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Das Thema

Brückenkopf Bukrin
Herbst 1943: Schlacht am Dnjepr

 


Grenadiere der Division "Großdeutschland" mit MG 42 bei Poltawa


Vorgeschichte

Vorgeschichte

Am 22. August 1943 wird Charkow nach langen Kämpfen geräumt. Damit wechselt diese heiß umkämpfte Stadt zum vierten und letzten Mal innerhalb von 22 Monaten den Besitzer.
Zum selben Zeitpunkt brechen russische Truppen der Südfront durch die Stellungen der neu formierten 6. Armee, während Einheiten der Steppenfront nördlich und südlich von Isjum den Donzen überschreiten, die Woronesch-Front bis Achtyrka durchbechen und die Zentralfront gegenüber der Heeresgruppe Mitte Gluchow erreichen.

Bis Mitte September erzielen die russischen Truppen tiefe Einbrüche in die deutsche Front. Das 29. Armeekorps ist am Asowschen Meer eingeschlossen, kann aber dank der Unterstützung von Rudels Stukas ausbrechen. Die Schildkrötenstellung ist gerade erst besetzt worden, als sie schon beiderseits Konstantiowka aufgerissen wird.

Beim Nordflügel der Heeresgruppe Süd und auch bei der Heeresgruppe Mitte sieht es nicht besser aus.

Am 15. September gibt deshalb Generalfeldmarschall v. Manstein den Befehl zum Absetzen auf den Ostwall, die Dnjepr-Stellung.


24. Panzerkorps

 

Das 24. Panzerkorps und der Brückenkopf Bukrin

Der sogenannte Ostwall entlang des Dnjepr und die Wotanstellung, auf die sich die deutschen Truppen jetzt zurückziehen, sind nicht wie von den deutschen Soldaten erträumt gut ausgebaut, sondern bestehen kaum mehr als aus ein paar Gräben, bewacht von Alarmeinheiten und mancherorts nicht einmal das.

So auch im Kampfraum des 24. Panzerkorps. Bereits am 22. September hat die MPi-Kompanie des Leutnants Sinaschkin mit Unterstützung von Partisanen auf provisorischen Flößen (oft nur ein Fischerkahn) den Fluss bei dem Dorf Grigorowka überquert, als das 24. Panzerkorps, das diesen Abschnitt halten soll, noch südlich bei Kanew auf der anderen Seite des Dnjeprs steht. Nur ein Zug einer Strafkompanie sichert hier den Fluss! Damit stehen den Russen Tür und Tor offen. Denn von Kanew bis südostwärts von Kiew, dem 100 Kilometer langen zukünftigen Kampfraum des 24. Panzerkorps, steht keine echte deutsche Kampfeinheit!

Um 11 Uhr klingelt in Tscherkassy beim Kommandeur der Armee-Waffenschule das Telefon. General Wöhler, der OB der 8. Armee ist am Apparat.
"Wie viele Männer haben sie gestern nach Kanew geschickt?"
"120 Unterführer-Anwärter, Herr General."
"Einhundertzwanzig?" Schweigen. Und dann: "Werfen Sie diese 120 Mann sofort auf Lastwagen nach Grigorowka. Sie müssen im Gegenangriff den übergesetzten Feind abriegeln."

120 Mann, das ist alles was der OB der 8. Armee gegen die Brückenkopf von Bukrin werfen kann. Erst in 12 Stunden würde das 24. Panzerkorps, das sich zu diesem Zeitpunkt gegen heftige Angriffe auf seinen Brückenkopf ostwärts von Kanew wehren muss, mit dem Übersetzen über den Fluss beginnen. Aber was konnte in 12 Stunden alles passieren! Nach hektischen Telefonanten kommt Hoffnung auf. Bei Kiew waren Teile der 19. Panzerdivision bereits über den Fluss gegangen. Vom Mittagessen weg wurde die Aufklärungsabteilung der neunzehnten alarmiert und in Marsch gesetzt. Hinter ihr folgte das Hannoversche Panzerregiment 73 unter Major von Mentz und die Masse der Division.
90 Kilometer müssen sie fahren, die Straßen sind gut. Zweieinhalb Stunden für eine Aufklärungsabteilung, die auf das Gaspedal drückt. Das sind bange Stunden für die 8. Armee. Wird der Russe seine Chance erkennen und einen Keil zwischen die 8. Armee und die 4. Panzerarmee treiben?

General Nehring soll so schnell wie möglich seine Truppen über den Fluss ziehen. Am 24. um 4.30 ist es dann soweit, das 24. Panzerkorps hat den Dnjepr überschritten. General Nehring geht als Letzter über den Fluss, auf der Ostseite bleiben nur schwache Sicherungskräfte.

Zu diesem Zeitpunkt war der russische Brückenkopf bei Bukrin fünf Kilometer breit und sieben Kilometer tief. Ein halbes Dutzend Panzer und zwei Bataillone drückten am Spätnachmittag des 24. gegen die Sicherung der zur Abriegelung heranbefohlen Panzeraufklärungsabteilung 19 des Majors Guderian, dem jüngsten Sohn des Generalobersten. 15 Kilometer flussaufwärts war bei dem Dorf Balkyka inzwischen eine sowjetische Brigade mit ca. 1000 Mann über den Fluss gegangen. Major Guderian warf sich mit seiner Einheit gegen beide Feinde und erwies sich als Meister der Improvisation. Er konnte den Feind aufhalten.

General Nehring setzte die verstärkte Panzeraufklärungsabteilung der 10. Panzergrenadierdivision unter Major Meyer gegen Balyka in Marsch. Aber kaum war die Order raus, da war schon die nächste Krise da: Bei dem Dorf Staiki, 15 Kilometer flussaufwärts, war am Morgen des 24. eine kleine sowjetische Kampfgruppe von 50 Mann über den Fluss gekommen und hatte sich in dem zerklüfteten Ufergelände verschanzt.

 

 

General Walter Nehring

Teile der behelfsmäßig motorisierten 43. Infanteriedivision wurden zum Gegenangriff herangezogen. „Den Landekopf beseitigen, die übergesetzten Kräfte vernichten“, hieß der Befehl. Es gelang nicht. Selbst dieser kleine Brückenkopf konnte nicht bereinigt werden. Es war das alte Lied. Saß der Russe erstmal irgendwo fest, war es schwer ihn wieder zu werfen. Der Iwan hockte in seinem Loch und feuerte; gab erst dann auf wenn er in den Lauf einer Pistole sah oder ein Bajonett im Rücken spürte.

