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Das Thema

Panzerjäger "Tiger (P)"
(Sd.Kfz. 184)

 


"Elefant" / "Ferdinand"

Entwicklung

Entwicklung

 

Die Entwicklung des Jagdpanzers "Tiger (P)" ist eng mit der Entwicklungsgeschichte des PzKpfw. Tiger Ausf. Porsche VK 4501 (P) verbunden. Dieser Panzerkampfwagen wurde von Porsche als Prototyp, für einen neuen schweren Panzerkampfwagen, entwickelt. Einzelne, schon produzierte, Fahrzeuge wurden ausgeliefert und erprobt. Es wurden große Mängel und Probleme am Getriebe und Motor erkannt, die nicht so schnell behoben werden konnten. Somit erhielt die Firma Henschel den Auftrag für die Tiger-Produktion.

 


"Zwei PzKpfw. "VK 4501 (P)" die schließlich als Grundlage für die Ferdinand dienten"

 

Im August 1942 wurde die Produktion der PzKpfw. VK 4501 (P) eingestellt aber die Firma Krupp hatte schon 100 Panzerungen dafür hergestellt. Somit standen nun 100 Panzerungen zur Entwicklung eines neuen Panzerfahrzeuges zur Verfügung. Bei der, am 22. September 1942 stattfindenden, Führerkonferenz wurde die Entwicklung eines Sturmgeschützes beschlossen. Dabei sollten die "Porsche-Tiger" mit einer 200mm Frontpanzerung als Ausgang dienen und die Hauptbewaffnung einer 8,8cm PaK 43 L/71 bekommen.
Die Konstruktionsplaner für den Umbau in einen Jagdpanzer wurden durch die Firma Altmärkische Kettenwerke GmbH "Alkett" erstellt. Darin war vorgesehen, das 200mm starke Frontblech und die Bewaffnung in einen starren, nicht mehr drehbaren, Aufbau einzusetzen. Die Rückwand des Aufbaus wurde bis zum Ende der Wanne gezogen, damit genügend Platz für den Kartuschenausstoß und den Rohrrücklauf zu gewährleisten. Mit den Plänen war "Alkett" bis zum 30. November 1942 fertig. Als Sekundärbewaffnung war ein Bug-MG recht neben der Hauptwaffe vorgesehen und durch ein periskopisches Zielfernrohr sollte die Anvisierung der gegnerischen Fahrzeuge erfolgen. Als weitere Sichtmittel war ein Periskop für den Kommandanten, zwei Winkelspiegel an den hinteren Ecken des Aufbaus für die Ladeschützen und eine Öffnung im Dach für ein Scherenfernrohr geplant. Mit Hilfe von zwei Luken im Aufbaudach sowie einer großen Öffnung in der Aufbaurückwand konnte die Besatzung ein- und aussteigen.

 

 

 

Im Dezember 1942 wurde schließlich die Berechnung über das Gesamtgewicht durchgeführt. Nach Abschluss der Berechnung kam man zum Ergebnis, dass das Gesamtgewicht 68,57t betragen würde. Somit wurden schnell die ersten Befürchtungen angerecht, dass das Laufwerk, das für ein 45t schweres Kampffahrzeug entwickelt wurde, dass Gewicht nicht tragen könnte. Aus diesem Grund wurden die Konstruktionspläne noch einmal überarbeitet und als Ergebnis die Frontalpanzerung wieder erleichtert.
Der Antrieb der im Jagdpanzer "Tiger (P)" eingebaut werden sollte unterschied sich zu dem was sonst verwendet wurde. Man baute zwei Maybach HL 120 TRM Triebwerke ein, die aber nicht direkt den Panzer antrieben, sondern dazu dienten um einen 500 Volt-Ampere-Generator anzutreiben. Die so, vom Siemens-Schuckert Generator, erzeugte Energie wurde dann an zwei 230kw Elektromotoren weitergegeben. Zwar genügte die Leistung der Motoren um den Jagdpanzer "Tiger (P)" ausreichend anzutreiben aber trotzdem war der Leistungsverlust enorm. So lag der Verbrauch bei 150km Fahrstrecke bei 1000 Liter Benzin.

 


"Das Antriebsschema wurde später beim Ferdinand, nachdem ein paar Änderungen durchgeführt wurden, übernommen"



Zusätzlich zur Hauptbewaffnung, der 8,8cm Panzerjägerkanone 43/2, wurde ein loses MG-34 mit 600 Schuss und zwei MP38/40 mit 384 Schuss mitgeführt. Die Nebenbewaffnung konnte dazu benutzt werden um aus den offenen Luken, den Öffnungen an der Rückseite und den Pistolenöffnungen zu schießen. Das eigentlich geplante Bug-MG wurde zu Gunsten des losen MG weggelassen. Für die Hauptwaffe wurden 40 Schuss mitgeführt. 26 Patronen wurden dabei in festen Halterungen gelagert und die restlichen 14 Patronen in den Munitionsverpackungen mitgeführt. Im späteren Einsatz war dann die Regel jeden noch möglichen Platz dazu zu nutzen um möglichst viel Munition mitnehmen zu können. So konnten dann bis zu 90 Patronen mitgenommen werden.

Produktion

Produktion

 


 
Technische Daten
 
Typ:
Jagdpanzer
Hersteller:
Alkett, Steyer
Gefechtsgewicht:
68 t
Länge:
8140 mm ( mit Rohr )
Breite:
3380 mm
Höhe:
2970 mm
Motor:
2x Maybach HL 120 TRM,
12-Zylinder-Benzinmotor
Hubraum:
je 11870 ccm
Leistung kw/PS:
441/600
Leistungsgewicht:
8,8 PS/t
Höchstgeschwindigkeit:
20 km/h ( Straße ),
10 km/h ( Gelände )
Tankinhalt:
1080 Liter
Fahrbereich:
150 km ( Straße ),
90 km ( Gelände )
Besatzung:
6 Soldaten
Furttiefe:
1m
Stückzahl:
90
Fahrgestell-Nr.:
150010-150100

 

Im November 1942 wurde der Auftrag gegeben die Produktion zu starten. In den Nibelungenwerken sollten 90 fahrbereite Fahrgestelle produziert werden die dann an die Firma "Alkett" überstellt werden sollten. Bei "Alkett" wurden dann die dort gefertigten Aufbauten auf die Fahrwerke der Nibelungenwerke montiert. Gleichzeitig wurden nötige Änderungen an den "Tiger(P)"-Wannen durchgeführt. Diese Änderungen waren Nötig geworden da der Aufbau weiter nach hinten verschoben werden musste um das Überragen des Geschützrohres über die Wanne auszugleichen. Des Weiteren mussten die beiden Elektromotoren nach vorn verlegt werden. Ihr neuer Platz war nun hinter dem Fahrerstand. Bis April 1943 waren alle Änderungen an den Wannen bei der Firma "Eisenwerke Oberdonau" durchgeführt worden.
Als während einer Führer-Konferenz über den derzeitigen Stand der Produktion der Jagdpanzer "Tiger (P)" gesprochen wurde, kam es auch zur gleichzeitigen neuen Namensgebung für diesen Panzer. Der Jagdpanzer sollte, als Anerkennung für die Leistungen die Ferdinand Porsche geleistet hatte, "Ferdinand" heißen.

 

 



Auf Grund von Versorgungsengpässen bei der Laufwerksherstellung und anderen Schwierigkeiten, wurde der komplette Fertigungsauftrag an die Nibelungenwerke übergeben. So sollten diese Probleme, wegen der Fähigkeiten die in der neuen Produktionsstätte vorhanden war, schnellstmöglich gelöst werden. Dieser Befehl kam im Übrigen direkt vom Rüstungsminister "Albert Speer". Mit dieser klugen Entscheidung kam die Fertigung des "Ferdinand" ins Rollen. Durch die Räumlichkeiten, der nicht mehr vorhandene Zeit- und Verladeaufwand gegen des Transportes der Fahrgestelle zu "Alkette" und der schnellen Produktion der Wannen in den Nibelungenwerken, konnte der letzte vollständige Jagdpanzer "Ferdinand" am 23. April 1943 das Werk verlassen.
Im April des Jahres waren die ersten 29 "Ferdinand" an die Truppe geliefert worden, weitere 56 Fahrzeuge folgten im Mai und die letzten 4 der insgesamt 90 hergestellten Jagdpanzer erreichten im Juni ihre Einheit. Schon während der Produktion wurde festgestellt das die Kugelblenden der 8,8cm-Kanone unzureichend war. Um mögliche Beschussschäden zu vermeiden erhielt die Firma "Krupp" den Auftrag diese Zusatzpanzerungen zu fertigen. Am 13. Mai 1943 wurden diese dann per Bahntransport an die Truppe geliefert, wo sie noch vor dem ersten Einsatz angebaut werden konnten.

