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War Ace Campaign  Patch 5.2

War Ace Campaign Patch 5.2

Dieser Patch korrigiert diverse Fehler aus Version 5.0 oder 5.01 und korrigiert die Dateistruktur vieler Einheiten, welche möglicherweise unregelmäßige CTDs beim Spielen oder Laden verursachen.
DAW - Der andere Weg 19-01

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Folgende Änderungen bzw. Zusätze zur bisherigen Version (DAW 18-02) sind enthalten: Darstellung von Meeresfeldern Die Meerestiles haben (auch für die ersten 3 Kampagnen) ein neues Grafikmuste
Amulet Mod Version 3.0

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Der Amulet Mod 3.0 ist für das PC-Spiel Panzer Corps Wehrmacht. Es ist der zur Zeit tiefgreifendste und umfangreichste Mod für deutsche Einheiten. Hier kurz die Merkmale: 77 neue Einheiten; 50
Modern Conflicts 1.1

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Endlich ist Version 1.1 live. Der erste Teil der russischen Kampagne ist verfügbar, außerdem sind viele Balance-, grafische und andere Verbesserungen implementiert worden. Da hat Akkula wieder gan
Total Realism Project

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TRP 1.04 ist eine Zusammenfassung der vielen kleineren Ideen, die wir zu unserer Mod hatten. Wir veröffentlichen sie nun auf Basis der neuen HoI 2 Darkest Hour-Version 1.05.
DAW - Der andere Weg 18-02

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Folgende Änderungen bzw. Zusätze zur bisherigen Version (DAW 17-09) sind enthalten: Darstellung vereister Seen Die Landschaftstiles für Seen in der Winterdarstellung wurde (auch für die beid
Battlefield: Europe 1.9

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Changes in v1.9
Pazifik Korps Teil 4 Part 3

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Im 3. Teil der US-Kampagne "Nach den schwarzen Tränen der Arizona", geht es als erstes um die Befreiung der Philippinen. Hierbei werden Sie von einem lokalen Helden tatkräftig unterstützt. Die aus
War Ace Campaign 5.0

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Eine erhoffte Fortzetzung des War Ace Campaign Großmod für das Spiel Silent Hunter 3 wurde von HanSolo nach mehr als 2 Jahren intensiver Entwicklungszeit vollendet.
DAW - Der andere Weg 17-09

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Folgende Änderungen bzw. Zusätze zur Version DAW 17-04 sind enthalten: Englische Texte DAW Kompendium + Credits, Install-Datei, sowie alle Briefingsdateien und Texte innerhalb der Kampagnen sin
Panzer War in Europe Mod

Panzer War in Europe Mod

Ein Mod des Users IronCross für das Spiel Panzer War in Europe. Es wurden vorhandene Grafiken berichtigt und einige Grafiken hinzugefügt. Es wurde noch weitere Änderungen vorgenommen. Die detaill
Italienische Kampagne 2 V1.91 Part 1

Italienische Kampagne 2 V1.91 Part 1

Kampagne, kritische Fehler in Griechenland-1 Szenario berichtigt    


Das Thema

Unternehmen „Irak“ - Kommando Junck


Vorgeschichte

3. April 1941 - In der Hauptstadt des Irak, Bagdad, findet eine „Palast-Revolte“ statt.
König Faisal wird gestürzt und aus dem Land vertrieben. Er sucht Schutz bei den Briten.
Der Rechtsanwalt Rashid Ali el-Gailani ergreift die Macht.

Gailani, Politiker und Jurist, der einer angesehenen Familie entstammt, stützte seine neu errungene Macht auf eine Gruppe hochgestellter Militärs des Irak! Diese Gruppe einflussreicher hoher irakischer Offiziere wurde „Golden Square“ genannt. Die neuen Machthaber des Irak waren:
Salah ad-Din as Sabbagh, Befehlshaber der Western Army; Kamil Shabib, Kommandeur der 1. Division; Fami Said, Kommandeur der motorisierten Truppen, und Mahmud Salman, Befehlshaber der Air Force.
( Hier wird angemerkt, dass der Irak über keine eigenen Flugzeuge verfügte. )

Gailani war bis zu seinem Rücktritt am 31. Januar 1941 Premier der irakischen Regierung.

Frühsommer 1941: Der Diktator in Berlin will dem Diktator in Bagdad helfen!
Adolf Hitler schickt Teile seiner Luftwaffe zum Krieg in den Irak.

Der dort regierende General Raschid Ali al-Gailani sollte unbedingt an der Macht bleiben! Die neue irakische Armee befand sich zu dieser Zeit bereits in Kämpfen mit der früheren Kolonialmacht Großbritannien.

6. Mai 1941 - "Der Führer wünscht eine heroische Geste"
Des Führers Wunsch wird zum Befehl - erteilt durch den Luftwaffen-Stabschef General Hans Jeschonnek. Der Jagdflieger Oberst Werner Junck in Berlin salutiert und befolgt diesen Führer-Befehl mit Stolz und Eifer. Das Unternehmen "Irak" kann beginnen!

Junck soll mit seiner Luftwaffen-Kampfgruppe die dringend benötigte Luftunterstützung gegen die Briten liefern. Es ist dafür höchste Zeit, oder vielleicht auch schon zu spät, denn die Briten setzen seit Ende April Truppen in Basra an Land. Dieser Umstand stellt auch eine Gefahr für die deutschen Wüstenkrieger des DAK in Nordafrika dar.

Hitler hofft, der neu gegründete arabische Staat Irak auf der Seite Deutschlands und Italiens werde den "Heiligen Krieg" aller Araber gegen England auslösen.
Eine Pan-Arabische Lawine, welche die britische Kolonialmacht verschüttet und das Dritte Reich zum Herrn über die nahöstlichen Ölquellen macht. Dieser Plan der NS-Machthaber mit dem Ziel, die Engländer aus dem Nahen Osten zu verdrängen, sollte danach auch Syrien, Iran und Ägypten in seinen Sog ziehen.

Schon seit 1937 hat Hitler Kontakt zum "Propheten und Groß-Mufti von Jerusalem" der Pan-Arabisten, Amin al-Husseini. Seine Parole: "Im Himmel Allah, auf Erden Hitler."

Athen ist der Ausgangs- und Sammelpunkt des Unternehmens „Irak“.

Einige Zerstörer Messerschmitt Me 110, Kampfflugzeuge Heinkel He 111 und Transportmaschinen Junkers Ju 52 werden mit irakischen Hoheitsabzeichen versehen und für den Flug über Rhodos-Aleppo-Damaskus-Mosul nach Bagdad startklar gemacht.

Auch eine Ju 90, die das Bodenpersonal und die Logistiktruppe transportiert, ist mit dabei....

Sonderkommando Junck

"Sonderkommando Junck"
Das "Sonderkommando Junck" - eine der geheimsten Operationen des Zweiten Weltkriegs - beginnt mit einer Katastrophe. Major Axel von Blomberg fällt, als er am 12. Mai mit dem ersten deutschen Heinkel-Kampfflugzeug Bagdad anfliegt.

"Dies erste im gemeinsamen Abwehrkampf gegen England auf Iraks Boden vergossene deutsche Soldatenblut wird unsere neue Waffenbrüderschaft stahlhart machen", kabelt Ministerpräsident Gailani nach Berlin.

