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Portrait

John Logan
 

Tah-gah-juta "Allesseher"

 

 

Cayuga


Geboren * um 1725 in Shamokin, Susquehanna River, Pennsylvania / † Gestorben 1780 auf dem Heimweg von Detroit


 

"Nun rinnt kein Tropfen meines Blutes mehr in irgendeinem Lebenden Wesen.
Das fordert Rache.
Logan hat die Rache gesucht.
Logan hat viele getötet.
Logan hat seinen Durst voll gestillt."

 

Jugendzeit

Der Cayuha-Häuptling Shikellamy war der Vater von John Logan, über seine Mutter ist leider nichts bekannt. Shikellamy gab seinen zweiten Sohn den Zunahmen Logan. James Logan war Sekretär des Gouverneurs von Pennsylvania und ein Freund von Shikellamy. Es gibt ebenfalls eine zweite Theorie, dass Shikellamy als Kind von seinen Französischen Eltern geraubt wurde und dann bei den den Mingo (sie sprachen Irokesisch) aufwuchs und später ihr Häuptling wurde. Das Leben an der Mündung das Yellow Creek River von Logans Familie war im großen und ganzen sehr friedlich verlaufen, man lebte vom Ackerbau und ging zur Jagd. Logans Jagdzüge führten ihn durch ganz Pennsylvania und dadurch war er überall bekannt und beliebt geworden. Logan hatte selber zwar einige Verwandte verloren, die von den weißen Siedlern ermordet wurden, doch hatte er ihnen dies damals noch verziehen. Das ruhige und friedliche Leben von John Logan änderte sich am 30. April 1774 und diesmal sollte es kein verzeihen geben.

30. April 1774

Die weißen Siedler die sich immer mehr herausnahmen wollten Logan und die Mingos überfallen, doch Captain Cresp konnte diese gerade noch von ihrem Vorhaben abhalten. Cresp wusste von der Beliebtheit Logans und fürchtet es könnte zu Aufständen kommen. Der Kneipenwirt Daniel Greathouse schenkte obwohl es verboten war Alkohol an die Indianer aus. Daniel Greathouse hatte die Conolly Parole gelesen, in der es hieß : jeder Indianer sei zu fangen oder zu töten. Am 30. April 1774 betraten Logans Frau, seine Söhne, Töchter und Enkel das Wirtshaus. Daniel Greathouse informierte seine Nachbarn und alle machten die Indianer betrunken. Nachdem sie betrunken waren wurden die Familienangehörigen Logans ermordet. Später erzählte man, dass die Leichen auf ein Floß geworfen wurden und während dieses den Ohio hin abtrieb veranstalteten die Siedler noch ein munteres Scheibenschießen auf die Toten.

Rache

Logan war entsetzt als er von Mord an seinen Familienangehörigen erfuhr und seine Freundschaft und Zuneigung zu den weißen veränderte sich zu einem grenzenlosen Hass. Wie schon früher bei King Phillip mussten nun die weißen Siedler Pennsylvanias die Wut Logans zu spüren bekommen. Seine Rache schien riesig zu sein, er überfiel mehrere Siedlungen und Bauernhöfe brannte deren Häuser nieder und skalpierte die Bewohner. Logan gelang es einen Trupp Siedler die ihn, die ihn verfolgten in eine Falle und nach seinem Sieg skalpierte er deren Anführer. Mit vielen Skalps sollte er von seinen Rachefeldzügen zurückkehren. In einem zerstörten Haus einer ohne Gnade getöteten Siedlerfamilie hinterließ er folgenden Brief:
 

"Captain Cresap!
Warum hast Du meine Angehörigen am Yellow Creek getötet?
Einst habt Ihr Verwandte von mir bei Conestoga erschlagen, und ich verzieh und vergaß.
Aber jetzt habt Ihr alle meine Leute umgebracht; da wurde mir klar, dass nun an mir die Reihe sei, und seither bin ich dreimal gegen Euch gezogen.
Aber nicht die Indianer zürnen; nur ich.


21. Juni 1774, John Logan"


Krieg,Point Pleasant und Frieden


(Lord Dunmore)


Die Ermordung von Logans Familie sorgte dafür, dass nun auch weitere Stämme gegen die weißen Siedler kämpften. Ein blutiger Grenzkrieg entstand der durch das weitere Vordringen der weißen immer mehr an Brutalität zunahm.
Logan kämpfte immer an vorderster Stelle in diesem Grenzkrieg, der seinen Höhepunkt und Ende mit der Schlacht von Point Pleasant fand. Die Schlacht von Point Pleasant am 1. Oktober 1774 war die einzige große Schlacht während des Dunmore Krieges. Auf der Seite der weißen Siedler kämpfte die Virginia-Miliz gegen die Shawnee und die Mingo. Die Shawnee griffen die Virginia Miliz von Andrew Lewis an die 1.000 Mann stark war. Die Shawne ( Cornstalk ) hofften den Vorstoß der Miliz in das Ohio Gebiet zum Stehen zu bringen. Der Kampf endete damit, dass Cornstalk sich zurückziehen musste. Lord Dunmore marschierte mit einer zweiten Miliz Einheit von Fort Pitt in die Ohio-Region ein. Er sollte mit den Irokesen verhandeln mit seiner Einheit als Druckmittel und die Grenzen des neu aushandeln. Die Moral der Indianer war nach dieser Schlacht gebrochen und viele Stämme waren Kriegsmüde gewesen. Die Friedensverhandlungen führten zu einem Frieden zwischen den Indianern und den Engländern. Einer erschien nicht zu den Verhandlungen, Logan. Ein Gesandter von Dunmore wurde von Logan wieder fort geschickt. Nur ein alter Grenzjäger mit dem Namen Gibson konnte noch mit Logan reden und ihm die Botschaft des Lord überbringen. Die Antwort Logans auf die Botschaft von Lord Dunmore schrieb Gibson wörtlich nieder, das Dokument ist bis heute Überliefert und erhalten geblieben.

