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Wir sind eine unabhängige und vorwiegend deutschsprachige Internetseite für Modding in Games. Seit 2005 hat sich das Projekt Designmodproject dem Modden bzw. dem Erstellen von Mods verschrieben (Mod; Abk. für engl. modification oder deutsch Modifikation). Dabei stand immer die historische Erweiterung von Spielinhalten des strategie- und militärhistorischen Genres der PC-Spiele im Vordergrund.

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Der Amulet Mod 3.0 ist für das PC-Spiel Panzer Corps Wehrmacht. Es ist der zur Zeit tiefgreifendste und umfangreichste Mod für deutsche Einheiten. Hier kurz die Merkmale: 77 neue Einheiten; 50
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Ein Mod des Users IronCross für das Spiel Panzer War in Europe. Es wurden vorhandene Grafiken berichtigt und einige Grafiken hinzugefügt. Es wurde noch weitere Änderungen vorgenommen. Die detaill
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Kampagne, kritische Fehler in Griechenland-1 Szenario berichtigt    

Das Thema

Die Baureihe 52 ( Kriegslok )

 

(Eine 52 im HBF Dresden - Privataufnahme die der Bibo freundlicherweise überlassen wurde. )

Vorwort

Vorwort

 

Eine Eisenbahn ?
Ja, die Eisenbahn wurde ein kriegswichtiges Verkehrsmittel während des Zweiten Weltkrieges. Zum Beispiel um Nachschubtransporte an die Front
oder Rohstoffe aus den besetzten Gebieten zu transportieren. Viele Bahntransporte gingen auch in die Konzentrationslager.

 

 
Die technischen Daten der BR 52
 
Baujahre
1942-1950
Bauart
1'Eh2
Gattung
G 56.15
Spurweite
1435 mm
Länge über Puffer
22.975 mm
Gesamtradstand
9.200 mm
Dienstmasse
84t
Dienstmasse mit Tender
102,7 t
Reibungsmasse
75,9 t
Höchstgeschwindigkeit
80 km/h
Indizierte Leistung
1.192 kW
Treibraddurchmesser
1.400 mm
Laufraddurchmesser vorn
850 mm
Zylinderanzahl
2
Zylinderdurchmesser
600 mm
Kolbenhub
660 mm
Kesselüberdruck
16 bar
Rostfläche
3,89 m²
Verdampfungsheizfläche
177,83 m²
Dienstmasse des Tenders
18,7 t
Wasservorrat
30,0/27,0 m³ (bei Verwendung eines ÖBB-Kabinentenders)
Brennstoffvorrat
10,0 t Kohle
Zugheizung
Dampf
Stückzahl
ca. 6000 bis 7000

Geschichte

Geschichtlicher Hintergrund



Im Zweiten Weltkrieg besann sich die deutsche Führung erst sehr spät auf die Eisenbahn als Transportmittel. Nachdem die verfügbaren Dampflokomotiven bei weitem nicht ausreichten und vor allem im Osten den extremen klimatischen und betrieblichen Verhältnissen nicht gewachsen waren, begann Anfang 1942, unter Zeitdruck, die Entwicklung besonderer Kriegslokomotiven, die in jeder Hinsicht der damaligen Krisensituationen und damit militärischen Belangen Rechnung tragen sollten. Bei der Normalspur standen zwei Baureihen von Güterzugdampflokomotiven der Achsfolge 1E im Vordergrund, eine von ihnen ist die Baureihe 52. In zweieinhalb Jahren sollten bis zu 7.000 Stück, gebaut worden sein.(Allerdings variieren die Stückzahlen je nach Autor, zwischen 6.100 bis 7.000)

Entwicklung

Die Entwicklung der Baureihe 52



Der BR 50 von 1938 folgte zunächst die stark vereinfachte Reihe 52. Damit sollte eine Fertigung in großer Stückzahl bei geringem Zeitaufwand erreicht werden.
Die Einsparung von Buntmetall, eine leichtere Instandhaltung und Instandsetzung durch die einheitliche Ausführung und eine hohe Verfügbarkeit, auch unter harten Einsatzbedingungen.
Um diesen gewaltigen Auftrag erfüllen zu können, der ja neben der enorm angestiegenen Waffenproduktion (Panzer, Flugzeuge, Munition usw.) lief, wurden die deutschen Lokomotivfabriken zur Gemeinschaft Großdeutscher Lokomotivhersteller (GGL) zusammengeschlossen, die dem 1942 gegründeten Hauptausschuss Schienenfahrzeuge (HAS) unterstand.
Allerdings ergaben sich wegen der laufenden Produktion aus früheren Aufträgen Übergangsfristen; Lokomotiven vor allem aus den Baureihen 50, 44 und 86 erhielten neben der Nummer den Zusatz "ÜK" als Abkürzung für Übergangs Kriegslokomotive.
Am 5.August 1942 wurde der Bau von 7.000 Lokomotiven der Baureihe 52 genehmigt,und sollte sofort beginnen. Nach 6 Wochen verließ am 19. September 1942 die 52 001 als erste Kriegslokomotive die Borsigwerke in Berlin.

Produktionsorte

 


 
Produktionsorte
Lokomotivfabrik Floridsdorf
1.053 Wien
Henschel
1.050 Kassel
Schwartzkopff
647 Berlin
Krauss-Maffei
613 München
Borsig
542 Berlin
Schichau-Werke
505 Elbing
Maschinenbau und Bahnbedarfs AG
(vormals Orenstein & Koppel)
400 Babelsberg
HCP
(damals zu Deutsche Waffen- und Munitionsfabrik)
314 Poznań (Posen)
Fablok
(damals: Oberschlesische Lokomotivwerke Krenau)
264 Chrzanów (Krenau)
Maschinenfabrik Esslingen
250 Esslingen
Arnold Jung Lokomotivfabrik
231 Jungenthal, Kirchen
Skoda !Škoda
153 Plzeň (Pilsen)
Grafenstaden
139 Straßburg
Gesamtzahl bis Ende des Zweiten Weltkrieges
(nicht genau geklärt)
6.161

Einsatz

 

 

Die BR 52 im Einsatz



Bevor sie zum Einsatz kam, unternahm die 52 001 zu Präsentationszwecken mit einem Hakenkreuz auf der Rauchkammertür versehen, eine Rundfahrt zu allen Lokomotivfabriken die künftig die Baureihe 52 herzustellen hatten.
An der Ostfront löste sie als erstes die alten Lokomotiven der Baureihen 38, 55 und 56 ab. Neben Bomben und Geschossen, war vor allem der unter ca. 14 Bar Druck stehende Heißdampf für Lokführer und Heizer lebensgefährlich. Auf dem Führerstand herrschte an der Feuerung auch im tiefsten Winter eine große Hitze, im hinteren Teil war die Mannschaft dagegen Zugluft mit -40°C und weniger ausgesetzt. Gesundheitsschäden blieben dabei nicht aus.
Die meisten liefen in Deutschland im österreichischen Teil des damaligen Reiches, aber auch in Italien, weniger hingegen in den besetzten Gebieten Frankreich, Holland, Belgien und Luxemburg.

Nachkkriegszeit

Zuverlässigkeit und Einsatz nach dem Krieg



Trotz ihrer Sparkonstruktion erwiesen sich die Kriegslokomotiven auch auf schlechten Gleisen in engen Kurven und unter rauen Betriebsbedingungen als brauchbar und relativ Zuverlässig. Nach dem Kriegsende wurde die Produktion mit den bereits vorhanden Teilen fortgesetzt. Insgesamt 350 Lokomotiven wurden ab dem Sommer 1945 noch gebaut. In 1950er Jahren liefen nahezu überall in Europa, Lokomotiven der BR 52.
Die letzte 52 wurde bei der Bundesbahn 1963 ausgemustert, bei der Deutschen Reichsbahn der DDR, wurden noch viele umgebaut und konstruktiv verbessert, bis sie 1988 auch dort ausgemustert wurde.

Das Thema

Die Vergeltungswaffen 1 und 2
Die "Wunderwaffen" des Deutschen Reiches



Einleitung

Einleitung

In den letzten Lagebesprechungen der Wehrmacht, mit dem Führer Adolf Hitler im Mittelpunkt, wurde immer wieder eine neue Waffe als entscheidend versprochen - die Vergeltungswaffe V1 und V 2. Am 30. Januar 1945 versprach Adolf Hitler den "Endsieg", trotz aussichtloser Lage und pries dabei seine sogenannten Wunderwaffen an. Vor allem die NS Propaganda unter Goebbels reagierte damit auf die alliierten Luftangriffe und deren verheerende Wirkung auf die Moral der Zivilbevölkerung und den Kampfgeist der Soldaten. Man sollte daran glauben, man wollte daran glauben und man musste sogar daran glauben, weil das Ende allzu offensichtlich erschien, aber was ist dran an den fliegenden Bomben der Nazis.
Fakt ist, dass die euphorische Stimmung im Sommer 1944 bald in Skepsis um schlug, als die V-Raketen nicht die erwarteten Erfolge erzielen konnten. Dabei waren vor allem die wohl erfolgversprechendsten V - Waffen, der Marschflugkörper Fieseler Fi 103 (V1), die Großrakete A4 (V2) und die Fernkanone V3 mit keiner großer Wirkung beschienen und beeinflussten nur die Moral des Feindes, aber nicht die Frontverläufe. Auch weil ein Großteil dieser Waffensysteme nicht gegen militärische Ziele zum Einsatz kam, sondern wurde zu Angriffen gegen die Zivilbevölkerung des Kriegsgegners benutzt.
 


 
Fieseler Fi 103 "V1"
 
Kurze Info
Die V1 war ein unbemanntes Flugzeug, das mit einem Sprengkopf bewaffnet und mit einem automatischen Leitsystem ausgestattet war.
Entwickelt wurde die Fi 103 von Robert Lusser von der Firma Fieseler und von Fritz Gosslau von der Firma Argus, die das Triebwerk herstellte.
Der erste Test der Fi 103 fand am 24. Dezember 1942 in der Erprobungsstelle der Luftwaffe Peenemünde-West auf 3 eigens dafür errichteten Startrampen am nordwestlichsten Ende der Insel Usedom statt.
Weitere Startstellen für die Erprobung des Flugzeugs befanden sich in Zempin auf der Insel Usedom.
Der erste offizielle Start fand am 12. Juni 1944 statt - in den frühen Morgenstunden des 13. Juni schlug die erste Fi 103 in London ein.
Es war der Vorläufer der heutigen Cruise Missiles.
 
