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Wir sind eine unabhängige und vorwiegend deutschsprachige Internetseite für Modding in Games. Seit 2005 hat sich das Projekt Designmodproject dem Modden bzw. dem Erstellen von Mods verschrieben (Mod; Abk. für engl. modification oder deutsch Modifikation). Dabei stand immer die historische Erweiterung von Spielinhalten des strategie- und militärhistorischen Genres der PC-Spiele im Vordergrund.

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Das Thema

Cruiser Mark Reihe
Panzer Großbritanniens im Zweiten Weltkrieg

 

Entwicklung

Die Entwicklung der "Kreuzerpanzer"



Die Cruiser Tanks der britischen Armee wurden auch als Kreuzerpanzer bezeichnet. Diese Fahrzeuge sind zur Klasse der mittleren Panzer zu zählen. Schon in der Zwischenkriegszeit, zu Beginn der 1930er Jahre, begann man für die britische Armee an dieser Panzerklasse zu entwickeln. Im Vordergrund stand die Überlegung über den taktischen Einsatz. Die Cruiser-Tanks sollten dabei als schneller Einbruchspanzer genutzt werden, um Lücken in den gegnerischen Linien zu schaffen, schnelle Vorstöße ins gegnerische Hinterland zu erzielen und so rückwärtige Verbindungen zu stören oder gar zu zerstören. Man hatte sich für diese Überlegungen die sogenannten Kavalleriepanzer, wie den Mark A „Whippet“, die im 1. Weltkrieg entwickelt wurden, als Vorbild genommen. Man nahm also die leicht bewaffneten Panzer als Vorbild um die höhere Geschwindigkeit und Wendigkeit zu nutzen. Sie sollten so in erster Linie die gegnerische Infanterie bekämpfen und niederhalten, um den Kampfpanzern die Lücke zu öffnen, für einen eigenen Einsatz gegen feindliche Panzer waren sie eher ungeeignet.

Da es im Allgemeinen ab Mitte der 1930er Jahren ein Umdenken in vielen Armeen gab und nun ein Einsatz der Panzer als eigenständige Waffengattung in den Fokus rückte, mussten sich auch die Entwickler der Panzer darauf einstellen. Es gab ein Umdenken in der Bewaffnung der Panzer. Bisher hatte man auf MG-Bewaffnung sowie großkalibrige Geschütze gegen Infanterie gesetzt, im Sinne der neuen Panzertaktikkonzepte war dies aber nicht mehr der neuste Stand der Technik und Doktrin. Durch die Gefahr der steigenden Kämpfe gegen feindliche Panzer, mussten auch die britischen Cruiser-Tanks eine Hauptbewaffnung bekommen, mit der man gegnerische gepanzerte Ziele bekämpfen konnte. In dieses Denken passt auch die Einführung des Konzeptes der Multiturmpanzer. Hierbei besaß der Panzer mehrere Türme, die alle unterschiedlich bewaffnet waren, umso den unterschiedlichen Einsatzzwecken gerecht werden zu können. Die Idee war theoretisch gut, wurde aber in der Praxis schnell wieder verworfen.

Zeitgleich zur Entwicklung der „Cruiser-Tanks“ wurden auch die sogenannten „Infantry-Tanks“ konzipiert. Dabei handelte es sich um schwer gepanzerte und langsame Panzerfahrzeuge, die zusammen mit der Infanterie vorstoßen sollten um dieser Feuerunterstützung zu geben und gleichzeitig Feuerschutz zu erhalten.

Cruiser Mark I - IV

Cruiser Mark I (A9)

 


 
technische Daten
Gefechtsgewicht:
13 Tonnen
Besatzung:
6 Soldaten
Länge:
5790mm
Breite:
2490mm
Höhe:
2640mm
Motor
AEC 6-Zylinder-
Benzinmotor
Hubraum:
9600ccm
Leistung in Kw/PS:
110/150
Leistungsgewicht:
11,5PS/t
Höchstgeschwindigkeit:
40km/h (Straße),
24km/h (Gelände)
Bewaffnung:
1x 4cm-Zweipfünder-Kanone,
1x 7,7mm koaxial MG,
2x 7,7mm MG in den Türmen
Panzerung:
6-14mm

 

 

 

Das erste Panzermodell, das in dieser Baureihe entstand, war der "Cruiser Mark I (A9)". Diese Variante wurde ab 1934 bei der britischen Firma Vickers-Armstrong entwickelt und ging ab 1937 in die Serienproduktion. Bei diesen Fahrzeugen handelte es sich um sehr dünn gepanzerte und mit einer schlechten Formgebung versehene Panzer. So waren sie sehr anfällig für gegnerische Geschosse und damit eher ungeeignet um in Gefechten bestehen zu können. Die Hauptbewaffnung der "Cruiser Mark I (A9)" bestand aus einer 4cm-Zweipfünder-Kanone mit koaxialem MG. Aus dieser wurde panzerbrechende Munition verschossen, Sprengmunition gab es nicht. Aufgrund des geringen Kalibers hatte man auf deren Entwicklung verzichtet. Zusätzlich besaß der Panzer links und rechts vom Fahrer je einen MG-Turm mit je einem 7,7mm MG. Auch wenn die Idee mit den beiden MG-Türmen gut ist, muss man sagen, dass diese für die Schützen oft zu Todesfalle wurden. Auf Grund der extremen Enge in den Türmen, konnten die Schützen oft nicht schnell genug aus diesen Türmen klettern und starben so durch feindlichen Beschuss. Sehr gut für die damalige Zeit waren die sehr fortschrittlichen hydraulischen Antrieb zum Schwenken der Haupttürme. Ebenso gab es einen Ventilator zum Belüften des Kampfraumes.

 

 



Auch das Laufwerk war sehr gut, es wurde später nur geringfügig modifiziert und für den "Valentine-Tank" benutzt. Durch die schon angesprochenen Mängel in der Panzerung und der Form des Aufbaus, erkannte man schnell, dass das Potential der Panzer nicht ausreichte um große Stückzahlen zu produzieren. So stoppte man die Serienproduktion schon nach 125 Exemplaren. Sowohl im Westfeldzug als auch in Afrika kamen die Cruiser Mark I (A9) zum Einsatz, waren aber durch die Mängel den deutschen Panzern unterlegen. Es gab auch noch eine Ausführung des Cruiser Mark I (A9), der als Unterstützer für Infanterie eingesetzt werden konnte. Diese „Nahunterstützungs“-Variante (engl. Close Support, „CS“) war mit einer 94-mm-Haubitze an Stelle der 4cm-Zweipfünder-Kanone ausgestattet. Diese Variante war aber eher nebensächlich. Zur Unterstützung der Infanterie waren ja die Infantry-Tanks entwickelt worden. Mit einer Geschwindigkeit vom 40km/h auf der Straße, waren die Panzer relativ schnell unterwegs, als Vergleich schafften die leichten britischen Panzer nur etwa 50km/h und die schweren „Matilda“ Mk I nur 13 km/h.
 