 

"Ich fordere jeden Weißen auf zu sagen, ob er Logans Hütte jemals hungrig betreten und keine Speise bekommen habe, ob er jemals frierend und nackt gekommen sei und keine Kleidung erhalten habe! Während des jüngsten und, langen und blutigen Krieges blieb Logan ruhig in seiner Hütte, als Anwalt des Friedens. So groß war meine Liebe zu den Weißen, dass meine eigenen Stammesbrüder riefen wenn sie mich sahen

>>Logan ist ein Freund der Weißen<<.
Ich hätte auch weiterhin mit euch in Frieden leben wollen, wenn nicht das Verbrechen jenes einen Mannes alles zunichte gemacht hätte.
Im vergangenen Frühling ermordete Colonel Cresap kaltblütig und ohne Grund alle Angehörigen Logans und schonte nicht einmal meine Frauen und Kinder. Nun rinnt kein Tropfen meines Blutes mehr in irgendeinem Lebenden Wesen.
Das fordert Rache. Logan hat die Rache gesucht. Logan hat viele getötet. Logan hat seinen Durst voll gestillt.
Für mein Land freue ich mich über das Licht des Friedens. Aber glaubt nur nicht, dies sei eine Freude, die aus der Furcht erwachsen ist.
Logan kannte niemals furcht. Er wird niemals seine Gesinnung ändern, um sein Leben zu retten.
Wer ist noch da, der um Logan trauern würde?
Niemand."

( Logans Äußerung: Während des jüngsten und, langen und blutigen Krieges... - bezog sich auf den French and Indian War.(1754-1763))



 

Der spätere Präsident der Vereinigten Staaten Thomas Jefferson äüßerte sich zu den Worten Logans :

" Ich müsste sämtliche Reden des Demosthenes, Ciceros oder eines noch hervorragenderen Redners durchgehen, um au nur eine Stelle darin zu finden, die der Rede Logans, eines Mingo-Häuptlings..., überlegen wäre!"

 

 

Das Ende

 

 

( Logans Denkmal in Logan, West Virginia. )
 

Logan führte keine weiteren Kriegs-oder Rachefeldzüge mehr durch. Über seinen Tod gibt es mehrere Versionen
 

  • Die erste Version sagt aus er habe sich immer öfter dem Alkohol zugewandt und wurde bei einem Saufgelage von einem Indianer getötet.
  • Die zweite Version sagt aus die Engländer hatten ihm bei einem Besuch in Detroit den Whiskey verweigert. Er soll daraufhin gedroht haben zu den Amerikanern zu gehen. Die Engländer hatten die Befürchtung, er würde seine Krieger gegen sie aufhetzen und beauftragten einen Mörder.
    Der Neffe Logans soll die Tat ausgeführt haben, eine weitere Version ist, die Weißen töteten ihn beim Verlassen von Detroit.


In der Nähe von Circleville in Ohio gibt es heute noch die unter dem Denkmalschutz stehende Ulme unter der John Logan seine Rede gehalten haben soll die Gibson aufgeschrieben hatte. Nicht weit von der Ulme entfernt befindet sich ebenfalls ein Denkmal. In Auburn, New York ist ebenfalls ein Denkmal von John Logan errichtet worden. An John Logan erinnert ebenfalls das Logan County. Es wurde 12. Januar 1824 aus Teilen des Cabell- und Kanawha County und den Giles- und Tazewell Countys in Virginia gebildet. Im Jahre 1921 gab es noch einmal einen Aufstand der niedergeschossen wurde. Diesmal waren es 10.000 und 15.000 Bergarbeiter die Anfang September 1921 gegen die Polizei und Streikbrecher kämpften. Es sollen bei dieser Schlacht Million Schüsse gefallen sein. Am Ende musste die US Army nach einer Anordnung des Präsidenten Warren G. Harding eingreifen.

Portrait

 

William Tecumseh Sherman 

*8. Februar 1820 in Lancaster, Ohio; † 14. Februar 1891 in New York, N.Y

„There is many a boy here today who looks on war as all glory, but boys it is all hell”

(Zitat: General William T. Sherman)

 

Frühe Jahre/Erster Einsatz

Am 8. Februar wurde William T. Sherman als Sohn von Charles Robert Sherman, einem erfolgreichen Anwalt des obersten Gerichtshofes von Ohio und seiner Frau Mary Hoyt Sherman in Lancaster, Ohio geboren. Nach dem Tode seines Vaters 1829 wurde „Cump“, wie seine Freunde ihn auch nannten, bei der Familie Ewing unter deren Familienoberhaupt Senator Thomas Ewing großgezogen. Sein Vater hinterließ Sherman's leibliche Mutter zusammen mit 11 weiteren Kindern und ohne jegliche finanzielle Mittel. Im Jahre 1850 heiratete er im Alter von 27 Jahren Ewing's Tochter Eleanor Boyle Ewing, welche für Ihr großes Interesse an der Philanthropie bekannt war. Gemeinsam mit ihr hatte Sherman 8 Kinder, welche alle, dem strengen Glauben der Mutter entsprechend, katholisch erzogen wurden.

Auf Grund der hervorragenden Verbindungen seines Ziehvaters, Senator Ewing, war für William T. Sherman die Aufnahme in die renommierte Militärakademie „West Point“ von vorne herein gesichert. Im Jahre 1836, im Alter von 16 Jahren, trat er seine Ausbildung als Kadett dort an. Zu den vielen berühmten Persönlichkeiten seines Jahrganges gehörte auch sein Stubenkamerad, der spätere General George H. Thomas.

