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Das Thema

 

Pour le Mérite
"Der Höchste Orden des Deutschen Kaiserreichs"

 


Einleitung

 

Der Orden pour le mérite geht auf den brandenburgisch-preußischen Orden de la générosité (1667) zurück. Die Umwandlung bzw. Neustiftung erfolgte, anlässlich des ersten Schlesischen Krieges gegen Österreich, durch Friedrich den Großen nach seinem Regierungsantritt im Jahr 1740, wobei allerdings Statuten nicht erlassen wurden.
Der Orden war zunächst Militär-und Zivilauszeichnung und wurde erst 1810 zum reinen Kriegsorden. Die Kabinettsorder vom 18.01.1870 bestimmte ausdrücklich: „Der Orden pour le mérite soll künftig nur für das im Kampf gegen den Feind erworbene Verdienst erworben werden können.“
 

 



Weiterhin wurde in der Stiftungsurkunde des Eisernen Kreuzes festgelegt, dass der Orden für „außerordentliche Fälle“ auch „mit drei goldenen Eichenblättern am Ringe“ verliehen werden kann.
 

 



Der Orden ist ein blaues achtspitziges emailliertes Malteserkreuz (Das sogenannte Kleinod des Ordens), mit goldenem Rande, in dessen Winkel sich goldene (ungekrönten) Adler mit ausgebreiteten Flügeln befinden. Der obere Balken zeigt ein goldenes „F“ und darüber eine Krone, die unteren Balken tragen die Inschrift: „Pour le Mé - rite“. (dt: „für den Verdienst“). Die Rückseite des Kreuzes ist blau emailliert und glatt.
Der Orden wird an einem schwarzen, mit Silber eingefassten Bande am Hals getragen. Bei Verdiensten, die einer zweiten Verleihung entsprochen hätten, wurde dem Band ein silberner Mittelstreifen hinzugefügt. Den Ordensrittern wird nach § 11 des Ordensgesetzes weiterhin Ehrensold gewährt. Außerdem hatten die Ordensinhaber Anspruch auf besondere militärische Ehren. So waren sie stets zuerst zu grüßen, auch von Ranghöheren. Wachen mussten vor ihnen „ins Gewehr treten“, was sonst nur den unmittelbar vorgesetzten Kommandeuren und Personen aus regierenden Häusern vorbehalten war.
 

 



Nach dem Sieg über Österreich erweiterte König Wilhelm I. den "Pour le Mérite" durch eine Kabinettsorder vom 20. September 1866 um eine Großkreuzstufe mit dazugehörigem Bruststern. Beim Großkreuz sind die Adler gekrönt. Das Kreuz besaß zusätzlich ein goldenes Medaillon mit dem Bildnis Friedrichs des Großen. Der blass goldene Stern zum Großkreuz war annähernd rhombusförmig, in der Mitte befand sich das Medaillon mit dem Bildnis Friedrichs des Großen. Der blau emaillierte Medaillonring zeigte den Namen des Ordens und zwei grün emaillierte Lorbeerzweige.
Als einziger Ausländer wurde der russische Zar Alexander II. (1818-1881) mit der Großkreuzstufe in Anerkennung seiner Leistungen zur Beendigung des russisch-türkischen Kriegs ("Krimkrieg": 1853-1856) geehrt. Danach wurde diese Stufe nur noch ein einziges Mal verliehen: Generalfeldmarschall Graf Helmuth von Moltke (1800-1891) erhielt diese höchste Auszeichnung 1879 zu seinem 60jährigen Dienstjubiläum.

Der Pour le Mérite war neben dem Orden vom Schwarzen Adler die bedeutendste Auszeichnung, die in Preußen vergeben werden konnte. Aber mit der Revolution von 1918/19 und dem Ende der preußischen Monarchie entfiel die Militärauszeichnung, die insgesamt 5.430-mal verliehen worden war.


Ordensträger

 
König Friedrich des Großen (1740-1786)
in 46 Jahren 924 Verleihungen
König Friedrich Wilhelm II. (1786-1797)
in 11 Jahren 1.006 Verleihungen
König Friedrich Wilhelm III. (1797-1840)
in 43 Jahren 2.454 Verleihungen
König Friedrich Wilhelm IV. (1840-1861)
in 21 Jahren 36 Verleihungen
König Wilhelm I. (1861-1888)
in 27 Jahren 306 Verleihungen
König Friedrich III. (1888-1888)
in 1/2 Jahr keine Verleihungen
König Wilhelm II. (1888-1918)
in 30 Jahren 704 Verleihungen

 


 
Liste der Träger des Pour le Mérite (Militärorden)

(prominente Träger)
Werner von Blomberg Generalfeldmarschall (letzter Dienstgrad), Heer, 3. Juni 1918 (Verleihung)
Max Immelmann Oberleutnant Luftwaffe 12. Januar 1916
Paul von Hindenburg Generalfeldmarschall Heer 8. September 1914 / 23. Februar 1915 (Erweiterung zum Eichenlaub)
Alfred Keller Generaloberst Luftwaffe 4. Dezember 1917
Erich Ludendorff General der Infanterie Heer 8. August 1914 / 23. Februar 1915
Kronprinz Wilhelm von Preußen General der Infanterie Heer 22. August 1915/ 8. September 1916

Manfred von Richthofen Rittmeister Luftwaffe 12. Januar 1917
Manfred Freiherr von Richthofen Generalleutnant Heer 18. Januar 1918

Erwin Rommel Generalfeldmarschall Heer 10. Dezember 1917
Hans von Seeckt Generaloberst Heer 14. Mai 1915
Alfred von Tirpitz Großadmiral Marine 10. August 1915
Ernst Udet Generaloberst Luftwaffe 9. April 1918
Ernst Jünger Hauptmann Heer 18. September 1918 (Er erhielt den letzten verliehenen "Pour le Mérite" kurz vor dem Waffenstillstand vom 11. November 1918. Jünger (1998 verstorben) war auch der letzte lebende Träger der militärischen Ordensklasse und letzter Ordenskanzler.)


Friedensklasse

Friedensklasse

 

 



Alexander von Humboldt (1769–1859) regte 1842 Friedrich Wilhelm IV. (1795–1861) dazu an, eine „Friedensklasse“ des Ordens unter der Bezeichnung Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste für die drei Abteilungen Geisteswissenschaften, Naturwissenschaften und Medizin sowie Schöne Künste zu stiften (31. Mai). Hier besteht das Ordenszeichen aus einem blau emaillierten goldenen Ring, an dem außen an vier gegenüberliegenden Stellen die preußische Krone und innen zweimal die Zeichenfolge „FF II“ angebracht sind, während auf dem Ring die Ordensbezeichnung verläuft. In der Mitte befindet sich ein goldenes Medaillon mit Adler. Das Band entspricht dem der Militärklasse.
Bis 1918 erfolgten zahlreiche Verleihungen des Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste. Nach Abdankung der Hohenzollern im Zuge der Revolution 1918/19 wurde der „Pour le Mérite“ nicht mehr als staatliche Auszeichnung verliehen, aber die vom Kaiser verliehenen Orden durften in der Weimarer Republik öffentlich getragen werden. Da die Verfassung von 1919 alle Stiftungen von Orden verbot, organisierten sich die verbliebenen Ordensträger als eine freie Gemeinschaft von Künstlern und Gelehrten zur Verleihung ziviler Auszeichnungen. Das Staatsministerium billigte 1924 diesen Brauch.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden wieder staatliche Auszeichnungen gestiftet. Die Verantwortung dafür lag zunächst beim Reichspräsidenten Paul von Hindenburg und ging nach dessen Tod 1934 auf den Reichskanzler Adolf Hitler über.Hermann Göring (selbst Ordensträger der Kriegsklasse) ließ als preußischer Ministerpräsident die bisherigen Träger von der Gestapo „auf ihre politische und künstlerische Eignung“ überprüfen, woraufhin der Orden allen Juden und politischen NS-Gegnern wie Kommunisten abgesprochen wurde – unter anderem auch Käthe Kollwitz.