Der Gegenangriff wurde von den Russen zusammengeschossen. Der Brückenkopf wurde danach abgeriegelt, mit Granatwerfern beschossen und der Nachschub über den Fluss gesperrt. Die russischen Funksprüche enthüllten schwere Verluste und nach ein paar Tagen auch Hunger. Aber aufgeben taten sie nicht.

Russische Fallschirmspringer

Am Abend des 24. brummen sowjetische Maschinen im Tiefflug und mit Beleuchtung und manche sogar mit Scheinwerfern über den Fluss. „Was ist denn das für ein Spielchen?“ fragt sich der Gefreite Hellmold, als die Russen die Stellung seines Bataillons vom Infanterieregiment 258 überfliegen. Der Unteroffizier neben ihm murmelt: „Da ist doch eine Teufelei im Spiel.“ Kurz darauf bestätigt sich seine Vermutung und er brüllt „Sie springen! Fallschirmer!“ So etwas haben auch die Veteranen noch nicht gesehen. Man kennt nur die Geschichten von russischen Kommando-Einsätzen und sie kennen die Geschichte des Trosses der württembergisch-badischen 260. Infanteriedivision, die im Februar 1942 im Rücken des 13. Armeekorps mit einer Fallschirmjäger Brigade Bekanntschaft machte. Aber ein Fallschirmjäger-Großeinsatz? Verwundert begaffen die Soldaten das Schauspiel, das sich ihnen bietet, dann macht ihnen der Befehl des Oberleutnants Isselhorst Dampf: „Feuer frei auf den abspringenden Feind!“ Gewehre und MGs eröffnen das Feuer, auf der linken Flanke bellt eine 20 mm Flak auf. Viele Russen sterben in der Luft, die Überlebenden werden von deutschen Suchtrupps gestellt und ergeben sich oder werden erschossen.

Ähnlich sieht es überall im Absprunggebiet aus. Nur der Brigadekommandeur kann 150 Männer um sich scharen und sich in einem Wald östlich von Gruschewo festsetzen.
Die 3. Kompanie des Panzergrenadierregiments 73 unter Leutnant Goldmann bekommt hier einen Vorgeschmack auf das, was passiert wäre, wenn die Russen sich hätten formieren können. Die Russen leisten erbitterten Widerstand und die Kompanie hat hohe Verluste, vor allem durch Kopfschüsse der überall lauernden russischen Scharfschützen. Letzten Endes werden die 150 Mann aufgerieben und der Kommandeur wird gefangen genommen. Ein paar Gruppen schlagen sich zu den Partisanen durch, die in den riesigen Wäldern westlich von Tscherkassy operieren.


Sinnloses Opfer ?

Drei russische Brigaden springen in den Tod – aber warum?

Taktische und operative Zielsetzung

Drei Brigaden, rund 7000 Mann waren an dem Einsatz beteiligt. Die Brigaden sprangen wie folgt ab:
Die 5. Brigade dicht vor der Dnjeper-Schleife im Raum Dudari.
Die 3. Brigade weiter rückwärts am versumpften Rosawa Bach.
Teile der 1. Brigade westlich der Brücke von Kanew.

Die 5. Brigade sollte den Anmarsch von deutschen Reserven aus dem Süden oder Südosten auf den Dnjepr verhindern. Die 3. Brigade sollte den Raum Schandra – Lipowy bis zum Eintreffen der 40. Armee halten und deutsche Reserven festhalten. Die 1. Brigade sollte die Brücke in Kanew einnehmen.

Neben diesen taktischen Zielen hatten die Brigaden auch operative Aufgaben. Die 1. und 3. sowie die westliche Gruppe der 5. Brigade sollten sich am versumpften Rosawa Bach festsetzen und mit den bei Balyka, Rischtschwew und südlich von Kanew über den Fluss gegangenen Kräften einen Sperrkreis um den Brückenkopf Bikrin legen und diesen abschirmen. So sollte ein großer Bereitstellungsraum für den Aufmarsch von zwei Armeen geschaffen werden.

Woran scheiterte die Operation?

Nach Aussage des gefangenen Kommandeurs der 5. Brigade sollte am 26. und 27. südostwärts der Brücke von Kanew eine Großlandung mit schweren Waffen und Panzern auf Lastenseglern stattfinden. Diese Operation wurde dann nach dem Misserfolg der ersten Phase nicht durchgeführt.

Alles gut geplant aber zu spät! Die deutschen Einheiten waren schon dort, wo die Fallschirmjäger ihnen den Weg verlegen sollten. Aber nicht nur diese Tatsache ist verantwortlich für das Scheitern dieser Operation.

Die 5. Brigade verpasste ihren Absprungraum um mehr als 30 Kilometer. Die Fronttruppen in dem Gebiet wurden erst nach dem Absprung von dem Einsatz der Fallschirmjäger unterrichtet. Der Kommandeur der 5. informierte seine Männer erst am 24. September um 16 Uhr über den bevorstehenden Einsatz. Für eine gründliche Einweisung war keine Zeit mehr.

Der Plan war bürokratisch und ohne Rücksicht auf die Frontlage gemacht. Die Bereitstellung der Brigaden sollte vom 17. bis zum 21.September vonstatten gehen. Wegen Überlastung des Bahnnetzes konnte sie aber erst am 24., dem Einsatztag, beendet werden. Aber es kam noch schlimmer. Viele Flugzeuge trafen wegen schlechten Wetters zu spät oder gar nicht auf ihren Einsatzflughäfen ein. Es gab also zu wenig Flugzeuge. Von den zur Verfügung stehenden Maschinen konnte keine wegen „schlechten Zustandes“ die 20 vorgesehen Fallschirmspringer aufnehmen. Höchstens 15 bis 18 Springer würden erreicht. Damit war die ganze Planung hinfällig.

Gerade 48 der 65 geplanten Transportmaschinen trafen ein. Wegen Tankschwierigkeiten verschob sich der Start um anderthalb Stunden. Einzelne Maschinen starteten planlos. Aber der 5. gelang es, zwei Bataillone abspringen zu lassen, danach wurden die Sprünge wegen Treibstoffmangels eingestellt.

