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War Ace Campaign  Patch 5.2

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Dieser Patch korrigiert diverse Fehler aus Version 5.0 oder 5.01 und korrigiert die Dateistruktur vieler Einheiten, welche möglicherweise unregelmäßige CTDs beim Spielen oder Laden verursachen.
DAW - Der andere Weg 19-01

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Folgende Änderungen bzw. Zusätze zur bisherigen Version (DAW 18-02) sind enthalten: Darstellung von Meeresfeldern Die Meerestiles haben (auch für die ersten 3 Kampagnen) ein neues Grafikmuste
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Der Amulet Mod 3.0 ist für das PC-Spiel Panzer Corps Wehrmacht. Es ist der zur Zeit tiefgreifendste und umfangreichste Mod für deutsche Einheiten. Hier kurz die Merkmale: 77 neue Einheiten; 50
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TRP 1.04 ist eine Zusammenfassung der vielen kleineren Ideen, die wir zu unserer Mod hatten. Wir veröffentlichen sie nun auf Basis der neuen HoI 2 Darkest Hour-Version 1.05.
DAW - Der andere Weg 18-02

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Im 3. Teil der US-Kampagne "Nach den schwarzen Tränen der Arizona", geht es als erstes um die Befreiung der Philippinen. Hierbei werden Sie von einem lokalen Helden tatkräftig unterstützt. Die aus
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Eine erhoffte Fortzetzung des War Ace Campaign Großmod für das Spiel Silent Hunter 3 wurde von HanSolo nach mehr als 2 Jahren intensiver Entwicklungszeit vollendet.
DAW - Der andere Weg 17-09

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Folgende Änderungen bzw. Zusätze zur Version DAW 17-04 sind enthalten: Englische Texte DAW Kompendium + Credits, Install-Datei, sowie alle Briefingsdateien und Texte innerhalb der Kampagnen sin
Panzer War in Europe Mod

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Ein Mod des Users IronCross für das Spiel Panzer War in Europe. Es wurden vorhandene Grafiken berichtigt und einige Grafiken hinzugefügt. Es wurde noch weitere Änderungen vorgenommen. Die detaill
Italienische Kampagne 2 V1.91 Part 1

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Kampagne, kritische Fehler in Griechenland-1 Szenario berichtigt    

Portrait

Der Angriff auf Fort Sumter

Die Ouverture



 

Einleitung

Mit der 1860 durchgeführten Präsidentschaftswahl, verschärften sich die Spannungen zwischen den Norden- und Südstaaten, welche letztendlich in den Amerikanischen Bürgerkrieg münden sollten. Alles begann mit der Wahl Abraham Lincolns zum Präsidenten der Vereinigten Staaten am 6. November 1860, welche eine Kette von Ereignissen auslösen sollte, die nicht zuletzt in der Sezession, der Abspaltung des Südens von der Union und der Gründung der Konföderierten Staaten von Amerika in Montgomery, Alabama mündete.

Diese Neugründung einer Nation führte auch zu der Frage wie mit öffentlichen Gebäuden wie Zollhäusern oder Forts zu verfahren wäre und wie deren Besitzansprüche zu klären waren. Hierbei versuchte die Konföderation ihre Macht auszubauen, indem sie Besitz und Befehl über die immer noch in Unionshand befindlichen Forts zu übernehmen. Zahlreiche Anlagen gingen, teilweise begeisternd zustimmend, teilweise ob ihrer Isolation in die Hand der Südstaaten über. Dennoch blieben einige Kommandanten ihrem Eid und Befehl treu und weigerten sich die Flagge der Union einzuholen. Zu den berühmtesten „Verweigerern“ gehörten die Garnisonen von Fort Pickens in Pensacola Florida, sowie Fort Sumter im Hafen von Charleston, South Carolina. In den 120 Tagen, die auf die Wahl Lincolns folgten, sollten eben genau diese beiden Forts ihre traurige Berühmtheit erlangen und besonders Fort Sumter als Sinnbild für den Beginn des Amerikanischen Bürgerkrieges in die Geschichte eingehen.

Beginn der Krise

Kurz, nachdem Lincoln zum Präsidenten gewählt wurde, jedoch vor dessen Amtsantritt, versammelte sich der Kongress. In den folgenden Verhandlungen entschieden sich sieben Staaten zum Austritt aus der Union. Es folgte deren Zusammenschluss und die Übernahme des ehemaligen Staatsbesitzes. Weitere acht „Sklavenstaaten“ versuchten in dieser Zeit den Hochseilakt, sich zwischen Union und frisch gegründeter Konföderation zu positionieren. Lincoln selbst besaß zu diesem Zeitpunkt offiziell nicht mehr Macht als jeder gewöhnliche Bürger, war sein offizieller Amtsantritt doch auf den 4. März 1861 terminiert. Bis dahin oblag es seinem für träge und entscheidungsunfreudig erachteten Vorgänger, Präsident Buchanan und dessen Kabinett die Lage zu stabilisieren. Nichtsdestotrotz gelang es Lincoln bereits im Vorfeld seine Beziehungen und Kontakte zu nutzen und gewissen Einfluss zu nehmen.

 

 


Einer der wichtigsten Streitpunkte dieser Zeit war der Verbleib der beiden Forts Pickens und Sumter. Beide befanden sich auf dem konföderierten Boden und beide Forts wurden von einer zahllosen Übermacht an Milizen und Soldaten der Südstaaten umschlossen. Die grundsätzliche Frage war jedoch, selbst in den Reihen einiger Südstaatler, ob der Austritt, aus der Union und die damit verbundenen Ansprüche, an Land und Gebäuden gerechtfertigt sein könnte. Diese beiden Forts wurden somit zum Symbol einer Grundsatzfrage. Auf der einen Seite die Garnisonstruppen der Union, welche sich, immer noch an ihren Eid gebunden, nicht in der Lage sahen ihr Kommando aufzugeben und zu Kapitulieren. Auf der anderen Seite die Südstaaten, welche das Land und alle Besitztümer für sich beanspruchten, hatte doch ein Großteil der Bevölkerung sowie die Abgeordneten des Kongresses sich mehrheitlich und somit in ihren Augen demokratisch für die Sezession entschieden. Präsident Lincoln selbst bezog klar Stellung während seiner Amtsantrittsrede am 4. März 1961. Im Gedanken, das keine direkte Gefahr bestünde, setzte sich Lincoln dafür ein, dass besagte Forts im Besitz der Union verblieben. Hierbei ging Lincoln davon aus, dass die Forts aus eigener Kraft längere Zeit gegen eventuelle Angriffe der Konföderierten standhalten würden.

Als sich die Lage, besonders in Charleston zunehmend verschlechterte sowie die Stimmung gegen die Union, erwog Lincoln die Aufstellung diverser Expeditionstruppen welche als Entsatz und Verstärkung die Forts sichern sollten. Lediglich die notwendige Vorbereitungszeit, unabhängig von der Größe einer „Hilfsoperation“ stellte für Lincoln eine Herausforderung dar.
Die Südstaaten wiederum nutzen die Zeit um die verbliebenen Forts weiter zu umstellen, Belagerungsringe aufzubauen und ihre Truppen und Geschütze in Stellung zu bringen. Mit jedem Tag wurde eine Verstärkung Fort Sumters unmöglicher und ein Angriff der Konföderierten wahrscheinlicher. Nun wurden Stimmen, selbst aus der eigenen Republikanischen Partei, laut mit Kraft und Entschlossenheit sich dem Süden entgegenzustellen. Von Lincoln wurde eine feste Hand gefordert, eine Eigenschaft, die sein Vorgänger Buchanan nie besaß.
Der Norden und Süden befanden sich in jenen Tagen auf der Spitze der Spannung. Der aufgebaute Druck musste entweichen, einem Vulkan gleich. Der Tanz auf dem Pulverfass hatte begonnen. Es war nur eine Frage der Zeit, bis eine der beiden Parteien das brennende Streichholz fallen lassen würde und eine Nation in Flammen stehen würde.

Beginn des Krieges

Lincoln fasste den Entschluss, Fort Sumter zu verstärken. Boten wurden nach Charleston ausgesendet und Expeditionstruppen und Schiffe wurden für den Entsatz der Festung in Marsch gesetzt. Nun hieß es warten, bis ein Erfolg der Aktion zu vermelden war. In der gesamten Union machte sich die Meinung breit, dass das Warten und Gegenüberstehen nun endgültig eine Ende hätte. Eine Entscheidung zwischen Washington und dem Süden stand nun bevor. Lincoln hatte die Sache zwar ins Rollen gebracht, das Ergebnis lag nunmehr aber nicht mehr in seinen Händen.
Der Kommandant der Konföderierten Truppen in Charleston, Buearegaurd, sah sich indes mit einer persönlich schwierigen Situation konfrontiert. Anderson, der Kommandant von Fort Sumter, war in Westpoint sein Ausbilder und großer Förderer gewesen. Er sah sich einem Freund gegenüber, den er dennoch bekämpfen musste. Ein Schicksal, das viele Männer des Nordens und des Südens in den kommenden Jahren noch am eigenen Leibe spüren sollten.
Buearegaurd bat in einem Brief Anderson förmlich um dessen Kapitulation, wollte er doch unnötiges Blutvergießen verhindern. Anderson musste zu seinem Bedauern ablehnen und das Bombardement begann.

 

 

 

 

Am 12. April 1861 um 4:30 schlugen die ersten Granaten der Konföderierten in den Festungsmauern von Fort Sumter ein. Der damals als Fanatiker bekannter Sezessionist Edmund Ruffin behauptete, dass er den ersten Schuss auf das Fort, und somit des Krieges abgefeuert hätte. Eine Legende, die so mehr oder weniger unbestätigt in die Geschichte einging. Anderen berichten zufolge war es Leutnant Henry S. Farley, welcher mit zwei seiner Mörserbatterien auf James Island um 4:30 die ersten Schüsse abfeuerte.

Weitere Quellen besagen folgendes: Am 12. April um 4.30 Uhr morgens startete das Bombardement von Fort Sumter durch einen Signalschuss aus einer Kanone unter dem Kommando von Captain George S. James. Roger Pryor wurde die Ehre angetragen, dieses Signal abzufeuern, aber er wollte nicht den ersten Schuss eines Krieges abgeben und so war es Lieutenant Henry S. Farley, der die Reißleine zog und das Signal hoch in den Himmel über Fort Sumter schoss.
In Wahrheit fiel der erste Schuss des amerikanischen Bürgerkrieges jedoch viel, viel früher: Am 9. Januar lief das Schiff Star of the West mit dem fliegenden Sternenbanner den Hafen von Charleston an. Es war ein Ersatzschiff, das für Sumter bestimmt war. Eine Batterie auf Morris Island feuerte zwei Schüsse auf das Schiff ab, der Kanonier war George E. Haynsworth, ein Kadett der 'Citadel', einer Militärausbildungsanstalt nahe Charleston. Die Schüsse verfehlten die Star of the West, aber es waren eindeutig die ersten Schüsse des amerikanischen Bürgerkrieges.

Das Schiff wurde auch von Fort Moultrie unter Beschuss genommen - Anderson auf Sumter konnte sich nicht entscheiden, dem Kriegsschiff der Union Unterstützung zu gewähren und wanderte unschlüssig auf dem Parapet von Fort Sumter hin und her. Die Star of the West drehte um, da sie dem vereinten Feuer nicht standhalten konnte. Sie erhielt zwei Treffer, als sie Morris Island passierte, erreichte jedoch ohne Verluste die hohe See.

Nach zwei Tagen der Abwehr und verzweifeltem Gegenfeuer musste Major Anderson am 14. April, nachdem er jegliche Munition verschossen hatte kapitulieren und Fort Sumter wurde aufgegeben. Es wurde während des Gefechts kein einziger Soldat der Union getötet dennoch fiel ein einzelner Soldat während der Kapitulationszeremonie bei der Fehlzündung einer Kanone versehentlich.
Obwohl das Fort weder besondere militärische noch strategische Bedeutung hatte, wurde es zum Sinnbild des Beginnes des Bürgerkrieges, welcher das Schicksal einer ganzen Nation verändern sollte. Berichten zufolge saßen Bürger von Charleston zu Beginn des Angriffs auf das Fort auf ihren Balkonen und erhoben ihre Gläser zum Toast bei jeder neuen Welle der Kanonen. Es schien als hätte die Nation den Ernst der Lage noch nicht realisiert.

 

Der Auszug aus dem Tagebuch von Mary Boykin Chesnut, Frau des Ex-Senators Chesnut aus South Carolina, lässt allerdings die Aufregung jener Tage in Charleston sehr gut spüren:

 

12th. - Anderson will not capitulate. Yesterday's was the merriest, maddest dinner we have had yet. Men were audaciously wise and witty. We had an unspoken foreboding that it was to be our last pleasant meeting. ... While she was here our peace negotiator or envoy cam in - that is Mr. Chesnut returned. His Interview mit Colonel Anderson had been deeply interesting, but Mr. Chesnut was not inclined to be communicative. He felt for Anderson and had telegraphed to President Davis for instructions - what answer to give Anderson, etc. He was now gone back to Fort Sumter with additional instructions. ...
I do not pretend to go to sleep. How can I? If Anderson does not accept terms at four, the orders are he shall be fired upon. I count four, St. Michael's bells chime out, and I begin to hope. At half past four the heavy booming of a cannon. I sprang out of bed, and on my knees prostrate I prayed as I never prayed before.
There was a sound of stir all over the house, pattering of feet in the corridors. All seemed hurrying one way. I put on my double gown and a shawl and went too. It was to the housetop. The shells were bursting. In the dark I heard a man say, "Waste of ammunition." I knew my husband was rowing a boat somewhere in that dark bay. If Anderson was obstinate, Colonel Chesnut was to order the fort on one side to open fire. Certainly fire had begun. The regular roar of the cannon, there it was. And who could tell what each volley accomplished of death and destruction:
The women were wild there on the housetop. Prayers came from the women und imprecations from the men. And then a shell would light up the scene. Tonight they say the forces are to attempt to land. We watched up there, and everybody wondered that Fort Sumter did not fire a shot....