Elefant

Vom "Ferdinand" zum "Elefant"



"Adolf Hitler" hatte im November 1943 dem OKW Vorschläge für die Neubezeichnung von Panzerfahrzeugen und anderen Waffen vorgetragen. Diese wurden diskutiert und mit einem Befehl vom 1. Februar 1944 übernommen. So sollte nach Vorschlag des Führers der "Ferdinand" in "Elefant für 8,8cm Sturmgeschütz Porsche" umbenannt werden. Da die Umbenennung fast zeitgleich mit der Auslieferung der überholten und verbesserten Jagdpanzer stattfand kann man sagen, das die ursprünglich Jagdpanzer "Tiger (P)" als "Ferdinand" zu bezeichnen sind und die Umbauten als "Elefanten". Somit ist eine recht einfache Unterscheidung möglich.
 

 

 

Schon am 1. September 1943 wurde eine Liste mit 31 Verbesserungsvorschlägen abgegeben. So sollte zum Beispiel die Möglichkeit geschaffen werden mit dem MG durch das Rohr der 8,8cm zu schießen um den Nahverteidigungswert der Fahrzeuge etwas zu erhöhen. Dieser Vorschlag wurde sofort umgesetzt und innerhalb von 6 Wochen bei 50 "Ferdinand" durchgeführt. 48 weitere "Ferdinand" verblieben in den Nibelungenwerke um dort umgebaut zu werden.

Hier einige gewünschte und durchgeführte Veränderungen.

Brandbekämpfung

 

  • Einbau einer Feuerlöschanlage
  • Verbesserung der Zugänglichkeit des Motorraums vom Kampfraum
  • Tropfölschutz beim Ventilgehäuse

 

Beseitigung von Fehlerquellen der Schwachstromanlage

 

  • neue Lichtmaschine von Bosch
  • Funkentstörung von Aufbau und Wanne

 

Antrieb

 

  • Rutschkupplung starr festlegen
  • Einbau größerer Getriebeübersetzung
  • neue Ketten

 

Aufbau

 

  • Abdichtung der Luken
  • Anbringung des Werkzeuges, Gerätes und der Ersatzkettenglieder an der Heckseite
  • Anbringen von Regen- und Blendschutz über den Winkelspiegeln
  • Einbau eines MG mit Kugelblende beim Funker

 

weitere Änderungen

 

  • Formänderung und Schrägstellung der Geschützblende
  • Kommandantenkuppel mit Winkelspiegel
  • Verbesserung von Kühlanlage und Lüfterantrieb

 


"Der letzte produzierte Ferdinand"

Einsatz

Einsatz



Eigentlich sollten die 90 "Ferdinand", auf Grund eines Befehls vom 26. Dezember 1942 an die Artillerie-Truppe geliefert und dort eingesetzt werden. Es war geplant diese Fahrzeuge in den schweren Sturmgeschütz-Abteilungen "190", "197" und "600" einzusetzen. Bevor aber dieser Befehl umgesetzt wurde kam es dazu, das "Generaloberst Heinz Guderian" zum Generalinspekteur der Panzertruppe ernannt wurde. Bei einer Vorführung bekam er den neuen Jagdpanzer zu Gesicht. Danach war er aus taktischer Sicht nicht von diesem Fahrzeug überzeugt, aber auf Grund der Begeisterung "Hitlers" für den "Ferdinand" sah er sich gezwungen ihn einzusetzen.

So bildete man aus den 90 produzierten Fahrzeugen ein Panzerregiment mit zwei Abteilungen zu je 45 Jagdpanzer "Ferdinand". Um die so entstandene Zugehörigkeit zur Panzertruppe zu zeigen wurde in einer Dienstanweisung vom 28. Februar 1943 vermerkt, dass zu dieser Truppe nicht nur Panzer, Panzer-Grenadiere sowie mot. Infanterie, Panzeraufklärung und Panzerjäger gehören, sondern auch die schweren Sturmgeschütz-Abteilungen. Wenige Zeit später benannte er die schwere Sturmgeschützabteilung in "schwere Panzerjäger-Abteilung 653" um. Zeitgleich erhielt diese Einheit die neuen Jagdpanzer "Tiger (P)".
 

 



Am 22. März 1943 wurde dann der Befehl erteilt eine Auffrischung und Neuorganisation durchzuführen. Es sollte die "schwere Panzerjäger-Abteilung 654" mit Stab, Stabskompanie und drei Kompanien gebildet werden. Am 22. Mai erfolgte die Umbenennung des Stab Panzerregiment 35 in "Panzerjäger-Regimentsstab 656". Diesem neuen Stab wurden die beiden "Schweren Panzerjäger-Abteilungen 653 und 654 unterstellt, ebenso wie die "Sturmpanzer-Abteilung 216". Am 8.Juni 1943 erfolgte eine weitere Umbenennung. Aus der schweren Panzerjäger-Abteilung 654 wurde die "II. Abteilung/Panzer-Regiment 656".
Nach einer kurzen Ausbildungszeit begann dann der Bahntransport an die "Ostfront". Die beiden "s.Pz.Jg.Abt. 653 und 654" verlegten am 9. Juni 1943 Richtung "Heeresgruppe Mitte" um, in diesem Verband eingesetzt, an der Offensive im "Kursker Bogen" teilzunehmen. Der Einsatz bei der "Operation Zitadelle" sollte sehr erfolgreich ablaufen.
 


 
Bewaffnung
Hauptbewaffnung:
1x 8,8-cm-StuK 43/1 L/71
Sekundärbewaffnung:
1x 7,92mm MG34
Munitionsvorrat:
55 Schuss StuK,
600 Schuss MG



 

"Einsatz im Osten 1943"

 

Bei der "Operation Zitadelle" kamen die 90 Jagdpanzer "Ferdinand" des schweren Panzerjäger-Regimentes 656 zum Einsatz. Bei den Kämpfen vom 5. bis 14. Juli 1943 verlor das Regiment insgesamt 19 Fahrzeuge durch Totalschaden. Die anderen Fahrzeuge wurden immer wieder durch die Instandsetzung in langen Nächten einsatzbereit gemacht. Von den 19 Fahrzeugen gingen 4 durch Kurzschlüsse und anschließende Fahrzeugbrände verloren. Die anderen Jagdpanzer wurden durch Treffer russischer Artillerie vernichtet. Der Grund hierfür war das die "Ferdinands" mit Infanterieunterstützung vor gingen und durch Artilleriefeuer von dieser dann getrennt wurden. Durch feindliche Infanterie meist bewegungsunfähig gemacht konnten sie dann durch die Ari vernichtet werden. Hier zeigte sich dann, dass das Fehlen des Bug-MG ein großer Nachteil war.
Am 12. Juli startet eine russische Großoffensive und die deutschen Verbände mussten den Rückzug antreten. Bis zum 1. August benötigten die Einheiten um die "Hagen-Linie" zu erreichen und dabei verloren sie weitere 20 Jagdpanzer "Ferdinand". Die meisten davon mussten gesprengt werden damit sie dem russischen Gegner nicht in die Hände fielen. Nachdem das schwere Panzerjäger-Regiment den Befehl erhielt in Ruhestellung, im Raum Dnjepropetrowsk, zu gehen begann der Abtransport. In der Ruhestellung sollte dann die Instandsetzung von 50 Fahrzeugen beginnen. Dort war auch ein Blick zurück auf die schweren Kämpfe der letzten Wochen möglich. Das Regiment hatte insgesamt 39 "Ferdinand" verloren aber im gleichen Zeitraum auch 502 feindliche Panzer, 20 PaK und 100 Artilleriegeschütze vernichtet.