Bei der 3. Brigade sah es nicht besser aus. 4576 Mann landeten, aber ohne ihre 45 mm Geschütze. 13 Maschinen fanden den Absprungraum nicht und kehrten um. 2 Maschinen verfehlten ihr Ziel so gründlich, dass sie die Fallschirmjäger tief in den rückwärtigen Gebieten absetzten. Eine Maschine ließ ihre Fallschirmspringer über dem Dnjepr abspringen, sie ertranken. Eine andere setzte ihre Fallschirmspringer tief im sowjetischen Hinterland ab.

Im Raum zwischen Dudari und Rossawa – Bach wurden in den ersten 24 Stunden 1500 Fallschirme gefunden, 692 Tote gezählt und 209 Gefangene gemacht. Unter ihnen befanden sich auch der Bibliothekar und der Musikmeister der Brigade. Was hatten sie bei einem Fronteinsatz zu suchen? „Befehl“ antwortete ihr gefangener Kommandeur auf diese Frage, „Ich sollte jeden Mann mitnehmen.“ Und das tat er. Obwohl nur die Hälfte ausgebildete Springer waren, mit durchschnittlich gerade 7 bis 10 Sprüngen. Die andere Hälfte ohne Sprungerfahrung kam aus 7 Regimentern.

Mindestens genauso abenteuerlich war die Zusammenstellung der Ausrüstung. Ein wildes Sammelsurium aus Feldblusen, Fliegerkombinationen und Lederjacken. Ein trauriges Kapitel ist auch die Ausstattung mit Funkgeräten. Der Chef der 3. Brigade hatte keines zur Verfügung und aufgrund der weiten Streuung der Springer blieben fast alle Kommandeure ohne Funkverbindung. In der Nacht vom 27. zum 28. wurden drei Luftlandegruppen mit Funkgeräten in Marsch gesetzt um Verbindung zu den Springern herzustellen. Sie verfehlten ihr Ziel. Auch der Versuch mit einem PO2 Bomber Funkgeräte einzufliegen, scheiterte. Die Maschine wurde abgeschossen. Erst Ende September hatte die 40. Armee zum ersten Mal Funkkontakt mit der Fallschirmjägergruppe im Wald bei Kanew.

Auffallend gut waren die Sanitäterinnen und Feldscherinnen ausgestattet.

Erstaunlich ist auch, dass die Partisanen nicht in die Operation mit einbezogen wurden, wie bei der Flussüberquerung der sowjetischen Truppen. Über die Gründe, warum die sieben Partisanengruppen bei der Planung außen vor blieben, kann man nur spekulieren. Wurden sie von der STAWKA vergessen? Waren sie nicht so gut organisiert, wie dies später dargestellt wurde?

Unbegreiflich bleibt auch der Absprung bei Nacht. Zwar findet sich der russische Soldat allgemein besser in der Nacht zurecht, als der deutsche und kann besser mit ihr umgehen, aber in diesem Fall war der Absprung in der Nacht ein schwerer Fehler. Das Sammeln der Fallschirmspringer wurde dadurch unmöglich. Die Offiziere versuchten zwar verzweifelt sich mit schnell, während des Anflugs gemachten, Handskizzen zu orientieren, aber es war vergeblich. Die strenge Geheimhaltung, die es erst anderthalb Stunden vor dem Angriff erlaubte, die Truppe zu informieren rächte sich jetzt. Auch in anderer Hinsicht. Die meisten Soldaten rechneten mangels anderer Informationen mit einem Übungssprung und wurden von dem ihnen entgegenschlagenden Abwehrfeuer demoralisiert.

Am 5. Oktober waren nach sowjetischen Angaben 2300 Mann in den Partisanenlagern in den rückwärtigen deutschen Gebieten angekommen. 2300 von 7000!

 

 

Operationen der Russen von 24. September - 10. Dezember 1943


Möglichkeiten

Was wäre wenn?

Im Nachhinein betrachtet sind die Erfolgsaussichten der Operation also nie günstig gewesen. Aber wenn der Absprung besser und früher geplant worden wäre, dann hätte er nicht nur das 24. Panzerkorps, sondern die ganze Armee in schwere Bedrängnis gebracht. Das wurde am 23. deutlich, als 40 sowjetische Panzer aus den Wäldern von Kanew brachen und nur mit Mühe und Not kurz vor der Brücke gestoppt werden konnten. In dieser Stunde hätten die Fallschirmjäger in Zusammenwirkung mit den Panzern vermutlich die Entscheidung herbeiführen können. Dann wäre das 24. Panzerkorps auf der Ostseite des Dnjeprs gefangen gewesen und die Russen hätten einen Keil zwischen die 8. Armee und die 4. Armee treiben können. Ob man diese Situation angesichts der nicht vorhanden Reserven noch bereinigen hätte können, ist mehr als nur zweifelhaft.

24 Stunden später war das 24. Panzerkorps über den Fluss gegangen und die Russen hatten ihre Chance verpasst.

General Nehring fasste sein Urteil so zusammen: „Der sowjetischen Führung hat einfach das Gefühl für Zeit, Raum und Möglichkeiten dieser Operation gefehlt. Der operative Gedanke war richtig, die Ausführung aber stümperhaft. Anscheinend hat ein Fachmann gefehlt. Die Einheiten waren viel zu weit im Raum verstreut, um sie schnell zu einem geregelten Zusammenwirken zu bringen.“

Zusatzinformationen

Der Marschall der Artillerie Woronow schrieb zu dem Einsatz später in seinen Memoiren:
„Es ist sehr traurig, feststellen zu müssen, dass bei uns, den Pionieren der Luftlandung, keine praktikablen Pläne zum Einsatz dieser Truppe bestanden.“ Damit hat der Marschall recht, denn schon im Jahr 1932 wurden bei Manövern im Kaukasus Fallschirmjäger eingesetzt.

Im Nachlass des langjährigen deutschen Militärattachés in Moskau, General Köstring kann man Folgendes lesen: „Bei dieser Übung in den kaukasischen Bergen sah ich zum ersten Mal den ganz neuen Einsatz von Fallschirmtruppen. Für mich blieb dieser Vorgang schon alleine deshalb unvergesslich, weil mir Jahre später im deutschen Luftfahrtministerium gesagt wurde, dass die Bilder von diesem und späteren Absprüngen, die ich nach Berlin schickte, Göring dazu veranlassten, auch eine Fallschirmtruppe aufzubauen.“

Die Schüler erwiesen sich als bedeutend besser als ihre Lehrmeister. Es gab bis auf die bereits bekannten Kommandoeinsätze keine Großeinsätze der Russischen Fallschirmjäger mehr in diesem Krieg.