Allgemeine Daten/Masse und Gewichte
Gesamtlänge:
8,00 m
Spannweite:
5,72 m
Max. Startgewicht:
2.160 kg
Max. Nutzmasse:
847,11 kg
 
Leistungsdaten
Max. Geschwindigkeit:
800km/h
Antrieb:
Argus As 014 Pulso-Schubrohr mit 335 kp Maximalschub
Bewaffnung:
847,11 kg Sprengkopf aus Amatol
Bauzeit und Baukosten:
Eine V1 kostete 3500 Reichsmark und wurde in
ca. 280 Arbeitsstunden montiert.
Einsätze
 
V1-Flugkörper kamen in folgendem Umfang zum Einsatz
Vom Boden gestartet:
8.892
avon erfolgreich:
7.488
 
3.957 davon von den Briten abgeschossen (52,8 %)
durch Abfangjäger 1.847
durch die Flak 1.878
durch die Seile der Sperrballons 232
Aus der Luft gestartet: 1.600 (Flugzeug He 111 H-22, Verlust: 80 von 100 Maschinen)
Ziel London: 2.419 trafen und detonierten
Ziel Antwerpen/Brüssel (1945): 2.488


Entwicklung

Entwicklung der A4 (V2)

 

(Aus dem Archiv des DLR)



Die Raketenforschung in Deutschland begann schon vor der Hitlerregierung 1932 in der Weimarer Republik. Hitler ließ die Gruppe von Werner von Braun 1936 nach Peenemünde umsiedeln. Hitler selbst war anfangs nicht für die Raketentechnologie zu gewinnen, er sah darin einen Nutzen in ferner Zukunft, der in dem Krieg den er plante nicht mehr eingesetzt werde würde. Bei Kriegsbeginn wurde den Raketenforschern der Stahl gekürzt, da dieser für die Panzer gebraucht wurde. Erst als Albert Speer Rüstungsminister des dritten Reiches wurde, sollte die Raketenforschung höheres Ansehen erhalten. Speer brachte Hitler in einem Gespräch am 16.März den Nutzen der Raketen näher. Er soll auch davon gesprochen haben, Amerika so bombardieren zu können. Kurz darauf wurde Dornberger dazu ausgewählt die Kosten für 3000 der A4 Raketen zu berechnen. Am 18.März explodierte eine A4 Rakete bei einem Brennkammerversuch in Peenemünde. Im April gab Dornberger seinen Bericht Speer, worin er festhielt das 5000 Projektile unrealistisch wären, bezüglich des Treibstoffes. Speer hegte auch seit geraumer Zeit Zweifel an der Richtfähigkeit der A4 und unterrichtete Hitler über die beiden Probleme. Dieser setzte darauf mehr in die Forschung der Luftwaffe und dem Bau der Me-163. Erst am 14.Oktober des selben Jahres konnte der erste erfolgreiche Versuch einer A4 erreicht werden. Speer erzählte Hitler von einer Rakete mit einer Reichweite von 160 km und einer mit 700 km. Am 22.November schickte Speer einen weiteren Bericht über das Programm an Hitler, der Inhalt ist allerdings unbekannt. Im Dezember wurden noch mehrere Raketen getestet, wovon allerdings alle fehlschlugen. Speer gab am 22.Dezember trotzdem den Befehl zur Serienfertigung, der von Hitler unterschrieben wurde. Damit wurde Peenemünde zur Großanlage ausgebaut. Nachdem der Befehl zum Ausbau Peenemündes gegen wurde, erhielt Dornberger gleich diktatorische Vollmacht.
 

 

Produktion

Produktion der A4, aber die Luftwaffe macht Konkurrenz

 

Im Januar 1943 gab es eine Besprechung zwischen Hitler und Speer, wie man die Raketen am effektivsten einsetzen konnte. Speer machte den Vorschlag London von Cap Griz Nez aus zu beschießen. Dafür musste ein Bunker für die Abschussvorrichtungen, sowie mehrere Flakstellungen gebaut werden. Ohne Hitlers Wissen suchte Dornberger selber nach einer Position für die A4. Hitler stimmte dem Vorgehen Dornbergers später allerdings zu. Am 15.Januar 1943 wurde das A4-Programm Speers selbstverantwortlichen Organisation unterstellt. Gerhard Degenkolb wurde am selben Tag noch zum Leiter des Sonderausschusses A4 berufen. Die Forscher in Peenemünde mussten allerdings mit schlechter Lieferung auskommen, da der Stahl an der Ostfront für die Operation Zitadelle, gebraucht wurde. Daher bekam das A4-Programm dieselbe Dringlichkeitsstufe wie das Funkmessprogramm.

 


(Entnommen aus der ausgezeichneten Seite http://www.wernerfrueh.de/trag.htm)



Am 19.Juni mischte die Luftwaffe offiziell mit dem Projekt „Kirschlern“ (Fi-103) mit, wobei die Forschung in Peenemünde vorher begann. Damit begann das Wettstreiten zwischen der Luftwaffe mit der V1, sowie dem Heer mit der V2. Die Entwicklung wurde von Robert Lusser von der Firma Fieseler und von Fritz Gosslau von der Firma Argus, die das Triebwerk herstellte, voran gebracht. Die ersten Testflüge fanden im Dezember 1942 in West-Peenemünde statt. Dafür wurden extra 3 Startrampen in Usedom gebaut. Die V1 war keineswegs eine einfache Waffe, mit Verpuffungsstrahltriebwerk und dem Kreiselkompass zur Kurskorrektur war es eine komplexe Waffe der damaligen Zeit. Dazu war ein kleiner Propeller an der Spitze montiert, der ein Zählwerk zur Reichweitenkontrolle antrieb. Das Verpuffungsstrahltriebwerk war schneller zu bauen und günstiger als die Turbojet-Triebwerke. Die Fieseler-Fi 103 hatte einen 850 kg Sprengkopf und wurde von einer Waltherschleuder abgeschossen, später allerdings meisten von He111H-22 Bombern abgeworfen.
Am 9.April 1943 war Erhard Milch bei einem V1 Abschuss dabei und war am 27.April bei einer Besprechung des Reichsluftwaffenministeriums dabei, in der die 49er Nummer für das V1-Projekt gefordert wurde. Alleine VW sollte 3500 der Marschflugkörper bauen, andere Firmen noch 1500 weitere. Am 24. Februar stellte Dr. Stahlknecht seinen Plan, in dem er den Bau von 5150 A4-Raketen von März 1943-Dezember 1944 mit steigender Produktionszahl, vor. Alleine im Dezember 43 sollten 950 Raketen gebaut werden. Fromm, der Befehlshaber des Ersatzheers, forderte bis zum 1.November die Fertigstellung des Kraftwerkes Nord-West. Dornberger und von Braun drängten auf die Produktion, aber es fehlten die Arbeitskräfte. Deshalb wurden 1000 KZ-Häftlinge nach Peenemünde gebracht, um dort die Arbeiten an der A4 durchzuführen. Am 26.Mai waren Speer, Dönitz, Milch, Fromm und Saur bei einem Test der A4 dabei, während die Luftwaffe 2 Fehlversuche der V1 melden mussten. Auf Wunsch Hitlers liefen beide Projekte weiter. Darauf bekam das A4-Programm die Nummer SS49 48. Erhard Milch war darüber zwar nicht begeistert, arbeitete aber weiter an der V1. Er bestimmte, dass ab August 100 V1 und bis Dezember auf 500 im Monat gebaut werden sollen. Speer hatte große Zweifel an der V1, aber Hitler setzte sich durch und ließ Abschussrampen in den Benelux Staaten bauen. Am 10.September versprach Hitler den ersten Einsatz einer A4 Rakete Ende Januar 1944, während der erste V1 Abschuss für Dezember 1943 geplant war. Aufgrund technischer Probleme wurden beide Waffen erst nach der Landung der Alliierten in der Normandie eingesetzt. Die V1 wurde in 50 verschiedenen Firmen gebaut und kostete rund 3500 Reichsmark. Beide Projekte wurden auch im Dora Mittelbau, von KZ-Häftlingen, gebaut.

 

Einsatz-V1

Die Einsätze der V1

 

 

 

Anders als gehofft wurde die Fieseler Fi 103 erst am 12. Juni 1944 eingesetzt, 6 Tage nach dem D-Day. Das Ziel war die Stadt London, worauf 10 Flugkörper abgefeuert wurden. Von den 10 V1, wie sie nun hieß, kamen allerdings nur 4 an, die anderen gingen über See verloren. Von Juni bis August fand die Hauptzeit des V1-Angriffs statt. Die V1 wurde in mehreren Gruppen immer zu zehnt abgeschossen und trafen die Alliierten moralisch am meisten. Die Rüstungsindustrie oder die Truppen der Westmächte konnte ohne Probleme weiterlaufen, die Zivilbevölkerung bekam allerdings Panik und bis Kriegsende verließen ganze 2 Millionen Menschen London und reisten in den Norden Großbritanniens. Die V1 hatte einen lauten Benzinmotor, der erst 15 Sekunden vor dem Einschlag abgestellt wurde. Dadurch konnten sich die Menschen noch schnell in Sicherheit bringen, sofern es die Situation zuließ. Die 847,11 kg Sprengköpfe aus Amatol, sowie die Sprengwirkung von 100-600 Metern machten ein entkommen vor der V1 schwierig. Insgesamt wurden 8892 der V1 vom Boden abgeschossen, sowie weitere 1600 per Flugzeug abgeworfen.
Von den vom Boden gestarteten V1 wurden 3.957 abgefangen, was ca. 52,8% aller V1 waren. Von Britischen Abfangjägern wurden 1847, durch Flak wurden 1878 abgeschossen und durch Sperrballone weitere 232 aufgehalten. Britische Piloten entwickelten ein Manöver indem sie die V1 von oben anflogen und direkt neben ihr den eigenen Flügel unter dem der V1 lenkt. Danach wurde so abgedreht das die V1 angehoben wurde, aus dem Gleichgewicht geriet und abstürzte. In London explodierten insgesamt 2419 V1 und nach Antwerpen wurden 2488 abgeschossen, die Anzahl der Explosionen in Antwerpen ist allerdings nicht bekannt. In London starben ungefähr 6184 Menschen und weitere 17.981 wurden schwer verletzt. In Antwerpen wurden 10145 Menschen getötet oder Verletzt, während in Lüttich rund 4614 Menschen ihr Leben. Die V1 wurde Hauptsächlich gegen London, als Vergeltung für die Bomben auf Deutschland, eingesetzt. Antwerpen wurde während der Ardennenoffensive im Winter 44/45, wegen seines Hafens bombardiert. Das Projekt Selbstopfer, indem bemannte modifizierte V1 abgeworfen werden sollten, wurde eingestellt bevor es zu einem Einsatz kam.

 


Eine V1 wie sie beim Flug von einem Abfangjäger aus dem Gleichgewicht gebracht wird.