Was er jedoch dabei verschweigt: Irakische Flakschützen haben die He-111 trotz der irakischen Hoheitszeichen, für einen britischen Angreifer gehalten.

( Vielleicht lag es daran, dass die Iraker bisher keine eigene Luftwaffe besessen hatten! )

Die Kampfgruppe Junck besteht aus zwei Schwärmen He-111 und einem Schwarm Zerstörer Messerschmitt Me-110!
Die Flugzeuge sollen über Rhodos und Syrien anfliegen und ihren Stützpunkt, den Fliegerhorst im nordirakischen Mosul, beziehen.

Doch noch ehe Junck und seine Männer eintreffen, sind Iraks Streitkräfte gegen die Briten hoffnungslos ins Hintertreffen geraten.

11. Mai 1941 - Die Engländer bemerken Hitlers Vorhaben erst, als die drei Messerschmitt Me 110 der 4. Staffel des Zerstörergeschwaders 76 von zwei Morane-406-Jägern im syrischen Palmyra zur Landung gezwungen werden. Sie hatten unangemeldet französisches Hoheitsgebiet überflogen.

Der Einsatz deutscher Flugzeuge von irakischen Luftstützpunkten aus birgt von Anfang an zahlreiche Schwierigkeiten in sich.

Aus Zeitmangel und Schlamperei, vielleicht auch aus Desinteresse, weil es sich ja nur um einen Nebenschauplatz handelte, wurden an den dafür vorgesehenen deutschen Kampfmaschinen nicht die nötigen Vorkehrungen getroffen. Es fehlten die nötigen Umrüstungen, für den Einsatz in der Wüste und in den Tropen. Die Motoren hatten keine zusätzlichen Luftfilter. Es fehlten die dringend nötigen zusätzlichen Kühlsysteme. Und auch die für die aufgeheizten Wüstenpisten nötige Spezialbereifung gab es nicht.

Weiters fehlt es an Bodenpersonal und Ersatzreifen.
Die gelieferte MG-Munition würde zwar bis zum Ende des Unternehmens reichen, aber die Anzahl der gelieferten Bomben steht in keinem Verhältnis zum eingeplanten Bedarf.

So werden innerhalb der gesamten Einsatzdauer des Kommandos Junck lediglich 172 Stück 50kg-Bomben über englischen Zielen abgeworfen.

16. Mai 1941 - Erster Einsatz von Juncks Männern!
Drei Heinkel He 111 bombardieren im Irak den RAF-Luftstützpunkt Habbaniya.

Die Antwort der "Tommys" lässt nicht lange auf sich warten!
Die Britische Fleet Air Arm greift mit ihren Maschinen im Tiefflug den Flugplatz von Mosul an und vernichtet einen He 111 und zwei der Me 110-Zerstörer.

26. Mai 1941 - Oberst Junck hat mit seinen letzten drei Heinkel-Bombern innerhalb der letzten zehn Tage sechs Luftangriffe auf Habbaniya durchgeführt.

Die Messerschmitt-Zerstörer greifen in dieser Zeit andere Luftstützpunkte der Engländer an. Es gelingt auch, britische motorisierte Kolonnen zu vernichten.
Weitere Aufgaben des "Sonderverbandes Junck" sind intensive Aufklärungseinsätze über der Wüste.

17. Mai - Der deutsche Gesandte in Bagdad, Fritz Grobba meldet nach Berlin: "Eine Me brennend abgestürzt, die andere Notlandung. Je eine Heinkel und Me zwischen Bagdad und Mosul Notlandung. Mannschaft verblutet."

Es scheint dem Ende zuzugehen - Von Beginn an war es nur eine halbherzige Sache, ohne die notwendige Stückzahl und Logistik! Nach dem Motto, der deutsche Soldat schafft einfach alles! Doch Einsatzfreude, Ausbildung und heldenhafter Mut sind alleine nicht genug! Es fehlt an Nachschubmaterial und Ersatzteilen. Den Deutschen gehen Maschinen, Treibstoff und Munition aus.


Das Ende

Das Ende des Kommando Junck:

Wie üblich die wahre Situation nicht erkennend oder einfach die Wahrheit ignorierend, macht der GRÖFAZ weiter.

23. Mai 1941 - "Führer-Weisung Nr. 30":
"Die Geheime Kommandosache Irak ist vorwärts zu treiben!"
Hitler entsendet eine 27-köpfige Militärmission unter General Hellmuth Felmy nach Bagdad, um die Sache dort wieder ins Lot zu bringen.

Felmy kommt jedoch dort nie an.

29. Mai - Die Regierung Gailani flieht in den Iran.
Was von der deutschen Luftwaffe im Irak noch übrig geblieben ist, setzt sich nach Syrien ab.

An diesem Tag unternimmt der „Sonderverband Junck“ seinen letzten Feindflug im Irak.

30. Mai - Die Reste des „Sonderverbandes Junck“ landen in den Abendstunden auf Rhodos.
Es sind nur mehr drei Heinkel He 111 und fünf Messerschmitt Me 110. Weiters einige Ju 52, die die Bodenmannschaften noch retten konnten.

31. Mai - Britische Panzer rollen über die Straßen von Bagdad.
König Faisal wird sofort wieder eingesetzt.

Die Verluste:

Während der Kämpfe im Irak verliert die Luftwaffe über zehn Kampfflugzeuge und Transportmaschinen, die Hälfte davon am Boden.


Die Folgen

Die Auswirkungen:

Abschließend kann gesagt werden, dass dieses Unternehmen für die Achsenmächte einen Fehlschlag darstellte. Es konnte weder die Regierung Gailani an der Macht gehalten werden, noch konnten durch den er- und gewünschten Vorzeigesieg einer arabischen Nation gegen die englische Kolonialmacht andere arabische Länder zu Revolten angestachelt werden.

Das Gegenteil war der Fall!
Die schnelle und erfolgreiche Intervention der Briten zeigte den vielen Gegnern Englands in der arabischen Welt, dass man mit einer konkreten und vor allem Erfolg versprechenden, deutschen oder italienischen Hilfe nicht rechnen konnte.

Das zuständige Kommando KG 4 der Luftwaffe kritisiert die Irak-Operation als "Musterbeispiel für mangelnde Vorbereitung und Unkenntnis der allgemeinen Lage".

Juncks Flieger hatten noch nicht einmal präzise Landkarten ihres Einsatzgebietes erhalten. Es war ein "Abenteuer" und keine durchdachte und durchplante Intervention!

Hitler weinte dem Irak indes keine Tränen nach - Sein Trachten richtet sich schon auf die Sowjetunion.
Vom Irak-Abenteuer wurden keine Lobenshymnen verbreitet, wie sonst üblich!


Einer der "Irak"-Piloten = Martin Drewes

 

Drewes war einer der Piloten einer Me 110, welche im Irak Kampfeinsätze flog!

geb.: 20. Oktober 1918 in Lobmachtersen
Einsätze: 235
Luftsiege: 43 nachts und 6 am Tag
.

Martin Drewes, Bf 110 D-3, ZG 76, Irak, Mai 1941:
 

Gut zu erkennen die irakischen Hoheitszeichen!