Quellen

Buch: "Verbrannte Erde" von Paul Carell
wikipedia (Zugriff 02.08.09)

Autor: Fanatic



Das Thema

Unternehmen Jubilee
 

Unternehmen Jubilee war der Angriff alliierter Truppen über den englischen Kanal auf Dieppe, einem kleinen von deutschen Truppen besetzter Hafen an der französischen Küste zwischen Le Havre und Boulogne. Der Ort Dieppe wurde von Admiral Lord Louis Mountbatten, Chef der Combined Operations ausgewählt. Er wollte dieses Unternehmen unbedingt durchführen, nachdem zuvor ein anderes Unternehmen, „Operation Rutter“, wegen schlechten Wetters am 07. Juli 1942 endgültig abgesagt werden musste. Geplant wurde dieses Unternehmen, um die Verteidigung von Hitlers „Festung Europa“ und die Fähigkeiten der westlichen Verbündeten zu prüfen, großräumige Angriffe mit Amphibienfahrzeugen gegen die „Festung Europa“ durchzuführen. Des Weiteren, um herauszufinden, ob man es schafft einen Hafen im Handstreich zu erobern und darüber hinaus, wie lange man im Stande wäre, diesen gegen deutsche Gegenangriffe zu halten. Dies waren die Hauptziele der Operation Jubilee. An der Operation Jubilee waren ungefähr 260 Landungsboote und 6.100 Mann der 2. kanadischen Division beteiligt, auf deutscher Seite standen ungefähr 1.500 Mann des Infanterieregiment 571. der 302. Infanteriedivision.

Ein weiterer Grund die Operation Jubilee durchzuführen, war die schon lange von Stalin geforderte „Zweite Front“ zu eröffnen und so den Druck auf seine Verbände zu verringern. Denn trotz der schweren deutschen Verluste an der Ostfront durch den Winter 1941/42 war die Sommeroffensive 1942 recht erfolgreich und brachte erhebliche Verluste an Mensch und Material für die Rote Armee mit sich. Trotz der beengenden Steilküstenabschnitte wurde Dieppe als Ziel gewählt, weil es typisch für deutsche Küstenbefestigungen war und günstig im Aktionsradius der britischen Royal Air Force lag. Das militärische Hauptziel war die Ausschaltung der deutschen Batterien von Berneval östlich, bis Varengeville westlich von Dieppe, wo die Hafenanlagen, die Radar-Station, der Feldflugplatz sowie die Munitions- und Treibstoffdepots zerstört werden sollten. Außerdem wollte man versuchen, das Hauptquartier der deutschen 302. Infanteriedivision 5 km landeinwärts in Arques-la-Bataille zu erreichen und dort strategische Planungsunterlagen zu erbeuten.

 


Die Operation

Die unter starker Luftsicherung mit Panzerwagen durchgeführte Landung stieß auf starken Widerstand der deutschen Küstenbatterien und der Luftwaffe. Durchgeführt wurde die Landung von der 4. und 6. Brigade der 2. kanadischen Division, die sich hauptsächlich aus Kanadiern zusammensetzte und zum Teil aus Polen und französischen Soldaten. Aber auch Engländer und Amerikaner kamen dabei zum Einsatz. Es gab auch Panzerunterstützung durch 30 Kampfpanzer des Typs Churchill. Als die Landungstruppen am 19. August 1942 am Strand von Dieppe landeten, wurden sie schon von den in Alarmbereitschaft liegenden deutschen Truppen mit starkem Maschinengewehrfeuer und Artillerie unter Beschuss genommen und erlitten schwerste Verluste. Es gab sogar Gerüchte über Spione, die in England aktiv waren und die Landung an die Deutschen verraten haben sollen. Aber es waren vielmehr deutsche Konvois, die am frühen Morgen des 19. August 1942 die deutschen Truppen an der Küste warnen konnten, bevor sie selber durch die RN aufgerieben wurden. Nicht nur die Landstreitkräfte, sondern auch die Luftflotten beider Seiten führten schwere und verlustreiche Einsätze. Die RAF und die deutsche Luftwaffe lieferten sich das größte Gefecht seit der Luftschlacht um England.

Nach 9 Stunden zogen sich die Landungstruppen unter schwerem Sperrfeuer der deutschen Artillerie zurück. Bei dieser Operation kamen 1.179 alliierte Soldaten ums Leben und 2.190 kamen in Gefangenschaft. Die Deutschen mussten 311 Mann als tot oder vermisst vermelden. Es gibt Meldungen, nach denen deutsche Gefangene von kanadischen Indianern brutal und unmenschlich ermordet worden seien, indem sie während des Kampfes gefangene Deutsche mit dem Daumen an eine Halsschlinge fesselten, bis sie sich selbst erdrosselten. Dies war aber die Ausnahme und es gab auch Ritterlichkeit und Hilfsbereitschaft unter den Engländern und den deutschen Soldaten. Die weiteren Verluste an Material betrugen auf alliierter Seite ein Zerstörer und 33 Landungsboote und dazu kamen 106 Flugzeuge der RAF. Die Deutschen hatten den Verlust von 48 Flugzeugen zu beklagen und konnten somit auch den Sieg in der Luft davon tragen.

 

Auf beiden Seiten wurde dieses Unternehmen als voller Erfolg gewertet. So vermeldete die englische Presse, dass das Unternehmen Jubilee ein voller Erfolg gewesen sei und eine gelungene Generalprobe für die Befreiung der „Festung Europa“ war. Auch auf deutscher Seite wurde dieses Unternehmen als voller Erfolg gewertet. Man war der Meinung, dass dies schon der „große Angriff“ auf ihre „Festung Europa“ gewesen sei und der Feind heldenhaft für alle Zeit über den Kanal zurück geschlagen wurde. Die Küstenbefestigung wurde in den höchsten Tönen gelobt und die Organisation sowie die Truppenstärke für ausreichend gehalten.