Übersetzung :
12. April: Andersen wird nicht kapitulieren. Gestern war das fröhlichste, verrückteste Abendessen, das wir bisher hatten. Männer waren ausgesprochen weise und witzig. Wir hatten eine unausgesprochene Vorahnung, dass es unser letztes vergnügliches Beisammensein war. ... Während sie hier war, kam unser Friedens-Unterhändler herein - das heißt, Mr. Chesnut kehrte zurück. Sein Gespräch mit Oberst Anderson war sehr aufschlussreich, aber Mr. Chesnut war nicht sehr mitteilsam. Er hatte Verständnis für Anderson und telegrafierte Präsiden Davis um Anweisungen - welche Antwort er Anderson geben sollte usw. Er war nun nach Fort Sumter mit zusätzlichen Anweisungen zurückgekehrt...
Ich habe nicht vorgegeben zu schlafen. Wie kann ich? Wenn Anderson die Bedingungen nicht bis um 4 Uhr akzeptiert, lauteten die Befehle das Feuer auf ihn zu eröffnen. Ich zähle bis vier, St. Michaels Glocken klingen aus, und ich beginne zu hoffen. Eine halbe Stunde nach 4 Uhr donnert eine Kanone. Ich springe aus dem Bett und sinke auf meine Knie, betend, wie ich noch nie gebetet habe.
Es war ein Geräusch der Unruhe im ganzen Haus, tappende Füße in den Korridoren. Alle schienen es eilig zu haben. Ich legte mein gefüttertes Kleid und einen Schal an und ging auch. Mein Ziel war das Hausdach. Die Granaten explodierten. Im Finstern hörte ich einen Mann sagen: "Munitionsverschwendung." Ich wusste, mein Ehemann ruderte in einem Boot irgendwo in der dunklen Bucht. Mein Ehemann würde hartnäckig dem Fort auf der anderen Seite befehlen, das Feuer zu eröffnen (Anm. d. Übers.: gemeint ist Fort Moultrie). Natürlich hatte das Abfeuern begonnen. Hier war es: das regelmäßige Aufdonnern der Kanonen. Und wer konnte schon sagen, was jede Salve and Tod und Zerstörung anrichtete.
Die Frauen auf dem Hausdach waren aufgeregt. Gebete kamen von den Frauen und Verwünschungen von den Männern. Und dann erleuchtete eine Granate die Szene. Heute Nacht, so sagen sie, werden Streitkräfte versuchen zu landen. Wir beobachten alles von oben und jeder wunderte sich, warum Fort Sumter keinen einzigen Schuss abgab....



Trotz der Kapitulation des Forts wurde Major Anderson erlaubt, mit der Flagge des Forts in den Norden zurückzukehren. Die Flagge von Fort Sumter ist heute noch im Museum des Forts in Charleston zu besichtigen und gilt als wichtiges Symbol des Bürgerkrieges.

Quellen

Quellen:
Steele, Henry Commager; The Blue and the Gray; The Fairfax Press; ISBN: 0-517-383799
Davis, William C., Brother against Brother - The War Begins, Time-Life Books, Alexandria, Va. 1985
http://www.sonofthesouth.net/leefoundat ... sumter.htm (Stand 23.02.210)
http://library.thinkquest.org/3055/grap ... umter.html (Stand 23.02.210)
http://de.wikipedia.org/wiki/Fort_Sumter (Stand 23.02.210)
http://www.civilwarhome.com/ftsumter.htm (Stand 23.02.210)
http://www.sonofthesouth.net/leefoundation/battle-fort-sumter.htm (Stand 23.02.210)



Autor: Gastronaut / Greifenstein

Portrait

Die Schlacht von Antietam

(Sharpsburg)

17. September 1862


 

 

 

Einleitung

Der Sommer des Jahres 1862 war die schwierigste Zeit für die Union. Nach der Niederlage in der Sieben-Tage Schlacht war McClellan auf der Halbinsel nun machtlos, dachte aber nicht daran, seine Armee zu verlegen. Stattdessen stellte Washington eine neue Virginia-Armee auf und unterstellte sie Generalmajor John Pope. Dieser hatte dazu beigetragen, den Yankees die Kontrolle über den Fluss Tennessee und Missouri zu sichern. Taktlos und prahlerisch, wie er war, verscherzte sich Pope von Anfang an das Verhältnis zu seinen Offizieren. Viele seiner unterstellten Generale hatten eine schlechte Meinung über ihn und hielten ihm seine Unfähigkeit vor. Dennoch führte Pope seine Truppen nach Virginia, wo er jedoch von drei Männern geschlagen wurde. General „Stonewall“ Jackson konnte seine Truppen am Cedar Mountain nahezu vollständig vernichten. In Manassas gelang Lee der Sieg über die Union. Grant konnte gegenüber dem fernen Richmond seinem Sieg über die Konföderierten bei Shiloh, unter der Mithilfe seines besten Mannes W. T. Sherman, nicht das erhoffte Kapital schlagen. Die Union befand sich in einer Sackgasse und benötigte dringend einen großen Sieg – egal von und über wen.
 

    
General Lee und General McClellan


Vor der Schlacht

Lee ging davon aus, dass McClellans Armee von der Niederlage der letzten Monate noch immer geschwächt sei. Wenn die Rebellen sofort zuschlugen, würde der träge „Little Mac“ erst Wochen später auf die Invasion reagieren, so glaubte er. Die Konföderierten hätten folglich hinreichend Zeit, auf dem Weg zum Susquehanna River verheerende Schäden anzurichten. Lee wollte keine Zeit mehr verlieren und begann deshalb bereits am 3. September Teile seiner Armee nach Leesburg zu bewegen. Am nächsten Tag erreichten sie die White’s Furt, 40 Kilometer von Washington entfernt und überquerten den Potomac. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich die Truppen der Konföderation bereits im Rücken der Linien von McClellan. Endlich würde der Feind spüren, wie es ist feindliche Armeen auf dem eigenen Grund und Boden zu haben.

Halleck hatte geahnt, was Lee plante und McClellan bereits davor gewarnt. Am nächsten Tag wurden die Hinweise auf die Invasion bestätigt. Lincoln gab Befehl, die Unionsarmeen in volle Einsatzbereitschaft zu versetzten und dieses tat McClellan sofort und mit ungewohnter Eile und Eifer. Als Lee auf die Potomac-Armee der Union traf, war diese in einem wesentlich besseren Zustand, als er erwartet hatte. Am 7. September war die Union bereit, sich den Rebellen entgegenzustellen. Das war jedoch genau das, was Lee erwartet und erhofft hatte. Anstatt einfach durch das Shenandoah-Tal in Maryland einzufallen, wartete er darauf, dass die Unionstruppen sich aus ihren Verteidigungsstellungen bei Washington bewegten. Sein Plan war es, McClelans Truppen an den Pässen zwischen Turner’s Gap und Crampton’s Gap einzuklemmen und die Unionstruppen an den Osthängen einzuschließen. Es gab somit keine Eile für Lee und er wartete und verstärkte seine Truppen, immer in der Hoffnung, die müden ankommenden Unionstruppen an einem Ort seiner Wahl zu stellen.

Lee konnte mit großer Freude die anrückenden Unionstruppen abwarten, obgleich ihm die Fortschritte bei Harper’s Ferry, einem zuvor errungenen Sieg, zu langsam gingen. Die Hoffnung, dass der Feind dort seine Ausrüstung fluchtartig verlassen würde, traf nicht ein und eines konnte er am wenigsten gebrauchen, eine Garnison der Union in seinem Rücken, auch wenn sie nur von dem als Trunkenbold bekannten General Dixon Miles kommandiert wurde. Aus diesem Grund befahl er Jackson, Harper‘s Ferry anzugreifen. Ein brillanter aber gewagter Plan. Seine Truppen waren nun geteilt und er musste mit seinen nur 50.000 Mann hoffen, dass Jackson rechtzeitig vor McClellans Eintreffen zurückkehren würde, um seine Truppenstärke wieder zu erhöhen.
In dem Glauben, dass Lee über mehr als 100.000 Mann verfüge, ließ sich McClellan Zeit, verfügte er doch nur über 85.000 Mann. Am 11. September war er zwar nur noch 25 Kilometer von Lees Linien entfernt, vermutete dessen Stärke aber inzwischen auf 150.000 Mann. Obwohl er von dem Vormarsch Jacksons auf Harper’s Ferry täglich informiert wurde gelang es Ihm nicht, Lee’s Strategie zu durchschauen.

Am 13. September jedoch stolperten Späher seiner Indiana-Regimenter über drei Zigaretten, die erstaunlicherweise mit Papier brisante Inhalts umwickelt waren. Es handelte sich um Abschriften von Lees Plan, Harper‘s Ferry einzunehmen. Nun war McClellan im Bilde. Er kannte den Standort jeder Rebellendivision und war über die Teilung der Armee informiert.
Er sprach darauf die folgenden Worte:

“...nun weiß ich, was zu tun ist! Dieses Stück Papier hier – wenn ich es nicht schaffe, Bobbie Lee damit fertigzumachen, dann bin ich gerne bereit, einzupacken!“


Dennoch vertrödelte McClellan fast einen ganzen Tag, bis er endlich am 14. und 15. September ersten Kontakt mit Feindkräften hatte. Trotz des Wissens, dass Lees Truppen geteilt seien, schätzte er dessen Stärke immer noch zu hoch ein.


Aufmarsch

Am 14. September führte McClellan die Armee auf Turner’s Gap, während Franklin’s Korps einige Kilometer südlich zu Crampton’s Gap marschierte. Dort trafen er auf zwei Brigaden von D.H. Hill, gerade mal 2,000 Mann stark, die jedoch erbittert versuchten, die Pässe zu halten, waren sie doch elementarer Bestandteil von Lees Plan. Es gelang, den Vormarsch um 2 Stunden zu verzögern und sowohl Longstreet, als auch Hills übrige Brigaden konnten heranrücken. Trotz halbherziger Angriffe der Union gelang es, bis zum Einbruch der Nacht die Rebellen von den Pässen zurückzudrängen. Lee war außer sich vor Wut, hatte die Union nun doch einen Keil zwischen seine beiden Armeeverbände treiben können. Lee befahl daraufhin, die Pässe aufzugeben und sich mit der Hauptmacht zu vereinigen. McClellan wartete erst einmal ab und so gelang es Lee, seine Truppen an einem Ort, genannt Sharpsburg, in der Nähe des Flusses Antietam Creek zusammenzuziehen. Hieraus ergab sich auch der spätere Name der Schlacht, da Schlachten von Konföderierten immer nach dem Ort und von der Union immer nach dem nächstgelegenen Fluss benannt wurden.

Die Schlacht

Lee hatte sich einen guten Platz für eine Schlacht ausgesucht, gab es doch nur wenige Stellen, an denen der Fluss zu überqueren gewesen wäre. Er brachte 15.000 Mann in Stellung und hoffte so, McClellans Übermacht (von der dieser immer noch nichts ahnte) in Schach zu halten. Die zusätzlich verfügbaren leichten Steigungen im westen, boten weitere Vorteile. Lee konnte seine Truppen auf den Anhöhen platzieren und hatte somit alle Furten und Brücken unter Sicht und Kontrolle. Die jetzige Situation entsprach zwar überhaupt nicht Lees ursprünglichem Plan, war aber unter den gegebenen Umständen die beste Lösung, waren große Teile seiner Truppen doch versprengt. Das größte Risiko bestand derzeit darin, dass der Flusslauf das Gebiet zu einer Art Halbinsel teilte, in das Lee, da er McClellan nicht am überqueren des Flusses an weiter gelegenen Stellen hätte hindern können, in der Falle sitzend, besaß er einfach nicht genügend Soldaten, die gesamte Linie abzudecken.

Wie gut McClellans Truppen nun wirklich waren, sollte sich bald zeigen. Zunächst ließ er sich aber wie gewohnt Zeit und ließ seine Truppen in Stellung gehen. Dabei plante er ausgiebig seine erste Offensive. Selbst er nahm die Schwachpunkte Lee's wahr, überschätzte aber immer noch dessen Stärke. Viele Historiker sind heute immer noch der Meinung, dass ein beherzter Angriff McClellan's auf Lee's Truppen bereits zwei Tage vorher, den Krieg unter Umständen sehr schnell hätte beenden können. Seine abwartende Haltung bescherte dem Land aber dadurch noch weitere verlustreiche Jahre.