 

 
Technische Daten der V1
 
Flügelspannweite:
5,30 m
Länge:
7,742 m
Antrieb:
Ein Pulso-Schubrohr Argus As 014
mit 335 kp Maximalschub
Marschgeschwindigkeit:
576 km/h in 760 m Höhe
Reichweite:
257 bis 286 km
Dienstgipfelhöhe:
3000 m
Treffergenauigkeit:
im Umkreis von 12 km
Fluggewicht:
2160 kg
Bewaffnung:
847,11 kg Sprengkopf aus Amatol,

Einige Wenige mit Zusatzbewaffnung :
23 × 1-kg-Streubomben/ Propagandaflugblätter

Einsatz-V2

Die Einsätze der V2

 

 

 

Die V2 hatte ihren ersten Einsatz am 6.September 1944 und erreichte sofort einen nachhaltigen Psychologischen Eindruck in der britischen Zivilbevölkerung. Insgesamt wurden 1402 Raketen (1358 in London und 44 in Ipswich) auf England abgeschossen. Die Überschallgeschwindigkeit machte ein Orten vor dem Einschlag unmöglich, was sich an den Opferzahlen belegen lässt. Die meisten der V2 wurden mit Mobilen Abschussrampen abgeschossen, da die feindliche Luftüberlegenheit immer ein Gefahr für feste Abschussrampen hatte. Trotzdem wurden von Den Haag aus 1039 Raketen abgeschossen, bis ein britischer Luftangriff am 3.März 1945 die Startrampen zerstörte und 510 Menschen tötete. Nachdem Antwerpen von den Briten erobert wurde, begann am 7.Oktober der Beschuss des nun wichtigsten Nachschubwaffen der Alliierten mit V2 Raketen. Dabei wurden insgesamt 1610 Raketen auf die belgische Stadt abgeschossen. Weitere Ziele waren Lüttich mit 27, Paris mit 22, Lille mit 25, Tourcoing mit 19, Arras mit 6, Cambrai mit 4, Hasselt mit 13, Tournai mit 9, Mons mit 3, Diest mit 2 und Maastricht mit 19 V2-Raketen, in Deutschland wurden noch 11 Raketen auf die Ludendorff-Brücke in Remagen abgeschossen. In Remagen sollten die V2-Raketen die letzte intakte Brücke über den Rhein zerstören, was allerdings sehr misslang. Die letzte V2 wurde am 27.März 1945 mit dem Ziel Antwerpen gestartet. Augenzeugen berichten aber von V2 Abschüsse der Ausbildungsbatterie 444 Richtung Nordsee.
Der Einsatz der V2 als Terrorwaffe, brachte in London Diskussionen über den Einsatz von Giftgas, gegen deutsche Städte hervor, der von Winston Churchill entschieden abgelehnt wurde. Insgesamt starben ca. 8000 Menschen durch V2 Einschläge, der höchste in Antwerpen als eine V2 das vollbesetzte „Rex"-Kino traf und 567 Menschen tötete.

 


Antwerpen nach einem V2 Angriff, mit einem gefallenen US-Soldaten

 

 
Technische Daten der V2
 
 
Vollmasse:
12428 kg
Leermasse:
2850 kg
Treibstoff:
8610 kg (3710 kg Ethanol (75 %) + 4900 kg flüssiger Sauerstoff)
Sprengkopf:
975 kg
Länge:
14.0 m
max. Durchmesser:
3.56 m
Schub:
270 kN Boden, 300 kN Vakuum
Brenndauer:
63 Sekunden
max. Höhe:
90 km (als Höhenforschungsrakete 187 km)
Reichweite:
287-312 km

Zum Schluss

Weitere Raketenmodelle

 

 



Neben den Versuchsraketen A1, A2, A3 und A5, wurden auch weitere Raketen geplant. Die A4b ist dabei das einzige getestete Modell, was am 27. Dezember 1944, am 8. Januar 1945 und am 24. Januar 1945 in Peenemünde gestartet ist. Da allerdings alle Versuche fehlschlugen, wurden in diese Richtung keine weiteren Versuche unternommen. Die A9 und die A10 sollten ein gemeinsames Projekt werden. Die A10 sollte als Erstrakete fungieren und sobald der Treibstoff leer war abgeworfen werden. Danach wäre die A9 alleine weitergeflogen bis zum Zielort. Die A9/10 sollte die erste Interkontinentalrakete der Welt werden und Städte wie New York oder Washington treffen. Daher auch der Spitzname „Amerikarakete“. Diese Rakete war für das Atomprogramm Deutschlands von enormer Bedeutung, da sie Nuklearsprengköpfe transportieren sollte. Die A11 war für den Aufbau eines Satellitenträgers vorgesehen und die A12 sollte, in Verbindung mit der A10 und der A11, einen Raumtransporter bilden, der 10 Tonnen in den Orbit bringen konnte.
 


Alle Aggregat Raketen im Größenvergleich

 

Schlussbemerkung



Warum scheiterten nun diese V-Waffen, waren Sie doch ihrer Zeit weit voraus und setzen technische Maßstäbe, die teilweise bis heute die Waffenschmieden der Welt antreiben. Schlicht und ergreifend war ihre militärisch-strategische Wirkung sehr gering, da es ihnen u. a. an Zielgenauigkeit mangelte. Viele Dokumentationen sprechen von zu wenig Zeit, zu knappen Rohstoffen und falschem Einsatz, doch war es wohl auch mehr und wie in diesem Krieg so oft erkennbar, konnte Hitler hier nicht auf sein Glück des richtigen Zeitpunkts bauen. Dabei war die psychologische Wirkung auf die eigene Bevölkerung und den Feind war hingegen enorm, wobei man den Siegeswillen des Gegners nur anheizte und eigene Soldaten mit dem Irrglauben an eine neue Waffe an der Front gnadenlos verheizte.
Überlebt hat der technologische Vorsprung deutsche Waffentechniker den Krieg, wenn auch nicht mehr unter deutscher Flagge. Die Operation Overcast, also die gezielte Verbringung deutscher Wissenschaftler, Technik und technischer Unterlagen in die USA nach Kriegsende, konzentrierte sich auch verstärkt auf den Komplex der V-Waffen. Viele Unterlagen verschwanden schnell in geheime Labors und Einrichtungen, mit Ihnen die deutschen Wissenschaftler und es darf spekuliert werden, inwiefern der Kalte Krieg in seinem Kern die deutschen Waffen benutzte, um einen Vorteil der jeweiligen Supermacht zu etablieren. Viele Verschwörungstheoretiker sehen bis heute die deutsche Technik auf den Schlachtfeldern der modernen Kriege, doch haben die V2- und V1 ihren Beitrag auch zur zivilen, friedlichen Nutzung erbracht. So gelangten vor allem erbeutet Teil der V2-Rakete in amerikanische Hände und ebenso ihr Erbauer, Werner von Braun. Diese 14 Meter lang, 13 Tonnen schwere Flüssigstoff-Fernrakete, mit einer Reichweite von 380 Kilometern, war fortan der Ursprung der NASA.
Mit der Saturn V flog 1969 Neil Armstrong als erster Mensch auf den Mond und wer weiß was 1969 passiert wäre, hätte das Deutsche Reich nicht sein Wirken dem Krieg gewidmet, sondern dem Frieden, der Wissenschaft und der Menschheit - nicht seiner Vernichtung.

Quellen

Rainer Karlsch, Hitlers Bombe: Die geheime Geschichte der deutschen Kernwaffenversuche,Deutsche Verlags-Anstalt; Auflage: 1 (7. März 2005).

Wikipedia (V1) (Letzter Aufruf 2.12.2010)
Wikipedia (V2) (Letzter Aufruf 2.12.2010)
Wikipedia (Selbstopfer) (Letzter Aufruf 2.12.2010)
http://de.wikipedia.org/wiki/A4_%28Rakete%29 (Letzter Aufruf 2.12.2010)
http://de.wikipedia.org/wiki/Vergeltungswaffe (Letzter Aufruf 2.12.2010)
http://www.wernerfrueh.de/trag.htm (Letzter Aufruf 2.12.2010)
http://www.dhm.de/lemo/html/wk2/kriegsv ... index.html (Letzter Aufruf 2.12.2010)
http://www.hidden-places.net/index2.php ... f=1&id=269 (Letzter Aufruf 2.12.2010)
http://www.luftkrieg-ederbergland.de/carmen.htm (Letzter Aufruf 2.12.2010)
http://einestages.spiegel.de/external/S ... S1268.html (Letzter Aufruf 2.12.2010)
http://www.v2rakete.de/ (Letzter Aufruf 2.12.2010)
http://www.dlr.de/100Jahre/DesktopDefau ... e.37.2955/ (Letzter Aufruf 2.12.2010)



Autor: Dome / Freiherr von Woye

 

Das Thema

Der Deutsche Stahlhelm
Vom I. und II. Weltkrieg bis zu seinem heutigen Einfluss

Entstehung

 Entstehung



Im 19. Jahrhundert war die Pickelhaube die bestimmende Kopfbedeckung für die kaiserliche und davor preußische Armee. Sie war in der Paradeausführung vor allem reich verziert. Es gab aber durchaus auch Ausnahmen, so hatte die Kavallerie und die Jäger eine andere Kopfbedeckung. Die Pickelhaube in ihrer Grundform war eine lederne mit Metallverstärkung versehene Kopfbedeckung in Form eines Helms, die durch die markante Spitze an der Oberseite ihren Namen erhielt. Eine Kopfbedeckung, die zum Vorbild für andere europäische Staaten wurde und auch in den USA angenommen wurde (verändert versteht sich).
Im 1. Weltkrieg waren die deutschen Truppen zuerst auch noch mit der Pickelhaube unterwegs, d.h. mit einer stoffüberzogenen (grau) unverzierten Variante. Doch zeigten sich in Grabenkämpfen und vor allem unter Artilleriebeschuss die Nachteile dieses Ausrüstungsstückes. So waren es vor allem die Kopfverletzungen, die zuerst die Franzosen einer stählernen Kopfbedeckung einführten (1915) und dann auch im deutschen Heer eine neue Kopfbedeckung, erstmals vor Verdun (Januar 1916), eingeführt wurde.
Als Vorreiter ging der Leutnant Gaede in die Geschichte ein, der, nachdem sich die deutsche Armee bei der Entwicklung eines effektiven Kopfschutzes zögerlich verhielt, einen provisorische Helme für seine Einheit einführte. Die in den Vogesen stationierte Einheit entwickelte einen Helm, der aus einer mit Stoff gefütterten Lederkappe bestand, wurde Eine 6 mm dicke Stahlplatte, auf der Vorderseite der Kappe, sollte neben Stirn, auch Augen und Nase schützte. Der "Gaede"-Helm wog 2 Kilogramm und war knapp ein Jahr lang gebräuchlich.

