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Vorwort

Gefechtsmedaille der Bundeswehr

 

 

"Man kann daran eine neue Etappe der schleichenden Militarisierung der Außenpolitik der Bundesrepublik erkennen. (...) Die sogenannte Tapferkeitsmedailleoder das Ehrenkreuz hätten ausgereicht, um Mut im Einsatz würdigen. Mit der Gefechtsmedaille werden in der Tat das kriegerische Element und der alte Kriegerkult im Militär hofiert".

(Militärhistoriker Detlev Bald im Interview )

Daten

Stifter: Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU)

Datum: 12. November (Bestätigt durch den Bundespräsidenten Wulf)

Statut: Sonderstufe der Einsatzmedaille der Bundeswehr für deutsche und ausländische Militärangehörige. Betreffender muss mindestens einmal aktiv an Gefechtshandlungen teilgenommen oder unter hoher persönlicher Gefährdung terroristische oder militärische Gewalt erlitten haben (Stichtag 28. April 2009). Verleihung jedoch hauptsächlich an das Erreichen von Mindesteinsatztagen gebunden ist (Ausnahme: Verwundung und Tod).

 


Teil I

Manche nennen es ein Zeichen für zunehmende Militarisierung, andere vernünftigen Schritt in Richtung der Kameraden im Feld. Fakt ist, dass eine neue Gefechtsmedaille der Bundeswehr in Berlin verliehen worden ist. Der Verteidigungsminister zu Guttenberg initiierte diese Ehrung und zeichnete zugleich 15 Bundeswehrsoldaten, von denen elf die Auszeichnung posthum erhielten. Diese Gefechtsmedaille ist dabei als eine Sonderstufe der Einsatzmedaille der Bundeswehr zu betrachten und das Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit nicht den Ausschlag geben.
Den Statuten ist zu entnehmen, dass Auszuzeichnende mindestens einmal aktiv an Gefechtshandlungen teilgenommen oder unter hoher persönlicher Gefährdung terroristische oder militärische Gewalt erlitten hat; außerdem ist als Stichtag dafür der 28. April 2009 festgelegt. D.h., dass Soldaten, die in Afghanistan durch bei Anschlägen und nicht in einer Gefechtssituation ums Leben kamen, nicht berücksichtigt werden - gilt nicht als Gefechtssituation. Ungerecht?
 


(Verteidigungsminister zu Guttenberg auf Truppenbesuch in Afghanistan)

 

tagesschau.de: Die Medaille kann auch posthum an Soldaten verliehen werden, die ums Leben kamen. Allerdings gibt es einen Stichtag, den 28. April 2009. Schafft die Bundesrepublik damit Gefallene erster und zweiter Klasse?

Bald: Diese Auszeichnung, man habe sich aktiv in einem Gefecht ausgezeichnet, ist schon etwas, was sich von den bisherigen Ehrungen unterscheidet. Ich meine, die sogenannte Tapferkeitsmedaille oder das Ehrenkreuz hätten ausgereicht, um Mut im Einsatz würdigen. Mit der Gefechtsmedaille werden in der Tat das kriegerische Element und der alte Kriegerkult im Militär hofiert - und das ist zu bedauern.

...

tagesschau.de: Das Dritte Reich hatte eine Fülle von Auszeichnungen für seine Soldaten. Die neugegründete Bundesrepublik tat sich aus diesem Grund lange schwer mit der Verleihung von Orden. Hat sich das Bewusstsein der Bevölkerung in dieser Frage gewandelt?

Bald: Ich glaube, die Bevölkerung wird die zunehmende Verleihung von solchen Medaillen eher mit Argwohn sehen. Die Soldaten und Soldatinnen der Bundeswehr treten ja kaum einmal mit Uniform in der Öffentlichkeit auf. Diese Medaille dient vielmehr dazu, den inneren Zusammenhalt der Bundeswehr zu prägen.


(Ausschnitt aus einem Interview der Tagesschau)

 



Zu Guttenberg reagiert mit diesem Ehrenzeichen aber auch auf die vielen Meinungen und Forderungen der Truppe, denn die gegenwärtige Einsatzmedaille Besitz keinerlei militärischen Wert. Diese Einsatzmedaille wird nämlich unterschiedslos an das gesamte Personal ausgegeben, das an Auslandseinsätzen teilgenommen hat. Natürlich ist das auf der einen Seite gerecht, dass kein Unterschied zwischen dem Feldkoch im Feldlager und den Patrouillenfahrer gemacht wird, aber sind jene Tapferen, die den Angriffe des Feindes immer offen ins Auge blicken müssen und dieser Gefahr eines Kampfes sehr viel direkter ausgesetzt sind, einfach nur unzureichend Aufmerksamkeit gewährt worden.
Im Vergleich mit anderen Nationen in Kriegsgebieten, ist die Bundeswehr bei den Orden und Ehrenzeichen verzweifelt unangemessen ausgestattet. Das Ehrenkreuz der Bundeswehr ist ursprünglich nämlich am Ideal des pflichtbewussten Beamten orientierte und nicht am kämpfenden deutschen Soldaten, der er ja eigentlich nie wieder werden sollte. Wer zehn Jahre diente, durfte das Ehrenkreuz in Silber in Empfang nehmen, wer es auf dreißig Jahre brachte, erhielt die Auszeichnung in Gold (Ausfertigung in Gold wie in Silber in roter Umrandung und ohne Mindestdienstdauer verliehen, wenn eine hervorragende Leistung vollbracht worden war. Ohne Lebensgefahr in Silber, unter Lebensgefahr in Gold) - mehr gab es schlichtweg nicht und nur die altgedienten Soldaten durften Auszeichnungen der Wehrmacht in der 1957er Version sich an die Brust heften.

 


Teil II

Es hat sich was getan im deutschen Militäralltag, denn der Kampf unter Einsatz des Lebens ist wieder Quintessenz des soldatischen Lebens geworden, auch weil ein reformierte Bundeswehr auf Ausland getrimmt werden soll und nicht mehr direkt der Landesverteidigung dienen kann. Endlich sich von der haltlosen Ideologie zu verabschieden, wonach der Einsatz deutscher Soldaten in Afghanistan und anderswo dem Brunnenbohren, der Errichtung von Krankenhäusern und deren militärischer Absicherung diene.
Die Tapferkeitsmedaille hat eine neue Tradition begründet, die mit der Gefechtsmedaille fortgesetzt wurde, dabei ein ständiger Vergleich mit dem Eisernen Kreuz einfach nicht zu vermeiden. Das Eiserne Kreuz war (vor allem in seiner minderen zweiten Klasse) nicht nur zu Hunderttausenden unter die Landser gestreut worden. Es wurde auch - und dies nicht zu knapp - an die Massenmörder der SS-Einheiten und Polizeibataillone verliehen. Dies der Grund, warum die Alliierten nach der Kapitulation ein generelles Ordensverbot erließen.
 

"der Gott, der Eisen wachsen ließ, der mochte keine Knechte". An diese freiheitliche Tradition des Bürgersinns sollten wir uns anschließen. Hartnäckige Gegner des Eisernen Kreuzes unter den Linksalternativen sollten ferner bedenken, dass ihr Berliner Lieblingsort Kreuzberg den Namen des Eisernen Kreuzes trägt. Das Viertel wurde nach dem von Schinkel geschaffenen Denkmal umbenannt, das der Stiftung des Eisernen Kreuzes gewidmet war.

(Aus dem Artikel der TAZ)

 


(Der Verteidigungsminister bei der Verleihung)



Die Politik lehnte die Einführung eines reinen Verwundetenabzeichens, wie z.B. das US-amerikanische Purple Heart ab, obwohl es durchaus andere Stimmen in der Truppe gab. Die Medaille hat aber auch einen größeren Zweck, den sie erfüllen muss, denn die Lücke zwischen Einsatzmedaille der Bundeswehr und dem Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit wird dadurch geschlossen. So langsam entsteht wieder ein Ordenssystem, dass an die Kriegsbedingungen - denn dies sind Sie - der deutschen Armee im Ausland unterworfen sind.

Die Medaille entspricht den deutschen Ordensnormen in der Nachkriegszeit, so hat sich auch hier die goldene Farbe durchsetzt, ebenso der erhaben geprägten Bundesadler in der Mitte. Die unten gekreuzter und nach oben hin gebogenen offenen Lorbeerzweigen, entsprechen den traditionellen Gestaltungstraditionen der Vorkriegszeit. Der äußere Rand der Medaille wird von einem schwarz-roten Rand gebildet. Der schwarz emaillierte Schriftzug GEFECHT auf goldenem Hintergrund, der zusätzlich auf dem Band getragen wird, hebt die Medaille von der Einsatzmedaille charakteristisch ab. Ganz in der Tradition deutscher Kriegsmedaillen hat sich diese kleine Detail wieder durchsetzt und betont das Ordensbändchen auf ganz besondere Weise. Ein verkleinertes Modell kann auch am Zivilanzug getragen werden. Besondere Trageverordnungen sind für besondere Anlässe gedacht und lasse außerordentliche Möglichkeiten, die Medaille in verschiedenen Formen zu tragen.
 


(Der Verteidigungsminister mit Trägern des Ehrenkreuz für Tapferkeit und der Gefechtsmedaille)

 

Wer den deutschen Soldaten Gutes tun will, muss sich um ihre Sicherheit kümmern, dafür sorgen, dass sie bestens ausgerüstet sind und gute Gründe haben für einen Marschbefehl in gefährliche ferne Länder. Das ist wichtiger als ein Orden, den man an die Uniform heftet oder womöglich gar auf einen Sarg legt.