Cruiser Mark II (A10)

 


 
technische Daten
Gefechtsgewicht:
14,4 Tonnen
Besatzung:
5 Soldaten
Länge:
5590mm
Breite:
2530mm
Höhe:
2640mm
Motor
AEC 6-Zylinder-
Benzinmotor
Hubraum:
9600ccm
Leistung in Kw/PS:
110/150
Leistungsgewicht:
10,4PS/t
Höchstgeschwindigkeit:
26km/h (Straße),
13km/h (Gelände)
Bewaffnung:
1x 4cm-Zweipfünder-Kanone,
1x 7,7mm koaxial MG
Panzerung:
8-30mm

 

 



Der "Cruiser Mark II (A10)" wurde der Nachfolger des (A9). Eigentlich sollte diese Variante als Infanteriepanzer eingesetzt werden. Aber auf Grund der schon angesprochenen schwachen Panzerung sah man schnell davon ab, denn man musste davon ausgehen, dass bei diesem Einsatz zu viele Fahrzeuge durch Panzerabwehrwaffen verloren gehen würden. Da man aber nur etwa 26km/h Höchstgeschwindigkeit auf der Straße und nur 13km/h im Gelände erreicht wurden, war der (A10) auch für den Einsatz als Kreuzerpanzer eigentlich ungepanzert. Die Geschwindigkeit war zu gering um den taktischen Einsatzzweck vernünftig ausfüllen zu können. Man hatte zum Vorgängermodell die beiden MG-Türme weg gelassen und den Aufbau etwas verbessert, trotzdem wies das Kastenoberteil zu viele Stellen auf, an denen sich gegnerische Granaten verfangen konnten. Man produzierte insgesamt 175 Exemplare dieser Panzer, die in Frankreich und Nordafrika zum Einsatz kamen. Gegen die Italiener waren sogar Erfolge zu erzielen, gegen die deutschen Panzer in Frankreich und das "Afrika-Korps" hingegen waren sie chancenlos.
 

Cruiser Mark III (A13)

 


 
technische Daten
Gefechtsgewicht:
14,2 Tonnen
Besatzung:
4 Soldaten
Länge:
5990mm
Breite:
2530mm
Höhe:
2640mm
Motor
Nuffield Liberty V12-
Benzinmotor
Leistung in Kw/PS:
250/340
Höchstgeschwindigkeit:
48km/h (Straße),
24km/h (Gelände)
Bewaffnung:
1x 4cm-Zweipfünder-Kanone,
1x 7,7mm koaxial MG
Panzerung:
6-14mm

 

Der Cruiser Mark III (A13) war der erste britische Panzer, der das neue Federsystem im Laufwerk vom Amerikaner J. Walter Christie verwendete. Dabei handelte es sich nicht mehr um ein Federsystem mit Blattfedern sondern eingebauten Spiralfedern. So konnte man Fahrwerke schaffen, die höhere Geschwindigkeiten aushalten konnten und die Geländegängigkeit verbessern.
General Martel, ein Mitarbeiter des britischen Kriegsministeriums in der Abteilung für Panzerentwicklung, nahm im Jahr 1936 an einer Vorführung der russischen Armee teil. Dabei waren auch Panzer der "BT-Serie" zu sehen, die schon die neue Christie-Federung besaßen. Beeindruckt von den Vorführungen, forcierte er die britische Panzerentwicklung im Hinblick auf das Gesehene in Russland. Mit einem Fahrwerk, basierend auf den Christie-Federn, entwickelte und baute die neu gegründete Firma "Nuffield Mechanization & Aero Limited" den neuen Cruiser Mark III (A13). Als Vorgaben sollte dieses Fahrzeug ebenfalls die 4cm-Zweipfünder-Kanone besitzen, 30mm Panzerung haben und auf der Straße 48km/h sowie im Gelände etwa 40km/h erreichen. Der Prototyp wurde 1937 entwickelt und gebaut, nach seiner Abnahme erging noch im gleichen Jahr der Auftrag zur Serienproduktion. Insgesamt wurden 65 Exemplare des Cruiser Tank Mark III (A13) gefertigt. Wie auch schon die anderen beiden Cruiser-Tanks war der Mark III (A13) zwar schnell aber schwach gepanzert und im Gegensatz zu den deutschen Panzern mit einer zu schwachen Hauptbewaffnung ausgestattet. Auf den Kriegsschauplätzen in Frankreich und Afrika war der Cruiser-Tank Mark III (A13) ebenfalls anzutreffen. Gegen die italienischen Verbände konnten Erfolge erzielt werden, gegen die deutschen Panzer waren auch sie chancenlos.

 

Cruiser Mark IV (A13 MkII)

 

 



Bei dieser Variante handelte es sich um den Cruiser Mark III (A13) mit einer verbesserten Panzerung. Das eigentliche Design blieb erhalten, nur der Turm würde verändert. Dabei setzte man an den Turm V-förmige Panzerplatten und gab ihm so das Aussehen eines Diamanten. Man wollte mit dieser Form erreichen, dass die gegnerischen Geschosse abgelenkt wurden und so den Schutz der Besatzung erhöhen ohne gleich das Gesamtgewicht des Fahrzeuges stark ansteigen zu lassen. Man begann mit der Produktion der Mark IV (A13 MkII) schon im Jahr 1938. Im Folgejahr kam es zur Auslieferung der ersten 168 Fahrzeuge, 1940 folgten dann weitere 256 bis schließlich 1941 die letzten 6 Exemplare ausgeliefert wurden. Man hatte somit insgesamt 430 Cruiser Mark IV (A13 Mk II) hergestellt. Auch diese Panzer kamen in Frankreich und Afrika zum Einsatz, wo sie ebenso wie die Vorgänger nur mäßigen Erfolg hatten. Grund dafür waren die Bewaffnung und die Panzerung sowie die geringe Zuverlässigkeit.

Cruiser Mark V - VIII

Cruiser Mark V Covenanter (A15)

 

Dieser Panzer war eine Weiterentwicklung des Cruiser Mark III (A13). Im Jahr 1939 wurde er entwickelt und man begann mit der Produktion. Aus Platzmangel nutzte man als Antrieb einen 12-Zylinder-Boxermotor und verlegte die Kühlung nach vorn ins Fahrzeug. Man kam zu dieser Einschränkung, da man ein flaches Fahrzeug bauen wollte. Durch die Verwendung von schmalen Ketten kam es aber zu einem sehr hohen Bodendruck, dies und die ständigen Motorprobleme sorgten dafür, dass der Covenanter nie in den Kriegseinsatz als Kampfpanzer kam. Die insgesamt 1771 produzierten Fahrzeuge kamen nur zu Ausbildungszwecken zum Einsatz, wurden bei der Feldartillerie als Befehls- und Beobachtungspanzer eingesetzt oder zu Brückenlegepanzern umgebaut.

 

Cruiser Mark VI Crusader (A15)

 


 
technische Daten
Gefechtsgewicht:
20 Tonnen
Besatzung:
3 Soldaten
Länge:
5990mm
Breite:
2640mm
Höhe:
2230mm
Motor
Nuffield-Liberty V12,
Benzinmotor
Leistung in Kw/PS:
254/340
Leistungsgewicht:
16,9PS/t
Höchstgeschwindigkeit:
43km/h (Straße),
24km/h (Gelände)
Bewaffnung:
1x 5,7cm-Sechspfünder-Kanone,
1x 7,92mm koaxial MG
Panzerung:
7-51mm

 

Die verschiedenen Versionen der Crusader-Panzer hatten alle den Cruiser Mark IV (A13 MkII) als Basis für die Entwicklung. Man schuf aber ein Fahrzeug was der Besatzung mehr Platz bot und eine etwas stärkere Panzerung sowie bessere Motorisierung aufwies. Man nutzte als neuen Antrieb den Liberty-Flugzeugmotor, der schon im 1. Weltkrieg zum Einsatz kam. Der Motor wurde um 60PS auf 340PS gedrosselt, leistete aber trotzdem sehr gute Arbeit und sorgte für eine gute Agilität. Die erste produzierte Version des Crusaders war der Mk.I. Dieser Panzer verfügte über die obligatorische 4cm-Zweipfünder-Kanone und einem MG-Turm. In diesem war ein Besa-MG mit 7,7mm eingebaut, aufgrund der schlechten Belüftung und der hohen Gefahr des Schützen, wurden im Laufe der Produktion diese Türme weggelassen und durch normale Einstiegsluken ersetzt. Ein zweites MG saß im Bug des Panzers. Da auch hier die Möglichkeit für die Verwendung von HE-Munition fehlte waren diese Panzer stark anfällig für gegnerisches PaK-Feuer, auch war ihre Panzerung zu schwach um gegen die deutschen Panzer bestehen zu können. So hatte man gute Chancen bis zum Panzer III Ausf. "G" aber alles darüber war dem Cruiser Mark VI Crusader (A 15) überlegen. Die zweite Version des Crusader war der Mk.II.