Erkenntnisse und Folgen des Unternehmens:
Die Erkenntnisse dürften für beide Seiten extrem unterschiedlich ausgefallen sein. Vielleicht kann man sagen, dass die Niederlage und der Verlust der vielen tapferen Soldaten am Strand dieses blutigen 19. August 1942 für die Alliierten im Nachhinein sogar größere Verluste zu einem späteren Zeitpunkt verhinderten. Wie dem auch sei, sie waren jetzt sicher, dass eine Landung viel zu früh war und sie erst gegen einen schwächeren Gegner mit mehr Mensch und Material auf ihrer Seite eine reelle Chance haben würden. Außerdem mußte unbedingt die Luftüberlegenheit hergestellt werden, wenn man Erfolg haben und nicht an den Stränden ausbluten wollte. Das kann als Grundstein für spätere Planungen für den D-Day gesehen werden. Für die Deutschen war es an diesem Augusttag sicherlich ein Sieg und stärkte die Moral der Truppe und Heimatfront. Aber die Schlüsse, die daraus gezogen wurden, waren eher schlecht. Man betrachtete die Küstenbefestigung und Truppenstärke für ausreichend und durch die sich zuspitzende Lage im Osten sah man weiteres Potenzial, um es von den Küstenbefestigungen abzuziehen. Die Folgen daraus stellten sich spätestens am 6. Juni 1944 ein, als am D-Day wieder viele Soldaten an den Stränden der französischen Küste ihr Leben lassen mussten. Diesmal aber war die Landung geglückt und die "Festung Europa" war geknackt. Der Marsch auf Berlin aus Richtung Westen hatte begonnen......

Hier noch ein paar Videos:
http://de.youtube.com/watch?v=NuG9f59y098
http://de.youtube.com/watch?v=dMwunLwmu50&feature=related


Quellen

combinedops.com (Zugriff 06.09.09)
wiki (Zugriff 06.09.09)
Buch: "Der zweite Weltkrieg" Von Bassermann ISBN 3-8094-5011-1

Autor: Oliver



Das Thema

U-47 in Scapa Flow


U 47 - der Stier von Scapa Flow - in stürmischer See


Die Feindfahrt

Am 8. Oktober verließ das komplett aufmunitionierte U-47 vorsichtig den Kieler Hafen, um auf einem sorgfältig abgesteckten Kurs die Orkneys zu erreichen. Der Auftrag fand unter der höchsten Geheimhaltungsstufe statt. Das ging soweit, dass Raeder von Dönitz nur mündlich informiert wurde. Während nun Prien und seine Mannschaft langsam Scapa Flow zustrebten, mag doch so manchem der oberen Kriegsherrn entgangen sein, was für eine monumentale Aufgabe da in Gang gesetzt wurde.


Verlauf der Aktion in Scapa Flow

Prien gab um 00.58 Uhr den ersten Feuerbefehl zu einem Dreierfächer aus den Bugrohren auf die vor ihm liegenden Ziele und eins für die weiter nördlich liegende Royal Oak. Eine Detonation wurde gehorcht und Prien ließ U-47 wenden, um den Hecktorpedo zum Feuern klarmachen zu lassen. Aber auch dieser Torpedo brachte nicht den gewünschten Erfolg. Was Prien entging, war der erste Treffer auf dem Schlachtschiff, der zwar die Mannschaft gegen 01.04 Uhr etwas durcheinander rüttelte, jedoch auch nicht sonderlich beunruhigte. Die Mannschaft nahm irrtümlich an, im Hafen unverwundbar zu sein und, da man die Explosion für Schiffsintern hielt, gingen die meisten wieder in ihre Kojen.

Nach kurzem Abwarten auf die Wirkung der Torpedos wurden die Bug- und Heckrohre sofort wieder nachgeladen. Nach den Fertigmeldungen manövrierte Prien das Boot kurz und feuerte einen weiteren Dreierfächer auf die Royal Oak, der diesmal fatale Folgen hatte.

Nach etwa drei Minuten (01.16 Uhr) ließen sich zwei nachhallende Explosionen vernehmen, da der Rumpf des Schlachtschiffes aufgerissen wurde und erstickenden schwarzen Rauch freisetzte. Nach weiteren 5 Minuten (01.21 Uhr) bemerkte Kapitän Gatt einen Blitz bis in Mastspitzenhöhe, des Weiteren schwarzen Qualm. Dann krängte das Schlachtschiff sehr schnell und stark. Nur dreizehn Minuten später war es gesunken, wobei es 833 Seeleute mit ins nasse Grab riss, darunter auch Konter-Admiral Blagrove, Admiral des 2. Schlachtschiff-Geschwaders.


Auf dem Rückmarsch passiert U 47 mit angetretener Besatzung die Scharnhorst

U-47 verließ Scapa Flow auf gleichem Weg, wie es gekommen war, das unbeschreibliche Chaos nutzend, dass es mit seinem Auftrag anrichtete. Obwohl die Herren auf den engl. Zerstören jetzt voll erwacht waren, erreichten ihre Schiffe dennoch nur 10 Knoten, da der Dampfdruck noch nicht hochgefahren war. Im Gegensatz zu den Verlautbarungen der BBC, die behauptete, ein U.Boot versenkt zu haben, war U-47 gegen 02.15 Uhr schon wieder im Tiefwasser mit Kurs auf Wilhelmshaven. Die britische Admiralität weigerte sich immer noch, an einen U-Bootangriff zu glauben, als U-47 schon fast zu Hause war. Man ging weiter von der Theorie schwerer Explosionen an Bord aus.

Bis 07.46 Uhr ging die Admiralität weiter von ihrer These aus, bis Taucher unter dem Wrack Reste von einem (elektr.) G7e/2874 - Torpedo fanden.


Bild des eindrucksvollen Schlachtschiffes HMS Royal Oak, das bei dem Nachtangriff im Hafen von Scapa Flow durch U-47 versenkt wurde.


U-47 mit Besatzung nach der erfolgreichen Unternehmung.

 

Der Kommandant von U-47:


Günther Prien, der Mann, der als erster Kommandant der Kriegsmarine das Ritterkreuz bekam.