 


Vorwort

Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland

 

 

 


___________

 

Das Bundesverdienstkreuz wurde am 7. September 1951 vom damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss per Stiftungserlass gestiftet:

 

„Er wird verliehen für Leistungen, die im Bereich der politischen, der wirtschaftlich-sozialen und der geistigen Arbeit dem Wiederaufbau des Vaterlandes dienten, und soll eine Auszeichnung all derer bedeuten, deren Wirken zum friedlichen Aufstieg der Bundesrepublik Deutschland beiträgt.“

Weitere Informationen

Damit wird erstmals ein landesübergreifendes Ehrenzeichen eingeführt, dass die zivilen Verdienste ausgewählter Personen ehrt. Neben dem Bundesverdienstkreuz gibt es in den deutschen Bundesländern, außer Bremen und Hamburg, weiterhin die landeseigenen, traditionellen Verdienstorden. Es ist somit die einzige allgemeine Verdienstauszeichnung und damit die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik Deutschland für Verdienste um das Gemeinwohl aussprechen kann. Verliehen wird es an in- und ausländische Bürgerinnen und Bürger vor allem für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen. Insbesondere für alle besonderen Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland, so auch aus dem sozialen, karitativen und mitmenschlichen Bereich. Üblicherweise ist eine finanzielle Zuwendung, wie auch bei den Verdienstorden der Länder, ist mit der Verleihung des Verdienstordens nicht verbunden.

Interessant sind die vielen Stufen des Bundesverdienstkreuzes, welches die mehrmaligen bzw. besonderen und außergewöhnlichen Verdienste herausheben soll. So wird nach internationaler Norm in drei Klassen (Verdienstkreuz, Großes Verdienstkreuz, Großkreuz) und in acht Stufen verliehen. Die höchste Stufe, die Sonderstufe des Großkreuzes, ist Staatsoberhäuptern vorbehalten.
Dabei war im Jahr 1951 zunächst nur eine sechsstufige Ordnung geplant:
 

Das Verdienstkreuz am Bande,
das Verdienstkreuz als Steckkreuz (das später in 1. Klasse umbenannt wurde),
das Große Verdienstkreuz,
das Große Verdienstkreuz mit Stern,
das Großkreuz mit Stern und Schulterband,
das Großkreuz in besonderer Ausführung, dessen Verleihung sich Bundespräsident Heuss vorbehielt.


Das hohe Aufkommen von zur Verleihung vorgeschlagenen Personen und unterschiedliche Einteilung machte eine Erweiterung (1952 - Bundesverdienstkreuz mit Stern in zwei Stufen geteilt: in das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern und das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband, 1955 - unterste Stufe die Verdienstmedaille hinzu und als oberste Stufe die Sonderstufe des Großkreuzes) Ab 1955 konnte man mit der Verdienstmedaille die vielen kleinen und doch so wichtigen Verdienste um die Bundesrepublik ehren. Die Sonderstufe des Großkreuzes brachte das Verdienstkreuz auch international auf eine Stufe mit anderen vergleichbaren Auszeichnungen, die nur den Staatsoberhäuptern vorbehalten ist.
Das erste Verdienstkreuz (in der Ausprägung am Bande) erhielt der Bergmann Franz Brandl aus Nentershausen am 19. September 1951 von Theodor Heuss. Er rettete unter eigener Lebensgefahr bei einem Wassereinbruch im Kupferbergwerk Sontra in ca. 300 Metern Tiefe zwei Kollegen das Leben.
1952 kam es zu einigen Neuerungen: Zum einen wurde eine besondere Ausführung des Verdienstkreuzes für Arbeiter und Angestellte, die 50 Jahre lang für denselben Dienstherrn gearbeitet hatten, eingeführt. Diese Ausführung wurde jedoch schon 1966 wieder eingestellt. Ferner wurde das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern in zwei Stufen geteilt: in das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern und das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband.
1955 kam als unterste Stufe die Verdienstmedaille hinzu und als oberste Stufe die Sonderstufe des Großkreuzes, die jedoch schon ab 1953 verliehen worden war.
Im Jahre 1991 wurde der erste Deutsche aus den neuen Bundesländern mit dem Verdienstkreuz geehrt. Ein weiterer Meilenstein ist auch die im Oktober 2006 von Bundespräsident Horst Köhler eingeführte Quotenregelung für Frauen, von denen de facto mindestens 30 % den Orden verliehen bekommen müssen. So werden die Vorschlagslisten auch nur noch angenommen, wenn die Quote bei den Vorgeschlagenen erfüllt ist. Ob so eine Frauenquote nun notwendig war sei dahingestellt, Fakt ist, das damit ein gewisser Zwang bei den Verleihungen eingezogen ist.


Heutige Aufteilung

Heutige Aufteilung

 

 

 

 

 

Verdienstmedaille / Verdienstkreuz am Bande / Verdienstkreuz 1. Klasse

 

 

 

Großes Verdienstkreuz / Großes Verdienstkreuz mit Stern am Schulterband / Großkreuz - Sonderform / Sonderstufe des Großkreuzes
(von oben rechts nach unten links)

 

Das Großkreuz (Sonderform) wurde bisher nur an Konrad Adenauer und Helmut Kohl verliehen - International sind bisher 40 Staatsoberhäupter (3mal zugleich auch der Ehepartner) ausgezeichnet worden.
Interessant ist die Funktion dieser Sonderform des Großkreuzes als Amtsinsignie des Bundespräsidenten (ohne Verleihungsurkunde), was die Auszeichnung zu einem Amtssymbol macht und die Einzigartigkeit noch betont.



Bisher wurde der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland etwa 240.000 Mal verliehen. Jedes Jahr werden auf Vorschlag (einzureichen bei den Ministerpräsidenten der jeweiligen Länder) etwa 3.000 bis 4.000 Menschen ausgezeichnet.
Wegen der großen Stückzahlen einerseits und des Kostenbewusstseins andererseits werden die Orden heute nur noch maschinell aus einer Kupferlegierung geprägt und mit einer Goldbeschichtung versehen; farbige Teile bestehen aus Emaille. Unterschieden wird hierbei noch unter einer Herren und Damenausführung des Verdienstkreuzes. Die Damenversionen zeichnen sich durch etwas kleinere Kreuze und Medaillons aus, sowie der jeweiligen Stufe entsprechend, ein schmaleres Band (sog. „Damenschleife“).
Der Orden entspricht vom Aussehen und Form ganz der deutschen Tradition. Er vereint Staatsymbole und gesellschaftliche Normen miteinander. Dabei sind vor allem die Stufen des Ehrenzeichens, sowie das Vorgehen der Verleihung wichtig.

Mit seinen Ordensverleihungen möchte der Bundespräsident die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf solche Leistungen lenken, denen er für unser Gemeinwesen besondere Bedeutung beimisst.
Der Orden hat in den letzten Jahren an Aufmerksamkeit gewonnen und seine Träger rücken immer mehr auch ins Rampenlicht. Der Bundespräsident stützt auch deshalb seine Entscheidung grundsätzlich auf die Prüfungsergebnisse und Anträge und nimmt Ordensverleihungen nur im Konsens mit ihnen vor.
Getragen werden können die Orden am Bande nur zu seltenen Gelegenheiten Bällen und großen Empfängen (je nach Garderobe - Frack bei Männern Grundvorrausetzung). Aber immer öfters zeigt der geehrte Bundesbürger sein Ordensband auch auf kleineren Veranstaltungen, Portraits und anderweitigen Gelegenheiten. Die Entwicklung der letzten Jahre und die neue Sicht der Bürger auf das Nationalgefühl haben auch bei den deutschen (zivilen) Ehrenzeichen die Leute zu einer anderen Haltung bewogen.

Die meisten Auszeichnungen werden von Ministerpräsidenten, von einem Landes- oder Bundesminister, von Regierungspräsidenten oder einem Bürgermeister ausgehändigt. Der Bundespräsident überreicht das Bundesverdienstkreuz in wenigen Fällen persönlich, etwa aus Anlass des Tages der Deutschen Einheit, des Tages des Ehrenamtes oder bei besonderen Verdiensten, die in der Öffentlichkeit große Aufmerksamkeit erhalten haben.
Die Regierungschefs der 16 Länder für ihre "Landeskinder", der Bundesminister des Auswärtigen für Ausländer oder für Deutsche mit Wohnsitz im Ausland und der jeweilige Bundesminister für seine Bediensteten.

Broschüre Verdienstorden der BRD

Ordensanregungen

Ordensanregungen

 

Jeder kann die Verleihung des Verdienstordens an einen anderen anregen. Diese Anregung sollte möglichst folgende Angaben über die auszuzeichnende Person enthalten:

 

Vorname und Familienname,
Wohnanschrift,
Geburtsdatum,
Darstellung von Art und Umfang der besonderen Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland und das allgemeine Wohl,
gegebenenfalls Referenzpersonen oder Organisationen, die zu dem Vorschlag Stellung nehmen können.


Die Ordensanregung ist formlos an die Staats- bzw. Senatskanzlei des Bundeslandes zu richten, in dem der Auszuzeichnende wohnt. Wohnt er im Ausland oder ist er Ausländer, so ist die Anregung an das Auswärtige Amt in 11013 Berlin zu richten. Soll ein Bundesbediensteter ausgezeichnet werden, dann ist die Anregung an den jeweiligen Bundesminister zu richten.

Wer seine eigene Auszeichnung anregt, kann nach den ordensrechtlichen Vorschriften nicht mit einer Verleihung des Verdienstordens rechnen. Auch kann der Verdienstorden in der Regel nicht posthum verliehen werden (Ausnahme Okt. 2009 - posthum an Dominik Brunner, den S-Bahn Helfer aus München verliehen worden).

Quellen

Buch: Alexander von Sallach, Die Orden und Ehrenzeichen unserer Republik, Konstanz 2006
Buch: Birgit Laitenberger, Dorothea Bickenbach, Maria Bassier, Deutsche Orden und Ehrenzeichen, Köln 2005 (6. Aufl.).
http://www.bundespraesident.de/artikel- ... srepub.htm (Letzter Aufruf 5.10.2009)
http://de.academic.ru/dic.nsf/dewiki/212032 (Letzter Aufruf 5.10.2009)
http://de.wikipedia.org/wiki/Verdiensto ... eutschland (Letzter Aufruf 5.10.2009)
http://www.bundesarchiv.de/aktuelles/au ... &id=0&nr=1 (Letzter Aufruf 5.10.2009)



Autor: Freiherr von Woye


Das Thema

Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit


 



Ehrenzeichen der Bundeswehr kann als sichtbare Anerkennung für treue Dienste und in Würdigung beispielhafter soldatischer Pflichterfüllung an Soldaten der Bundeswehr verliehen werden in den Stufen Ehrenmedaille der Bundeswehr, Ehrenkreuz der Bundeswehr in Bronze, Ehrenkreuz der Bundeswehr in Silber und Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold und nun auch das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold für Tapferkeit.