Nach dem Zweiten Weltkrieg unterblieben zunächst Verleihungen des „Friedenszweiges“, doch es bildete sich wie in der Weimarer Republik eine zivile Gemeinschaft mit staatlicher Anerkennung unter dem Namen Orden Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste. Bundespräsident Theodor Heuss wurde 1952 Protektor des Ordens. Das Sekretariat des Ordens wird vom Kulturstaatsminister beim Bundeskanzler geführt. So hat nun der „Pour le Mérite“ in Deutschland zwar ein hohes Prestige, doch keinen offiziellen Status wie z. B. der Verdienstorden des Bundesverdienstkreuzes. Laut Satzung (in der letztgültigen Fassung von 1990) sind die Ordensinsignien „Eigentum der Bundesrepublik Deutschland“. Sie werden im tatsächlichen Sinne nur ver-„liehen“ und müssen, anders als bei anderen Ordenszeichen, nach dem Tode des Trägers zurückgegeben werden.
(Ich verzichte an dieser Stelle auf die Nennung von Trägern des Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste)
 


 
Träger beider Ordensklassen
Bedingt durch die vollkommen unterschiedlichen Verleihungsanforderungen sind nur sehr wenig Geehrte mit beiden Klassen ausgezeichnet worden.
Helmuth Karl Bernhard von Moltke, Historiker und Generalfeldmarschall – Kriegsklasse „mit Eichenlaub“
Julius von Verdy du Vernois, General der Infanterie
Otto von Bismarck, Staatsmann
Hermann von Kuhl, Historiker und General der Infanterie – Kriegsklasse „mit Eichenlaub




Eine zusammenhängende ausführliche Darstellung der Ritter des Ordens existiert bis heute nicht. Allerdings sind verschiedene literarische Werke entstanden, aus denen sich die wichtigsten Daten zu den einzelnen Persönlichkeiten heraussuchen lassen. In erster Linie sind dies vier Bücher, auf die hier Bezug genommen wird und die auch die Quellengrundlage für die folgende Zusammenstellung sind. Aus diesen vier Bänden lassen sich alle Verleihungen rekonstruieren. Bis auf einige Ausnahmen - namentlich aus der frühen Zeit des Ordens im 18. Jahrhundert - ist für jede Person das Datum der Verleihung sowie meistens eine ausführliche Verleihungsgründung vorhanden!

 


Quellen

Katalog deutsche Orden und Ehrenzeichen. 1871 bis zur Gegenwart, Battenberg 1995.
Karl-Friedrich Hildebrand/Christian Zweng Die Ritter des Ordens Pour le Mérite 1740-1918, Biblo-Verlag 1999.
Hans Karl Geeb/ Heinz Kirchner / Hermann-Wilhelm Thiemann, Deutsche Orden und Ehrenzeichen, Berlin 1977.
http://de.wikipedia.org/wiki/Pour_le_M%C3%A9rite (letzter Aufruf 28.09.2009)
http://home.foni.net/~adelsforschung/plm00.htm (letzter Aufruf 28.09.2009)
http://www.orden-pourlemerite.de/ (letzter Aufruf 28.09.2009)
http://www.hdg.de/lemo/html/kaiserreich ... index.html (letzter Aufruf 28.09.2009)
http://www.pourlemerite.org/ (letzter Aufruf 28.09.2009)
http://www.orden-pourlemerite.de/orden.htm (letzter Aufruf 28.09.2009)
http://www.bundesregierung.de/nn_23690/ ... erite.html (letzter Aufruf 28.09.2009)



Autor: Freiherr von Woye

Das Thema

Hoher Orden vom Schwarzen Adler


 

 

 

Der Hohe Orden vom Schwarzen Adler war der höchste preußische Orden.

Einleitung

Kurfürst Friedrich (III.) von Brandenburg stiftete am 17. Januar 1701, dem Tage vor seiner Königskrönung, den Hohen Orden vom Schwarzen Adler, im Sprachgebrauch meistens Schwarzer-Adler-Orden genannt. Mit dieser Stiftung, wie auch schon mit der für das arme Kurfürstentum Brandenburg sehr prunkhaften Krönungszeremonie, wollte der neue König die Würde und Bedeutung seines Staates im Konzert der damaligen führenden Dynastien in Europa demonstrieren.
Der Ordensstern mit dem schwarzen Reichsadler, einst dem Hochmeister des Deutschen Ordens vom Kaiser verliehen, von Herzog Albrecht im neuen Herzogtum Preußen weitergeführt, trägt die Aufschrift „Suum cuique“ = Jedem das Seine. Frei übersetzt kann man es mit „Gerechtigkeit“ übersetzen. Damit offenbart sich auch der Charakter des neu gestifteten Ordens. Zum einen die Verteidigung des christlichen Glaubens (denn 1683 standen die Türken ein zweites Mal vor Wien). Zum Anderen dem Schutz von Witwen und Waisen, einschließlich aller „Gewalt und Unrecht leidenden Leuten“.
So wurde die Tradition dieses Ordens weitergeführt und der Ordensstern zum höchsten preußischen Orden erhoben. Er bestand bis zum Ende der Monarchie im Jahr 1918 und genauso wie der deutsche Kaiser verschwand er aus der Ordenslandschaft. Damit endete die Epoche der (bedeutenden) Hausorden in Deutschland, dabei handelte es sich in der Regel um einklassige Auszeichnungen, für die der regierende Fürst erblich die Großmeisterwürde innehatte.