 

 

 

Hierbei handelt es sich um einen modifizierten Mk.I, der einen neuen verstärkten Motor erhalten hatte. Außerdem wurde der Munitionsvorrat von 110 Schuss auf 130 Schuss vergrößert und man verbesserte die Panzerung. Die letzte eingesetzte Variante war der Mk.III. In dieser Ausführung hatte man eine neue Turmkonstruktion eingebaut. Diese ermöglichte nun eine „6-Pfünder“ 57-mm-Kanone einzubauen. Ebenso hatte man die Panzerung weiter verstärkt um der Besatzung besseren Schutz bieten zu können. Durch diese Maßnahmen hatte man die Crusader stark an Kampfkraft steigern können, die Mk.III waren nun den deutschen Panzer III J und Panzer IV F2 gefährlich geworden. Der Cruiser Mark VI Crusader (A15) war somit der wichtigste Panzer der Briten im Wüstenkrieg im Norden Afrikas. Dabei ist noch zu sagen, das bei der Feuertaufe, auf dem afrikanischen Kontinent im Jahr 1941, mehr Fahrzeuge durch Pannen ausfielen als durch den Beschuss von feindlichen Einheiten. Der Grund hierfür lag bei der Motorkühlung sowie den Luftkühlern. Obwohl sie die wichtigsten britischen Panzer in Afrika waren, wurden sie ab 1943 sehr schnell durch amerikanische Panzer ersetzt. Die geringe Panzerung und die fehlende Möglichkeit eine größere Bewaffnung als die 5,7cm-Sechspfünder-Kanone, machten diesen Schritt nötig. Auf Basis des Crusader-II-Fahrgestells wurde noch eine Spezialversion produziert. Hierbei handelte es sich um den Umbau zu einer Zugmaschine, der es möglich war, sowohl ein 76,2-mm-Geschütz – den so genannten „17-Pfünder“ – zu ziehen als auch die gesamte Munition und acht Mann Besatzung aufnehmen konnte. Bis zum Ende des 2. Weltkrieges wurden insgesamt 5300 Exemplare der verschiedenen Versionen hergestellt.

 

Cruiser Mark VIII Cromwell (A27M)

 


 
technische Daten
 
Gefechtsgewicht:
28 Tonnen
Besatzung:
5 Soldaten
Länge:
6420mm
Breite:
3040mm
Höhe:
2840mm
Motor
Rolls-Royce Meteor V-12,
Benzinmotor
Hubraum:
27000ccm
Leistung in Kw/PS:
441/600
Leistungsgewicht:
21,5PS/t
Höchstgeschwindigkeit:
52km/h (Straße),
29km/h (Gelände)
Bewaffnung:
1x 7,5cm-Kanone,
1x 7,92mm koaxial MG,
1x 7,92mm MG in der Wanne
Panzerung:
8-76mm

 

Da auch die Crusader-Panzer ebenfalls eine geringe Panzerung und eine schwache Bewaffnung besaßen, wurde schon 1941 ein Katalog mit Anforderungen entwickelt, um einen Kreuzerpanzer zu bauen der diese Schwachstellen nicht aufwies. Der britische Generalstab kam dabei zur Auffassung, dass die Panzerung 70mm stark sein sollte und die Bewaffnung mindestens 5,7cm betragen sollte. Zwei Firmen wurden mit der Entwicklung dieses Fahrzeuges beauftragt. Die Firma Nuffield erhielt den Auftrag zum Bau eines Panzers ohne aber einen Prototypen gebaut und getestet zu haben. Schnell stellte sich heraus, dass diese als "Cavalier"-Panzer bekannt gewordenen Fahrzeuge, für den Kampfauftrag unbrauchbar waren, sie wurden daraufhin nur als Schulungsfahrzeuge genutzt. Daraufhin erhielt die zweite Firma den Auftrag zum Bau ihres Modells. So entstand in der Fabrik Leyland der neue Panzer. Da anfänglich die eigentlich genutzten Meteor-Motoren noch nicht verfügbar waren kamen die älteren Liberty-Motoren zum Einsatz. Die produzierten Panzer waren in Grunde gleich nur die Motoren unterschieden die beiden Modelle. Die mit dem Liberty-Motoren wurden daraufhin als "Centaur" bezeichnet und die mit Meteor-Motor als "Cromwell". Durch die negativen Erfahrungen bei der Kühlung der Crusader-Panzer unterzog man die Cromwell einer ausgiebigen Testreihe. So verzögerte sich die Serienproduktion auf die Anfänge des Jahres 1943.

 

 

 

Auch verzögerte eine Veränderung der Hauptbewaffnung die Auslieferung der Panzer, man hatte sich nämlich dafür entschieden eine 7,5cm Kanone zu benutzen und keine 5,7cm wie geplant. Der Motor sowie das Getriebe waren hervorragend und dadurch konnte sich der Panzer sehr gut im Gelände beweisen und er brachte eine Spitzengeschwindigkeit von 64km/h. Um aber eine schnelle Abnutzung des Materials zu verhindern, entschied man sich die Fahrzeuge zu drosseln, somit war nun die Höchstgeschwindigkeit bei 52km/h. Die 1943 und 1944 produzierten Fahrzeuge kamen nicht sofort zum Einsatz, das britische Militär nutzte sie nur zu Schulungszwecken. Erst mit Beginn der Landung der Alliierten in der Normandie im Juni 1944 kam es zum ersten Einsatz der Cromwell-Panzer. Bis zum Ende des Krieges leisteten die Cromwell sehr gute Arbeit obwohl sie immer im Bereich Panzerung und Bewaffnung den Deutschen unterlegen waren. Man kann sagen, dass der Cromwell, auf Grund seiner Verzögerung bei der Entwicklung und Produktion, seinen Kontrahenten immer etwas hinterher hingen. Trotzdem entstanden insgesamt etwa 4500 Panzer dieser Baureihe, die bis 1950 ihren Dienst bei den britischen Streitkräften verrichteten.

 

Cruiser Mark VIII Challenger (A30)

 

 



Zum Ende des Krieges entstand noch eine weitere Variante der Cruiser-Panzer. Dabei nutzte man viele Bauteile der Cromwell-Panzer und versah den Aufbau mit einer 17-Pfünder-Pakals als Bewaffnung. Mit dieser Bewaffnung sollten feindliche Panzer geknackt werden und selbst durch die gute Panzerung ein guter Schutz der Besatzung herrschen. Im Jahr 1944 kamen die ersten dieser Panzer zu den britischen Aufklärungseinheiten, um dort gemeinsam im Kampf mit den Cromwell zum Einsatz zu kommen. Dabei sollten sie durch ihre Feuerkraft die Schnelligkeit der Cromwell unterstützen.

Cruiser "Comet"

Cruiser Tank „Comet“ (A34)



Basierend auf den Erfahrungen des Wüstenkrieges 1941/42 in Afrika, entwickelte man auf Basis der Cromwell-Panzer einen neuen Allroundpanzer. Hierbei versuchte man die Schnelligkeit mit verbesserter Panzerung und Bewaffnung zu kombinieren. Das Ergebnis war der Comet-Panzer der 1943 entwickelt und getestet wurde bzw. schließlich 1944 in Serienproduktion ging. Obwohl er sehr gut war, kam er auf Grund seiner späten Entwicklung nur vereinzelt auf dem europäischen Kriegsschauplatz zum Einsatz. Dass er aber ein vorzüglicher Panzer war kann man daran erkennen, dass der Comet bis ins Jahr 1958 bei den britischen Truppen zum Einsatz kam.