Träger des Ehrenkreuzes

Jan Berges HptFw (6. Juli 2009)
- Alexander Dietzen HptFw (6. Juli 2009)
- Henry Lukacs HptFw (6. Juli 2009)
- Markus Geist OFw (6. Juli 2009)

- Daniel Seibert HptFw (22. Januar 2010)
- Steffen Knoska OFw (22. Januar 2010)

- Jan Hecht HptFw (4. Mai 2010)

Informationen

Allgemeine Informationen


Das Ehrenkreuz ist die fünfte Stufe der von der Bundeswehr verliehenen Auszeichnungen. Bislang gab es vier Ehrenzeichen, die 1980 vom damaligen Verteidigungsminister Hans Apel eingeführt, als Ehrenmedaille sowie als Ehrenkreuz in Gold, Silber und Bronze verliehen wird. Diese vier Stufen des Ehrenzeichens können sowohl durch das Erreichen bestimmter Mindestdienstzeiten (Bronze sind mindestens 30 Tage, in Silber 360 Tage und in Gold 690 Tage Dienst im Einsatzland) als auch durch "hervorragende Einzeltaten", etwa eine Lebensrettung, erworben werden. Bislang wurde das Ehrenzeichen für treue Dienste und beispielhafte soldatische Pflichterfüllung 214.500 Mal verliehen. Der Tapferkeitsorden als nunmehr fünfte Stufe des Ehrenzeichens entspricht in seiner Form und Gestaltung dem Ehrenkreuz, hat jedoch auf der Bandschnalle ein doppeltes Eichenlaub. Dieses ziert auch die dazu gehörende Ordensspange. Anders als bei anderen Ehrenkreuzen ist für die neue Tapferkeitsauszeichnung keine Mindestdienstzeit notwendig.


 

 


(*Form und Symbolik des neuen Ehrenkreuzes der Bundeswehr für Tapferkeit erinnern mit Absicht an das Eiserne Kreuz und sollen damit die Tradition dieses Ordens für die heutige Bundeswehr betonen.)

Enstehung

Enstehung


Deutsche Soldaten werden erstmals seit 1945 wieder mit einem Orden für Tapferkeit ausgezeichnet werden können. Bis 1945 war 130 Jahre lang das Eiserne Kreuz die Tapferkeitsmedaille des deutschen Militärs. Allein im Zweiten Weltkrieg wurde es etwa 2,3 Millionen Mal verliehen. Nach Kriegsende wurde die Auszeichnung abgeschafft. Eine Neuauflage des Eisernen Kreuzes wie es im Zweiten Weltkrieg von den Nationalsozialisten in mehreren Abstufungen mit und ohne Eichenlaub verliehen wurde, ist wegen der starken historischen Belastung kategorisch abgelehnt worden.

Die Einführung des Tapferkeitsordens dürfte befördert worden sein durch die Aktivitäten eines Fähnrichs der Luftwaffe: Der 24-jährige Bremer Timmy Schwarz hatte eine Petition zur Wiedereinführung des Eisernen Kreuzes als Verdienstorden für herausragende Leistungen von Bundeswehrsoldaten an den Bundestag geschickt. „Es gibt bisher keine Tapferkeitsauszeichnung. Soldaten im Einsatz, die ihr Leben hinhalten, kriegen nichts als einen feuchten Händedruck“, klagt Fähnrich Timmy Schwarz, zurzeit in der Ausbildung zum Bundeswehr-Transportflieger. „Es ist oft enttäuschend, wie wenig Rückhalt und Anerkennung – im einfachsten Fall wenigstens eine positive Wahrnehmung – man als Soldat in der Öffentlichkeit erfährt“, so der Fähnrich.
5070 Bürger schlossen sich seinem Antrag an. Der Petitionsausschuss überwies den Vorschlag im Dezember 2007 an das Verteidigungsministerium. Es gebe, so der Ausschuss, „Anlass, die Einführung einer Tapferkeitsauszeichnung zur angemessenen Würdigung ganz besonders herausragender Leistungen zu prüfen“.

Einführung

Einführung


Bundespräsident Horst Köhler führte somit im Oktober des Jahres 2008, auf Anregung von Verteidigungsminister Franz Josef Jung, eine neue Auszeichnung für "außergewöhnlich tapfere Taten" ein. Der Entschluss für einen neuen höchsten Orden wurde vor allem mit der gestiegenen Gefahr für Leib und Leben in den Auslandseinsätzen der Bundeswehr begründet. Frau Merkel betonte dabei, dass die heutige Tapferkeit auf die „Wahrung und Verteidigung von Recht und Freiheit“ abziele. Auch der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Ulrich Kirsch, rechtfertigte die Verleihung von Tapferkeitsorden. Zitat: „Dass wir in kriegsähnlichen Zuständen leben, sehen wir gerade in Afghanistan. Und dem muss Rechnung getragen werden, auch nach draußen hin."
Der Bielefelder Historiker Hans-Ulrich Wehler sagte dazu der dpa, die Bundesrepublik sei nach der Wiedervereinigung als "Normalstaat" in das internationale Staatenbündnis zurückgekehrt. Die Konsequenz daraus seien Auslandseinsätze der Bundeswehr. Diese hätten zwangsläufig militärische Situationen zur Folge, "für die man tapfere Soldaten wird auszeichnen wollen".
Das Ehrenkreuz ist die fünfte Stufe der von der Bundeswehr verliehenen Auszeichnungen. Bislang gab es vier Ehrenzeichen, die 1980. 1980 wurde vom damaligen Verteidigungsminister Hans Apel vier Ehrenzeichen eingeführt, dass als Ehrenmedaille sowie als Ehrenkreuz in Gold, Silber und Bronze verliehen wird. Diese vier Stufen des Ehrenzeichens können sowohl durch das Erreichen bestimmter Mindestdienstzeiten als auch durch "hervorragende Einzeltaten", etwa eine Lebensrettung, erworben werden. Bislang wurde das Ehrenzeichen für treue Dienste und beispielhafte soldatische Pflichterfüllung 214 500 Mal verliehen.

Aktuell

Aktuelle Informationen zur Verleihung

Erste Verleihung des Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit am 6. Juli 2009


Sie versuchten in Afghanistan, verwundeten Kameraden zu helfen: Vier Bundeswehr-Soldaten sind für ihren Mut ausgezeichnet worden, eine Premiere in der Geschichte der Bundesrepublik.
Sie erfüllten damit die Anforderungen des Stiftungserlass, indem die Auszeichnung für „außergewöhnlich tapfere Taten“ verliehen wird und „...Taten von Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr, die weit über das erwartete Maß an Tapferkeit im Rahmen der Pflichterfüllung hinausgehen,...“ würdigen soll.
Bei der feierlichen Verleihung im Bundeskanzleramt war neben der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und Verteidigungsminister Dr. Franz Josef Jung auch der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Wolfgang Schneiderhan, zugegen.

 

 

 

(Hauptfeldwebel Jan Berges, Hauptfeldwebel Alexander Dietzen und Hauptfeldwebel Henry Lukács sowie Oberfeldwebel Markus Geist haben während ihres Afghanistaneinsatzes weit über das normale Maß von Tapferkeit hinaus auch unter Einsatz von Leib und Leben gehandelt.)

Erstmals zeichnete die Bundesrepublik vier Soldaten für ihren Mut bei einem Auslandseinsatz aus. Die vier Hauptfeldwebel hatten bei der Bergung von Kameraden in Afghanistan unter Lebensgefahr agiert und erhielten dafür das erst im November 2008 geschaffene Ehrenkreuz für Tapferkeit. Die Kanzlerin verlegte die Verleihung extra in ihren Amtssitz und überreichte die Orden gemeinsam mit Jung.



Die Verleihung in bewegten Bildern:

 


Die vier Soldaten waren am Mittag des 20. Oktober 2008 die ersten Deutschen, die nach einem Selbstmordanschlag auf einen leicht gepanzerten Laster vom Typ "Mungo" bei Kunduz ankamen, nachdem sich ein Selbstmordattentäter auf einem Fahrrad neben der Beifahrertür in die Luft gesprengt hatte. Während auf der Ladefläche zuvor gefundene Munition explodierte, versuchten sie, die Insassen des Fahrzeugs zu bergen und mehreren verletzten afghanischen Kindern zu helfen. Die vier Soldaten handelten geistesgegenwärtig und reaktionsschnell. Ihr Verhalten war damit ein Beweis außergewöhnlicher Kameradschaft und Tapferkeit.



 



"Wir reden darüber in Deutschland immer noch zu wenig", betonte die Kanzlerin. Das Land müsse stolz sein auf die Leistung der Bundeswehr.

Kritik

Kritik und Anerkennung

Schon im Vorfeld der Einführung dieser neuen militärischen Ehrung für die Bundeswehr Soldaten gab es reichlich Kritik. Diese kam vor allem von politischer Seite und der Diskurs wurde vornehmlich auf Parlamentsebene ausgetragen.



 

 



Die Umfragen bei der Bevölkerung lassen die Diskussion dann schnell als künstlich aufgeplustert erscheinen.

