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Wir sind eine unabhängige und vorwiegend deutschsprachige Internetseite für Modding in Games. Seit 2005 hat sich das Projekt Designmodproject dem Modden bzw. dem Erstellen von Mods verschrieben (Mod; Abk. für engl. modification oder deutsch Modifikation). Dabei stand immer die historische Erweiterung von Spielinhalten des strategie- und militärhistorischen Genres der PC-Spiele im Vordergrund.

Aus dem DMP Hobbyforum hat sich eine innovative Community entwickelt, welche ergänzende Inhalte zu den Spielen und dessen Hintergründe einbringt. So existieren heute neben einem vielfältigen Downloadbereich, einer aktiven Forengemeinde und der Informationsplattform zu verschiedenen Spielen, auch eine Anlaufstelle für interessierte Modder, Spieler und Spieleentwickler.

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War Ace Campaign  Patch 5.2

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Dieser Patch korrigiert diverse Fehler aus Version 5.0 oder 5.01 und korrigiert die Dateistruktur vieler Einheiten, welche möglicherweise unregelmäßige CTDs beim Spielen oder Laden verursachen.
DAW - Der andere Weg 19-01

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Folgende Änderungen bzw. Zusätze zur bisherigen Version (DAW 18-02) sind enthalten: Darstellung von Meeresfeldern Die Meerestiles haben (auch für die ersten 3 Kampagnen) ein neues Grafikmuste
Amulet Mod Version 3.0

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Der Amulet Mod 3.0 ist für das PC-Spiel Panzer Corps Wehrmacht. Es ist der zur Zeit tiefgreifendste und umfangreichste Mod für deutsche Einheiten. Hier kurz die Merkmale: 77 neue Einheiten; 50
Modern Conflicts 1.1

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Endlich ist Version 1.1 live. Der erste Teil der russischen Kampagne ist verfügbar, außerdem sind viele Balance-, grafische und andere Verbesserungen implementiert worden. Da hat Akkula wieder gan
Total Realism Project

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TRP 1.04 ist eine Zusammenfassung der vielen kleineren Ideen, die wir zu unserer Mod hatten. Wir veröffentlichen sie nun auf Basis der neuen HoI 2 Darkest Hour-Version 1.05.
DAW - Der andere Weg 18-02

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Battlefield: Europe 1.9

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Changes in v1.9
Pazifik Korps Teil 4 Part 3

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Im 3. Teil der US-Kampagne "Nach den schwarzen Tränen der Arizona", geht es als erstes um die Befreiung der Philippinen. Hierbei werden Sie von einem lokalen Helden tatkräftig unterstützt. Die aus
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Eine erhoffte Fortzetzung des War Ace Campaign Großmod für das Spiel Silent Hunter 3 wurde von HanSolo nach mehr als 2 Jahren intensiver Entwicklungszeit vollendet.
DAW - Der andere Weg 17-09

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Folgende Änderungen bzw. Zusätze zur Version DAW 17-04 sind enthalten: Englische Texte DAW Kompendium + Credits, Install-Datei, sowie alle Briefingsdateien und Texte innerhalb der Kampagnen sin
Panzer War in Europe Mod

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Ein Mod des Users IronCross für das Spiel Panzer War in Europe. Es wurden vorhandene Grafiken berichtigt und einige Grafiken hinzugefügt. Es wurde noch weitere Änderungen vorgenommen. Die detaill

 

Portrait

Generalfeldmarschall Robert Ritter von Greim


* 22. Juni 1892 in Bayreuth
† 24. Mai 1945 in Salzburg

Kaiserreich

Kaiserreich

Robert Greim wurde am 22. Juni 1892 in Bayreuth/Oberfranken als Sohn des Königlich Bayrischen Gendarmerie-Hauptmanns Ludwig Greim geboren. Er besuchte zunächst ein Münchener Gymnasium, verbrachte dann die Jahre 1906 bis 1911 im Bayrischen Kadettenkorps und legte danach an einem Realgymnasium seine Abiturprüfung ab. Am 7. Juli 1911 trat Greim als technisch interessierter junger Fähnrich in das Bayrische Eisenbahn-Bataillon ein, ließ sich jedoch im November 1912 ins 8. Bayrische Feldartillerieregiment nach Nürnberg versetzen, in dem er nach Besuch der Kriegsschule München im Herbst 1913 zum Leutnant befördert wurde.

Erster Weltkrieg

Mit diesem Regiment zog er im August 1914 auch in den Ersten Weltkrieg. Er zeichnete sich als Batterieführer in den Kämpfen in Lothringen, an der Maas, bei Nancy-Epinal, in Flandern, in der Provinz Artois, bei Arras und bei Cambrai aus. Bereits am 26. November 1914 erhielt Greim das EK II. Die Eroberungen von St. Mihiel und des Sperrforts Camp de Romains waren seiner persönlichen Tapferkeit zu verdanken. Im Jahr 1915 fand er zunächst als Ordonnanzoffizier, dann ab März 1915 als Adjutant bei der I. Abteilung seines Regiments Verwendung. Greims technisches Interesse ließ ihn mit der damals noch in den Kinderschuhen steckenden Militärfliegerei liebäugeln und so wurde er im August 1915 zu einem Flugzeugbeobachterlehrgang kommandiert. Über diesen Lehrgang kam er endgültig zur Fliegerei.
 

 



Er wurde als Beobachter zur Feldfliegerabteilung 3b versetzt und konnte dort schon bald, mit Leutnant Hempel als Flugzeugführer, seinen ersten Luftsieg melden. Am 10. Oktober 1915 erhielt Greim das EK I. Er wurde zur Artilleriefliegerabteilung (A) 204 versetzt und flog dort mit seinem Flugzeugführer zahlreiche Einsätze als Aufklärungs- und Beobachtungsflieger, lenkte vor allem das Einschießen der eigenen Artillerie auf feindliche Stellungen und Batterien, machte Lichtbilderkundung und nahm auch an Bombenangriffen und Jagdeinsätzen teil. Ende November 1916 wurde Greim zur Ausbildung als Flugzeugführer nach Schleißheim kommandiert, avancierte im Januar 1917 zum Oberleutnant und kehrte danach wieder zu seiner alten Abteilung zurück, die inzwischen in Bayrische Fliegerabteilung 46 umbenannt worden war. Im April 1917 wechselte er zur Jagdstaffel 34 unter dem späteren Pour le Mérite-Träger Oberleutnant Eduard Ritter von Dostler und übernahm nach dessen Abberufung im Juni 1917 die Staffel als Staffelkapitän.



An der Spitze dieser Staffel vollbrachte Greim dann höchste fliegerische und soldatische Leistungen. Aufgrund seiner taktischen und hervorragenden fliegerischen Begabung konnte er an der Westfront 25 Luftsiege erringen. Ferner gelang Greim als erstem Flugzeugführer in der Geschichte der deutschen Jagdfliegerei, mit Vizefeldwebel Johann Pütz als Beobachter, am 11. März 1918 aus ca. 600 Metern Höhe die Vernichtung eines englischen Tanks durch gezieltes MG-Feuer. In der Frühjahrsschlacht 1918 führte er mehrere in der Jagdgruppe 9 zusammengefasste Jagdstaffeln und leitete in den folgenden Abwehrschlachten die Einsätze der Jagdflieger im Bereich der 2. Armee. Nach insgesamt 28 Luftsiegen trug Robert Greim nicht nur beide Eisernen Kreuze und den Hausorden von Hohenzollern mit Schwertern, sondern der deutsche Kaiser verlieh ihm außerdem am 8. Oktober 1918 die höchste deutsche Tapferkeitsauszeichnung jener Tage, den Orden Pour le Mérite. Außerdem wurde er am 23. Oktober 1918 vom Bayrischen König mit dem Militär-Max-Joseph-Orden ausgezeichnet, womit die Erhebung in den Ritterstand verbunden war. Von nun an durfte er sich Robert Ritter von Greim nennen.


Weimar

Weimarer Republik

Nach dem Ausbruch der Revolution in Deutschland startete Ritter von Greim am 11. November 1918, um 12 Uhr Mittags, mit seiner Staffel zum letzten Mal und flog in die Heimat zurück. Er gehörte zuletzt der Schleißheimer Kurierstaffel an und hatte am 15. März 1920, auf Befehl des Reichswehrgruppenkommandos 4, zwei Zivilisten nach Berlin zu fliegen, die dort die Situation nach dem Kapp-Putsch erkunden sollten. Es handelte sich dabei um Adolf Hitler und dessen Begleiter Dietrich Eckart. Ende März 1920 schied Ritter von Greim als "charakterisierter" Hauptmann (das heißt mit Titel, aber ohne Patent und Gebührnissen eines Hauptmanns) aus dem aktiven Dienst aus. Er studierte zunächst in München Rechtswissenschaft und legte am 22. Juli 1922 das Referendarexamen ab. Danach arbeitete Ritter von Greim zwei Jahre in einer Münchner Bank. Auch in dieser Zeit blieb er der Fliegerei treu, beteiligte sich in seiner Freizeit, zusammen mit Ernst Udet, an Kunstflugvorführungen und half so durch sein fliegerisches Können mit, das Interesse der Öffentlichkeit am Luftsport zu wecken und wach zu halten. 1924 ging Ritter von Greim nach Ostasien und organisierte die Luftstreitkräfte bei der Südchinesischen Nationalregierung. In Kanton war er dann Leiter der fliegerischen Ausbildung an der Militärfliegerschule. 1927 kehrte Ritter von Greim wieder nach Deutschland zurück und war anschließend bis 1933 als Fluglehrer bei der Sportflug GmbH in Würzburg tätig. Hier flog er persönlich jede neue Maschine ein und bildete viele später bekannt gewordene Flugzeugführer aus.


NS-Staat

Nationalsozialismus

Am 1. Januar 1934 wurde Ritter von Greim als Major im 7. bayrischen Artillerieregiment der Reichswehr reaktiviert, jedoch bald darauf dem unter Hermann Göring neu geschaffenen Reichsluftfahrtministerium zur Verfügung gestellt. Von diesem wurde er mit der Aufstellung des Jagdgeschwaders "Richthofen" in Döberitz beauftragt, an dessen Spitze er nach der Verkündung der wiedererlangten deutschen Wehrhoheit am 17. März 1935 vor Adolf Hitler, seinem damaligen Fluggast aus dem Jahre 1920, paradierte. Am 1. August 1935 erfolgte seine Ernennung zum Inspekteur der Jagdflieger und am 1. September 1935 seine Beförderung zum Oberstleutnant. Danach wurde Ritter von Greim am 10. Februar 1936 zum Inspekteur für Flugsicherheit und Gerät ernannt und avancierte in dieser Eigenschaft am 20. April 1936 zum Oberst. Am 1. August 1937 übernahm er die Führung der Geschäfte des Luftwaffenpersonalamtes, avancierte am 1. Februar 1938 zum Generalmajor und wurde Amtschef. In diesen Funktionen, nahm Ritter von Greim erheblichen Einfluss auf den Aufbau und die Ausbildung der Luftwaffe. Anfang 1939 übernahm er das Kommando über die 5. Fliegerdivision in München.
 

 


2.Weltkrieg

Zweiter Weltkrieg

Am 3. Oktober 1939 wurde Ritter von Greim Kommandierender General des nunmehrigen V. Fliegerkorps und avancierte am 1. Januar 1940 zum Generalleutnant. Mit seinem V. Fliegerkorps nahm er ab dem 10. Mai 1940 am Westfeldzug teil, wobei er großen Anteil an diesem überragenden Erfolg hatte. Die von ihm geführten Fliegerverbände zeichneten sich beim Durchbruch durch die Maginotlinie sowie bei den Kämpfen im Elsass und in Burgund besonders aus. Dafür erhielt Robert Ritter von Greim am 24. Juni 1940 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes und wurde am 19. Juli 1940 zum General der Flieger befördert. Mit den drei Kampfgeschwadern (KG) seines V. Fliegerkorps, dem KG 51, 54 und 55, beteiligte er sich dann im Herbst 1940 an der "Luftschlacht um England" und kämpfte ab dem 22. Juni 1941 unter der Luftflotte 4 im Südabschnitt der Ostfront. Das V. Fliegerkorps wurde im April 1942 zum Luftwaffenkommando Ost und Anfang Mai 1943 zur Luftflotte 6 ausgebaut. Am 16. Februar 1943 zum Generaloberst befördert, erhielt Robert Ritter von Greim für die hervorragenden Erfolge seiner Luftwaffenverbände am 2. April 1943 das 216. Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Mit seiner Luftflotte kämpfte er auch 1943 und 1944 weiterhin im Bereich der Heeresgruppe Mitte und hatte dort die ganze Last und Verantwortung des Luftwaffeneinsatzes zu tragen. Generaloberst Ritter von Greim verfügte nur über wenige fliegende Verbände, da der Schwerpunkt der Kriegsführung auf dem Südflügel der Ostfront lag.