Eine Bf 110, Irak, ca. Mai 1941:
 

( Martin Drewes flog diese Maschine als Gruppenkommandeur bis zum Ende des Krieges.
Die Drewes 110 hatte vier MG 17 anstatt der üblichen 2 MK 108 " in der Nase ".
Des weiteren war die "Schräge Musik" direkt hinterm Pilotensitz eingebaut
und nicht wie sonst üblich am hinteren Ende des Cockpits ! )

Drewes im Irak, neben ihm sein Bordfunker Ofw. Petz...
 

Martin Drewes kam 1940 als Leutnant zur 6./ZG 76, im Mai 1941 wurde die Staffel in den Irak verlegt und zur Unterstützung gegen die Briten eingesetzt.

Drewes schoss im Irak am 20.Jun.1941 eine Gloster Gladiator ab.

Auch JUNCK war in Europa wieder im Einsatz......

Der kommandierende General des 3. Jagdkorps,
Gen.Maj. Junck (links), besucht die III./NJG 1
am 12.Mai.1944 in Laon Athies und
wird von Hptm. Drewes begrüßt.

 

Gen.Maj. Junck (rechts) spricht mit dem Adjutanten der Gruppe,
Lt. Walter Scheel (links) der ehemalige Bundespräsident Deutschlands.
Mit dem Rücken zum Betrachter Hptm.Drewes.

 


Quellen

Das Buch
„Der Zweite Weltkrieg“
von Janusz Piekalkiewicz
ISBN-10: 3898364720
ISBN-13: 978-3898364720

Sowie im Internet:
http://www.flugzeugforum.de/forum/showt ... hp?t=26778 (Letzter Zugriff 04.02.2010)
http://www.stern.de/politik/ausland/:Zw ... 04412.html (Letzter Zugriff 04.02.2010)
http://www.wfg-gk.de/geschichte19.html (Letzter Zugriff 04.02.2010)
de.wikipedia.org/wiki/Persischer_Korridor (Letzter Zugriff 04.02.2010)
forum.axishistory.com/viewtopic.php?f=49&t=111545 (Letzter Zugriff 04.02.2010)
http://www.pilotenbunker.de/Nachtjaeger ... drewes.htm (Letzter Zugriff 04.02.2010)
http://www.ritterkreuztraeger-1939-45.d ... Martin.htm (Letzter Zugriff 04.02.2010)
http://www.ww2f.com/weapons-wwii/20626- ... 110-a.html (Letzter Zugriff 04.02.2010)
http://www.encyclopedia.com/doc/1O46-Ra ... ilani.html (Letzter Zugriff 04.02.2010)
de.wikipedia.org/wiki/Raschid_Ali_al-Gailani (Letzter Zugriff 04.02.2010)
http://www.123people.de/s/werner+junck (Letzter Zugriff 04.02.2010)
http://www.geocities.com/~orion47/WEHRM ... ERNER.html (Letzter Zugriff 04.02.2010)
en.wikipedia.org/wiki/Werner_Junck (Letzter Zugriff 04.02.2010)
de.wikipedia.org/wiki/Mohammed_Amin_al-Husseini (Letzter Zugriff 04.02.2010)
de.wordpress.com/tag/mohammed-amin-al-husseini (Letzter Zugriff 04.02.2010)

Autor: Tiwaz



Das Thema

Gefecht bei Krojanty - Polenfeldzug 1939

1. September 1939 - Polnischer Korridor, nördlich von Konitz/Chojnice!
Das Dörfchen Krojanty - Das polnische 18. Ulanen-Regiment attackiert Teile der deutschen 20. Infanterie-Division.

Es entsteht der Mythos, dass polnische Kavallerie deutsche Panzer mit blanken Säbeln angegriffen habe.

Zitate aus Heinz Guderians Buch:

 

Heinz Guderian: Erinnerungen eines Soldaten, "Die lange Straße war leer. Weit und breit fiel kein Schuss. Umso erstaunter war ich, als ich unmittelbar vor Zahn angerufen wurde und die Männer meines Stabes im Helm damit beschäftigt fand, eine Panzerabwehrkanone in Stellung zu bringen. Auf meine Frage, was sie dazu veranlasst hätte, erhielt ich die Antwort, polnische Kavallerie sei im Anmarsch und müsse jeden Augenblick eintreffen.", 1951, p. 63

Heinz Guderian: Erinnerungen eines Soldaten: "Ich setzte mich nun an den Anfang des in der Nacht herausgezogenen Regiments und führte es selbst bis an den Kamionka-Übergang nördlich Groß-Klonia, um es von dort auf Tuchel anzusetzen. Der Angriff der 2. (mot.) Division kam nunmehr schnell in Fluss. Die Panik des ersten Kriegstages war überwunden. Die Panzer-Aufklärungs-Abteilung 3 war in der Nacht bis an die Weichsel gelangt. Auf dem Gutshof Poledno in der Nähe von Schwetz hatte sie leider durch Unvorsichtigkeit empfindliche Verluste...", 1951, p. 63


1. September

1. September 1939

Die Ereignisse, die zum Gefecht führten:

Das deutsche XIX. Armeekorps unter General Heinz Guderian hatte den Auftrag, den Polnischen Korridor zu durchstoßen.
Etappenziel war die Errichtung von Brückenköpfen am Fluss Brahe.

Generalleutnant Mauritz von Wiktorin, der Kommandeur der motorisierten 20. Infanterie-Division - welche diesem Korps angehörte - sollte zur Erfüllung dieser Aufgabe den Eisenbahnknotenpunkt Konitz erobern.

Generalleutnant Mauritz von Wiktorin:
 

Emblem der 20. Infanterie-Division:
 

Konitz wurde nach hartem Kampf am frühen Nachmittag eingenommen und der Bahnknotenpunkt konnte gesichert werden. Teilverbände der 9. Polnischen Infanterie-Division ( Obrona Narodowa ) zogen sich kämpfend und geordnet zurück. Den Deutschen gelang es jedoch, den Druck aufrecht zu erhalten und schneller vorzurücken, als die Polen im Stande waren, ihre Absetzbewegung auszuführen.

Die Nachhut geriet immer stärker in Bedrängnis.


Polnische Ulanen

Polnische Ulanen:

Um dieser Situation Herr zu werden, erhielt Oberst Kazimierz Mastalerz, Kommandeur des polnischen 18. Ulanen-Regiments (18. Pułk Ułanów Pomorskich), den Auftrag, einen örtlichen Entlastungsangriff gegen die deutsche 20. Infanterie-Division zu starten!

Oberst Kazimierz Mastalerz:
 


Der Angriff

Die Attacke:

Mastalerz verfügte nicht nur über die Reiter seines 18. Ulanen-Regiments, sondern auch über die Tanketten der Kavallerie-Brigade “Pomorska“. Außerdem konnte er für seine Aufgabe auch noch über die Infanterie-Einheiten aus dem Raum Konitz verfügen.