Die Umfragen bei der Bevölkerung haben ergeben: Sollen deutsche Soldaten wieder mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet werden? (5. März 2008)



    48% Ja, weil Helden geehrt werden müssen.
    32% Ja, denn alle anderen Armeen haben vergleichbare Orden.
    6% Nein, Heldentum braucht grundsätzlich keine Orden
    11% Nein, weil das Eiserne Kreuz historisch belastet ist
    3% Ist mir egal

So hatte in der breiten Bevölkerung bisher noch keine „wirkliche“ Diskussion stattgefunden. Eine Kritik der besonderen Art hat über Internetportal ebay stattgefunden:



Focus - Ehrenkreuz Auktion

Zeit - Ehrenkreuz Auktion



Nach der Verleihung der Ehrenkreuze an 4 Soldaten wurde bei ebay eine Auktion gestartet. Dadurch schien die Bedeutung der Medaille für die Soldaten schnell relativiert worden zu sein. Das Online-Auktionshaus ebay hatte dort seit wenigen Stunden eine der vier höchsten Auszeichnungen der Bundeswehr im Angebot. Der Anbieter (unter dem Pseudonym "jackjackjackjack99") erklärt: „Die Medaille hatte ich gestern von Bundespräsidentin A. Merkel persönlich verliehen bekommen“. Warum er sie nun gleich versteigert, verriet der Anbieter indes nicht. Vielleicht war ja auch der materielle Wert verlockend: Nach gut drei Stunden lag das höchste Gebot bereits bei 131 Euro.

Die Bundeswehr überprüfte gleich danach, ob es sich bei dem Anbieter tatsächlich um einen der am Montag geehrten handelte, so berichtete die "Süddeutsche Zeitung".

Zukunft

Zukunft

Die Verleihung durch die Bundeskanzlerin Merkel am 6. Juni 2009 war wohl eine einmalige Sache. Die zukünftigen Verleihungen werden nun an den Standorten der betreffenden Kompanien durchgeführt. Verliehen werden sie fortan durch den Verteidigungsminister.

Ein Rhythmus für zukünftige Verleihungen ist noch nicht ersichtliche. Der Grund sind noch nicht vorhandene Anwärter auf das Ehrenkreuz für Tapferkeit. Soweit ich erfahren habe, werden vorangegangene Taten, die fürs Kreuz in Frage kämen, egal ob schon anderweitig geehrt oder nicht, nicht nachträglich mit den Ehrenkreuz für Tapferkeit geehrt.
In der Schlussbetrachtung kann gesagt werden, dass Deutschland nun wieder einen Orden hat, mit dem es die Soldaten für ihren Mut und Tapferkeit im Besonderen Maße auszeichne kann. Damit hat die Regierung der neuen „Situation“ der Bundeswehr Rechnung getragen und sich auf eine Zukunft mit weiteren „Einsätzen“ eingestellt.



Man kann nur hoffen, dass Deutschland mehr Orden zur Verleihung in Flugzeugen rüberschicken kann, als Gefallene aus den Flugzeugen ausladen muss.


Und auch das neue Ehrenmal für die gefallenen Bundeswehr Soldaten lässt auf den Anbruch einer neuen Zeit für die Bundeswehr und ihre Ehrenzeichen schließen



 


"Die Zeit ist reif" - Für neue Ehrungen und die Hoffnung, diese nicht allzu oft im Fernsehen erleben zu müssen

Einleitung

Einsatzmedaille
"Fluthilfe 2002"

 

 

Einleitung und Allgemeines



Die Einsatzmedaille „Fluthilfe 2002“ wurde am 20. September 2002, durch gemeinsamen Erlass des damaligen Bundesministers des Innern Otto Schily und des damaligen Bundesministers der Verteidigung Peter Struck, als staatliche Auszeichnung gestiftet. Sie ist somit keine rein militärische, den Soldaten vorbehaltene Auszeichnung, sondern kann als Dank und in Anerkennung für besonders aufopferungsvolle Hilfe bei der Abwehr von Gefahren und der Beseitigung von Schäden, anlässlich der Elbehochwasser im August 2002, an alle Helfer und Verdiente verliehen werden.
Damit wurden vor allem die haupt- und ehrenamtliche Einsatzkräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, der Hilfsorganisationen, Angehörige des Bundesgrenzschutzes und der Bundeswehr sowie für Dritte geehrt, die nachweislich an der Flutbekämpfung teilgenommen haben. Die Einsatzmedaille wurde in den Vereinen bzw. auf kommunaler Ebene verliehen und steht damit in der Tradition mit anderen Einsatzmedaillen dieser Art.

Erlass

Auf Grund des § 3 Abs. 1 des Gesetzes über Titel, Orden und Ehrenzeichen in der im Bundesgesetzblatt Teil III, Gliederungsnummer 1132-1, veröffentlichten bereinigten Fassung ordne ich an:

Artikel 1
Ich genehmige den in der Anlage wiedergegebenen Gemeinsamen Erlass des Bundesministers des Innern und des Bundesministers der Verteidigung über die Stiftung der Einsatzmedaille „Fluthilfe 2002″.

Artikel 2
Dieser Erlass tritt am Tag nach der Verkündung in Kraft.
 

Berlin, den 22. September 2002

Der Bundespräsident Johannes Rau
Der Bundeskanzler Gerhard Schröder
Der Bundesminister des Innern Schily
Der Bundesminister der Verteidigung Peter Struck


 

Gemeinsamer Erlass des Bundesministers des Innern und des Bundesministers der Verteidigung über die Stiftung der Einsatzmedaille „Fluthilfe 2002″
Vom 20. September 2002

 

Artikel 1 Stiftung
Als Dank und in Anerkennung für besonders aufopferungsvolle Hilfe bei der Abwehr von Gefahren und der Beseitigung von Schäden anlässlich der Flutkatastrophe im August 2002 in der Bundesrepublik Deutschland stiften der Bundesminister des Innern und der Bundesminister der Verteidigung für haupt- und ehrenamtliche Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerkes, Angehörige des Bun­desgrenzschutzes und der Bundeswehr sowie für Dritte aufgrund ihrer besonderen Verdienste in der Zusammenarbeit mit dem Technischen Hilfswerk, dem Bundesgrenzschutz und der Bundeswehr gemeinsam die

Einsatzmedaille „Fluthilfe 2002″.

Artikel 2 Gestaltung

 

(1) Das Ehrenzeichen hat die Form einer runden, silber­farbenen Medaille. Sie trägt auf der Vorderseite den Bundesadler, darüber eine stilisierte Flutwelle und ein halb versunkenes Haus. Die umlaufende Nagellinie wird im unteren Teil der Medaille durch das Wort „Fluthilfe” und die Zahl „2002″ unterbrochen. Die Rückseite trägt die Worte „Dank und Anerkennung”. Der blaue Mittelteil des Medaillenbandes ist beidseitig von den Bundesfarben schwarz-rot-gold eingefasst.

(2) Die Medaille als Bandsteg trägt die Farben des Medaillenbandes mit aufgesetzter verkleinerter Vorderseite der Medaille.

 

Artikel 3 Verleihung

 

(1) Das Ehrenzeichen verleiht
der Bundesminister des Innern an haupt- und ehrenamtliche Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerkes und an Angehörige des Bundesgrenzschutzes sowie an Dritte, die mit dem Technischen Hilfswerk und dem Bundesgrenzschutz zusammengearbeitet haben,

- der Bundesminister der Verteidigung an Angehörige der Bundeswehr, an Angehörige ausländischer Streitkräfte sowie an Dritte, die mit der Bundeswehr und den ausländischen Streitkräften zusammengearbeitet haben.

(2) Das Ehrenzeichen wird für mindestens einen ganztägigen Einsatz vor Ort beginnend mit dem 8. August 2002 im Hochwasser- und Flutkatastrophengebiet an Donau und Elbe sowie ihren Nebenflüssen verliehen. In begründeten Ausnahmefällen sind Abweichungen zulässig.

(3) Als sichtbares Zeichen der allgemeinen Anerken­nung kann das Ehrenzeichen nach Maßgabe von Artikel 2 sowie als Rosette in den Farben des Medaillenbandes an der linken Brustseite getragen werden.

(4) Die Ausgezeichneten erhalten neben dem Ehrenzeichen eine Verleihungsurkunde mit der Unterschrift des Bundesministers des Innern oder des Bundesministers der Verteidigung und dem kleinen Dienstsiegel. Für die Verleihungsurkunde gilt das Muster der Anlage.

(5) Das Ehrenzeichen geht in das Eigentum der Ausgezeichneten über. Ihre Hinterbliebenen sind zur Rückgabe nicht verpflichtet.


 

Artikel 4 Vorschlagsberechtigung

 

(1) Für die Angehörigen des Bundesgrenzschutzes sind die Präsidenten oder Präsidentinnen der Bundesgrenzschutzpräsidien, für die haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerkes die Landesbeauftragten der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk über den Präsidenten oder die Präsidentin der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk vorschlagsberechtigt. Vorschläge für Dritte stimmen die Vorschlagsberechtigten untereinander ab.

(2) Für die Angehörigen der Bundeswehr sind für den Auszeichnungsvorschlag von Soldatinnen und Soldaten die nächsten Disziplinarvorgesetzten, von zivilen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die vergleichbaren Vorgesetzten vorschlagsberechtigt. Anregungen auf Verleihung des Ehrenzeichens an Angehörige ausländischer Streitkräfte sowie an Dritte sind auf dem Dienstweg dem Bundesministerium der Verteidigung vorzulegen.

(3) Die Vorschlagsberechtigten prüfen selbst, ob die Verleihungsvoraussetzungen erfüllt sind. In Zweifelsfällen kann großzügig verfahren werden.


 

Artikel 5 Verfahren

 

(1) Die Verleihungsvorschläge sind dem Bundesministerium des Innern oder dem Bundesministerium der Verteidigung mit folgenden personenbezogenen Angaben

1. Amtsbezeichnung/Dienstgrad
2. Name, Vorname (gegebenenfalls akademischer Grad/ Titel mit Fachrichtung)
3. Geburtsdatum/Personenkennziffer
4. Dienststelle/Einheit
5. Wohnanschrift
in Listenform zuzuleiten. Alle Vorgänge zur Verleihung des Ehrenzeichens sind vertraulich.

(2) Die Verleihung wird nach Maßgabe der Listen gemäß Absatz 1 durch jeweiligen Erlass des Bundesministers des Innern und des Bundesministers der Verteidigung vollzogen.

(3) Die Namen der Ausgezeichneten werden den Vorschlagsberechtigten unter Beifügung der Ehrenzeichen und der Verleihungsurkunden mitgeteilt. Diese veranlassen die Aushändigung der Auszeichnung in würdiger Form.