Im Ersten Weltkrieg, 1915, wurde beim XVIII. Armeekorps eine Untersuchung durchgeführt, die erbrachte, dass 83 % der Kopfverletzungen von Splittern herrührten, die zumeist winzig klein waren. Nur 17 % wurden durch Infanteriegeschosse verursacht.
 

 



Nach ähnlichen Erkenntnissen auf französischer Seite, musste ein neues Modell eines Helmes her. Die kriegstechnische Entwicklung hatte nun den Soldaten direkt eingeholt und somit das militärische Symbol der Pickelhaube überrollt. Nicht mehr Säbelhiebe oder Stiche gegen den Kopf des Soldaten, sondern gegen die Auswirkungen eines mechanisierten Krieges musste nun der Kopf geschützt werden. Die Lederhaube oder auch die Mütze war im Kampfeinsatz dagegen absolut nicht gewappnet.
Bereits im Februar des Jahres 1916 wurde die Einführung eines "Stahlschutzhelmes" beschlossen. Initiator des Namens war der damalige Chef des Generalstabes des Feldheeres General von Falkenhayn, der oftmals auch als Erfinder angeführt wurde. Die Erfinder waren eine Gruppe von 3 Mann:
 

- Prof. Dr. Friedrich Schwerd (Techn. Hochschule Hannover und Hauptmann der Landwehr)
- Professor Dr. August Bier (Chirurg und Marinegeneralarzt )
- beratende Arzt des XVIII. Armeekorps

 

Dabei mussten technische und anatomische Probleme gelöst werden, so dass man sich schließlich auf einen einteiligen aus vergütetem Chromnickelstahl, einem Augen- und einem Nackenschutz ausgestatten Helm einigte. Interessant ist, dass die endgültige Form durch die Gattin des Professors Schwerd ausgesucht bzw. angefertigt wurde.
Die ersten Versuche auf dem Artillerieschießplatz in Kummersdorf verliefen gut und der mit einer Metallstärke von 1 mm versehene Helm tat einen ausgezeichneten ersten Einsatz. Selbst Schrappnellkugeln aus nächster Entfernung konnten den Helm nicht durchschlagen.

 


(Der M16)

 

Ende Januar 1916 lieferte dann das Eisenhüttenwerk Thale/Harz die ersten 30.000 Helme. General von Falkenhayn ließ die Stahlhelme ab Februar an die Fronteinheiten verteilen. Zu Beginn der Schlacht um Verdun waren manche der dort kämpfenden deutschen Einheiten bereits mit den neuen Helmen ausgerüstet.

Bei der k.u.k. Armee kam es 1916 zur Einführung von Stahlhelmen. Erste österreichische Helmmuster von der Berndorfer Metallwarenfabrik waren jedoch nicht zufriedenstellend. In Verwendung kam schließlich der Stahlhelm „nach deutschem Muster“, der von 1916 bis 1918 mit deutschen Maschinen von österreichischen Firmen erzeugt wurde.

Die Form, das Metall und die Verarbeitung waren eine echte Innovation dieser Zeit und bis zum Ende des 1. Weltkrieges wurden 7,5 Millionen Stück Stahlhelme produziert und an die Truppe ausgeliefert.

 

 


Fertigung

Ausstattung und Fertigung

 

Das deutsche Modell war anders als der französische und britische Stahlhelm tief in den Nacken heruntergezogen und an den Schläfen gestuft, damit auch Stirn, Augen und Halsschlagader geschützt wurden. Die offizielle Bezeichnung des Helmes war Modell 1916 (M1916) In der Folgezeit wurden einige kleine Veränderungen vorgenommen, aber der Helm blieb bei verbesserter Legierung und Reduktion des Gewichts, auch im etwas flacheren Modell 35 für die Wehrmacht maßgeblich.

 


(Die an den Helmseiten hervorstehenden Bolzen dienten zum Einhängen des Stirnschildes für Beobachter zum Schutz gegen Scharfschützen. Diese Bolzen sind innen hohl, um eine Belüftung unter dem Helm zu schaffen.)

 

Der Stahlhelm wurde in 6 Arbeitsschritten aus einer 1,1 mm dicken Stahlplatte gefertigt. Eine Besonderheit sollten dabei die Ausstattung für die MG Schützen darstellen (5 % alles Stahlhelme), die mit einer zusätzlichen 1 cm dicken Platte an der Stirn (Stirnpanzer) ausgestatten werden sollten. Diese Neuerung stellte sich wegen der ungünstigen Gewichtsverlagerung zu einer Behinderung der Soldaten im Feld und so wurde diese Stirnplatte oftmals Zweckentfremdet und zur Verstärkung der Grabenwände benutzt.

 

 

 

Die Verbündeten Österreich-Ungarn und Bulgarien übernahmen nach kurzer Zeit den M1916 und auch die Piloten der deutschen Jagdflugzeuge gingen 1917 dazu über, anstatt der ledernen Fliegerkappe den M1916 zu tragen.

Die tiefe und markante Krempe des M1916 war oftmals Grund für Hörbeeinträchtigungen des Soldaten und sollte beim M1918 (Sondermodell) eigentlich ersetzt. Beim M1918 wurde an der Ohrenpartie ein Stück ausgeschnitten und somit den Soldaten das Hören erleichtert, doch erreichten die geringen Stückzahlen zum Ende des Krieges nur wenige Soldaten. Auch die türkische Exportversion mit einem "Sonnenschutz" in Form eines nach vorn gezogenen Schirms, konnte sich nicht durchsetzen. Grund war hier die Behinderung des Schirms bei den Panzerbesatzungen, die nicht mehr bzw. nur schwer durch die Sehschlitze damit sehen konnte.
Schon damals sah man die Möglichkeit eines Tarnanstrichs für die Helme gegeben (Befehl Oberste Heeresleitung vom Juli 1918 - "Buntfarbenanstrich"):

 


(Lt. Order II Nr. 91 366, die von General Ludendorff am 7.7.1918 unterzeichnet wurde, bekam dieser Helm eine Tarn-Bemalung in verschiedenen Farben, die durch fingerbreite schwarze Striche getrennt waren.)

 

Zwar noch etwas primitiv, entwickelte sich diese Anstrich in den 30er Jahren weiter und trug zum Schutz des Kopfes wesentlich bei. Ebenso die Ausführungen: "Adrian" (nach dem französischen General - im Dezember 1914 eingeführt) und "Brodie" (nach dem britischen Ingenieur John Brodie, auch MK I Helm genannt - im Sommer 1915 entwickelt), die durch diverse Modifikationen die Trage- und Schutzfunktion verbesserte.
Exportiert wurde der Helm vor allem in die Türkei und er bekam in der Nachkriegszeit bzw. der Weimarer Republik eine symbolische Bedeutung für die Freikorps, die in ihm eine Verkörperung von Kampfeswillen und alten (vor allem konservativen) Tugenden sahen:

 


(Zeichen des Bund der Frontsoldaten - gegründet Dezember 1918 als Sammelpunkt für konservative und republikfeindliche Elemente.)

 


 
Herstellerliste WK1-Stahlhelme (Kürzel)
Gebrüder Bing A.G., Nürnberg = G.B.N.
F.C. Bellinger, Fulda = B.F.
Gebrüder Gnüchtel A.G., Lauter i/Sa. = G.
Vereinigte Deutsche Nickelwerke, Schwerte i/Westf. = Ni.
R. Lindenberg A.G., Remscheid-Hasten = „Glockensymbol“ L.
Herm. Weissenburger & Co., Stuttgart-Cannstatt = W.
C. Thiel & Söhne, Lübeck = T.J.
Eisenhüttenwerk Thale A.G., Thale a/Harz = E.T.
Eisenhütte Silesia, Paruschowitz O/Schlesien = Si.
Siemens & Halske A.G., Siemenstadt bei Berlin = verschlungenes Symbol S und H
Körting & Mathissen, Stuttgart = kleines Dreieck + K
Berndorf, Österreich = Bär-Symbol bzw. „B“ auf Helmglockendach


(War in den Helmen zu finden.)

Einsatz

Weiterer Einsatz (Zweiter Weltkrieg)

 

Der Stahlhelm war ein Uniformstück an den man den deutschen Soldaten nicht nur sofort erkannte, sondern auch die Qualität deutscher Ausrüstungen zu bewerten wusste. Der Versailler Vertrag und seine Restriktionen, sorgten dafür, dass die meisten Stahlhelme aus dem Ersten Weltkrieg zerstört wurden und nur wenige noch heute zu finden sind. Der M 17 wurde später nachgebaut und fand bei Armee wie Polizei wieder Verwendung.
Das Modell von 1935 (M35) war leichter als das Gegenstück aus dem ersten Weltkrieg und aus einen Stück gepresst. Er sah dem M17 sehr ähnlich, war aber Funktioneller gestaltet und in vielen Aspekten aktualisiert worden. Die Helme wurden in fünf Größen hergestellt und wogen 0,82 bis 1,2 kg. Dazu ein leichter Helm aus Plastik für Offiziere und für die Paradeuniform hergestellt. Alle Helme hatten zwei Belüftungslöcher und waren Innen und Außen grau lackiert. Der M35 wurde während des Krieges mehrmals geändert und angepasst - jede Änderung ergab einen neuen Typ (siehe oben). Im Frieden und in den ersten Kriegsjahren waren 2 Plaketten an dem Helm angebracht, die eine Seite zeigte ein Schild mit den Nationalfarben und eine Plakette mit dem Reichsadler. Beide wurden ab 1943 eingespart. Natürlich spielte auch die Tarnung wieder ein Rolle und so wurden verschiedene Formen von Stoffbezüge hergestellt : Vom Tarnnetz über verschiedene Muster (Sand, Olivgrün und gepfleckt) bis zum Kalkanstrich im Winter.


M-35

Ging als Neuauflage des WK I Musterstahlhelms in Produktion und war vor allem in den frühen Dreißigern im Einsatz. Markant ist das stromlinienförmige Aussehen und die kleineren Ausmaße wie beim WK I Modell. Ausgeliefert wurde er erst 1936, weil er sehr beliebt im Ausland war und von dort vielfach bestellt wurde - mit Vorrang vor der Reichswehr! Bei der Exportvariante findet sich keine Herstellercode bzw. Produktionskennziffer im Helm, auch passte kein "deutsches" Innenfutter in den Helm.
Schnell erkannt wird der Helm durch sein nach innen gerollten Rand, den Lüftungslöchern an beiden Seiten und die jeweils an jeder Seite hohleingesetzte Niete. Auch hat der Helm eine nach hinten ausgehende ovale Form, der bei seinen Nachfolgern weniger ausgeprägt ist.