 

 


Sherman zeichnete sich während seiner Zeit in der Akademie als herausragender Kadett aus, zeigte dennoch des Öfteren eine kritische Haltung und widersprach oft den traditionellen Vorstellungen seiner Ausbilder. Ein befreundeter Kadett, der spätere General William Rosencrans erinnerte sich später an Sherman auf die Frage ihrer gemeinsamen Zeit in West Point mit den Worten:„Eine der leuchtenden und beliebtesten Kameraden der gesamten Akademie. William, der charismatische Rotschopf mit den leuchtenden Augen, war immer für jeden Jux zu haben.“  Sherman selbst sagte über sich und seine Zeit in Westpoint (Zitat, „Memoires of William T. Sherman“):

„Während meiner Zeit in West Point war ich kein herausragender Soldat, wurde nie für eine Tätigkeit in einem der Stäbe oder Büros vorgesehen und blieb im Rang des „Private“ während der ganzen 4 Jahre. Damals wie heute waren die Anforderungen an herausgeputzte Uniformen und höfliche Umgangsart sowie die Angepasstheit und Konformität mit den Regeln, wie sie für eine Tätigkeit in einem Büro von Nöten ist, nicht vereinbar mit meiner Persönlichkeit. In den Studienfächern jedoch genoss ich großen Respekt meiner Lehrer und hatte durchaus passable Ergebnisse und zählte zu den Klassenbesten in Zeichnen, Chemie, Mathematik und Philosophie. Bedauerlicherweise hatte ich durchschnittlich 100-150 Strafpunkte pro Jahr bedingt durch kleinere Verstöße, die mich schließlich nur auf Platz 6 der Klassenbesten kommen ließ.“

Nachdem Sherman 1840 West Point erfolgreich absolviert hatte, trat er als 2nd Lieutenant in die 3. US Artillery ein, mit der er In Florida während des „Seminolenkrieges“ gegen Selbige ins Feld zog. Wenig später wurde Sherman in Georgia in South Carolina stationiert. Da er der Stiefsohn des republikanischen Politikers Ewing war, öffneten sich in Charleston sämtliche Türen der besseren Gesellschaft für ihn, in der er schnell zu großer Popularität gelangte. Während viele seiner Kameraden sich im Kriegseinsatz im Amerikanisch-Mexikanischen Krieg befanden, führte Sherman nur administrative Aufgaben im eroberten Gebiet Kalifornien durch. Er und sein guter Kamerad Lieutenant Edward Ord erreichten die Stadt Yerba Buena zwei Tage bevor sie in San Francisco umbenannt wurde. Im Jahr 1848 begleitete Sherman den Militärgouverneur Colonel Richard Barnes Mason während einer Inspektion der Gebiete, nachdem Nachrichten über Goldfunde bekannt wurden und bestätigte diese. Das führte mit zum großen „Gold Rush“ in Kalifornien. Weiterhin überwachte Sherman zusammen mit Lieutenant Ord die Einheiten des später unter dem Namen Sacramento bekannten Ortes.
Sherman erhielt eine Beförderung zum Captain für seinen „heldenhaften Einsatz“, aber das Fehlen der Kampfeinsätze demotivierte ihn und führte wahrscheinlich zu seiner Entscheidung, seinen Dienst zu quittieren. Sherman war später im Bürgerkrieg einer der wenigen hochrangigen Offiziere, die zu dieser Zeit nicht in Mexiko gekämpft hatten.


Vor dem Krieg

1853 beendet Sherman vorläufig seine militärische Karriere und wurde Manager einer Filiale einer Bank in San Francisco. Er kehrte gerade während der großen Unruhen im Westen zurück. Während der Zeit überlebte er zwei Schiffsuntergänge und trieb sogar auf dem gekenterten Rumpf eines Holzfrachters durch das Golden Gate.
Sherman litt unter stressbedingtem Asthma wegen der kritischen Lage des Finanzsektors und den Problemen seiner Bank, besonders durch die wilden Immobilienspekulationen in San Francisco während jener Zeit. Sherman sagte später darüber: „Ich kann hunderttausend Mann im Gefecht führen und „die Stadt des Lichts“ erobern, aber ich habe Angst, ein Stück Sumpf in San Francisco zu betreuen.“

 

 

 

Shermans Filiale in San Francisco wurde im Mai 1857 geschlossen und unter dem Namen derselben Bank nach New York verlegt. Als die Bank während der großen Finanzkrise 1857 bankrott ging, praktizierte Sherman als Anwalt in Leavenworth, Kansas. Hier war ihm jedoch kein großer Erfolg beschieden, er scheiterte. Draufhin wurde er Superintendent der Militärakademie von Alexandria, Louisiana, bis es zum Ausbruch des Amerikanischen Bürgerkrieges kam.
Das “Committee of Vigilance” wurde in San Francisco im Jahre 1851 gegründet. Während der Unruhen im Jahr 1856 zeichnete es sich durch die Unterbindung von Kriminalität und Korruption der Regierung und Amtsträger aus. Es stand für die traditionellen Tugenden und die Organisation des „Old West“, des alten Westens. Um ihrer politischen und gesellschaftlichen Haltung Nachdruck zu verleihen, wurde eine Milizarmee gegründet, in der William T. Sherman den Rang eines General Majors bekleidete. Von den Truppen der Miliz wurden mehrere Politiker und Amtsträger gehängt oder zum Rücktritt gezwungen. Bereits nach wenigen Monaten übernahm das „Commitee“ die formale Macht in San Francisco. Die Nähe zu diversen Logen und Freimaurerbewegungen des „Commitee“ sind bis heute widersprüchlich dokumentiert. Auch kritische Töne wurden seinerzeit laut, welche die Handlungen und Personen des Commitee mit den eigentlich zu bestrafenden Tätern gleichsetzte und das „Committee“ missbilligten. Nachdem South Carolina die Sezession und Abspaltung von der Union bekannt gab, beobachtete Sherman seinen engen Freund, Professor David F. Boyd aus Virginia und dennoch ein Verfechter der Sezession, wie er besonders treffend die kommenden 4 Jahre des Bürgerkrieges beschrieb:

„Oh Volk von South Carolina, ihr wisst doch gar nicht was ihr tut. Dieses Land wird in Blut getränkt werden und nur Gott weiß, wie es enden wird. Es ist grotesk, verrückt, ein Verbrechen an der Menschheit! Die Leute sprechen so leicht über den Krieg, aber ihr wisst doch gar nicht, worüber ihr sprecht. Krieg ist eine schreckliche Sache! Aber auch euer Fehler, ihr Leute aus dem Norden. Ihr seid zwar friedfertige aber leider auch stolze und ernste Menschen, und ihr werdet auch kämpfen. Ihr werdet nicht zulassen, dass dieses Land zerbricht und dafür jegliche Anstrengungen in Kauf nehmen….Aber der Süden, abgesehen von seinem Mut und der Entschlossenheit, was kann er dem Norden entgegenstellen? Während dort Lokomotiven, Dampfmaschinen und Schienen gebaut werden, könnt ihr doch nicht einmal einen Meter Stoff oder neue Schuhe herstellen. Ihr stürmt in einen Krieg gegen die wahrscheinlich technisch mächtigsten Leute der Welt; und das direkt vor unserer Haustür. Ihr seid bereits jetzt zum Scheitern verurteilt. Nur in euren Vorstellungen und eurem Mut seid ihr für den Krieg gerüstet. In allem Anderen seid ihr noch nicht soweit und das ist wahrlich eine schlechte Ausgangslage. Ihr werdet zunächst Dank Eurer Moral gut vorankommen und große Erfolge erzielen, aber sobald euch die ohnehin begrenzten Ressourcen ausgehen werden und die Versorgung aus Europa abreißen wird, werdet Ihr jegliche Chancen verlieren. Wenn ihr nicht umgehend aufhört und darüber nachdenkt, dann werdet ihr am Ende zusehen müssen, wie ihr scheitert…“

Shermans Freund sollte Recht behalten.

 

Im Januar 1861, kurz vor dem Ausbruch des Bürgerkrieges, wurde er aufgefordert, sich der State Militia im ehemaligen U.S. Arsenal in Baton Rouge, Louisiana anzuschließen. Anstatt seinem Aufruf zu folgen, quittierte er den Dienst als Superintendent und kehrte in den Norden zurück. Dem Gouverneur von Louisiana ließ er folgende Nachricht zukommen: „Unter keinen Umständen auf Erden werde ich irgendwie feindlich gegen den Norden und die Union handeln oder denken.“
Sherman stellte sich unmissverständlich auf eine Seite - die Seite der Gewinner, wie sich herausstellen sollte, aber bis dahin sollte es noch ein langer und blutiger Krieg werden.
Nach Ende des Krieges schenkte General Sherman zwei der Kanonen, mit denen Fort Sumter beschossen wurde und was den Krieg letztlich auslöste, seiner ehemaligen Militärakademie in Louisiana, wo sie noch heute stehen.

Direkt im Anschluss an seine Abreise aus Louisiana ging Sherman in der Hoffnung nach Washington D.C., eine Position in der Armee einnehmen zu können und traf sich dort mit Abraham Lincoln. Sherman wies Lincoln darauf hin, dass der Norden zurzeit nur schlecht für einen Krieg vorbereitet sei, stieß bei Lincoln aber auf taube Ohren.
Kurz darauf wurde Sherman Präsident der St. Louis Railroad, einer Straßenbahnfirma, hatte diese Position aber nur wenige Monate inne. Daraufhin lebte er im Grenzstaat Missouri, als die Sezessionskrise ihren Höhepunkt erreichte. Obwohl er selbst versuchte, sich aus der Diskussion herauszuhalten, konnte er seinen späteren untergebenen Offizier und Abgeordneten Frank Blair beobachten, wie dieser versuchte, Missouri in der Union zu halten. Anfang Februar 1861 lehnte er ein Angebot Lincolns ab, eine Stelle als Vize-Kriegsminister anzunehmen. Nach dem Beschuss von Fort Sumter zögerte Sherman, sich dem Aufruf nach 75.000 Freiwilligen durch Lincoln anzuschließen. Er sagte hierzu.

 

„Warum? Genauso könnte man versuchen, ein brennendes Haus mit einer Spritze zu löschen.“

 

Im Mai des selben Jahres meldete er sich jedoch freiwillig in die reguläre US Armee und erhielt mithilfe seines Bruders (Senator John Sherman) und einiger einflussreicher Freunde eine Stelle in der regulären Armee. Am 3. Juni 1861 schrieb Sherman: „Ich glaube, das wird ein langer Krieg – sehr lang- viel länger als unsere Politiker sich das denken.“ Er erhielt ein Telegramm, in welchem er im Juni 1861 nach Washington gerufen wurde.