 

 

 

Die Auffrischung, Instandsetzung und der Einbau der neusten Verbesserungen erfolgt durch die Firmen Porsche, Alkett und Siemens. Nach den ganzen Arbeiten sind die 50 Fahrzeuge wieder einsatzbereit und die "s.Pz.Jg.Abt. 653" kann wieder nach und nach mit allen Fahrzeugen in die Kämpfe eingreifen. Nach 4-monatigem Einsatz ist Anfang November das Einsatzende erreicht. Die Einheit hatte bei den Kämpfen bis zum 5. November 1943 weitere 582 Panzer, 344 Pak, 133 Geschütze sowie Panzerspähwagen und Sturmgeschütze vernichtet.
Der "Ferdinand" war im Angriff relativ anfällig, vor allem gegen feindliche Infanterie. In der Verteidigung leisteten sie sehr wertvolle Dienste. So konnten zum Beispiel am 25. November 1943 zwei "Ferdinand" insgesamt 54 feindliche Panzer ausschalten. Am 29. November erhielt die Abteilung schließlich den Marschbefehl nach Westen. Dort sollten erneut Ruhestellungen bezogen werden um erneut die Jagdpanzer zu überholen.

 


 
Panzerung
Bug:
100 + 100mm,
Fahrerfront 200mm
Seite:
80 mm / 90°
Heck:
80 mm / 90°

 

"Einsatz in Italien 1944"

 

Nach den Umbauarbeiten an den Fahrzeugen beginnt die Verlegung Richtung Süden. Der Auftrag lautet bei der Einschnürung der Brückenköpfe von "Nettuno" zu unterstützen. Die 1. Kompanie "s.Pz.Jg.Abt. 653" verlegte nach Erhalt des Befehls mit 11 Jagdpanzer "Tiger (P)", zwei Munitionspanzer III und einem "Berge-Ferdinand". Bei den Einsätzen in Italien können verschiedene Einsatzzahlen gemeldet werden. So waren zwischen 24.02. und 31.03. 1944 zwischen 2 und 10 Jagdpanzer einsatzbereit, der Rest in der Instandsetzung. Im April waren ständig 9 Fahrzeuge einsatzbereit und im Mai schwankten die Zahlen wieder. So waren in diesem Monat zwischen 1 und 5 Fahrzeuge einsatzbereit. Am 25. Juni waren noch zwei Jagdpanzer einsatzbereit. Diese Fahrzeuge verblieben in Italien, nachdem am 26. Juni die 1. Kompanie aufgefordert wurde die Instandsetzung nach Russland zu entsenden. Die panzerlosen Soldaten der Kompanie erhielten den Auftrag das Ausbildungslager "St. Pölten" zu erreichen. Damit war der Einsatz der 1. Kompanie "sPz.Jg.Abt. 653" in Italien beendet.

 

 

 

"Einsatz im Osten 1944"



Der Stab sowie die 2. und 3. Kompanie der "s.Pz.Jg.Abt. 653", die nicht in Italien zum Einsatz kamen, wurden an die Ostfront verlegt. Hier sollten sie, ab Anfang April, mit 31 "Elefanten", drei Munitionspanzer III, einem Bergepanther sowie zwei "Berge-Elefanten" die 9.SS-Panzerdivision "Hohenstaufen" unterstützen. Nach einem ziemlich erfolglosen Angriff auf russische Stellungen wurden die Teile der Panzerjägerabteilung 653 abgezogen. An diesem Tag, dem 17. April 1944, waren von den vormals 31 Fahrzeugen noch 12 einsatzbereit.
 

 



Es schlossen sich weitere Kämpfe an bis Anfang August schließlich alle Panzer zerstört waren. Am 3. August verlegte die "s.Pz.Jg.Abt. 653" mit zwölf instantgesetzten Fahrzeugen nach Krakau um dort aufgefrischt zu werden. Dort erhielt die Einheit noch einmal 14 weitere "Elefanten" aus der Reparatur. Mitte September kamen die 26 Fahrzeuge dann zur 17. Armee (Heeresgruppe A). Als im Oktober der Befehl kam die "s.PzJg.Abt. 653" auf Jagdtiger umzurüsten fasste man die "Elefanten" in der "s.PzJg.Kp 614" zusammen. Diese Einheit wurde der 4. Armee ( Heeresgruppe A ) unterstellt und hatte zum Jahresende noch 14 einsatzbereite Fahrzeuge.

 

"Letzter Einsatz 1945"



Ende Februar 1945 befand sich die "s.Pz.Jg.Kp 614" westlich von Wünsdorf im Raum um Stansdorf. Insgesamt hatte die Einheit noch 4 einsatzbereite "Elefanten". Am 22. April 1945 hatte die Einheit ihren letzten Einsatz. Im Rahmen der "Kampfgruppe Ritter" unterstützten die "Elefanten" bei Verteidigungskämpfen um Zossen bei Berlin.


Quellen

"Waffentechnik im Zweiten Weltkrieg" von Alexander Lüdeke ISBN: 1-40548-584-1
"Typenkompass Panzer der Wehrmacht. 1933 - 1945" von Alexander Lüdeke, Motorbuchverlag ISBN: 3-61302-953-7
"Kraftfahrzeuge und Panzer der Reichswehr, Wehrmacht und Bundeswehr" von Werner Oswald, Motorbuchverlag ISBN: 3-61302-370-9
"Schwere Jagdpanzer: Entwicklung - Fertigung - Einsatz" von Walter J. Spielberger, Hilary Louis Doyle, Thomas L Jentz, Motorbuchverlag ISBN: 3-61303-296-1




Autor: panzermeyer

Das Thema

Jagdpanzer 38(t) "Hetzer" Sd.Kfz. 138/2

 

Einer der besten Jagdpanzer des 2. Weltkrieges

Einsatz

Einsatz in der Wehrmacht



Die Entstehung des Jagdpanzer 38(t) war die Weiterentwicklung einer Notlösung. Da die 7,5cm PaK 40 zu schwerfällig und unbeweglich auf dem Schlachtfeld war, wurde nach Lösungen gesucht um diese Nachteile, der ansonsten sehr guten Panzerabwehrwaffe, wett zumachen. So wurden im Jahr 1942 diese PaK auf Panzer II oder Panzer 38(t) Fahrgestelle aufgebaut. Es entstanden die Panzerjäger der Baureihe Marder I bis III. Diese Fahrzeuge bewährten sich super im Fronteinsatz. Aber auch sie besaßen einen Nachteil, die Panzerung der Fahrzeuge war schwach und nach oben bzw. hinten war die Kraftfahrzeuge offen. Die Besatzungen waren dadurch feindlichen Fliegerangriffen und Infanteriefeuer fast schutzlos ausgeliefert. Aus diesem Grund kam vom Beschaffungsamt der Wehrmacht ein Befehl für die Beschaffung eines neuen Jagdpanzers. Man begann sofort mit einer Neukonstruktion und bereits 1943 war diese, mit dem Ergebnis des Jagdpanzer 38(t) "Hetzer", abgeschlossen. Man testete die Prototypen und diese erlangte schnell die Serienreife. Bereits im Juni und Juli 1944 konnten die ersten Hetzer an die Truppe ausgeliefert werden.
 