M-40

Dieser Stahlhelm hat die gleichen gerollten Ränder entlang der niedrigen Kanten wie sein Vorgänger. Dabei ist einer Verwechslung natürlich vorprogrammiert. Die Lüftungslöcher sind nun nicht mehr genietet (Senkung der Produktionskosten) und durch die Stanzung hat er eine etwas abweichende Form.

 

 

 

M-42

Diese Version wurde am meisten gebaut und ist am Verbreitesten gewesen (ist der heute noch am meisten gefundene Helm auch ehemaligen Schlachtfeldern - "Fundhelm"). Er wurde von 1942-45 produziert und hat anders als seine Vorgänger keinen gerollten Rand mehr. Nur so konnten die Produktionskosten niedrig gehalten werden und trotzdem eine steigende und schnelle Herstellung gewährleistet werden. Meistens hatte dieser Helm keine Abzeichen - ein Reichsadler ist nur selten auf ihm zu finden - ein Resultat der schnellen Produktion.

 

 



M-38 (Fallschirmjägerhelm)

Bei der Variante vom Modell 35 wurde der Augenschirm fast ganz weggelassen und der Nackenschirm, der am Rand umgebörtelt war, auf 1,8 cm Breite gekürzt. Der Nackenriemen wurde unter dem Kinn am Kinnriemen befestigt. Der Kinnriemen wurde auf Schläfenhöhe mit Karabinerhaken an Ösen, die an der Inneneinrichtung 31 befestigt waren befestigt. Der Nackenriemen wurde hinten am Helm ebenfalls mit Karabinerhaken an der Inneneinrichtung befestigt.

M-34 (Polizeihelm)

Quasi die verkleinerte Form des M17 mit Belüftungslöchern und niedrigen Nackenschirm. Ein Zwischenstück aus M-38 und M17. Das Wappen bestand aus einem grünen/silbernem Polizeiadler, mit schwarzem Hakenkreuz, mit einem grünen/silbernen Kranz auf schwarzem Untergrund.

Trageweise

Trageweise

 

 



Der Stahlhelm war so zu tragen, dass zwischen Kopf und Helm "ein Finger breit" Platz war, für eventuelle Einbeulungen des Helms durch Splitter. Der Rand des Augenschirms schnitt die Augenbrauen ab, der Stahlhelm M 18 war dabei leicht nach hinten geneigt, der etwas kleinere Stahlhelm M 35 wurde jedoch waagerecht getragen. Der Kinnriemen, aus schwarzem Leder, wurde normalerweise unter dem Kinn getragen, durfte aber auch auf dem Augenschirm getragen werden.

Gegenwart

Nachkriegszeit bis Heute

 

Nach dem Krieg verwendete die, zur Vermeidung von Reminiszenzen, den Amerikanischen Topfförmigen Stahlhelm, kehrte aber 1987 näherungsweise zur alten Form zurück, die auch bei den US-Streitkräften eingeführt wurde, bei denen dieser Stahlhelm den Spitznamen "Fritz" erhielt.

Der M1-Helm und mit seiner Topfform prägte noch langer die US-Armee und viele andere Länder der Welt. Erst seit den Konflikten in Vietnam und im ersten Golfkrieg, wurde die Form der Deutschen Stahlhelme als wohl effektivste und schützendste Lösung angesehen und in die neue Generation von Helmen eingepasst. Ende der 70er Jahre hatte dann aber der Stahl endgültig seinen Dienst getan und wurde durch den aus Kevlar bestehenden PASGT-Helm (US) und den GS Mk 6 aus Aramidfasern (GB) abgelöst. Der Stahlhelm war zwar weiterhin eine billige Alternative für mehreren Mitgliedsstaaten der NATO und des Warschauer Pakts bis in die 90er Jahre hinein, aber nicht mehr die beste Lösung. (Vor allem in Staaten der Fall, in denen die Wehrpflicht galt und wo deshalb eine größere Anzahl an Soldaten mit Helmen ausgestattet werden musste)

In den Armeen diverser Entwicklungsländer werden nach wie vor Stahlhelme verwendet.

 


(Der Bundeswehrhelm heute)


Quellen

James Lucas, Handbuch der Wehrmacht 1939-45, 2001.

http://de.wikipedia.org/wiki/Stahlhelm (Letzter Zugriff 27.04.2010)
http://www.erft.de/schulen/abtei-gym/remarque/helm.htm (Letzter Zugriff 27.04.2010)
http://www.balsi.de/Weltkrieg/Waffen/Au ... hlhelm.htm (Letzter Zugriff 27.04.2010)
http://www.history-revisited.de/detail/ ... -weltkrieg (Letzter Zugriff 27.04.2010)
http://www.zweiter-weltkrieg-lexikon.de ... ?f=8&t=648 (Letzter Zugriff 27.04.2010)
http://www.infobitte.de/free/lex/wpdeLe ... hlhelm.htm (Letzter Zugriff 27.04.2010)



Autor: Viper / Freiherr von Woye

 

Das Thema

Infrarot
Meilenstein der Kriegstechnik

 

Eine wohl unbekanntere "Waffenerweiterung" im 2 Weltkrieg waren die Infrarot Geräte der Wehrmacht, welche als neue Wunderwaffe im Kampf gegen die Alliierten genutzt werden sollte, um somit noch die scheinbar unausweichliche Niederlage zu vereiteln.



Diese Infrarot Geräte waren keineswegs sinnloser Schrott. Die Wehrmacht erzielte mit diesen Geräten in den letzten Kriegsmonaten beeindruckende Ergebnisse, dazu später mehr. Hintergrund der Entwicklung derartiger Waffensystemen war die Übermacht der Alliierten in der Luft, was sich ab 1943 besonders deutlich zeigte. Man mußte einen Weg finden, den Gegner anzugreifen, ohne dabei von den allgegenwärtigen alliierten Bombern angegriffen zu werden. So kam die Idee auf, Panzerkräfte sowie Infanteriekräfte auch in der Nacht operieren zu lassen.... aber wie sollte das gehen?

Technik

Technische Erläuterung und Funktion des Infrarotscheinwerfers

 

Das Prinzip des Infrarotgerätes war denkbar einfach. Der Infrarotscheinwerfer strahlte ein Infrarotlicht aus, welches vom Ziel reflektiert wurde. Diese Strahlen wurden dann in einem Infrarotsensor aufgefangen und über einen Verstärker zu einer sogenannte "Braunschen Röhre" geleitet,welche die aufgefangenen Strahlen dann in ein sichtbares Bild umwandelte. Die "Braunsche Röhre" findet übrigens in Monitoren und Fernsehern noch Verwendung. Diese Geräte werden aber zusehends von neueren Flachbildschirmen abgelöst.

 

Entwicklung

Entwicklung der Infrarotgeräte



Die Entwicklung solcher Infrarotgeräte begann bereits im Jahre 1936 (!) bei der AEG. Leider hatte sich die Firma auf diesem Gebiet aber nicht weiter entwickelt.
Im Jahr 1942 wurde dann erstmals auf den Panzerkampfwagen des Typs 3 und 4 sogenannte "Weißlichtscheinwerfer" eingesetzt. Erste Versuche mit Infrarotgeräten wurden an der Panzertruppenschule I in Fallingbostel durchgeführt. Das Versuchsmodell war ein Marder II, der mit einem 30cm Infrarotscheinwerfer ausgerüstet wurde.

1943 forderte dann der Generalinspekteur, Generaloberst Heinz Guderian, die Entwicklung eines voll einsatzfähigen "Nachtpanzers", der sowohl robust und schlagkräftig, als auch sehr manövrierfähig
war. Hierfür wurde der Panzer "Panther" vorgesehen. Auf dem Turm des Panzers wurde außerhalb der Kommandokuppel ein 360° schwenkbarer 30cm Infrarotscheinwerfer mit einer Bild-Wandleranlage („Biwa") montiert. Die neue Technologie hatte noch einige Nachteile. So hatte der Kommandant der als einziger das Nachtsichtgerät zur Verfügung. Er mußte daher die Richtschützen und seinen Fahrer einweisen, da diese praktisch blind waren. Der weitaus größere Nachteil war jedoch die geringe Reichweite des Gerätes (600m). Er verlor dabei seinen sonst wichtigen Reichweitenvorteil ( z.B: Angriff auf einen T-34 Frontal auf 800m und Seitlich sogar auf 2800m).
Aber auch dafür versuchte man eine Lösung zu finden. So kam es zur Entwicklung eines Beobachtungsfahrzeuges "Uhu", dessen Aufgabe es war, feindliche Ziele mit einem 60-cm-Flakscheinwerfer mit Kohlebogenlampe und Infrarotfilter aufzuspüren und diese dann an die Panzer weiter zu geben. Die Reichweite dieses Scheinwerfers betrug 1500m, wodurch die Reichweite des Panthers auf 700m erhöht werden konnte (Anmerkung: von 600m auf 700m erhöht, ist das richtig? Klingt nicht sonderlich beeindruckend...).
 

Einsatz

Einsatz von Infrarotwaffen



Die IR Panzergruppen bestanden meistens aus fünf Panthern, einem Beobachtungsfahrzeug "Uhu" sowie einem Schützenpanzerwagen für die begleitenden Panzergrenadiere. Dieser Schützenpanzer verfügte über zwei IR Geräte, eines für den Fahrer sowie ein separates Gerät für den Schützen am MG-42.
Derartige Panzerkompanien gab es erst ab 1944 unter der Bezeichnung "Sperber". Anfang 1945 sollten 5 dieser Kompanien eingesetzt werden. Auch wenn diese Taktik sich im Kampf bewährte, fehlte es vor allem an Treibstoff, um größere Nachtaktionen durchzuführen.
Die ersten "Nachtpanther" kahmen 1944 zur Truppe und sollten an der Ardennenoffensive teilnehmen. Zwar waren zur Zeit der Ardennenoffensive einige "Nachtpanther" vor Ort, doch eingesetzt wurden diese nicht. (Auf der Pak40 sowie auf Jagtpanthern wurden ebenfalls IR Geräte eingesetzt, jedoch gibt es dazu scheinbar keine weiteren Informationen, sodass es bei einer Erwähnung bleibt)

 

Einsatz an der Ostfront

 

Im Frühjahr 1944 wurden eine Gruppe von Nachtfahrzeugen wie oben beschrieben nach Ungarn verlegt, dort sollten sie an einer Offensive zur Befreiung von Budapest teilnehmen (Unternehmen Frühlingserwachen). Laut Berichten sollen diese äußerst erfolgreich operiert haben (Anmerkung: ein paar Details wären interessant, so könnte man den Wert dieser Einheiten besser einschätzen)

 

Nachtpanzer

Weitere Erfolge der Nachtpanzer

 

Im April 1945 vereinten sich zwei Sperber-Gruppen mit der neu aufgestellten Panzerdivision Clausewitz, welche zu diesem Zeitpunkt allerdings nur noch auf dem Papier bestand. Diese Einheit sollte sich von dem Gebiet Wolfsburg-Fallersleben zum Harz durchkämpfen. Am 21 April war es dann soweit. Eine Gruppe der Panzer (10) rollte über die Weser-Elbe-Kanal-Brücke, jedoch hatten die Amerikaner einige Paks in Stellung gebracht. Die Überraschung begann, als die Alliierten Leuchtkörper abfeuerten und das Feuer eröffneten. Kurz darauf waren die ersten beiden Panther getroffen. Daraufhin gingen die Anderen in Stellung. Mit der IR Ausrüstung konnten die PAKS schnell ausfindig gemacht und vernichtet werden. Als die Amerikaner mit Erschrecken bemerkten, dass sie scheinbar unterlegen waren, begannen sie sich zurück zu ziehen. Jetzt kamen die IR Geräte richtig zu Geltung. Es wurde ein Beobachtungsfahrzeug in Stellung gebracht und das Feuer begann. Wahrscheinlich wurden dabei noch einige LKWs und sonstige Unterstützungsfahrzeuge vernichtet (Anmerkung: gibt es dazu Details? Sonst lieber nicht spekulieren).