Bürgerkrieg

Nach den Ereignissen in Fort Sumter trafen beide Konfliktparteien, der Norden und der Süden, intensive Kriegsvorbereitungen. Nördlich der sogenannten Mason-Dixon-Linie waren Soldaten, welche die Union verteidigten, fest entschlossen, die Verletzung der Unionsverfassung zu rächen. Sie hielten jedoch die Konföderierten für nicht ernstzunehmende Aufsässige, deren Revolte sie mit einer Blitzkampagne niederschlagen wollten.
Am 21. Juli 1861 war es soweit: Nach einigen mehr oder weniger großen Scharmützeln standen sich die gesammelten Heere von Nord und Süd unter der Führung von McDowell im Norden und Johnston (dem lebenslangen Rivalen Shermans) sowie Beauregard im Süden gegenüber. Was von vielen Soldaten, die an ein schnelles Ende des Krieges glaubten, als ein „Sommerausflug“ erhofft wurde, traf nicht zu. Die 1. Schlacht von Manassas (wie der Süden sie nannte) oder auch 1st Bull Run (benannt nach dem naheliegenden Bull Run Creek, so die Bezeichnung des Nordens, welcher die Schlachten oft nach den nächsten Flüssen oder Ortschaften bezeichnete) sollte zu einer der dramatischten des ganzen Bürgerkrieges werden und traumatisierte den Norden für die nächsten Jahre. Besiegt durch die eigene Selbstüberschätzung und den Stolz und fanatischen Mut des Südens, musste die Armee der Union mit „eingekniffenem Schwanz“ das Feld verlassen….Dass dieses nicht für immer so sein sollte, war und ist nicht zuletzt der Verdienst Shermans, aber ein langer Weg mit Höhen und Tiefen lag noch vor Ihm.
Sherman wurde zuerst als Colonel des 13. US Infanterie Regiments in den Dienst berufen, de facto am 14. Mai 1861. Es handelte sich um eine neues Regiment, welches sich noch im Aufbau befand. Tatsächlich bestand seine Truppe nur aus Freiwilligen, ohne jegliche Kampferfahrung und erst seit drei Monaten im Dienst. Sherman war in der Schlacht von Bull Run am 21. Juli 1861 einer der wenigen Offiziere, die ihre Tapferkeit unter Beweis stellten und wurde in der der Schulter und dem Knie von einer Kugel getroffen. Die unfassbare Niederlage der Union bei Bull Run ließ Sherman selbst an seinen Führungsfähigkeiten zweifeln, hatte er es doch nicht geschafft, seine „Freiwilligen“ erfolgreich ins Feld zu führen. Ein Zweifel, den viele seiner Offizierskollegen teilten, denn die US Armee war, besonders durch den Sieg gegen die Mexikaner Jahre zuvor, keine Niederlagen gewohnt. Präsident Lincoln selbst war jedoch von den Leistungen Shermans beeindruckt und beförderte ihn rückwirkend zum 17. Mai in den Rang eines Brigadegenerals, womit er sogar seinem zukünftigen Befehlshaber Ulysses S. Grant zu diesem Zeitpunkt überstellt war.
Sherman wurde dem Kommando von Robert Anderson unterstellt und übernahm dessen Stelle im Department of Cumberland in Louisville, Kentucky bereits im Oktober. Sherman selbst sah in dieser Beförderung den Bruch eines persönlichen Versprechens von Lincoln, ihn nicht in „eine so prominente Position zu erheben“. Er selbst wollte nicht im Rampenlicht stehen.Nachdem er Anderson in Louisville beerbt hatte, war er prinzipiell mit seinem Kommando für die Sicherung der Grenzen Kentuckys verantwortlich. Konföderierte Truppen befanden sich aber zu diesem Zeitpunkt bereits in Angriffsposition der „Columbus Gap“, einem strategisch wichtigen Punkt in Kentucky. Sherman wurde zunehmend pessimistischer und beschwerte sich des Öfteren in Washington D.C. über die schlechte Versorgung seiner Truppe sowie die erdrückende Übermacht der gegenüberstehenden Rebellentruppen. Nach Besuchen verschiedener Reporter und des künftigen Kriegsministers Simon Cameron an der Front, wurde in der Presse vermehrt schlecht über ihn geschrieben und Rufe nach seiner Ablösung wurden laut. Darauf wurde er prompt seines Kommandos enthoben und nach St. Louis, Missouri versetzt. Im Dezember jedoch wurde er auch dieses Kommandos enthoben, da ihn sein Kommandeur, Major General Halleck, als untauglich für die Aufgabe erachtete. Sherman zog sich für einige Zeit nach Lancaster, Ohio zurück um seine Fassung zurückzugewinnen. Einigen Berichten zu Folge befand sich Sherman nach den Ereignissen in Kentucky und Missouri kurz vor einem Nervenzusammenbruch. Während er sich zu Hause befand, schrieb seine Frau Ellen an ihren Bruder, Senator John Sherman, und drückte ihr tiefes Bedauern über Williams Melancholie und Depression aus. Sie ließ durchblicken, dass Sherman sich mit Selbstmordgedanken trage. Sein Kummer wurde noch größer, als die Zeitung „Cincinatti Commercial“ ihn als „insane“, als verrückt geworden, titulierte.

 

 



Mitte Dezember jedoch war Sherman ausreichend gefestigt und erholt, um seinen Dienst in der Truppe wieder aufzunehmen. Unter Hallecks Kommando übernahm er Truppen von Missouri, jedoch überwiegend Ausbildungs- und Etappeneinheiten hinter der Front. Seine Aufgabe war die logistische Unterstützung der Truppen von Ulysses S. Grant bei der Eroberung von Fort Donelson. Grant war kurz zuvor nach seinem Sieg in Fort Henry befördert worden und obwohl Sherman ihm zumindest im Rang immer noch überstellt war, schrieb er Folgendes an Grant: „Ich habe Angst um Sie, da ich um die übermächtigen Feindtruppen, die uns gegenüberstehen weiß, aber…ich habe Vertrauen in Sie! Führen Sie mich, wie immer Sie es für richtig halten, ich werde folgen!“

Nach dem Sieg über Fort Donelson wurde Sherman weiter gewährt, unter Grant zu dienen und er wurde am 1. März 1862 Kommandeur der 5. Division. Seine erste große Bewährungsprobe war die Schlacht von Shiloh. Der massive Vorstoß der Konföderierten am Morgen überrumpelte selbst die meisten erfahrenen Offiziere der Union. Sherman selbst hatte vorhandene nachrichtendienstliche Informationen ignoriert, glaubte er doch, dass der konföderierte General Albert Sydney Johnson niemals seine Position in Corinth aufgeben würde. Daraufhin nahm er keinerlei Bemühungen auf, seine Flanken zu verstärken und verweigerte sogar das Befestigen und Eingraben seiner Truppen. Hintergrund war, dass er die Fehler von Kentucky, seine übereilte und übervorsichtige Art, nicht wiederholen wollte, um nicht erneut in der Öffentlichkeit als paranoid und verrückt dazustehen.
Obwohl seine Truppen in Shiloh unvorbereitet angetroffen wurden, gelang ihm ein geordneter Rückzug und Schlimmeres wurde verhindert. Als er am Abend der Schlacht General Grant unter einem Baum eine Zigarre rauchend antraf, wusste er, dass es keine gute Idee wäre, ihn auf den Rückzug anzusprechen. Dabei ergab sich einer der interessantesten Dialoge des gesamten Bürgerkrieges:

 

„Tja, Grant, wir hatten unseren ganz eigenen Höllentag heute, nicht wahr?“ Nach einem Zug aus der Zigarre antwortete Grant ruhig:“Und trotzdem werden wir es ihnen morgen besorgen“

(Original: Yes, Lick‘ em tommorow, though!)