 


 
Technische Daten
Gewicht:
16 t
Länge (o. Rohr)/Breite/Höhe:
6,27 m (4,87 m) / 2,63 m / 2,17 m
Wendekreis:
5 m
Motor:
Sechszylinder Reihenmotor
Praga PS 1 EPA AC/2 58
mit 160 PS bei 2800 U/min
7,78 l Hubraum
Höchstgeschwindigkeit:
42 km/h auf Straße
bis 16 km/h im Gelände
Tankinhalt:
320 l
Fahrbereich:
260 km auf Straße
170 km im Gelände
Fahrgestellnummern:
BMM 321001-323000
Skoda 323001-unbekannt
und 325001-unbekannt
Bewaffnung:
7,5 cm PaK 39 L/48 (41 Schuss)
1 MG 34 auf dem Dach (fernsteuerbar)
 
Panzerung
Front:
60 mm
Seiten & Heck:
20 mm
Decke:
8 mm
Boden:
10 mm
 
Besatzung:
4
Stückzahl:
2827




Hergestellt wurde der Jagdpanzer "Hetzer" von Škoda und BMM (Böhmisch-Mährische Maschinenfabrik), diese lagen im „Protektorat Böhmen und Mähren“. Aus diesem Grund ist in der Bezeichnung Jagdpanzer 38 auch das "(t)" enthalten. Dies steht für "tschechisch". Wegen der geringen Ausmaße und des fehlenden Turmes, hatte der Hetzer nur ein Gesamtgewicht von etwa 16 Tonnen. Dies und die Tatsache, dass man zwar den Motor der Panzer 38(t) nutzte, aber durch eine Drehzahlerhöhung die Leistung gesteigert hatte, führte zu einem sehr beweglichen Panzer. Auch wurden die Ketten verstärkt und verbreitert um die Motorleistung vernünftig umsetzen zu können. Als Hauptbewaffnung wurde die 7,5 cm PaK 39 L/48 verwendet, mit der gute Ergebnisse in der Panzerbekämpfung erzielt werden konnten. Die gute Feuerkraft kann man mit der eines Panzer IV vergleichen. Aufgrund der niedrigen Silhouette, der Bewaffnung und der Beweglichkeit war der Hetzer ein erfolgreiches Fahrzeug zur Abwehr von gepanzerten und ungepanzerten Fahrzeugen. Der Hetzer war wegen der flachen Konstruktion schwer zu entdecken und durch seine abgeschrägte Panzerung hatte er ein Maximum an Geschossablenkung, wodurch viele Granaten einfach abprallten.

 

Schema der MG-Steuerung

 



Ein MG 34 beziehungsweise ein MG 42 konnte auf dem Dach montiert werden. Dieses Maschinengewehr war für die Nahverteidigung gedacht. Der Kommandant bediente es über ein Periskop und einen verlängerten Abzug. Der Schwenkbereich des MGs betrug 360 Grad, wodurch der "Hetzer" trotz fehlendem drehbaren Turm besser gegen Infanterieangriffe zu verteidigen war als andere Panzerjäger. Der Nachteil dieser Abwehreinrichtung war aber, dass relativ kleine Trommelmagazin für das Maschinengewehr zur Verfügung standen und dadurch musste es öfter nachgeladen werden. Das erhöhte das Risiko für den Schützen verletzt oder getötet zu werden, denn er musste es ohne den Schutz der Panzerung wechseln beziehungsweise aufgetretene Störungen beseitigen. Dieses System wird heutzutage immer noch angewendet. So funktioniert die Waffenanlage auf dem "Allschutz Transportfahrzeug Dingo und Dingo 2" der Bundeswehr ebenfalls nach diesem Prinzip. Aber auch hier ist das Problem noch vorhanden, dass der Schütze bei Störungen oder beim Nachladen den Schutz der Panzerung verlassen muss. Somit besteht auch hier die Gefahr der Verwundung oder Tötung des Schützen.
 



Dies war nicht der einzige Grund, waraum der Jagdpanzer 38(t) "Hetzer" bei den Besatzungen nicht immer besonders beliebt war. Denn auf Grund seiner flachen Silhouette war es in ihm ziemlich eng und die Besatzung saß sehr gequetscht im Fahrzeug. Außerdem lag der Schwenkbereich der Kanone bei nur 16 Grad. Wegen des asymmetrischen Sitzes der Hauptwaffe (38cm nach rechts versetzt) betrug der Schwenkbereich 11 Grad nach rechts und nur 5 Grad nach links. Somit musste als Ausgleich das komplette Fahrzeug gedreht werden wenn der Schwenkbereich der Waffe nicht ausreichte um den Gegner ins Visier zu bekommen. Dadurch konnte es leicht passieren das ein bis dahin noch nicht aufgeklärter "Hetzer" in den Blick der gegnerischen Truppen geriet. So wurde er vorzugsweise von der Seite abgeschossen, da die Seitenpanzerung nur 20mm betrug. Trotz alledem war der "Hetzer" einer der besten deutschen Panzerjäger des 2.Weltkrieges. Aus diesem Grund wurde er immer weiter entwickelt und auch nach dem Krieg von anderen Nationen noch lange eingesetzt.
 



Es gab aber auch kleinere Serien anderer Verwendungen für den Hetzer. So wurde eigens für die Ardennen-Offensive im Dezember des Jahres 1944, anstelle der PaK, ein Flammenwerfer eingebaut. Insgesamt wurden 20 Fahrzeuge mit diesem ausgerüstet. Der Flammpanzer 38(t) hatte ein Fassungsvermögen von 700 Litern für den Flammenwerfer und die Reichweite betrug etwa 60m. Somit war der Hetzer als Flammenwerferpanzer eine gute Nahkampfunterstützung für die Infanterie. Eine andere Variante, in der der Hetzer eingesetzt wurde, war der Bergepanzer 38(t). So war das Fahrzeug nach oben offen und bot so dem 2-t Hilfskran Platz. Im Normalfall war dieser Kran zwar zerlegt im Fahrzeug verstaut, könnte aber schnell zusammengebaut und zum Einsatz gebracht werden. Außerdem wurde ein 3,5 m langer Kletterbalken an der linken Fahrzeugseite mitgeführt und es war eine 5-t-Seilwinde im Fahrzeug eingebaut. Eine weitere verbreitete Variante war der Befehlspanzer 38(t). Er hatte ein zweites Fu 8 Gerät an Bord sowie eine Sternantenne.
 



Der Hetzer wurde eigentlich als Nachfolger für die Marder-Panzerjäger geschaffen, aufgrund der hohen Verluste an der Front und der Verzögerung bei der Produktion aber, konnte er nie diese Rolle voll ausfüllen. Trotzdem waren zum Ende des Krieges immer noch 627 Hetzer einsatzbereit und diese waren neben den StuG III somit das wichtigste gepanzerte Fahrzeug der Wehrmacht an diesem Zeitpunkt.

Produktionszahlen

 
Produktionszahlen des Panzerjäger 38 (t) Hetzer
 
Auflistung aller hergestellten Hetzervarianten
 
1944
Monat
Produktionsziel
von BMM produziert
von Škoda produziert
März
0
3
0
April
20
20
0
Mai
50
50
0
Juni
100
100
0
Juli
175
100
10
August
175
150
20
September
250
190
30
Oktober
330
133
57
November
350
298
89
Dezember
380
223
104
 
Gesamtproduktion 1944
1.830
1.267
310
 
 
1945
Monat
Produktionsziel
von BMM produziert
von Škoda produziert
Januar
430
289
145
Februar
350
273
125
März
350
148
153
April und Mai
250
70
47
 
Gesamtproduktion 1945
1.380
780
470
 
 
Gesamtproduktion
3.210
2.047
780


Verwendung

Verwendung nach dem 2. Weltkrieg

 

Ein schweizer Hetzer G-13



Wie schon angesprochen wurde der Jagdpanzer 38(t) auch nach dem 2. Weltkrieg produziert und eingesetzt. So stellten die Škoda-Werke auf der Basis des Jagdpanzer 38(t) weitere Modelle für das tschechoslowakische Heer her. 158 Fahrzeuge wurden an die Schweizer Armee ausgeliefert, wo sie unter der Bezeichnung G-13 bis 1970 im Dienst blieben. Es gab für die Verwendung in der schweizer Armee aber ein paar Veränderungen. So war die Bewaffnung die 7,5cm L/48 Sturmkanone 40 der Sturmgeschütze III Ausf.F/8 und G statt der 7,5cm L/48 Pak 39 des Jagdpanzers 38. Alle Schweizer Hetzer waren daher mit Mündungsbremsen ausgerüstet. Auch waren die Positionen der Besatzung waren gegenüber den deutschen Fahrzeugen getauscht, Richt- und Ladeschütze saßen links im Fahrzeug, der Kommandant rechts. Das fernbediente MG auf dem Aufbaudach entfiel und wurde durch ein Beobachtungsperiskop mit Panzerhaube ersetzt. Durch den Mangel an Ersatzteilen mit der Produktionseinstellung 1950, wurden schon zwischen 1952 und 1954 von den 158 Hetzer G 13 insgesamt 86 auf den Schweizer Saurer-Arbon 8-Zylinder-Dieselmotor mit Allison-Getriebe umgebaut.