Quellen

"Waffentechnik im Zweiten Weltkrieg", Alexander Lüdeke, Parragon-Verlag, ISBN: 978-1-4054-8584-5
"Tanks of World War II", Steve Crawford, Brown Partwork Limited, ISBN: 0-7603-0936-1

http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzerpanzer
http://www.btinternet.com/~ian.a.paters ... rtanks.htm



Autor: panzermeyer

Das Thema

Die schweren Infanterie-Panzer
der britischen Streitkräfte

 

 

 

Die Entstehungsgeschichte




Die Infantry-Tanks der britischen Armee waren Panzerfahrzeuge, die zur Klasse der mittleren Panzer zählen. Schon in der Zwischenkriegszeit, zu Beginn der 1930er Jahre, begann man für die britische Armee an dieser Panzerklasse zu entwickeln. Sie entstand parallel zu den Cruiser-Tanks. Die Infantry-Tanks sollten dabei als schwer gepanzerte Infanterieunterstützung genutzt werden, um mit ihrer Feuerkraft den Gegner einzudecken und so das Vorrücken der eigenen Infanterie zu erleichtern. Man hatte sich für diese Überlegungen an die Panzer, die im 1. Weltkrieg entwickelt wurden, als Vorbild gehalten. Auch dort nutzten die Briten Fahrzeuge als Infanterieunterstützung sowie als Einbruchspanzer. Um den taktischen Einsatz erfolgreich bestreiten zu können, war es bei den Infantry-Tanks wichtiger eine gute Panzerung zu besitzen als schnell zu sein. Somit ist hier auch die klare Unterscheidung in den beiden britischen Panzerentwicklungssträngen zu sehen. Die Cruiser-Tanks waren schnell aber leicht gepanzert, die Infantry-Tanks setzten auf Panzerschutz für die Besatzung und sahen die Geschwindigkeit als nebensächlich an. Ebenso wie die ersten Cruiser-Tanks entwickelte die Firma "Vickers-Armstrong" auch die ersten Infantry-Tanks. Anfang der 1930er Jahre begann man mit der Entwicklungsarbeit die
dann schließlich mit dem Matilda I, der ab 1937 in Serie produziert wurde, einen Abschluss fand.

MK I und II

Die Infanteriepanzer Mk I und II "Matilda"

 

 

 


 
technische Daten
Matilda II Mk. III
 
Gefechtsgewicht:
27 Tonnen
Besatzung:
4 Soldaten
Länge:
5610mm
Breite:
2590mm
Höhe:
2510mm
Motor:
zwei Leyland
6-Zylinder-Dieselmotoren
Leistung in Kw/PS:
140/190
Leistungsgewicht:
7PS/t
Geschwindigkeit:
24km/h (Straße),
13km/h (Gelände)
Bewaffnung:
1x 4cm Zweipfünder-Kanone,
1x 7,92mm koaxiales BESA-MG
Panzerung:
20-78mm

 

Beim "Matilda I" handelte es sich um den ersten Infantry-Tank der Briten. Da er als Unterstützung für die Infanterie gedacht war, und nicht gegen gegnerische Panzer eingesetzt werden sollte, hatte man als Hauptbewaffnung nur ein einzelnes MG im Turm eingebaut. Er besaß hingegen eine Panzerung, die in der Front sogar 60mm erreichte, damit war er fast allen Waffen, die die deutsche Armee hatte, gewachsen. Als mobiler Bunker eingesetzt, war er im Zusammenspiel mit der Infanterie eine gute Unterstützung. Da aber eine eigene Kanone fehlte, somit ein Panzerkampf nicht möglich war, und sich durch die Blitzkriegtaktik der Deutschen auch die allgemeine Gefechtstaktik änderte, war der Matilda I bald überholt. Die geringe Geschwindigkeit und die fehlende Hauptbewaffnung waren nicht mehr zeitgemäß. Im Frankreichfeldzug kam der Matilda I auf Seiten der Alliierten zum Einsatz, die Fahrzeuge die nicht in Gefechten zerstört wurden aber nicht wie üblich von der Wehrmacht übernommen sondern zur Rohstoffgewinnung verschrottet. In der Wehrmachtführung hielt man diese Panzer für völlig nutzlos. Insgesamt wurden 140 Panzer dieses Musters produziert.

 

 



Aus den Erfahrungen mit den Matilda I hatte man früh gelernt und daraus Konsequenzen gezogen. Schon Ende der 1930er Jahre entwickelte man einen Nachfolger, 1938 entstand der Prototyp und 1940 war dieser bereits serienreif bzw. kam in geringer Anzahl im Frankreichfeldzug zum Einsatz. Man hätte zu diesem Zeitpunkt schon viel mehr der neuen Matilda II im Einsatz haben wollen, aber da die Bauweise aus Gussstahl war und die Produktionsfirmen wenig Erfahrung mit der Panzerherstellung hatten, gab es immer wieder Verzögerungen. Man hatte beim "Matilda II" darauf geachtet, dass eine vernünftige Hauptbewaffnung vorhanden war. Hier kam, wie auch in den Cruiser-Tanks, die 4,7cm Zweipfünder-Kanone zum Einsatz. Damit waren die Infanteriepanzer nun endlich in der Lage auch gegen gengerische Panzer etwas anrichten zu können. Als Sekundarbewaffnung wurde, dass 7,92mm BESA-MG verwendet und man verstärkte die Panzerung. Mit der nun vorhandenen max. 90mm starke Panzerung brauchte der Matilda II keinen deutschen Panzer wirklich zu fürchten, einzig die 8,8cm-Flak war durchschlagskräftig genug um frontal wirksam zu sein. Aus diesem Grund waren die "Matilda II" auch sehr erfolgreiche Panzer auf dem afrikanischen Kriegsschauplatz. Den italienischen Panzern waren sie überlegen und auch die Deutschen hatten nicht unbedingt gute Chancen gegen sie, daher erhielt sie am Anfang des Afrikafeldzuges auch den Spitznamen "Königin der Wüste". Dies änderte sich aber schließlich, verbesserte deutsche Panzermodelle und eine geänderte Taktik sorgten dafür, dass die Matilda II Panzer auf das Abstiegsgleis kamen. Ihre Bewaffnung reichte nicht mehr aus um die deutschen Panzerungen zu durchschlagen und die Geschwindigkeit war so gering, das sie oft ausmanövriert wurden und so leichter ausgeschaltet werden konnten. Vor allem die 8,8cm Flak und das Wüstengelände waren das größte Problem. Die Flak im Bodeneinsatz konnte die Matilda II Panzer auf 1800 ausschalten, wobei die Panzer auf mindestens 500m an die Flak heran kommen mussten um wirksam ihre Waffen einsetzen zu können. In der deckungsarmen Landschaft der Wüste war dies kaum möglich. So entwickelte man einen Nachfolger, der ab Ende 1941 nach und nach die Matilda II ersetzte. Insgesamt stellte man etwa 3000 Matilda II Panzer her, etwa ein Drittel davon wurde in die Sowjetunion geliefert, um sie im Kampf gegen das deutsche Reich zu unterstützen. Insgesamt baute man vier verschiedene Ausführungen, die aber kaum große Veränderungen hatten, lediglich war in den späteren Panzern die Motorleistung um 16PS auf insgesamt 190PS erhöht wurden. Der Versuch eine stärkere Bewaffnung einzubauen schlug fehl, aufgrund des zu geringen Durchmessers des Turmdrehkranzes scheiterte der Versuch eine 5,7cm Sechspfund-Kanone einzubauen. Es gab auch Umbauten des Matilda II, bei einem setzte man eine 7,8cm Haubitze in den Turm um eine mobile Artillerie zu schaffen und ein anderer Umbau war zum Beispiel ein Minenräumpanzer.