McClellan beabsichtigte in zwei Gruppen, Lees Truppen an der linken Flanke mit Kavallerie anzugreifen. Anscheinend hatte er aus dem Verlauf des ersten Kriegsjahres nicht viel gelernt, da diese bereits als überholt galten. So geschah es auch, dass beide Angriffe unkoordiniert und in Viererreihen über die Brücke, auf die feindliche Artillerie zureitend, scheiterten. Es folgten wüste Umgruppierungen der Kommandos und seine 75.000 Mann, teilweise unter neuem Kommando, standen am Vorabend der Schlacht Lees Truppen in einem Verhältnis von 3:1 gegenüber.

Die Konföderierten unter Lee wurden im Zentrum von Longstreet, an der rechten Flanke von Walker, Jones und Hill und an der linken Flanke von den inzwischen eingetroffenen Truppen unter Jackson angeführt. Die Verlegung von Hookers Truppen zur „Upper Bridge“ am helllichten Tag, hatten McClellans Absicht dort anzugreifen verraten und Lee postierte entsprechend seine Truppen. Trotz der von Jackson hinzugekommenen Einheiten betrug Lees Truppenstärke gerade mal 26.000 Mann.
Es gab eine unruhige Nacht für beide Seiten, obwohl Angriffe ausblieben. Knisternde Spannung lag in der Luft. Es ist nicht mehr nachvollziehbar, welche Seite die Schlacht eröffnete, allerdings ist bestätigt, dass die Artillerie im Morgengrauen Angriff. Minuten später begann Hooker seinen Vormarsch auf der Hagerstown Strasse zur nahegelegenen Kirche. Meade marschierte auf ein großes Maisfeld zu, an welchem er auf die Virginia Brigaden stieß. Doubleday und Rickets versuchten in das Maisfeld nachzurücken und wurden von Konföderierten versteckten Truppen nahezu abgeschlachtet.
Aus den Aufzeichnungen von Hooker:

 
“ …every stalk of corn in the northern and greater part of the field was cut as closely as could have been done with a knife, and the slain lay in rows precisely as they had stood in their ranks a few moments before. It was never my fortune to witness a more bloody, dismal battle-field.… ”
„… auch der letzte Stängel Mais im nördlichen und größten Teil des Feldes war säuberlich wie mit einem Messer abgeschnitten und die Gefallenen lagen genau in den Reihen da, in denen sie ein paar Augenblicke zuvor noch in Gefechtsgliederung gestanden hatten. Niemals zuvor hat mich das Schicksal zum Zeugen eines solch blutigen, trostlosen Schlachtfeldes gemacht. …“

 

Die Brigaden verloren mehr als ein Drittel ihrer Männer und zogen sich zurück. Der Befehl Brigaden nacheinander in die Schlacht zu führen hatte schon vormals viele Männer das Leben gekostet, war ein massiver Angriff so nicht möglich und die Verteidiger konnten sich jede Brigade einzeln vornehmen, selbst in Unterzahl.

 


Aufnahme „bloody lane“ nach der Schlacht

 

Die Kirche konnte jedoch erreicht werden, ohne auf Rebellen zu treffen. Zeitgleich marschierte das II. Korps unter Sumner über den Bach und stürmte die angrenzenden Felder bis sie auf Hills tapferen Männer am Hohlweg trafen. Heftige Kämpfe brachen aus und nach stundenlangen Gefechten, in dem nahezu jede verfügbare Einheit beteiligt war, waren die Zahl der Opfer unüberschaubar. Dieser Hohlweg ging als „Bloody lane“, der blutige Weg in die Geschichte ein.

Am anderen Flügel, an dem Lee nur noch wenige Männer in Stellung hatte, verschenkte McClellan kostbare Zeit durch seine Unentschlossenheit. Erst am späten Morgen versuchte Burnside den Fluss zu überqueren und anstatt die vorhandenen Furten zu nutzen, schickte er Brigade um Brigade über die einzige Brücke, viel davon in den direkten Tod. Während Rodmans Truppen nur einige Kilometer flussabwärts den Bach leicht durchwaten konnten, wurde es schließlich Nachmittag, bis Burnside seine Truppen übergesetzt hatte. Seit diesem Tag ist die Brücke auch als „Burnside bridge“ bekannt.


 

Foto von der “Burnside Bridge“

 

Seine Truppen marschierten darauf direkt Richtung Sharpsburg, rücklings auf Lees Stellungen zu, und erreichten die Vororte gerade als A.P.Hill mit seinen Männern aus Harper‘s Ferry eingetroffen waren. Dieser hielt die vorrückenden Unionstruppen mit einem vernichtenden Angriff fest. Es war A.P. Hill, der die Armee von Nord Virginia vor der totalen Vernichtung rettete. Lee reagierte schnell und verstärkte seine Truppen, vor allem mit Artillerie und es gelang ihm Burnside fast bis zur Brücke zurückzudrängen, bei der die Schlacht schließlich zum Einbruch der Dunkelheit endete. Obwohl beide Seiten völlig erschöpft waren, nutze Lee die Dunkelheit nicht zum Rückzug, sondern blieb in seinen Stellungen bis zum 19. September, an dem er sich schließlich mit seiner angeschlagenen Armee aus Maryland zurückzog. Psychologisch gesehen war McClellan ebenfalls ein geschlagener Mann, war es ihm doch trotz ausreichender Truppen nicht möglich Lee zu verfolgen.
Von seiner eigenen Ängstlichkeit besiegt prahlte McClellan dennoch:

“Jene, deren Urteil ich vertraue, sagten mir, dass ich diesen Kampf ausgezeichnet geführt habe, und dass mein Pfad ein Meisterwerk war.“


Er konnte sich glücklich schätzen, dass er von so vielen Duckmäusern umgeben war, denn außer ihm hielt niemand ihn für einen großen General. „Little Mac“ wurde im Verlauf des Krieges durch Grant ersetzt. Seine Unfähigkeit wurde dennoch zu spät entdeckt, sodass noch viele Soldaten unter seiner Führung zu leiden hatten.
Am 19. September zogen sich Lees Truppen ungehindert nach Virginia zurück. Dennoch war der Traum von der Invasion im Norden, um so Einfluss auf die bevorstehenden Wahlen in der Union ausüben zu können, unwiederbringlich dahin. Lee hatte mehr als 10.000 seiner 50.000 Soldaten verloren, auf der Unionsseite hatte McClellan über 12.500 Mann seiner ursprünglich über 75.000 als Opfer zu verzeichnen. Die Schlacht von Antietam (Sharpsburg) ging als eine der blutigsten und Verlustreichsten, in die amerikanische Geschichte ein. Am Antietam wurden erstmals die Folgen einer Schlacht des Bürgerkrieges ausführlich fotografisch dokumentiert. Alexander Gardners Bilder von gefallenen Soldaten erschütterten in ihrer Härte und Realität viele Betrachter und führten zu einer realistischeren Einschätzung des bis dahin idealisierten Geschehens auf den Schlachtfeldern.

 

Quellen

Der Amerikanische Bürgerkrieg, William C. Davis 1989 (Zugriff 22.02.2010)
Lee vs. McClellan: The First Campaign, written by Clayton R. Newell (Zugriff 22.02.2010)
Western Reserve Historical Society, Cleveland OH (Zugriff 22.02.2010)
http://www.nps.gov/anti/index.htm (Zugriff 22.02.2010)
http://americancivilwar.com/antiet.html (Zugriff 22.02.2010)
http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_am_Antietam (Zugriff 22.02.2010)
http://www.historyofwar.org/articles/ba ... ietam.html (Zugriff 22.02.2010)
http://www.pbs.org/civilwar (Zugriff 22.02.2010)



Autor: Gastronaut

Portrait

Die Schlacht am Little Bighorn

 

 

( John Mulvany (ca. 1844-1906) painted Custer’s Last Rally in 1881 )

 

 

Vorgeschichte

Seit der Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika sind viele Einwanderer ins Land gekommen um dort ihr Glück zu finden. Viele von ihnen zogen als Siedler weiter nach Westen um dort ein Stück Land für sich zu finden ,dabei besiedelten diese auch das Territorium der dort lebenden Ureinwohner. Auch der Bau eine Eisenbahn von der Ost-zur Westküste und die Errichtung von militärischen Stützpunkte wird von den in den Plains noch frei lebenden Dakota mit dem sogenannten Red-Cloud-Krieg beantwortet. Die so entstandenen Konflikte und Gefechte wurden in ihrer Gesamtheit als Indianerkriege bezeichnet. Ein im Mai 1868 geschlossener Vertrag sollte diesen beenden und die Grenzen festlegen. Zu diesem Gebiet gehörten auch die Black Hills, die man damals als wertloses Gebiet betrachtete und daher überließ man diese den Indianern.


Vorgeschichte II

 

Vertrag zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und dem Stamm der Navajo

Beschlossen am 1. Juni 1868
Zur Ratifizierung empfohlen am 25. Juli 1868
Bekanntgegeben am 12. August 1868
 


Andrew Johnson, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika an alle, besonders aber an jene, die in den Genuss dieses Vertrages kommen werden.

Ein Vertrag wurde in Fort Sumner, im Gebiet von New Mexico, am ersten Tag des Juni, im Jahre des Herrn eintausendachthundertachtundsechzig von und zwischen Generalleutnant W.T. Sherman und Samuel F. Tappan, den Vertretern der Vereinigten Staaten, und Barboncito, Arivijo und anderen Häuptlingen und Führern des Stammes der Navajo auf Seiten der besagten Indianer abgefasst und beschlossen und von ihnen ordnungsgemäß ebendort unterzeichnet. Dieser Vertrag lautet in Worten und Zahlen wie folgt:
Artikel eines Vertrages und Abkommens verfasst und begonnen in Fort Sumner, New Mexico, am ersten Tag im Juni 1868, von und zwischen den Vereinigten Staaten, vertreten durch Generalleutnant W.T. Sherman und Colonel Samuel F. Tappen auf der einen Seite, und dem Stamm der Navajo auf der anderen Seite, vertreten durch seine Häuptlinge und Führer, ordnungsgemäß beauftragt und bevollmächtigt im Namen aller Mitglieder des besagten Stammes zu handeln (die Namen der besagten Häuptlinge und Führer sind hierzu angeführt):

Artikel 1
Von diesem Tag an soll es keinen Krieg mehr zwischen den Partnern dieses Abkommens gegen. Die Regierung der Vereinigten Staaten erstrebt den Frieden und sie bürgen für die Einhaltung mit ihrer Ehre.
Sollten schlechte Menschen unter den Weißen oder andere Leute, die der Gesetzgebung der Vereinigten Staaten unterstehen, an einem Indianer oder seinem Besitz ein Unrecht begehen, so werden die Vereinigten Staaten, nachdem es dem Agenten gemeldet und dem Kommissar für indianische Angelegenheiten der Indianer in Washington weitergegeben wurde, sofort veranlassen, daß der Gesetzesbrecher inhaftiert und nach den Gesetzen der Vereinigten Staaten bestraft wird und daß außerdem die geschädigten Personen für den erlittenen Verlust entschädigt werden. Sollten schlechte Menschen unter den Indianern ein Unrecht oder einen Raub an einer Person oder an irgend jemandes Eigentum, sei er weiß, schwarz oder ein Indianer, der loyaler Untergebener der Vereinigten Staaten ist, begehen, möge der Navajostamm zustimmen, daß die Navajo nach Meldung und Kenntnisnahme durch ihren Agenten den Verbrecher an die Vereinigten Staaten ausliefern, damit er gemäß den Gesetzen verurteilt und bestraft werde; und für den Fall, daß sie dies absichtlich nicht tun, wird die betroffene Person für ihren Verlust entschädigt vom Jahreseinkommen oder anderen Geldern, die ihnen zustehen oder ihnen zustehen werden auf Grund dieses Vertrages oder möglicher weiterer Abkommen, die noch mit den Vereinigten Staaten abgeschlossen werden. Der Präsident kann solche Anordnungen und Vorschriften erlassen, wenn er es für nötig hält, doch kein Schaden soll beglichen werden, noch soll dafür bezahlt werden, bevor der Fall nicht untersucht und weitergeleitet wurde an den Kommissar für indianische Angelegenheiten, doch keinem, der einen Verlust während einer Vertragsverletzung erleidet oder weil er selbst den Vertrag verletzt, sollen die Begünstigungen dieses Vertrages oder der Gesetze der Vereinigten Staaten dafür zukommen.

Artikel 2
Die Vereinigten Staaten erklären, daß das Gebiet, das folgendermaßen begrenzt ist: im Norden durch den 37. nördlichen Breitengrad, im Süden durch eine Ost-West-Linie, die durch Fort Defiance im Cañon Bonito läuft, im Osten durch eine Parallele zum Längengrad, welcher, südlich verlängert, durch Fort Lyon oder Ogo-do-oso, Bear Spring, liefe, und im Westen durch eine Parallele zum Längengrad 109° 30´ westlich von Greenwich, vorausgesetzt, daß das Gebiet den Ausgang des Cañon-de-Chelly umfaßt, des Cañon, der in seiner gesamten Länge in diesem Reservat liegt, zum Siedlungsgebiet für den Stamm der Navajo-Indianer bestimmt werden soll. Dies ist hiermit rechtsgültig und gilt auch für andere befreundete Stämme und einzelne Indianer, die sie möglicherweise von Zeit zu Zeit - mit Einverständnis der Vereinigten Staaten - bei sich aufnehmen wollen; und die Vereinigten Staaten erklären, daß keine Personen, ausgenommen jenen, denen es erlaubt ist, und ausgenommen solche Offiziere, Soldaten, Agenten und Beamte der Regierung oder der Indianer, denen erlaubt wurde, in gesetzlichen Angelegenheiten oder auf Anweisung des Präsidenten diese Reservation zu betreten, jemals erlaubt wird, das in diesem Artikel festgelegte Gebiet zu passieren, darin zu siedeln oder zu wohnen.

