der Meinung, dass der Abschuss Nr. 200 nur eine Frage der Zeit sein würde.

Knispels Einheit, die 503. schwere Panzerabteilung wurde am 19. Dezember 1944 in Panzerkorps „Feldherrnhalle“ umbenannt. Kommandeur dieser Einheit war ein alter Bekannter, Oberst Dr. Franz Bäke (später Generalmajor).


1945

1945: Letzter Akt

Januar und Februar 1945 wurde das Panzerkorps Feldherrnhalle an verschiedenen Brennpunkten in Ungarn eingesetzt und verhinderte den Durchbruch der Russen. Teilweise verteidigten die 22 Königstiger die Front gegen mehr als 70 Feindpanzer und fügten diesen schwere Verluste zu.

Am 25. März 1945 begann eine russische Offensive entlang der Front am Gran. Nach anfänglichen Abwehrerfolgen mußte sich Knispel mit seiner Einheit jedoch zurückziehen. Nach einem zwischenzeitlichen Halt bei Schloss Bab, zogen sich die Panzer bis zum 14. April weiter zurück.

Von 14.-19. April mußte das Korps Feldherrnhalle die 357. Infanteriedivision unterstützen um den Zusammenbruch der Front in diesem Abschnitt zu verhindern und die Hauptkampflinie zu stabilisieren.

Vom 19.-21. April konnte Kurt Knispel 8 Feindpanzer vernichten, ehe seine Einheit nach Laa (in Österreich) verlegt wurde.

Nach kurzer Rast rollte der Verband am 26. April 1945 nach Wostitz, wo er sofort wieder in schwere Abwehrkämpfe, die bis 30. April andauern sollten, geworfen wurde.

Es war der 28. oder 29. April, hier gibt es nach wie vor Uneinigkeit, als Knispel seinen 168. und damit letzten Feindpanzer vernichtete.
Er wurde von einer Reihe russischen T-34 Panzern angegriffen und schwer getroffen.
Als die Munition in seinem Tiger II Panzer explodierte, fiel die gesamte Besatzung.
Feldwebel Skoda, der Zeuge diese Tragödie wurde, versuchte noch Kurt Knispel zu Hilfe zu eilen, wurde dabei jedoch selbst abgeschossen.

Einer der besten deutschen Soldaten war gefallen.

Niemals durfte er die Auszeichnung erhalten, die er sich mehrmals verdient hätte: Das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes!

 

Anhang:



Auskunft der Dienstelle gefallener ehem. Angehöriger der Wehrmacht in Berlin


Quellen

Internet:
Wikipedia Deutsch
Wikipedia Englisch
Panzer-Archiv.de
Axis History Forum

alle Internet-Quellen wurden mit Stand Dezember 2009 genutzt!

Buch:
Feldwebel Kurt Knispel (Flechsig Verlag)
ISBN: 978-3-88189-734-1

Autor: Schwarzenberg


 

Das Thema

 

Paul Audorff
Oberstleutnant
Ritterkreuzträger des
Deutschen Afrikakorps

 

Das Grenadierregiment 754 in Tunesien war seine Heimat in Afrika und seine Taten bei diesem Regiment führten zu dem ausgezeichneten Ruf dieses deutschen Soldaten.


Vorwort

Einleitung

"Krimhilde" war das Stichwort des OKH am 12. November 1942 - vier Tage nach der amerikanischen Landung in Marokko und Algerien - welches die Aufstellung einer neuen Infanteriedivision bedeutete und die Wende deutscher Kriegsanstrengungen in Afrika bedeutete. Die neue Division erhielt die Nummer 334 und sollte im noch französischen Tunesien zum Einsatz kommen. Befehlshaber der neuen Division war Generalmajor Friedrich Weber und das Grenadierregiment 754 sollte durch den Oberstleutnant Paul Audorff als Kern der neuen Division aufgestellt werden. Audorff selber war bereits ein erfahrener Offizier, der sich vor allem in Frankreich ausgezeichnet hatte.