 

 

Einordnung

 

Der große Unterschied zum Orden Pour le Mérite war, das der Schwarze Adlerorden kein Verdienstorden im üblichen Sinne war, sondern zunächst ein Ritterorden mit begrenzter Mitgliederzahl. Dies sollte die Exklusivität des Ordens unterstreichen und die Ehrung durch den preußischen König (gleichzeitig deutschen Kaisers) hervorheben. Die Prinzen des Königshauses waren dabei außen vor (sie waren geborene Mitglieder und wurden in den Statuten nicht mitgezählt), zum Einen weil sie durch die hohe Stellung in der Thronfolge herausgehoben wurden und auf der anderen Seite die Hochwohlgeborenen „nur“ in den höchsten Kreisen der elitären Gesellschaft des Königreiches verkehren sollten. Trotzdem erhielten die Prinzen die vollen Ehren des Ordens erst nach ihrer Konfirmation. Erst dann legten die Insignien, zusammen mit ihrer ersten Offiziersuniform, zum vollendeten zehnten Lebensjahr an.
Ursprünglich sollte die Zahl der preußischen Ordensträger nur 30 betragen, doch es qualifizierten sich im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderten weit mehr Personen für diese höchste Auszeichnung. Diese Personen mussten Eine Grundvoraussetzung für ihre Aufnahme in den Orden vor allen anderen vorweisen und zwar die der (prinzipiellen) adligen Herkunft. Der statutenbedingte Nachweise und Bedingungen waren extrem kompliziert. Entscheidend waren dabei die genaue Abstammung und das Alter der Adelsfamilie. (Bis 1848 mussten Personen von nicht reichsfürstlicher Geburt, die die Auszeichnung bekommen sollten, ihre Abstammung von acht adligen Ahnen nachweisen und das 30. Lebensjahr erreicht haben.) Die Neuveröffentlichung der Statuten, durch Friedrich Wilhelm IV. am 20. Februar 1848, brachte hier eine Wende. Die nichtadeligen Ordensritter erhielten mit dem Erhalt der Insignien einen Wappenbrief, der sie in den erblichen Adelsstand erhob. (Von nun an konnten auch nichtadlige „Untertanen“ den Orden bekommen. Natürlich nur sehr verdiente Persönlichkeiten, die dem König/Kaiser sehr nahe standen)
Der König/Kaiser konnte so „wichtige“ Persönlichkeiten an sich binden und damit Loyalitäten bzw. Königstreue fördern. Als Großmeister konnte er auch auf einer ganz anderen Ebene Einfluss nehmen. So ging die Aufnahme immer einher mit der Akzeptierung von Regeln und Pflichten, über die ebenfalls die Statuten Auskunft geben. Die Inhalte orientierten sich an landesherrlichen Gesichtspunkten. Die Treue zum Herrscherhaus galt als grundlegende Verpflichtung.
Der Orden vom Schwarzen Adler und seine Gesellschaft bildeten einen eigenen kleinen Hof. Gefördert wurde dies durch die spezifischen Rechten, die durch den Orden verliehen wurden. Darunter zählten der (fast ungehinderte) Zutritt am Hof, die Gewährung von Audienzen beim Landesherrn und Pensionszahlung und Gelddotationen zu den Wichtigsten. Die oben erwähnten Loyalitäten zum König/Kaiser konnte so auf eine „solide“ Grundlage gestellt werden. Diese Rechte waren aber nicht nur „Zuckerbrot“, denn durch die einhergehenden Pflichten des ständigen Tragens des Ordenszeichens in der Öffentlichkeit (Bei dem ersten Versäumnis der Tragepflicht musste der Ritter 30 Taler, bei der zweiten 100 Taler an das Waisenhaus zu Königsberg zahlen. Beim dritten Versäumnis wurde der Orden aberkannt.) und die Teilnahme an Ordenssitzungen/ -festen, schuf sich die preußische Krone einen gebundenen und vertrauenswürdigen Zirkel, in den Militärs, Künstler und andere (bedeutende) Personen des Hofes als Berater, wie auch als zuverlässige Untertanen fungierten.

 

 

Form/Ausstattung/Verleihung

 

Die Insignien des Ordens, die in der Regel aus dem Ordenskreuz (Ordenszeichen oder Kleinod), dem Ordensstern (Bruststern), der Schärpe, der Ordenskette (Kollane) und einer Ordenstracht bestehen, entsprechen den Traditionen der Hausorden in der Frühen Neuzeit und spiegeln in ihrer Symbolik den Stifters wieder. Voraussetzung für ihren künstlerischen Wert war eine ausgezeichnete handwerkliche Meisterschaft der Juweliere, Medailleure und Emailmaler.
Der Orden entsprach in Form und Ausstattung anderen europäischen Hausorden. Doch gehörte er als letzter (großer) Hausorden, eines Ordens innerhalb weltlicher Ritterorden, zu den letzten seiner Art. Die Tradition verlor sich mit dem Orden, denn starb ein Ritter, so ging die Kette, nachdem sie bei den Begräbnisfeierlichkeiten beigestellt gewesen war, an das Kapitel des Ordens zurück, worauf sie an einen neu aufgenommenen Ritter weitergegeben wurde. Ohne neue Ritter schrumpfte der Gemeinschaft der Ordensträger und gehört heute der Vergangenheit an. Er markierte die Grenze und den Übergang zu einer neuen „Klasse“ von Orden, den Verdienstorden. Früher waren es Personengemeinschaften, die sich durch solche Orden „heraushoben“, nach 1918 dominierten die Insignien für Verdienste die Ordenswelt in Deutschland.
 

 

 

Das Medaillon des achtstrahligen silbernen Ordenssternes zeigt den schwarzen preußischen Adler auf orangefarbenem Grund innerhalb der Ordensdevise Suum cuique (dt.: „Jedem das Seine“) sowie einen Lorbeerzweig. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war der Ordensstern gestickt und wurde an die Uniform genäht. Ab 1810 wurden die ersten Ordenssterne aus Metall verliehen und Friedrich Wilhelm IV. verfügte 1858, dass nur noch silberne Ordensterne zu verleihen sind.
Der silberne Ordensstern konnte, wie das Kleinod, auch mit Brillanten verliehen werden.
Die Ähnlichkeit zu den anderen europäischen Orden, wie dem englischen Hosenbandorden, bestand in der Trageweise. So konnte der Stern des Schwarzen Adlerordens mit dem Hosenband umschloßen werden. Das hob den Träger heraus und wies den Betrachter auf eine sehr charakteristische bzw. unnachahmliche Art auf den „Grad“ oder „Stand“ der Person hin. Der Adel unter dem Adel sozusagen. Ein Grund warum dieser Orden so begehrt war und die Verpflichtungen nur zu gern in Kauf genommen wurden. Dieser Effekt eines Ordens und seine Wirkung auf den Träger bzw. auf seine Umgebung, wurde in der Zeit danach gern „genutzt“. Vor allem nachdem auch der „kleine Mann“ in den Genuss einer Ordensverleihung kam.
Arbeiten zur Förderungen der Loyalitäten durch Orden gibt es leider nur sehr wenige.

Das Ordenszeichen des einklassigen Ordens ist ein blauemailliertes Malteserkreuz mit schwarzen gekrönten Adlern in den Kreuzwinkeln. In der Mitte befindet sich in einem goldenen Medaillon das verschlungene Monogramm des Stifters FR (= Fridericus Rex). Unter Friedrich Wilhelm II. (reg. 1786-1797) zeigt das Medaillon das Monogramm FWR (= Fridericus Wilhelminus Rex).

 

 

 

Die Ritter des Ordens vom Schwarzen Adler trugen ab 1861 stets das Großkreuz des Roten Adlerordens als Halsdekoration.