 

Sherman hatte am folgenden Tag ausschlaggebenden Einfluss auf den siegreichen Gegenangriff am 7. April 1861. Er wurde zweimal verwundet – an der Hand und an der Schulter- und drei Pferde wurden unter ihm weggeschossen. Auf Grund seiner Verdienste wurde er am 1. Mai zum General Major befördert. Anfang April bewegte sich eine 100.000 Mann starke Armee auf Corinth zu. Das Kommando hatte Halleck und Grant war sehr unzufrieden mit seiner Rolle als „2. Mann“. Sherman kommandierte die Truppen der äußersten rechten Flanke unter dem Kommando von General Thomas. Unmittelbar nachdem Corinth von den Unionstruppen eingenommen worden war, überzeugte Sherman Grant, sein Kommando beizubehalten, obwohl Grant mit seinem kommandierenden Offizier im Streit lag. Sherman gab Grant ein Beispiel aus seinem eigenen Leben: „ Vor der Schlacht von Shilo war mein Leben von den Zeitungen in Schutt und Asche gelegt worden, man nannte mich sogar verrückt. Aber eine einzige Schlacht hat mich wieder hochgebracht und ich bin nun wieder ganz oben.“ Grant blieb und seine Lage wurde wieder besser, als Halleck die Einheit verließ. Sherman wurde zum Militärgouverneur des eroberten Memphis, Tennessee ernannt.

Vicksburg bis Atlanta

Die Karrieren beider Generale ging stetig voran mit der Zeit. Da beide sich während ihrer Zeit im Westen kennen und verstehen gelernt hatten, harmonierte ihre Strategie ausgezeichnet, auch wenn einige Zeitungen schrieben, dass die Armee durch das „Geturtel“ der beiden Generale, des Trunkenbolds (Grant) und seines geheimen Beraters, welcher verrückt sei (Sherman), ruiniert würde.
Shermans militärische Ergebnisse waren in dieser Zeit sehr durchwachsen. So wurde er in der Schlacht von Chickasaw Bayou zurückgeschlagen, konnte dann aber im Ansturm auf Arkansas Post glänzen. Er übte durchaus offene Kritik an der unorthodoxen Strategie seines Freundes Grant, welchem er nur politische Ziele für die Einnahme und die damit verbundenen Kämpfe um Vicksburg vorwarf. Er selbst sah Vicksburg mit nicht so großer strategischer Priorität. Dennoch leistete er weiterhin hervorragende Ergebnisse unter Grants Kommando. Nach dem Sieg über Vicksburg wurde Sherman zum Brigadegeneral der regulären Armee zusätzlich befördert, hatte er zuvor doch nur Freiwillige und somit technisch gesehen zweitklassige Truppen kommandieren dürfen, bei denen er immer noch den Rang eines Major General innehatte.
Shermans Familie besuchte ihn in einem Camp bei Vicksburg. Bei diesem Besuch und unter den schrecklichen Verhältnissen in den Lagern, überfüllt mit Kranken und Verletzten der letzten Schlacht, erkrankte sein neun Jahre alter Sohn Willie an Typhus und starb.Bei einer späteren Schlacht am 11. Oktober gelang es Sherman in Collerville mit einer Garnison von nur 550 Mann, den Angriff von 3500(!) Kavalleristen der Rebellen abzuwehren. Darauf wurden die Truppen im Westen unter Grant vereinigt und Sherman übernahm dessen alten Posten als Kommandeur der Armee von Tennessee. Trotz seines wiedersprüchlichen Wesens genoss Sherman Grants volles Vertrauen und seine innige Freundschaft. Als Lincoln 1864 Grant zum Oberkommandierenden der Unionstruppen ernannte, wünschte Grant, dass ihm Sherman (der inzwischen von seinen Männern „Onkel Billie“ genannt wurde), als Kommandeur der Military Division of the Mississippi folgen solle, welche für den gesamten westlichen Kriegsschauplatz verantwortlich war. Nachdem er den Posten antrat, schrieb er zu Grant: „Wenn Sie Lee anpeitschen und ich zum Atlantik marschiere, dann wird uns der „alte Onkel Abe“ 20 Tage Sonderurlaub geben, um unsere Kinder zu sehen!“ Das Ziel war gesetzt – Die Küste des Atlantik, Shermans „March to the sea“.

 