Im Raum Uelzen hatte die Division Clausewitz in einem Feuergefecht einen ganzen Zug der erst neu an die Front gekommenen britischen "Comet Panzer" vernichten können.

 

Prototyp einen Gewehrs der Wehrmacht mit Infarot

 

Der Nachtpanther in Berlin



Noch im März 1945 wurde eine Gruppe von Nachtpanthern (10 Stück) sowie ein Beobachtungsfahrzeug in Berlin unter den Namen Panzerdivision Müncheberg aufgestellt. Diese Einheit nahm am Endkampf um Berlin teil. Wie dieser Kampf verlief und was mit der Division geschah, ist nicht bekannt.
Berichten zu Folge wurde kurz vor Ende des Krieges eine neue Nachtpanther Version eingesetzt. Der Fahrer erhielt einen 30-cm-Suchscheinwerfer und einen Bildwandler am linken Winkelspiegel, der Richtschütze erhielt ebenfalls ein solches Gerät. Somit war die Besatzung nicht mehr "Blind". Ob und wo diese letzte Version des Nachtpanthers eingesetzt wurde ist nicht bekannt.

Infanterie

Einsatz der IR-Geräte in der Infanterie



Infrarotgeräte wurden nicht nur bei Panzerfahrzeugen eingesetzt, es gab auch ein Infrarot-Ziehlfernrohr. Für dieses Zielfernrohr wurde das STG-44 verwendet. Der Aufsatz hatte die Bezeichnung ZF 1229 und wurde auch "Vampir" genannt. Die Firma Leitz lieferte 310 Stück dieses Fernrohrs.

Zum Schluss

Fazit



Obwohl diese Infrarot Geräte recht erfolgreich eingesetzt wurden, hatten sie noch erhebliche Mängel. So war z. B. die Bildqualität alles andere als berauschend, was bei der Freund/Feind Erkennung Probleme bereiten konnte. Des Weiteren war das Gerät äußerst empfindlich, was bei Einsätzen in Regen oder Schnee zu Ausfällen führte. Zudem konnte die Besatzung bei Vollmond geblendet werden.

Quellen

Lexikon der Wehrmacht: http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Waf ... ewehre.htm (Letzter Zugriff 14.09.2010)
Nexusboard: http://www.nexusboard.net/sitemap/6365/ ... t-t233658/ (Letzter Zugriff 14.09.2010)
panther 1944: http://www.panther1944.de/Panther/IR.html (Letzter Zugriff 14.09.2010)

"Krieg in der Heimat. Das bittere Ende zwischen Weser und Elbe"
ISBN: 3980178900



Autor: Magnum

Das Thema

Japanische Infrarot-Waffenforschung

Armee-Forschungen

Lufrwaffe

Luftgestützte Systeme




Für die Armeeluftwaffe wurde am 4. luftfahrt-technischen Forschungsinstitut in Tachikawa mit Unterstützung der Kaiserlichen Universität Kyoto und verschiedenen Firmen bereits ab 1940 an einem flugzeuggestützten Infrarot-Detektor für Jagdbomber gearbeitet. Ziel war die Erkennung gegnerischer Schiffe und Flugzeuge bei Nacht oder schlechtem Wetter.

Nach einigen Versuchen wurde eine Konstantan-Eisen Thermopile (Sensor mit direkter Umwandlung der Infrarotstrahlung in elektrische Impulse) über einem Parabolspiegel von 30 cm Durchmesser als bestmöglicher Detektor angesehen. Das Signal wurde über einen Verstärker an einen Bildschirm weitergegeben, der eine Einteilung in Metern hatte. Das Gerät hatte einen Detektionswinkel von 1° horizontal und 13 – 20° vertikal bei einem Suchwinkel von 180°. Versuche, einen kleineren vertikalen Detektionswinkel zu erreichen, führten zu stärkeren Problemen mit Störimpulsen und wurden zunächst zurückgestellt. Als Material für die Abdeckung des Ausblicks des Detektors wurden Scheiben aus Fluorit, chloriertem Gummi oder Steinsalz getestet, wobei eine Scheibe aus Steinsalz die besten Ergebnisse brachte. Allerdings war das Material sehr empfindlich gegen äußere Einflüsse. Versuche mit verschiedenen Beschichtungen waren zunächst erfolglos. Ein weiteres Problem war die Rostanfälligkeit des dünnen Eisens der Thermopile. Der Versuch mit anderen Metallen und Metalllegierungen waren aber erfolglos, so dass zunächst das Eisen beibehalten werden musste. Mit diesem Gerät war bei klarer Sicht eine Zielerfassung von Schiffen ab 3000 t auf Entfernungen bis 10 km möglich. Eine Erkennung von Flugzeugen oder eine Funktionsfähigkeit bei schlechtem Wetter konnte nur eingeschränkt erreicht werden.

Der Einbau sollte entweder unter dem Motor mit Blick nach schräg unten oder im Flügel mit Blick nach vorn erfolgen. Kurz vor Erreichen der Serienreife wurde jedoch das Forschungsinstitut von amerikanischen Verbänden bombardiert, wobei alle Versuchsgeräte und viele Unterlagen vernichtet wurden. Die Forschung wurde nicht wieder aufgenommen.

Marine

Marine-Forschungen

 

a) Detektor:
Ab 1944 entwickelte auch die Marine am 2. Technischen Institut der Marine eigenständig einen Infrarot-Detektor für ihre Bomber. Ziel war die Erkennung gegnerischer Flugzeuge und Schiffe bei Nacht. Verwendet wurde hier eine Thermopile aus 36 in Serie geschalteten Tellurium-Konstantan-Bauelementen vor einem 18 cm durchmessenden Parabolspiegel mit aluminiumbeschichteter Oberfläche als Thermoelement. Das Thermoelement war in einer kugelförmigen Halterung untergebracht, deren Ausblick mit einer mit chloriertem Gummi geschützten Steinsalz-Scheibe abgedeckt war. Damit konnte ein horizontaler Bereich von 90° beiderseits der Flugrichtung und ein vertikalen Bereich von 40° bei einer Drehgeschwindigkeit von 30° pro Sekunde abgesucht werden. Die Ausgabe erfolgte nicht an einem Bildschirm, sondern an einer Skala. Mit diesem Gerät wurden bei Versuchen Reichweiten von 7 – 10 km je nach Wetter erreicht.


1945 wurde das Gerät als Typ 5 luftgestützter Wärmestrahlungsmesser intensiv getestet. Dabei wurde der Detektor im Bug des Bombers ausfahrbar eingebaut. Bei Start und Landung war der Suchkopf eingefahren und wurde dann im Flug ausgefahren. Der Drehmechanismus des Suchkopfs erwies sich aber gegenüber den einwirkenden Luftströmungen im Flug als zu schwach, so das ein besseres Gerät mit stärkerem Drehmotor entwickelt werden musste. Dies wurde bis Kriegsende aber nicht mehr einsatzbereit.


b)Luft-Boden-Flugbombe:
Im März 1944 begann die Marine drei unterschiedliche Flugbomben zur Schiffsbekämpfung mit jeweils dem gleichen Wärmesuchkopf auf Infrarotbasis zu entwickeln. Im Sommer 1944 wurden nach Windkanaltests zwei der Projekte fallengelassen und die vorhandenen Ressourcen auf die Entwicklung des dritten Modells konzentriert. Unter der Projektbezeichnung Ke-Go entstand eine selbstlenkende Waffe von knapp 4,75 m Länge mit einem Sprengkopf von 20 bis 30 kg. Die Bombe war zylindrisch mit dem Infrarot-Suchkopf vorn, dahinter war die Sprengladung plaziert, danach folgte die Steuerung und das Heck bildete eine kegelförmige Kappe mit einer Luftbremse. Der Durchmesser betrug 0,5 Meter.
In der Mitte der Bombe waren vier größere Leitwerke rechtwinklig zueinander angeordnet mit einer Spannweite von 2 Metern. Jeder Flügel besaß eine in beide Richtungen bewegliche Klappe, mit der die Richtungssteuerung erfolgte. Außerdem waren an den Flügelspitzen der oberen Leitwerke kleine Querruder angebracht. Am Heck waren vor dem Kegel vier weitere kleine Flügel mit 1,2 Metern Spannweite zur Stabilisierung mit Höhenruder-Klappen angebracht. Damit ähnelte die Waffe sehr einer modernen Anti-Schiffs-Rakete.

 

 

 

Als Thermoelement kam ein Bolometer (Sensor mit Umwandlung der Infrarotstrahlung zunächst in Wärme, die dann in elektrische Impulse umgewandelt wird) mit Spiegel zum Einsatz. Der Ausblick nach vorn wurde von einer Membran aus chloriertem Gummi bedeckt, dass auf einem Rahmen aus Klavierdraht befestigt wurde. Steinsalz kam nicht zum Einsatz, da die benötigte Stabilität eine zu dicke Scheibe erfordert hätte, durch die nicht mehr ausreichend Licht gefallen wäre. Der Spiegel war exzentrisch angeordnet und wurde durch einen kleinen Elektromotor gedreht. Damit wurde ein Suchkegel von 15 – 30° horizontal vor der Bombe abgesucht. Der Suchkopf konnte einen Menschen auf über 100 m Entfernung und ein Schiff von 1000 t bei guten Wetterverhältnissen auf 2000 m sicher erkennen.