Polnische Tankette TK-3:
 

Das Operationsziel von Mastalerz' Gegenangriff war eine Eisenbahnkreuzung nahe dem Dorf Krojanty (ca. 7 km nördlich Konitz). Dieser Bahnhof war unmittelbar vorher von Einheiten (ein Bataillon) des Infanterie-Regimentes (mot.) 76 (Oberst Hans Gollnick) eingenommen worden.

Oberst Hans Gollnick, hier als General:


Die deutschen Truppen hatten noch keine Gelegenheit gehabt, ihre neu erreichte Position ausreichend zu sichern.
Sie befanden sich in offenem Gelände, unmittelbar vor einem Waldstück.

Mastalerz befahl dem Rittmeister Eugeniusz Świeściak, nach ausreichender Einschätzung der Lage und die gegebene Örtlichkeit sowie das Überraschungsmoment ausnutzend, mit mehreren Schwadronen (ca. 250 Mann) einen frontalen Kavallerieangriff vorzunehmen.

Rittmeister Eugeniusz Świeściak:
 

Die verbleibenden 2 Schwadronen des Regiments sollten gemeinsam mit den Tanketten in ihren Ausgangsstellungen als Reserve zurückbleiben.

19.00 Uhr - Die Reiterattacke!
Die Deutschen wurden von diesem Angriff völlig überrascht.

Polnische Reiterattacke:
 

Der 1. Schwadron gelang es, mit blankem Säbel durch das Abwehrfeuer der deutschen Infanterie zu galoppieren!
Sie vollbrachte es mit Bravour, im Verbund mit der etwas verzögert angreifenden 2. Schwadron, die deutsche Infanterie zurückwerfen.

So schien es, dass es Świeściak und seinen Ulanen gelungen war, ohne größere Verluste die deutsche Infanterie in Panik zu versetzen!

Mütze eines polnischen Reiters:


Stahl und Säbel

Stahl gegen Säbel:

Doch das Schicksal meinte es mit der Kavallerie nicht gut! Noch während des Angriffs tauchten deutsche Panzerfahrzeuge der Aufklärungs-Abteilung 20 auf. Genauso überraschend wie die Ulanen aufgetaucht waren, brachen nun die deutschen Panzerfahrzeuge aus dem nahegelegenen Waldstück heraus. Die Männer der Panzerwagen erkannten sofort die prekäre Lage und eröffneten ohne zu zögern aus Maschinenwaffen das Feuer auf die Schwadronen Swiesciaks. Nun hatte sich das Blatt vollends zu Gunsten der Deutschen gewendet. Nicht nur das Überraschungsmoment, auch das - zunächst für die Polen günstige - offene Gelände erwies sich nun als schwerwiegender Nachteil! Mitten im Vorstoß befindlich, konnten die Ulanen ihre Pferde nicht so schnell wenden.

Das MG-Feuer wirkte sich verheerend aus.....

Als Rittmeister Eugeniusz Świeściak im Feuer fiel, griff Oberst Mastalerz mit einigen Reitern ein, um ihn zu retten. Bei diesem Unterfangen wurde auch Oberst Kazimierz Mastalerz tödlich getroffen. Die Ulanen zogen sich fluchtartig vor den deutschen Spähwagen zurück!

Aber jeder dritte polnische Reiter war zu der Zeit bereits tot oder verwundet.

Die Folgen des Angriffes:

Trotz allem hatte diese furchtbare Niederlage eine positive Auswirkung für die Polnische Armee!

Durch die Kampfhandlungen hatte das polnische 1. Schützenbataillon und die Operationsgruppe „Czersk“ tatsächlich genügend Zeit gewonnen, um sich hinter die Brahe zurückzuziehen.

Die 20. Infanterie-Division (mot.) musste zunächst erst wieder gesammelt und in Ordnung gebracht werden.
An diesem Tage wurde nicht mehr ernsthaft an eine Verfolgung der Polen gedacht.

Uniform eines polnischen Reiter-Offiziers:
 

So war es denn geschehen, dass bereits am ersten Kampftag des Polenfeldzuges der deutsche Soldat einen gewissen Respekt vor seinem Gegner erhielt!

Heinz Guderian berichtete später, dass ihn gegen Mitternacht der Kommandeur der 2.ID (mot.) angerufen habe, um ihm zu melden, dass er gezwungen sei, vor polnischer Kavallerie zurückzuweichen. Der kommandierende General musste ihn daraufhin erst zum Halten seiner Stellung überreden. Die Panik des ersten Kriegstages sei jedoch bald überwunden worden.


Mythos

2. September 1939:

General Stanisław Grzmot-Skotnicki:
 

Der Kommandeur der Operationsgruppe „Czersk“, General Stanisław Grzmot-Skotnicki (1894 - 1939), erschien am Tage nach dem Gefecht bei den Resten des 18.Ulanen-Regimentes und setzte eine beispielhafte Geste, indem er der Einheit symbolisch seinen eigenen Virtuti Militari-Orden verlieh.

Virtuti Militari-Orden:
 

Das Regiment nahm in den nächsten Wochen noch an der Schlacht in der Tucheler Heide und in der Schlacht an der Bzura teil.
Dabei wurde es fast vollständig aufgerieben.

Der Mythos

An diesem (auf das Gefecht folgenden Tag) 2. September 1939 erschien ein italienischer Journalist und Kriegsberichterstatter, Indro Montanelli am Schlachtfeld.
Zu dieser Zeit war Italien bekanntlich noch neutral. Montanelli fotografierte und befragte die deutschen Landser, was hier passiert sei. Als Antwort erhielt er den Bericht von einigen Landsern, dass hier in Krojanty, polnische Kavallerie deutsche Panzer angegriffen habe.

Montanelli, wie jeder Journalist auf eine gute Story aus, schmückte die Geschichte um diese archaisch anmutende Kavallerie-Attacke noch etwas aus. Die Veröffentlichung folgte kurz darauf. Die deutsche Propaganda nahm diese Geschichte dankbar an, und schuf mit ihrer Hilfe einen Mythos!

13. September 1939 - Die Zeitschrift "Die Wehrmacht" berichtet, schwarz auf weiß, in dem Artikel „So kämpfen unsere Panzer“:

„Wie sehr die Polen die Kampfkraft unserer modernen Waffen unterschätzten, zeigte sich vor allem in den ersten Tagen des Kampfes. Eine unverantwortliche Propaganda hatte den polnischen Soldaten eingeredet, dass unsere Panzerkraftwagen bessere Blechattrappen seien. Es kam daher zu einem beinahe grotesken Angriff eines polnischen Ulanenregiments gegen einige unserer Panzer. Die vernichtenden Folgen dieses Angriffs kann man sich vorstellen.“
(aus: Zeitschrift "Die Wehrmacht": „So kämpfen unsere Panzer“)

Daraus entstand schließlich der Mythos von der veralteten polnischen Kavallerie, die mit blanker Waffe die deutschen Panzer angegriffen habe.

Man konnte sich - im völligen Unverständnis über diesen scheinbar irrsinnigen Angriff - dies nur so erklären, dass den Soldaten wohl gesagt worden war, dass die deutschen Panzer aus Pappe seien.

Tatsache war, dass wegen des Versailler Vertrages die deutsche Armee tatsächlich mit Pappmaché-Attrappen und Blechaufbauten auf Automobilen und Fahrradgestellen ihre mobile Kriegsführung erprobten!!!