Daten Typ VII B

 
Technische Daten des Type VIIB
 
Verdrängung:
753 Tonnen aufgetaucht,
857 Tonnen getaucht
Länge (gesamt):
66.50m
Länge (Druckkörper):
48.80m
Breite (gesamt):
6.20m
Breite (Druckkörper):
4.70m
Tiefgang:
4.74m
Höhe:
9.50m
Motorisierung:
2 x 6-Zylinder, 4-Takt MAN Dieselmotoren,
3200 PS (aufgetaucht),
2 x AEG Elektromotoren, 750 PS (getaucht)
Geschwindigkeit:
17,9 Knoten (aufgetaucht),
8,0 Knoten (getaucht)
Einsatzreichweite:
8700/6500 SM bei 10/12 Knoten (aufgetaucht),
90 SM bei 4 Knoten (getaucht)
Torpedorohre:
4 Bug, 1 Heck
Torpedos:
14
Minen:
26
Geschütz :
88mm/45, 220 Schuß + FLAK 20mm
Alarmtauchzeit:
30 Sekunden
Größe Tauchtiefe:
ca. 220m
Werft:
Krupp Germaniawerft, Kiel
Serie:
U45 - U55
Bauauftrag:
21.11.1936
Bau Nummer:
538
Stapellauf:
25.02.1937
Werftprobefahrt:
29.10.1938
ndienststellung:
17.12.1938
Feldpostnummer:
18837
 
Flottillen-Verwendung
Dez. 1938 - Dez. 1939:
7. U-Flotille "Wegener" (Kiel)
Jan. 1939 - Mar. 1941:
Chef-Boot, 7. U-Flotille (Kiel/Lorient)


Quellen

Korvettenkapitän Günter Prien ISBN: 3-88189-766-2
Wikipedia Zugriff: 06.09.2009

Autor: Tiwaz / Karaya234



Das Thema

Der letzte verlorene Sieg der Wehrmacht

 

Während schon die Schlacht um Berlin tobte, starteten die letzten kampfstarken
Panzerverbände der Wehrmacht ihre letzte erfolgreiche Offensive.


Kräfteverhältnis

Beteiligt waren hierbei die 4. Panzerarmee der Heeresgruppe Mitte von GFM Schörner und die 52. sowjetische sowie die 2. polnische Armee der 1. Ukrainischen Front des Marschall Konjew. Zu den deutschen Divisionen gehörten unter anderem auch die 20. und 21. Panzerdivision, Fallschirmpanzerdivision "Hermann Göring" und die 10. SS-Panzerdivision "Frundsberg".

Truppenstärken

Deutsche:
4. Panzerarmee: etwa 110.000 Mann, 388 Panzer und 1.100 Geschütze
6. Luftflotte (von Greim): 791 Flugzeuge


Generalfeldmarschall Ferdinand Schörner, der letzte Oberbefehlshaber des Heeres im Deutschen Reich

Sowjets:
1. Ukrainische Front: 511.700 Mann, 1.388 Panzer und fast 15.000 Geschütze
2. Luftarmee: 2148 Flugzeuge


Iwan Stepanowitsch Konew Marschall der Sowjetunion und Befehlshaber der 1. Ukrainischen Front

davon:
7. mechanisiertes Gardekorps (der 52. Armee) - 10910 Mann (Soll 16.000) 92 Panzer (Soll 183) 52 Selbstfahrlafetten (Soll 63) und 150 Geschütze.
2. Polnische Armee - 90.000 Mann, 291 Panzer und 135 Selbstfahrlafetten.


Die Offensive

Die Offensive über die Oder und Neiße hinweg begann am 16. April 1945, gemeinhin auch "Beginn der Schlacht um Berlin", Konjew sollte hierbei an der südlichen Flanke im Süden bis zum 26. April die Elbe erreichen und er kam auch gut voran. Es gelang, Teile der 4. Panzerarmee abzuschneiden und zusammen mit der 9. Armee der Heeresgruppe Weichsel einzukesseln. Zudem wurde die 10. SS-Panzerdivision "Frundsberg" zusammen mit der 344. Infanteriedivision und der Führerbegleitdivision bei Spremberg eingeschlossen, welche sich aber entgegen dem Befehl, nach Norden anzugreifen, zum Teil nach Westen absetzen und herauskämpfen konnte. Die entkommenen Reste der Panzerdivision "Frundsberg" sammelten sich um den 23. April als Kampfgruppe nahe Dresden.

Am 18. April war die Front aber bereits am Stadtrand von Bautzen, damit hatte der Südflügel der 1. Ukrainischen Front bereits den halben vorgesehen Weg zurückgelegt, während die Masse der 1. Ukrainischen Front auf Leipzig vorrückte und "nebenbei" Schukows Vorstoß auf Berlin unterstützte. Am 20. April sollte die 2. polnische Armee weiter auf Dresden vorstoßen. Entlang der Autobahn Dresden - Bautzen (heute A4) erreichte das polnische I. Panzerkorps am Abend des 21. Aprils fast schon Radeberg, wo dann nachts um 3.00 Uhr Panzeralarm mit den Luftschutzsirenen ausgegeben wurde. Kurz vor Dresden musste der polnische Vorstoß am 23. April eingestellt werden und bis zum 26. April zogen sich die polnischen Truppen wieder stückweise zurück, auf dem Rückzug noch panisch Gehöfte und Dörfer in Brand steckend und gefangene Zivilisten exekutierend. Was war geschehen?

Die 52. Armee, die eigentlich die Flanke der 2. polnischen Armee nach Süden sichern sollte, erreichte am 18. April den Stadtrand von Bautzen, an diesem Tag hatte sie schon einige Verluste erlitten, u. a. durch Angriffe des Stukageschwaders 2 "Immelmann" des Luftwaffen-Oberst Hans-Ulrich Rudel und einzelne Panzer durch vereinzelte Gegenwehr des Volkssturms.
Bautzen war schon seit dem 16. April 1945 Ziel zahlreicher Luftangriffe, wobei hauptsächlich Bomben abgeworfen wurden, die von der Roten Armee in Munitionsdepots der Luftwaffe östlich der Oder erbeutet wurden.
In Bautzen selbst hatte man am 18. April begonnen, die Brücken zu sprengen. Hier bereiteten sich etwa 3.000 zusammengewürfelte Mann aus Volkssturm, Hitlerjugend, Polizei, Flak, 2 Festungsinfanterie-, sowie 2 Landesschützen-Btle und auch 300 Mann der Panzerdivision "Frundsberg", die wegen Kraftstoffmangel hier liegengeblieben waren, auf die Verteidigung vor. Am 20. April wurde auch die große Spreebrücke gesprengt und die deutschen Verteidiger in der Innenstadt waren nun östlich der Spree praktisch völlig abgeschnitten. Auch in Häuserkämpfen wurde der Raum, der gehalten wurde, immer kleiner. In der Nacht noch gelang es den Sowjets ins Stadtzentrum einzudringen. Diese Kämpfe fanden am 21. April auch Erwähnung im Wehrmachtsbericht, ermutigender war aber sicher der Funkspruch, den die 4. Panzerarmee an die Eingeschlossenen sendete:

"Haltet durch, wir kommen!"