 

 



Verliehen wurde der Orden an inländische Militär- und Zivilbeamte und an ausländische Fürsten und deren vornehmste Würdenträger. Die Blühte des Ordens hing von der Regentschaft der preußischen Könige ab. Im Zeitraum von über 200 Jahren, wurde die Kette 407mal verliehen. (57 Verleihungen in die Jahre 1701-1713, wurden noch vom Stifter, König Friedrich I., persönlich vorgenommen)


Erbe

Erbe

 

Heute ist der Ordensstern Zeichen der Feldjägertruppe der Bundeswehr und soll an die Gründung des Feldjägerkorps durch Friedrich II. im Jahre 1740 erinnern.
Er wird als Abzeichen in Eichenlaub gefasst am Barett getragen.

 


 
Prominente Träger
Alexander Hermann von Wartensleben (1650–1734)
königlich-preußischer Generalfeldmarschall und Stadtkommandant von Berlin

Karl von Plettenberg (1852-1938)
General der Infanterie, Kommandierender General des Gardekorps und Generaladjutant des Kaisers

Paul von Hindenburg (1847–1934)
Generalfeldmarschall und Reichspräsident, 1911

Alfred von Tirpitz (1849-1930)
Deutscher Großadmiral, 1907


Helmuth Karl Bernhard von Moltke (1800–1891)
Königlich-preußischer Generalfeldmarschall und Chef des Generalstabes, 1879

Guido Henckel von Donnersmarck (1830-1916)
Für Verdienste um Reparationsverhandlungen im Deutsch-Französischen Krieg, 1875
(Verwandt mit dem gleichnamigen deutschen Oscarpreisträger).

August Neidhardt von Gneisenau (1760-1831)
Königlich-preußischer Generalfeldmarschall, 1815

Alexander Friedrich von Knobelsdorff (1723-1799)
Königlich-preußischer Generalfeldmarschall, 28. Mai 1789
 
Ordensritter - hier einige der ersten ausgezeichneten Persönlichkeiten
Kronprinz Friedrich Wilhelm

Prinz Ferdinand Kettler (1655–1737)
Preußischer General, Sohn von Jakob Kettler

Hans Albrecht von Barfus (1635–1704)
Brandenburgisch-preußischer Generalfeldmarschall

Philipp Karl von Wylich und Lottum (1650–1719)
Preußischer Generalfeldmarschall

Johann Georg von Tettau (1650–1713)
Kammerherr Friedrich III., Generalmajor der Kavallerie, Kommandant der Garde du corps




Wolfgang Stirbrny, Der Weg der Hohenzollern. Lebensbilder aller Kurfürsten, Könige und Kaiser aus dem hause Brandenburg-Preußen und der wichtigen übrigen Hohenzollern, Starke-Verlag 1981.

Quellen

http://www.preussenweb.de/prorden.htm (Letzter Aufruf 1.10.2009)
http://www.dhm.de/magazine/orden/ueber_haus.htm (Letzter Aufruf 1.10.2009)
http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzer_Adlerorden (Letzter Aufruf 1.10.2009)



Autor: Freiherr von Woye

Das Thema

Königlicher Kronenorden

 

 

 

Kronenorden 1. Klasse

 

"Gott mit Uns"

 

Devise

 

 

 

Ordensband eines verdienten preußischen Soldaten. Dritter Orden von links ist der Kronenorden, davor sind 2 verschiedene Klassen des Roten Adler Ordens und hinter dem Kronenorden finden sich die militärischen Verdienstmedaillen Preußens. Die Anordnung folgt nach Rangfolge, in der der Rote Adler Orden am höchsten ist und die Medaillen zum Schluss aufgeführt werden.

Einleitung

Einleitung

 

Die Verdienstorden nach Art des hier vorgestellten Ordens, kamen, neben den schon länger bestehenden Ritterorden, im 17. Jahrhundert in vielen Staaten auf.
Entscheidend war auch, dass zwischen militärischen Verdiensten in Friedens- und Kriegszeiten unterschieden wurde. Diese Differenzierung setzte sich schließlich in der Mitte des 19. Jahrhunderts durch.
Vorreiter dieser Entwicklung war der Rote Adler Orden in Preußen, der diese Unterscheidung durch die Stiftung von Schwertern zu den vier Klassen des Roten Adlerordens unterstrich. Später folgten dann der Königliche Kronenorden (1863), mit denselben zusätzlichen Unterscheidungen, und der Königlichen Hausorden von Hohenzollern.

 

 

 

Kronenorden 4. Klasse (Vorderseite / Rückseite)

Allgemein

 

Der preußische Königliche Kronenorden wurde am 18. Oktober 1861 von König Wilhelm I. anlässlich seiner Krönung (der letzten der preußischen Geschichte) in Königsberg gestiftet und im November desselben Jahres dem Roten Adlerorden gleichgestellt. Er ist in die Gattung der Zivil- und Militärverdienstorden einzuordnen. Sein Zweck war die Belohnung allgemeiner Verdienste ziviler als auch militärischer Art. Der Kronenorden ist ähnlich variantenreich wie der Rote Adlerorden.
Nach der Abschaffung der Monarchie im Jahre 1918 wurden der Kronenorden und die Kronen-Orden-Medaille nicht mehr verliehen.
 

 

 

Kronenorden 2. Klasse am Kriegsband



Der Orden besaß vier Klassen, die Medaille ausgenommen, und konnte, wie der Rote Adlerorden, mit den unterschiedlichsten zusätzlichen Abzeichen versehen, verliehen werden, so z. B. mit Schwertern (die 1864 anlässlich des Deutsch-Dänischen Krieges eingeführt wurden), mit Schwertern am Ring, mit Dienstjubiläumszahlen (Bsp.: 50), mit Johanniterkreuz, mit Sanitätskreuz für 1870 usw.


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Aussehen des Ordens

 

 

 

 

 

Königlicher Kronenorden, Ordenskreuz und Bruststern der I. Klasse mit der Jubiläumszahl »50«, dem Emailleband des Roten-Adler-Ordens und Eichenlaub, mit Schwertern und Schwertern am Ring; Preußen um 1900

 

Das Ordenszeichen selbst ist ein weiß emailliertes und hat die Form eines Tatzenkreuzes. Charakteristisch sind die gebogenen Armen (doppelter goldener Randeinfassung) und geraden Abschlusskanten. Das Medaillon (golden) in der Mitte zeigt die preußische Königskrone, die von einem blauen Band mit der Ordensdevise „GOTT MIT UNS“ umgeben ist.
Auf der Rückseite befindet sich ebenfalls ein goldenes Medaillon in der Mitte und zeigt das Monogramm des Stifters, das von einem blauen Band mit der Inschrift den 18. Oktober 1861 umwoben ist.
Getragen wurde der Kronenorden an einem kornblumenblauen Band (Ausnahmen sind bei den verschiedenen Ausführungen und Erweiterungen vorgekommen). So hing die Kriegsdekoration ab 1864 am schwarz-weißen Band.
Der silberne Ordensstern der I. Klasse ist achtstrahlig und hat in seiner Mitte das Medaillon des Avers. Der Stern der II. Klasse ist rautenförmig.