Diese Geschichte wird weiterhin in unzähligen Veröffentlichungen über den Zweiten Weltkrieg weiterverwendet.

Die Polen wiederum betonen voller Stolz die Panik, welche die polnischen Reiter unter den Deutschen ausgelöst hätten.


Tatsachen

Tatsachen um die Bewaffnung einer Kavallerie-Brigade:

Die polnischen Kavallerieverbände waren standardmäßig mit Panzerabwehrwaffen ausgerüstet und in der richtigen Bekämpfung von Panzern ausreichend geschult.
Ebenso waren damals in ausreichender Zahl Tanketten den Kavallerie-Brigaden zugeteilt. Diese waren auch in großer Stückzahl vor Ort. Die Vermutung liegt nahe, dass sie wegen des Todes von Oberst Kazimierz Mastalerz nicht zum Einsatz kamen.

Fakt ist, dass von einem geplanten Angriff der polnischen Reiter auf deutsche Panzer keine Rede sein konnte.
Die deutschen Spähpanzer waren ja überraschend aus dem Wald aufgetaucht!


Quellen

Internet….
de.wikipedia.org/wiki/Krojanty, http://www.wapedia.mobi.de, http://www.unglaublich.de, http://www.lexikon.freenet.de, http://www.polenfeldzug.de und http://www.theeasternfront.co.uk und http://www.axyshistory.com.

Bücher….
Erinnerungen eines Soldaten von Heinz Guderian von Motorbuch, Stuttgart
ISBN-10: 3879436932
ISBN-13: 978-3879436934

Der Zweite Weltkrieg von Janusz Piekalkiewicz
ISBN-10: 3898364720
ISBN-13: 978-3898364720

Autor: Tiwaz



Das Thema

Operation Trio
Operation "Trio" war eine Wehrmachtsoperation, die am 15. April 1942 begann. Rund 18.000 Partisanen und 4.500 Tschetniks operierten in Ostbosnien. Dem wollte Wehrmachtsgeneral Paul Bader ein Ende setzen.


Vorgeschichte

Vorgeschichte:

Nachdem Deutschland halb Europa erobert hatte, befürchtete Hitler einen Einmarsch der Alliierten in Jugoslawien. So befahl er am 6. April 1941 den Angriff auf Jugoslawien und Belgrad wurde bombardiert. Die nicht gerade moderne Armee des Königreichs Jugoslawien hatte dem nicht viel entgegenzusetzen. Am 9.4.41 kapitulierte die königliche Armee.

Am 10.4.1941 rief der ehemalige Oberst Österreichs-Ungarns Slavko Kvaternik den unabhängigen Staat Kroatien (kroat.: Nezavisna Drzava Hrvatska; NDH) aus. Am 12.4.41 übernahm die faschistische Ustascha von Ante Pavelic die Macht. Als am 21.6.1941 das Unternehmen Barbarossa begann, riefen die jugoslawischen Kommunisten unter Josip Broz - Tito am darauf folgenden Tag zum Aufstand gegen die Deutschen, Italiener und den kroatischen Ustascha auf. Sie überfielen den Ort Sisak. Seit dem verwendeten sie ihre Guerillataktik immer wieder, in dem sie sich in den Bergen Bosniens verschanzten und immer wieder Überfälle auf Einrichtungen der Deutschen und ihrer Verbündeten begingen.

Die Landschaft Bosniens ließ keine großen Panzerbewegungen zu und wegen des Russlandfeldzuges fehlte es an Infanterie, um Titos Partisanen wirksam zu bekämpfen. General Bader setzte in dieser Operation vor allem auf die Schwarze Legion von Oberst Jure Francetic, die sich seit Wochen schon mit den Tschetniks in schweren Kämpfen befand. Ihr Kampf gegen die Tschetniks begann Ende 1941. Sie eroberte die Dörfer Kasindol, Vares, Brgul, Zulet, Doboj, den Ugarberg, Koridjana und Konjic. In einer zweitägigen Aktion eroberte sie das gesamte Areal von Paklenica bis Bradarica. Am 11. Januar 1942 begannen Kämpfe bei Krivaje und Vijak, anschließend bei Careve, Cuprije, Olovo, Krivajica, Vozuce und Zavidovica. Am 1. Februar 1942 eroberte sie Han Krum, Han Pijesak, Mekote, Krusace, Crna Rijeka, Kraljevo Polje, Han Ploca, Vlasenica, Milica und Drinjacak. Am 20. Februar 1942 erfolgte die Eroberung von Senkovice, Sokolac, Vidric, Zljebova und Kosutic.

Wehrmachtsgeneral Bader beantragte beim OKW die Operation Trio. Trio stand für die 3 Verbündeten: Deutsche, Italiener und Kroaten. Der Plan hatte 3 Teile. Insgesamt standen General Bader 50.000 Soldaten zur Verfügung.


 
Deutsche Truppen
 
718. Infanterie-Division
737. Infanterie-Regiment der 717. Infanterie-Division
 
Italienische Truppen
 
1. Alpen-Division „Taurinense“
5. Gebirgsjäger-Division „Pusteria“
22. Infanterie-Division „Cacciatore di Alpi“
1. Alpen-Brigade „Alpi Valle“
2. leichte Panzer-Brigade „San Marco“
12. Artillerie-Brigade des 105. Regiments der 28. Division
 
Kroatische Truppen
 
Verbände der Domobrani
1. Bataillon des 13. Infanterie-Regiments
8. Infanterie-Regiment
15. Infanterie-Regiment
9. Artillerie-Brigade
3. Grenzbataillon
4. Grenzbataillon
 
Ustaschaverbände
Schwarze Legion mit 3 Bataillonen

 

 

Jure Francetić

Der Plan:
Der Plan sah vor, dass am 15. April die Operation Trio I begonnen und die Gegend östlich und südlich von Sarajevo vom Feind gesäubert werden sollte. Anschließend sollte an der Drina entlang in Richtung Norden (Trio II) vorgestoßen und dann am Berg Ozren (Trio III) abgeschlossen werden.


Die Operation

Die Operation:

Die Operation verlief von Anfang an nicht nach Plan. Die Schwarze Legion griff aber am 1. April ohne General Bader zu informieren, die Tschetniks in Vlasenice an. Am 8. April eroberte die Schwarze Legion den Ort Drinjaßa und am darauf folgenden Tag die Orte Bratunac und Srebrenica in Kämpfen gegen Tschetniks und Partisanen. In dem entstandenen Chaos zogen sich die größten Teile der Partisanentruppen nach Süden zurück, wo die italienischen Truppen stationiert waren. Die Italiener waren nicht in der Lage, ihren Teil der Aufgabe aus der Operation früher zu beginnen und General Bader beantragte beim Oberkommando der Wehrmacht die Operation komplett abzusagen, was ihm auch gestattet wurde.