 

Berlin, den 20. September 2002

Der Bundesminister des Innern Schily

Der Bundesminister der Verteidigung Peter Struck


Historisch

Historie

Das Elbhochwasser im Jahr 2002 gilt in Deutschland als ein Jahrhunderthochwasser und hat Wassermassen in bisher nicht gemessenen Mengen die Elbe entlang geschickt. Die Elbe und viele Nebenflüsse gingen über die Ufer und haben in Ostdeutschland und auch Tschechien massive Schäden verursacht. Der Kampf gegen die Wassermassen und eine Ausdehnungen des Hochwassers an Elbe und Donau im August 2002, brauchte eine große Anzahl von Hilfskräften, die oftmals mit bloßen Händen die Dämme und Flutschutzbarrieren sicherten. Dies löste den größten Katastropheneinsatz in der Geschichte der Bundesrepublik aus und neben der Bundeswehr, THW, ehrenamtlichen Feuerwehren und Vereinen, engagierten sich auch viele Menschen auf eigene Faust beim Kampf gegen die Flut. Über 128.000 amtliche und ehrenamtliche Einsatzkräfte und zahlreiche private Helferinnen und Helfer aus allen Regionen der Bundesrepublik kämpften mehrere Wochen lang gegen das Hochwasser und seine Folgen, retteten Menschen und bewahrten Häuser vor Schaden. Dieses Engagement und Hilfeleistungen löste eine Initiative des Verteidigungsministers Struck und Innenminister Schilys aus, die sich für Ehrung der Bundesregierung für die Hilfe einsetzten und die Stiftung einer Einsatzmedaille durchsetzten.

 


Verleihung

Verleihungen

 

Die Verleihungen wurden aufgrund folgender Statuten durchgeführt: Bundesminister des Innern kann an haupt- und ehrenamtliche Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerkes und an Angehörige des Bundesgrenzschutzes sowie an Dritte, die mit dem THW und dem Bundesgrenzschutz die Medaille verleihen. Für die Bundeswehr und die Streitkräfte generell, übernimmt diese Aufgabe der Bundesminister der Verteidigung.
Für die Verleihungen müssen folgende Bedingungen erfüllt sein: Es gilt ein mind. ganztägiger Einsatz vor Ort (ab 8. August 2002) im ausgewiesenen Hochwasser- und Flutkatastrophengebiet. Dabei können Vorschläge für Verleihungen von verschiedenen Stellen eingereicht werden: Präsidenten der Bundesgrenzschutzpräsidien, Landesbeauftragte der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk, Vorgesetzte der jeweiligen Streitkräfte bzw. eingesetzten Einheiten und anderweite leitende Personen im Flutgebiet. Dabei müssen/sollen die Verleihungsvoraussetzungen selbst geprüft werden, wobei in Zweifelsfällen großzügig verfahren werden kann. Die Verleihungsvorschläge gehen dann an das Bundesministerium des Innern oder dem Bundesministerium der Verteidigung. Die Verleihungen werden dann durch eine Medaille, Bandschnalle und Urkunde durchgeführt und von den Instituten vor Ort vorgenommen. Die Auszeichnung verbleibt nach dem Tod des Inhabers bei seinen Hinterbliebenen als Andenken.

 

Aussehen und Trageweise

Aussehen und Trageweise



Das Ehrenzeichen hat eine den modernen Einsatzmedaillen der Bundesrepublik deutschland angepasste Form. D.h. eine runde Form und mit den Emblemen der BRD versehen. Die Medaille ist silberfarben und trägt auf der Vorderseite den Bundesadler, darüber eine stilisierte Flutwelle und ein halb versunkenes Haus. Die umlaufende Nagellinie wird im unteren Teil der Medaille durch das Wort „Fluthilfe“ und die Zahl „2002“ unterbrochen. Die Rückseite trägt die Worte „Dank und Anerkennung“. Der blaue Mittelteil des Medaillenbandes ist beidseitig von den Bundesfarben schwarz-rot-gold eingefasst. Die Medaille als Bandschnalle trägt die Farben des Medaillenbandes mit aufgesetzter verkleinerter Vorderseite der Medaille.

Einleitung

Einsatzmedaillen der Bundeswehr
Auszeichnung für den Auslandseinsatz

 


„Das Ehrenzeichen der Bundeswehr ist der Dank der Demokratie an Demokraten, an Staatsbürger, die durch besonderen Einsatz für unser Land mehr getan haben als ihre Pflicht.“
Bundesminister der Verteidigung Hans Apel am 12. November 1980, bei der Verleihung der ersten 34 Ehrenzeichen an Soldaten und zivile Mitarbeiter der Bundeswehr

 

Der 12. November 1980, am 225. Geburtstag des preußischen Militärreformers Gerhard Johann David von Scharnhorst, begründet die Bundesrepublik Deutschland das Ehrenzeichen im militärischen Bezug neu und verleiht die ersten Orden an verdiente Soldaten.

 

Einleitung und Allgemeines

 

Die Bundeswehr hat in den letzten Jahren und Jahrzehnten einen enormen Wandlungsprozess durchgemacht. Dieser militärische Wandlungs- oder auch Modernisierungsprozess wird in der Fachliteratur als Transformation beschrieben. Dabei wurde nicht nur die gesamte Struktur der Bundeswehr in ein neues Zeitalter bewegt, sondern auch das Auftragsspektrum und Fähigkeitsprofil angepasst. Es stehen zwischen 8000 und 10000 Soldaten der Bundeswehr im Auslandseinsatz, dienen dabei im Rahmen der internationalen Schutz- und Eingreiftruppen. Es hat sich auch ein Wandel in der Ordenskultur und dem Ordensrecht in Deutschland vollzogen. Ein Wandel, der sich nur unwesentlich an alten Traditionen orientiert, sondern eine eigene Linie zu etablieren versucht. Die Ehrungen umfassen neben Dienstauszeichnungen auch Auszeichnungen, die sich an den neuen Einsatzszenarien orientieren und neben dem Einsatz, auch die Tapferkeit und die Auszeichnung im Gefecht belohnen.

 


Von Links: 1) Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold, 2. Ausführung (einteilig geprägt), vergoldet; 2) Ehrenkreuz der Bundeswehr in Silber, 2. Ausführung (einteilig geprägt), versilbert; 3) Einsatzmedaille der Bundeswehr für den Einsatz „KVM“ im Kosovo, mit Bandspange „KVM“; 4) Einsatzmedaille der Bundeswehr für den Einsatz „KFOR“ im Kosovo, mit Bandspange „KFOR“; 5) Einsatzmedaille der Bundeswehr für den Einsatz „SFOR“ in Bosnien-Herzegowina, mit Bandspange „SFOR“; 6) Einsatzmedaille der Bundeswehr für den Einsatz „ISAF“ in Afghanistan, mit Bandspange „ISAF“; 7) Einsatzmedaille der NATO für den Einsatz im ehemaligen Jugoslawien, mit Bandspange „FORMER YUGOSLAVIA“; 8) ) Einsatzmedaille der NATO für den Einsatz im Kosovo, mit Bandspange „KOSOVO“; 9) Einsatzmedaille der NATO für den Einsatz in Afghanistan, mit Bandspange „ISAF“.



Die Bundeswehr und die Bundesregierungen haben sich nach langer Diskussion und Blindheit für die Lage, für neue Richtlinien bei der Bewertung soldatischer Leistung und Würdigung des Einsatzes außerhalb des Staates entschieden. Neben der öffentlichen Aushändigung der Verleihungsurkunde und der Ehrenzeichen im feierlichen Rahmen, sei es bei offiziellen Anlässen oder auch dem zum Bataillonsappell, ist auch eine Ehrung der Toten im Bendlerblock die neue Linie der Bundesrepublik Deutschland. Die Ehrung soll dabei kein materieller Anreizsein, sondern eine herausgehobene Geste mit hohem Symbolcharakter, Adler und Eichenlaub sind sichtbarer Dank des deutschen Staates.

Richtlinien

Artikel 1 Stiftung
Als sichtbares Zeichen für die Teilnahme an Einsätzen oder besonderen Verwendungen außerhalb des deutschen Hoheitsgebietes im Rahmen von humanitären, friedenserhaltenden oder friedensschaffenden Maßnahmen stifte ich für Soldaten und zivile Mitarbeiter der Bundeswehr die Einsatzmedaille der Bundeswehr.

Artikel 2 Gestaltung
      (1) Die Einsatzmedaille ist rund und aus bronzefarbenem Metall. Sie trägt auf der Vorderseite den Bundesadler, die Rückseite ist glatt. Der Rand der Medaille und der Adler sind erhaben geprägt. Das in den Nationalfarben schwarz-rot-gold gehaltene Band ist mit einer Spange zur Kennzeichnung des Einsatzes oder der besonderen Verwendung versehen. Die Spange ist entsprechend der Medaille aus bronzefarbenem Metall.

      (2) Die Einsatzmedaille kann in verkleinerter Form getragen werden.

    (3) Die Einsatzmedaille kann als Bandsteg in den Farben des Medaillenbandes mit aufgesetzter verkleinerter Spange getragen werden.


Artikel 3 Verleihung
      (1) Voraussetzung für die Verleihung der Einsatzmedaille nach Artikel 1 sind

      mindestens dreißig Tage Dienst; der Dienst muss nicht zusammenhängend geleistet werden.

      (2) Die Verleihung an Personen, die die zeitliche Voraussetzung nach Absatz 1 nicht erfüllen, ist in besonderen Ausnahmefällen und nur im Einvernehmen mit dem Chef des Bundespräsidialamtes möglich.

      (3) Für die Auszeichnung von Personen, die vorbestraft sind, gelten die Vorschriften der Ausführungsbestimmungen zum Statut des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland entsprechend. Bei Pflichtverletzungen während der Einsätze oder besonderen Verwendungen kann die Verleihung ausgeschlossen werden.

      (4) Die Einsatzmedaille geht in das Eigentum des Beliehenen über.

      (5) Der Beliehene erhält eine Verleihungsurkunde mit der Unterschrift des Bundesministers der Verteidigung, die das kleine Bundessiegel trägt.