Artikel 3
Die Vereinigten Staaten erklären, daß sie veranlassen werden, daß an einigen Stellen der erwähnten Reservation, wo Holz und Wasser zur Verfügung stehen, die folgenden Gebäude errichten werden:
ein Warenhaus, das die Kosten von 2500 Dollar nicht übersteigt
ein Verwaltungsgebäude, das nicht mehr als 3000 Dollar kostet
eine Zimmerei und eine Schmiede, deren Kosten je 100 Dollar nicht überschreitet
und eine Schule und eine Kapelle, sobald genügend Kinder veranlaßt werden können, die Schule zu besuchen; diese soll die Kosten von 5000 Dollar nicht überschreiten.

Artikel 4
Die Vereinigten Staaten erklären, daß der Agent für die Navajo in dem Verwaltungsgebäude wohnen soll; daß er unter den Indianern leben soll und sein Amt immer versehen soll, um sofort und sorgfältig jenen Fälle von Anklagen von Indianernn oder gegen Indianer zu untersuchen, die einer Nachforschung bedürfen, und auch um die anderen gesetzlichen Pflichten treu auszuführen. In allen Fällen von Raub an Personen oder Eigentum wird er veranlassen, daß Beweismaterial aufgenommen und schriftlich niedergelegt wird und daß seine Ausführungen an den Kommissar für indianische Angelegenheiten weitergeleitet werden; dessen Entscheidungen sind dann für die betroffenen Parteien bindend.

Artikel 5
Sollte ein Mitglied des erwähnten Stammes oder jemand, der legal in diesen aufgenommen wurde, Haupt einer Familie sein und mit Ackerbau beginnen wollen, sall er das Recht haben, in Anwesenheit und unter Beratung des diensthabenden Agenten ein Stück Land innerhalb des erwähnten Reservates, das nicht mehr als 160 Morgen umfaßt, auszuwählen; dieses Stück Land soll, nachdem es gewählt, bestätigt und in das "Grundbuch", wie es im weiteren beschrieben wird, eingetragen worden ist, nicht mehr Gemeinbesitz sein, sondern kann in den allgemeinen Besitz dessen, der es gewählt hat und auch in den Besitz seiner Familie übergehen, solange er oder sie es bebauen. Jede Person über 18 Jahre, die kein Familienoberhaupt ist, kann auf dieselbe Weise vorgehen und veranlassen, daß im oder ihr ein Stück Land von höchstens 80 Morgen zum Zweck der Bebauung zugesprochen wird und er damit in den allgemeinen Besitz des festgelegten Landes kommt.
Für jedes Grundstück, das auf diese Weise ausgewählt wurde, soll ein Dokument, das eine Bestimmung desselben und den Namen der wählenden Person enthält, mit einem Vermerk über die Grundbucheintragung derjenigen Partei ausgehändigt werden, der es vom Beamten zugesprochen wurde, nachdem alles von ihm in einem Buch, das in seiner Kanzlei zur Einsichtnahme aufliegt, und das als das "Navajo-Grundbuch" bezeichnet werden soll, festgehalten wurde. Der Präsident kann zu jeder Zeit eine Inspektion des Reservates anordnen, und nach Überprüfung soll der Kongreß den Schutz zur Verbesserung der Rechte der Siedler übernehmen und die Art des von jedem Siedler erhobenen Anspruchs festlegen. Die Vereinigten Staaten können Gesetze betreffend die Veräußerung und Weitergabe von Eigentum zwischen den Indianern und ihren Nachbarn, so wie es den Vereinigten Staaten richtig erscheint, erlassen.

Artikel 6
Um die Zivilisierung der Indianer, die diesen Vertrag unterzeichnen, zu gewährleisten, wird die Notwendigkeit der Erziehung unterstrichen, insbesondere der Erziehung jener, die sich in den oben erwähnten Gebieten niederlassen, und sich deshalb verpflichten, ihre Kinder, männlich und weiblich, im Alter von sechs bis siebzehn Jahren zur Schule zu schicken; und hiermit ist es die Pflicht des Beamten zu überwachen, daß diese Abmachung strikt eingehalten wird; die Vereinigten Staaten erklären, daß für je 30 Kinder des oben erwähnten Alters, die gezwungen werden können, die Schule zu besuchen, ein Haus bereitgestellt wird mit einem Lehrer, der kompetent ist, die grundlegenden Züge der englischen Erziehung zu vermitteln; dieser Lehrer wird unter den erwähnten Indianern wohnen und seine Pflichten als Lehrer gewissenhaft ausführen.
Die Verordnungen dieses Artikels gelten mindestens 10 Jahre.

Artikel 7
Wenn ein Familienoberhaupt ein Stück Land ausgewählt hat und - wie oben beschrieben - ein Dokument dafür erhalten hat, und wenn weiters der Beamte sieht, daß der Indianer beabsichtigt, zur Zufriedenheit aller das Land zu bestellen und vom Ertrag zu leben, dann ist der Indianer berechtigt, Saatgut und Ackerbaugeräte für das erste Jahr zu erhalten, höchstens jedoch im Wert von 100 Dollar; für jedes weitere Jahr, das er bebaut, ist er für eine Zeitspanne von 2 Jahren berechtigt, Saatgut und Geräte im Wert von 25 Dollar in Anspruch zu nehmen.

Artikel 8
Anstelle des Geldes oder anderer Jahreszinsen, die den hier erwänten Indianern auf Grund dieses oder weiterer Verträge zugesprochen werden, erklären die Vereinigten Staaten, daß sie im Verwaltungsgebäude der erwähnten Reservation 10 Jahre hindurch am 1. September jedes Jahres folgende Artikel ausliefern:
Kleidungsartikel, Güter oder statt dessen Rohmaterial im Wert von höchstens 5 Dollar pro Indianer - den Wert schätzt der Beamte -; jeder Indianer soll angehalten werden, seine Kleidung, Decken etc. selbst herzustellen, und nur mit solchen Gegenständen ausgestattet zu sein, die er selbst herstellen kann. Damit der Kommissar für indianische Angelegenheiten die ober erwähnten Gegenstände richtig schätzen kann, ist es die Pflicht des Beamten, ihm jedes Jahr eine vollständige und exakte Zählung der Indianer vorzulegen, auf deren Grundlage die Schätzung vorgenommen werden kann.
Zusätzlich zu den oben erwähnten Artikeln soll für die Dauer von 10 Jahren alljährlich die Summe von 10 Dollar jenen Personen zukommen, die in den rechtmäßigen Genuß der Vertragsbestimmungen kommen, jenen, die dem Ackerbau oder einem Handwerk nachgehen und vom Kommissar für indianische Angelegenheiten beim Verkauf von solchen Waren, die von Zeit zu Zeit für die Bedürfnisse der Indianer notwendig erscheinen, eingesetzt werden. Wenn man innerhalb dieser 10 Jahre irgendwann den Eindruck hat, man könnte das Geld, das man für die Kleidung verwendet, einer den erwähnten Indianern nützlicheren Sache zuwenden, hat der Kommissar für indianische Angelegenheiten das Recht, das Geld anderen Zwecken zuzuweisen, doch unter keinen Umständen soll die Zuweisung völlig zurückgezogen werden oder eine Zeitlang unterbunden werden, dies alles jedoch unter der Voraussetzung, daß Frieden herrscht. Und der Präsident wird jährlich einen Offizier der Armee abordnen, der bei der Ausgabe der Güter an die heir genannten Indianer anwesend ist und die Ausgabe bezeugt; er wird die Qualität und die Quantität der Waren und die Art der Auslieferung begutachten und melden.

Artikel 9
In Anbetracht der Vorteile und Gewinne, die dieser Vertrag bringt, und angesichts der vielen Zusicherungen von Freundschaft, wird den Stämmen, die Vertragsbeteiligte sind, zur Bedingung gemacht, daß sie auf jedes Recht, ein Gebiet außerhalb ihrer Reservation zu besetzen, verzichten, doch das Recht behalten, in jedem angrenzenden unbewohnten Landstück zu jagen, solange esin den umliegenden Gebieten genügend Wild gibt, um dies zu verantworten;
und sie, die Indianer, erklären ausdrücklich:
1) daß sie dem Bau der transkontinentalen Eisenbahn, der nun begonnen wurde und weitergetrieben wird, keinen Widerstand entgegensetzen;
2) Daß sie sich nicht einmischen in den friedlichen Bau irgendeiner Eisenbahnlinie außerhalb ihrer Reservation, die hier abgegrenzt wurde;
3) daß sie nicht Personen - zu Hause oder auf Reisen - belästigen werden, noch Eisenbahnzüge oder Wagenzüge, Maultiere oder Vieh, das Amerikanern oder Leuten, die mit Amerikanern befreundet sind, gehört, angreifen oder rauben;
4) daß sie nie von Siedlungen Frauen rauben oder Kinder entführen;
5) daß sie nie Weiße töten oder skalpieren, noch versuchen, ihnen etwas anzutun;
6) daß sie sich in Zukunft nicht dem Bau von Eisenbahnlinien, Straßen, Postgebäuden und anderen notwendigen oder nützlichen Dingen, die durch die Vereinigten Staaten gesetzlich befohlen oder erlaubt wurden, widersetzen; doch sollten solche Wege oder Bauten auf dem Gebiet ihrer Reservation errichtet werden, wird die Regierung dem Stamm Schadenersatz bezahlen. Die Höhe des angerichteten Schadens wird eine dreiköpfige neutrale Kommission festsetzen, die vom Präsidenten eigens zu diesem Zweck ernannt wird, wobei eines der Kommissionsmitglieder der Häuptling oder ein Führer des Stammes ist.
7) daß sie dem Bau von militärischen Stützpunkten oder Straßen, die jetzt gebaut werden oder in Zukunft angelegt werden, keinen Widerstand entgegensetzen, dadurch daß sie diesen Vertrag oder weitere Verträge, die evtl. in Zukunft mit anderen Indianerstämmen gemacht werden, verletzen.

Artikel 10
Kein zukünftiger Vertrag über den Verzicht auf einen Teil der hier beschriebenen Reservation soll Gültigkeit haben oder gegen die Indianer ausgelegt werden, es sei denn, mehr als drei Viertel aller männlichen erwachsenen Indianer, die entweder das betroffene Gebiet besiedeln oder am Vertrag interessiert sind, stimmen dem zu; und kein Verzicht des Stammes soll so verstanden und ausgelegt werden, daß irgendein Mitglied des Stammes ohne seine Zustimmung der Rechte auf ein Stück Land, das er gemäß Artikel 5 des Vertrages wählen kann, beraubt wird.
Die Navajo erklären hiermit außerdem, daß sie nach der Unterzeichnung so in die zur Verfügung gestellte Reservation gehen werden, wie der Agent oder der Beamte, der mit ihrer Ausweisung beauftragt ist, es ihnen vorschreibt; die Vereinigten Staaten werden für ihren Unterhalt auf dem Weg aufkommen und genügend Transportmöglichkeiten für die Kranken und Schwachen bereitstellen.

Artikel 11
Die betroffenen Parteien erklären weiters, daß die Summe von 150.000 Dollar wie folgt aufgeteilt werden soll:
1) Etwa 50.000 Dollar für die tatsächlichen Kosten der Umsiedlung des Stammes vom Bosque Redondo Reservat zur neuen Reservation.
2) Der Erwerb von 15.000 Schafen und Ziegen soll höchstens 30.000 Dollar kosten.
3) Der Kauf von 500 Stück Rindern und einer Million Pfund Mais, der gesammelt und in einem Militärstützpunk nahe der Reservation aufbewahrt wird - welcher dem Befehl des Beamten untersteht - um für den kommenden Winter das Nötigste bereitzustellen.
4) Der Rest, falls vorhanden, wird verwendet, um die Indianer, die bezüglich ihrer Umsiedlung unentschlossen sind, zu unterstützen; die Art und Weise kann der Beamte, der bei ihnen bleibt, bestimmen.
5) Die Umsiedlung dieses Stammes wird unter die oberste Kontrolle und Leitung des militärischen Befehlshabers von New Mexico gestellt, und wenn sie abgeschlossen ist, wird die Führung des Stammes einem eigenen Beamten unterstellt.
Der genannte Stamm erklärt sich durch seine Repräsentanten, die Parteien des Vertrages, einverstanden, daß er die beschriebene Reservation zu seiner ständigen Heimat macht, daß er sich als Stamm nicht irgendwo anders niederlassen wird - ausgenommen das Recht, in den benachtbarten Gebieten der bisherigen Reservation zu jagen - und sich den Anordnungen, die in diesem Vertrag beschrieben sind, sowie den Anordnungen des jeweiligen Kommandierenden des Gebietes, in dem die Reservation liegt, unterwirft. Die Parteien des Vertrages erklären weiters, daß jeder Navajo und jeder andere Indianer, der sich außerhalb der genannten Reservation niederläßt, alle Rechte, Privilegien und Vorteile, die in dem Vertrag festgelegt sind, verliert. Außerdem verpflichten sich die Parteien des Vertrages, daß sie alles in ihrer Macht Stehende tun werden, Indianer dazu zu bringen, die nun irgendwo außerhalb des Reservates, das für die Besiedlung und Bewirtschaftung durch Indianer bestimmt ist, ein Nomadenleben führen, die in Kriegszustand leben mit Bürgern der Vereinigten Staaten, ein solches Leben aufzugeben und sich in einer Reservation, die nur für die Besiedlung und Bebauung durch Indianer eingerichtet wurde, auf immer niederzulassen.
 