Nachdem aber die Schwarze Legion am 10. April zum Grenzfluss Drina vorgestoßen war, gab General Bader den Befehl zur Unterstützung der Schwarzen Legion. Am 22. April startete die Wehrmacht ihre Offensive und vertrieb die Partisanen und Tschetniks aus Ostbosnien. Es gelang Bader, den Befehlshaber der Tschetniks Major Dangiß gefangen zu nehmen. Am 23. April starteten die italienischen Verbände ihren Angriff. Die 5. Gebirgsjäger-Division „Pusteria“ eroberte Čajniče, es gelang ihr aber wegen des erfolgreichen Widerstandes der Partisanen in der Westherzegowina nicht rechtzeitig, Goražde einzunehmen und so verpassten sie es, weiter nach Ostbosnien vorzustoßen. Das gestattete den Partisanen, sich ohne große Verluste hinter die Linie Kalinovik-Foča zurückzuziehen. Am 27. April brach die Wehrmacht ihre Offensive erfolglos ab.


Quellen

wikipedia (Zugriff 27.06.09)
vojska.net (Zugriff 27.06.09)
axishistory.com (Zugriff 27.06.09)

Autor: Jure Francetic



Das Thema

Unternehmen "Catapult"
3. Juli 1940
Unternehmen "Catapult" war der Angriff auf die im Oran beziehungsweise in Mers el-Kebir stationierte frz. Kriegsflotte mit deren Schlachtkreuzern Dunkerque, Strasbourg, den Schlachtschiffen Provence und Bretagne, dem Flugzeugmutterschiff Commandant Teste sowie einer Flottille von 6 Zerstörern.


Dieses Bild zeigt die Lage der vor Anker liegenden französischen Flotte im Hafen von Mers-el-Kebir


Mers el-Kebir

Mers el-Kebir
Frz. Kriegshafen bei Oran in Algerien, wo bei Ende des Frankreichfeldzuges ein großer Teil der frz. Kriegsflotte lag: die neuen und modernen Schlachtkreuzer Dunkerque und Strasbourg. Diese beiden Schlachtkreuzer waren den meisten Kriegsschiffen der Royal Navy zu diesem Zeitpunkt überlegen. Deshalb bildeten sie auch das Hauptangriffs- und Missionsziel. Die älteren Schlachtschiffe Provence und Bretagne und das Flugzeugmutterschiff Commandant Teste sowie eine Flottille von 6 Zerstörern lagen hier auch vor Anker. Die frz. Flotte stellte zu diesem Zeitpunkt die zweitgrößte in Europa dar und durch den Kriegseintritt Italiens und den vorhandenen Verbänden der Deutschen Marine, wäre sie in den Händen der Achsenmächte eine riesige Bedrohung für England gewesen. Eine Eingliederung der frz. Flotte in die Deutsche Kriegsmarine hätte eine Situation für die Royal Navy ergeben, die sie seit dem Versuch der Invasion der Spanischen Armada nicht mehr hatten. Sie wäre in der Unterzahl gewesen. Obwohl die dt. Waffenstillstandsbedingungen vom 22.06.40 die Flotte in frz. Hand beließen und nur die spätere Entwaffnung vorsahen, befürchtete das brit. Kriegskabinett die Eingliederung in die dt. Kriegsmarine und löste am 03.07.40 u.a. gegen Mers el-Kebir das Unternehmen "Catapult" aus.


Ein Eindruck von dem Massaker an Französischen Marine Soldaten und deren Schiffen


Der Angriff

Aus Gibraltar nahm die Force H (Admiral Sir James Somerville) mit den Schlachtschiffen Hood (das Größte seiner Zeit in Diensten der RN), Resolution und Valiant, dem Träger Ark Royal, 2 Kreuzern und 11 Zerstörern Kurs auf Mers el-Kebir. Nachdem sich der frz. Befehlshaber Admiral Gensoul erst gegen eine Übergabe eines Ultimatums sträubte, ließ er aber dann doch den englischen Mittelsmann an Bord seines Schiffes kommen. Er hatte Informationen, dass Verstärkung auf dem Weg sei und wollte daher etwas auf Zeit spielen. Das Ultimatum sah vor: „Anschluss seiner Einheiten an die Royal Navy, Verlegung in brit. Häfen - notfalls auch in die USA - oder Selbstversenkung“. Nach unergiebigen Verhandlungen und mehrfachen Verlängerungen des Ultimatums blieb die frz. Führung schließlich bei ihrer Weigerung, da sie die Folgen für die Heimat bei einer Verletzung der Waffenstillstandsbedingungen fürchtete. Wahrscheinlich spielte auch der Gedanke eine Rolle, dass die frz. Befehlshaber nicht mit einem wirklichen Angriff der Briten rechneten.

Obwohl die Einheiten außerhalb des dt. Machtbereichs lagen und obwohl von Vichy klare Zusicherungen vorlagen (auf Befehl von Admiral François Darlan wäre jedes Schiff vor deutschem Zugriff zu versenken), jeden dt. Versuch eines Zugriffs auf die Flotte zu vereiteln, ließ Somerville das Feuer um 16.56 Uhr auf die vor Anker liegenden und nur notdürftig gefechtsbereit gemachten Schiffe eröffnen.


Der Rauchpilz stammt vom eben vernichteten Schlachtschiff "Bretagne"

Bei dem anschließenden, nur 13. Minuten dauernden Gefecht, das eher einer Exekution als einem Kampf glich, wurden Bretagne mit 977 Mann und ein Zerstörer (42 Tote) versenkt, Provence und Dunkerque (210 Tote) schwer getroffen. Der Strasbourg gelang mit 5 Zerstörern trotz Verfolgung und zahlreicher Angriffe von Trägerflugzeugen tatsächlich die Flucht durch die verminte Hafenausfahrt. Eine weitere Verfolgung durch die Hood und Flugzeuge der Ark Royal brachte keinen Erfolg. Das Schiff konnte nach Toulon entkommen. Um den Erfolg der Aktion sicherzustellen, flogen am 06.07. noch einmal brit. Torpedoflugzeuge Angriffe auf Mers el-Kebir, so dass die Gesamtzahl der frz. Opfer schließlich auf 1297 Mann stieg.


Der Zerstörer Mogador nach Artillerietreffern in Brand

Und so titelte die Wehrmacht: Am 3.Juli überfiel ein Verband der britischen Flotte auf der Reede von Oran französische Schlachtschiffe, Kreuzer, Zerstörer und U-Boote, die sich dort, gemäß den Waffenstillstandsbedingungen, im Zustand der Demobilisierung befanden. Es dürfte das erstemal in der Weltgeschichte gewesen sein, daß eine Macht ihren Verbündeten überfällt, nur weil dieser nicht in der Lage war, den militärischen Zusammenbruch zu verhindern...

In Frankreich löste der Überfall des einstigen Verbündeten einen tiefen Schock aus, der zum Abbruch der Beziehungen zwischen Vichy und London führte und die frz. Bereitschaft zur Kollaboration entscheidend förderte. Hitler verfügte einen Aufschub der Entwaffnung der frz. Restflotte und intensivierte in Montoire seine Bemühungen um einen Kriegseintritt Frankreichs. Churchill, dem es in Mers el-Kebir auch um eine Demonstration der brit. Unbeugsamkeit in der Panik nach dem Zusammenbruch Frankreichs gegangen war, hatte damit frz. Widerstand bei späteren Aktionen wie in Dakar (September 1940) oder beim Unternehmen "Torch" (November 1942) förmlich provoziert. Zur Vergeltung griffen im September 1940 frz. Bomber Gibraltar an, aber mit keinem nennenswerten Erfolg.