Valentine (MK III)

Der Infanteriepanzer Mk III "Valentine"

 


Valentine Mk III

 


 
technische Daten
Valentine Mk.I
 
Gefechtsgewicht:
16,3 Tonnen
Besatzung:
3 Soldaten
Länge:
5410mm
Breite:
2630mm
Höhe:
2270mm
Motor:
AEC 6-Zylinder
Benzinmotor
Leistung in Kw/PS:
100/135
Leistungsgewicht:
8,3 PS/t
Geschwindigkeit:
24km/h (Straße),
15km/h (Gelände)
Bewaffnung:
1x 4cm Zweipfünder-Kanone,
1x 7,92mm koaxiales BESA-MG
Panzerung:
8-65mm

 

Die Panzer der Valentin-Serie entstanden bei "Vickers-Armstrong" auf dem Reißbrett. Man verwendete dazu Baugruppen des "Cruiser Mark II (A10)" um die Produktion und Entwicklung zu vereinfachen. So entstand Anfang 1938 der Prototyp, der schließlich am 14. Februar 1938 dem britischen Kriegsministerium vorgestellt wurde. Man war von diesem Fahrzeug überzeugt, erteilte den Auftrag zur Serienproduktion und gab dem Projekt, auf Grund des Datums ( Valentinstag ), den Namen "Valentine". 1939 begann dann schließlich die Serienproduktion und 1940 erreichten die ersten Panzer die britischen Kampftruppen. Wie schon die Matilda-Panzer war auch der "Valentin" stark gepanzert und mit der 4cm-Zweipfünder-Kanone ausgestattet, ebenso hatte er die geringe Geschwindigkeit seines Vorgängers übernommen. Das größte Problem des Valentin war aber sein kleiner Turm. Einerseits bot er bei der Zweipfünderbewaffnung genügend Platz für die Besatzung hatte aber eine schwächere Bewaffnung, andererseits konnte man auch die stärkere 5,7cm und 7,5cm Kanonen einbauen was quälende Enge für die Besatzung bedeutete. Die meisten Besatzungen bevorzugten aber die Enge, also die schwerere Bewaffnung. So konnte man sich auch gegen stärkere Panzer behaupten und mit den 3 Mann, die für die Bedienung benötigt wurden, konnte man besser als Besatzung zusammen arbeiten.

 


Ein Valentine Mk XI

 

Auf Grund der Zuverlässigkeit und Robustheit der Panzer, wurde er zu einer wichtigen Stütze der britischen Panzertruppen. So wurden von den Valentine-Panzern insgesamt zirka 8275 Panzer in 11 Versionen hergestellt. 2690 Fahrzeuge gingen davon wieder an die Sowjetunion, im Sinne des Leih- und Pachtabkommens zwischen der Sowjetunion, Großbritannien und Kanada. Die im Rahmen der Roten Armee eingesetzten Fahrzeuge konnten auch an der Ostfront sehr gute Dienste leisten. Allerdings wurde in einige von diesen Fahrzeugen 7,62cm Kanonen eingebaut um mehr Durchschlagskraft zu besitzen. Auch die Wehrmacht setzte erbeutete Panzer ein, diese kamen bis zu deren Zerstörung oder der Nichtreparierbarkeit wegen fehlender Ersatzteile zum Einsatz. Bei den 11 Varianten des Valentine gab es nur Unterschiede mit der Hauptwaffe und anderen kleinen Änderungen wie zum Beispiel am Turm: Valentine I - VII (Zweipfünder-Kanone), Valentine VIII - X (Sechspfünder-Kanone) und Valentine XI (7,5cm Kanone). Außerdem existierte noch eine Selbstfahrgeschütz "Bishop" mit einer 25-Pfund-Feldkanone und Panzer für andere Sonderaufgaben zum Beispiel im gesamten Bereich von mobilen Brücken (Valentine Bridgelayer), zur Kanalverteidigung (Valentine CDL), für Beobachtungszwecke (Valentine OP) und zur Minenräumung (Valentine Scorpion und Valentine AMRA).

 


Der Bishop

Churchill (MK IV)

Der Infanteriepanzer Mk IV "Churchill"

 


 
technische Daten
Churchill Mk. VII
 
Gefechtsgewicht:
40,6 Tonnen
Besatzung:
5 Soldaten
Länge:
7540mm
Breite:
3250mm
Höhe:
2490mm
Motor:
Bedford
12-Zylinder-Boxermotor
Leistung in Kw/PS:
258/350
Leistungsgewicht:
8,6 PS/t
Geschwindigkeit:
25km/h (Straße),
13km/h (Gelände)
Bewaffnung:
1x 7,5cm Kanone,
1x 7,92mm koaxiales BESA-MG,
1x 7,92mm BESA-MG in der Wanne,
1x 7,7mm Bren-Fla-MG
Panzerung:
19-152mm

 

Der Churchill war das Nachfolgemodell für den Matilda II der von der britischen Firma "Vauxhall" im Jahre 1940 entwickelt wurde. Um möglichst viel Zeit bei der Konstruktion zu sparen, griff man auf Pläne des A20 zurück. Dieses Projekt war entstanden als man noch glaubte der Krieg würde, ähnlich wie der 1. Weltkrieg, als Stellungskrieg verlaufen. So verfügte auch der Churchill-Panzer über eine Ketten, die um die Wanne herumliefen, um die Gräben der Stellungssysteme überfahren zu können. Im Juli 1941 entstand der erste Prototyp und kurz danach kam der Auftrag zur Serienproduktion. Wie nicht anders zu erwarten gab es natürlich viele Probleme, die daraus resultierten, dass die Entwicklung sowie die Erprobung unter Zeitdruck abgelaufen waren. Der Antrieb sorgte ständig für Probleme, die Lenkung war unausgereift und auch das Getriebe funktionierte nie ohne Störungen. Aber es gab auch sehr viel Positives am Churchill. So waren die Panzerung und das Laufwerk hervorragend konstruiert und so konnten auch schwere Beschädigungen oder schwieriges Gelände die Panzer nicht vom Vorwärtskommen abhalten. Ebenfalls war die breite und geräumige Wanne ein großer Vorteil. So konnten verschiedenste Sondermodelle auf Basis des Churchills entwickelt werden. Insgesamt produzierte man 5460 Panzer bis zum Ende des Krieges im Jahr 1945.