 


Das Thema

Panzerhaubitze Hummel Sd.Kfz. 165

 

 

Entwicklung

Entwicklung

 

Die "Hummel" entstand nachdem die Forderung nach schwerer mobiler Panzer-Artillerie in der Wehrmacht laut wurde. Durch das schnelle Vorrücken der gepanzerten Verbände war nicht immer eine Unterstützung durch schwere Artillerie gegeben. Das "Heranbleiben" und das "Nachschwingen" der Artillerie sollten so gelöst werden. Man hatte den Wunsch die Zwischenräume zwischen den vorrückenden Panzern und der nachfolgenden Artillerie möglichst klein zu halten und durch das schnellere Wechseln zwischen "Stellungswechsel" und "Feuerbereitschaft" eine verbesserte Unterstützung zu erhalten. Ein weiterer wichtiger Punkt war, dass die Panzer-Artillerie in den Feuerräumen meist auf sich gestellt war und das Gebiet vorher nur durch die eigenen Panzer durchquert wurde. So musste die Artillerie auch schnell in der Lage sein wieder aufflammenden Widerstand eigenständig zu bekämpfen.

 

technische Daten
 
 
Hersteller Deutsche Eisenwerke
( Mülheim/Ruhr)
Gefechtsgewicht 23,5 Tonnen
Länge 7170mm
Breite 3260mm
( mit Ostketten )
Höhe 2810mm
Motor Maybach HL 120 TRM,
12-Zylinder-Benzinmotor
Hubraum 11870ccm
Leistung kw/PS 221/300
Leistungsgewicht 13,1 PS/t
Höchstgeschwindigkeit 42 km/h (Straße),
20 km/h (Gelände)
Kraftstoffvorrat 470 Liter
Fahrbereich 215km (Straße),
130km (Gelände)
Besatzung 6-7 Soldaten
Bewaffnung 1x 15cm sFH 18 (M),
1x MG 42 (600 Schuss)
Reichweite Waffe 14km
Panzerung 20mm(Wanne)
10mm (Aufbau)
Wattiefe 1,00m

 

Auch wurde bei der Entwicklung der Selbstfahrlafetten-Artillerie darauf geachtet, dass die artilleristischen Aufgaben weiterhin erfüllt werden konnten und nicht der Einsatz als Sturmgeschütz oder Panzer angedacht war. So wurde der Aufbau nur so stark gepanzert, dass er gegen Splitter und Infanteriebeschuss wirksam war und diese Gewichtseinsparung zu Gunsten der Beweglichkeit gehen konnte. Während der Entwicklung ab 1942 wurde darauf geachtet Konstruktionen zu schaffen, die möglichst auf Konstruktionsgruppen anderer Fahrzeuge basierten um eine schnelle und kostengünstige Produktion zu ermöglichen. Was vorgeschrieben war und dringend eingehalten werden musste/sollte war ein Höhenrichtfeld von -8° bis +40° und ein Seitenrichtfeld von 35° zu beiden Seiten. So sollte ein möglichst großer Wirkberiech entstehen ohne ständig das Fahrzeug bewegen zu müssen. Bei der Firma "Alkett" wurde eine Entwicklung erforscht bei der auf das Fahrgestell "Gw III/IV" die schwere Panzerhaubitze 18/1 montiert wurde. Die "Hummel" und damit das Sd.Kfz. 165 war geboren.

 


Die "Hummel" mit der Rohrstütze. Diese musste bei Fahrzeugbewegungen immer benutzt werden um Schäden am Rohr zu verhindern.

Produktion

Produktion



Die Montage der Fahrzeuge erfolgte bei den "Deutschen Eisenwerken". In das Fahrgestell eines "Panzer IV" wurde der Antriebsstrang des "Panzer III"eingebaut. Der Motor wurde nach vorne verlegt und dadurch ein großzügigerer Kampfraum im Heck geschaffen. Der rundum gepanzerte Aufbau mit einer Stärke von 10mm, der von den "Deutschen Rohrenwerken" in Mülheim hergestellt wurde, kam auf das Fahrgestell und ebenso die 150-mm-Haubitze "sFH 18". Nach dem Einbau besaß die Haubitze ein Seitenrichtfeld von 15° nach beiden Seiten. Somit war die eigentliche Forderung nach einer Panzerhaubitze mit 35° Seitenrichtfeld nach beiden Seiten nicht erfüllt. Dies ist auch ein Grund warum die "Hummel" nur als Zwischenlösung angesehen wurde. Im Gegensatz zu den Prototypen besaßen die Fahrzeuge der Serienproduktion keine Mündungsbremse mehr. Aus diesem Grund durfte mit diesen Fahrzeugen auch nicht mehr die sogenannte "8.Ladung" verschossen werden. Dies bedeutet das nur 7 Treibladungen beim Verschuss der Granaten benutzt werden dürfen. So verringert sich zwar die Reichweite der Haubitze aber der Verschleiß am Gerät war nicht so stark und die Produktion des Rohres einfacher und billiger. Trotzdem konnten die 43 kg schweren Geschosse über eine Entfernung von 13 km verschossen werden.

Die ersten Serienfahrzeuge kamen im Mai 1943 zu den Fronttruppenteilen, bis Ende des Jahres 1943 waren 368 Stück produziert und 227 davon ausgeliefert worden. Die Serienproduktion endete Anfang 1945. Es wurden insgesamt 724 Panzerhaubitzen "Hummel" produziert.

Einsatz

Einsatz



Die ausgelieferten "Hummel" kamen alles zu den Panzerartillerie-Regimentern der Panzerdivisionen. Hier sollten sie im Zusammenspiel mit den Panzerhaubitzen vom Typ "Wespe" die deutschen Panzer beim Vorstoß unterstützen. Die "Wespen" waren dabei als leichte Artillerie anzusehen und die "Hummel" als die Schwere. Die Fahrzeuge bewährten sich gut an der Front. Meist an der Ostfront eingesetzt, konnten sie durch ihr Feuer die eigenen Panzerangriffe unterstützen, gegnerische Angriffe mit eigenem Feuer stören und auch selber im direkten Feuern den Feind vernichten. Das direkte Feuern war aber immer nur als Ausnahme anzusehen, da durch die geringe Panzerung immer eine große Gefahr des Ausfalls der Haubitze bestand. Die fehlende Möglichkeit des Rundumfeuerns und der hohe Aufbau wirkten sich nicht negativ auf den Einsatz der Haubitzen aus.
 


Eine "Hummel" der Waffen-SS. Man kann hier ein aufklappbares Gittergerüst über dem Kampfraum erkennen.

 

Es kamen aber nicht nur die Panzerhaubitze "Hummel" zum Einsatz, sondern auch insgesamt 157 Fahrzeuge des Typs Munitionsträger "Hummel". Bei diesen Fahrzeugen handelt es sich um baugleiche Fahrzeuge wie die Haubitze, nur wurde hier das Geschütz nicht eingebaut. Die so entstandene Lücke in der Frontpanzerung wurde dann mit einer Zusatzplatte geschlossen. Der Grund für die Herstellung dieser Fahrzeuge ist recht einfach. Auf Grund von Gewicht und Platz, konnten bei der Panzerhaubitze nur 18 Schuss für die Haubitze mitgeführt werden. Mit dieser Anzahl von Geschossen pro Fahrzeug konnte aber keine nachhaltige Feuerunterstützung geleistet werden. So wurden dann die Munitionsträger mit jeweils 90 Granaten und Kartuschen bestückt und unterstützten so den Feuerkampf. Es gab auch noch andere Vorteile für die Nutzung der Munitionsträger. Wo die Panzerhaubitzen hinfahren konnten auch die Munitionsträger folgen. Die Ersatzteile waren die gleichen und somit gab es eine Vereinfachung im Bereich der Logistik. Außerdem konnte man, durch das Entfernen der zusätzlichen Panzerplatte in der Front und dem Aufbau einer Haubitze, sehr schnell und ohne großen Aufwand aus einem Munitionsträger eine Panzerhaubitze machen. So war der Ausfall einer Haubitze relativ schnell wieder ausgleichbar.