      (6) Angehörige der Reserve müssen sich zum Zeitpunkt der Verleihung nicht mehr im Soldatenstatus befinden.

      (7) Die Einsatzmedaille kann postum verliehen werden.

    (8) Die aushändigende Stelle für die Verleihung der Einsatzmedaille wird vom Bundesminister der Verteidigung bestimmt.


Erlass über die Genehmigung einer Änderung des Erlasses über die Stiftung der Einsatzmedaille der Bundeswehr
Vom 28. Januar 2003



Der Bundesminister der Verteidigung hat am 6. November 2002 den Erlass über die Stiftung der Einsatzmedaille der Bundeswehr vom 25. April 1996 geändert. Danach kann die Einsatzmedaille der Bundeswehr in mehrstufiger Form – in Bronze, Silber und Gold, gestaffelt nach der Zeitdauer des Dienstes – und auch an Angehörige ausländischer Streitkräfte verliehen werden.

Nach Artikel 4 des Siebenten Erlasses über die Genehmigung der Stiftung und Verleihung von Orden und Ehrenzeichen vom 2. Mai 1996 (BGBl. I S. 668) genehmige ich diese Änderung.

Der Bundesminister des Innern veröffentlicht den Erlass zur Änderung des Erlasses über die Stiftung der Einsatzmedaille der Bundeswehr im Bundesanzeiger.

Berlin, den 28. Januar 2003

Der Bundespräsident Johannes Rau
Der Bundesminister der Verteidigung Peter Struck
Der Bundesminister des Innern Schily
Der Bundesminister des Auswärtigen J. Fischer



Erlaß über die Stiftung der Einsatzmedaille der Bundeswehr Vom 25. April 1991
In der Fassung vom 6. November 2002 (VMBl 2003 S. 86)

Artikel 1 – Stiftung

Als sichtbares Zeichen für die Teilnahme an Einsätzen oder besonderen Verwendungen außerhalb des deutschen Hoheitsgebietes im Rahmen von humanitären, friedenserhaltenden oder friedensschaffenden Maßnahmen stifte ich für Soldaten und zivile Mitarbeiter der Bundeswehr die Einsatzmedaille der Bundeswehr.

Artikel 2 – Gestaltung

(1) Die Einsatzmedaille ist rund und aus bronze-, silber- oder goldfarbenem Metall. Sie trägt auf der Vorderseite den Bundesadler, die Rückseite ist glatt. Der Rand der Medaille und der Adler sind erhaben geprägt. Das in den Nationalfarben schwarz-rot-gold gehaltene Band ist mit einer Spange zur Kennzeichnung des Einsatzes oder der besonderen Verwendung versehen. Die Spange ist entsprechend der Medaille aus bronze-, silber- oder goldfarbenem Metall.

(2) Die Einsatzmedaille kann in verkleinerter Form getragen werden.

(3) Die Einsatzmedaille kann als Bandsteg in den Farben des Medaillenbandes mit aufgesetzter verkleinerter Spange getragen werden.



Artikel 3 – Verleihung

(1) Voraussetzung für die Verleihung der Einsatzmedaille in Bronze sind mindestens 30 Tage, in Silber mindestens 360 Tage und in Gold mindestens 690 Tage Dienst. Der Dienst muss nicht zusammenhängend geleistet worden sein.

(2) Die Verleihung an Personen, die die zeitliche Voraussetzung nach Absatz 1 nicht erfüllen, ist in besonderen Ausnahmefällen und nur im Einvernehmen mit dem Chef des Bundespräsidialamtes möglich.

(3) Für die Auszeichnung von Personen, die vorbestraft sind, gelten die Vorschriften der Ausführungsbestimmungen zum Statut des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland entsprechend. Bei Pflichtverletzungen während der Einsätze oder besonderen Verwendungen kann die Verleihung ausgeschlossen werden.

(4) Die Einsatzmedaille geht in das Eigentum des Beliehenen über.

(5) Der Beliehene erhält eine Verleihungsurkunde mit der Unterschrift des Bundesministers der Verteidigung, die das kleine Bundessiegel trägt.

(6) Angehörige der Reserve müssen sich zum Zeitpunkt der Verleihung nicht mehr im Soldatenstatus befinden.

(7) Die Einsatzmedaille kann postum verliehen werden.

(8) Die aushändigende Stelle für die Verleihung der Einsatzmedaille wird vom Bundesminister der Verteidigung bestimmt.




Artikel 4 – Ausnahmeregelung

Die Einsatzmedaille kann in Ausnahmefällen an Angehörige ausländischer Streitkräfte verliehen werden, wenn sie sich im Rahmen der in Artikel 1 genannten Einsätze oder besonderen Verwendungen besondere Verdienste um die Bundeswehr erworben haben. Einzelheiten regeln die Verfahrenshinweise. Die Verleihung ist nur im Einvernehmen mit dem Bundesminister des Auswärtigen zulässig.

Bonn, den 25. April 1996

Der Bundesminister der Verteidigung
Volker Rühe

Weitere Informationen

Die Einsatzmedaille der Bundeswehr ist eine Auszeichnung und Ehrung für deutsche und wie auch ausländische Militärangehörige, die mindestens 30 Tage „an Einsätzen oder besonderen Verwendungen im Ausland, im Rahmen humanitärer, friedenserhaltener oder friedensschaffenen Maßnahmen“ beteiligt waren. Gestiftet worden ist die Medaille am 25. April 1996 vom damaligen Bundesminister der Verteidigung Volker Rühe gestiftet. Sie trägt der erhöhten Anzahl von deutschen Soldaten im Ausland Rechnung und wurde auch deshalb rückwirkend am 26. Juni 1996 für den Auslandseinsatz im Rahmen des VN-Kontingent der VN-Schutztruppe in Kroatien (UNPF) verliehen. Die Medaille entspricht bei allen Einsätzen bzw. den Verleihungen den gleichen Richtlinien und unterscheidet sich nur durch in der Einsatzbezeichnung auf der gleichfarbigen Spange zur Medaille. Zu ursprünglich gestifteten Ausführung, kam am 28. Januar 2003 die Einteilung in Bronze, Silber oder Gold hinzu. Dazu kann die Medaille im Zusammenhang bzw. parallel mit anderen Medaillen für denselben Einsatz verliehen werden. Dies ist üblicherweise die Regel, weil die UN, NATO und andere übergeordnete Organisationen eine gesonderte Ehrung für Einsätze unter ihrer Zuständigkeit vergeben. So kann für einen Einsatz im Einsatzgebiet der Bundeswehr, in Fällen es bis zu drei Medaillen für den Einsatz geben, die Gefechts- und Tapferkeitsauszeichnungen des Bundes oder anderer Länder nicht mit einberechnet!
 

„Ordensauszeichnungen sind ein einfaches Gebot der Staatsräson“
Bundespräsident Theodor Heuss, als er 1951 den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland stiftete

 


EU - Europäische Union Fortführung des Einsatzes ALLIED HARMONY unter EU-Führung
31. März bis 12. Dezember 2003

 


Neuer Erlass

Der Bundesminister der Verteidigung hat am 9. November 2010 den Erlass über die Stiftung der Einsatzmedaille der Bundeswehr vom 25. April 1996, zuletzt geändert am 6. November 2002, neu gefasst und mit der Neufassung die Einsatzmedaille der Stufe „Gefecht“ gestiftet.
Nach § 3 Absatz 1 des Gesetzes über Titel, Orden und Ehrenzeichen in der im Bundesgesetzblatt Teil III, Gliederungsnummer 1132-1, veröffentlichten bereinigten
Fassung, das zuletzt durch Artikel 10 des Gesetzes vom 19. Februar 2006 (BGBl. I S. 334) geändert worden ist, genehmige ich die Neufassung dieses Erlasses sowie die Stiftung der Einsatzmedaille der Stufe „Gefecht“ durch den Bundesminister der Verteidigung.

Das Bundesministerium des Innern veröffentlicht den neu gefassten Erlass über die Stiftung der Einsatzmedaille der Bundeswehr im Bundesanzeiger.

Berlin, den 12. November 2010

Der Bundespräsident Christian Wulff
Der Bundesminister der Verteidigung Dr. Karl – Theodor zu Guttenberg
Der Bundesminister des Innern Thomas de Maizière
Der Bundesminister des Auswärtigen Guido Westerwel l e

Erlass über die Stiftung der Einsatzmedaille der Bundeswehr
vom 9. November 2010
(BAnz Nr. 177 S. 3910 v. 23. November 2010)

Artikel 1 – Stiftung

Als sichtbares Zeichen für die Teilnahme an Einsätzen oder besonderen Verwendungen außerhalb des deutschen Hoheitsgebietes im Rahmen von humanitären, friedenserhaltenden oder friedensschaffender Maßnahmen stifte ich für Soldaten und zivile Mitarbeiter der Bundeswehr die Einsatzmedaille der Bundeswehr.

Artikel 2 – Gestaltung
 

      (1) Die Einsatzmedaille ist rund und aus bronze-, silber- oder goldfarbenem Metall. Sie trägt auf der Vorderseite den Bundesadler, die Rückseite ist glatt. Der Rand der Medaille und der Adler sind erhaben geprägt. Das in den Nationalfarben schwarz-rot-gold gehaltene Band ist mit einer Spange zur Kennzeichnung des Einsatzes oder der besonderen Verwendung versehen. Die Spange ist entsprechend der Medaille aus bronze-, silber- oder goldfarbenem Metall.



      (2) Für die Gestaltung der Einsatzmedaille der weiteren Stufe „Gefecht“ gilt Absatz 1 mit folgenden Maßgaben entsprechend:



      1. Die Medaille ist aus goldfarbenem Metall mit einem schwarzroten Rand.



      2. Der Bundesadler auf der Vorderseite der Medaille ist schwarz emailliert.



      3. Die goldfarbne Spange trägt in schwarzer Schrift die Bezeichnung „Gefecht“.



      (3) Die Einsatzmedaille der Bundeswehr und die Einsatzmedaille der Stufe „Gefecht“ können in verkleinerter Form und als Bandsteg in den Farben des Medaillenbandes mit aufgesetzter verkleinerter Spange getragen werden.