 


Churchill Mk VI

 

Die verschiedenen Varianten und Sondermodelle des Churchill-Panzers

 

  • Churchill I (303 Exemplare): Dies war die erste Version des Churchill, die Hauptbewaffnung war eine 2-Pfünder-Kanone und koaxialem MG sowie einer 3-Zoll-Haubitze mit stark eingeschränktem Schwenkbereich im Rumpf.
  • Churchill Mk II (1127 Exemplare): Bei dieser Version wurde die Haubitze im Rumpf durch ein weiteres Maschinengewehr ersetzt. Durch den eingeschränkten Schwenkbereich war der Einsatz nur bedingt erfolgreich.
  • Churchill Mk II CS: Bei dieser nur in sehr geringen Mengen gebauten Version wurden die Haubitze im Turm und die Kanone im Rumpf eingebaut.
  • Churchill Mk III (675 Exemplare): Durch die Verwendung eines nun geschweißtem Turmes und einer 6-Pfünder-Kanone als Bewaffnung kann man hier von einer ersten großen Veränderung des Fahrzeuges reden.
  • Churchill Mk IV (1622 Exemplare): Die mit Abstand am meisten gebaute Variante. Einziger größerer Unterschied zum Mk III war der Turm. Man hatte ihn leicht verändert um die Produktionskosten senken zu können.
  • Churchill Mk V (241 Exemplare): Ein Churchill mit einer 95-mm-Haubitze im Turm zur Infanterieunterstützung.
  • Churchill Mk VI (200 Exemplare): Diese Version erhielt eine 7,5cm Kanone als Hauptbewaffnung, außerdem kam es noch zu anderen kleineren Veränderungen und Verbesserungen.
  • Churchill Mk VII (zusammen mit Mk VIII 1600 Exemplare): Ab dieser Variante war die 7,5cm Kanone Standard auch wurde die Panzerung nun verstärkt. Die Besatzung war nun noch besser geschützt. Durch diese radikalen Veränderungen kann man hier von der zweiten großen Überarbeitung reden.
  • Churchill Mk VIII: Ein "Mk VII" der anstelle der 7,5cm Kanone mit einer 95-mm-Haubitze ausgestattet worden war.
  • Churchill Mk IX: Bei dieser Variante handelte es sich eigentlich um Mk III und MK IV denen man einfach den Turm des Mk VII eingesetzt hatte. Des Weiteren wurde die Panzerung verstärkt und man modifizierte die Aufhängung und das Getriebe.
  • Churchill Mk X: Umrüstung wie beim Mk IX nur das man den Mk VI als Ausgangspanzer nahm.
  • Churchill Mk XI: Eine Umrüstung des Mk V mit Mk-VIII-Turm und Zusatzpanzerung.
  • Churchill AVRE: Bei den Churchill AVRE (Armoured Vehicle Royal Engineers) wurde das Geschütz durch einen 290-mm-Petard-Mörser ersetzt. Außerdem konnten viele Zusatzgeräte wie Minenflegel, Faschinenroller und Minenleger angebracht werden. Nach dem Krieg wurden die Petards durch 165-mm-Geschütze ersetzt.


    Der Churchill AVRE mit dem gut zu erkennenden Petard-Mörserrohr
  •  
  • Churchill ARK: Ein turmloser Churchill, mit herunterklappbaren Rampen an beiden Seiten und Rampen auf der Hülle, der zum Improvisieren von Überfahrten und Brücken eingesetzt wurde.
  • Churchill Bridgelayer: Ein Brückenlegepanzer um schnell Geländeeinschnitte überbrücken zu können.


    Churchill Bridgelayer
  • Churchill Oke: Der Churchill II oder III ausgestattet mit Flammenwerfer.
  • Churchill Crocodile (etwa 800 Exemplare): Churchill VII, bei dem das Bug-MG durch einen Flammenwerfer ersetzt wurde, die Brennstoffe wurden in einem Anhänger mittransportiert.
  • Churchill NA75 (120 Exemplare): Bei diesem Churchill wurde die Front des Turms durch die Turmfront eines Shermans mit 75-mm-Geschütz ersetzt.
  • Churchill AVRE Bobbin: Bei diesem Churchill hatte man eine 3m breite Rolle mit Segeltuch auf den gepanzerten Aufbau montiert. So sollte verhindert werden das die schweren Panzer an Stränden im Sand einsinken und so als unbewegliche Ziele enden würden. Dieses System kommt heute, an die Moderne angepasst, noch in den Faltstraßensystemen zum Einsatz.


    Churchill AVRE_Bobbin


Quellen

"Waffentechnik im Zweiten Weltkrieg", Alexander Lüdeke, Parragon Verlag, ISBN:978-1-4054-8584-5

http://www.mobhome.de/vehicles/Nice%20t ... e_brit.htm
http://www.wwiivehicles.com/unitedkingd ... entine.asp



Autor: panzermeyer

 

Das Thema

Bomb Testing Device T1 ''Little David''

 

 

Vorwort

Größeres Kaliber als Dora!



Obwohl viele Artilleriegeschütze erheblich größer waren als das als ''Little David'' bekannte seltsame Gerät, so bleibt doch die Tatsache bestehen, dass diese Waffe noch immer den Rekord über das größte Kaliber sämtlicher Artilleriegeschütze mit nicht weniger als 914mm hält, und nicht einmal die Deutsche 80cm Dora (E) an ''Little David'' herankommt. Der ''Little David'' war eine der Kuriositäten der Welt der Artillerie.

 

 
Technische Daten ''Little David''
Kaliber: 914mm
Länge: 8,534
Gewicht 82808 Kg
Richthöhe: +45° bis + 65°
Schwenkbereich: 26°
Mündungsgeschwindigkeit: nicht angegeben
max.Schussweite 8,687km
Geschossgewicht: 1678Kg

Einsatz

Sollte beim Angriff auf die Japanische Hauptinsel Bunker knacken!



''Little David'' hatte seinen Ursprung in einem Gerät, das dazu benutzt worden ist, Fliegerbomben zu testen. Die vorhandenen Haubitzen brachten es nicht fertig Schwerere Bomben abzufeuern, so dass eine Vorrichtung mit der Bezeichnung Bomb Testing Device T1 konstruiert und Produziert wurde. Er funktionierte recht gut, und man kam auf die Idee, die Vorrichtung regelrecht als Artilleriewaffe einzusetzen. Mit der Aussicht auf einen Einmarsch auf die Hauptinsel Japans schien eine solche Waffe ideal um die erwarteten japanischen Bunker und Widerstandsnester zu zerstören. Damit wurde im März 1944 der Startschuss für das Projekt gegeben und die Tests begannen noch im selben Jahr.

Installation

Aufwendige Installation des ''Little David''

 

Der ''Little David'' war etwas mehr als ein über die Mündung zu ladender Mörser mit einem gezogenen Rohr. Das Rohr ruhte in einem Stahlkasten, der in einer tiefen Grube platziert wurde, ebenso die Höhenrichtmaschine und die sechs hydraulischen Heber, die benutzt wurden um das Rohr aufzusetzen und abzunehmen. Ein gewisser Schwenkbereich war in dem Kasten gewährleistet und das Rohr wurde durch eine mit einem Getriebe ausgestatteten Quadranten auf dem Verschlussende aufgerichtet und abgesenkt. Es gab keinen Rückholmechanismus. Das Rohr wurde einfach nach dem Abfeuern in seine Lage Zurückgepumpt. Das Laden erfolgte mittels eines Spezialkranes, der Teil der Ausrüstung war.

 

Film über das Aufbauen, Laden und Abfeuern des ''Little Davids'':

Munition

Die Granate des ''Little David''

 

Das Geschoss war von eigenartiger Form mit einer langen und sich verjüngenden Geschossspitze und einer gekrümmten Granathülse. Es wog nicht weniger als 1678 kg, wovon 726 kg auf den Sprengstoff entfielen. Ein solches Geschoss hatte auf jedes Ziel eine verheerende Wirkung, aber ''Little David'' wurde nie eingesetzt. Bei seinen Feuertests zeigte sich, dass die Zielgenauigkeit gering war, und die US-Armee war von den 12 Stunden nicht gerade begeistert, die gebraucht wurden um ihn in Stellung zu bringen.

 

 

Keine Zukunft

Das Ende des Projektes



Der Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki, sorgten dafür das Japan im August 1945 kapitulierte, und so keine Invasion der Hauptinsel mehr nötig war, und dementsprechend wurde der ''Little David'' nicht mehr benötigt, und wurde prompt ein Museumsstück.
 


 

Das Geschütz samt Geschoss steht heute noch in den Aberdeen proving grounds in Maryland, in einem umfangreichen Artilleriemuseums von diesem Testgelände.