Urkundlich dessen, setzen die Parteien ihr Siegel am 1. Juni 1868 in Fort Sumner, N.M.
W.T. Sherman
Lt. Gen´l, Indian Peace Commissioner
S.F. Tappan, Indian Peace Commissioner
Barboncito, Chief
Armijo
Delgado
Manuelito
Largo
Herrero
Chiqueto
Muerto de Hombre
Hombro
Narbono
Narbono Segundo
Ganado Mucho
Riquo
Juan Martin
Serginto
Grande
Inoetenito
Muchachos Mucho
Chiqueto Segundo
Cabello Amarillo
Francisco
Torivio
Desdendado
Juan
Guero
Gugadore
Cabason
Barbon Segundo
Cabares Colorados

Attest:
Geo. W.G. Getty,
Col 37th Inf´y, Bt.Maj.Gen´l U.S.A.
B.S. Roberts,
Bt.Brg.Gen´l U.S.A., Lt. Col. 3rd Cav´y.
J. Cooper McKee,
Bt. Lt.Col.Suegeon U.S.A.
Theo. H. Dodd,
U.S. Indian Ag´t for Navajos.
Chas.McClure,
Bt.Maj. and C.S.U.S.A.
James F. Weeds,
Bt.Maj. and Asst.Surg. U.S.A.
J.C. Sutherland,
Interpreter
William Vaux,
Chaplain U.S.A

 

Vertrag zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und dem Stamm der Navajo


Beschlossen am 1. Juni 1868
Zur Ratifizierung empfohlen am 25. Juli 1868
Bekanntgegeben am 12. August 1868

Andrew Johnson, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika an alle, besonders aber an jene, die in den Genuss dieses Vertrages kommen werden.
 


Ein Vertrag wurde in Fort Sumner, im Gebiet von New Mexico, am ersten Tag des Juni, im Jahre des Herrn eintausendachthundertachtundsechzig von und zwischen Generalleutnant W.T. Sherman und Samuel F. Tappan, den Vertretern der Vereinigten Staaten, und Barboncito, Arivijo und anderen Häuptlingen und Führern des Stammes der Navajo auf Seiten der besagten Indianer abgefasst und beschlossen und von ihnen ordnungsgemäß ebendort unterzeichnet. Dieser Vertrag lautet in Worten und Zahlen wie folgt:
Artikel eines Vertrages und Abkommens verfasst und begonnen in Fort Sumner, New Mexico, am ersten Tag im Juni 1868, von und zwischen den Vereinigten Staaten, vertreten durch Generalleutnant W.T. Sherman und Colonel Samuel F. Tappen auf der einen Seite, und dem Stamm der Navajo auf der anderen Seite, vertreten durch seine Häuptlinge und Führer, ordnungsgemäß beauftragt und bevollmächtigt im Namen aller Mitglieder des besagten Stammes zu handeln (die Namen der besagten Häuptlinge und Führer sind hierzu angeführt):

Artikel 1
Von diesem Tag an soll es keinen Krieg mehr zwischen den Partnern dieses Abkommens gegen. Die Regierung der Vereinigten Staaten erstrebt den Frieden und sie bürgen für die Einhaltung mit ihrer Ehre.
Sollten schlechte Menschen unter den Weißen oder andere Leute, die der Gesetzgebung der Vereinigten Staaten unterstehen, an einem Indianer oder seinem Besitz ein Unrecht begehen, so werden die Vereinigten Staaten, nachdem es dem Agenten gemeldet und dem Kommissar für indianische Angelegenheiten der Indianer in Washington weitergegeben wurde, sofort veranlassen, daß der Gesetzesbrecher inhaftiert und nach den Gesetzen der Vereinigten Staaten bestraft wird und daß außerdem die geschädigten Personen für den erlittenen Verlust entschädigt werden. Sollten schlechte Menschen unter den Indianern ein Unrecht oder einen Raub an einer Person oder an irgend jemandes Eigentum, sei er weiß, schwarz oder ein Indianer, der loyaler Untergebener der Vereinigten Staaten ist, begehen, möge der Navajostamm zustimmen, daß die Navajo nach Meldung und Kenntnisnahme durch ihren Agenten den Verbrecher an die Vereinigten Staaten ausliefern, damit er gemäß den Gesetzen verurteilt und bestraft werde; und für den Fall, daß sie dies absichtlich nicht tun, wird die betroffene Person für ihren Verlust entschädigt vom Jahreseinkommen oder anderen Geldern, die ihnen zustehen oder ihnen zustehen werden auf Grund dieses Vertrages oder möglicher weiterer Abkommen, die noch mit den Vereinigten Staaten abgeschlossen werden. Der Präsident kann solche Anordnungen und Vorschriften erlassen, wenn er es für nötig hält, doch kein Schaden soll beglichen werden, noch soll dafür bezahlt werden, bevor der Fall nicht untersucht und weitergeleitet wurde an den Kommissar für indianische Angelegenheiten, doch keinem, der einen Verlust während einer Vertragsverletzung erleidet oder weil er selbst den Vertrag verletzt, sollen die Begünstigungen dieses Vertrages oder der Gesetze der Vereinigten Staaten dafür zukommen.

Artikel 2
Die Vereinigten Staaten erklären, daß das Gebiet, das folgendermaßen begrenzt ist: im Norden durch den 37. nördlichen Breitengrad, im Süden durch eine Ost-West-Linie, die durch Fort Defiance im Cañon Bonito läuft, im Osten durch eine Parallele zum Längengrad, welcher, südlich verlängert, durch Fort Lyon oder Ogo-do-oso, Bear Spring, liefe, und im Westen durch eine Parallele zum Längengrad 109° 30´ westlich von Greenwich, vorausgesetzt, daß das Gebiet den Ausgang des Cañon-de-Chelly umfaßt, des Cañon, der in seiner gesamten Länge in diesem Reservat liegt, zum Siedlungsgebiet für den Stamm der Navajo-Indianer bestimmt werden soll. Dies ist hiermit rechtsgültig und gilt auch für andere befreundete Stämme und einzelne Indianer, die sie möglicherweise von Zeit zu Zeit - mit Einverständnis der Vereinigten Staaten - bei sich aufnehmen wollen; und die Vereinigten Staaten erklären, daß keine Personen, ausgenommen jenen, denen es erlaubt ist, und ausgenommen solche Offiziere, Soldaten, Agenten und Beamte der Regierung oder der Indianer, denen erlaubt wurde, in gesetzlichen Angelegenheiten oder auf Anweisung des Präsidenten diese Reservation zu betreten, jemals erlaubt wird, das in diesem Artikel festgelegte Gebiet zu passieren, darin zu siedeln oder zu wohnen.

Artikel 3
Die Vereinigten Staaten erklären, daß sie veranlassen werden, daß an einigen Stellen der erwähnten Reservation, wo Holz und Wasser zur Verfügung stehen, die folgenden Gebäude errichten werden:
ein Warenhaus, das die Kosten von 2500 Dollar nicht übersteigt
ein Verwaltungsgebäude, das nicht mehr als 3000 Dollar kostet
eine Zimmerei und eine Schmiede, deren Kosten je 100 Dollar nicht überschreitet
und eine Schule und eine Kapelle, sobald genügend Kinder veranlaßt werden können, die Schule zu besuchen; diese soll die Kosten von 5000 Dollar nicht überschreiten.

Artikel 4
Die Vereinigten Staaten erklären, daß der Agent für die Navajo in dem Verwaltungsgebäude wohnen soll; daß er unter den Indianern leben soll und sein Amt immer versehen soll, um sofort und sorgfältig jenen Fälle von Anklagen von Indianernn oder gegen Indianer zu untersuchen, die einer Nachforschung bedürfen, und auch um die anderen gesetzlichen Pflichten treu auszuführen. In allen Fällen von Raub an Personen oder Eigentum wird er veranlassen, daß Beweismaterial aufgenommen und schriftlich niedergelegt wird und daß seine Ausführungen an den Kommissar für indianische Angelegenheiten weitergeleitet werden; dessen Entscheidungen sind dann für die betroffenen Parteien bindend.

Artikel 5
Sollte ein Mitglied des erwähnten Stammes oder jemand, der legal in diesen aufgenommen wurde, Haupt einer Familie sein und mit Ackerbau beginnen wollen, sall er das Recht haben, in Anwesenheit und unter Beratung des diensthabenden Agenten ein Stück Land innerhalb des erwähnten Reservates, das nicht mehr als 160 Morgen umfaßt, auszuwählen; dieses Stück Land soll, nachdem es gewählt, bestätigt und in das "Grundbuch", wie es im weiteren beschrieben wird, eingetragen worden ist, nicht mehr Gemeinbesitz sein, sondern kann in den allgemeinen Besitz dessen, der es gewählt hat und auch in den Besitz seiner Familie übergehen, solange er oder sie es bebauen. Jede Person über 18 Jahre, die kein Familienoberhaupt ist, kann auf dieselbe Weise vorgehen und veranlassen, daß im oder ihr ein Stück Land von höchstens 80 Morgen zum Zweck der Bebauung zugesprochen wird und er damit in den allgemeinen Besitz des festgelegten Landes kommt.
Für jedes Grundstück, das auf diese Weise ausgewählt wurde, soll ein Dokument, das eine Bestimmung desselben und den Namen der wählenden Person enthält, mit einem Vermerk über die Grundbucheintragung derjenigen Partei ausgehändigt werden, der es vom Beamten zugesprochen wurde, nachdem alles von ihm in einem Buch, das in seiner Kanzlei zur Einsichtnahme aufliegt, und das als das "Navajo-Grundbuch" bezeichnet werden soll, festgehalten wurde. Der Präsident kann zu jeder Zeit eine Inspektion des Reservates anordnen, und nach Überprüfung soll der Kongreß den Schutz zur Verbesserung der Rechte der Siedler übernehmen und die Art des von jedem Siedler erhobenen Anspruchs festlegen. Die Vereinigten Staaten können Gesetze betreffend die Veräußerung und Weitergabe von Eigentum zwischen den Indianern und ihren Nachbarn, so wie es den Vereinigten Staaten richtig erscheint, erlassen.

Artikel 6
Um die Zivilisierung der Indianer, die diesen Vertrag unterzeichnen, zu gewährleisten, wird die Notwendigkeit der Erziehung unterstrichen, insbesondere der Erziehung jener, die sich in den oben erwähnten Gebieten niederlassen, und sich deshalb verpflichten, ihre Kinder, männlich und weiblich, im Alter von sechs bis siebzehn Jahren zur Schule zu schicken; und hiermit ist es die Pflicht des Beamten zu überwachen, daß diese Abmachung strikt eingehalten wird; die Vereinigten Staaten erklären, daß für je 30 Kinder des oben erwähnten Alters, die gezwungen werden können, die Schule zu besuchen, ein Haus bereitgestellt wird mit einem Lehrer, der kompetent ist, die grundlegenden Züge der englischen Erziehung zu vermitteln; dieser Lehrer wird unter den erwähnten Indianern wohnen und seine Pflichten als Lehrer gewissenhaft ausführen.
Die Verordnungen dieses Artikels gelten mindestens 10 Jahre.

Artikel 7
Wenn ein Familienoberhaupt ein Stück Land ausgewählt hat und - wie oben beschrieben - ein Dokument dafür erhalten hat, und wenn weiters der Beamte sieht, daß der Indianer beabsichtigt, zur Zufriedenheit aller das Land zu bestellen und vom Ertrag zu leben, dann ist der Indianer berechtigt, Saatgut und Ackerbaugeräte für das erste Jahr zu erhalten, höchstens jedoch im Wert von 100 Dollar; für jedes weitere Jahr, das er bebaut, ist er für eine Zeitspanne von 2 Jahren berechtigt, Saatgut und Geräte im Wert von 25 Dollar in Anspruch zu nehmen.