 

 

 

Stern 2. Klasse / Stern 1. Klasse

 


 
Ausführungen
Kreuz 1. Klasse mit Schwertern Bruststern

Kreuz 2. Klasse mit Schwertern
(Am Band des Eisernen Kreuzes)

Kreuz 3. Klasse

Kreuz 4. Klasse

Kreuz 4. Klasse mit der Zahl "50"
(Verliehen aus Anlass eines 50jährigen Dienstjubiläums)

Medaille des Ordens
(So wurden 5.037 Medaillen zwischen 1888 bis 1918 verliehen.)

Kronenordenmedaille

Kronenordenmedaillen
(Vorderseite / Rückseite)



Diese zusätzliche Ehrungsstufe im Rahmen des Kronenordens wurde durch mündliche Genehmigung des Kaisers und König Wilhelm II gestiftet (1. Dezember 1888).
Der genaue Hintergrund dieser Erweiterung ist allerdings umstritten. So wird behauptet, dass der reiselustige Kaiser ein Ehrenzeichen wollte, das er an solche Unterbeamte vergeben konnte, die weder dem Militärstande, noch einer Hofhaltung angehörten. Die Rote Adler-Medaille sowie das allgemeine Ehrenzeichen kamen dafür nicht in Frage, weil die Statuten hier entgegengesetzte Vorgaben machte.
Entscheidend für die Bedeutung der Medaille waren die dafür getroffenen Statuten. So wurde die Kronen-Orden-Medaille von nun an nicht nur an Unterbedienstete nichtpreußischer Hofhaltungen verliehen, sondern auch an in Privatdiensten stehende Personen (Unterbeamte, Lakaien, Leibjäger, Kammerdiener, usw.) nichtpreußischer Staatsangehörigkeit konnten zu dieser Ehre kommen. Seit 1893 konnten auch eingeborene Zivilpersonen in den deutschen Schutzgebieten die Kronenordenmedaille erhalten. Die Auszeichnung entstand wie andere Entwicklungen dieses Ordens auch nach dem Vorbild des Roten Adler Ordens. So stand hier die Roten Adler Orden Medaille als Vorlage Pate. Dabei rangiert die Kronenordenmedaille grundsätzlich hinter seinem Vorbild und war dem eigentlichen Orden nicht offiziell affiliiert. Mögen Ausnahmen von dieser Regelung vorgekommen sein, so bestätigten sie doch eher die Regel.
Am 11. Juli wurde Bismarck darüber informiert, dass die Kronen-Orden-Medaille von nun an nicht nur an Unterbedienstete nichtpreußischer Hofhaltungen, sondern auch an in Privatdiensten stehende Personen (Unterbeamte) nichtpreußischer Staatsangehörigkeit verleihen werden kann.
"Aller höchst genehmigten Festsetzungen über die Verleihungen der Krieger-Verdienst-, Kronen-Orden- und Roten Adler-Medaille" an den Präsidenten des Königlichen Staats-Ministeriums und Minister der auswärtigen Angelegenheiten, Fürsten von Bismarck.

Die Medaille ging mit ihrer Ausrichtung auf den "einfachen Untertan" mit der Entwicklung der Verdienstorden einher, doch wurden auf Wunsch des Kaisers, die Verleihung der Medaille, an preußische Untertanen, nach 1910 eingestellt.

Aussehen

Aussehen der Kronenordenmedaille

 

Die Medaille wird von einer offenen Königskrone dominiert bzw. überragt. Der Durchzug bzw. Ring für das Band befand sich am Reichsapfel der Krone.
Die Entwicklung ging von einer Medaille mit matter Oberfläche, zu einer mit Stempelglanz, über. Seit September 1916 wurden auch die Medaillen des Kronenorden, wie die Medaillen des Roten Adler Ordens, aus vergoldeten Zink hergestellt.

 


 
Materialen/Herstellung
 
bis September 1916:
Aus vergoldeter Bronze hergestellt
ab September 1916:
Aus vergoldetem Zink hergestellt
bis September 1916:
Krone an die Medaille angelötet
ab September 1916:
Krone mitgeprägt und anschließend ausgesägt.
(3.600 Stück produziert)
Das letzte Modell der Krone-Orden-Medaille hat eine angeprägte nicht ausgesägte Krone. In dieser Form wurde sie ab 1918 ausgegeben.

 

 

 

Verleihungsurkunden für den Kronenorden. Vom König unterzeichnet.

Träger

- Fritz Heinemann,(† 1.12.1932 - Berlin)

Königlicher Kronenorden III. Klasse für seine Tätigkeiten und Beitrag für die preußische Kunst als Professor für Kunst und Bildhauerei. Siehe seine Statuen von Kaiser Wilhelm I und Karl dem Großen (am Rathaus Duisburg).

- Ferdinand Leopold Joseph Carl Nicolaus Henry († 30. März 1891 - Berlin)

Kronen Orden III. Klasse am 21. Januar 1866 und Königlicher Kronen Orden II. Klasse am 20. September 1876, für seine Tätigkeit und Wirken als Kriegsrat in Preußen bzw. im Justizwesen. Seine letzte Stelle war an einer zivilen Justizbehörde dem Kgl. Stadtgericht zu Berlin. Nebenbei wird er 1844 zum Seconde Lieutenant im 20. Landwehr Regiment befördert. Am 16. Oktober 1845 wird er zum Intendanturreferendar ernannt. Diesen Rang bekleidet er bis zu seinem Staatsexamen im April 1848. Am 1. Januar 1849 wird er zum etatmäßigen Intendanturassessor. Von Mai 1849 bis August 1850 wird Ferdinand Henry als Vorstand einer mobilen preußischen Intendantur Abteilung in Baden zur Niederschlagung der republikanischen Aufstände (deren Ziel: Durchsetzung der Reichsverfassung ) eingesetzt.

- Karl Möbius († 26.04.1908 - Berlin)

Verleihung des Sterns zum Königlichen Kronenordens II. Klasse (1905) und natürlich der Königlichen Kronenordens II. Klasse selbst, für seine Tätigkeit und Wirken als Prof. Dr. rer. nat., Direktor der Zoologischen Sammlung in Berlin und Geheimer Regierungsrat in Preußen. Außerdem war er seit 1888 Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften.