Unternehmen "Zitadelle"

Immerhin konnte er zum Unternehmen "Zitadelle" im Juli 1943 ca. 730 Flugzeuge auf 15 Flugplätzen rund um Orel bereitstellen und als am 5. Juli 1943 die Operation begann, haben seine fliegenden Verbände und die Flak-Artillerie das Heer wirkungsvoll unterstützt. Auch als danach zur Abwehr übergegangen werden musste, leisteten Ritter von Greim´s Verbände hervorragendes. So wurde zum Beispiel die Flak-Artillerie zu seiner wichtigsten Waffe, die sich sowohl gegen feindliche Flugzeuge als auch gegen feindliche Panzer großartig bewährte. Mit Beginn der sowjetischen Sommeroffensive am 22. Juli 1944 verfügte er allerdings nur noch über 40 einsatzbereite Jäger. Für seine bisher unter Beweis gestellten Führungsleistungen erhielt Robert Ritter von Greim am 28. August 1944 das 92. Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Er war ein fachlich hoch qualifizierter militärischer Führer und in hohen Luftwaffenkreisen hätte man ihn gern schon 1943 in der Stellung von Göring gesehen. Auch Hitler, versuchte ihn an höhere Positionen zu stellen. Er bot ihm 1944, nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli, die Nachfolge von Generalstabschef Generaloberst Günther Korten an, aber Ritter von Greim erbat sich ausreichende Vollmachten und die glaubte Hitler Göring nicht abverlangen zu können. Göring bewog Ritter von Greim schließlich zum Verzicht und da für ihn Loyalität und Gehorsam selbstverständlich waren, folgte er dieser Aufforderung. Er wies auch im Januar 1945 eine Initiative der Jagdflieger zurück, die bei Hitler das Ersetzen Görings durch Ritter von Greim verlangen wollten. 1945 waren der Luftflotte 6 die Luftwaffenkommandos 4, 8, Ostpreußen und Nordost, das I. und II. Flak-Korps, das I. Jagdkorps, die 1. und 4. Fliegerdivision und der Jagdfliegerführer Ostpreußen unterstellt. Die wenigen noch verbleibenden Maschinen von Ritter von Greim´s Luftflotte waren es, die bei den letzten Kämpfen an der Oder noch einmal Aufklärungs- und Angriffsflüge flogen, bevor er sie nach München rettete.
 

 



Flug ins eingeschlossene Berlin

Am 23. April 1945 hatte Hitler Hermann Göring aller seiner Ämter enthoben. Martin Bormann und Wilhelm Krebs schlugen ihm als Nachfolger den als Offizier wie als Nationalsozialist gleichermaßen bewährten Ritter von Greim vor. Hitler stimmte zu und bestellte ihn sofort zu sich in die eingeschlossene Reichshauptstadt. Um dem Befehl Folge leisten zu können, suchte Ritter von Greim einen erfahrenen Piloten, der bereit war mit ihm unter schwierigsten Bedingungen, im zerstörten Berlin einen Landeplatz zu erkunden und zu landen. In Flugkapitän Hanna Reitsch fand er eine erfahrene Pilotin, die sich dieser Aufgabe annahm. Im Morgengrauen des 26. April 1945 starteten Ritter von Greim und Hanna Reitsch mit einer Focke-Wulf 190 und einigen Jägern als Begleitschutz in Richtung Berlin. Auf dem Flugplatz Gatow wechselten sie in einen Fieseler Storch, den er selbst steuerte. Die beiden starteten in Richtung Stadtmitte und gerieten dabei in schweren sowjetischen Flakbeschuss. Der zweiundfünfzig jährige Generaloberst wurde dabei am Fuß schwer verletzt und verlor vorübergehend das Bewusstsein. Flugkapitän Hanna Reitsch beugte sich über ihn, konnte die Maschine noch abfangen und landeten sie schließlich unter schwerem sowjetischen Artilleriefeuer auf der Ost-West-Achse am Brandenburger Tor. In den Abendstunden betraten beide den unterirdischen Führerbunker an der Reichskanzlei, wo Ritter von Greim sich dann, 25 Jahre nach der ersten Begegnung, zum letzten mal bei Hitler meldete. Hitler beförderte Robert Ritter von Greim zum Generalfeldmarschall und zum Oberbefehlshaber der Luftwaffe, überreichte ihm seine Ernennungsurkunden und schenkte ihm eine Kapsel mit Zyankali.

Der letzte Befehl

Als letztes bekam er den Befehl, sich in das Hauptquartier von Großadmiral Dönitz nach Plön (Schleswig-Holstein) zu begeben und dort den in Ungnade gefallenen Reichsführer-SS Heinrich Himmler festzunehmen und unschädlich zu machen. Doch dazu sollte es nicht mehr kommen. Abermals unter schwerem sowjetischem Feuer starteten Generalfeldmarschall Ritter von Greim und Flugkapitän Hanna Reitsch am 28. April 1945 auf der Ost-West-Achse mit einer Arado 96, kamen aus Berlin heraus und erreichten tatsächlich Plön. Nach einer Unterredung mit Großadmiral Karl Dönitz flogen Reitsch und er weiter nach Süddeutschland, wo der verwundete Ritter von Greim am 8. Mai 1945 in Kitzbühel (Österreich) in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft geriet.


Nachkriegszeit

Nachkriegszeit

Der letzte Oberbefehlshaber der Luftwaffe, der begeisterte Flieger Generalfeldmarschall Robert Ritter von Greim war ein Idealist in jeder Beziehung. Als sein Weltbild in Trümmer gefallen war, mochte er sich nicht mit der Niederlage seines Vaterlandes und dem Schicksal seines Volkes abfinden und fürchtete überdies wohl eine Auslieferung an die Sowjets. Von US-Offizieren wurde er nach Salzburg zum dortigen US-Oberkommando gebracht. Hier sollte er den Befehl entgegennehmen, die Auflösung der deutschen Luftwaffe durchzuführen. Doch bevor ihm dieser Befehl übergeben werden konnte, schied Robert Ritter von Greim am 24. Mai 1945 freiwillig durch Gift aus dem Leben.
 

 


Auszeichnungen

 
Auszeichnungen
 
Eisernes Kreuz (1914) II. Klasse am 26. November 1914
Eisernes Kreuz (1914) I. Klasse am 10. Oktober 1915
Bayrisches Beobachterabzeichen
Bayrisches Flugzeugführerabzeichen
Bayrischer Militärverdienstorden IV. Klasse mit Schwertern und mit Krone am 18. Mai 1917
Ritterkreuz des Königlichen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern am 29. April 1918
Pour le Mérite am 08. Oktober 1918
Ritterkreuz des Militär-Max-Joseph-Ordens am 23. Oktober 1918
Verwundetenabzeichen, 1918 in Schwarz
Frontkämpfer Ehrenkreuz
Wehrmacht-DienstauszeichnungIV. und III. Klasse
Winterschlacht im Osten 1941/1942
Wiederholungsspange zum Eisernen Kreuz II. und I. Klasse
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes
Ritterkreuz am 24. Juni 1940 (76. Verleihung)
Eichenlaub am 02. April 1943 (216. Verleihung)
Schwerter am 27. August 1944 (92. Verleihung)
Gemeinsames Flugzeugführer und Beobachterabzeichen in Gold mit Brillanten: 17. April 1945
Nennung im Wehrmachtbericht am 20. Juni 1940
Nennung im Wehrmachtbericht am 22. November 1941
Nennung im Wehrmachtbericht am 19. Januar 1942
Nennung im Wehrmachtbericht am 03. September 1943
Nennung im Wehrmachtbericht am 09. September 1944
Nennung im Wehrmachtbericht am 31. Oktober 1944


Quellen

Die deutschen Generalfeldmarschälle und Großadmirale 1936-1945, Peter Stockert, Pour le Mérite, ISBN 978-3-932381-47-8
http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Ritter_von_Greim Zugriff am 20.01.10
http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Per ... eimRRv.htm Zugriff am 20.01.10
http://www.flieger-album.de/geschichte/ ... ngreim.php Zugriff am 20.01.10



Autor: Kurt Ralle

 

Portrait

Reichsmarschall Hermann Göring

 

 

 

* 12. Januar 1893 in Marienbad

 

† 15. Oktober 1946 in Nürnberg

Kaiserzeit

Kaiserzeit

Hermann Göring wurde am 12. Januar 1893 in Marienbad bei Rosenheim/Bayern als zweitjüngstes von acht Kindern des ersten Reichskommissars für Deutsch-Südwest-Afrika (Namibia) Dr. jur. Heinrich Ernst Göring geboren. Ein reicher Patenonkel, der vom österreichischen Kaiser geadelte Arzt Ritter von Epenstein, stellte der kinderreichen Familie Göring die Burg Veldenstein bei Neuhaus an der Pegnitz als Wohnsitz zur Verfügung, was den Neigungen des romantisch veranlagten, für Natur schwärmenden und für Ritterspiele begeisterten Jungen sehr entgegenkam. Nach dem Gymnasialbesuch in Fürth und Ansbach kam der junge Göring in die strenge Zucht des preußischen Kadettenkorps nach Karlsruhe und schließlich von dort an die Berliner Hauptkadettenanstalt Groß-Lichtenfelde.
 

 

 

Hermann Göring als Kadett 1907



Fähnrich Göring bestand die Offizierprüfung mit „des Kaisers Belobigung“ und trat schließlich am 20. Januar 1914 in das 4. Badische Infanterieregiment „Prinz Wilhelm“ Nr. 112 in Mühlhausen/Elsaß ein. Dort gewann er in dem zwei Jahre älteren Regimentskameraden Bruno Loerzer (1891-1960), dem späteren Generaloberst der Luftwaffe, einen Freund fürs Leben und wurde hier, mit einem Rangdienstalter vom 22. Juni 1912, zum Leutnant befördert und zog im August 1914 als Bataillonsadjutant in den Ersten Weltkrieg.

Erster Weltkrieg

Bereits in den ersten Kriegswochen zeichnete er sich als Führer einer Radfahrerpatrouille so aus, dass er als erster Offizier des Regiments im September 1914 das EK II erhielt. Dann aber gebot ein schwerer Anfall von Gelenkrheumatismus seinem weiteren Tatendrang vorläufig Einhalt und führte ihn ins Lazarett nach Freiburg. Dort traf er seinen Freund Bruno Loerzer wieder, der inzwischen zur Fliegerei übergewechselt war und auf der Freiburger Fliegerschule zum Flugzeugführer ausgebildet wurde. Göring beantragte nun ebenfalls seine Versetzung zur Fliegertruppe, wurde aber abgewiesen und versetzte sich daraufhin einfach selbst zur Fliegerschule Freiburg, um Loerzer auf seinen Ausbildungsflügen als Beobachter zu begleiten. Als die Sache herauskam, wurde Göring zwar drei Wochen Arrest zudiktiert, ehe es aber zur Vollstreckung kam, wurde die Besatzung Loerzer und Göring an die Front zur Armee des deutschen Kronprinzen versetzt. Für seine Aufnahmen von den französischen Forts um Verdun und die geschickte Leitung des deutschen Feuers auf die schwere Artillerie des Gegners überreichte Kronprinz Wilhelm dem 22jährigen Leutnant Göring am 25. März 1915 persönlich das EK I. Damit war eine Verbindung geknüpft, die ihm später bei seinen politischen Aktivitäten von Nutzen sein sollte. Einen anschließenden vierwöchigen Erholungsurlaub benutzte er dazu, sich privat in Freiburg in Rekordzeit zum Flugzeugführer ausbilden zu lassen.
 

 

 

Leutnant Göring als Pilot 1915

 

An die Front zurückgekehrt, machte er selbst Aufklärungsflüge, bis er bei einem Angriff englischer Flugzeuge im Herbst 1915 schwer verwundet wurde und wiederum für einige Wochen ins Lazarett musste. Am 16. November 1915 erzielte Göring seinen ersten Luftsieg, schulte im März 1916 endgültig zum Jagdflieger um, flog dann an Loerzers Seite zahlreiche Einsätze und errang weitere Luftsiege. Persönliche Tapferkeit, Klugheit, Kaltblütigkeit, Fantasie und technische Begabung sicherten ihm weitere fliegerische Erfolge, sodass ihm schließlich im Mai 1917 die Führung der Jagdstaffel 27 im Jagdgeschwader 3 anvertraut wurde. Am 24. Juli 1917 erzielte er seinen 10. Luftsieg und avancierte am 18. August 1917 zum Oberleutnant. Am 2. Juni 1918 erhielt Oberleutnant Hermann Göring für seine Erfolge, die damals höchste deutsche Tapferkeitsauszeichnung, den preußischen Orden Pour le Mérite.