 


Thermoelement mit Spiegel von hinten

 

Der Sprengkopf bestand aus TNT und wurde mit einem halbkugeligen Hohlraum vorn ausgegossen, um einen Hohlladungseffekt zu erzielen. Die Zündung erfolgte zum einen durch einen doppelt ausgelegten Aufschlagzünder am hinteren Ende der Sprengladung, der nach dem Abwurf durch kleine Propeller am Bug der Bombe scharfgemacht wurde. Diese drehten sich an einer Gewindestange und schlossen nach mehreren Umdrehungen einen Stromkreis, der die Schlagbolzen freigab. Dieser Zünder löste nur aus beim Auftreffen auf eine Schiffshülle oder Felsgestein.
Zum anderen gab es im Heck einen Zünder auf Basis eines Luftgeschwindigkeitsmessers. Beim Abwurf machte dieser aufgrund der höheren Fallgeschwindigkeit eine Verzögerungsladung scharf, die beim Aufprall auf die weichere Wasseroberfläche oder weichen Erdboden zündete und die Bombe unter der Wasserlinie bzw. im Boden detonieren ließ.

Die Steuerung bestand aus einem Gyroskop zur Lagesteuerung und einem Verstärker für das Thermoelement. Das Gyroskop musste dabei nicht komplett freibeweglich aufgehängt werden, da durch die Flügelanordnung bereits eine große Lagestabilität vorhanden war. Insbesondere im Endanflug traten aber wegen der hohen Fluggeschwindigkeit Trudelbewegungen auf, die vom Gyroskop unter Kontrolle gehalten wurden. Um die Störimpulse auf die empfindliche Zielvorrichtung zu verhindern wurden die Gyros durch Luftströmung angetrieben. Dafür waren im Bereich der Steuerung kleine Ein- und Ausströmöffnungen eingebaut.
Die Regelung war so ausgelegt, dass die Bombe immer auf einen Bereich mit starkem Infrarotstrahlungs-Ausstoß zuflog. Dabei wurden die Steuerungsklappen mit einem Hydrauliksystem betrieben, für das zwei kleine Drucktanks für Hydrauliköl eingebaut wurden. Zum Antrieb der Hydraulik waren kleine, abgeschirmte Elektromotoren eingebaut, die über eine gekapselte Batterie hinter den Steuerungselementen versorgt wurden.

Der Heckkegel war aus Stahl und mit vier rechtwinklig zueinander angeordneten, ausklappbaren, rechteckigen Stahlplatten mit Löchern als Luftbremsen versehen. Diese wurden beim Abwurf gelöst und klappten durch den Luftwiderstand automatsch aus.

 


Ke-Go Modell 6




In der Theorie sollte der Einsatz wie folgt ablaufen:
Vor dem Start wurde die Bombe an speziellen Aufhängungen im Bombenschacht der als Trägerflugzeug vorgesehenen Ki-67 aufgehängt. Dadurch ragte die Bombe wie ein Lufttorpedo aus dem Bombenschacht heraus. Die untern liegenden Flügel der Bombe wurden durch einen Federmechanismus in der Waagerechten gehalten, wodurch die für den Start nötige Bodenfreiheit erreicht wurde. Dann wurden die nötigen Leitungen und Abreißverbindungen zum Abwerfen angebracht.

10 Minuten vor dem vorgesehenen Abwurf wurde zunächst elektrisch die Servomotoren der Hydraulik hochgefahren, wodurch auch die Federn der Leitwerkshalterungen gelöst wurden und die unteren Flügel in Flugposition schwenkten. Danach wurde das Hydrauliksystem betriebsbereit gemacht und das Gyroskop gestartet, welches knapp 10 Minuten benötigte, um auf die für den Betrieb nötige Drehgeschwindigkeit von 6000 Umdrehungen pro Minute zu kommen. Als nächstes wurde der Verstärker angeschaltet, da auch dieser eine gewisse Anwärmzeit benötigte. Da die Steuerung für maximal 60 Sekunden Arbeit ausgelegt war, wurde zuletzt noch eine Zeitschaltung aktiviert, die dafür sorgte, dass die Steuerung erst bei etwa 1000 m Flughöhe zu arbeiten begann. Dazu musste der Bombenschütze mit vorhandenen Tabellen die Fallzeit von der Flughöhe bis etwa 1000 m berechnen.

Beim Abwurf öffnete sich automatisch die Luftbremse der Bombe, um durch den langsameren Fall eine bessere Steuerung zu ermöglichen. Nach Ablauf der eingestellten Zeitverzögerung wurde das Steuerungssystem freigegeben und vom Thermoelement auf das nächste Ziel mit höherer Infrarot-Abstrahlung im Flugweg gelenkt. Die Sprengladung detonierte entweder beim Aufschlag unter Freisetzung eines Hohlladungsstrahls oder unter der Wasseroberfläche, wo die entstehende Druckwelle Schaden anrichtete. Da die Bombe auf die wärmsten Bereiche des Schiffs steuerte, waren Einschläge in der Nähe der Schornsteine am wahrscheinlichsten mit der Folge von Schäden im Bereich der Maschinenräume.


Die Marine-Bomberschule in Hamamatsu übernahm ab Dezember 1944 die Praxistests und warf bis Juli 1945 über 60 Flugbomben mit Sprengladungsattrappen in verschiedenen Modifikationen auf schwimmende Flöße von 10 X 30 Metern mit Kohlefeuern ab. Dabei wurde eine maximale Flugstrecke von 1850 Metern einer ungesteuerten Bombe bei einer maximalen erreichbaren seitlichen Bewegung von 500 m erreicht.

Von den abgeworfenen Flugbomben trafen nur 6 das Ziel oder schlugen nahe daran ein. Bei den anderen Bomben wurden neben Fabrikationsfehlern auch Probleme mit dem Steuerungssystem und Ausfälle bei den Thermoelementen als Gründe für die Fehlwürfe ermittelt. Daher wurde im Juli mit dem Bau einer verbesserten, längeren Version mit breiteren Steuerflügeln und empfindlicheren Thermoelementen als Modell 9 begonnen. Erste Flugtests sollten im September 1945 erfolgen.

Bodensysteme

Boden- und seegestützte Systeme

 

a) Bodengestützter Entfernungsmesser
Die japanische Armee arbeitete ab September 1944 an seinem 7. Technischen Labor an stationären und mobilen Geräten zur Erkennung von Wärmequellen auf Infrarotbasis.

Dabei wurden Geräte mit Bolometern (Aufnahme von Infrarotstrahlung als Wärme, die in elektrische Impulse umgewandelt wird), Thermopilen (direkte Umwandlung von Infrarotstrahlung zu elektrischen Impulsen) und Parabolspiegel in Verbindung mit einem Thermopilen (Verstärkung der Strahlung durch Bündelung) getestet. Bei allen Versuchen gab es Probleme, die Wärmestrahlung des Zieles (zwei gleiche Blechkanister mit kaltem und heißem Wasser) von der Hintergrundstrahlung der Umgebung zu trennen.

Die Hintergrundstrahlung wechselte durch Außentemperatur und Tageszeit sehr stark, da die Empfänger sehr empfindlich waren. Bei Praxistests mit einem 3000 t Dampfschiff mit angefeuerten Kesseln wurden die besten Ergebnisse bei einer Zielentfernung von 4 km nach Mitternacht erzielt. Am Tage war die Umgebung, aber auch das Ziel durch Sonneneinstrahlung gleichmäßig stärker erwärmt, so dass sich eine in etwa gleiche Erkennungsrate wie in der frühen und späten Nacht ergab. Probleme gab es lediglich bei Sonnenaufgang und –untergang, insbesondere natürlich bei Messungen gegen die Sonne. Eine Zielerkennung war dann nahezu unmöglich.

Die Versuche ergaben, dass ein Bolometer eine höhere Empfindlichkeit hatte, wodurch das Wärmebild besser dargestellt wurde, aber auch die Störstrahlung stärker und länger einwirkte. Der Parabolspiegel erhöhte die Empfindlichkeit deutlich und wurde daher als Grundelement für die Detektoren mit beiden Thermoelement-Arten verwendet. Problematisch war die Umwandlung der Detektor-Impulse in eine lesbare Bildschirmdarstellung. Bei mehreren Versuchen wurden unterschiedliche Konfigurationen erprobt, die aber alle Probleme mit elektrischen und magnetischen Störimpulsen durch die nötige Stromversorgung hatten. Dies konnte schließlich durch Entkoppelungsmaßnahmen und hochwertige Bauelemente gelöst werden.

Nächstes Problem war die nötige Abschirmung der Thermoelemente gegen Temperatureinflüsse und Umgebungsstrahlung aus Bereichen außerhalb des Zielbereichs. Lösungen dieses Problems wurden bis Kriegsende nicht abschließend gefunden.


b) Bodengestützte Infrarot-Kommunikation

Bereits ab 1929 erforschte die Armee am 7. Technischen Labor Möglichkeiten zur infrarotgestützten Kommunikation auf dem Gefechtsfeld. Insbesondere sollte so eine zielgerichtete Anlandung eigener Truppen bei amphibischen Landungen oder Flussübergängen erreicht werden. Dazu sollte ein Sendegerät von den ersten anlandenden Truppen an Land aufgebaut werden. Der Infrarotstrahl sollte dann den mit Empfängern ausgestatteten Booten der nachfolgenden Landungswellen das Ziel angeben. Bis 1937 konnten alle theoretischen Probleme gelöst und ein entsprechendes Gerät als Typ 97 Modell 2 Photophon eingeführt werden. Eine Bestellung über 2000 Geräte erfolgte noch 1937.


Auch diese Geräte bestanden aus einer Lichtquelle und einem Empfänger. Als Leuchtmittel wurde eine Hochdruck-Quecksilberdampf-Lichtquelle vor einem Spiegel verwendet. Der dabei entstehende Infrarot-Lichtstrahl wurde durch eine Linse gebündelt und verstärkt. Durch den im Modell 2 verwendeten Spiegel konnte eine Reichweite von 4 km erreicht werden.

Der Empfänger bestand aus einer cäsiumbedampten Röhre, die das eingehende Signal in einen Lichtimpuls umwandelte. Sender und Empfänger waren hintereinander in einem Gerät untergebracht. Zum Ausrichten war über dem Gerät ein koaxiales Fernglas angebracht, mit dem ein sichtbarer Lichtstrahl vom Gegengerät gesucht wurde.

Nach Auslieferung der ersten Einheiten wurden diese in der Mandschurei intensiv getestet. Dabei erwiesen sie sich als unbrauchbar für einen Gefechtseinsatz. Hauptproblem waren die Leuchtmittel, die bereits nach 2-3 Stunden ausbrannten oder die Linsen unbrauchbar machten.