Das Thema

15-cm Schwere Feldhaubitze 18



 



Die 15-cm sFH 18 war das Standardgeschütz der Divisionsartillerie der Wehrmacht. Sie wurde 1935 eingeführt und basierte auf der Synthese zweier konkurrierender Entwürfe der späten 1920er-Jahre von Rheinmetall und Krupp, welche jeweils als Ersatz für die veraltete kurzrohrige 15-cm sFH 13 aus dem Ersten Weltkrieg dienen sollten.

 

Technische Daten

Militärische Bezeichnung: 15-cm sFH 18
Typ: schwere Feldhaubitze
Kaliber: 150 mm
Rohrlänge: 4400 mm (Kaliberlänge: L/29,5)
Marschgewicht: 6.304 kg
Gefechtsgewicht: 5.512 kg
Seitenrichtbereich 60°
Höhenrichtbereich: -3°/+45°
Höchstschussweite: 13.325 m
Mündungsgeschwindigkeit: 520 m/s
Geschossgewicht: 43,5 kg (SprGr), 24,63 kg (HL-Gr), 38,97 kg (NbGr)
Feuergeschwindigkeit: 4 Schuss/Minute
Entwickler: Krupp, Essen (Lafette); Rheinmetall, Düsseldorf (Rohr)
Hersteller: Spreewerke, Berlin; MAN, Augsburg; Dörries-Fullner, Bad Warmbrunn; Skoda-Werke, Dubnica
Stückzahl: ca. 7.950

 

Entwicklung

Entwicklung und Konstruktion

Obwohl die Waffenproduktion durch den Versailler Vertrag stark eingeschränkt war, begann man in der zweiten Hälfte der zwanziger Jahre mit der Konstruktion neuer Geschütze. Bei den schweren Feldhaubitzen entstand die 15-cm schwere Feldhaubitze 18. Ob man die Modellnummer 18 aus Tarnungsgründen wählte oder in Anlehnung an die "15-cm Versuchshaubitze 18 (Rh)", den Prototyp von Rheinmetall für das Geschütz, ist nicht mehr nachzuvollziehen. Die sFH 18 wurde von den Unternehmen Rheinmetall in Düsseldorf und Krupp in Essen zwischen 1926 und 1930 getrennt voneinander entwickelt; da beide Modelle das Heereswaffenamt nicht vollständig überzeugten, beschloss man dort, die jeweils besten Elemente des einen mit denen des anderen zu vereinen, sodass die Waffe schließlich eine Krupp-Lafette und ein Rheinmetall-Rohr erhielt. Die sFH 18 war eine solide, aber konservative Konstruktion mit Spreizlafette und - wie bei der leichten Feldhaubitze 18 - vollgummibereiften Leichtmetallscheibenrädern und Eisenfelgen.
Wegen der fehlenden Achsfederung war die sFH 18 nicht für den schnellen Motorzug geeignet. Ihr Gewicht von über 5.500 kg war andererseits für den Pferdezug zu hoch.
Das Geschütz wurde am 23. Mai 1935 offiziell eingeführt. Der Herstellungspreis des Geschützes im Jahre 1938 betrug 44.000 RM.
Die Splitterwirkung der Sprenggranate betrug 15 Meter nach vorn, 40 bis 50 Meter nach den Seiten und 3 Meter nach hinten. Bei direkten Treffern konnten bis zu drei Meter Erddeckung durchschlagen werden.


Einsatz

Einsatz und Weiterentwicklung

Die sFH 18 fand in den schweren Abteilungen der Artillerieregimenter Verwendung und wurde dort zu je vier (später sechs) Geschützen je Batterie eingesetzt. Bei Kriegsbeginn 1939 befanden sich in den Infanterie-Divisionen in der IV. (schweren) Abteilung eines Artillerie-Regiments zwölf schwere Feldhaubitzen 18.
In den Panzerdivisionen befanden sich acht schwere Feldhaubitzen 18 zusammen mit vier 10-cm-Kanonen in der III. (schweren) Abteilung eines Panzerartillerieregiments.
 

 

sFH 18 im Einsatz an der Ostfront

 

Im Pferdezug wurde das Geschütz mit je sechs Pferden bespannt in zwei Lasten mit Lafetten- und Rohrwagen hinter je einer Protze gefahren. Vor dem Marsch wurde das Rohr vollständig aus der Wiege heraus und auf einen zweirädrigen Transportwagen gezogen. Die Lafette wurde mit den zusammengeklappten Holmen ebenfalls auf einen Transportwagen gehoben. Trotz dieser zwei Zuglasten war das Geschütz im späteren Verlauf des Ostfeldzuges bei den schlechten Wetter- und Wegeverhältnissen viel zu schwer, und es wurden oft Gespanne von bis zu zehn Pferden für ein Vorwärtskommen benötigt. Beim in Stellung gehen musste der Rohrwagen vor die abgeprotzte Lafette gezogen und nach dem Abprotzen des Rohrwagens das Geschützrohr übergezogen werden.
Im motorisierten Zug wurde die Feldhaubitze hinter einen mittleren Zugkraftwagen 8t (Sd.Kfz. 7) oder einen schweren Zugkraftwagen 12t (Sd.Kfz. 8) in einer Last gefahren.

 



sFH 18 hinter Mittlerem Zugkraftwagen 8t



Eine Höchstschussweite von nur reichlich 13 km war für ein Geschütz dieser Art zu gering, was sich in den Kämpfen an der weiträumigen Ostfront schmerzlich bemerkbar machte. Vergleichbare Geschütze der Roten Armee, wie die 15,2-cm-Haubitze "ML-20" oder die 12,2-cm-Kanone "A-19" hatten eine wesentlich höhere Schussweite. Ab 1942 versuchte man daher, ein leistungsfähigeres Nachfolgemodell zu entwerfen (z.B. sFH 43 und sFH 44), die jedoch nicht über das Modellstadium hinauskamen. Weitere Versuche galten der Erhöhung der Schussweite des bestehenden Geschützes. Dazu erhielt die sFH 18 eine Mündungsbremse (sFH 18M) sowie ein auswechselbares Futter des Ladungsraums, sodass eine größere Treibladung verwendet werden konnte, welche die Schussweite auf 15 km steigerte. Trotz der Mündungsbremse war das Rücklaufsystem jedoch auf Dauer nicht in der Lage, die erhöhten Rückstoßkräfte aufzunehmen, sodass es langfristig zu Schäden an der Lafette kam.
Zusätzlich wurde für die sFH 18 weltweit erstmalig Munition mit Raketenzusatzantrieb eingeführt (15 cm RGr 19, Gewicht 45,25 kg), die zwar die Schussweite auf 19 km steigerte, aber nicht besonders zielgenau war und zu hohem Rohrverschleiß führte.

Obwohl die Haubitze aufgrund dieser Mängel - zu geringe Schussweite und zu hohes Gewicht - den steigenden Anforderungen nicht mehr genügte, setzte sie die Wehrmacht mangels Alternative bis zum Kriegsende weiter ein. Bei Kriegsausbruch befanden sich 1.353 Stück bei der Truppe, bis Mai 1945 entstanden 5.403 weitere Haubitzen. Am 1. Januar 1945 waren noch etwa 3.000 Stück im Einsatz. Zum Einbau in die Selbstfahrlafette "Hummel" wurden ab 1943 zusätzlich über 1.200 leicht modifizierte sFH 18/1 produziert. Außerdem sollte das modifizierte Verschlussteil der sFH 18 als Bodenstück der geplanten "V3" Verwendung finden.
 