 

 

 

Oberleutnant Göring mit dem Pour le Mérite 1918



Am 9. Juli 1918 erzielte er seinen 20. Luftsieg. Es war die Krönung seiner fliegerischen Laufbahn im Ersten Weltkrieg, als er nach dem Fliegertod von Manfred Freiherr von Richthofen und dessen Nachfolger Hauptmann Reinhard am 14. Juli 1918 die Führung des Richthofen-Geschwaders übernahm, das bis Kriegsende im November 1918 insgesamt 644 Luftsiege aufzuweisen hatte. Am 16. Juli 1918 erzielte er selbst seinen 22. und letzten Luftsieg.


Weimar

Weimarer Republik

Hauptmann a. D. (außer Dienst) Göring fand in den ersten Nachkriegsjahren ein mehr als bescheidenes Auskommen als Zivilflieger in Skandinavien, führte Fokker-Flugzeuge in Dänemark vor, kutschierte Lufttaxis für Badegäste und betätigte sich im Flugdienst bei der Svenska Lufttrafik in Stockholm. Während dieser Zeit lernte er auch seine erste Frau Carin kennen, die aus einer der ältesten und angesehensten Adelsfamilien Schwedens stammte und viele gesellschaftliche und familiäre Kontakte mit in die Ehe brachte. Mit seiner Frau kehrte er 1921 nach Deutschland zurück und ließ sich als Student an der Münchener Universität einschreiben, um Geschichte und Volkswirtschaft zu studieren. Während dieser Zeit begegnete er Adolf Hitler und war von diesem so beeindruckt, dass er sich ihm und seiner Partei 1922 anschloss, weil er glaubte, dass sie am ehesten seine eigenen politischen Vorstellungen von einer nationalen Wiedergeburt Deutschlands entspräche. Der Kampf gegen das Versailler Diktat und seine wirtschaftlichen Auswirkungen auf Deutschland standen damals schließlich auch im Mittelpunkt der nationalsozialistischen Agitation. Bereits im Dezember 1922 machte Hitler den populären Pour-le-Mérite-Flieger des Ersten Weltkrieges und Sieger in 22 Luftkämpfen zum obersten Führer seiner Sturmabteilung (SA), die er nach militärischen Grundsätzen organisierte.
 

 

 

Hauptmann Göring als SA-Führer 1923



An ihrer Spitze nahm Göring, mit Stahlhelm und umgelegtem Pour le Mérite, am „Hitler – Putsch“ vom 8./9. November 1923 in München teil und wurde beim „Marsch zur Feldherrenhalle“ an Hitlers Seite schwer verwundet. Um einer drohenden Verhaftung und Aburteilung zu entgehen, wurde der verwundete Göring nach Österreich gebracht. In einem Innsbrucker Krankenhaus wurden seine Wunden behandelt und er erholte sich langsam wieder. Wegen der Schmerzen bekam er Morphin verabreicht, welches ihn später schwer abhängig machen sollte. Während dieser Zeit hielten sich die Görings mit Spenden und Geschenken von Verwandten, Freunden und Kameraden aus alter Zeit über Wasser. Als Göring das Krankenhaus verlassen konnte, kamen er und seine Frau Carin bei Freunden unter. Als in München der Hitler-Prozess stattfand, hielt Göring sich nach wie vor in Österreich auf. Ende April 1924 wurde er zum Verlassen Österreichs aufgefordert. Er ging nach Italien und befand sich als Bevollmächtigter Hitlers in Venedig und Rom, während seine Frau nach Deutschland zurückgekehrt war. Im Frühjahr 1925 zog er mit Carin in eine Wohnung in Stockholm und verfiel hier erstmals der Drogensucht. Im August 1925 wurde er in eine Klinik eingewiesen, und nach einer Entziehungskur erlitt er im Oktober einen Rückfall, weshalb er in die Nervenheilanstalt Langbro eingeliefert wurde. Schon nach wenigen Wochen konnte er die Klinik als geheilt wieder verlassen und erhielt zudem eine ärztliche Bescheinigung, dass er während der Behandlung nie Anzeichen einer Geisteskrankheit gezeigt habe. Erst 1927 ermöglichte eine Generalamnestie des neuen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg, Göring die Rückkehr nach Deutschland.
 

 

 

Göring als General der Infanterie



Erneut trat er mit Hitler in Verbindung und suchte als sein „politischer Berater“ und Kontaktmann Einlass bei einflussreichen Kreisen in Berlin. Offiziell nannte er sich „Schriftsteller“ und Hauptmann a. D. und hielt sich materiell notdürftig über Wasser. Er reiste für einige Flugzeugfirmen und verkaufte Fallschirme. Der ehemalige Fliegerhauptmann Erhard Milch (1892-1976), der im Laufe der 1920er Jahre zum obersten Chef der größten deutschen Fluggesellschaft, der Luft Hansa AG, aufstieg, ließ ihn mehrmals von seiner Gesellschaft „Beratungshonorare“ zukommen. Seit der vierten Wahlperiode des Deutschen Reichstages (1928-1930) gehörte Göring zu den ersten zwölf nationalsozialistischen Abgeordneten und wurde nach der Septemberwahl 1930, die mit einem Schlag 107 Nationalsozialisten in den Reichstag brachte, stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Am 17. Oktober 1931 starb seine Frau Carin Göring nach langer schwerer Krankheit an einer Tuberkulose. Göring hatte kaum Zeit zu trauern, da er in dieser heißen Phase ständig von Hitler und der Partei gebraucht wurde. Später benannte er sein pompöses Anwesen in der Schorfheide, im Andenken an seine Frau „Carinhall“. Zwei Jahre später, 1932, bildeten die Nationalsozialisten mit 230 Abgeordneten schließlich sogar die stärkste Fraktion und stellten nunmehr ab dem 30. August 1932 auch den neuen Reichstagspräsidenten, es wurde Hermann Göring. Diese neue offizielle Funktion gab ihm die Gelegenheit, seine Kontaktpflege noch zu verstärken und sich als großzügiger Gastgeber für Politiker und Wirtschaftsmanager, Militärs und Diplomaten, Angehörige ehemaliger regierender Häuser und Künstler zu betätigen. Bereits 1931 hatte er im Auftrag Hitlers mit dem italienischen Regierungschef und Faschistenführer Benito Mussolini politische Verhandlungen geführt.


NS-Staat

Dieses Wirken Görings, vor allem hinter den Kulissen der Berliner politischen Szene, schuf wesentliche Voraussetzungen für Hitlers Weg zur Macht, was am 30. Januar 1933 in dessen Berufung zum Reichskanzler als Vertreter der stärksten Reichstagsfraktion durch den Reichspräsidenten Paul von Hindenburg gipfelte. Das aber brachte auch dem inzwischen 40jährigen treuen Gefolgsmann Hermann Göring nicht nur Titel, Würden und zusätzliche Einkünfte, sondern auch die lang ersehnte Chance, aus den Deutschen ein „Volk von Fliegern“ zu machen und eine neue deutsche Luftwaffe im Rahmen der allgemeinen Wiederaufrüstung erstehen zu lassen. Göring wurde am 30. Januar 1933 zunächst einmal Reichsminister ohne Geschäftsbereich und Reichskommissar für die Luftwaffe.
 

 

 

Adolf Hitler und Hermann Göring am 30. Januar 1933

 

Am 11. April 1933 kam er auch noch in Preußen, dem größten Land des Deutschen Reiches, zu Rang und Würden und zwar als Ministerpräsident, Innenminister (bis 30. April 1934) und als oberster Chef der Polizei, die unter ihm zur militärähnlichen Landespolizei ausgebaut wurde und die zusammen mit den Landespolizeiverbänden der anderen Länder neben der Reichswehr die personellen Kader für die künftige deutsche Wehrmacht (ab 1935) stellte. Als Innenminister und Leiter der preußischen Polizei sah Göring seine Aufgabe in der nationalsozialistischen Durchdringung der Polizei. Unter seiner Regie entstand die Gestapo, wurden die ersten Konzentrationslager eingerichtet und erste Polizeimaßnahmen zur Gleichschaltung des öffentlichen Lebens getroffen. Im Zuge der Auflösung der Länder musste Göring jedoch 1934 die Polizeiführung an Heinrich Himmler abgeben. Die Verleihung des Ranges eines Generals der Infanterie am 31. August 1933 deutete bereits an, dass zu Görings Aufgabenbereich nicht nur die zivile Luftfahrt gehören sollte, sondern in dem mittlerweile zum Ministerium erhobenen Reichskommissariat für die Luftfahrt auch die vorerst noch getarnten Vorbereitungen für das offizielle Wiedererstehen der deutschen Militärfliegerei zu treffen waren. Begonnen wurde hiermit bereits in der Reichswehrzeit, lange vor Hitlers Regierungsübernahme, indem deutsche Offiziere in Lipezk in der Sowjetunion als Militärflugzeugführer ausgebildet wurden oder auf zivilen Fliegerschulen eine Flugzeugführerausbildung durchliefen. Diese Offiziere standen nunmehr als personeller Grundstock für Görings Luftwaffe ebenso zur Verfügung wie die Reichswehroffiziere, die einstmals Flieger gewesen waren, dazu die Flugzeugführer der Lufthansa und anderer Zivilfluggesellschaften, Sport und Kunstflieger (z.B. Udet) und junge Segelflieger, die den Motorflug erleben wollten.

 

 

 

Hermann Göring und Ernst Udet

 

Es ist verständlich, dass Göring in erster Linie daran dachte, seine alten Kriegskameraden wie Robert Ritter von Greim, Bruno Loerzer, Eduard Ritter von Schleich und Ernst Udet zu reaktivieren und ihnen beim Wiederaufbau einer deutschen Luftwaffe entsprechende Aufgaben zu übertragen. Noch wichtiger aber war es, einen Organisator zu finden, der praktische Erfahrungen aus der Wirtschaft und Zivilluftfahrt in die neue Aufgabenstellung mit einbringen konnte. Das war Erhard Milch, den sich Göring als Staatssekretär und Stellvertreter im Oberkommando der Luftwaffe (ab 1935) auswählte. Göring gab damals die Initialzündung und war somit der unermüdliche Motor für den Aufbau einer neuen deutschen Luftwaffe in kürzester Zeit. Er setzte Energien frei und sorgte dafür, dass die Planungen sich im Sinne seiner Vorstellungen realisieren ließen. Das Ergebnis aller dieser Bemühungen war, dass das Deutsche Reich 1939 mit 3.273 Front- und Transportflugzeugen über eine der stärksten Luftwaffen der damaligen Welt verfügte, die dank einer geschickten Propaganda vom In- und Ausland für noch stärker gehalten wurde, als sie es tatsächlich war. Göring empfing viele Auslandsbesucher und übernahm selbst auf mancherlei offiziellen Anlässen die Repräsentation des Reiches im Ausland (Italien, Jugoslawien, Polen). Auch innenpolitisch blieb er stark engagiert und wurde so am 30. April 1934 zu einem der Hauptverantwortlichen für die zahlreiche Erschießungen in der SA-Führung anlässlich des „Röhm-Putsches“. Am 16. März 1935 wurde aus dem General der Infanterie ein General der Flieger. Im selben Jahr heiratete Göring die Schauspielerin Emmy Sonnemann und Adolf Hitler war bei dieser Hochzeit Trauzeuge. Im Juni 1938 bekam das Paar eine Tochter Namens Edda.

 

 

 

Hermann Göring als Generalfeldmarschall 1938



Am 20. April 1936 avancierte Göring zum Generaloberst und am 4. Februar 1938 zum Generalfeldmarschall. Auch auf die Blomberg-Fritsch-Krise im Jahr 1938 nahm Göring maßgeblich Einfluss. Als Oberbefehlshaber der Luftwaffe war Göring dem Reichskriegsminister von Blomberg unterstellt, als Luftfahrtminister ihm gleichrangig und als Beauftragter für den Vierjahresplan ihm gegenüber weisungsbefugt. Doch machte Göring, was er wollte, wodurch eine einheitliche Wehrmachtführung erschwert wurde. Er hatte es zwar auf das Amt Werner von Blomberg´s abgesehen, allerdings lehnte Hitler unter Hinweis auf die Schwächen Görings, eine Ernennung zum Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht ab. In der Tat war Göring kein Mensch, dem Aktenstudium lag. Er verstand es, Arbeiten zu delegieren und griff meist erst dann ein, wenn sein Prestige auf dem Spiel stand. Das bedeutete nun jedoch nicht, dass er mit Begeisterung und innerer Überzeugung in den Zweiten Weltkrieg hinein gegangen wäre. Er war es vielmehr, der noch am 1. September 1939 in Gesprächen mit dem Schweden Birger Dahlerus (schwedischer Großindustrieller mit besten Verbindungen zu einflussreichen Engländern) versuchte, dem drohenden Krieg entgegenzutreten. Seine Bemühungen um eine Vermeidung oder Begrenzung des kommenden Konflikts scheiterten jedoch. Anderseits war Göring in seiner Loyalität zu Hitler nicht im Stande, seinem Führer und dessen Kriegsplänen energisch entgegenzutreten. So trug seine Luftwaffe entscheidend zum Blitzkrieg, im September 1939 in Polen bei. Dafür erhielt Hermann Göring als ihr Oberbefehlshaber am 30. September 1939 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Ab dem 10. Mai 1940 trug die Luftwaffe auch zum schnellen Sieg im Westen gegen Frankreich bei. Dafür erhielt Hermann Göring am 19. Juli 1940, das nur einmal im Zweiten Weltkrieg verliehen Großkreuz des Eisernen Kreuzes und wurde gleichzeitig zum „Reichsmarschall des Großdeutschen Reiches“ befördert. Er war damit der ranghöchste deutsche Soldat überhaupt.
 