Jugend

Jugend und Weg in die Wehrmacht

Paul Otto Ernst Friedrich Audorff, geboren am 6. Februar 1904 in Hof im Lande Bayern, war ein Sohn guten Elternhauses. Der Vater war Reichsbahnbeamter und damit sein Weg eigentlich schon vorgezeichnet. Nach der üblichen Schulausbildung machte er eine Fortschulausbildung und trat als 19 jähriger (1923) in den Militärdienst ein. Es sollte eine Berufssoldatenlaufbahn sein, die bei der 14- Kompanie des 16. (bayer.) Infanterieregiments anfing. Die kleine Reichswehr setzte auf gute Zug- und Gruppenführer, und so war Audorff einer der ersten Feldwebel, die bereits am 1. Juli 1934 unter gleichzeitiger Beförderung zum Leutnant und Oberleutnant in das aktive deutsche Offizierskorps übernommen wurde. Seine Vorgesetzten und die oberen Stellen setzten auf erfahrene Soldaten wie ihn, um die neue Wehrmacht eine Führungsstrukur zu geben und in der wachsenden deutschen Armee ausgezeichneten deutschen Soldaten eine Möglichkeit des Aufstiegs zu geben. Dies trifft auf den noch jungen Audorff im Besonderen zu, war er doch während seiner Reichswehrzeit sportlich vielseitig tätig. Er war ein begnadeter Schwimmer, Leichtathlet und Schwerathlet. Dazu war Audorff ein ausgezeichneter Schütze, das beweisen zwei Schützenabzeichen und ein Scharfschützenabzeichen. Solche Unteroffiziere sollten nun ihre Chance bekommen und sich ihre Meriten verdienen.  Paul Audorff wurde bereits am 1. Januar 1937 zum Hauptmann befördert, er Führer die 9. Kompanie des IR 42.


2. Weltkrieg

2. Weltkrieg

Der Krieg begann für Audorff und seine Kompanie in einem Kartoffelacker vor der polnischen Grenze. Die deutsche Artillerie eröffnete um Punkt 4.45, am 1. September (1939) das Feuer und die Kompanie Audorff ging zum Angriff über. Das Ziel, eine Ziegelei wurde bei ersten Sturm genommen und sein erster Kriegseinsatz verlief sehr erfolgreich. Dem Vormarsch der III. Kompanie IR 42 waren kaum Hindernisse im Weg, von einem Scharmützel ging es ins nächste. Bei einem Durchbruch, bei dem der Erfolg auf Messers Schneide stand, erhielt Audorff für den schwer erkämpften Erfolg das EK II. Er hatte sich damit ausgezeichnet, unter schwerem Feuer seine Taufe bestanden und als Kommandeur Entscheidungen getroffen, die über Sieg oder Niederlage entschieden.
Das EK I folgte als Kommandeur der I. Kompanie IR 330, beim Durchbruch der Maginot Linie. Danach war er mit seiner I. Kompanie im umbenannten 596 IR (vorher 330) als Wachbataillon in Paris eingesetzt.
Als nächste Schritt im Karriereweg des Paul Audorff sollte nun die Operation "Seelöwe" kommen, dazu wurde der zum Major beförderte Audorff an die Atlantikküste versetzt und dort mit der I. Kompanie 596 IR dann auf britische Festland übersetzen. Dazu sollte es aber nicht kommen, als Major "Krimhilde" erreichte und er nach Afrika als Regimentskommandeur bestellt wurde.