 


Links: Der Blick von hinten in den Kampfraum. Rechts: Eine "Hummel" Batterie im Einsatz.


Quellen

"Waffentechnik im Zweiten Weltkrieg" von Alexander Lüdeke, Parragon Books Ltd, ISBN: 1-40548-584-1
"Typenkompass Panzer der Wehrmacht. 1933 - 1945" von Alexander Lüdeke, Motorbuch Verlag, ISBN: 3-61302-953-7
"Der Panzerkampfwagen IV und seine Abarten" von Walter J. Spielberger, Motorbuch Verlag, ISBN: 4-87943-402-6
"Kraftfahrzeuge und Panzer der Reichswehr, Wehrmacht und Bundeswehr" von Werner Oswald, Motorbuch Verlag, ISBN: 3-61302-370-9



Autor: Panzermeyer

Das Thema

Panzerabwehrgeschütz Nashorn (Hornisse) Sd.Kfz. 164


 



Die hohen Verluste an der Ostfront mußten so schnell wie möglich ersetzt werden. Dieser Ersatz an Panzerfahrzeugen mußte allerdings mit den gut gepanzerten Feindpanzern fertig werden. Die einzigen Fahrzeuge, die bis dahin mit den T-34 und KW-1 mithalten konnten, waren die umgebauten Panzer IV, Marder und StugIII. Des Weiteren gab es natürlich die guten deutschen PAK Geschütze 7,5-cm und 8,8-cm. Wie beim Marder schon geschehen mit der 7,5-cm PAK (russische 7,62-cm Pak), sollte nun auch endlich die 8,8-cm Pak 43/1 L/71 auf ein Fahrgestell (Richtbereich des Geschützes jeweils 15 Grad nach links und rechts) gebaut werden, denn sie war für die Infanterie zu schwer, um sie schnell gegen den Feind in Position zu bringen. Die 8,8-cm Pak war zu dieser Zeit das beste Geschütz des Krieges und in der Lage, jeden gegnerischen Panzer zu vernichten, bevor dieser überhaupt in Schussreichweite kam. Die Zweitbewaffnung bestand aus einem lose mitgeführten 7,92 mm MG 34 und der Gesamtvorrat an Munition für das Bordgeschütz bestand aus 40 Granatpatronen sowie 600 Patronen für das MG. Ab Sommer 1944 wurden die Außen-MGs (zur Selbstverteidigung) gegen ferngesteuerte MGs ausgewechselt. Mit dieser Hilfe konnte der Gegner anvisiert werden, ohne dass sich der Schütze aus dem Panzerfahrzeug und somit aus der Deckung bewegte. Anfang 1942 stellte die Firma Alkett die Plattform des Geschützwagens III/IV vor. Um für die große Waffe hinten Platz zu schaffen, wurde der Motor nach vorne verlegt. Mit der Kraftübertragung des Panzers III und des Laufwerks des Panzer IV entstand dieser Panzerjäger. Diese Konstruktion fand auch bei der Panzerhaubitze Hummel Verwendung.
 

 



Der anfängliche Name "Hornisse" wurde im Laufe des Krieges (am 27. Februar 1944) von Adolf Hitler persönlich in "Nashorn" geändert. Er hielt den Namen "Hornisse" für ungeeignet für ein Kampffahrzeug. Im Verlauf der Serienproduktion, erhielt der Jagdpanzer die verbesserte 8,8 cm PaK 43/1 L/71 mit verbesserter Zieloptik. Die 473 bis Produktionsende März 1945 gebauten Fahrzeuge konnten (wie auch alle andere Panzerfahrzeuge) nie den bedarf der Divisionen decken. Die ersten Panzerjäger "Nashorn" wurden im November 1942 in Dienst gestellt. Er bewies gleich seine enorme Feuerkraft und war eine wichtige Unterstützung der deutschen Streitkräfte. SdKfz. 164 kam bis Ende des Krieges an allen Fronten zum Einsatz. Wie bei allen Selbstfahrlafetten war die Panzerung eher schwach. Der Aufbau war 10mm und die Wanne gerade mal 30mm stark. Die größte Gefahr für den "Nashorn" waren allerdings Angriffe aus der Luft, da er nach oben hin offen war. Auch gegen feindliche Infanterie war er sehr anfällig. Deswegen sollte er auch z.B. nie in einem Häuser-/Straßenkampf zum Einsatz kommen. Die Gefahr von Handgranaten und Molotowcocktails war einfach viel zu groß. Abschließend kann man sagen, dass dieses Fahrzeug wirklich ein gutes war. Der Vorteil der großen Reichweite der Pak gab ihm den Vorteil, den Gegner bereits aus großer Entfernung zu vernichten und somit war die schwache Panzerung nicht mehr der große Faktor. Allerdings galt auch hier, dass dieses Fahrzeug eher auf freiem Gelände oder aus einem Hinterhalt angreifen sollte, um diesen Vorteil ausnutzen zu können.
 

 


Quellen

ipmsdeutschland.de (Zugriff 21.06.09)
wikipedia.org (Zugriff 21.06.09)
panther-panzer.de (Zugriff 21.06.09)
ostpanzer.asty.ru (Zugriff 21.06.09)
Buch: "die Deutsche Panzerwaffe im 2. WK" von George Forty



Autor: Freiherr von Woye

Das Thema

Die gute alte 8,8cm Flak "ACHT-ACHT"

 

Die 8,8-cm-FlaK, auch "Acht-Acht" oder "Acht-Achter" genannt, war eine vorwiegend im Zweiten Weltkrieg gebaute und eingesetzte deutsche Flugabwehrkanone, die auch häufig gegen Bodenziele zum Einsatz kam.

 

 


 


 
Technische Daten der FlaK
18, 36 und 37
 
Länge in Feuerstellung
7620 mm
Breite
2305 mm
Höhe
2418 mm
Rohrlänge
4930 mm (L/56)
Kaliber
88 mm
Masse in Feuerstellung
5000 kg
Masse in Transportstellung
7400 kg
(incl. Sd.Anh. 201 und Schutzschild)
Rohrerhöhung
-3° bis +85°
Schwenkbereich
360°
Mündungsgeschwindigkeit
820 m/s (Sprenggranate)
795 m/s (Panzergranate)
Geschossmasse
ca. 9,4 kg
Max. Schußweite
14 860 m
Maximale Schußhöhe
10 600 m
Prakt. Feuergeschwindigkeit
15 - 20 Schuß/min.



 

Einsatz

Geschichte und Einsatz der FLAK:

Die Entwicklung der Waffe geht bis auf den Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 zurück!

Über den Einschließungsring des belagerten Paris hinweg, schwebten lautlos während des deutsch-französischen Krieges von 1870/71 immer wieder Freiballons aus der belagerten Stadt hoch und über die deutschen Truppen hinweg.
Sie ermöglichten den französischen Truppen eine Beobachtung des Gegners.

Auf Grund dieser Tatsache und der nicht vorhandenen Möglichkeit der deutschen Truppen, entsprechend auf diese Bedrohung zu reagieren, versahen die Krupp-Werke die soeben fertig entwickelte 3,7 cm Kanone mit einer Säulenlafette. Diese wiederum befand sich auf einer mit Pferden bespannten Wagenplattform, auf welcher die Säulenlafette montiert war.

Am 12.Nov.1870 wurde mit einer von zwei eingesetzten "BAK" (Ballon-Abwehr-Kanone) der erste Abschuss erzielt.