 

 

 

Großkreuz des Ordens

Das Thema

 

Königlicher Hausorden von Hohenzollern

 

 


Richtlinien


 

Art. 2

Den Königlichen Hohenzollernschen Haus-Orden wollen wir dem Andenken an den Ursprung und die Ausbreitung unseres Königlichen Hauses widmen, welches unter dem Beistande Gottes des Allmächtigen von der Felskuppe des Hohenzollern seine Herrschaft ausgebreitet hat, bis zu dem Baltischen Meere und über das Stromgebiet der Nordsee und verleihen zu diesem Gedächtnisse dem Orden die Devise:

„Vom Fels zum Meer“

 

 

 

(Kreuz der Ritter an zweiter Steller von Links)



Dieser Orden wurde als Fürstlich Hohenzollernscher Hausorden am 5. Dezember 1841 gestiftet und später als königlicher preußischer Orden übernommen. Dies geschah 1849 und ging aus der Zusammenlegung der Fürstentümer Hohenzollern- Hechingen und Hohenzollern- Sigmaringen an Preußen hervor. So wurde auch der höchste Fürstliche Hohenzollernsche Hausorden angepasst und bekam seine preußische Attitüde. Am 23. August 1851 fand dann durch König Friedrich Wilhelm IV. eine Neufestsetzung der Statuten statt. In Kriegszeiten wurde der Orden vor allem in zwei Klassen verliehen, das Ritterkreuz ausschließlich an Offiziere und das „Kreuz der Inhaber“ an Unteroffiziere, die sich durch außergewöhnliche Tapferkeit und somit durch ihre besonderen Verdienste für das Vaterland hervorgetan hatten. Erst ab Ende 1864 wurden für Kriegsverdienste zwei gekreuzte Schwerter durch die Kreuzwinkel an der Dekoration angebracht.
 

Die Verleihung mit Schwertern für Verdienst vor dem Feinde

Ich eröffne der General-Ordens-Commission hierdurch Nachstehendes:

Ich will von jetzt an für Verdienst vor dem Feinde auch den Königlichen Kronen-Orden und den Königlichen Haus-Orden von Hohenzollern ebenso wie dies bisher bei dem Roten-Adler-Orden der Fall war, in allen Klassen mit Schwertern verleihen und sollen hierbei die für den Roten-Adler-Orden gegebenen Bestimmungen der Order vom 16. September 1848 analoge Anwendung finden. Außerdem behalte ich mir vor, diejenigen Ritter, welche eine Ordensklasse mit Schwertern am Ringe besitzen, bei erneutem Verdienst vor dem Feind zu derselben Ordensklasse neben den beizubehaltenden Schwertern am Ringe die kreuzweise übereinander stehenden Schwerter zu verleihen.


Wilhelm, Berlin den 27. Februar 1864

 

 

 

(Kreuz der Ritter mit Jubiläumszahl)



Mit dem Kreuz wurden solche Personen belohnt, welche sich um die Erhaltung des Glanzes und der Macht des Königlichen Hauses, sowie durch aufopferndes und mannhaftes Benehmen im Kampfe gegen äußere oder innere Feinde verdient gemacht hatten.
Er gehört in die Gattung der Zivil - und Militärverdienstorden, sowie in zwei Abteilungen, Kreuz und Adler verliehen. Dazu kam das komplizierte Auszeichnungssystem des Deutschen Kaiserreiches. Dieses sah vor, dass kein Soldat für eine Leistung zweimal die gleiche Auszeichnung erhielt. So konnte ein verdienter Offizier, der bereits das Eiserne Kreuz Erster Klasse besaß, dieses nicht noch einmal bekommen. Bei einer wiederholten außergewöhnlichen Leistung, nach den Statuten des EK I, wurde somit der Hausorden verliehen. Er war somit eine Zwischenstufe zum Pour le Mérite. Dies war möglich, weil die Statuten für solche außergewöhnlichen Taten bei den militärischen Orden gleich interpretiert werden konnten. Die Statuten des Hausordens waren dabei, auch aufgrund der zwei Abteilungen, weit formuliert. So wurde der Adler verliehen an Personen, ...
 

"... welche im Hinblick auf die Zukunft in die Herzen der heranwachsenden und zukünftigen Geschlechter den Keim treuer Gesinnung und treuer Taten legen, sei es durch ernste Zucht der Jugend und Erweckung gottesfürchtiger treuer und vaterlandsliebender Gesinnung in der Schule, sei es durch hervorragende Werke der Kunst und Wissenschaft."

 

Zusätzlich mit dem Orden konnten Jubiläumszahlen, das Johanniterkreuz, sowie die Insignien in Brillanten verliehen werden.

 

Art. 4

Demgemäß werden solche Personen, welche durch ein aufopferndes und unerschrockenes Benehmen in Kämpfen jeder Art, insbesondere aber durch Mannhaftigkeit im Kampfe gegen die nie rastenden Feinde aller göttlichen und menschlichen Ordnung, welche auch in den uns von dem Allerhöchsten anvertrauten Landen Aufruhr und Verwirrung angestiftet haben, ihre Hingebung an unsere Person und unser Haus an den Tag gelegt haben und legen werden, das unten zu beschreibende Kreuz des Ordens in drei Klassen, Groß-Comthur, Comthur, Ritter, erhalten.


Ordensklassen

 
Kette mit Kreuz der Großkomture
(mit Schwertern)

Oben: Königlicher Hausorden von Hohenzollern, Kollane mit Kreuz der Großkomture, Preußen, 1866
Unten: Hoher Orden vom Schwarzen Adler, Kollane mit Ordenszeichen, Preußen, 1864
 
Verliehen an:
Generalfeldmarschall von Mackensen
Abdülhamid II. Großkomtur mit Schwertern 1889
(Sultan des Osmanischen Reiches von 1876 bis 1909)
Paul von Hindenburg Großkomtur mit Stern August 1917
Hans Georg von Plessen Großkomtur mit Stern und Schwertern
Friedrich Adolf von Willisen Großkomtur mit Schwertern 1861
 
 
Kette mit Kreuz der Großkomture einzeln
 
Bruststern der Großkomture mit Schwertern (mit Schwertern)
Verliehen an:
Generalfeldmarschall von Mackensen
Abdülhamid II. Großkomtur mit Schwertern 1889 (Sultan des Osmanischen Reiches von 1876 bis 1909)
Paul von Hindenburg Großkomtur mit Stern August 1917
Hans Georg von Plessen Großkomtur mit Stern und Schwertern
Friedrich Adolf von Willisen Großkomtur mit Schwertern im Jahr 1861
Erich Ludendorff Großkomtur mit Stern
 

Links: Stern der Großkomtur / Rechts: Stern des Komtur
 
Kreuz der Komture (mit Schwertern)
 
Verliehen an:
bis 1918: 155 Verleihungen (mit und ohne Schwerter)
1914 - 1918: Sieben Verleihungen (oder 12 Verleihungen)
1851 - 1869: Vier Verleihungen
1870/71: Nicht bekannt
(Von 1866 und 1914 nicht bekannt)
Generaloberst von Einem
General der Infanterie Otto von Below
Chef des Generalstabes von Falkenhayn
General von Schenk (Stern allein)
Kreuz der Ritter (mit Schwertern)
War im Ersten Weltkrieg eine sehr bedeutende Auszeichnung.
So wurden lediglich 8.291 Verleihungen vorgenommen.
Verliehen an:
Erwin von Witzleben Ritterkreuz mit Schwertern
Gerd von Rundstedt Ritterkreuz des mit Schwertern
Walter Model Ritterkreuz mit Schwertern 26. Februar 1917
Erich von Manstein Ritterkreuz mit Schwertern
Günther Lütjens Ritterkreuz mit Schwertern
Wilhelm Keitel Ritterkreuz mit Schwertern
Hermann Hoth Ritterkreuz mit Schwertern
Franz Halder Ritterkreuz mit Schwertern
Werner von Fritsch Ritterkreuz mit Schwertern
Karl Dönitz Ritterkreuz mit Schwertern

 

 

 

Links: Urkunde zum Adler der Inhaber / Rechts: Urkunde zum Kreuz der Ritter mit Schwertern



Kreuz der Ritter (mit Schwertern) und dem Johanniterkreuz an der Krone

Seit dem 28. Oktober 1864 wurde an Johanniter-Ritter in Allerhöchster Anerkennung ihrer Verdienste um die Pflege verwundeter und erkrankter Soldaten der Hausorden von Hohenzollern mit dem Johanniterkreuz an der Krone verliehen.