Artikel 8
Anstelle des Geldes oder anderer Jahreszinsen, die den hier erwänten Indianern auf Grund dieses oder weiterer Verträge zugesprochen werden, erklären die Vereinigten Staaten, daß sie im Verwaltungsgebäude der erwähnten Reservation 10 Jahre hindurch am 1. September jedes Jahres folgende Artikel ausliefern:
Kleidungsartikel, Güter oder statt dessen Rohmaterial im Wert von höchstens 5 Dollar pro Indianer - den Wert schätzt der Beamte -; jeder Indianer soll angehalten werden, seine Kleidung, Decken etc. selbst herzustellen, und nur mit solchen Gegenständen ausgestattet zu sein, die er selbst herstellen kann. Damit der Kommissar für indianische Angelegenheiten die ober erwähnten Gegenstände richtig schätzen kann, ist es die Pflicht des Beamten, ihm jedes Jahr eine vollständige und exakte Zählung der Indianer vorzulegen, auf deren Grundlage die Schätzung vorgenommen werden kann.
Zusätzlich zu den oben erwähnten Artikeln soll für die Dauer von 10 Jahren alljährlich die Summe von 10 Dollar jenen Personen zukommen, die in den rechtmäßigen Genuß der Vertragsbestimmungen kommen, jenen, die dem Ackerbau oder einem Handwerk nachgehen und vom Kommissar für indianische Angelegenheiten beim Verkauf von solchen Waren, die von Zeit zu Zeit für die Bedürfnisse der Indianer notwendig erscheinen, eingesetzt werden. Wenn man innerhalb dieser 10 Jahre irgendwann den Eindruck hat, man könnte das Geld, das man für die Kleidung verwendet, einer den erwähnten Indianern nützlicheren Sache zuwenden, hat der Kommissar für indianische Angelegenheiten das Recht, das Geld anderen Zwecken zuzuweisen, doch unter keinen Umständen soll die Zuweisung völlig zurückgezogen werden oder eine Zeitlang unterbunden werden, dies alles jedoch unter der Voraussetzung, daß Frieden herrscht. Und der Präsident wird jährlich einen Offizier der Armee abordnen, der bei der Ausgabe der Güter an die heir genannten Indianer anwesend ist und die Ausgabe bezeugt; er wird die Qualität und die Quantität der Waren und die Art der Auslieferung begutachten und melden.

Artikel 9
In Anbetracht der Vorteile und Gewinne, die dieser Vertrag bringt, und angesichts der vielen Zusicherungen von Freundschaft, wird den Stämmen, die Vertragsbeteiligte sind, zur Bedingung gemacht, daß sie auf jedes Recht, ein Gebiet außerhalb ihrer Reservation zu besetzen, verzichten, doch das Recht behalten, in jedem angrenzenden unbewohnten Landstück zu jagen, solange esin den umliegenden Gebieten genügend Wild gibt, um dies zu verantworten;
und sie, die Indianer, erklären ausdrücklich:
1) daß sie dem Bau der transkontinentalen Eisenbahn, der nun begonnen wurde und weitergetrieben wird, keinen Widerstand entgegensetzen;
2) Daß sie sich nicht einmischen in den friedlichen Bau irgendeiner Eisenbahnlinie außerhalb ihrer Reservation, die hier abgegrenzt wurde;
3) daß sie nicht Personen - zu Hause oder auf Reisen - belästigen werden, noch Eisenbahnzüge oder Wagenzüge, Maultiere oder Vieh, das Amerikanern oder Leuten, die mit Amerikanern befreundet sind, gehört, angreifen oder rauben;
4) daß sie nie von Siedlungen Frauen rauben oder Kinder entführen;
5) daß sie nie Weiße töten oder skalpieren, noch versuchen, ihnen etwas anzutun;
6) daß sie sich in Zukunft nicht dem Bau von Eisenbahnlinien, Straßen, Postgebäuden und anderen notwendigen oder nützlichen Dingen, die durch die Vereinigten Staaten gesetzlich befohlen oder erlaubt wurden, widersetzen; doch sollten solche Wege oder Bauten auf dem Gebiet ihrer Reservation errichtet werden, wird die Regierung dem Stamm Schadenersatz bezahlen. Die Höhe des angerichteten Schadens wird eine dreiköpfige neutrale Kommission festsetzen, die vom Präsidenten eigens zu diesem Zweck ernannt wird, wobei eines der Kommissionsmitglieder der Häuptling oder ein Führer des Stammes ist.
7) daß sie dem Bau von militärischen Stützpunkten oder Straßen, die jetzt gebaut werden oder in Zukunft angelegt werden, keinen Widerstand entgegensetzen, dadurch daß sie diesen Vertrag oder weitere Verträge, die evtl. in Zukunft mit anderen Indianerstämmen gemacht werden, verletzen.

Artikel 10
Kein zukünftiger Vertrag über den Verzicht auf einen Teil der hier beschriebenen Reservation soll Gültigkeit haben oder gegen die Indianer ausgelegt werden, es sei denn, mehr als drei Viertel aller männlichen erwachsenen Indianer, die entweder das betroffene Gebiet besiedeln oder am Vertrag interessiert sind, stimmen dem zu; und kein Verzicht des Stammes soll so verstanden und ausgelegt werden, daß irgendein Mitglied des Stammes ohne seine Zustimmung der Rechte auf ein Stück Land, das er gemäß Artikel 5 des Vertrages wählen kann, beraubt wird.
Die Navajo erklären hiermit außerdem, daß sie nach der Unterzeichnung so in die zur Verfügung gestellte Reservation gehen werden, wie der Agent oder der Beamte, der mit ihrer Ausweisung beauftragt ist, es ihnen vorschreibt; die Vereinigten Staaten werden für ihren Unterhalt auf dem Weg aufkommen und genügend Transportmöglichkeiten für die Kranken und Schwachen bereitstellen.

Artikel 11
Die betroffenen Parteien erklären weiters, daß die Summe von 150.000 Dollar wie folgt aufgeteilt werden soll:
1) Etwa 50.000 Dollar für die tatsächlichen Kosten der Umsiedlung des Stammes vom Bosque Redondo Reservat zur neuen Reservation.
2) Der Erwerb von 15.000 Schafen und Ziegen soll höchstens 30.000 Dollar kosten.
3) Der Kauf von 500 Stück Rindern und einer Million Pfund Mais, der gesammelt und in einem Militärstützpunk nahe der Reservation aufbewahrt wird - welcher dem Befehl des Beamten untersteht - um für den kommenden Winter das Nötigste bereitzustellen.
4) Der Rest, falls vorhanden, wird verwendet, um die Indianer, die bezüglich ihrer Umsiedlung unentschlossen sind, zu unterstützen; die Art und Weise kann der Beamte, der bei ihnen bleibt, bestimmen.
5) Die Umsiedlung dieses Stammes wird unter die oberste Kontrolle und Leitung des militärischen Befehlshabers von New Mexico gestellt, und wenn sie abgeschlossen ist, wird die Führung des Stammes einem eigenen Beamten unterstellt.
Der genannte Stamm erklärt sich durch seine Repräsentanten, die Parteien des Vertrages, einverstanden, daß er die beschriebene Reservation zu seiner ständigen Heimat macht, daß er sich als Stamm nicht irgendwo anders niederlassen wird - ausgenommen das Recht, in den benachtbarten Gebieten der bisherigen Reservation zu jagen - und sich den Anordnungen, die in diesem Vertrag beschrieben sind, sowie den Anordnungen des jeweiligen Kommandierenden des Gebietes, in dem die Reservation liegt, unterwirft. Die Parteien des Vertrages erklären weiters, daß jeder Navajo und jeder andere Indianer, der sich außerhalb der genannten Reservation niederläßt, alle Rechte, Privilegien und Vorteile, die in dem Vertrag festgelegt sind, verliert. Außerdem verpflichten sich die Parteien des Vertrages, daß sie alles in ihrer Macht Stehende tun werden, Indianer dazu zu bringen, die nun irgendwo außerhalb des Reservates, das für die Besiedlung und Bewirtschaftung durch Indianer bestimmt ist, ein Nomadenleben führen, die in Kriegszustand leben mit Bürgern der Vereinigten Staaten, ein solches Leben aufzugeben und sich in einer Reservation, die nur für die Besiedlung und Bebauung durch Indianer eingerichtet wurde, auf immer niederzulassen.
 


Urkundlich dessen, setzen die Parteien ihr Siegel am 1. Juni 1868 in Fort Sumner, N.M.
W.T. Sherman
Lt. Gen´l, Indian Peace Commissioner
S.F. Tappan, Indian Peace Commissioner
Barboncito, Chief
Armijo
Delgado
Manuelito
Largo
Herrero
Chiqueto
Muerto de Hombre
Hombro
Narbono
Narbono Segundo
Ganado Mucho
Riquo
Juan Martin
Serginto
Grande
Inoetenito
Muchachos Mucho
Chiqueto Segundo
Cabello Amarillo
Francisco
Torivio
Desdendado
Juan
Guero
Gugadore
Cabason
Barbon Segundo
Cabares Colorados

Attest:
Geo. W.G. Getty,
Col 37th Inf´y, Bt.Maj.Gen´l U.S.A.
B.S. Roberts,
Bt.Brg.Gen´l U.S.A., Lt. Col. 3rd Cav´y.
J. Cooper McKee,
Bt. Lt.Col.Suegeon U.S.A.
Theo. H. Dodd,
U.S. Indian Ag´t for Navajos.
Chas.McClure,
Bt.Maj. and C.S.U.S.A.
James F. Weeds,
Bt.Maj. and Asst.Surg. U.S.A.
J.C. Sutherland,
Interpreter
William Vaux,
Chaplain U.S.A

 

Der Senat der Vereinigten Staaten erhielt den Vertrag und entschied sich nach dessen Begutachtung am 25. Juli 1868 für die Ratifizierung desselben mit einer Resolution:

 

 


(Andrew Johnson, 17. Präsident der USA ,Unionist ,15. April 1865 bis 3. März 1869)

 

Der Senat (zwei Drittel der Senatoren waren anwesend) rät zur Ratifizierung des Vertrages zwischen den Vereinigten Staaten und den Navajo, der in Fort Sumner, N.M., am 1. Juni 1868 abgeschlossen wurde.

Geo. C. Gorham
Secretary,

By. W.J. McDonald
Chief Clerk.

Aus diesem Grunde werde nun bekannt gegeben, daß ich, Andrew Johnson, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, im Anschluß an die Beratung durch den Senat, wie in der Resolution vom 25. Juli 1868, den genannten Vertrag akzeptiere, ratifiziere und bestätige.
Urkundlich habe ich meinen Namen unterzeichnet und das Siegel der Vereinigten Staaten von Amerika aufgedrückt
So geschehen in Washington, den 12. August im Jahre des Herrn 1868 und im 93. Jahr der Unabhängigkeit von Amerika

 


Vorgeschichte III

Das Reservationsgebiet, das dem westlich des Missouri gelegenen Territorium des heutigen Staates South Dakota entspricht und das angrenzende Gebiet bis zu den Bighorn Mountains, insbesondere das Powder River Basin, wurde den Indianern ebenfalls als Jagdgebiet zugestanden. Dort sollten weder militärische Stützpunkte angelegt werden und Siedler sollten da auch kein Land beanspruchen können, ebenfalls sollte kein Weisser die, für die Ureinwohner heiligen Black Hills betreten dürfen. Die Black Hills waren für die Sioux der Mittelpunkt der Welt und die Krieger gingen in die Heilligen Berge um dort auf Visionen zu warten, dort sprachen sie auch zu wakan tankan (lakota für Großer Geist, Gott) Red Cloud, Häuptling der Oglala hielt sich an den Vertrag von Laramie und ging mit seinen Volk in das Reservat.
 


(Die Black Hills)

 

Sitting Bull und Crazy Horse weigerten sich damals diesen Vertrag zu unterzeichnen und nannten diesen wörtlich als "Lügenpapier" ,beide glaubten nicht das die Vereinigten Staaten von Amerika sich an diesen Vertrag halten würden und ihr Misstrauen wurde schon im Februar 1869 bestätigt. Eine Verordnung des Kriegsministeriums verbot den Indianern das Jagen außerhalb ihres Siedlungsgebietes in den Black Hills, obwohl ihnen das vertraglich zugestanden wurde solange es ausreichend Büffel dort gab. Der Northern Pacific-Transkontinentaleisenbahn Gesellschaft war dieser Vertrag ebenfalls ein Dorn im Auge, sie hatte bereits geplant, eine Strecke durch das Sioux-Gebiet zu bauen und deshalb Grundstücke entlang der Strecke an Maklerfirmen, Industriebetriebe, Bankkonsortien und Siedler verkauft.
Der Eisenbahnbau erreichte 1872 die Grenze zum Sioux Gebiet ,mit der Einstellung der Bauarbeiten musste gerechnet werden. Auch die Missouri-Dampfschifffahrtgesellschaft musste mit Problemen rechnen, sie hatte für ihren geplanten Schiffsverkehr auf dem Yellowstone River bereits Schiffe gekauft. Städte die im Sioux Gebiet in der Planung waren konnten nicht gebaut werden, es drohte ein großer wirtschaftlicher Zusammenbruch wenn in diesem Gebiet der Friedensvertrag weiter seine Gültigkeit behielt. Man versuchte die Sioux zu provozieren und hoffte sich das diese zu einem Aufstand hinreißen lassen würden. Der Aufstand hätte dann der US Armee einen Anlaß zum Eingreifen gegeben, aber dies scheiterte. Im selben Jahr machte in den weissen Siedlungen das Gerücht die Runde, dass sich in den Black Hills ( die Indianer nannten diese in der Lakota Sprache Paha Sapa ) große Goldvorkommen befanden. Sofort begann ein Goldrausch und die ersten Goldsucher drangen in die Black Hills ein, mit den Goldsuchern kamen auch die Büffeljäger. Die Goldsucher die von den Indianern in den Black Hills entdeckt wurden, hatten sie entweder von dort verjagt oder getötet. Sitting Bull organisierte sofort den Widerstand während die Regierung der USA zunächst noch versuchte das Land von den Indianern zu kaufen und deshalb wurden Crazy Horse, Red Cloud, Red Dog, Little Wound, American Horse, und Red Shirt nach Washington gerufen weil sie dort dem Verkauf ihres Landes zustimmen sollten. Die Antwort war für die US Regierung nicht sehr zufriedenstellend gewesen, weil die nach Washington bestellten erklärten, dass alle Sioux befragt werden müssten, die dann aber ablehnten.
 