 

 

Hermann Göring als Reichsmarschall des Großdeutschen Reiches 1940



Das Jahr 1940 zeigte jedoch bereits die Grenzen von Görings Fähigkeiten und Möglichkeiten auf. So gelang es ihm Ende Mai 1940 trotz vorheriger Versprechen nicht, allein mit der Luftwaffe die Briten bei Dünkirchen zu vernichten und sie daran zu hindern, 338.000 Soldaten aus Frankreich zu evakuieren. Das war ein erster schwerer Schlag gegen sein Prestige. Ein Zweiter folgte, als die Verbände der Luftflotte 2 und 3 den Luftkrieg mit ständigen massiven Einsätzen auf die englische Insel trugen. Diese „Luftschlacht um England“, in welche die Luftwaffe mit über 900 einsatzbereiten Jägern und rund 1.300 Kampfflugzeugen hineinging, brachte der Luftwaffe zwar imposante Abschuss- und Bombardierungserfolge (rund 915 vernichtete britische Maschinen), aber zugleich gingen bis Ende Oktober 1940 auch 1.733 deutsche Flugzeuge verloren. Damit hatte die deutsche Luftwaffe schwere personelle und materielle Verluste erlitten, auch wenn sie 1941 auf dem Balkan, in den ersten Jahren des Ostfeldzuges und schließlich auch über Nordafrika nochmals überragende Erfolge erzielen konnte. Görings Freund Ernst Udet war trotz seiner menschlichen und fliegerischen Qualitäten als Generalluftzeugmeister eine Fehlbesetzung. Am 17. November 1941 wählte er daher als einzigen Ausweg den Freitod. Beim Kampf um Stalingrad vom 19. November 1942 bis 2. Februar 1943 machte Göring abermals eine verhängnisvolle Zusage, deren Einhaltung unmöglich war. Der Reichsmarschall hatte nämlich erklärt, die Luftwaffe sei in der Lage, die Versorgung der 6. Armee im Kessel von Stalingrad aus der Luft mit täglich 350 Tonnen Nachschubgütern sicherzustellen.
 

 

 

Adolf Hitler und Hermann Göring

 

Dieses Versprechen entbehrte aber jeglicher realen Grundlage, da es auch durch äußersten Mut und größte Einsatzbereitschaft der fliegenden Verbände nicht eingelöst werden konnte. Nur zweimal wurde der Mindestsatz von 350 Tonnen Nachschub wenigstens annähernd geschafft: Am 7. Dezember 1942 landeten gemäß Kriegstagebuch des Oberquartiermeisters der 6. Armee auf dem Flughafen Pitomnik 188 Flugzeuge und brachten 282 Tonnen Nachschub. Am 20. Dezember 1942 wurden 291 Tonnen Nachschub erreicht. Der Teilerfolg bei der Versorgung Stalingrads aus der Luft ging einher mit dem Totalverlust von 490 Flugzeugen. Das heißt, ein Drittel der eingesetzten Maschinen einschließlich ihrer Besatzungen ging als Opfer von Wetter, Jägern und Flak verloren. Ein Aderlass, von dem sich vor allem die Transportgeschwader der Luftwaffe nie mehr erholten. Ab Ende 1943 heißt Göring im Volksmund, angesichts des weiter zunehmenden Bombenterrors der Alliierten gegen die Zivilbevölkerung, nur noch "Hermann Meier", denn zu Kriegsbeginn hatte Göring vollmundig verkündet: "Wenn auch nur ein feindlicher Bomber ins Reich kommt, will ich Meier heißen." Dies, ohne den für deren Abwehr notwendigen Ausbau der Jagdflieger ernsthaft zu betreiben. In den noch verbleibenden anderthalb Kriegsjahren versinken die deutschen Städte ohne wirksame Gegenwehr der Luftwaffe in Schutt und Asche.

 

 

 

Reichsmarschall Hermann Göring mit dem Chef des Generalstabes der Luftwaffe, Generaloberst Hans Jeschonnek 1943

 

Die Planungsfehler bei der Aufrüstung der Luftwaffe in den früheren Jahren, von denen einige auf Görings Entscheidungen zurückzuführen waren, andere von ihm nicht erkannt und verhindert wurden, ließen sich nun nicht wiedergutmachen. Die deutsche Luftwaffe war schließlich personell und materiell ausgeblutet, obwohl oder gerade weil sie immer wieder unvorstellbare fliegerische und kämpferische Leistungen vollbrachte. Am 18. August 1943 schied der damalige Chef des Generalstabes der Luftwaffe, Generaloberst Hans Jeschonnek, durch Freitod aus dem Leben. Er war an der ständigen Überforderung und der falschen Führung der Luftwaffe zerbrochen. Seit 1942 ließ sich Göring bei den Lagebesprechungen häufig vertreten. Er reiste viel umher und widmete sich seiner Sammel- und Jagdleidenschaft, während er an der Entwicklung des Krieges nur noch wenig Anteil nahm.

 

 

 

Der Reichsjägermeister bei der Jagd

 

Görings Leidenschaft für die schönen Künste, machte ihn zu einem bedeutenden Sammler. Seine Kollektion bestand aus über 1.700 Gemälden, zu denen noch zahlreiche Wandteppiche, Skulpturen und andere kunsthandwerkliche Objekte zählten. Der Reichsmarschall baute eine Sammlung auf, die nach dem Krieg in seinem Landsitz "Carinhall" gezeigt werden sollte. Er wollte dafür extra ein gigantisches Hermann-Göring-Museum erbauen lassen, welches am 12. Januar 1953 aus Anlass seines 60. Geburtstages feierlich eröffnet werden sollte. Seine Sammlung bestand aus beschlagnahmten Objekten, aus Zwangsverkäufen und aus Erwerbungen aus dem Kunsthandel. Göring war als Kunstsammler ebenso berühmt wie berüchtigt. Er ging beim Aufbau dieser Sammlung äußerst rücksichtslos vor. Göring arbeitete dabei mit Alfred Rosenberg zusammen der als Leiter des Reichsministeriums für die besetzten Ostgebiete, Kunstraub im großen Stil betrieb. Der von Rosenberg geführte „Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg“ war eine Rauborganisation der NSDAP, die Kulturgüter aus den besetzten Ländern beschlagnahmte. Göring half dem „Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg“ beim Beutemachen und Abtransport der Kunstschätze. Dafür beanspruchte er die erste Auswahl der geraubten Bilder für sich. Dabei half ihm Dr. Bruno Lohse, den Göring hier kennenlernte. Lohse hatte Kunstgeschichte und Philosophie in Berlin studiert und 1936 promoviert. 1937 trat er in die NSDAP ein und zu Beginn des Kriegs diente er als Sanitäter, wurde jedoch im Februar 1941 dem "Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg" zugeteilt. Der Reichsmarschall beauftragte ihn, eine Sonderausstellung holländischer Maler im Pariser Jeu de Paume zu begutachten. Göring war von Lohses Kunstverstand beeindruckt und schrieb, unter dem Datum vom 21. April 1941, eine Vollmacht: "Dr. Bruno Lohse ist von mir beauftragt, in Kunsthandlungen, Privatsammlungen und auf öffentlichen Versteigerungen Kunstgegenstände zu erwerben. Alle Dienststellen des Staates, der Partei und der Wehrmacht sind angewiesen, ihn bei der Durchführung seines Auftrags zu unterstützen." Fortan fuhr Lohse zweigleisig. Für den „Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg“ konfiszierte er in Frankreich Kunstwerke, aber hauptsächlich arbeitete er für Göring und versorgte diesen mit wertvollen Gemälden. Der Reichsmarschall unterhielt auch noch eine eigene Organisation, die sogenannten „Devisenschutzkommandos“ die in den Niederlanden, Belgien und Frankreich operierten. Da während der deutschen Besatzung in diesen Ländern der Besitz von ausländischen Geldmengen, Wertpapieren sowie Reichsbanknoten verboten war, fahndeten sie nach solchen, um diese der deutschen Kriegswirtschaft und auch Göring selbst zuzuführen. Er behielt sich die Entscheidung vor, auch Kunstwerke einzuziehen. Damit hatte der Reichsmarschall genügend Möglichkeiten, um sich Kunstschätze aus allen besetzten Gebieten zu beschaffen.

 

 

 

Adolf Hitler schenkt Hermann Göring ein wertvolles Gemälde, anlässlich seines 45. Geburtstages am 12. Januar 1938



Im November 1943 hielt Göring seine letzte Rundfunkansprache. Er zog sich zunehmend aus der Öffentlichkeit zurück. Der Reichsmarschall beschränkte sich schließlich mehr und mehr auf repräsentative Aufgaben, verlor politisch und machtmäßig zusehends an Ansehen. Vor allem Bormann, Speer und Himmler profitierten von seinem Bedeutungsverlust. Er war nur noch seines Amtes (Reichsmarschall) wegen „der zweitmächtigste Mann des Dritten Reiches“. Praktisch hatte Göring den parteiinternen Machtkampf, nach eigener Aussage, bereits 1934 verloren. Görings ungewöhnliche Ämteranhäufung sollte aber auch seine Unzulänglichkeiten offenbaren, die zusammen mit dem Niedergang der Luftwaffe, seine Position schwächten und seinen Einfluss ständig verminderten. Dennoch war er der NS-Politiker, der in weiten Teilen des Volkes am bekanntesten und beliebtesten war. Dies rührte auch daher, dass er jedes Jahr im Dezember in nationalsozialistischen "Volksweihnachts-Veranstaltungen" sich als großzügiger Mann des Volkes in Szene setzen konnte. Es waren immer 500 Kinder geladen, für die es eine große Bescherung gab und es kam zu Winterhilfswerk-Sonderausschüttungen an Geld- und Lebensmitteln für die Bevölkerung. Das ganze Spektakel wurde landesweit im Rundfunk übertragen. Dem Ansehen des glücklichen Familienvaters taten weder seine Eitelkeit, die sich in seinem stark geschminkten Gesicht und seinen Fantasieuniformen äußerte, noch seinem Hang zu Prunk und Luxus Abbruch. Der „Dicke“, wie er hinter vorgehaltener Hand genannt wurde, besaß Charme und Humor und verkörperte nach außen den „aufrechten Soldaten mit dem Kinderherzen“. Görings großzügige und joviale Art ließ ihn wie einen barocken Herrscher aus längst vergangenen Zeiten erscheinen.
 

 

 

Reichsmarschall Hermann Göring

 

Am 20. April 1945 verließ Göring nach dem offiziellen Geburtstagsempfang für Adolf Hitler Berlin in Richtung Berchtesgaden. Er verabschiedete sich von Hitler mit der Begründung, dass in Süddeutschland wichtige Aufgaben auf ihn warteten. Hitler hatte ihn, seinen alten Mitstreiter aus den frühen Tagen der Bewegung, am 1. September 1939 zum etwaigen Nachfolger in allen Ämtern bestimmt. Zudem überließ er Göring schon damals in zunehmenden Maße Repräsentationsaufgaben. Zeitweilig hatte der Reichsmarschall bis zu 41 haupt-, neben- und ehrenamtliche Funktionen inne, welche er nicht alle gleichzeitig zufriedenstellend erfüllen konnte. Am 22. April 1945 verlor Göring endgültig Hitlers Gunst, nachdem er ihm aus Berchtesgaden folgenden Funkspruch in das eingeschlossene Berlin gesandt hatte: „Sind Sie einverstanden, dass ich nach ihrem Entschluss, im Gefechtsstand in der Festung Berlin zu verbleiben, gemäß Ihres Erlasses vom 29. Juni 1941 als ihr Stellvertreter sofort die Gesamtführung des Reiches übernehme mit voller Handlungsfreiheit nach innen und außen? Falls bis 22:00 Uhr keine Antwort erfolgt, nehme ich an, dass Sie ihrer Handlungsfreiheit beraubt sind. Ich werde dann die Voraussetzung Ihres Erlasses als gegeben ansehen und zum Wohle von Volk und Vaterland handeln.“ Hitlers Antwort war ein Wutanfall. Göring wurde sofort aller Titel und Würden enthoben und als Hochverräter zum Tode verurteilt. Wegen seiner früheren Verdienste begnadigte man ihn aber, dennoch sollte er sofort verhaftet werden. Tatsächlich stand Göring danach einige Tage unter Arrest auf dem Obersalzberg. Als die SS aber von dort abzog, setzte er sich mit seiner Familie nach Österreich ab. Am 8. Mai 1945 ergab er sich auf Schloss Fischhorn am Zeller See amerikanischen Soldaten der 7. US-Armee.