Sherman fuhr mit über 80.000 Mann fort mit der Invasion Georgias. Während seines Vormarsches stellte sich ihm nur der konföderierte General Joseph E. Johnston direkt entgegen und wurde vernichtend in der Schlacht von Kennsaw Mountain geschlagen. Daraufhin wurde Johnston von dem weniger aggressiven General Hood ersetzt, welcher ihm noch mehr die Karten zuspielte, da er sich der Union nur im offenen Gelände gegenüberstellte, bedauerlicherweise für Hood eine der großen Stärken Shermans. Für Sherman unerwartet wurde er zum General Major der regulären Armee ernannt, dem derzeit zweithöchsten Rang in der Unionsarmee nach Grant. Sherman selbst konnte die Ernennung nicht vor der Einnahme Atlantas genießen, da er der Meinung war, er hätte es noch nicht verdient.
Am 2. September 1864 eroberte Sherman Atlanta und ließ große Teile der Stadt niederbrennen, ob absichtlich oder versehentlich das Feuer von zunächst militärischen Gebäuden auf zivile übergriff, ist heute nur noch schwer zu rekonstruieren. Befehle und Augenzeugenberichte widersprechen sich oft gegenseitig. Auf Grund der Emotioniltät des Themas ist die jeweilige Information bis heute sehr von der Sympathie zur einen oder anderen Seite geprägt. Die Wahrheit liegt vermutlich dazwischen, aber dennoch bewiesen ist: Er machte sich durch den Sieg von Atlanta in der gesamten Union einen Namen und garantierte damit Lincolns Wiederwahl zum Präsidenten. Bis zur Einnahme der Hafenstadt Savannah brandschatzten Shermans Truppen (nach seinen eigenen Aussagen) mehrere 100 Mio. $$ an Werten und Ernten. Er selbst bezeichnete dieses als den „hard war“, den harten Krieg. Vergleichbare Methoden wurden in künftigen Kriegen mit dem „totalen Krieg“ gegen Land und Leute bezeichnet.
Sherman selbst war und ist in den USA bis heute noch umstritten wegen dieser Taten. Während der Norden ihn als Helden feierte, wurde er vom Süden als Kriegsverbrecher wegen seiner Raubzüge in Georgia und Carolina angeprangert.


Kriegsende/Sklavenbefreiung

Es wurden Vorschläge laut, Sherman in denselben Rang wie Grant, den Lieutenant General, zu befördern, im Hinblick, diesen später zu ersetzen. Sherman wehrte sich aber vehement mit allen Mitteln und Beziehungen, dieses Amt annehmen zu müssen. In dieser Zeit gab Sherman seinen stärksten Loyalitätsbeweis zu Grant, als ein Zivilist ihn über seine Meinung fragte, ob er nicht Grant ersetzen wolle. Sherman antwortete schnell und intuitiv:

 

„Nein Sir, das werde ich nicht. General Grant ist ein großartiger General und meine Loyalität gehört ihm. Er war für mich da, als ich verrückt war und ich war für ihn da, als er getrunken hat. Und nein Sir, wir werden zusammenhalten. Seite an Seite!“


Nach weiteren zahlreichen Kämpfen konnte Sherman schließlich Johnstons Truppen vernichten. Lee kapitulierte vor Sherman im Appomattox Court House und Sherman traf sich mit dem konföderierten Präsidenten Jefferson Davis, um die endgültige Kapitulation der Konföderierten auszuhandeln, da Lincoln in der Zwischenzeit durch ein Attentat ums Leben gekommen war. Sherman bot großzügige Bedingungen an, war aber nicht befugt, diese zu geben und wurde vom Kongress und dem neuen Präsident Andrew Johnson übestimmt. Noch lange lag Sherman wegen dieser Entscheidung mit dem Kriegsminister Edwin M. Stanton im Streit.
Sherman wurde in seiner Laufbahn zum zweitwichtigsten General der Unionsarmee und kam als großer General schließlich zurück an den Ort, in dem er seine Karriere mit einem nur auf dem Papier existierenden Regiment begann.
Am 25 Juli 1866 erschuf der Kongress den Rang des General of the Army für Grant. Sherman wurde zum Lieutenant General befördert. Als Grant 1869 Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wurde, erhielt Sherman den Titel.
 

 



Obwohl Sherman sich im Dienste der Truppen befand, die für die Abschaffung der Sklaverei eintraten, war er vor dem Krieg nicht unbedingt ein Befürworter der Sklavenbefreiung gewesen, da er nicht wirklich an „die Qualität der Schwarzen“ glaubte. Seine Kampagnen ließen ihn jedoch zwischen 1864 und 1865 viele Sklaven befreien und er wurde von ihnen sogar als ein zweiter Moses, welcher sie vom Joch der Ägypter befreite, gefeiert. Abertausende schlossen sich den marschierenden Truppen an und begleiteten sie auf dem Weg durch Georgia und Carolina.
Unter der Beschuldigung einiger radikaler Sklavenbefreier, Sherman würde die Sache nicht ernst genug unterstützen, traf er sich mit hochrangigen Vertretern der schwarzen Gemeinden sowie dem Kriegsminister Stanton im Januar 1865 in Savannah. Hierbei gelang es ihm, seine vermeintlichen „Gegner“ sowie die Presse von sich zu überzeugen und er erntete großen Respekt für sein bisheriges Handeln. Der von Ihm verfasste „Feld-Sonderbefehl Nr. 15“, in dem er seinen begleitenden Gruppen von befreiten Sklaven erobertes Land Ihrer ehemaligen Herren im Süden zusprach, war der Grundstein für die von der Regierung bestimmte Vergabe des Landes an befreite Sklaven als eine Art „Reparation“. Der Begriff „40 acres and a Mule“ (40 Acre und ein Maultier), welcher später oft von Präsident Johnson im Zusammenhang mit der den ehemaligen Sklaven zustehenden Fläche gebraucht wurde, ist auf die Formulierung von Sherman zurückzuführen.
Sherman selbst schrieb in seinen Memoiren, dass er den Vorwurf, den Süden nur durch die Hilfe Ihrer eigenen Sklaven besiegt zu haben, stets von sich wies. Sein Ziel war zwar auch die Befreiung der schwarzen Sklaven, aber nicht auf Kosten der „Demütigung der eigenen Rasse“ (Zitat. W.T. Sherman) und er meinte von sich, dass er „für alle Rassen wohl am meisten erreicht hätte.“


Tod

Am 14. Februar 1891 starb Sherman in New York City. Sein Begräbnis wurde am 19. Februar in seinem Haus zusammen mit der Totenmesse gefeiert. Daraufhin wurde Shermans Leiche nach St. Louis gebracht, wo sein Sohn, Thomas Ewing Sherman einen weiteren Gottesdienst für ihn am 21. Februar 1891 durchführte.