Durch den Gegner wurden insgesamt 66 Ballonstarts durchgeführt.

Damit wurde die "BAK" von 1870 der Vorgänger oder Urvater der im Zweiten Weltkrieg so berühmt gewordenen legendären, vom Feind gefürchteten und
vom Freund geliebten 8,8 cm Flak (Flak = Flugabwehrkanone)

Ab dem Jahr 1916 wurde von Krupp, einer der bedeutetsten deutschen Waffenschmieden, dann die erste 8,8 cm Kraftwagen-BAK ausgeliefert.

Diese Kanone sollte zur Basis für die Acht-Acht, der Wunderwaffe des Zweiten Weltkriegs werden. Über die BAK führte der Weg der Weiterentwicklung zur ersten FLAK.

Durch den Versailler Vertrag war Deutschland die Entwicklung und Produktion zahlreicher Waffenarten, darunter auch schwere Artillerie, verboten.

Dieses Verbot wurde jedoch vielfach umgangen, indem deutsche Wissenschaftler und Angehörige der Reichswehr ins Ausland gingen, unter anderem in die Sowjetunion.

Krupp sandte eine Gruppe von Ingenieuren nach Schweden zur Firma Bofors, die schon damals führend auf dem Gebiet der Flugabwehrwaffen war.

Hier entstand zunächst eine neue Kanone vom Kaliber 75 mm, welches jedoch später auf 88 mm vergrößert wurde.


Nordafrika, bei Bir Hacheim.- Feuerndes 8,8 cm Flakgeschütz. Im Hintergrund Generaloberst Rommels Schützenpanzer Sd.Kfz. 250 "Greif"; KBK Lw.7

Ab 1933 wurde dieses Modell als FlaK 18 in Essen in Serie produziert.
In der Regel bezeichnete bei deutschen Waffen die Zahl das Jahr der Konstruktion bzw. der Einführung bei der Truppe.
Aus Geheimhaltungsgründen erhielten aber alle Waffen, die zur Zeit der Rüstungsbeschränkung ab 1920 entwickelt wurden, die Modellbezeichnung "18".

Ihre Feuertaufe erlebte die Waffe im Spanischen Bürgerkrieg.

Dort wurde sie auch erstmals in der Rolle einer Panzerabwehrkanone getestet und es wurden zum ersten Mal die Vor- und Nachteile der 8,8-cm-Flak in der Rolle als Panzerabwehrwaffe sichtbar.

Eine verhängnisvolle und falsche Entscheidung hielt für einen längeren Zeitraum jedoch die Produktion des Typs 41 auf.

Da aus fertigungstechnischen Gründen für die Produktion des Typs 41 mehr Arbeitsstunden und Material benötigt wurde, als bei den Vorgängermodellen, wurde durch einen direkten Befehl Hitlers die Fertigung des Modells 41 bis ins Jahr 1943 gestoppt.

Eine Anordnung des Rüstungsministeriums aus dem Jahr 1943 sah vor, dass 75 % der 8,8 cm Flak ortsfest in Kampfständen oder Flaktürmen eingebaut werden sollten, um Rohstoffe und Material für die Kreuzlafetten und Fahrgestelle einzusparen.

Im Nachhinein stellte sich jedoch heraus, dass die eingesetzte Menge an Eisen und Beton für die Sockel um ein Vielfaches höher lag, als die benötigte Menge für Lafetten und Fahrgestelle.
Durch diese Entscheidung wurden große Teile der Flakverbände, im wahrsten Sinne des Wortes, "einbetoniert" und somit unbeweglich.

Die angreifenden Feindbomber passten ihre Anflugsrouten der Bedrohung an und umflogen diese Flak-Konzentrationen, um ihre Ziele mit Bomben zu belegen.

 

Flak 41

Die FLAK 41:

 


 
Technische Daten der FlaK 41
 
Länge in Feuerstellung
9658 mm
Breite
2400 mm
Höhe
2360 mm
Rohrlänge
6548 mm
Kaliber
88 mm
Masse in Feuerstellung
8000 kg
Masse in Transportstellung
11200 kg
(incl. Sd.Anh. 202 und Schutzschild)
Rohrerhöhung
-3° bis +90°
Schwenkbereich
360°
Mündungsgeschwindigkeit
1000 m/s (Sprenggranate)
980 m/s (Panzergranate)
Geschossmasse
ca. 9,4 kg
Max. Schußweite
19 800 m
Maximale Schußhöhe
14 700 m
Durchschlagsleistung
(Panzergranate 40):
auf 100 m 237 mm
auf 1000 m 192 mm
auf 2000 m 127 mm
Prakt. Feuergeschwindigkeit
20 - 25 Schuß/min.



Die Erfahrungen führten zur Einführung eines zweiteiligen Geschützrohres und einer robusteren Zugmaschine.
Im Zweiten Weltkrieg war sie an praktisch allen Fronten im Einsatz, wobei eine Batterie für gewöhnlich vier Geschütze umfasste.

Ihren legendären Ruf erwarb sie sich nicht so sehr in ihrer ursprünglichen Rolle als Flugabwehrkanone, sondern vor allem durch ihren Einsatz im Erdkampf, insbesondere bei der Panzerbekämpfung.

Zu Beginn des Russlandfeldzuges war die 8,8-cm-FlaK die einzige Waffe, die dem stark gepanzerten russischen T-34 gewachsen war, da die normalen Panzerabwehrkanonen (PaK 36) zu schwach waren.

Durch ihre Feuerkraft war sie bei den alliierten Soldaten gefürchtet.

Das Geschütz konnte Ziele aus 1800 m Entfernung zerstören.

Die Granate:


Nachteilig für ihre Verwendung an der Front war allerdings die hohe Silhouette sowie das relativ große Gewicht der Waffe.

Mitte 1944 waren fast 11.000 Exemplare der Typen 18, 36 und 37 bei der Wehrmacht im Einsatz, dazu ca. 140 Stück der FlaK 41.

Allein im Oktober 1944 wurden von diesen Geschützen mehr als 3,1 Millionen Granaten verschossen.

Wie wichtig die Waffe war, verdeutlicht auch die Tatsache, dass ein Drittel aller in diesem Jahr in Deutschland hergestellten Kanonenrohre für die Acht-Acht bestimmt war.

Erbeutete Exemplare wurden auch von der britischen Armee sowie der US Army eingesetzt, die sogar ein eigenes Handbuch in englischer Sprache drucken ließ, die Rote Armee (und Anhang wie Polnische Armee im Osten usw.) verwendeten ebenfalls erbeutete Kanonen.

Nach Ende des Krieges war die Waffe noch lange Jahre in Jugoslawien und Finnland im Dienst.

Die Leistungen der AchtAcht:

Trotz allem war die 8,8 cm Flak das wohl vielseitigste "Arbeitstier" an allen Fronten und das vom Gegner meist gefürchtete Geschütz des Zweiten Weltkriegs.
Zu Kriegsbeginn und auch davor zeichnete sich bereits ab, dass sich die Verwendungsmöglichkeiten dieser Geschütze nicht in der Flugabwehr erschöpften.

Dies belegt auch die Vernichtung alliierten Kriegsmaterials durch das 1. Flakkorps der Luftwaffe im Frankreichfeldzug.

So wurde vernichtet oder außer Gefecht gesetzt:

- 372 Flugzeuge in der Luft
- 252 Flugzeuge am Boden
- 40 Panzer
- 30 Bunker und
- 1 Kriegsschiff




Ebenso wurden zahlreiche Feldstellungen, Beobachtungsstände, Kampfstände für MG´s, Artillerie- und Flakstellungen sowie Kolonnen auf dem Marsch bekämpft, niedergehalten oder ausgeschaltet.

Desweiteren konnten zahlreiche Treffer auf 12 Kriegsschiffen, 8 Transportschiffen und einem Frachter erzielt werden.

Diese Zahlen sind jedoch nicht nur der Erfolg der 8,8 cm Flak, im Sprachgebrauch der Landser auch Achtacht genannt, sondern sie beinhalten auch die "Leistung" der 2 cm und 3,7 cm Flak.