 

 

 

Göring nach der Verhaftung durch die 7. US-Armee


Nachkriegszeit

Nachkriegszeit

Er kam in amerikanische Kriegsgefangenschaft und wurde am 21. Mai 1945 in Begleitung seiner Frau Emmy und seiner Tochter Edda in das geheime US-Lager Camp Ashcan im luxemburgischen Bad Mondorf gebracht. Hier wurden zwischen Mai und September 1945 ein Großteil der bis dahin gefangenen NS-Funktionäre und hochrangige Militärs festgehalten und verhört. Ab November 1945 war er dann als ranghöchster Nationalsozialist („Hauptkriegsverbrecher Nr.1“) vor dem Nürnberger Tribunal angeklagt. Hier in Nürnberg zeigte er sich noch einmal als der alte, lebendige, schlagfertige, verantwortungsbereite, wortgewaltige Göring, der er vor dem Krieg einmal war. Er hatte in der Haft einige Kilo abgenommen und war seiner jahrelangen Morphiumsucht entkommen, was ihm sichtlich gut tat.
 

 

 

Hermann Göring als Angeklagter im Nürnberger Prozess

 

„Ich stehe zu dem, was ich getan habe!“ erklärte er in seinen letzten Worten vor den alliierten Richtern. Er wies aufs Entschiedenste zurück, dass seine Handlungen diktiert gewesen seien von dem Willen, fremde Völker durch Kriege zu unterjochen. „Das einzige Motiv, das mich leitete, war heiße Liebe zu meinem Volk, sein Glück, seine Freiheit und sein Leben!“ Damit konnte er den Urteilsspruch der alliierten Richter trotzdem nicht mehr ändern. Er wurde in allen vier Anklagepunkten, der Verschwörung gegen den Weltfrieden, der Planung, Entfesselung und Durchführung eines Angriffskrieges, dem Verbrechen gegen das Kriegsrecht und dem Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig gesprochen. Ihr Urteil lautete „Death by hanging“!

 

 

 

Hermann Göring nach seinem Selbstmord



Kurz vor der Vollstreckung entzog sich Göring diesem Urteil, indem er am 15. Oktober 1946 im Nürnberger Gefängnis auf eine versteckt gehaltene Kapsel mit Zyankali biss. In einem Abschiedsbrief an den Alliierten Kontrollrat schrieb er: „Erschießen hätte ich mich ohne Weiteres lassen. Es ist aber nicht möglich, den Deutschen Reichsmarschall durch den Strang zu richten! Dies kann ich um Deutschlands willen nicht zulassen. Außerdem habe ich auch keine moralische Verpflichtung, mich dem Strafvollzug meiner Feinde zu unterziehen. Ich wähle deshalb die Todesart des großen Hannibal!"


Auszeichnungen


 

 
Auszeichnungen
 
Eisernes Kreuz II. Klasse am 15. September 1914
Königlich Preußisches Flugzeugbeobachter-Abzeichen am 15. November 1914
Eisernes Kreuz I. Klasse am 22. März 1915
Orden vom Zähringer Löwen Ritterkreuz II. Klasse mit Schwertern am 8. Juli 1915
Königlich Preußisches Flugzeugführer-Abzeichen am 12. Oktober 1915
Ehrenbecher für den Sieger im Luftkampf am 15. April 1916
Königlicher Hausorden von Hohenzollern Ritterkreuz mit Schwertern am 20. Oktober 1917
Militär-Karl-Friedrich-Verdienstorden Ritterkreuz am 20. Oktober 1917
Luftwaffen-Ärmelband Jagdgeschwader Freiherr von Richthofen Nr. 1 1917/1918
Pour le Mérite, militärische Klasse, am 2. Juni 1918
Verwundetenabzeichen (1918) in Schwarz
Medaille zur Erinnerung an den 9. November 1923 ohne Nummer am 9. November 1933
Goldenes Parteiabzeichen der NSDAP am 1. Dezember 1933
Fliegerschaftsabzeichen am 19. Januar 1935 (von Göring selbst gestiftet)
Gauehrenzeichen Silberner Gauadler des Gaues Thüringen der NSDAP am 20. April 1937
Luftschutz-Ehrenzeichen 1. Stufe am 20. April 1938
Großkreuz des Danebrog-Ordens mit den Insignien in Diamanten und der zum Großkreuz gehörenden Ordenskette am 6. August 1938
Großkreuz des Königlich Italienischen Ordens vom Heiligen Mauritius und Lazarus 1938
Großkreuz des Königlich Schwedischen Schwertordens mit Kette am 2. Februar 1939
Spange zum Eisernen Kreuz (1939) II. und I. Klasse
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes am 30. September 1939
Danziger Kreuz II. und I. Klasse 1939
U-Bootkriegsabzeichen mit Brillanten 1939
Annunziaten-Orden am 22. Mai 1940
Großkreuz des Eisernen Kreuzes am 19. Juli 1940
Königlich Rumänischer Militärorden Michael der Tapfere I., II. und III. Klasse am 21. Oktober 1941
Großkreuz des Militärordens von Savoyen mit Stern und Schulterband am 27. November 1941
Großkreuz des Finnischen Ordens des Freiheitskreuzes mit Schwertern am 25. März 1942
Großkreuz des Kaiserlich Japanischen Palowina-Ordens am 29. September 1943
Eiserner Halbmond
Großkreuz des Königlich Italienischen Militärordens von Savoyen
Ehrenzeichen des Deutschen Roten Kreuzes, Halskreuz mit Bruststern, Sonderstufe
Großkreuz des Herzoglich Sachsen-Ernestinischer Hausordens 2. Modell
Flugzeugführer- und Beobachterabzeichen (von Göring selbst gestiftet)
Ehrenkreuz für Frontkämpfer
Goldenes Gauehrenzeichen des Gaues Berlin der NSDAP
Wehrmacht-Dienstauszeichnung IV. Klasse
Orden vom Joch und den Pfeilen höchste Stufe Imperial des Yugo y las Flechas de Espana
Slowakisches Kriegssiegerkreuz I. Klasse
Komturkreuz des Königlich Rumänischen Ordens Aeronautische Tugend mit der Kriegsdekoration und Schwertern
Großkreuz des Ordens des Löwen von Finnland mit Schwertern
Finnischer Orden der Weißen Rose Großkreuz mit Schwertern
Großkreuz des Königlich Italienischen Kolonial-Orden vom Stern
Königlich Rumänisches Flugzeugführer-Abzeichen


Quellen

Die deutschen Generalfeldmarschälle und Großadmirale 1936-1945, Peter Stockert, Pour le Mérite, ISBN 978-3-932381-47-8
Görings Reich - Selbstinszenierungen in Carinhall, Volker Knopf, Stefan Martens, Ch. Links Verlag, ISBN 3-86153-176-3
http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_G%C3%B6ring Zugriff am 10.02.10
http://wapedia.mobi/de/Hermann_G%C3%B6ring Zugriff am 10.02.10
http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/ ... index.html Zugriff am 10.02.10
http://dikigoros.t35.com/bio/goering.htm Zugriff am 10.02.10



Autor: Kurt Ralle

Portrait

Werner Voß

(13. 04. 1897 – 23. 09. 1917)

 

 

Lebenslauf

Leben



Werner Voß war einer der erfolgreichsten deutschen Jagdflieger des 1. Weltkrieges und Träger der begehrten Tapferkeitsauszeichnung Pour le Mérite. Als Sohn eines Färbers am 13. April 1897 in Krefeld geboren meldete er sich bei Kriegsbeginn im Alter von 17 Jahren freiwillig zum Kriegsdienst. Er wurde zum 2. Westfälischen Husaren-Regiment No. 11 eingezogen (auch „Tanz-Husaren“ genannt), die zu Kriegsbeginn in Lothringen eingesetzt waren. Zuvor hatte er in Krefeld das Realgymnasium besucht. Weil in den Führungsstäben bald erkannt wurde, dass die Kavallerie hoffnungslos veraltet und somit nutzlos war (vor allem an der Westfront), wurde das Regiment aufgelöst. Zuvor (im August 1915) hatte sich Voß allerdings schon zur Fliegertruppe gemeldet, in der er bald darauf aufgenommen und gleich zum Unteroffizier befördert wurde. Während er die Flugzeugführerausbildung durchlief, erkannte man bereits seine große fliegerische Begabung. Nach erfolgreichem Abschluss der eben erwähnten Ausbildung wurde er im Februar 1916 zur Fliegerersatzabteilung 7 versetzt, in der er als Fluglehrer verwendet wurde. Bereits im März desselben Jahres erfolgte seine Beförderung zum Vizefeldwebel und seine Versetzung zum Kampfgeschwader 4. Wenige Monate später, im September 1916, wurde er bereits zum Leutnant befördert und in die Jasta (Jagdstaffel) 2 versetzt, in der sich zu dieser Zeit auch Manfred von Richthofen befand. Die beiden waren eng befreundet und besuchten zusammen auch mehrmals Krefeld, die Heimatstadt Voß' (dort konnten sie vor allem einige Damen beeindrucken, indem sie Loopings drehten und gegeneinander Scheingefechte führten). Am 8. April 1917 wurde er, nach 24 Abschüssen, vom Kaiser mit dem Pour le Mérite ausgezeichnet. Einen knappen Monat später wurde er zur Jasta 5 versetzt, in der er bis Ende Juni 10 Luftsiege verbuchen konnte. Im darauffolgenden Monat erhielt er das Kommando über die Jasta 29 und wurde kurz darauf zur Jasta 14 versetzt, in der er als stellvertretender Staffelführer fungierte. Noch im Juli 1917 wurde er im Jagdgeschwader 1 (dem berühmt-berüchtigten „Fliegenden Zirkus“ Manfred von Richthofens') Staffelführer der Jasta 10. In diesen letzten Wochen seines Lebens, die seine erfolgreichsten werden sollten, flog er einen Prototyp (Fokker FI 103/17) des Fokker Dr. I. Am 23. September 1917 eröffnete Werner Voß einen Luftkampf gegen sieben S.E.5a der alliierten Luftstreitkräfte (No. 56 Squadron), bestehend aus Briten und Kanadiern, unter dem Kommando von Captain James McCudden (Träger des Victoriakreuzes). Nach einem zehn Minuten dauernden Kampf, in dem er zwei Flugzeuge abschoss und alle restlichen beschädigte, wurde er von den Briten eingekreist und von Lieutenant Arthur Rhys Davids abgeschossen. Major McCudden äußerte sich später folgendermaßen über diesen Kampf:
 


(Bild Quelle: popartmachine.com)

 

„Ich beobachtete, dass die Bewegungen des Dreideckers plötzlich sehr regellos wurden und dann sah ich ihn in ziemlich steilem Winkel abwärts sausen. Ich beobachtete den Absturz, der erst am Erdboden endete. Dort zerstob die Maschine in tausend Stücke, sie schien sich buchstäblich in Pulverstaub aufzulösen. [...] Solange ich lebe, werde ich mit Bewunderung an jenen deutschen Flieger zurückdenken, der zehn Minuten lang als einzelner gegen sieben von uns gekämpft hatte und dabei jeder unserer Maschinen Treffer beigebracht hat. Seine Flugfertigkeit war wundervoll und sein Mut erstaunlich. Nach meiner festen Überzeugung ist er der tapferste deutsche Flieger, den ich je den Vorzug hatte, kämpfen zu sehen.“



Die No. 56 Squadron war eine Elitestaffel, und unter den Piloten, gegen die Voß kämpfte, befanden sich mehrere, die bereits einige Luftsiege verbuchen konnten (Capt. James T.B. McCudden (57 Siege), Lt. Richard A. Maybery (21), Lt. Geoffrey Hilton Bowman (32), Capt. Reginald T.C. Hoidge (28), Lt. Arthur Rhys-Davids (23).[3] Keith K. Muspratt (8) und Lt V.P. Cronyn, mit Lt. Robert Chidlaw-Roberts (10) und Lt. H.A. Hamersley (13) von der No. 60 Squadron). Somit kann man den Großteil von ihnen zu den „Fliegerassen“ zählen, und es kann wirklich als bemerkenswert angesehen werden, dass Voß gegen dermaßen gute Piloten so lange bestehen konnte. Voß wurde wenige Tage später von britischen Soldaten an der Absturzstelle mit allen militärischen Ehren beigesetzt, und ist nun auf dem deutschen Soldatenfriedhof Langemarck begraben. Insgesamt konnte Werner Voß 48 Luftsiege erzielen, davon 22 alleine während seiner letzten drei Lebenswochen, was ihm zu dem viertbesten deutschen Kampfpiloten des Ersten Weltkrieges macht. Neben Manfred von Richthofen, Oswald Boelcke, Emil Schäfer und Max Immelmann, zählt er zu den bekanntesten Piloten des Ersten Weltkrieges.