Als erstes war die 20. Panzerdivision aus dem Raum Löbau (südöstlich von Bautzen) zum Angriff nach Norden angetreten und hatte auch kurz darauf Niesky, 50 km östlich von Bautzen erreicht. Von hier sollte auch Spremberg entsetzt werden, wo ebenfalls noch eine schwache deutsche Besatzung vermutet wurde (die sich aber nach Westen hatte freikämpfen können).

Am Morgen des 22. Aprils trafen die Reste des Panzerkorps Großdeutschland (Pz-Gren.Div. Brandenburg, 464. ID und 545 VGD) aus dem Raum Boxberg nordöstlich von Bautzen mit der Fallschirmpanzerdivision Hermann Göring und der 72. ID, die aus dem Süden bei Löbau kamen, etwa 30 km östlich von Bautzen zusammen. Damit war die Verbindung zwischen der 52. Armee und der 2. polnischen Armee unterbrochen und der rückwärtige Raum der 2. polnischen Armee erreicht. Die 20. Panzerdivision stieß weiter nach Westen vor und am Morgen des 23. Aprils standen die deutschen Spitzen 2 km östlich vor Bautzen, während 15 km hinter der Angriffsspitze das 7. mechanisierte Gardekorps der 52. Armee bei Weißenberg eingeschlossen und zwischen dem 24. und 26. April aufgerieben wurde. Ebenfalls am 23. April erreichte die Fallschirmpanzerdivision über die Reichsstrasse 6, heute B6, aus Richtung Löbau Bautzen im Süden. Weiterhin unterstützt wurde der Angriff von der Panzerdivision "Frundsberg", die von Dresden aus über Radeberg Richtung Bautzen vorstieß. Die Truppenteile der Roten Armee, die im Stadtzentrum die verbliebene Besatzung von noch 400 Mann belagerte, wurde nun selbst in Bautzen eingeschlossen, wobei es bis zum 27. April zu harten Straßenkämpfen in der Stadt kam. Die belagerte deutsche Besatzung konnte aber bereits am 24. April entsetzt werden, worauf am 25. und 26. April der Wehrmachtsbericht wieder von den Kämpfen berichtete.

 

Damit endete die letzte erfolgreiche Panzeroffensive der Wehrmacht. Dresden und Bautzen wurden zwischen dem 5. und 7. Mai geräumt und am 8. Mai von den polnischen und sowjetischen Truppen ohne organisierten Widerstand besetzt. Die Panzerdivision "Frundsberg" führte das letzte Panzergefecht der 4. Panzerarmee mit 2 Panzern IV und 2 Panthern, wobei ein sowjetisches Sturmgeschütz und ein T-34 abgeschossen wurden. Aber auch die beiden Panther wurden aus einem Hinterhalt außer Gefecht gesetzt und die Panzer IV auf dem Rückzug Richtung Prag wegen Benzinmangels gesprengt.


Verluste/Kriegsverbrechen

Die Verluste:

Die Zahl der Verluste ist schwer festzustellen, bei der Roten Armee geht man von 8 - 11.000 Toten aus (davon 5.000 Polen) und 20.000 Verwundeten. 335 Panzer und 350 Geschütze wurden zerstört oder erbeutet.
Die deutschen Verluste werden auf 6.500 Tote und 9.000 Verwundete und 30 Panzer geschätzt, genau kann dies niemand sagen, da die genaue Anzahl wegen des Kriegsendes 1 1/2 Wochen später nicht mehr genau festgestellt werden konnte.


Kriegsverbrechen:

Erschreckend waren vor allem die Kriegsverbrechen in dieser letzten Schlacht, die von beiden Seiten begangen wurden. Natürlich kam es im Zuge der polnischen Eroberungen auch zu Raub und Vergewaltigungen, doch mit den deutschen Erfolgen in ihrer Gegenoffensive stieg die Panik und die Wut, so dass vielfach auf dem Rückzug wahllos Zivilisten und Kriegsgefangene ermordet wurden. In einem Fall wurde sogar eine Scheune, in der sich über 190 Volkssturmmänner befanden in Brand gesteckt und die, welche es aus der Flammenhölle schafften, erschossen.
Andererseits kam es auch zu Übergriffen deutscher Truppen auf polnische und sowjetische Gefangene, wobei auch ein polnisches Feldlazarett inklusive Verwundete und Personal massakriert wurde.
Bis heute wurden beiden Seiten je 450 Morde an Kriegsgefangenen und Zivilisten nachgewiesen.

Quellen

Buch: "Hinze - Letztes Aufgebot" (Zugriff 12.09.09)
wiki (Zugriff 12.09.09)

Autor: Elinweth



Das Thema

Panzerjäger bei El Alamein
Günther Halm am Ruweisat-Rücken


Vorwort

Vorwort:
Der "Neben-Kriegsschauplatz" Afrika sorgte für viele Legenden, spektakuläre Siege und ebenso niederschmetternde Niederlagen. Er brachte den, bis heute von Feind und Freund als gewieftesten General gerühmten Rommel hervor, zeugte den Mythos der 8,8 cm Flak und zeigte auf, dass einzelne Siege noch lange nicht den Krieg entscheiden.
Auch ein damals 19 jähriger Unteroffizier brachte es zu ansehnlichem Ruhm:

Günther Halm (* 27. August 1922 in Elze) wurde zum jüngsten Ritterkreuzträger des Afrikakorps

 

 


August 1941

Im August 1941 nach Afrika gekommen, stand er als Richtschütze mit fünf weiteren Landsern am 22. Juli 1942 in seiner Pakstellung am Fuße des Ruweisat-Rückens an einer russischen 7,62 cm Pak (nach der 8,8 die damals zweitbeste Panzerabwehrwaffe der Welt). Als englisches Artilleriefeuer wie eine Walze langsam auf sie zu rollte, steckten sie abwartend die Nasen in den Sand. Dann sprangen sie an ihre Kanone, doch im aufgewirbelten Staub war nichts zu erkennen. Schwere Motoren rollten unmittelbar an ihnen vorbei, quälend langsam senkte sich die Staubwolke und plötzlich konnten sie die ganze Ebene wieder überblicken. Über 100 vorwärtsrollende britische Panzer vom Typ Valentine!