Ein weiteres Ziel von Churchill war es, den Amerikanern zu zeigen, wie entschlossen sich seine Landsleute gegen eine drohende Invasion des Deutschen Reiches stämmen würden. Mehrfach hatte er bereits versucht den Präsident der USA zu Hilfslieferungen oder gar zum Kriegseintritt zu bewegen. Alle seine Versuche scheiterten, denn es war Roosevelts Wahlversprechen für die im November desselben Jahres anstehenden Präsidentschaftswahlen, sein Land aus diesem Krieg heraus halten zu wollen. Der (aus britischer Sicht) Erfolg, bei diesem unmoralischen Unternehmen, hatte aber zufolge, dass die USA tatsächlich den Briten Unterstützung zukommen ließen. Eines der wohl bekanntesten Abkommen war das „Zerstörer-für-Stützpunkte-Abkommen“. Darin erhielt die Royal Navy 50 Zerstörer der USA, dies war der Auftakt zu weiteren massiven Hilfslieferungen der USA an die Briten.

 


Quellen

zeit.de (Zugriff 05.07.09)
nexusboard.net (Zugriff 05.07.09)
wikipedia (Zugriff 05.07.09)
Bücher: "Die Kriegsmarine" und "Chroniken des 2. Weltkriegs"

Autor: Oliver



Das Thema

Die letzte Fahrt von U-615


(Die Männer von U-615 in einem amerikanischen Gefangendenbus)


Feindfahrt

Im März 1943 rissen deutsche U-Boote den Konvoi HX- 229 im Nordatlantik auseinander. Ihr Erfolg war ein direktes Ergebnis der Bemühungen desjenigen U-Bootes, das den Konvoi beschattete und verbissen an ihm hing. Dabei wurden andere Boote auf die Position des Konvois gelotst. Das war ein frustrierender Job, dies umso mehr, weil die Alliierten genau wussten, dass sie die beste Aussicht hatten, der steigenden Bedrohung zu entgehen, wenn sie den Beschatter erledigten.

In diesen Fall war der Beschatter U-615. Das Boot musste bitter für seinen Erfolg bezahlen. Die Zerstörer HMS Anemone und Harrester erwischten das Boot und beschädigten es, indem sie im Lauf von 90 Minuten nacheinander sieben Wasserbombenangriffe auf das getauchte U-Boot durchführten. Dennoch blieb es verbissen beim Konvoi, bis es von seiner aufopferungsvollen Aufgabe entbunden wurde und selbst angreifen durfte. Es versenkte die mit Munition beladene Edward B. Bradley. Sie hatte eine Größe von 7177 BRT, nachdem ersten Torpedo flog das Schiff in die Luft. Es war Kapitsky drittes Schiff, das er versenkte. Die beiden ersten waren die El Lago mit 4221 BRT und die Empire Star mit 12565 BRT. Beide Schiffe versenkte er im Oktober 1942. Sie fuhren im Konvoi ONS-136.

Die schweren Schäden bewahrten die Besatzung von U-615, im Mai 1943 das gleiche Schicksal zu ereilen, wie die 41 U-Boote, die in dieser Zeit durch die Alliierten versenkt wurden. Es war die größte Niederlage für die U-Boote bis jetzt und ein Prestigeverlust für Admiral Karl Dönitz. Er musste die U-Boote aus dem Nordatlantik zurückziehen, bis die technischen Geräte verfügbar waren, mit denen man den alliierten U-Jagdeinheiten mit ausgeglichenen Chancen gegenübertreten konnte. Dennoch – aus Gründen der Moral und auch aus strategischen Betrachtungen heraus konnte Dönitz die Operationen nach dem Debakel des Mai 1943 nicht völlig einstellen. Aber wo sollte er die stark verminderte Zahl von U-Booten zum Einsatz bringen?

Er wählte die Karibik. 1942 hatten deutsche U-Boote eine ganze Reihe von Erfolgen dort. Sie versenkten mehr als 350 Schiffe in dieser schlecht verteidigten Endstation der nordatlantischen Konvoirouten. Entgegen Dönitz' Widerspruch hatte Hitler U-Boote zur Verhinderung einer alliierten Landung in Afrika abgestellt und sie von der Karibik abgezogen. Was natürlich ein Fehler war, die Landung in Afrika konnten die U-Boote nicht verhindern. Doch jetzt wollte Admiral Dönitz mit seinen U-Booten zurückkehren. Die Frage war, ließen sich die Erfolge von 1942 im Jahre 1943 wiederholen? 1942 waren die Verteidiger unerfahren und schlecht organisiert, aber das sah Mitte 1943 schon ganz anders aus.

Drei Faktoren standen den U-Booten entgegen, die Dönitz in die Karibik schickte:
- Erstens mussten die U-Boote, um überhaupt in den Atlantik zu kommen, die Biskaya durchqueren. Die war aber zur Todesfalle geworden, denn sie wurde sehr effektiv von den Flugzeugen der RAF überwacht.
- Zweitens brauchten die Boote um in die Karibik zugelangen Tanker zum Nachbunkern während der langen Reise. Die Alliierten hatten jedoch den Marineschlüssel geknackt und hatten praktisch alle Milchkühe gejagt und versenkt.
- Drittens waren die Abwehrkräfte in der Karibik erheblich verstärkt worden.

Dennoch, diese Schwierigkeiten hätten vielleicht überwunden werden können, und die Karibik hätte wieder zu einem dankbaren Jagdgebiet werden können. Wäre da nicht Dönitz' neuer Befehl, bei einem Luftangriff nicht zu tauchen sondern die Flugzeuge mit der verbesserten Flakbewaffung abzuwehren. Diese Vorgehensweise war jedoch ein großer Reinfall. Wenn das U-Boot erst einmal an der Oberfläche geblieben war, um zu kämpfen, konnte es auch nicht mehr tauchen, ohne dem Flugzeug beim Tauchvorgang ein völlig unverteidigtes Ziel zu bieten. U-Boote waren dem Flugzeug einfach unterlegen. Es war der Befehl, Flugzeuge über Wasser abzuwehren, der die deutsche Karibik-Offensive im Jahre 1943 zum Scheitern verdammte.

Das erste Boot, das zu einer karibischen Operation auslief, war U-67. Das war am 10. Mai 1943. Das Letzte, das von dort zurückkehrte, war der Not-Tanker U-760, der so schwer beschädigt wurde, dass er sich am 8. September 1943 in Spanien internieren ließ. Dazwischen lagen 44 U-Boote, die mit Kurs auf die Karibik ausliefen. Acht wurden im Seegebiet vor Brasilien eingesetzt. Von diesen insgesamt 52 Booten gingen 32 Boote verloren, erschütternde 64 %.