 

 
Karriere
1923
Rekrut
1925
Oberschütze
1927
Gefreiter
1929
Unteroffizier
1934
Feldwebel
1934
Leutnant
1934
Oberleutnant
1937
Hauptmann
1941
Major
1943
Oberstleutnant


Einsatz in Afrika

Sein Weg und Kampf für Afrika

 

In Grafenwöhrt (Herbst 1942) begann sein Weg nach Afrika, hier stelle er das Infanterieregiment 754 auf, ließ es auf Tauglichkeit untersuchen, mit Tropenuniformen ausrüsten und war die treiben Kraft für eine schnelle Verlegung in den neuen Einsatzort. Das I. Bataillon unter Major Fritz Weidenhammer konnte bereits verladen werden und verließ in den Tagen nach dem 14. Dezember 1942 die Heimat Richtung Afrika. Für das Übersetzen waren italienische Schiffe zuständig und das gesamte Regiment landete nach und nach in Tunis. Dabei wurde das I. Bataillon gleich nach der Landung als Verstärkung in die Kämpfe geworfen. Auch Major Audorff war gleich nach seinem Eintreffen in den nach Westen gerichteten Abwehrkampf involviert. In den folgenden Kämpfen bewies das IR 754 seine Standfestigkeit, brachte die 78. britische ID zum Stehen und konnte wichtige Schlüsselstellen behaupten. Das gelang vor allem durch die Unerbittlichkeit des Major, wenn es um das Anlegen von festen Stellungen und festen Unterständen ging. So konnte das Regiment von Audorff bis zum Eintreffen der übrigen Division (Grenadierregiment 754 und 755, Gebirgsjägerregiment 756 und Ari 334) das Gebiet um die Weihnachtsberge sichern und ein Aufmarsch Gebiet bereitstellen.
In den folgenden schweren Kämpfen tat sich Audorff persönlich hervor, indem er zwei Offiziersspähtrupps selbst führte und mehrfach Gefangene machte. Sein Regimentsgefechtsstand war zentral bei Massicault eingerichtet und er konnte so mit seinen Reserven blitzschnell an Ort und Stelle sein. An allen Brennpunkten war der Major persönlich anwesend, führt souverän sein Regiment und zeichnete sich durch seinen Mut aus. Mit seinen tapferen Grenadieren kämpft er dort wo Not am Mann war. Er galt als einsatzfreudig, fürsorglicher Vorgesetzter und guter Kamerad. Vom Offizier an seiner Seite bis zum letzten Grenadier in an der vordersten Linie, konnte sich jeder auf ihn verlassen. So wurde Paul Audorff am 1. Februar 1943 zum Oberstleutnant befördert.
Nachdem Audorff an den Weihnachtsbergen abgelöst wurde, war für ihn keineswegs einer Zeit des Ausruhens angesagt, sondern wurde er an neue Brennpunkte geschickt. Er verteidigte die tunesische Westfront mit aller Kraft, führt mehrere gewaltsame Erkundungen durch und führt den Durchbruch auf Medjez el Bab, einer Schlüsselposition für beide Seiten, nämlich dem Schlüssel zu Tunis.
Der Durchbruch misslang und für Audorff war nun der Feind in der besseren Position in Afrika. Auch ein zweiter Versuch auf Djebel Hoka mit unterlegenden Kräften und ohne schwere Waffen war ein aussichtsloses Unterfangen.
Bei diesem Angriff zeichnete sich der Adjutant des Bataillons, Leutnant Hutzler aus, der mit seinem Krad mehrmals durch geballtes Feindfeuer fuhr um der abgeschnittenen 3. Kompanie Munition zu bringen. Audorff empfiehl ihn fürs Ritterkreuz.
In der Nacht zum Karfreitag begann der englische Großangriff, mit Zielrichtung Tunis. Von nun galt es für das Deutsche Afrika Korps. Die Grenadiere schlugen Angriff um Angriff an und Audorff für mit dem Kübelwagen von Bataillon zum nächsten. War dem Gegner ein Einbruch gelungen, so war Audorff zur Stelle und warf ihn wieder hinaus. Mit nur schwachen Kräften, nur von Fallschirmjägern auf der Südflanke geschützt, schlug er den englischen Großangriff ab. Völlig aus dem Konzept gebracht, brachen die Engländer ihren Angriff ab. Das Regiment 754 musste schwere Verluste hinnehmen, doch die HKL war fast an gleicher Stelle wie vor der Offensive gehalten worden. Die 15. PD schaffte noch einmal ein solche Offensive abzuhalten, doch gelang der feindliche Durchstoß am 7. Mai.