Persönliches

Persönliches



Werner Voß hatte sich einige Eigenheiten geleistet: So soll er zum Beispiel unter seiner Fliegerkluft immer die Kleidung eines Kavaliers getragen haben, damit er, für den Fall, dass er in Gefangenschaft geriet, immer adäquat gekleidet war. Auch scheint ihm sein Erfolg mit der Zeit zu Kopf gestiegen zu sein. Den Luftkampf zum Beispiel, der sein Ende bedeuten sollte, hätte er ohne weiteres ablehnen können, wenn er dies gewollt hätte. Allerdings war er dermaßen von seinem Glück und fliegerischen Können überzeugt, dass er sich darauf einließ, trotz einer dermaßen großen feindlichen Überlegenheit. Er war auch ein begabter Mechaniker, berüchtigt dafür, sein Flugzeug des Öfteren zu modifizieren. Die meiste Zeit flog er eine Albatros D.II, die er mit einem Swatiska- und Herzmotiv (diese sollten Glück bringen) bemalte; später jedoch sollte daraus ein Gesichtsmotiv werden, das er vorne an seinem Flugzeug (hinter den Rotorblättern) anbrachte.

Sonstiges

Sonstiges



An seinem Geburtshaus (Blumenthalstraße 75 in Krefeld) erinnerte eine Gedenktafel an ihn. Es wurde allerdings 1943 während eines Luftangriffes der Alliierten vollständig zerstört. Das Grundstück wurde daraufhin Teil eines Firmengeländes, in dem der Besitzer der Firma im Jahre 1980 wieder eine Gedenktafel anbringen ließ. Seitdem dieses Gelände allerdings eingeebnet wurde, erinnert in Krefeld nur noch die Werner-Voß-Straße an ihn. In Berlin-Tempelhof gibt es in der Nähe des Tempelhofer Felds einen Werner-Voß-Damm.

Auszeichnungen

Auszeichnungen
 
Preußisches Militär-Flugzeugführer-Abzeichen
Eisernes Kreuz (1914) II. und I. Klasse
Ritterkreuz des Königlichen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern
Pour le Mérite


Portrait

Oswald Boelcke

(19.05.1891 – 28.10.1916)

 

 

Frühe Jahre

Frühe Jahre



Oswald Boelcke wurde am 19. Mai 1891 in Giebichstein (heute Halle (Saale)) als Sohn eines Schulmeisters geboren. Dieser war bei der Geburt des kleinen Oswalds gerade erst aus Argentinien zurückgekehrt, wo er ein Lehramt erhalten hatte. Daher wurde seine drei älteren Geschwister in Buenos Aires geboren.

Militärische Laufbahn

Militärische Laufbahn

 

Nach dem Abitur, das er im Jahre 1911 absolvierte, trat er als Fahnenjunker in das Telegraphen-Bataillon Nr. 3 in Koblenz ein. Nach erfolgreichem Abschluss der Offiziersausbildung, wechselte er im Mai 1914 in die neu gegründete Fliegertruppe, in der er in der Fliegerschule Halberstadt zum Flugzeugführer ausgebildet wurde. Nachdem er am 15. August 1914 die letzte Fliegerprüfung erfolgreich bestanden hatte, wurde er zur Feldfliegerabteilung 13 versetzt. An der Westfront flog er dann mit seinem fünf Jahre älteren Bruder Wilhelm, der sich ebenfalls zu den Fliegern gemeldet hatte, als Beobachter. Nach einigen Streitigkeiten innerhalb der Einheit, ließen sich die Beiden allerdings nicht mehr gemeinsam einsetzen. Im April 1915 wurde Boelcke zur neu aufgestellten Feldfliegerabteilung 62 abkommandiert, die kurz darauf von der Fliegerschule Döberitz nach Douai verlegt. Am 4. Juli desselben Jahres errang Boelcke dann seinen ersten Luftsieg (den genau genommen eigentlich nicht er, sondern sein Beobachter von Wülisch erzielte, da zu diesem Zeitpunkt die Flugzeugführer noch keine Waffen bedienten). Dieser erste Abschuss in einem gezielten Jagdeinsatz ließ in ihm die Idee reifen, Einheiten mit Jagdflugzeugen aufzustellen, die eigens für den Kampf gegen feindliche Flugzeuge gedacht waren.

 

 



Oswald Boelcke gilt daher als der erste Pilot weltweit, der sich gezielt auf die Jagd nach feindlichen Flugzeugen machte. Bis zu diesem Zeitpunkt waren Luftkämpfe nämlich nur durch zufälliges Zusammentreffen von verfeindeten Flugzeugen ausgetragen worden. Seinen ersten „richtigen“ Luftsieg als Flugzeugführer, errang Boelcke am 19. September 1915. Bereits am 12. Januar des darauffolgenden Jahres wurde Boelcke, zusammen mit dem mit ihm befreundeten Max Immelmann, für den jeweils achten Luftsieg, vom Kaiser persönlich, mit dem Pour le Mérite ausgezeichnet, was sie zu den ersten beiden der Fliegertruppe machte, die diesen Orden erhielten. Auch erhielt Boelcke die Preußische Rettungsmedaille am Band, weil der einen französischen Jungen, der in einen Kanal gefallen war, rettete.

Im März 1916 wurde Boelcke dann der Leiter einer Gruppe von sechs Jagdfliegern in der neu aufgestellten Fliegerstaffel Sivry. Zu dieser Zeit wetteiferten Boelcke und Immelmann bereits darum, wer die meisten Luftsiege erzielte. Als Immelmann allerdings am 18. Juni 1916 abstürzte und dabei starb, erhielt Boelcke Flugverbot, da man sein Wissen in punkto Jagdfliegerei für zu wertvoll hielt, um ihn noch weiterhin den Gefahren an der Front auszusetzen.
 

 



Daraufhin entsandte man ihn zu einer Inspektionsreise auf den Balkan. Während der Reise dorthin hatte er unter anderem Kontakt zu Enver Pascha, Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg, Erich Ludendorff, Generalfeldmarschall August von Mackensen, Generalfeldmarschall Conrad von Hötzendorf und Kaiser Wilhelm II. Die Tatsache, dass Boelcke als rangniedriger Offizier (er war zu diesem Zeitpunkt Oberleutnant) mit den führenden politischen und militärischen Personen der Mittelmächte sprach, zeigt gut seinen großen Bekanntheitsgrad und im Allgemeinen die Aufmerksamkeit, die dem Luftkrieg gewidmet wurde.
Nach der Reorganisation der Luftstreitkräfte, die er selbst angeregt hatte, wurde Boelcke, inzwischen zum Hauptmann befördert, zum Kommandeur der im August 1916 neu aufgestellten Jasta (Jagdstaffel) 2 ernannt. Er erhielt zudem die Möglichkeit, sich seine Piloten selbst auszusuchen. Im russischen Kowel nahm er unter den einigen anderen Flugzeugführern des Kampfgeschwaders 2 auch die Leutnante Manfred von Richthofen und Erwin Böhme mit sich. Bereits Anfang September 1916 begann er, seine Schüler im Kampf mit einsitzigen Flugzeugen auszubilden. Aufgrund der Neuartigkeit des gezielten Luftkampfes entwickelte er einige Einsatzgrundsätze für diese Art der Kriegsführung, die insbesondere das Fliegen in engen Formationen behandelten. Seine später als „Dicta Boelcke“ niedergeschriebenen Regeln gehörten viele Jahrzehnte lang zu den Grundlagen des Luftkrieges (einige davon gelten sogar noch heute).
Während der kurzen Zeit als Leiter der Jasta 2, war er außerordentlich erfolgreich. Innerhalb von zwei Monaten (Anfang September – Ende Oktober) schoss er 20 gegnerische Flugzeuge ab, was ihn mit insgesamt 40 Abschüssen an die Spitze der Abschusszahlen aller Jagdflieger weltweit katapultierte. Am 28. Oktober 1916 allerdings kollidierten die Flugzeuge von Boelcke und Böhme während eines Luftkampfes. Die Tragfläche von Boelckes Maschine wurden zur Hälfte abgerissen, wodurch er sie nicht mehr abfangen konnte und beim Aufprall am Boden getötet wurde.

Boelcke wurde daraufhin, unter großer Anteilnahme durch die Öffentlichkeit, in einem Staatsbegräbnis auf dem Ehrenfriedhof in Dessau beerdigt. Sein Grabmal kann heute noch besichtigt werden. Böhme, der mit Boelcke im Luftkampf kollidiert war, meinte später, dass er sich frage, warum er (Boelcke), der Unersetzbare, Opfer dieses Schicksals geworden war, und nicht er (Böhme) selbst.

 

 

 

Eine amerikanische Hommage in Comicform an ihn.

Persönlichkeit

Persönlichkeit

 

Über die Persönlichkeit Boelckes ist nicht viel bekannt, allerdings scheint er wie Manfred von Richthofen die Eigenheit gehabt zu haben, den Piloten auszuschalten, um zu verhindern, dass dieser wieder Einsätze fliegen konnte, wie diese Auszug aus seinem Tagebuch beweist:

 

 

 

„Aus dem Tagebuch von Oswald Boelcke im Orginaltext

Am 13. März 1916 war wieder großer Luftbetrieb. Früh kam ich gerade dazu, wie über dem Fort Douaumont ein Deutscher von einem „avion de chasse“ angegriffen wurde. Letzteren habe ich mir gleich vorgenommen und verjagt – es war eine reine Pracht, wie er ausriss. – Nachmittags gegen ein Uhr sah ich ein französisches Geschwader beim „Toten Mann“ über die Front Richtung Dun fliegen. Ich suchte mir von ihnen ein etwas rechts vom Geschwader abhängenden Voisin-Doppeldecker aus und stieß auf diesen los. Da ich sehr hoch über ihm war, kam ich schnell ran und schoss ihm die Jacke voll, ehe er noch die Situation richtig kapiert hatte. Er machte sofort kehrt, um nach der Front auszureißen. Ich griff ihn nochmals energisch an, da kippte er nach rechts und verschwand unter meinem Flügel. Ich glaubte, er stürzte ab, drehte aber gleich wieder bei, um ihn weiter im Auge zu behalten, und sehe zu meinem Erstaunen, daß der Gegner sich wieder aufrichtet. Ich gehe natürlich nochmals aus ihn los, - da erblickte ich etwas ganz Sonderbares. Der Beobachter war aus dem Apparat raus geklettert und saß auf dem linken Tragdeck, hielt sich an den Streben fest, sah erschreckt auf mich und winkte mit der Hand. Das Bild sah sehr kläglich aus, und ich zauderte einen Augenblick, auf ihn zu schießen. – Er war ja gänzlich wehrlos. Ich hatte dem Apparat die Steuerorgane zerschossen, und die Maschine war abgestürzt: um sie wieder in die Gewalt zu bekommen, war der Beobachter raus geklettert und hatte sich auf den einen Flügel gesetzt, um das Gleichgewicht wiederherzustellen. Ich schoss noch einige Schuss auf den Führer, um den Gegner ganz runter zu bekommen. Da wurde ich von einem zweiten Franzosen gestört, der seinem Kameraden zu Hilfe kam. Da ich nur noch wenig Patronen hatte und auch schon über den Schützengräben war, drückte ich mich nun schleunigst. Der feindliche Apparat ist dann noch eine kurze Strecke im Gleitflug geflogen, schließlich aber doch aus niedriger Höhe abgestürzt. Er liegt vor einer unserer Feldwachen östlich des Dorfes Malancourt. Man kann ihn von unserer Front aus deutlich liegen sehen.“

Dicta Boelcke

Die Dicta Boelcke


 



Boelcke stellte, wie bereits erwähnt, einige Regeln für den Luftkampf auf, die sogenannte „Dicta Boelcke“. Er hob mehrere Kernpunkte hervor:

 

1. Schau immer danach eine bessere Position zu erreichen wie der Gegner. Steige zuerst auf große Höhe und greife dann erst an, wenn der Gegner damit nicht rechnet. Greife immer von hinten an.
2. Versuche dich immer in eine Position zu stellen, in der du die Sonne im Rücken hast. Der Gegner wird dadurch von der Sonne geblendet und kann keinen guten Schuss ausführen.
3. Feuer das MG nie aus zu weiter Entfernung ab oder wenn du ihn nicht genau im Visier hast.
4. Greife an wenn der Gegner nicht damit rechnet, bzw. wenn er mit anderen Aufgaben beschäftigt ist. (z. B. Bombardierung, Aufklärung..)
5. Ergreife nie die Flucht vor einem gegnerischen Flugzeug, wenn es auf dich schießt. Sondern kehre um und greif ihn an.
6. Verfolge den Gegner mit deinen Augen und lasse ihn nicht entkommen durch Tricks. Falls dein Gegner beschädigt ist, folge ihm, bis er abgestützt ist, um sicher zu sein, daß er nicht entkommen ist.
7. Leichtsinn und Übermut bringt meistens den Tod. Die Jasta muss als Einheit fliegen mit Teamgeist zwischen allen Piloten. Den Signalen des Führers muss Folge geleistet werden.