Diese Niederlage war ein noch größeres Desaster, als die vom Mai 1943. Am 12. Juni 1943 liefen Ralph Kapitsky (U-615), Herbert Rasch (U-257) und Bernhard Zurmühlen (U-600) nacheinander aus. Sie wollten sich in der Biskaya gegenseitig Feuerschutz geben. Zwei Tage später wurden sie von Flugzeugen des Coastal Command angegriffen, alle 3 Boote wurden beschädigt, es gab Tote und Verwundete. Die Flakbewaffung von U-615 schoss eine Whitly ab. Dass die Boote überhaupt überlebten, war eine Sache des Glückes. Sie trennten sich wieder und liefen getaucht durch die Biskaya. Die weitere Reise unter der Oberfläche der Biskaya verlief ohne Besonderheiten.

Die nächste Hürde, die Ralph Kapitsky überwinden musste, war die Kraftstoffübernahme auf See. Der enorme Verlust von U-Tankern löste eine logistische Krise mitten auf dem Atlantik aus. Der Verlust des Tankers U-118 zwang den BdU beispielsweise zur Improvisation und zum Hin- und Herschieben der Bebunkerung von mehreren Booten. Die Aufgaben des versenkten Tankers U-118 übernahmen dann die Boote U-170, U-535 und U-536. Die Übernahme von 20 Tonnen Kraftstoff aus Feuerwehrschläuchen erwies sich als sehr schwierig.

 


Typ VII

U-Boot Typ VII

Am 5. Juli war die Kraftstoffübernahme schließlich beendet und U-615 setzte Kurs auf die Karibik. Der Transit vom Atlantik zur Karibik war ruhig. Hier in der Karibik war der Umschlagplatz von Öl und Bauxit, beides war für die Kriegsführung lebenswichtig. Bei der Insel Curraco trafen sich die Konvois, die von Trinidad kamen und dann später über New York oder Halifax nach England fuhren. In diesem Seegebiet hatten die U-Boote 1942 sehr gute Erfolge erzielt. Aber heute war dieses Gebiet stark überwacht. Hier war die Heimatbasis des 8. U-Jagdgeschwaders.

Obwohl Kapitsky sehr viele Tanker sichtete, kam er nie in eine gute Schussposition, da er immer wieder unter Wasser gedrückt wurde. Doch seine Ausdauer wurde am 28. Juli 1943 schließlich belohnt, als er einen 3177 BRT großen Tanker mit einem Torpedo versenken konnte. Aber die Reaktion auf den Angriff kam hart und schnell. Das Boot wurde von einer Liberator entdeckt und mit 4 Wasserbomben angegriffen. Diese schüttelten U-615 erheblich durch. Während sich Kapitsky noch einmal mit seinem Boot absetzen konnte, kam die ganze deutsche Karibikoffensive ins Stocken.

Einen ganzen Monat hatten sich 22 U-Boote mit den Flugzeugen Dutzende verbissene Gefechte geliefert. Mit schrecklichen Folgen, viele Boote wurden versenkt. Die deutschen U-Bootmänner lernten auf bittere Weise, dass ein U-Boot ganz einfach gegen Angriffe aus der Luft fast chancenlos ist. Während eines ganzen Monats versenkten die U-Boote nur 5 Schiffe. U-615 erhielt am 01. August 1943 den Befehl, nach Hause zurückzukehren. Am selben Tag wurde das Boot von einer Mariner P-6 gesichtet und angegriffen. Diesmal tauchte U-615 nicht und nahm den Kampf mit dem Flugzeug auf. Die Wasserbomben, die das Flugzeug warf, trafen das Boot nicht. Der Kommandant ließ tauchen. Die Jagd auf U-615 war eröffnet. Mehrere Flugzeuge suchten jetzt nach dem Boot. Es dauerte nicht lange, da wurde U-615 wieder gesichtet. Vier Flugzeuge griffen U-615 mehrfach an, das sich mit der Flak zur Wehr setzte. Zwei Flugzeuge konnte es abschießen. Die Flakbewaffung von U-615 wurde vor dem Auslaufen verstärkt. Es wurden zwei 20 mm Zwillinge und vier MG-34 eingebaut. Aber U-Boote konnten nicht soviel Munition mitführen, um sich die Flugzeuge ewig vom Hals zu halten. Erst einmal konnte sich U-615 im starken Nebel und Regen verstecken. Aber schon bald wurde es schon wieder gesichtet. Einige Flugzeuge führten das neue 10 cm Radar mit. Eine Mariner P-6 warf Wasserbomben und diese trafen das Boot. U-615 war schwer beschädigt, es konnte nicht mehr tauchen und die Batterien begannen zu gasen. Es gab Tote und Verwundete. Es lief nur noch 4 Kn und war so ein leichtes Ziel für weitere Angriffe. Immer mehr Wasser drang in das Boot ein, nur die heldenhafte Arbeit der Männer unter Deck hielt das Boot noch Überwasser. Unter solchen Umständen hätten die meisten U-Boot Kommandanten das Boot längst aufgegeben. Aber Kapitsky weigerte sich einfach, das Boot schon aufzugeben. Stattdessen ließ er die ganze Flak-Munition an Deck bringen und leitete persönlich das Feuer seiner Schützen. Gleichzeitig feuerte er seine Männer unter Deck an, endlich die Wassereinbrüche zu stoppen.

 

 

Wappen von U-615

Während dieser Stunde wurden alle Flugzeuge zurück gerufen und neu betankt. Die anderen Flugplätze um Trinidad wurden informiert, sich bei der Jagd nach dem U-Boot anzuschließen. Immer wieder wurde jetzt U-615 angegriffen. MG-Treffer zerfetzten den Turm und weitere Wasserbomben gabelten das Boot fast vollständig ein. Die Wasserbomben rissen zahlreiche Löcher in den Rumpf des U-Bootes, es herrschte Chaos auf dem Boot. Die Munition wurde allmählich knapp auf dem U-Boot. Der Zerstörer USS- Walker und andere Überwassereinheiten suchten schon nach U-615. Die Schlinge um das Boot wurde immer enger. Eine Harpoon und eine P-11 griffen das Boot wieder mit Wasserbomben und ihren Bordkanonen an. Die Richtschützen taten ihr Bestes. Oben auf dem Turm waren Kapitsky, der 1. WO und sechs Ladeschützen damit beschäftigt, die Magazine der Waffen vollzuhalten. Unten im Boot war alles kaputt, was irgendwie kaputt gehen konnte. Die Männer arbeiteten hüfttief im Wasser, Beleuchtung gab es nicht mehr, die E-Maschinen waren defekt, das Ruder klemmte. Alle wussten, dass U-615 verloren war. Es trafen immer mehr Flugzeuge auf dem Schlachtfeld ein.

Die Bomben fielen immer dichter beim Boot, es gab immer mehr Verwundete. Auch Ralph Kapitsky wurde schwer am Oberschenkel und in der Hüfte verwundet. Die Wunden ließen sich nicht abbinden und er blutete stark, und noch immer machte er seiner Mannschaft Mut. Aber er lag im Sterben. Letzlich traf die USS-Walker ein und schoss mit ihren Geschützen auf U-615, das sich daraufhin selbst versenkte. Der Zerstörer nahm 40 Leute auf, bevor U-615 schließlich für immer in den Fluten verschwand.

Quellen

Theodore P. Savas Lautlose Jäger erschienen 2001 ISBN 3-548-25205-2
ubootwaffe.net (Zugriff 27.07.09)
uboat.net (Zugriff 27.07.09)

Autor: Karaya234