    (4) Die Einsatzmedaille der Bundeswehr nach Absatz 1 wird nur in der für den jeweiligen Einsatz oder die jeweilige besondere Verwendung höchsten zuerkannten Stufe getragen. Die Einsatzmedaille der Stufe „Gefecht“ nach Absatz 2 darf neben der Einsatzmedaille nach Absatz 1 getragen werden.

 

 

Artikel 3 – Verleihung

 

(1) Voraussetzung für die Verleihung der Einsatzmedaille der Bundeswehr nach Artikel 2 Absatz 1 sind folgende Dienstzeiten im Rahmen der in Artikel 1 genannten Einsätze oder besonderen Verwendungen:

1. für die Einsatzmedaille in Bronze sind mindestens 30 Tage,

2. für die Einsatzmedaille in Silber mindestens 360 Tage und

3. für die Einsatzmedaille in Gold mindestens 690 Tage Dienst.

Der Dienst muss nicht zusammenhängend geleistet worden sein. Die Verleihung an Personen, die die zeitliche Voraussetzung nicht erfüllen, ist in besonderen Ausnahmefällen und nur im Einvernehmen mit der Chefin oder dem Chef des Bundespräsidialamtes möglich.

(2) Für die Verleihung der Einsatzmedaille der Stufe „Gefecht“ nach Artikel 2 Absatz 2 gelten folgende Maßgaben:

1. Die auszuzeichnende Person hat mindestens einmal aktiv an Gefechtshandlungen teilgenommen oder unter hoher persönlicher Gefährdung terroristische oder militärische Gewalt erlitten.

2. Die Dienstzeiten nach Absatz 1 müssen für die Verleihung der Einsatzmedaille der Stufe „Gefecht“ nicht erfüllt sein.

3. Die Einsatzmedaille der Stufe „Gefecht“ wird nur einmal verliehen.

(3) Für die Auszeichnung vorbestrafter Personen gelten die Ausführungsbestimmungen zum Statut des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (Neufassung vom 5. September 1983 – GMBl. S. 389) entsprechend. Bei Pflichtverletzungen während der Einsätze oder besonderen Verwendungen kann die Verleihung ausgeschlossen werden.

(4) Die Einsatzmedaillen geht in das Eigentum des Beliehenen über.

(5) Die Beliehenen erhalten eine Verleihungsurkunde mit der Unterschrift der Bundesministerin oder des Bundesministers der Verteidigung; die Verleihungsurkunde trägt das kleine Bundessiegel.

(6) Die Einsatzmedaillen können auch nach dem Tod verliehen werden.

(7) Die Bundesministerin oder der Bundesminister der Verteidigung bestimmt die für die Aushändigung zuständige Stelle.

 

Artikel 4 – Ausnahmeregelung

Die Einsatzmedaillen können in Ausnahmefällen an Angehörige ausländischer Streitkräfte verliehen werden, wenn sie sich im Rahmen der in Artikel 1 genannten Einsätze oder besonderen Verwendungen besondere Verdienste um die Bundeswehr erworben haben. Einzelheiten regeln die Verfahrenshinweise des Bundesministeriums der Verteidigung. Die Verleihung ist nur im Einvernehmen mit der Bundesministerin oder dem Bundesminister des Auswärtigen zulässig.

Artikel 5 – Übergangsregelung aus Anlass der Stiftung der Einsatzmedaille Gefecht

Die Einsatzmedaille der Stufe „Gefecht“ kann nur für Sachverhalte verliehen werden, bei denen die in Artikel 3 Absatz 2 Nummer 1 genannten Voraussetzungen nach dem 28. April 2009 erfüllt worden sind.

Artikel 6

Den Erlass über die Stiftung der Einsatzmedaille der Bundeswehr vom 25. April 1996 (BAnz. S. 5265), der durch den Erlass vom 6. November 2002 (BAnz. 2003 S. 3025) geändert worden ist, hebe ich auf.

 

Berlin, den 9. November 2010

Der Bundesminister der Verteidigung
Dr. zu Guttenberg

 


Verleihungspraxis I

Verleihungspraxis

 

Die Voraussetzungen zur Verleihung einer Einsatzmedaille der Bundeswehr bestehen in den Dienstzeiten im Rahmen von Einsätzen oder besonderer Verwendungen. Die Einsatzmedaille in Bronze wird nach 30 Tage verliehen bzw. der Soldat erfüllt die Voraussetzung dafür. Bei der Einsatzmedaille in Silber sind 360 Tage Voraussetzung und für die goldene Stufe 690 Tage. Der Dienst im Einsatz- oder Operationsgebiet muss nicht zusammenhängend geleistet worden sein, sondern es zählt die Gesamtheit der Aufenthalte im militärischen Einsatz dort. Sollte eine Dienstzeit nicht erfüllt worden sein, aber durch den Vorgesetzten eine Würdigung in Betracht gezogen wird, entscheidet das Bundespräsidialamtes über eine Verleihung. Im Fall einer Verwundung oder des Todes während des Einsatzes kann die Medaille auch postum und ohne die zeitliche Mindestvoraussetzung verliehen werden.

 


ACEH - Humanitäre HilfeleistungSüdost-Asien (Region Aceh)
3. Januar bis 18. März 2005

ACTIVE ENDEAVOUR - Beobachtungs- und Seeraum-überwachung im Rahmen derTerrorismusbekämpfung
26. Oktober 2001 bis heute

AFOR - Albanian Force
13. April bis 8. August 1999

ALLIED FORCE - Luftoperation gegen die Bundesrepublik Jugoslawien 1999
24. März bis 10. Juni 1999

ALLIED HARMONY - Fortführung der Operation FOX in Mazedonien
15. Dezember 2002 bis 31. März 2003

ALLIED HARVEST - Munitionsbergung in Notabwurfgebieten in der Adria
12. Juni bis 24. August 1999

ATALANTA - EU-Operation zur Bekämpfung der Piraterie in Somalia
19. Dezember 2008 bis heute

 

Die Einsatzmedaille der Bundeswehr kann auch wieder entzogen werden und zwar für vorbestrafte Personen bei denen dieselben Bestimmungen greifen, die auch zum Entzug des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland führen können. Jedwede Art von Zuwiderhandlungen das Recht, im militärischen wie im rechtstaatlichen Sinne, ebenso wie das ungebührliche Verhalten, so auch bei Pflichtverletzungen während der Einsätze. Sollte der Soldat sich trotz abgeleisteter Dienstzeit, diesen Belangen schuldig gemacht haben, wird er von der Verleihung ausgeschlossen bzw. wird der Tatbestand nach der Verleihung aufgedeckt, wir Sie ihm entzogen. Die weiteren Maßnahmen gegen den Soldaten im Bezug dieser Verstöße erfolgen zusätzlich.

 

 
(Stufen der Einsatzmedaille der Bundeswehr - Von Links:)
BRONZE / SILBER / GOLD

 

Die erste Verleihung einer Einsatzmedaille wurde von Verteidigungsminister Volker Rühe vorgenommen, der während eines Festaktes 26 Soldatinnen, Soldaten, Reservisten und zivile Mitarbeiter für ihren Auslandseinsatz ehrte. Es wurde die Einsatzmedaille für den Balkan-Einsatz in Bosnien und Herzegowina (IFOR) gewürdigt, bei dem zum ersten Mal vor allem der militärische Einsatz und nicht der humanitäre der Bundeswehr im Vordergrund stand. Die Bundeswehr war das erste Mal nach 1945 wieder in einen Krieg involviert. Sie waren die ersten Träger eines Ehrenzeichens Symbol für den Wandel der Streitkräfte von einer Armee zur Landesverteidigung zu einer Armee im Einsatz äußerlich sichtbar macht. In einer Zeit, in der Deutschland umgeben von Freunden und Verbündeten ist, ein Krieg für ausgeschlossen gilt, tuen sich nun neue Kriegsschauplätze für die Bundeswehr auf, auf denen Sie durch internationales Mandat ihren Dienst tut.

 


EAGLE ASSIST - Einsatz von AWACS-Flugzeugen gem. Artikel 5 des NATO-Vertrags in Nordamerika
12. Oktober 2001 bis 16. Mai 2002

ENDURING FREEDOM - Kampf gegen den internationalen Terrorismus
16. November 2001 bis 28. Juni 2010

EUFOR RD CONGO - Absicherung des Wahlprozesses in der Demokratischen Republik Kongo
12. Juni bis 23. Dezember 2006

EUFOR - Multinationale Sicherungstruppe in Bosnien und Herzegowina
2. Dezember 2004 bis heute

EUTM SOMALIA - Ausbildungsmission der EU für somalisches Militär in Uganda
15. Februar 2010 bis heute

FOX - NATO-Einsatz zum Schutz der internationalen Beobachter von OSZE und EU in Mazedonien
27. September 2001 bis 15. Dezember 2002

IFOR - Implementation Force in Bosnien und Herzegowina
20. Dezember 1995 bis 20. Dezember 1996

 

Das in den Nationalfarben „Schwarz-Rot-Gold“ gehaltene Band, mit der Medaille, welche eine Prägung des Bundesadlers in allen Fällen hat, gibt es mittlerweile 36 verschiedenen Spangen, die mit der Medaille verleihen wurden. Diese Stehen für die 36 Auslandseinsätze bzw. Auslandsmissionen der Bundeswehr in letzten 20 Jahren. Vom Einsatz im Kosovo (KFOR) über den Anti-Piraten- Einsatz der Deutschen Marine am Horn von Afrika (ATALANTA), die Katastrophenhilfe der Streitkräfte nach dem Tsunami in Indonesien (ACEH) und nach dem schweren Erdbeben in Pakistan 2005 (SWIFT RELIEF), über besondere Verwendungen einzelner Soldaten für die Vereinten Nationen, zum Beispiel im Sudan (UNAMID), bis hin zum Einsatz in Afghanistan für die International Security Assistance Force (ISAF). Weitere Medaillen müssen vom Verteidigungsminister gebilligt werden, so die 36. Spange für die European Military Training Mission (EUTM) in Somalia, wobei natürlich der Charakter, Ausprägung und Dauer des Auslandseinsatzes bzw. die Dauer des Auftrages eine wichtige Rolle spielt. Gerade die Dauer hat die Verantwortlichen dazu bewogen, die verschiedenen Stufen (ab 2004) zu den Medaillen einzuführen. In diesem Zusammenhang, auch in Anbetracht der starken internationalen Verknüpfung und Zusammenarbeit bei Auslandseinsätzen, besteht eine Auszeichnungsmöglichkeit für Angehörige ausländischer Streitkräfte. Dies ist ähnlich wie bei den Ehrenkreuzen der Bundeswehr an ausländische Militärs geregelt. Es zählen vor allem die Dienste für die Bundeswehr und die direkte Unterstützung bei Missionen, Aufträgen oder Leistungen, welche der Bundeswehr maßgeblich und im besonderen Maße zu Gute gekommen sind. Zuvor bereits eine gängige Praxis der NATO-Partnerstaaten, nun auch durch die Bundesrepublik eingeführt. Infolge der speziellen Rolle der Bundeswehr in Afghanistan und der erhöhten Präsens in Gefechten mit unmittelbarer Gefahr für Bundewehrsoldaten, wurde zusätzlich eine Gefechtsmedaille für den Auslandseinsatz ins Leben gerufen.