Im Jahre 1943 vermeldete das Oberkommando der Luftwaffe, der die Verbände der Luftwaffen-Flak unterstanden, seit Kriegsbeginn als vernichtet:

- 6000 Panzer und gepanzerte Fahrzeuge aller Art und Typs
- 10.000 Flugzeuge
- 23 Schiffe mit 67.000 Bruttoregistertonnen an Handelsschiffsraum
- 50 Fluß- und Küstenfahrzeuge aller Arten
- 35 Kriegsschiffe darunter befanden sich auch 3 Zerstörer.


Grandiose Erfolge in Afrika:

Beachtenswert ist die Tatsache, dass die 8,8 cm Flak in einem geschickt angelegten Flak-Riegel eine militärische Katastrophe des Afrika-Korps und eine Niederlage verhindern konnte.

Zwischen Tobruk und der Stellung Gazala wurde Rommels Tross am 27. Mai 1942 von seinen Panzerverbänden abgeschnitten.

So eingekeilt und mit dem Engpass bei der Versorgung zeichnete sich der schlimmste Feind des Soldaten ab, das Chaos.
Zu all dem rollten Rommels Verbänden übermächtige britische Panzerverbände entgegen.
Auf dem Weg zu Rommels Gefechtstand fand sich Generalleutnant Walther Nehring in diesem Tollhaus wieder.

Inmitten dieses Chaos kam dem Generalleutnant die rettende Idee, als er an sich Teile einer 8,8 cm Flak-Batterie vorbeirollen sah.

Er stoppte die Geschütze ließ diese in einer Linie in Stellung gehen und Wirkungsbereitschaft herstellen.
Des weiteren erteilte er dem Kommandeur des Flak-Regiments 135, Oberst Alwin Wolz den Befehl, alle verfügbaren Geschütze heranzuschaffen und diese, mit den schon in Stellung gegangenen "Achtacht", eine Linie bilden zu lassen.
Die Geschütze verteilten sich auf eine Breite von ca. 3 km.
Kaum hatte das letzte Geschütz seine Wirkungsbereitschaft gemeldet, da ergossen sich auch schon die britischen "Grant-Panzer" über das Schlachtfeld.

Generalleutnant Walther Nehring tauchte im "fliegendem Wechsel" in den Stellungen der Geschütze auf und feuerte seine Männer unermüdlich an, die Ziele zu bekämpfen.
Das ist wohl das erste Mal in der Kriegsgeschichte, dass schwere Flakverbände in einem geschlossenen Einsatz einem Panzerangriff gegenüber standen.
Diese massive Mauer aus allen Rohren feuernder Flakkanonen, rettete das DAK und fügte den Briten fürchterliche Verluste zu.

Die Angriffe der Briten wurden allesamt abgeschlagen und das Gelände im Vorfeld der Achtacht war mit brennenden und rauchenden Panzerwracks übersäht.

Gefangene Briten, darunter auch gute Panzerleute konnten die Leistung dieser Kanone nicht fassen und wollten unbedingt die Waffe sehen, die solche Vernichtung anzurichten im Stande ist.
Als sie schließlich vor der Achtacht standen, war ihre Überraschung groß. Ihr Kommentar: "Für die gezeigte Wirkung recht unscheinbar"



Nochmal Afrika - diesmal Erfolge gegen Schiffe:

In der Nacht vom 13. auf den 14. September 1942 wurde mit Hilfe der Achtacht ein britischer Versuch, von See her Kommandotruppen an Land zu bringen, vereitelt.

Unterstützt wurde der Angriff durch Wellington-Bomber, von denen jedoch zahlreiche Maschinen abgeschossen wurden. Gemeldet wurde der Abschuss von ca. 23 Maschinen durch die Flakabteilung 114.

Ziel dieses Unternehmen war es, einen Brückenkopf in Tobruk zu bilden und damit die Versorgungsbasen des DAK zu bedrohen, um im weitern Verlauf die Versorgung von Rommels Truppen gänzlich zu unterbinden.

Im Zuge dieses Gefechtes wurde auch das Feuer auf die vor Tobruk kreuzenden britischen Kriegsschiffe eröffnet.

Auf eine Entfernung von 6000 Meter eröffnete die Batterie des Oberleutnant Vieweg das Feuer auf den Zerstörer "SIKH" und beschädigte ihn so schwer, dass ein ablaufen aus eigener Kraft nicht mehr möglich war.
Der Begleitzehrstörer "ZULU" versuchte in einem waghalsigen Manöver die "SIKH" in Schlepp zu nehmen.
Ein Glückstreffer, die wie so oft im Krieg über Sieg oder Niederlage entscheidet, zerschmetterte die Schlepptrosse zwischen den beiden Schiffen.
Für den Versuch der Rettung bezahlte die "ZULU" den gleichen Preis, wie ihr Schwesterschiff.
Die "Acht-Acht" und eine Batterie der Italiener schickten beide Schiffe auf den Grund des Meeres.
Die geschlagenen Kommandotruppen entkamen auf ihren Schiffen, die zum Teil schwerste Beschädigungen davontrugen und für geraume Zeit an den Kampfhandlungen nicht mehr teilnahmen.

Die Sonderausstattung der AchtAcht:

Was machte die "Acht-Acht" zu einem Geschütz, das nicht nur zu einem der besten des Zweiten Weltkrieges, sondern noch darüber hinaus bis in die 50er Jahre?

Zum einen sind da die gelungene Gesamtkonstruktion, sowie zum anderen die modernsten Sondergeräte zu nennen.

Diese Sondergeräte waren im einzelnen die Zünderstellmaschine, die Kommandoübertragungsgeräte, Entfernungsmesser, Ladeschale für das Laden des Geschützes bei großer Rohrerhöhung und die Möglichkeit der Feuerleitung durch Radar.

Ausschlaggebend war aber die hohe V0, mit der das Geschoss das Rohr verließ.
Diese hohe V0 ermöglichte eine sehr gestreckte Flugbahn, und die Verwendung von Patronen Munition eine hohe Feuergeschwindigkeit von 15 bis 20 Schuss pro Minute.

Die Mündungsgeschwindigkeit der Modelle 18, 36 und 37 lag bei ca. 820 m/s.

Durch die ständige Verbesserung und Weiterentwicklung der "Acht-Acht" wurden bei der Flak 41 eine V0 von 1020 m/s erzielt.

Bei der Flak 43 verließ das Geschoss mit 1200 m/s das 6,55 Meter lange Rohr.

Der Geschosskopf mit seinen 9 kg Gewicht war auf eine Hülse aus Messing oder Stahl gepresst, was abhängig von der Bauart des Rohres war.
Als Treibladung war 2,55 kg Nitropenta-Sprengstoff in der Hülse enthalten.
Nach Zündung der Treibladung wurde das Geschoss durch den entstehenden Gasdruck durch das Rohr "gejagt".
Die Züge und Felder im Rohr sorgten zusammen mit dem enorm hohen Gasdruck und dem Führungsband am Geschoss für den Drall.

Das Geschoss verließ das Rohr mit ca. 10.000 UPM und wurde dadurch auf seiner Flugbahn drallstabilisiert (gestreckte Flugbahn).

Die Acht-Acht als Panzerkanone:

Die 8,8 cm FlaK wurde aufgrund ihrer hohen Durchschlagskraft (in leicht modifizierter Form als 8,8 cm KwK 36 L/56) auch als Bewaffnung für den Panzerkampfwagen VI (Tiger I) ausgewählt, hier allerdings mit elektrischer Abfeuerung, während die ursprüngliche FlaK Schlagbolzenzündung besaß.
Diese Kanone war in der Lage, eine Panzerung von 167 mm Dicke auf eine Entfernung von 1.000 m im Winkel von 60 Grad zu durchschlagen.


Quellen

Für den Interessierten: Das "Handbuch für den Flakartilleristen" (412 kb) als PDF

Hier noch ein paar Videos: Lust zu spielen / unverwechselbar dieser Klang


wikipedia (Zugriff 12.07.09)
lexikon-der-wehrmacht (Zugriff 12.07.09)



Autor: Tiwaz