Auszeichnungen



 


 
Auszeichnungen
 
Eisernes Kreuz (1914) II. und I. Klasse
Friedrich-Kreuz am 31. Januar 1915
Ritterkreuz des Königlichen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern am 3. November 1915
Hausorden Albrechts des Bären Ritterkreuz II. Klasse mit Schwertern (Silber) und I. Klasse (Gold)
Militärverdienstorden (Bayern) IV. Klasse mit Schwertern am 13. November 1915
Rettungsmedaille am Band (Preußen) am 30. November 1915
Ehrenbecher für den Sieger im Luftkampf am 24. Dezember 1915
Pour le Mérite am 12. Januar 1916
Eiserner Halbmond am 23. Juli 1916
Herzoglich Sachsen-Ernestinischer Hausorden Ritterkreuz I. Klasse mit Schwertern am 31. Juli 1916
Militärorden für Tapferkeit IV. Klasse am 9. August 1916
Orden der Eisernen Krone III. Klasse mit der Kriegsdekoration am 29. Oktober 1916


(Jasta11 und ihre Flieger)

 


 

Portrait

Generalfeldmarschall Erhard Milch

 

 

 

"Er ist ein kluger, napoleonisch anmutender, kleiner Mann, der sehr umgänglich, aber ebenso giftig mit seiner Freundlichkeit auf seine Umgebung wirkt."
(Leon Goldensohn, 22. Januar 1946)

 

 

 

* 30. März 1892 in Wilhelmshaven
† 25. Januar 1972 in Wuppertal

Kaiserreich

Kaiserreich



Erhard Milch wurde am 30. März 1892 in Wilhelmshaven geboren. Sein leiblicher Vater war nicht der evangelisch getaufte, aus einer ursprünglich jüdischen Familie stammende Kaiserliche Marine-Apotheker und Ehegatte von seiner Mutter, Anton Milch sondern ein gewisser Carl Bräuer. Dieser war ein naher Verwandter der Mutter und pflegte mit ihr eine heimliche Liaison. Nach Besuch der Gymnasien in Wilhelmshaven, Gelsenkirchen und Berlin bestand Milch im Februar 1910 an dem traditionsreichen Joachimsthalschen Gymnasium das Abitur. Bereits wenige Tage später trat er als Fahnenjunker in das Fußartillerieregiment „von Linger" (Ostpreußisches Nr. 1) in Königsberg/Preußen ein. Bereits nach einem Jahr wurde Milch 1911, mit Patent vom 20. August 1909, zum Leutnant befördert. Während einer Abkommandierung zur Artillerieschule Jüterbog, beantragte er zum ersten Mal seine Versetzung zur jungen Fliegertruppe, was sein Regimentskommandeur aber ablehnte.
 


 
Karriere

Die Dienstflagge des Generalluftzeugmeisters
Fähnrich – 18. Oktober 1910
Leutnant – 18. August 1911
Oberleutnant – 18. August 1915
Hauptmann – 18. August 1918
Oberst (Eingliederung in die Wehrmacht)
28. Oktober 1933
Generalmajor – 24. März 1934
Generalleutnant – 28. März 1935
General der Flieger (Vorläufig) – 30. Januar 1936
General der Flieger – 20. April 1936
Generaloberst – 1. November 1938
Generalfeldmarschall – 19. Juli 1940

1. Weltkrieg

Erster Weltkrieg

 

Bei Kriegsausbruch im August 1914 wurde Milch Adjutant im II. Reservebataillon des Fußartillerieregiments 6, mit dem er Ende August 1914 ins Feld zog. In Ostpreußen nahm Milch an den Schlachten bei Tannenberg und an den Masurischen Seen teil. Mit seiner Einheit überschritt er schließlich auch die Grenze nach Russisch-Polen. Schon damals war Milch ein Mann, der vor „hohen Tieren" keine Angst hatte und sich nicht immer an den vorgeschriebenen Dienstweg hielt. Als er nach Erhalt eines Befehls zur Verlegung seines Verbandes vor die russische Festung Oswiecz (bei Bialystok) feststellte, dass für die drei Artilleriebataillone und ihre 2.000 Pferde keinerlei Proviant bereitgestellt war, rief Milch kurzerhand gleich beim zuständigen Armeeoberkommando an und verlangte den Chef des Stabes zu sprechen. Tatsächlich bekam er General Ludendorff selbst an den Apparat, trug ihm seine Sorgen vor und erreichte durch diesen regelwidrigen Vorstoß, dass die pünktliche Versorgung seiner Truppe nunmehr klappte. Am 1. Juli 1915 erhielt Milch die Kommandierung zur Ausbildung als Flugzeugbeobachter bei der Fliegerersatzabteilung in Döberitz, was seinem seit frühester Jugend vorhandenem Interesse an der Fliegerei entgegenkam. Hier erreichte ihn am 15. August 1915 auch die Beförderung zum Oberleutnant. Nach Abschluss dieses Lehrgangs wurde er zur Artilleriefliegerabteilung 204 an die Westfront versetzt, welche vor allem Aufklärungsflüge für die Artillerie durchzuführen und deren Feuer zu lenken hatte. Anfang März 1916, als alle anderen Flugzeuge aufgrund eines heftigen Sturmes nicht starteten, meldete sich Milch als einziger freiwillig zu einem Aufklärungsflug. Seine Ergebnisse spielten eine entscheidende Rolle bei der Eroberung von Fresne. Für seine aufklärerische Mitwirkung erhielt er im März 1916 das EKI.

 

 

 

(Die Generalfeldmarschälle Erhard Milch und Albert Kesselring grüßen den Reichsmarschall Hermann Göring)



Während der englischen Sommeroffensive 1916 flogen die deutschen Artillerieaufklärer der Abteilung 204 zeitweilig bis zu drei Einsätze am Tag und das bei einer alliierten Luftüberlegenheit von 20 zu 1. Im Winter 1916/17 wurde Milch Adjutant des Schulkommandeurs Eduard Zimmermann der Artillerieflugzeugbeobachterschule in Groß-Auz/Kurland. Als fähiger Organisator konnte er sich bereits beim Aufbau dieser Schule bewähren, zu der insgesamt über 100 Flugzeuge, rund 4.000 Mann Flug-, Lehr-, Boden- und Wachpersonal gehörten und wo jeweils mehr als 100 Beobachter gleichzeitig ausgebildet wurden. Der Kommandeur ließ dabei dem erst 25jährigen Oberleutnant weitgehend freie Hand. Doch bereits Mitte Juli 1917 kam Milch wieder an die Westfront und wurde hier stellvertretender Abteilungsführer der Fliegerabteilung 5, die zur 6. Armee gehörte. Am 1. April 1918 wurde er als Anwärter für die Generalstabsausbildung auserwählt und hatte daher auch wieder Heereseinheiten zu führen. So war Milch unter anderem bei Arras als Kompanieführer im ostpreußischen Infanterieregiment 41 und danach für eine Weile als Batterieführer im Feldartillerieregiment 273 eingesetzt. In seiner Funktion als Nachrichtenoffizier wurde er am 19. Juli 1918 in den Stab des Kommandeurs der Flieger der 17. Armee kommandiert und am 18. August 1918 zum Hauptmann befördert. Am 20. September 1918 wurde ihm die Führung seiner alten Fliegerabteilung 204 anvertraut. Kurz vor Kriegsende, am 1. Oktober 1918, wurde ihm noch die Führung der Jagdgruppe 6 übertragen. Bereits einen Monat später, im November 1918, wurde sie in Graudenz demobilisiert. Der anstehende Generalstabskurs war damit wegen der Ereignisse obsolet geworden.

Weimar

Weimarer Republik

 

Milch stellte sich nunmehr dem Grenzschutz Ost als Führer der Freiwilligenfliegerabteilung 412 zur Verfügung, bis er am 31. Januar 1920 als Führer der „Polizeifliegerstaffel Königsberg" zur Polizei übertrat. Als die Bestimmungen des Versailler Diktats auch die Abschaffung der Polizeifliegerei erzwangen, quittierte Milch Ende März 1921 den Polizeidienst und wechselte als Geschäftsführer der Danziger Luftpost GmbH zur zivilen Luftfahrt über. Bei der Lloyd Ostflug GmbH wurde er Flugleiter der Strecke Berlin-Schneidemühl-Danzig-Königsberg. Auch bei dieser Tätigkeit kam ihm nicht nur seine fliegerische Begabung zugute, sondern ebenso sein ungewöhnliches Talent auf technischem und organisatorischem Gebiet, seine unverwüstliche Energie, sein gesunder Ehrgeiz und seine nie ermüdende Einsatzbereitschaft. Es war bezeichnend für Milch, dass er es seinerzeit in Danzig fertigbrachte, mit zwei Monteuren und einem Laufburschen ein ganzes Flugfeld in Ordnung zu halten. Den Höhepunkt seiner zivilen Laufbahn erreichte Milch mit 33 Jahren, als er zum technischer Direktor in den dreiköpfigen Vorstand der neuen Einheitsgesellschaft, der Deutschen Luft Hansa AG, berufen wurde.

 

 

 

(Adolf Hitler im Gespräch mit Generalfeldmarschall Erhard Milch und Reichsminister Albert Speer)

 

Von vorher 38 deutschen Luftfahrtunternehmen der Nachkriegszeit, hatten sich Mitte 1925 die beiden noch übriggebliebenen Luftfahrtgesellschaften Junkers und Aero-Lloyd zu ihr zusammengeschlossen. Dass diese Gesellschaft schon vor 1933 im freien Wettbewerb bald Weltgeltung erlangte, ist eine flug- und verkehrsgeschichtliche Meisterleistung des Managers Milch, der im September 1929, in prekärer wirtschaftlicher Lage, die Gesamtleitung des Unternehmens übernahm. Unter ihm, der zahlreiche Auslandskontakte persönlich knüpfte, pflegte und ausbaute, entwickelte sich die Luft Hansa zu einem Großunternehmen, das im freien Konkurrenzkampf alle anderen damals aufblühenden Flugunternehmen schlug. Während der Zeit bei Luft Hansa kam Milch mit dem damaligen Reichstagsabgeordneten Hauptmann außer Dienst Hermann Göring in Kontakt und näherte sich politisch dem Nationalsozialismus.

 

 

NS-Zeit

Nationalsozialismus

 


(Ernst Udet und Erhard Milch)



Am 30. Januar 1933 schlug Göring dem Reichskanzler Adolf Hitler vor, den Luft Hansa-Direktor Milch zum Staatssekretär und stellvertretenden Reichskommissar für die Luftfahrt zu ernennen. Göring war der Meinung: „Wir brauchen Leute, die ihr Geschäft verstehen. Und einen Mann, der sein Geschäft besser versteht als Milch, können wir nicht finden!" Daraufhin bat Hitler ihn, die angebotene Position zu übernehmen: „Deutschland will Sie haben für diese Stelle!" So folgte Milch am Tag der nationalsozialistischen Regierungsübernahme dem Politiker Göring in das neugeschaffene Reichskommissariat für die Luftfahrt und wurde dort als Staatssekretär sein Stellvertreter. Das war mehr als eine nominelle gelegentliche Stellvertretung, da Göring durch seine zahlreichen Ämter stark in Anspruch genommen war und Arbeit zu delegieren wusste. So ist es kein Wunder, dass fast alle entscheidenden Verfügungen aus den Anfangszeiten der neuen Luftwaffe nicht Görings, sondern Milchs Unterschrift trugen. Bereits am 15. Mai 1933 wurde aus dem Reichskommissariat ein Reichsluftfahrtministerium, in dem auch eine militärische Abteilung eingerichtet war. Göring wurde nun als General der Infanterie reaktiviert und am 28. Oktober 1933 trat Milch mit dem Rang eines Obersten wieder in die Reichswehr ein. Er erhielt dabei das Recht, die Uniform des Artillerieregiments 1 zu tragen. Schon im März 1934 wurde Milch Generalmajor. Noch im selben Jahr erlernte er mit Hilfe seines Fluglehrers Ernst Udet das Fliegen. 1935 avancierte Milch zum Generalleutnant und trat am 20. April 1936 zur Luftwaffe über. Bereits am 30. Januar 1937 beförderte man ihn zum General der Flieger.
 