 Bild

15-cm Panzerhaubitze Hummel im Einsatz an der Ostfront; Verschluss der sFH 18, für die V3 vorgesehen

 

Nicht nur die deutschen Streitkräfte, auch Finnland (unter der Bezeichnung "150 H/40") und Italien ("Obice da 149/28") setzten diese Waffe ein; nach 1945 befanden sich Geschütze dieses Typs in den Arsenalen Albaniens, Bulgariens, Chinas, der Sowjetunion, Portugals, der Tschechoslowakei und einiger südamerikanischer Staaten und wurden, zum Teil modernisiert, noch lange verwendet.
Aktuell werden noch 47 modernisierte sFH 18 in den finnischen Streitkräften unter der Bezeichnung "152 H 88-40" eingesetzt, welche ein neues 152-mm-Rohr erhalten haben.

 


"152 H 88-40" der finnischen Streitkräfte (2005)



Quellen

Typenkompass: Deutsche Artillerie-Geschütze 1933-45, Alexander Lüdeke, Motorbuch Verlag, ISBN 978-3-613-03150-0

Wikipedia (12.08.2012)
Englische Wikipedia (13.08.2012)
Lexikon der Wehrmacht (12.08.2012)
Military Images (Bild; 13.08.2012)



Autor: Gross

 

Das Thema

12,8-cm-PaK 44

 

 

 

Die 12,8-cm-PaK 44 der Wehrmacht war das schwerste Panzerabwehrgeschütz, das während des 2. Weltkrieges eingesetzt wurde. Entwickelt auf Grundlage der Erfahrungen an der Ostfront, konnte selbst aus einer Schussentfernung von 2 Kilometern praktisch jeder damals existierende Panzer frontal durchschlagen werden.


 


Militärische Bezeichnung: 12,8-cm-PaK 44
Typ: schweres Panzerabwehrgeschütz
Kaliber: 128 mm
Rohrlänge: 7023 mm (Kaliberlänge: L/55)
Gewicht: 10.160 kg
Seitenrichtbereich 360°
Höhenrichtbereich: -7,5°/+45°
Höchstschussweite: 24.410 m
wirksame Schussweite: ca. 3.000 m
Feuergeschwindigkeit: 5 Schuss/Minute
Geschützbedienung: 8 Soldaten
Hersteller: F. Krupp AG Bertha-Werke, Breslau
Stückzahl: 51

Entwicklung

Entwicklung

Im Jahre 1943 beauftragte das Heereswaffenamt Krupp und Rheinmetall mit der Konstruktion einer Feldkanone, die den 12,2-cm-Geschützen der Roten Armee vom Typ A-19 überlegen sein sollte. Anfangs war daher die Entwicklung einer Feldkanone der Bezeichnung „Kanone K 44“ mit dem Kaliber 12,8 cm geplant.
Aufgrund des Auftauchens neuer schwerer sowjetischer Panzer verschob sich der Schwerpunkt der Entwicklung jedoch zunehmend in Richtung PaK. Während Krupp die bereits bewährte 12,8-cm-Flak als Grundlage nahm, konstruierte Rheinmetall ein von Grund auf neues Geschütz. Ende 1944 stellten beide Konzerne einander ähnliche Prototypen vor, die beide Kreuzlafetten für 360° Schwenkbarkeit besaßen. Das Geschütz war mit einem Schubkurbelkeilverschluss sowie einem elektrischen Abfeuerungsmechanismus ausgestattet. Während der Krupp-Entwurf nur vier Räder aufwies, war die Transport-Lafette von Rheinmetall mit insgesamt sechs Rädern bestückt.
 


(v.l.n.r. Rheinmetall-Entwurf, Krupp-Prototyp in Transportposition, Krupp-Prototyp in Feuerstellung)



Nach ersten Erprobungen wurde schließlich die Krupp-Kanone für die weitere Entwicklung und Vorserienproduktion ausgewählt. Im Laufe dieser Versuche stellte sich allerdings heraus, dass die über 10 t schwere gezogene PaK unter Kriegsbedingungen kaum sinnvoll einzusetzen war. Zur Serienfertigung kam es daher nicht mehr, nur wenige Exemplare entstanden. Dennoch stellte die PaK 44 eine konstruktive Meisterleistung dar und gehört zu den schlagkräftigsten Panzerabwehrkanonen, die je entwickelt wurden. Neben der Bezeichnung „PaK 44“ firmiert diese Waffe auch als „PaK 80“, „12,8-cm-PaK 43, „Kanone 44“ oder „Panzerjägerkanone 44“.


Munition

Munition

Es konnten 3 Munitionsarten verschossen werden, die Panzergranate 39/43 APC, die Panzergranate 40/43 APBC mit ballistischer Haube gegen besonders schwer gepanzerte Ziele und Sprenggranaten gegen Gebäude, befestigte Stellungen oder Truppenansammlungen.
Die Geschosse mussten aufgrund des hohen Gewichts getrennt (Granate und Kartusche) geladen werden, wodurch die Feuergeschwindigkeit herabgesetzt wurde.
 


Munitionsart: Panzergranate 40/43 APC mit ballistischer Haube Sprenggranate
Geschossgewicht: 28,3 kg 28,0 kg
Sprengladung: 0,55 kg 3,6 kg
Treibladung: 15 kg 12,2 kg
Länge der Granate: 49,65 cm 62,3 cm
Mündungsgeschwindigkeit: 930 m/s 750 m/s

 

 

 

12,8-cm-Granate in einem Museum

 

Zwar war die Durchschlagsleistung im Nahbereich kaum besser als die der PaK 43, auf weite Entfernung zeigte die beinahe dreimal so schwere 12,8-cm-Panzergranate 43 jedoch eine weitaus höhere Wirkung im Ziel.

 

Durchschlagsleistung der 12,8-cm-PaK 44 (bei 30° Auftreffwinkel)
  Panzergranate 39/43 APC Panzergranate 40/43 APC mit ballistischer Haube
aus 500 m Entfernung 166 mm 178 mm
aus 1000 m Entfernung 143 mm 167 mm
aus 2000 m Entfernung 117 mm 148 mm


Einsatz

Einsatz

Abgesehen von den Prototypen wurden nahezu alle Geschütze auf bereits vorhandene Lafetten aufgesetzt, da sich die Fertigung sehr aufwendig gestaltete und die verfügbaren Industriekapazitäten aufgrund steigender Verluste an der Front sowie durch Luftangriffe bereits stark gesunken waren. Ein Großteil der einsatzfähigen Exemplare wurde als Hauptbewaffnung des Jagdtigers verbaut.
Die 12,8-cm-PaK war als Standardbewaffnung für die zukünftigen schweren Panzer, wie der Maus oder dem E-100, vorgesehen. Außerdem sollte sie auf der Selbstfahrlafette L/61 "Sturer Emil" in verlängerter Form Anwendung finden.

Folgende Varianten wurden realisiert:

  • 12,8-cm-PaK 44: auf werkseigener Lafette
  • 12,8-cm-Kanone 81/1: K 44 auf ehemals französischer Lafette 155mm GPF-T
  • 12,8-cm Kanone 81/2: K 44 auf ehemals sowjetischer Lafette 152mm-Haubitze Modell 1937
  • 12,8-cm Kanone 81/2: K 44 auf mittlerem Waffenträger "Gerät 579"
  • 12,8-cm-PaK 80 (Pjk 80): PaK 44 als Hauptgeschütz des Jagdtigers

Quellen


Typenkompass: Deutsche Artillerie-Geschütze 1933-45, Alexander Lüdeke, Motorbuch Verlag, ISBN 978-3-613-03150-0

Wikipedia
Englische Wikipedia
Lexikon der Wehrmacht
ww2photo.se (Bild)
aquaundco.cwsurf.de (Bild)
http://www.deadlybirds.com.br (Bilder)
WoT-Forum (Bild)



Autor: Gross