 


INTERFET - International Force in East Timor
17. November 1999 bis 23. Februar 2000

ISAF - International Security Assistance Force in Afghanistan
22. Dezember 2001 bis heute

KFOR - Kosovo Force
12. Juni 1999 bis heute

KVM - Kosovo Verifications Missions
4. Dezember 1998 bis 8. Juni 1999

OSZE - Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa OSZE-Beobachtermission in Georgien
28. August 2008 bis 30. Juni 2009

RAPID REACTION FORCE - Unterstützung des „Schnellen Einsatzverbandes“ im Rahmen von UNPROFOR in Bosnien und Herzegowina
8. August 1995 bis 20. Dezember 1995

SFOR - Stabilization Force in Bosnien und Herzegowina
20. Dezember 1996 bis 2. Dezember 2004

 

Galt das Recht für die Verleihung einer Einsatzmedaille zuvor für jeden Soldaten im Einsatz, ist man dazu übergegangen, vor allem durch Forderungen aus der Truppe, solche Soldaten hervorzuheben, die im direkten Kontakt die feindlichen Kräften standen. Diese besondere Auszeichnung im Kampf soll und kann nicht dem normalen Einsatz von Soldaten der Versorgung gleichgestellt sein, sondern aufgrund der Gefahr für Leib und Leben im besonderen Maße durch eine solche Auszeichnung gewürdigt werden.

 

„Eine Auszeichnung hat immer auch die Funktion, Leitbilder zu setzen, an denen sich andere orientieren können und nach Auffas-sung des Auszeichnenden auch orientieren sollen.“
Laitenberger/Bickenbach/Bassier: Deutsche Orden und Ehrenzeichen, Kommentar zum Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen und eine Darstellung deutscher Orden und Ehrenzeichen von der Kaiserzeit bis zur Gegenwart

Statistik

 

 

 
Zahl der verliehenen Einsatzmedaillen
 
Bronze
Silber
Gold
Gefecht
2001
17.242
 
 
 
2002
21.377
 
 
 
2003
16.229
 
 
 
2004
16.814
1.648
62
 
2005
15.387
639
21
 
2006
18.308
633
33
 
2007
17.119
744
58
 
2008
13.725
950
64
 
2009
16.036
1.144
102
 
2010
13.033
1.444
156
22
 
Gesamt
165.270
7.193
496
22

 

 

 


Verleihung II


Steht die Einsatzmedaille allen Soldatinnen und Soldaten, sowie zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, bei bzw. nach der Bewältigung von Einsätzen zu, haben sich dennoch die Einsatzparameter geändert. Ausschlaggebend war hier Afghanistan und die Umstände des ISAF-Einsatzes. Der ehemalige Verteidigungsminister Karl- Theodor Freiherr zu Guttenberg erkannte die Lage und stiftete am 9. November 2010 die Einsatzmedaille der Bundeswehr Gefecht. Sie wurde erstmals rückwirkend und posthum einem am 29. April 2009 bei Kunduz gefallenen deutschen Soldaten, dem Hauptgefreiten Sergej Motz, verliehen und dessen Angehörigen überreicht.
 


SHARP GUARD - Seeraumüberwachung in der Adria
30. Juni 1995 bis 19. Juni 1996

SWIFT RELIEF - Humanitäre Hilfeleistung für die Opfer der Erdbebenkatastrophe in Pakistan
10. Oktober 2005 bis 15. April 2006

UNAMA - United Nations Assistance Mission in Afghanistan
10. Mai 2004 bis heute

UNAMID - African Union/United Nations Hybrid Operation in Darfur, Sudan
15. November 2007 bis heute

UNHCR - United Nations High Commission for Refugees - Luftbrücke Sarajevo
30. Juni 1995 bis 9. Januar 1996

UNIFIL - United Nations Interim Force in Lebanon
20. September 2006 bis heute

UNMAC - United Nations Mine Action Centre im Rahmen der United Nations Observer Mission in Bosnien und Herzegowina
Oktober 1997 bis 30. Juni 1999

 

Die Medaille hat einen Durchmesser von 35 mm und ist in allen Einsatzausführung gleich groß bzw. mit gleicher Prägung. Die Vorderseite den aufgeprägten Bundesadler in einem stilisierten Lorbeerkranz, die Rückseite trägt weder Verleihungsnummer oder andere Merkmale. Getragen wird die Medaille an einem 30 mm breiten Band getragen, das aus einem roten Grundband mit schwarz-rot-goldenen Randstreifen besteht. Einziges Unterscheidungsmerkmal der verschiedenen Einsatzmedaillen ist, neben den verschiedenen Stufenausführungen in bronzener, silberner oder vergoldeter Ausführung, die Spange am Verleihungsband. Diese zeigt den für die Medaille absolvierten Einsatz im Ausland an.

 

 


Im November 2010 wurde die Einsatzmedaille Gefecht als Sonderstufe der Einsatzmedaille der Bundeswehr gestiftet. Für die im November 2010 gestiftete Gefechtsmedaille der Einsatzmedaille, die parallel zur Einsatzmedaille und anderen internationalen Auszeichnung zu demselben Einsatz verliehen werden, gilt eine gering modifizierte Ausführung. Als Grundform der Gefechtsmedaille steht die Einsatzmedaille in Gold. Auf der Medaille, an einem schwarz-roten Rand, ist alles beim alten geblieben. Der Bundesadler auf der Vorderseite ist aber schwarz emailliert und die goldfarbene Spange trägt in schwarzer Schrift die Bezeichnung „Gefecht“.
Die Verleihungsurkunden der Einsatzmedaillen bezeichnen das Einsatzgebiet und die Zeit, die dort abgeleistet wurde. Die Gefechtsmedaille der Einsatzmedaille trägt neben dem Einsatzgebiet auch die besonderen Umstände des Gefechtes bzw. Situation, für die die Gefechtsmedaille verliehen wurde. Damit fungiert die Einsatzmedaille als eine Art Verwundetenabzeichen der Bundeswehr (siehe Purple Heart) und als Tapferkeitsmedaille das ebenfalls erst seit den aufkommenden Auslandeinsätzen gestiftete Ehrenkreuz für Tapferkeit (Silver Star, Bronze Star).

 


UNMEE - United Nations Mission in Ethiopia and Eritrea
2. Februar 2004 bis 31. Juli 2008

UNMIK - United Nations Interim Administration Mission in Kosovo
6. Dezember 1999 bis 21.Dezember 2001

UNMIS - United Nations Mission in Sudan
22. April 2005 bis heute

UNOMIG - United Nations Observer Mission in Georgia
30. Juni 1995 bis 15. Juni 2009

UNPF - United Nations Peace Force im ehemaligen Jugoslawien
August 1995 bis 20. Dezember 1995

UNSCOM - United Nations Special Comission im Irak
Juni 1991 bis September 1996

WEU - West European Union in der Adria
10. Mai 1999 bis 10. April 2001

 


Ein besonderer Fall für die Verleihung der Einsatzmedaille ohne zeitliche Mindestvoraussetzung ist die Verwundung im Auslandseinsatz. Dabei ist zu unterscheiden, ob die Verwundung als Schießunfall bzw. im Regeldienst geschah oder während eines Gefechtes. Im Regeldienst wird unter Umständen die Einsatzmedaille in Bronze verliehen, im Gefecht die Gefechtsmedaille. Zum Beispiel erfolgte die Verleihung an zwei bei einem Schießunfall 1997 im Lager Rajlovac tödlich verunglückte Soldaten und zwei in Kabul beim Entschärfen einer Rakete 2002 tödlich verletzte Feuerwerker (jeweils die Einsatzmedaille in Bronze). Damit wird der generelle Einsatz im besonderen Maße gewürdigt, wie die zeitliche Ableistung eines Dienstes im Ausland mit der Medaille als Dank und der Anerkennung vergeben wird. Die Einsatzmedaille ist eine vom Bundespräsidenten genehmigte nationale Auszeichnung, die unter das Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen vom 26. Juli 1957 fällt. Die Verleihung wird an verschiedenen Anlässen durchgeführt, Feldanzug, Dienstanzug und Gesellschaftsanzug können dazu getragen werden. Sie wird in voller Ausführung am Band verliehen, wobei die Auszeichnung in dieser Form später nur am Dienstanzug an der Bandschnalle bzw. in der höchsten verliehenen Stufe getragen wird. Bei der Einsatzmedaille als Gefechtsmedaille erfolgt die Verleihung entweder alleine oder im parallel zu Einsatzmedaillen des Bundes oder anderen Staaten für denselben Einsatzes. In Miniaturgröße kann die Auszeichnung auch am Gesellschaftsanzug getragen werden. Der Bundesminister der Verteidigung bestimmt die Umstände und Vorrausetzungen für die entsprechende Einsatzmedaille.