 

 

(Reichsminister für Rüstung und Kriegsproduktion Prof. Albert Speer, Generalfeldmarschall Erhard Milch und Prof. Willy Messerschmitt bei der Inspektion im Mai 1944)



Am 1. November 1938 wurde er zum Generaloberst befördert und schließlich am 1. Februar 1939 auch zum Generalinspekteur der Luftwaffe ernannt. Milch, der auch noch ehrenamtliches Vorstandsmitglied der Luft Hansa blieb, unterstanden damit, die gesamte deutsche militärische und zivile Luftfahrt in personeller, technischer und finanzieller Hinsicht, der Luftsport und die Luftfahrtindustrie. Gemeinsam mit dem Reichsbankpräsidenten und späteren Reichswirtschaftsminister Dr. Hjalmar Schacht sorgte er als Geschäftsführer der Metallurgischen Forschungsgesellschaft (MEFO) für die Finanzierung der deutschen Nach- und Aufrüstung. Allein rund drei Milliarden Reichsmark jährlich wurden bis zum Kriegsbeginn für die Luftwaffenrüstung ausgegeben. Milch hatte sich das Ziel gesetzt, die Kapazität der deutschen Luftfahrtindustrie, die 1932 rund 3.000 Facharbeiter beschäftigte, zu vervielfachen. Bereits Ende 1933 beschäftigte die damals noch geheime Luftwaffe an die zwei Millionen Menschen mit dem Bau und dem Betrieb von Flugplätzen und Luftrüstungsfabriken. Obwohl Milch seine eigentliche Aufgabe in der Wiederaufrüstung sah, zögerte er nicht, vor einem Krieg zu warnen.

2. Weltkrieg

Zweiter Weltkrieg

 

 

 

"Das Deutschland diese Länder besiegte, hatte mit besserer Planung und weniger mit besserer Vorbereitung zu tun."
(Zum Journalist Leon Goldensohn, 13. März 1946, "The Nuremberg Interviews"/Leon, Goldensohn 2004)



Bei Kriegsbeginn im September 1939 besaß Deutschland mit 2.721 Frontflugzeugen und 552 Transportern die stärkste Luftwaffe Europas, ohne die die siegreichen Blitzkriege in Polen, im Westen und auf dem Balkan nicht denkbar gewesen wären. Daran hatte Milch ganz entscheidenden Anteil gehabt. Bei Vorgesetzten und Untergebenen war er nicht beliebt, denn in seiner rigorosen Art verstand Milch es immer wieder, seinen Willen und das, was er für richtig hielt, nach oben und unten durchzusetzen. Milch nahm auch Hitler und Göring gegenüber kein Blatt vor den Mund, wenn er ihre Vorstellungen und Forderungen für falsch oder unrealistisch hielt. Dabei kam es allerdings auch zu manchen, für die weitere Kriegsführung verhängnisvollen Fehlentscheidungen, vor allem in technischer und konzeptioneller Hinsicht. Am Norwegenfeldzug beteiligte sich Erhard Milch als Oberbefehlshaber der Luftflotte 5 und erhielt dafür am 4. Mai 1940 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Auch im folgenden Westfeldzug führte er persönlich an die 40 Frontflüge durch. Die Beförderung zum Generalfeldmarschall am 19. Juli 1940 bedeutete die Krönung seiner soldatischen Laufbahn. Damit nahm Milch unter den deutschen Generalfeldmarschällen eine Sonderstellung ein. Waren doch bisher ein selbständig geführter Feldzug, eine gewonnene Schlacht oder eine eroberte Festung Voraussetzung für das Erreichen dieses Titels. Seine Tätigkeit aber beschränkte sich im Wesentlichen auf die organisatorischen und wirtschaftlichen Angelegenheiten der Luftwaffe. Nach Ernst Udets Freitod 1941 übernahm er auch noch die Aufgaben des Generalluftzeugmeisters. Angesichts der angespannten Zustände in der Luftwaffe, die unter anderem auf die mangelnden Fähigkeiten Udets als Organisator zurückzuführen waren, erhielt Milch den Auftrag „auszumisten". Tatsächlich gelang es ihm, trotz immer geringer werdender Hilfsquellen die Flugzeugproduktion von 1941 bis 1944 mehr als zu verdreifachen. Am 14. Januar 1943 wurde er von Hitler mit einer Sonderaufgabe betraut, die kaum lösbar war. Milch wurde zum Befehlshaber des Sonderstabes „Stalingrad" ernannt und an die Ostfront geschickt, um das Transportproblem bei der eingeschlossenen 6. Armee in Stalingrad doch noch zu lösen. Als er am 16. Januar im Hauptquartier der Luftflotte 4 in Taganrog eintraf und sich alle Lufttransporteinheiten unterstellte, stellte Milch fest, dass zwar etwa 280 Transportmaschinen auf verschiedenen Flugplätzen standen, aber nur 70 davon einsatzfähig waren. Daher vermochte die Luftwaffe auch nicht annähernd das an Nachschub nach Stalingrad einzufliegen, was Göring versprochen und die 6. Armee gefordert hatte. Noch in der Nacht vom 1. auf den 2. Februar warfen Transportgeschwader 98 Tonnen Verpflegung und Munition über dem Kessel ab. Um 11 Uhr am Morgen des 2. Februar musste Milch die Kapitulationserklärung des IX. Armeekorps telefonisch an das Führerhauptquartier weiterleiten. Am 3. Februar 1943 meldete er im Führerhauptquartier: „Auftrag nicht erfüllt." Eine bemerkenswerte Gegenrede folgte: „Doch, Milch", sagte Hitler, „Sie haben Ihren Auftrag erfüllt, aber ich habe Sie zu spät gerufen." Hitler gab am Untergang der 6. Armee Göring die Schuld, denn er habe „auf dessen Versprechen vertraut".
 

 

 

(Von Links Sepp Dietrich, Erhard Milch und Ernst Udet, 16.12.1933)



Milchs Karriere endete, als er 1944 das neue Düsenflugzeug Me 262 nicht als Jagdbomber, sondern ausschließlich als Jagdflugzeug für die Reichsverteidigung bauen und einsetzen wollte. Er musste seine Kompetenzen für die Rüstung der Luftwaffe im Juni 1944 an Reichsminister Albert Speer abtreten und legte seine Ämter als Staatssekretär und Generalluftzeugmeister am 20. Juni 1944 nieder. Als Generalinspekteur der Luftwaffe fungierte Milch jedoch noch bis Ende 1944. Am Mittag des 4. Mai 1945 geriet er auf Schloss Sierhagen/Schleswig-Holstein in Kriegsgefangenschaft. Von Angehörigen einer britischen Kommandoeinheit wurde der in Neustadt festgehaltene Generalfeldmarschall Milch brutal misshandelt. Beim Verhör wurde sein Interiemsstab von einem britischen Generalmajor zerbrochen, der ihm damit lange und heftig auf den Kopf geschlagen hatte. Danach bearbeitet man ihn mit einer Champagnerflasche weiter, obwohl er bereits aus mehreren Wunden an Kopf und Hals stark blutete. Weitere Misshandlungen über den Tag hinweg folgten und auch sein Gepäck wurde aufgebrochen und beraubt. Dabei verschwand auch sein Marschallstab.

Nachkriegszeit

Nachkriegszeit

 


(Milch und sein Anwalt bei den Milchprozess)

 

"There is no reason to believe that Milch was not absolutely sincere in his idealistic belief in Imperial Germany. Its destruction, however, caused a fundamental change in him: idealism in Erhard Milch was extinguished forever. From this period on, Milch became more and more the slave of his own ruthless ambition."
(Samuel W. Mitcham, "Eagles of the Third Reich," 2007)

 

Milch wurde zuerst nach England und später nach Nürnberg gebracht. Dort sollte er als Zeuge der Anklage gegen Hermann Göring auftreten. Das lehnte Milch jedoch ab und erklärte in seiner gewohnt deutlichen Sprache: „Wenn Sie alle Deutschen für Verbrecher halten, wäre es wohl das Beste, alle miteinander aufzuhängen und meinetwegen können Sie mit mir gleich anfangen." Im April 1947 wurde er zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Ende des Jahres 1948 übermittelte ein Gesandter König Georges VI. dem in Nürnberg Inhaftierten eine Entschuldigung für das Verhalten jener britischen Soldaten in Neustadt. Anfang 1951 wurde Milch zu 15 Jahren Freiheitsentzug begnadigt und am 23. Juni 1954 vorzeitig aus der Haftanstalt Landsberg entlassen. Danach wohnte Erhard Milch zurückgezogen als Industrieberater in Ratingen/Rheinland, bis er am 25. Januar 1972 verstarb.

 


(DER SPIEGEL 16/1957 - Untertitel: "Stummer Protest aus Prades")

 

 
Auszeichnungen
 
Eisernes Kreuz (1914) II. Klasse am 4. Oktober 1914
Eisernes Kreuz (1914) I. Klasse am 19. Oktober 1915
Preußisches Militär-Flugzeugführer-Abzeichen
Preußisches Flugzeugbeobachter-Abzeichen am 23. Juni 1916
Flieger-Erinnerungsabzeichen im Jahr 1919
Italienischer St. Mauritius- und Lazarus-Orden II. Klasse (Großoffizierskreuz mit Stern)
im April 1933
Bulgarischer Zivilverdienstorden, II. Klasse (Großoffizierskreuz mit Stern) am 31. Mai 1933
Griechischer Phönix-Orden, I. Klasse (Großkreuz mit Stern) im Mai 1934
Stern des Ehrenzeichens des Deutschen Roten Kreuzes am 27. Juli 1934
Ehrenkreuz für Frontkämpfer am 15. Dezember 1934
Gemeinsames Flugzeugführer- und Beobachterabzeichen der Wehrmacht am 30. März 1935
Bulgarisches Militär-Verdienstkreuz, I. Klasse mit Schwertern am 27. Mai 1935
Finnischer Orden der Weißen Rose, II. Klasse am 6. Juni 1935
Jugoslawischer St. Sava-Orden, I. Klasse am 30. Juni 1935
Hausorden des Herzogs Carl Eduard von Sachsen-Coburg und Gotha (Großkreuz mit Schwertern)
am 15. August 1935
Königlich Ungarisches Verdienstkreuz, I. Klasse im Oktober 1935
Ehrenzeichen für Verdienste um die Olympischen Spiele 1936, I. Klasse am 16. August 1936
Wehrmacht-Dienstauszeichnung IV. bis I. Klasse am 2. Oktober 1936
Goldenes Parteiabzeichen der NSDAP am 30. Januar 1937
Chilenischer Verdienstorden, II. Klasse (Komturkreuz) am 3. März 1937
Französisches Flugzeugführerabzeichen am 29. September 1937
Orden der Italienischen Krone, II. Klasse (Großkreuz am Band) im September 1937
Japanischer Orden des Heiligen Schatzes, I. Klasse im Dezember 1937
Orden der Jugoslawischen Krone, I. Klasse im Januar 1938
Luftschutz-Ehrenzeichen I. Stufe am 20. April 1938
Chinesischer Jade-Orden, I. Klasse im Juni 1938
Jugoslawisches Flugzeugführerabzeichen im Juni 1938
Medaille zur Erinnerung an den 13. März 1938
Medaille zur Erinnerung an den 1. Oktober 1938 mit Spange „Prager Burg”
Medaille zur Erinnerung an die Heimkehr des Memellandes
Spange zum Eisernen Kreuz II. und I. Klasse
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes am 4. Mai 1940
Flugzeugführer- und Beobachterabzeichen in Gold mit Brillanten

Quellen

Peter Stockert, Die deutschen Generalfeldmarschälle und Großadmirale 1936-1945, Pour le Mérite, ISBN 978-3-932381-47-8

http://de.wikipedia.org/wiki/Erhard_Milch Zugriff am 10.11.11
http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Per ... Erhard.htm Zugriff am 10.11.11
http://www.time.com/time/covers/0,16641 ... 26,00.html Zugriff am 10.11.11
http://en.wikiquote.org/wiki/Erhard_Milch Zugriff am 10.11.11
http://en.wikipedia.org/wiki/Erhard_Milch Zugriff am 10.11.11
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41121012.html Zugriff am 10.11.11
http://www.nachfolgeprozesse.nuernberg. ... esse3.html Zugriff am 10.11.11
http://collections.yadvashem.org/photos ... 48636.html Zugriff am 10.11.11
http://www.trzeciarzesza.info/milch-erhard-r155.htm Zugriff am 10.11.11



Autor: Kurt Ralle