(Originialaufnahme von Sioux aus dem Jahre 1907)

 

Im Jahre 1874 sollte eine von der Regierung beauftragte Expedition den Gerüchten von Goldfunden in dem Sioux Gebiet (Black Hills) nachgehen. General Sheridan erteilte Lt. Col. G. A. Custer den Befehl die Expedition, an der auch Geologen Teil nahmen, anzuführen. Das geschah ohne die Erlaubnis der Sioux. Die 7. Kavallerie zog von Fort Abraham Lincoln in die Black Hills aus. Die Geologen entdecken einige Goldvorkommen am French Creek in den Black Hills und Custer ließ diese Meldung durch einen Eilkurier weiterleiten. Custer selbst soll sich ebenfalls einen Großclaim gesichert haben. Diese Nachricht verbreitete sich schnell da diese Information an die Presse in Bismark gelangte und tausende Goldsucher und Unternehmer strömten in das Reservat um dort ihr Glück zu finden. Sofort entstanden Goldsucherlager und sogar Städte, die Wälder wurden gerodet die Flüsse wurden verschmutzt und das dort lebende Wild wurde gejagt. Die Sioux unternahmen dagegen zuerst noch nichts. Die US Armee versuchte den Ansturm der Goldsucher, wenn auch mit geringen Interesse von dem Sioux Reservat fernzuhalten, oder die Goldsucher die schon dort waren wieder zu vertreiben. Die Möglichkeit Gold zu finden und dadurch reich zu werden sorgte dafür das der Widerstand zu gehen enorm groß war, so dass diese sogar forderten das die Indianer gehen sollten. Vereinzelte Sioux Trupps verjagten die Goldsucher von ihrem Land und der Zorn der dort lebenden Indianer sorgte dafür das man den Eindringlingen mit einem Krieg drohte. Die US Regierung begann daraufhin sofort mit Kaufverhandlungen ohne dabei zu beachten das es sich bei den Black Hills um heiligen Boden handelte, man machte den Indianern daher ein Kaufangebot über angeblich 6 Millionen Dollar, Custers Claim soll aber inzwischen 20 Millionen Dollar erwirtschaftet haben. Red Cloud lehnte einen Verkauf ab und auch die Erlaubnis das die weissen Siedler für eine begrenzte Zeit nach Gold suchen könnten ( Schürfrechte ) wurden ebenfalls abgelehnt. Die Gruppen unter Sitting Bull, Crazy Horse und Gall die den Vertrag nicht anerkannt hatten lebten zu diesem Zeitpunkt immer noch außerhalb der Reservation und die amerikanische Regierung forderte diese auf, sich in die Reservation zu begeben. Diese Aufforderung blieb ohne Erfolg.
 


(2 Sioux im Schnee unbekannter Meister)

 

Im Jahre 1875 wurden weitere Siedler vom Goldrausch angelockt und zum Jahresende sollen es insgesamt 150.000 gewesen sein. Eine Kommission die entsandt wurde, traf im September 1875 in der Red Cloud-Agentur mit rund zwanzigtausend Sioux zusammen, diese lebten überwiegend in den Reservaten. Die Stammesführer beschwerten sich nacheinander über die Regierung und Wanigi Ska (White Ghost), ein Yanktonai-Häuptling sagte wörtlich :

Ihr habt unser Wild und alles, was unseren Lebensunterhalt sichert, aus dem Land vertrieben, und jetzt haben wir nichts Wertvolles mehr bis auf die Berge, und auch die verlangt ihr von uns. Die Erde ist voller Mineralien aller Arten, und auf der Erde ist der Boden mit Wäldern aus mächtigen Kiefern bedeckt, und wenn wir diese dem Großen Vater überlassen, dann wissen wir, dass wir das letzte aufgeben, das sowohl für uns als auch für die Weißen wertvoll ist.

 

Sitting Bull, (Tatanka I'yotanka) war bei selber nicht anwesend gewesen, er lies aber übermitteln:

"Wir wollen keine Weißen hier. Die Black Hills gehören zu mir. Wenn die Weißen versuchen, sie uns wegzunehmen, werde ich kämpfen."

 

Red Cloud versuchte im Namen aller Stammesführer zu vermitteln und verlangte sechshundert Millionen Dollar für die Black Hills, während das Gegenangebot der Regierungsbeauftragten sechs Millionen Dollar war. Damit waren die Verhandlungen zum Verkauf der Black Hills gescheitert. Die amerikanische Regierung schickte ihre Truppen aufgrund eines Berichtes vom Indianer-Inspektor E.C. Watkins am 9. November in die Gegend der Indianer Reservate, weil in dem Bericht einige hundert Lakota und Cheyenne unter der Führung von Sitting Bull, Crazy Horse und Big Foot, den Vereinigten Staaten von Amerika feindlich gesinnt gewesen waren. Der Konflikt verschärfte sich als die Regierung der USA im Dezember 1875 beschloss den Ureinwohnern das Land auf dem die Black Hills standen mit aller Gewalt zu entreißen. Man stellte ihnen ein Ultimatum und das mitten im Winter was völlig unmöglich war. Sie sollten in das Reservat zurückkehren um damit das Gebiet der Black Hills bis zum 31. Januar 1876 zu räumen, sollten diese dem nicht nachkommen würde man sie als feindlich beurteilen und man drohte das es dann zu militärischen Aktionen kommen würde. Das die Sioux und Northern Cheyenne gar nicht aus Reservaten stammten, und es ihnen auch gar nicht möglich war mitten im tiefsten Winter diesem nachkommen zu können ignorierte man einfach. Auch ihnen wurde dieses Ultimatum mitgeteilt. Viele Stämme konnte man nicht einmal rechtzeitig informieren, denn der Winter hatte sehr früh begonnen und er war dieses Mal ungewöhnlich hart, lang und schneereich. Die Folge war das die Frist nicht eingehalten werden konnte, damit wurde am 1. Februar 1876 den Indianern der Krieg erklärt. Nun verbündeten sich die dort lebenden Stämme, denn sie waren jetzt nicht mehr bereit gewesen noch weitere Vertragsbrüche hinzunehmen und Sitting Bull wurde einer ihrer Anführer.
 

       

( linkes Bild Philip Henry Sheridan- "Der einzig gute Indianer ist ein toter Indianer" )
( rechtes Bild William Tecumseh Sherman- "War is hell“, „Der Krieg ist die Hölle“ )

 

Vom Innenminister erhielt der Kriegsminister mitgeteilt, dass die Frist den man den Indianern gestellt hatte abgelaufen ist und General Sherman erhielt am 1. Februar 1876 vom Kriegsministerium den Auftrag, die entsprechenden Maßnahmen gegen die Sioux einzuleiten. Die Generale Crook und Terry erhielten von Sherman am 8 .Februar den Befehl eine Offensive für den Bighorn, Powder, Rosebud und Tongue zu planen. Inzwischen hatten die Indianer heimlich das Reservat verlassen und sich ihren frei lebenden Stammensbrüdern im Gebiet der Black Hills und am Powder River angeschlossen. Die Häuptlinge Crazy Horse, Sitting Bull und Gall waren sich einig darüber das die Zeit gekommen war, entweder zu kämpfen und zu sterben oder aufzugeben und in die Reservation zu gehen. Während dieser Zeit bewegte sich die US -Armee, dem Offensivplan entsprechend, in einer dreigliedrigen Zangenbewegung (Angriff von drei Seiten) vor um die Indianer am Powder River vernichtend zu schlagen und in das Reservat zu zwingen. Brigadegeneral George Crook marschierte in nördlicher Richtung zum Gebiet des Powder River. Die Infanterie Colonel John Gibbons und eine Batterie Gatling-Kanonen ( ein Vorgänger des Maschinengewehrs ) näherten sich von Osten. Brigadegeneral Alfred Terry, der auch Custers 7. Kavallerie unterstand, sollte von Westen aus angreifen.
 


(Gatling Gun Mod. 1865)


Am 1. März 1876 marschierte Crook los um die Strafexpedition gegen die nördlichen Plainsindianer zu beginnen. Die Vorhut von General Crook, die von Colonel J. Reynolds geführt wurde, glaubte das Dorf vom aufständischen Crazy Horse entdeckt zu haben und griff dieses sofort an, es handelte sich aber um ein Cheyenne Dorf unter dem Häuptling Two Moon. Dieser Angriff überraschte die Indianer weil sie noch während des Angriffes in ihren Zelten schliefen. Die Frauen und Kinder flüchteten eine Berghang hinauf um sich in Sicherheit zu bringen während die Krieger versuchten diesen Angriff abzuwehren indem sie sich zwischen den Felsen verschanzten und so ermöglichten sie die Flucht ihrer Stammesangehörigen, ihr Dorf aber wurde niedergebrannt und die Pferde wurden von der US -Armee erbeutet. Als es Nacht wurde schlichen sich die Cheyenne in das US-Lager und holten sich ihre Pferde wieder zurück. Als General Crook davon erfuhr war er darüber so wütend das er Reynolds vor ein Kriegsgericht stellen ließ. Two Moon und seine Cheyenne gingen in Crazy Horses Lager und schlossen sich ihm an, um gegen die Blauröcke zu kämpfen. Beide, die Oglalas und Cheyenne zogen als der Winter endgültig vorbei war in Richtung Norden um bei den Hunkpapas unter Sitting Bull ihre Lager aufzubauen. Später zogen alle Stämme gemeinsam weiter um ihr Lager am Rosebud aufzuschlagen, weitere Indianer kamen aus den Reservaten zum Rosebud, die Brules, Sans Arcs, und die Blackfoot Sioux am Ende war ihre Zahl auf mehrere Tausend angewachsen.
Anfang Juni 1876 glaubte die US- Armee besser vorbereitet zu sein und das günstigere Wetter führte zur Überzeugung, dass man die Offensive gegen die Indianer wieder aufnehmen könne. Wie im Offensivplan vorgesehen rückten General Crooks Truppen, neu ausgerüstet, aus Süden von Fort Fetterman, Colonel Gibbon aus Westen von Fort Ellis und General Terry mit Lt. Col. Custer aus Osten von Fort Lincoln. Crook errichtete am 8. Juni ein großes Basislager, von dem er dann anschließend zum Quellgebiet des Rosebud Creek weiter marschierte.

 

Rosebud Creek

 

Am 17. Juni 1876 wurde Brigadegeneral George Crooks Einheit bei einer Marschpause von einer gleich großen Anzahl Indianer, bestehend aus Sioux und Cheyenne überrascht, daraus entwickelte sich ein Kavalleriegefecht das mehrere Stunden dauern sollte. Die Schlagkraft seiner Gegner zwang ihn zum Rückzug, Crook wollte aber auch seine Verwundeten versorgen lassen und forderte weiteren Nachschub an mit der Folge das die Angriffsgruppe "Süd" aus dem Feldzug ausschied und eine Einkesselung der Indianer damit nicht mehr möglich war. Inzwischen war auch das Dampfschiff "Far West" eingetroffen und ankerte an der Mündung des Powder River in den Yellowstone, seine Aufgabe war es als schwimmende Nachschubstation zu dienen und als Hauptquartier. Major Reno hatte den Auftrag erhalten das nähere Gebiet zu erkunden um festzustellen das sich keine Feinde dort aufhalten. Als Reno zurückkehrte ergab sich folgende Lage für General Terry, die Indianer sind am Little Bighorn. General Terry der von von Crooks Niederlage nicht informiert wurde schickte Custers 7. Kavallerie entlang des Rosebud-Tals in Richtung Bighorn-River damit dieser den genauen Standort der Indianerdörfer erkundete. Die Befehle an Custer waren nicht eindeutig gewesen, er sollte nicht eher angreifen bis die Hauptstreitmacht eingetroffen ist. Custer lehnte Verstärkungstruppen und die Gatling Gun ab weil diese für das dortige Gelände nicht geeignet waren, sollte ein Kavallerieangriff durchgeführt werden. Dieser Einwand war nicht unbegründet denn schon beim Anmarsch in das Operationsgebiet hatten sich die pferdegezogenen Kanonen überschlagen und gefährliche Unfälle verursacht. Terry selber zog mit Gibbons Einheit entlang der Yellowstone und der Bighorn Flüsse, um von Norden anzugreifen da man glaubte mit dieser Bewegung die Indianer einkesseln zu können. Custer erhielt nun den Befehl mit seinen Soldaten eine Flucht der Indianer zu verhindern denn Gibbon und Terry glaubten immer noch, dass Crook von Süden her vorstoßen würde. George Armstrong Custer verabschiedete sich am 22. Juni mit seinen 7. Kavallerie Regiment in Richtung Little Bighorn River.