Adler der Inhaber

Kreuz der Inhaber

Das Kreuz der Inhaber als „Pour-le-Merite-Ersatz“ für Unteroffiziere war zusätzlich Grund zur Zahlung eines Ehrensoldes, der auch in der Bundesrepublik anerkannt wurde.

Hohenzollernsche Denkmünze

Im Art. 9 der Statuten wurde der ersten Abteilung noch die Hohenzollernsche Denkmünze für Treue Dienste in der Armee in den Gefechten von 1848 und 1849 hinzugefügt, welche neben dem Orden getragen werden durfte.


Aussehen

Aussehen der Adler

 

 

 

Adler der Inhaber
(Links: Vorderseite / Rechts: Rückseite)

 

In der Abteilung der Adler trug man statt eines Kreuzes einen schwarzen preußischen Adler, mit dem Wappen der Hohenzollern auf der Brust. Dieser wurde vor allem an Wissenschaftler, Lehrer und Künstler vergeben. Dem Kopf des Adlers ist ein Ring in Blau mit dem Ordensmotto "Vom Fels zum Meer". Diese Devise spiegelt nicht Preußen und seine Tradition wieder, sondern steht für das Haus Hohenzollern. Im Vordergrund steht der geschichtliche Weg und die Grundsätze der Hohenzollern.

 

 

 

Aussehen der Kreuze

 

 

 

Kreuz der Ritter mit Schwertern
(Links: Vorderseite / Rechts: Rückseite)



In der Abteilung der Kreuze ist das Ordenskreuz weiß emailliert mit schwarzer Umrahmung. Im Avers zeigt das Medaillon im weißen Feld den schwarzen preußischen Adler mit dem Hohenzollernschen Wappenschild auf der Brust. Auch hier steht die Devise „Vom Fels zum Meer“ im Mittelpunkt und wird von einem blauen Band. Des Weiteren folgt das Aussehen der typischen Orden dieser Zeit bzw. dieser Klasse. So steht der Namenszug des Königs und das Datum, in diesem Fall der Neufassung der Statuten, vom 18. Januar 1851, auf der Rückseite.
Die II. und III. Klasse wird an einem weißen Band mit zwei beiderseitigen schwarzen Streifen und einem schwarzen Streifen in der Mitte des Bandes getragen, in der I. Klasse an einer Ordenskette mit abwechselnd den Hohenzollernschen, Reichserbkämmerischen und burggräflich Nürnberger Wappenschildern. So wird der geschichtliche Weg der Hohenzollern wiedergegeben und der Hausorden seinem Namen gerecht.
Die Insignien der Großkomture, die sogenannte Hohenzollernkette, stellt den Status dieser Klasse noch einmal heraus. Entscheidend dabei waren die Größe und die Tragweise.

Zum Schluss

Schlussbemerkung

 

 

 

Stern der Komtur mit Schwertern VS / Fertigung vor 1916 (Die Schwertgriffe sind leider verloren)



Noch nach 1918 fanden Verleihungen des (Ex) Kaisers Wilhelm des II. statt. Dieser Erbe der Hohenzollernlinie und ehemaliges Oberhaupt des Deutschen Reiches, ein Amt, das er auch nach seinee Absetzung, vor allem durch Hitlers Hilfe, wieder anzustreben versuchte, genoss seine wenigen verbliebenden Privilegien. So verlieh er in seinem Doorner Exil den „Hausorden“ als Privatorden bis etwa 1936 an Deutsche und Ausländer weiter. Danach trat das Verbot Hitlers bezüglich der Verleihung ehemaliger deutscher dynastischer Orden in Kraft. So konnte der abgedankte Monarch diesen Orden nach 1936 nur noch an Ausländer seine „Hohenzollern“ verleihen. Nach seinem Tod im Jahre 1941 verlor sich diese Tradition und wurde von keinem, seiner wohlgemerkt nicht sehr traditionsbewussten Nachkommen, weitergeführt bzw. erhalten.

 


Quellen

http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nig ... henzollern (Letzter Zugriff 29.01.2010)
http://ordensmuseum.de/HoH/HoH.htm (Letzter Zugriff 29.01.2010)
http://www.luise-berlin.de/bms/bmstxt01/0102dokb.htm (Letzter Zugriff 29.01.2010)
http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/K% ... llern.html (Letzter Zugriff 29.01.2010)
http://www.ehrenzeichen-orden.de/deutsc ... ber-2.html (Letzter Zugriff 29.01.2010)
http://www.suche-militaria.de/ordenspangen.html (Letzter Zugriff 29.01.2010)
http://www.preussenweb.de/prorden.htm (Letzter Zugriff 29.01.2010)
http://www.retrobibliothek.de/retrobib/ ... ?id=113197 (Letzter Zugriff 29.01.2010)
http://www.dhm.de/magazine/orden/geschichte (Letzter Zugriff 29.01.2010)



Autor: Freiherr von Woye

Das Thema

Der Luisenorden
(Damenorden)

 


(Louisenorden 1. Klasse - 1865)

 

In einer Zeit des Krieges, wo der große Kampf für Freiheit und Recht ganz Preußen forderte und einverleibte, wurde den stummen Kämpferinnen des Krieges im Hintergrund gedacht. So sollten auch die Frauen nicht zurückbleiben und ungeehrt sein. Sie waren genauso Patrioten und brachten mitunter die schwersten Opfer, ohne eine Anerkennung oder der verdienten Bewunderung. Nicht die Eitelkeit sollte diesen Orden auszeichnen, sondern die Würdigung der indirekt kämpfenden weiblichen Bevölkerung Preußens. Die Existenz eines solchen Ordens in Preußen ist schon einmalig, seine Stiftung, Statuten und Ausstattung aber umso mehr.