Der erste Zug war schon nicht mehr zu sehen und das Gros der Streitmacht war im Süden schon querab zu ihrer Stellung, die nächsten Panzer knapp 100 Meter entfernt.
Der Anblick, der sich ihnen bot, machte sie alle sehr nervös, wie denn auch nicht, nur wenige Panzerjäger haben solch eine Situation überlebt. Sie mussten das Geschütz herumreißen, nichts brachte mehr der schöne Deckungswall, und auch die Holme waren nicht mehr eingestemmt. Halm kurbelte mit fliegenden Händen. "FEUER!" brüllte der Unteroffizier.

Der Ladeschütze zog ab ehe Halm sein Bein von dem mächtigen, gummibereiften Rad wegziehen konnte und dank der locker liegenden Holme sprang die Kanone noch mehr als gewöhnlich. So fing das Bein des Richtschützen den bockenden Stahlkoloss ab. (19 jährige Knochen sind elastisch, es wurde später als leicht geprellt begutachtet und vorerst spürte er ohnehin nichts) Der erste Schuss hatte gesessen, schwarz blakte es aus dem Tank, ein flüchtiger Blick und schon kurbelte er wieder.

"FEUER!" Kaum eine Minute war vergangen, da lagen 4 schwarz rauchende Panzerwracks vor ihrer Stellung, die vordersten waren ausgeschaltet. Halm kurbelte weiter, die Ebene war voller Ziele und das rund 7 Kilo schwere Geschoss der Russenpak durchschlug noch auf 2000 Meter die 90 mm dicke Turmpanzerung einer Matilda. Doch mit jedem Schuss wurde die eigene Situation prekärer. Da sie nach Süden feuerten, sprang die Kanone bei jedem Schuss hügelaufwärts. Schon standen sie ohne Deckung mitten im Hang, ein Ziel wie ein Scheunentor. Vollgeschosse aus Panzerkanonen (die englischen Panzer waren zu der Zeit noch standardmäßig mit der 2 Pfünder Kanone ausgerüstet, für die es keine Brisant-, oder Sprenggeschosse gab, später wurde auf die bessere 6 Pfünder umgerüstet) winselten um sie herum, eins fuhr Halm zwischen den gespreizten Beinen hindurch, ein anderes riss einem Ladeschützen ein faustgroßes Stück aus der Wade. Aber noch konnte der Grenadier Halm schießen, er sah die herüberschwenkenden Geschützrohre, kurbelte, Krachen und Pfeifen rundum, und Sand zwischen den Zähnen. "FEUER!"

 

Das 40. Königliche Tankregiment hatte innerhalb weniger Minuten seine wichtigsten Offiziere verloren. Eines der ersten Pakgeschosse zerriss den Fahrer des Kommandeurs, Sergeant Watts und verwundete den Colonel so schwer, dass er am nächsten Morgen starb. Die Schwadronchefs Russel und McBlaren wurden verwundet. Als die nun ranghöchsten Offiziere über Funk den Befehl gaben: "Lasst die Kanonen! Mg-Feuer auf die Hügelflanke!", war dass immer noch besser als die Zweipfündervollgeschosse.

Aber die Garben trafen nur noch eine verlassene Pakstellung. In dem heulenden, krachenden, winselnden Inferno hatte Günther Halm neun Valentines abgeschossen. Nach jedem Schuss musste die Pak wieder zurechtgerückt werden, mehr als 14 Schuss bekamen sie nicht raus, als ihnen ein Vollgeschoss die Visiereinrichtung wegfetzte. Mit der Kanone war vorerst nicht mehr viel anzufangen. Sie banden dem Ladeschützen das Bein ab, aber er starb noch auf dem Weg ins Lazarett. Die anderen kamen mit Schrammen davon und setzten sich auf die nördliche Seite des Hügelrückens ab, zum Regimentsgefechtsstand. Dort hatte man inzwischen schon den Divisionsgefechtsstand der 21.PzD alarmiert. Der Aufenthalt des einen Abwehrgeschützes an der Hügelflanke, und die Verwirrung, die es anrichtete, genügten indes. Die Engländer wurden solange aufgehalten, dass Verstärkung anrücken konnte, mehr Pak, mächtige 8,8 cm Kanonen und Panzer. Der Rückzugsbefehl für die 23. Armeetankbrigade erreichte noch 11 intakte Kampfwagen beider Regimenter. 104 waren ausgerückt.


Zum Schluss

Epilog:
Günther Halm bekam für seinen Einsatz am Ruweisat-Rücken das Ritterkreuz verliehen. Trotz der herben Verluste, die die Deutschen den Alliierten im Afrikakrieg zufügten, konnte Rommel den britischen Vormarsch nicht aufhalten. Montgomery hatte genug Reserven um den langen Marsch nach Westen durchzuhalten.
Als am 8. November 1942 die amerikanische Offensive in Französisch-Nordafrika begann (Operation Torch = Fackel), sah sich die Achsenarmee auch noch mit einer zweiten Front konfrontiert und so standen deutsche und italienische Truppen im Frühjahr 1943 auf verlorenem Posten in Tunesien.

 

Am 13. Mai 1943 kapitulierten die Achsenstreitkräfte in Tunis, 252.000 deutsche und italienische Landser gingen in Gefangenschaft. Günther Halm überlebte den Krieg. Als Leutnant geriet er nach den Kämpfen in der Kesselschlacht von Falaise im August 1944 in Frankreich in alliierte Kriegsgefangenschaft. 1946 durfte er zu seinen geliebten Mitmenschen in seine deutsche Heimat zurückkehren. Er arbeitete bis 1988 und verkaufte dann seine Firma. Seine umfangreichen ehrenamtlichen Tätigkeiten wurden mit einigen Auszeichnungen bedacht. Sicherlich die Bemerkenswerteste ist das Bundesverdienstkreuz am Bande, das ihm 1995 verliehen wurde.


Quellen

afrikakorps.org (Zugriff 12.10.09)
wikipedia.org (Zugriff 12.10.09)
Buch: Wolf Heckmanns "Rommels Krieg in Afrika" vom "tosa" Verlag (Zugriff 12.10.09)

Autor: Mogelzahn