Crazy Horses Krieger verließen den Rosebud Creek und zogen weiter in das Tal des Little Bighorn River (Greasy Grass war die Bezeichnung der Ureinwohner) um sich dort mit den Lakota, Yanktonai, Santee, Nördlichen Arapaho, und den Nördlichen Cheyenne anzusiedeln.


Little Big Horn

Little Bighorn

 

 

 

Folgt mir nach, folgt mir nach! Heute ist ein guter Tag zum Sterben

-Crazy Horse-



 

 

Die gegnerischen Parteien am Little Big Horn

 

 
 

 

United States Army
7. Kavallerie

 

Indianerstämme
Lakota,Arapaho,Cheyenne,Sioux

Befehlshaber
George A. Custer
Befehlshaber

Sitting Bull,
Crazy Horse,
Gall
sowie weitere Häuptlinge

 

Truppenstärke
31 Offiziere,
566 Soldaten,
35-40 Scouts,
3 Zivilisten
Truppenstärke
950 - 2500 Krieger
Gefallene
ca. 268
Gefallene
ca. 40

 

Am Morgen der 25. Juni 1876 sichteten die Späher das Indianerdorf im Tal des Little Bighorn River und sie meldeten auch das sich dort eine gewaltige Anzahl von Gegnern befand. Custer entschied sich für einen sofortigen Angriff, er hoffte die Indianer zu überraschen und glaubte dadurch einen Vorteil zu haben, auf General Terry und seine Einheit wollte er nicht warten obwohl er auf diesen hätte warten sollten. Allerdings könnte der Grund für den vorzeitigen Angriff auch der gewesen sein : Custer galt als arrogant und disziplinlos, der für sich den Ruhm beanspruchen wollte die Indianer besiegt zu haben. Custer hatte angeblich auch an einen schnellen Sieg über die „Halbwilden“ geglaubt. Dies könnten auch die Gründe gewesen sein warum Custer ohne auf Verstärkung zu warten sich für den Angriff entschied. Am Nachmittag teilte Custer seine Einheit auf um von drei Seiten her angreifen zu können. Captain Frederick W. Benteen erhielt die Kompanien H, D und K mit dem Befehl die auf der linken Seite liegenden Badlands zu durchqueren und er sollte dabei die sich dort befindenden Klippen auskundschaften. Major Marcus A. Reno erhielt ebenfalls drei Kompanien und zwar die A, G und M. Er sollte durch das Tal den Fluß aufwärts marschieren, damit er die Indianer vom gegenüberliegenden Flussufer am Südende des Lagers angreifen konnte. Captain McDougall erhielt die B Kompanie und den Befehl die Versorgungseinheit zu schützen. Custer wollte den nördlichen Teil des Lagers mit fünf Kompanien angreifen, wenn Reno seinen Angriff begonnen hat.

 


(Schlachfeld in schematischer Darstellung)

 

Major Marcus A. Reno und Captain Frederick W. Benteen

 

Renos Einheit griff gegen 15.05 Uhr die Südseite des Indianerlagers an. Der Überraschungsangriff glückte zunächst es wurden Frauen und Kinder erschossen und die Einwohner des Dorfes flüchteten, doch den Hunkpapa-Sioux unter der Führung von Gall gelang es diesen Angriff abzuwehren. Die Kavallerieeinheit von Reno war nun gezwungen von ihren Pferden abzusitzen. Zunächst wurde Reno frontal angegriffen und danach griffen die von Gall geführten Sioux die linke Flanke an. Es gelang ihnen die linke Flanke zu überflügeln und von der Seite her aufzurollen. Major Reno musste sich in einen nahen Pappelwald zurückziehen. Doch seine Soldaten wurden auch dort angegriffen und dieses Mal wurde aus einem Rückzug eine panische Flucht. Man wollte so schnell wie möglich die an einem Fluss liegenden Felsenklippen erreichen, viele Soldaten starben als sie sich im Fluss befanden doch am Ende erreichten die meisten von Renos Einheit die rettenden Felsenklippen und könnten sich dort halten. Benteen der diese Ereignisse beobachten konnte bewegte sich mit seinen Männern auf die Verteidigungsstellung von Reno zu, um diesen zu unterstützen. Er hatte zwar den Befehl von Custer erhalten zu ihm zu stoßen, doch Reno als der Ranghöhere befahl Benteen das er seine Truppen verstärken sollte. Reno war dazu berechtigt in dieser Situation den Befehl seines Vorgesetzten Custer an Benteen auszusetzen. Beide Bataillone wurden von den Indianern belagert und waren dadurch nicht mehr in der Lage einen weiteren Angriff durchzuführen. Der schnelle Sieg ermöglichte es den Indianern genügend Kämpfer freizustellen um den anrückenden Custer anzugreifen.


 

George Armstrong Custer


 

Custers Angriff begann um 16.05 Uhr ,er stürmte mit seinen Kompanien ( C, E, F, I und L ) den Hügel hinab zum Angriff ohne das er bemerkte das seine beiden flanken zum Rückzug gezwungen waren. Das hügelige Gelände machte eine typische Kavallerieattacke unmöglich und so musste der Angriff in der sogenannten 2 er Reihe erfolgen. Custers Einheit konnte aufgehalten werden und Gall gelang es mit seinen ca. 1500 Kriegern diesen Angriff abzuwehren und Custer zurückzudrängen. Die große Übermacht zwang Custer zu einen noch geordneten Rückzug. Custer wich nach den ersten Abwehrkämpfen aus und wollte die höchste Erhebung der Hügelkette ( heute Custer Hill ) erreichen um sich dort zu verschanzen. Die F ( George W. Yates ) und die I Kompanie ( Miles W. Keogh ) die Custers Rückzug sichern sollten, wurden nach kurzen harten Kämpfen niedergekämpft. Die Sioux und die Cheyenne die von Crazy Horse und Two Moon angeführt wurden umgingen Custers Stellung und schnitten ihm den Rückzugweg ab. Sie erreichten die Anhöhe als Custer gerade seinen Rückzug angetreten hatte. Custer saß damit in der Falle und konnte sich nicht mehr auf den Hügel zurückziehen. Custer letzte Stellung befand sich auf dem „Last Stand Hill“, wo er sich noch mit 60 Mann verteidigte. Am Anfang konnte Custers Einheit noch in Formation kämpfen aber mit dem Fortschreiten der Schlacht zerfiel diese Formation in kleine ungeordnete Trupps. Die Indianer überrannten eine Kompanie nach der anderen. Ihr Vorteil bestand darin das sie mit mehrschüssige Repetiergewehre besaßen mit denen sie auf eine kurze Feuerdistanz eine hohe wirksame Feuerkraft erreichen konnten (Winchester Gewehre). Viele von ihnen kämpften aber auch noch mit Pfeil und Bogen und nahmen sich später die Waffen von den gefallenen Kaverlleristen. Die Kavallerie Custers hatte dagegen nur die einschüssigen Springfield Modell 1873 Trapdoor-Karabiner diese Gewehre hatten aber im Gefecht immer häufiger Ladehemmungen und die die US-Soldaten mussten sich dann mit ihren Colt Revolvern verteidigen. Die Soldaten Custers die in Panik zu fliehen versuchten wurden von den Indianern eingeholt und getötet. Nach etwa einer halben Stunde waren Custer und seine Männer gefallen und seine 5 Kompanien waren komplett vernichtet worden. Die Schlacht auf dem „Last Stand Hill“ war beendet und sofort skalpierten und verstümmelten die Indianer alle Leichen die einzige Ausnahme war die von Custer. Custers Bruder Tom schnitt man das Herz heraus und Custers Adjutanten, Capt. W. W. Cook hatte man seinen Backenbart aus dem Gesicht geschnitten. Custer selbst hatte eine Schusswunde in der linken Seite und der linken Schläfe. Die Trommelfelle wurden ihm durchstochen und man trennte ein Glied seines linken Fingers ab. Skalpiert wurde er nicht weil er wohl damals schon ein schütteres Haupthaar besaß.

Es war ungefähr 17.30 Uhr - die Schlacht hatte ihren Höhepunkt überschritten; als Captain Thomas B. Weir ohne einen Befehl von Reno und Benteen versuchte den Ort wo Custer gekämpft hatte noch zu erreichen. Reno und Benteen versuchten sogar noch den Vorstoß zu unterstützen, doch wurden sie erneut von den Indianern in die Felsklippen zurückgedrängt. Die Indianer selbst versuchten keinen Angriff, sondern beschränkten sich darauf die Soldaten mit gezielten Schüssen zu Töten viele Männer von Benteen und Reno wurden noch durch diesen Beschuss entweder verwundet oder getötet. Die Belagerung hielten sie weiter aufrecht.
Am nächsten Tag den 26. Juni 1876 entdeckten die Späher von Stiing Bull eine große Anzahl von Soldaten die sich in die Richtung des Schlachtfeldes bewegten. Es war Terrys Armee auf die Custer eigentlich hätte warten sollen. Die Indianer steckten daraufhin das Gras in Brand und zogen sich in Richtung Bighorn Mountains zurück. Sie teilten sich dabei in kleinere Gruppen auf.Crazy Horse blieb in den Bighorn Mountains, Sitting Bull und Gall zogen weiter nach Kanada. Zwei Tage hatten Benteen und Reno in den Klippen ausgeharrt als am Morgen des 27. Juni 1876 als Terrys Armee am Little Big Horn eintraf.
Nach der Schlacht behaupteten mehrere Häuptlinge und Krieger Custer getötet zu haben. Benteen sagte nach Little Bighorn über den Schlachtverlauf folgendes aus, es war unmöglich gewesen mit seinen drei Kompanien Custer zu retten und diesen Einsatz zu überleben.

Folgen der Schlacht


 

Charles Marion Russell - The Custer Fight (1903)


Für die Ureinwohner Amerikas war die Schlacht am Little Big Horn einer der größten, wenn nicht sogar der größte Sieg über die US Armee für die Vereinigten Staaten war es auf jeden Fall eine schmerzliche Niederlage kurz vor der 100 Jahrfeier am 4 Juli 1876. ( Unabhängigkeitstag 4. Juli 1776 )
Die Zeitungen betitelten den Sieg der Indianer als "Massaker" und die amerikanische Öffentlichkeit forderte eine schnelle Bestrafung. Die Regierung und das Militär kamen nun zu der Überzeugung das der Widerstand der Indianer endgültig mit militärischen Mitteln beendet werden müsste. Der Kongress verabschiedete ein Gesetz, in dem Stand, dass die Dakota auf das Land am Powder River und auf die Black Hills zu verzichten haben. Die Eisenbahngesellschaften begannen mit der Wiederaufnahme des Streckenbaus und die Weißen siedelten sich erneut in dem Gebiet an. Die Armee beging an den Indianern erneut Grausamkeiten mit dem Motto " Rache für Custer". Am 8. August 1876 wurde American Horse (Oglala), mit vierzig Familien bei Slim Buttes aufgespürt. General Crook lies alle Oglalas niedermachen. Im Mai 1877 hatte sich Crazy Horse mit seinen Leuten, General Miles ergeben. Er wurde in Camp Robinson interniert und dort am 5. September 1877 getötet. 1879 trennten sich Gall und Sitting Bull nach einem Streit, Gall zog nach Süden und schloss mit den weissen Frieden. 1881 kehrte auch Sitting Bull aus Kanada in die USA zurück und ergab sich in Fort Buford und wird mit seinen Leuten in die Standing Rock Reservation gebracht

heutige Zeit

 

(Der Ort des Geschehens liegt ca. 90 km südöstlich der Stadt Billings / Montana entfernt.)



Drei Jahre nach der Schlacht am Little Big Horn im Jahre 1879 wurde das Gelände als National Cemetery ausgewiesen.1881 wurde ein Obelisk für die 7. Kavallerie aus Granit aufgestellt und 1886 wurde dieser Platz zur nationalen Gedenkstätte. 70 Jahre nach der Schlacht ( 1946 ) wurde das Gelände in Custer Battlefield National Monument umbenannt. 1952 wurde ein Besucherzentrum eröffnet und im Jahr 1988 protestierte die American Indian Movement am Little Bighorn. 1991 wurde das Gelände erneut umbenannt in Little Bighorn Battlefield. 1999 begann mit dem ersten symbolischen Spatenstich der Bau des Indian Memorial. Seit 2003 trägt das Gelände nun den Namen „ Little Big Horn Battlefield National Monument „. Im Mittelpunkt liegt der Friedhof für die gefallenen US-Soldaten. Für die ca. 40 getöteten Indianer errichtete man auf dem ehemaligen Schlachtfeld mehrere Denkmäler, die ebenfalls 2003 enthüllt wurden.


Quellen

Buch

Siegfried Augustin, Die Geschichte der Indianer - Von Pocahontas bis Geronimo 1600 -1900, Nymphenburger in der F.A Herbig Verlagsbuchhandlung GmbH München.
ISBN 3- 485-00736-6 (Der Inhalt des Vertrages war auch hier wörtlich enthalten wie bei der I- Net Quelle)


I-Net

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http://www.wyomingtalesandtrails.com/custer6.html ( Zugriff 16.05.2011)

 

Autor: Hasso von Manteuffel