 


(Königin Luise - * 10. März 1776 / † 19. Juli 1810)

 

Rudolf Speth - "Königin Luise von Preußen als Nationalheldin"

Entstehung

Entstehung

 

Dieser Orden, der an die unvergessliche Königin Preußens erinnert und als höchster Damenorden im Königreich Preußen verliehen wurde, wird am besten durch die Worte der Stiftungsurkunde charakterisiert:

 

"Als die Männer unserer tapferen Heere für das Vaterland bluteten, fanden die in der pflegenden Sorgfalt der Frauen Labsal und Linderung. Glaube und Hoffnung gab den Müttern und Töchtern des Landes die Kraft, die Besorgnis um die Ihrigen, die mit dem Feinde kämpften, und den Schmerz um die Verlorenen durch ausdauernde Tätigkeit für die Sache des Vaterlandes zu stillen und ihre wesentlichen Hilfsleistungen für den großen Zweck wurden nirgends vermisst. Unmöglich ist es, diese Handlungen des stillen Verdienstes bei allen öffentlich zu ehren, die ihr Leben damit schmückten; aber Wir finden es gerecht, Denjenigen unter ihnen eine Auszeichnung zu verleihen, deren Verdienst besonders anerkannt ist."

 

(Friedrich Wilhelm III - 3. August 1814)

 

Der Orden wurde am 3. August 1814 während der Freiheitskriege gegen Napoleon I. von König Friedrich Wilhelm III. als Andenken an seine 1810 verstorbene Gattin Königin Luise gestiftet. Die Verleihung geschieht ohne Rücksicht auf den Familienstand (ledig oder verheiratet). Zusätzlich können solche Personen berücksichtigt werden, die durch Heirat oder anderweitig die preußische Nationalität angenommen haben. Dabei ist die Zahl auf 100 beschränkt, was den Orden sehr exklusiv und selten macht.

Ursprünglich wurde der Orden durch folgende Personen verliehen:

 

    - Vorsitz: Prinzessin Wilhelm königl. Hoheit

    - Staatsministerin Gräfin v. Arnim
    - Generalin v. Bogulawsky
    - Ehegattin des Kaufmanns Welper
    - Witwe des Bildhauers Eben

    - Geschäftsführung: Hofmarschall Grafen v. d. Gröben.

    (Später bestand das Kapitel dann aus fünf Ordensdamen, die über die Verleihung abstimmten)



Der Orden wurde 1850 unter König Friedrich Wilhelm IV., 1865 unter Wilhelm I. (zwei Klassen entstehen bzw. eine zweite untersetzte Abteilung entsteht) und 1890 unter Wilhelm II. erneuert. Die Stiftung selber, eine der wichtigsten neben einer Kriegsauszeichnung dieser Zeit, des Eisernen Kreuzes, wurde an dem Geburtstag Luise vorgenommen wurde. Hofarchitekt Schinkel hat den Entwurf des Königs in die Gestaltung übernommen und die Münze gestaltet. Die Neustiftung zum deutsch- französischen Krieg wurde auf den 60. Todestag der Königin gelegt. Die Kriegsgedenkmünze (10. März 1814) wurde ebenso an ihrem Geburtstag gestiftet und war ebenso vorwiegend gedacht für zivile Träger. Ein Rittmeister namens Haake initiierte die Schaffung eines Ordens für Frauen und Mädchen, die sich bei der Pflege Kranker und Verwundeter des Krieges hervorgetan hatten.

Des Weiteren fand Erweiterung des Statuts (1850) zugunsten "solcher Damen, welche sich gelegentlich der Unruhen in Baden und Posen durch besondere Aufopferung und patriotische Hilfeleistung hervorgetan haben" statt.
Außerdem sind ab 1865 die Jahreszahlen der Kriege auf die Rückseite in Erscheinung getreten. Wobei die neu errichtete zweite Abteilung an Frauen und Jungfrauen vergeben werden sollte, die sich um die Pflege und verdienstvolle Handlungen im Kriege verdient gemacht haben. Das ähnliche Statut der II. Klasse führte dazu, das Frauen ab 1890 diese innehaben mussten um die I. Klasse verliehen zu bekommen. Bis auf das Material veränderten sich nur Details an dem Orden zweiter Klasse. So war das „L“ anders geformt und eine Krone (golden oder silber, je nach Art des Verdienst bzw. Leistung) war über dem Kreuz angebracht.
 


(Luisenorden 2. Klasse - 1865)

Bedeutung

Historische Bedeutung

 

Der Orden ist Teil des Nationsmythos um die Ikone Luise. So wurde dieser Orden in national politisch entscheidenden Phasen immer wieder erneuert und somit ein gewisses Signal der Dankbarkeit gesendet. Man verlieh den Orden an Frauen, die sich durch die Pflege von Verwundeten während der Kriege und revolutionärer Ereignisse ausgezeichnet haben. Nutzt somit den Namen und Geschichte der Frau wie des Ordens, zur Gewinnung der (weiblichen) Bevölkerung in Krisenzeiten. Motivation, Überzeugung und Opferbreitschaft zu implementieren war die Strategie. Der Vaterländische Frauenverein hat diese Tätigkeit im großen Stil während des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 ausgeübt. Ergänzend zu diesem Orden und der Form des Eisernen Kreuzes zur Gänze nachempfunden ist, ist noch das Verdienstkreuz für Frauen und Jungfrauen zu nennen. Ebenfalls 1814 gestiftet, sollte es einen größeren Kreis von Frauen ehren.
So ist die Stiftung des Luisenordens und ebenso des Luisenkreuzes Bestandteil der Einbeziehung von Frauen in die Nation. Luisenkult ist Teil eines politischen Mythos und Mobilisierung der Gesellschaft bzw. eines Teils der Gesellschaft, den man in Krisenzeiten nicht unterschätzen durfte, denn fiel die Heimatfront war auch der Krieg verloren.

 


(Großkreuz des Louisenordens - 1901)

Trageweise

Tragweise



Der Orden besteht aus einem kleinen schwarz emaillierten goldenen Kreuz und ist auf beiden Seiten himmelblau (ebenfalls emailliert). Das Medaillon in der Mitte ist ein rundes Schild: Außenseite trägt es den Buchstaben L. (für Louise) mit einem Sternenkranz; Auf der Rückseite sind die Jahreszahlen 1813/1814 aufgemalt. Der Orden wird am weißen Band des Eisernen Kreuzes mit einer Schleife auf der linken Brust getragen. Er ähnelt somit in der Ausführung dem Eisernen Kreuz und ist auch, im historischen Zusammenhang, als Spiegelbild dieses Verdienstordens angelegt. Nicht christliche Trägerinnen bekamen statt des Kreuzes eine goldene Medaille mit gleichem Mittenmedaillon wie im Avers des Kreuzes.

 


Quellen

Maximilian Gritzner, Handbuch der Ritter- und Verdienstorden, Graz 1962.

http://de.wikipedia.org/wiki/Luisenorden (Letzter Zugriff 27.04.2010)
http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834/A/Luisenorden (Letzter Zugriff 27.04.2010)
http://www.grosser-generalstab.de/orden/luisen001.html (Letzter Zugriff 27.04.2010)
http://www.preussenweb.de/prorden.htm (Letzter Zugriff 27.04.2010)
http://ordensmuseum.de/script/ekjungfr/ekjungfr.htm (Letzter Zugriff 27.04.2010)
http://www.luise-berlin.de/bms/bmstxt01/0102dokb.htm (Letzter Zugriff 27.04.2010)



Autor: Freiherr von Woye