 

"Nachdem am 25.04.1943 ein britischer Großangriff auf Medjez el Bab anbrach, der einen Durchbruch bis nach Tunis zum Ziel hatte, wehrte Audorff in vorderster Linie, persönlich den Angriff, unterstützt durch eine Panzerbrigade, ab. Die HKL bleib dabei in eigener Hand. Für diesen Abwehrerfolg wurde das Regiment im OKW-Bericht genannt und der Kommandeur durch den Divisionskommandeur der 334. Infanteriedivision zum Ritterkreuz vorgeschlagen."

Für Paul Audorff war damit der Krieg in Afrika noch nicht zu Ende, er sammelte die Reste der übrigen Bataillone auf und zog in der Nacht des 7. Mai zu seinen Ausweichstellungen. Auf diesen Wege wurde sein Bataillonsadjutant tödlich verwundet. Leutnant Hutzeler war ein tapferer Soldat und Audorff sagte voll Stolz, "mit Ihm ging einer der tapfersten Männer von uns, die jemals einen Stahlhelm getragen haben."


Weitere Jahre

Ende

Seine letzte Befehle in Afrika erteilte er um den Rückzug anderer Einheiten zu decken. Noch einmal folgten die Soldaten ihrem Regimentskommandeur. "Wir sitzen auf den Panzern auf!" befahl Oberstleutnant Audorff und seine Grenadiere kämpften mit ihrem ganzen Mut um die Amerikaner noch einmal zurückzuwerfen - Es gelang!
Nachdem der Treibstoff zu Ende ging, wurde die Geschütze wie Panzer eingegraben und hinter den eigenen Linien als Befestigungen eingesetzt. Der folgenden amerikanische Angriff wurde mit starken und massierten Panzerkräften durchgeführt. Sie eroberten Djebel Achkel und die Panzer wurden überrannt. Die letzten Grenadiere weigerten sich aufzugeben und trieben den Feind mit dem gezielten Einsatz von Sprengmitteln zurück - das Bataillon hielt zum letzten Mal.
Am 10. Mai 1943 war der Kampf zu Ende, die letzten Überlebenden des Bataillons wurden nach Ferryville zurückgeführt, die Männer sollten nicht dem Feuerregen der feindlichen Ari sinnlos geopfert werden. In Ferryville gingen die letzten des Regiments in die Gefangenschaft, Oberstleutnant Audorff war schon am 8. Mai festgesetzt worden. In Protville wurde er von den Amerikaner gefangen genommen, als er neue Munition, Treibstoff und Verstärkung besorgen wollte. Er ging in die Kriegsgefangenschaft und wurde nach Amerika transportiert. Er erfuhr in der Gefangenschaft, am 27. Juni 1943, dass ihm das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz verliehen worden war.


 
Auszeichnungen
 
EK II am 05.10.1939
EK I am 06.06.1940
Infanterie-Sturmabzeichen in Silber
Verwundetenabzeichen in Schwarz
Dienstauszeichnung II. Klasse am 02.10.1936
Ärmelband "Afrika"

Bis zum 13. März blieb Paul Audorff in Gefangenschaft, erst danach kehrte es nach Deutschland zurück und trat als Mitarbeiter in die Brauerei seines Schwiegervaters in Marktleuthen ein, in der er bis zu seinem Tode (17.01.1981) tätig war.