1939 wurde noch eine kleinere Version als Typ 97 Modell 3 mit einer Reichweite von 2 km testreif. Diese war als Kurzstrecken-Kommunkationsgerät für die Infanterie gedacht. Es traten jedoch wieder die gleichen Probleme mit dem Leuchtmittel auf. Daher wurden weitere Forschungen angeordnet, allerdings mit niedriger Priorität. 1941 wurden dann die Ergebnisse zusammengefasst. Vorgesehene Weitere Projekte fielen dann aber dem Beginn des Pazifik-Kriegs zum Opfer.


c) Infrarot-Beobachtungsgeräte

 


60 cm Infrarotscheinwerfer

 

Neben den Entfernungsmessgeräten arbeitete die Armee auch an Beobachtungsgeräten auf Infrarot-Basis .Dazu wurde neben dem Sichtgerät auch ein Scheinwerfer zur Beleuchtung entwickelt.

 

 

 

Als Lichtquellen für Infrarot-Scheinwerfer wurden Leuchtmittel mit Wolfram- und Kohlenstoff-Glühfäden getestet. Dabei erwiesen sich Kohlenstoff-Glühfäden mit Hüllen aus Selenfluorit als am langlebigsten und ergiebigsten. Die Umwandlung des durch eine Linse gebündelten sichtbaren Lichts in Infrarotlicht erfolgte wiederum durch einen Filter aus mehreren Lagen Silber, Cäsiumoxid und Cäsium. Der Empfänger bestand wieder aus einer Cäsium-bedampften Röhre, die das Infrarotlicht in sichtbare Lichtimpulse umwandelte. Diese wurden durch eine Linse verstärkt. Es gab Scheinwerfer mit 60 cm und 150 cm durchmessenden Linsen.

 

    Es gab mehrere experimentelle Sichtgeräte:

    -binokular mit 15 cm Brennweite
    -binokular mit 10 cm Brennweite
    -binokular mit 5 cm Brennweite
    -monokular mit austauschbaren Linsen
    -monokular mit 10 cm Brennweite

 


Infrarot-Binokular mit 15 cm Brennweite

 



Die besten Ergebnisse wurden mit einem binokularen Gerät mit 15 cm Brennweite erzielt. Bei idealen Wetterbedingungen konnte damit ein aufrecht stehender Mensch auf 800 m gesehen werden. Bei durchschnittlichem Wetter verringerte sich die Sichtentfernung auf 300 m. Damit war eine militärische Nutzung nur sehr eingeschränkt möglich, so dass eine Einführung bis Kriegsende nicht als sinnvoll erachtet wurde.

Marine II

Marine-Forschungen

 

a)bordgestützte Infrarot-Kommunikation

 

Typ 2 Infrarot-Signalgerät:

 

1942 konnte das 2. Marine-Technische Institut ein System zur für das menschliche Auge unsichtbaren Kommunikation zwischen Schiffen bei Nacht serienreif machen. Insgesamt 100 Kommunikationseinheiten wurden im Anschluss gefertigt und auf den noch vorhandenen großen Schiffen (schwerer Kreuzer aufwärts) sowie kleineren Kommandoschiffen der Marine eingebaut. Dabei wurde auf jeder Seite eine Einheit montiert.
Jede Einheit bestand aus einer Lichtquelle und einem Empfänger mit Ausgabegerät auf einer drehbaren Säule. Die Lichtquelle bestand aus einer 1000 W Wolframlampe hinter einer Sammellinse und einem Infrarotfilter. Der Filter bestand aus einer Glasscheibe, die mit Silber, Cäsiumoxid und Cäsium in mehreren Lagen beschichtet war und das sichtbare Licht in Infrarotlicht umwandelte. Die Lichtabgabe erfolgte moduliert, um den aufgrund des verwendeten Zeichensystems komplexen Signalcode zu ermöglichen. Vor der Lichtquelle war eine zweiteilige Klappe montiert, mit der wie bei normaler Lichtkommunikation durch auf- und zuklappen ein Signalcode durchgegeben werden konnte. Die Abgabe erfolgte mit einem Streuungswinkel von 6 °.

Der Empfänger bestand aus drei übereinander angeordneten Paaren von cäsiumbedampften Glaskörpern, die als infrarotempfindliche Röhren bei eingehenden Lichtimpulsen ein elektrisches Signal abgaben. Diese Röhren hatten jeweils einen wirksamen Empfangswinkel von 10°. Durch eine Anordnung in einem Winkel von jeweils 10° zur nächsten Zweiergruppe konnte ein wirksamer Eingangswinkel von 30° erreicht werden. Die paarweise Verwendung verstärkte den Eingangsimpuls und ermöglichte auch einen Betrieb bei Ausfall einer der Röhren. Die ausgehenden Impulse wurden an Kopfhörern als Töne ausgegeben.

Im Einsatz wurde zunächst ein konstantes Lichtsignal gesendet, worauf der Empfänger ausgerichtet werden musste. Dazu waren an der Säule zusätzlich mehrere Ferngläser montiert, auf die einen kleinen sichtbarer Lichtstrahl vom Sendegerät ausgerichtet werden mussten. Nach Ausrichtung wurde die Botschaft übertragen, wobei die Bedienmannschaft den Empfänger gegen die Bewegungen des Schiffes manuell auf den Sender gerichtet halten musste, wobei der Empfangswinkel von 30° eine geringe Abweichung ausgleichen konnte. Bei einer wirksamen Reichweite von bis zu 15 km bei durchschnittlichem Wetter und einigermaßen ruhiger See konnten so pro Minute 30 Zeichen fehlerfrei übertragen werden (75 bei normaler Kommunikation mit sichtbarem Licht).

 

Typ 3 Infrarot-Signalgerät:

 

Bis 1943 konnte das 2. Marine-Technische Institut den Vorgänger soweit verkleinern, dass auch der Einbau auf kleineren Einheiten möglich war. Etwa 100 Kommunikationseinheiten wurden gebaut und auf leichten Kreuzern und größeren Zerstörern eingebaut.
Die Lichtquelle bestand allerdings nur aus einer 30 W Wolframlampe hinter einer Linse und einer mit Polyvinyl-Alkohol bedampften Filterscheibe. Die Signalübermittlung erfolgte wiederum über ein Klappensystem. Für den Einsatz im Verband mit größeren Schiffen konnte die Lichtabgabe moduliert werden, die Kommunikation zwischen den kleineren Einheiten erfolgte unmoduliert mit einem einfacheren Signalcode.

Der Empfänger bestand aus einer einzelnen cäsiumbedampften Röhre, die bei Eingang eines Infrarot-Impulses einen über eine Linse vergrößerten sichtbaren Lichtimpuls abgab.

Sender und Empfänger konnten von der nur horizontal drehbaren Montierung abgenommen und manuell ausgerichtet werden, um Rollbewegungen ausgleichen zu können.
Die maximal wirksame Reichweite lag aber wegen der verwendeten Lichtquelle nur bei 5 km, was als unbefriedigend angesehen wurde. Daher wurden nur 60 Einheiten eingebaut. Die restlichen Einheiten wurden an Land verwendet.

 

Typ 5 Infrarot-Signalgerät:

 

 



Bei Kriegsende war eine vergrößerte Version des Typ 2 Infrarot-Signalgerät in Bau, das über eine stärkere Lichtquelle mit verbessertem Linsensystem verfügte. Damit sollte im Hinblick auf die bevorstehende Invasion der Heimatinseln ein Überland-Kommunikationssystem aufgebaut werden mit einer Einsatzreichweite von 30 km. Die Entwicklung war aber bis Kriegsende noch nicht abgeschlossen.

b) Freund-Feind-Erkennung
Ab 1943 arbeitete das 2. Marine-Technische Institut an einer Möglichkeit, eigene Flugzeuge und Schiffe mittels Infrarot-Lichtquellen als eigene zu identifizieren. Dazu wurde eine Infrarot-Lichtquelle mit einem drehenden Spiegel versehen, die einen Infrarot-Lichtimpuls wie ein Leuchtturm in alle Richtungen abstrahlte. Als Empfänger wurde ein Schmidt-System mit cäsiumbedampfter Linse verwendet. Dabei wird das Infrarot-Licht über die fokale Linse eingefangen und umgewandelt in sichtbares Licht. Ein sphärischer Spiegel reflektiert das Licht dann in einen Brennpunkt, in dem ein weiterer flacher Spiegel das Licht in den Einblick umleitet. Der Empfänger konnte von einem Mann getragen werden.
Die Lichtquelle sollte an den Flügelspitzen des Flugzeugs oder an den Mastspitzen eines Schiffes installiert werden. Diese konnten dann als eigene identifiziert werden. Vorgesehen war eine Reichweite von 5 km bei Flugzeugen und 10 km bei Schiffen. Bis Kriegsende konnte kein sicher funktionierendes System geschaffen werden.

c) Infrarotbeleuchtungs-Anzeige
Ab 1930 wurden an der Kaiserlichen Universität in Tokyo Möglichkeiten zur Erkennung von Infrarotlicht erforscht. 1942 wurden die Ergebnisse der Forschungen von der Marine übernommen mit dem Ziel, eine eventuelle Beleuchtung eigener Einheiten durch gegnerische Infrarot-Scheinwerfer ohne spezielle Empfangsgeräte zu erkennen. Zur Erkennung wurde die Fähigkeit von verschiedenen chemischem Elementen und deren Salze genutzt, durch Lichteinfall ein schwaches Eigenlicht zu erzeugen. Es wurden mehrere unterschiedliche Mischungen entwickelt, die entweder bei Einfall von Infrarotlicht sichtbares Licht ausstrahlen („Ausleuchtung“) oder zunächst sichtbares Licht ausstrahlten und beim Einfall von Infrarotlicht zu nicht sichtbarem Licht wechselten („Tilgung“).
Nach eingehenden Versuchen wurde eine Mischung aus Zinksulfid und Cadmiumsulfid für „Ausleuchtung“ und eine Mischung aus Zinn, Kupfer und Kobalt für „Tilgung“ als besonders geeignet erkannt. Diese Mischungen wurden mittels Trägersubstanzen (Paraffin, Celluloselack und Resin) auf Kathodenröhren aufgebracht. Diese wurde im Brennpunkt hinter einer Bündelungslinse angebracht. Das Ausgangssignal wurde an eine Braunsche Röhre weitergegeben, die entsprechend aufleuchtete oder sich verdunkelte. Bei Tests konnte mit dieser Vorrichtung eine Beleuchtung durch eine 32 W LKW-Lampe mit Infrarotfilter noch auf 4000 m Entfernung nachgewiesen werden.

1943 wurden einige der Versuchsgeräte nach Rabaul verschifft, um dort Einsatztests durchzuführen. Das Transportschiff wurde jedoch vor Erreichen des Ziels versenkt. Das Projekt wurde daraufhin eingestellt, zumal man aufgrund der Probleme bei der eigenen Entwicklungsarbeit nicht davon ausging, dass die US-Marine in nächster Zeit Infrarot-Sucher einsatzbereit machen könnte.