Quellen

Karl Alman, Ritterkreuzträger des Afrikakorps, Rastatt 1975.

http://www.ritterkreuztraeger-1939-45.d ... f-Paul.htm (Letzter Zugriff 22.09.2010)
http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Per ... dorffP.htm (Letzter Zugriff 22.09.2010)
http://pt.wikipedia.org/wiki/Paul_Audorff (Letzter Zugriff 22.09.2010)
http://www.ritterkreuztraeger.info/rk/a/A098Audorff.pdf (Letzter Zugriff 22.09.2010)

Autor: Freiherr von Woye


Das Thema

Hans Freiherr von Funck, General der Panzertruppen

 

Geburtsdatum: 23.12.1891 in Aachen
Sterbedatum: 14.02.1978 in Viersen


Lebenslauf

Lebenslauf:

Der Sohn des Regierungspräsidenten Johannes Freiherr von Funck legte 1911 sein Abitur ab und studierte Jura in Freiburg und Greifswald. Zu Beginn des Krieges trat Funck als Fahnenjunker in das 1. Brandenburgische Dragoner Regiment Nr. 2 ein. Am 23. Februar 1915 wurde er zum Fähnrich befördert und am 18. Juni des gleichen Jahres zum Leutnant. Funck war als Führer eines MG – Zuges im Einsatz und übernahm im März 1918 die 3. Kompanie der MG – Scharfschützen – Abteilung 11. Er wurde während des Krieges mit beiden Klassen des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet und trug das Verwundetenabzeichen in Silber.

In die Reichswehr übernommen, war Funck Offizier im Dragoner-Regiment 2 und später im Freikorps York. Kein Scherz, am 1. April 1923 wurde Funck zum Oberleutnant befördert. Im Oktober 1925 erfolgte die Versetzung zur Führergehilfenausbildung in Stettin. Zum Abschluss seiner Ausbildung wurde Funck nach Berlin in die Abteilung T4 (Heeres-Ausbildungs-Abteilung) versetzt. Am 1. April folgte die Beförderung zum Rittmeister (Hauptmann). Während seiner Ausbildung waren Männer wie Guderian, Brauchitsch und Wever seine Lehrer.
Im Oktober 1932 übernahm Funck die Führung der 1. Eskadron des Reiter - Regiments 11. Am 1. Juli 1933 wurde Funck Adjutant von Freiherr von Hammerstein – Equord, Chef der Heeresleitung. Er blieb auch bei seinem Nachfolger Freiherr von Fritsch Adjutant und wurde am 1. August 1934 zum Major im Generalstab befördert. Ab September 1936 war Funck bei den Freiwilligen des Deutschen Heeres in Spanien aktiv und diente bis September 1939 als Militärattaché in Portugal. Funck wurde am 1. September 1936 zum Oberstleutnant und am 1. März 1937 zum Oberst befördert.

Ab 15. Oktober war Funck Kommandeur des Panzerregiments 5, welches zur 3. Panzerdivision gehörte. Mit seinem Regiment nahm er am Frankreichfeldzug teil und wurde mit beiden Spangen des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Im Oktober des gleichen Jahres wurde er Kommandeur der 3. Panzerbrigade, aus deren Stab im Januar 1941 der Stab der 5. leichten Division gebildet wurde. Am 1. Januar 1941 wurde Funck zum Generalmajor befördert. Er sollte den Verband in Nordafrika führen, war der Sache gegenüber aber eher negativ eingestellt und wurde schließlich am 14. Februar 1941 zur 7. Panzerdivision versetzt, wo er am 6. Juni 1941 Kommandeur wurde.

Im Rahmen des Ostfeldzuges nahm er mit der Division im Verband des XXXXIX. Armeekorps, welches zur Panzergruppe 3 gehörte, teil. Im Bereich der Heeresgruppe Mitte war das Angriffziel Moskau und so stieß die Division entlang der Moskauer - Rollbahn bis vor die Tore Moskaus vor.
Für seine Verdienste wurde Funck am 15. Juli 1941 das Ritterkreuz verliehen. Nach der Abwehrschlacht vor Moskau folgten im ersten Halbjahr 1942 Kämpfe im Raum Rshew (cirka 200km westlich von Moskau) und Wjasma. Im Mai 1942 wurde die 7. Panzerdivision zur Auffrischung und Erholung aus der Front genommen und nach Frankreich verlegt.
Funck war mit seiner Division im November 1942 an der Besetzung des unbesetzten Teils Frankreich beteiligt und nahm den Kriegshafen von Toulon am 24. November in Besitz. Die 7. Panzerdivision fand nur beschädigte Schiffseinheiten vor. Bei der Inspektion der Schiffe wunderten sich die Panzerbesatzungen über die teilweise deutschen Geschütznamen der Schiffe.

Ab Januar 1943 war die Division wieder an der Ostfront im Einsatz. Der Armeeabteilung Hollidt (der Verband wurde für die Kämpfe im Donbogen und Donez gebildet und danach wieder aufgelöst) unterstellt, wurde Funck am 14. März 1943 mit dem Deutschen Kreuz in Gold für seine Leistungen bei den Abwehrschlachten ausgezeichnet. Die Division wurde auch bei der Rückeroberung von Charkov eingesetzt (4. Panzerarmee). Während der Operation Zitadelle war die 7te beim Verband des III. Panzerkorps im Einsatz. Für die Leistung seiner Division bei der Offensive wurde Funck am 22. August 1943 das Eichenlaub verliehen. Sechs Tage zuvor hatte Funck sein Kommando abgegeben und wurde in die Führerreserve versetzt.

Im Dezember 1943 wurde Funck das Kommando über das XXIII. Armeekorps übertragen, welches in Weißrussland (Raum Bobruisk – Orscha) im Einsatz war.
Am 2. Februar 1944 wurde er abgelöst und am 1. März 1944 zum General der Panzertruppe befördert.
Funcks neue Aufgabe war die Führung des XXXXVII. Panzerkorps, welches zur Heeresgruppe Südukraine gehörte und im Raum Jassy im Einsatz war. Im Mai 1944 trat ein für Funck bekanntes Ereignis ein, seine Einheit wurde nach Frankreich verlegt, wo es der Panzergruppe West unterstellt wurde.
Mit Beginn der Invasion im Juni 1944 wurde sein Kommando abwechselnd der 7. Armee und der Panzergruppe West unterstellt. Weiteres wurde sie der 5. Panzerarmee und der Heeresgruppe G unterstellt.
Am 28. Februar 1945 wurde Funck in den Ruhestand verabschiedet. Grund dafür war ein Entschluss Hitlers vom Herbst 1944, mit dem er entschied, eine Reihe von Generälen in den Ruhestand zu schicken.
Nach dem Zusammenbruch Deutschlands wurde Funck von den Russen in Gewahrsam genommen und für 10 Jahre in ein Straflager geschickt. Nach seiner Freilassung lebte und starb Hans Freiherr von Funck in Viersen (NRW).

 


Auszeichnungen

 
Auszeichnungen
 
Eisernes Kreuz (1914) II. und I. Klasse
Hanseatenkreuz Hamburg
Verwundetenabzeichen (1918) in Silber
Ehrenkreuz für Frontkämpfer
Wehrmacht-Dienstauszeichnung IV. bis I. Klasse
Spanische Medalla de la Campaña
Spanische Medalla Militar
Spanienkreuz in Gold mit Schwertern
Spange zum Eisernen Kreuz II. und I. Klasse
Medaille Winterschlacht im Osten 1941/42
Panzerkampfabzeichen in Silber
Deutsches Kreuz in Gold am 14. März 1943
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub
Ritterkreuz am 15. Juli 1941
Eichenlaub am 22. August 1943 (278. Verleihung)


Quellen

Wikipedia (Zugriff: 05.06.2009)
Ritterkreuzträger 1939-1945 (Zugriff: 05.06.2009)
Lexikon der Wehrmacht (Zugriff: 05.06.2009)

Autor: Maro