Unter den Anwesenden war auch General Joseph E. Johnston, der frühere General der Konföderierten, welcher lange zu Shermans erbitterten Gegnern gehörte, als er versuchte den Widerstand gegen die von Sherman anrückenden Truppen in Georgia und Carolina zu organisieren. Es war ein bitterkalter Tag und ein Freund sagte General Johnston, er möge sich seinen Hut aufsetzten damit er nicht krank würde. Darauf antwortete Johnston mit den Worten: “ Wenn er (Sherman) hier anstelle von mir stehen würde, dann würde er sich auch nicht den Hut aufsetzen“
General Johnston holte sich während dieses Begräbnises eine schwere Erkältung, die rasch zu einer schweren Lungenentzündung wurde. Er starb daran einen Monat später.

Ebenfalls in derselben Zeit diente Brigadegeneral T.W Sherman während des Bürgerkrieges und in der Union, weder verwandt noch verschwägert mit William T. Sherman.

Quellen

http://www.answers.com/topic/william-tecumseh-sherman
http://de.wikipedia.org/wiki/William_T._Sherman

http://en.wikipedia.org/wiki/William_Tecumseh_Sherman

http://www.huntington.tierranet.com/bios/daniel.htm


Encyclopedia Britannica, Sherman, William T.
Memoirs of General William T. Sherman, Written by Himself (1875), 2d ed. with additional chapters (1886)
B. H. Liddell Hart, Sherman: Soldier, Realist, American (1960)
Brockett, L.P., Our Great Captains: Grant, Sherman, Thomas, Sheridan, and Farragut, C.B. Richardson, 1866.
Robert G. Athearn, William Tecumseh Sherman and the Settlement of the West, 1956.



Autor: Gastronaut

Portrait

Joseph “Fighting Joe” Hooker

 

Geboren 13. November 1814 in Hadley, Massachusetts, gestorben 31. Oktober 1879 in Garden City, New York


Lebenslauf

Joseph Hooker wurde am 13. November 1814 in Hadley, Massachusetts geboren. Seine Schulzeit verbrachte er in der ortsansässigen Hopkins Academy. 1934 im Alter von 20 Jahren gelang Hooker die Zulassung in der renommierten US Militärakademie West Point welche er im Jahre 1837 mit einem mittleren Ergebnis (Platz 29 von 50 Absolventen) als 2nd Lieutenant verließ. Seinen ersten Militäreinsatz hatte Hooker als Offizier der 1. US-Artillerie während des 2. Seminole Krieges in Florida. Im Anschluss diente er im Amerikanisch-Mexikanischen Krieg sowohl unter Winfield Scott als auch unter Zachary Taylor.
Aufgrund seiner hervorragenden Führungseigenschaften im Gefecht sowie seiner weithin bekannten Ritterlichkeit in mehr als drei Schlachten wurde Hooker mit einer Feldbeförderung zum Hauptmann sowie drei Tapferkeitsauszeichnungen beehrt. Dieses war auch die Zeit, in der sein späterer Ruf als Frauenheld entstehen sollte. Von den einheimischen Damen in Mexico wurde Joe Hooker mit dem Spitznamen „handsome captain“, dem „schönen Hauptmann“ versehen. Und Hooker sollte in seinem späteren Leben diesem Ruf durchaus alle Ehre machen.

 

 


Nach Ende des Krieges nahm Hooker die Stelle als Adjutant des Generals der Pazifik Division an, kündigte allerdings überraschend bereits im Jahr 1853, nachdem sein militärischer Ruf erheblich nach einer Zeugenaussage während eines Kriegsgerichtsverfahrens gegen seinen früheren Kommandanten General Scott gelitten hatte.
Hooker zog sich zurück und ließ sich als Farmer in Sonoma City, Kalifornien nieder. Sein Hang zu Glückspiel und Alkohol ließ ihn jedoch seine Landwirtschaft vernachlässigen, sodass es keine Überraschung war, dass er als Farmer scheiterte. Ein weiterer Versuch sich im Privatleben zu beweisen scheiterte ebenfalls, als er in seinem Wohnort sich auf ein politisches Amt zur Wahl stellte, diese aber gegen seinen Mitbewerber James Benett verlor. Unzufrieden mit seinem Privatleben schrieb Hooker 1858 an den Secretary of Defense John B. Floyd und bat darum seinen Namen auf eine Liste für Kandidaten für ein Amt als Lieutenant-Colonel zu setzen und dieses Anliegen Präsident Buchanan vorzulegen. Seine Anfrage wurde jedoch nicht beantwortet.
So kam es, dass Hooker von 1859 bis 1861 den Rang eines Obristen in der kalifornischen Miliz innehatte. Wie auch bei einigen anderen Generalen (z.B. W.T. Sherman) war es durchaus üblich einen höheren Rang innerhalb der Miliz oder Freiwilligen Korps gegenüber einem niedrigeren Rang in der regulären Armee zu haben.

Bürgerkrieg

Zu beginn des Krieges ersuchte Hooker um ein Kommando, seine erste Bewerbung wurde allerdings auch abgelehnt. Grund hierfür war eventuell die persönliche Abneigung des derzeitigen Generalstabschefs Winfield Scott ihm gegenüber, welchen er seinerzeit während der Gerichtsverhandlung schwer belastet hatte.
Nach der für die Union fatalen Niederlage während der ersten Schlacht von Bull Run, schrieb Hooker einen Brief an Abraham Lincoln persönlich in dem er die Unfähigkeit und die Fehlentscheidungen des Militärs anprangerte und zugleich seine hervorragenden Qualifikationen hervorhob. Erneut bat er um die Übernahme eines eigenen Kommandos. Im August 1961 wurde er wieder in den Dienst berufen und bereits am 17. Mai übernahm er das Kommando einer freiwilligen Brigade in der Nähe von Washington D.C. im Rang eines Brigadegenerals. Ziel seiner Aufgabe war die Organisation und das Training diverser Divisionen bei der Aufstellung der „Army of the Potomac“ unter Major General George B. McClellan, dem seinerzeitigen Oberbefehlshaber der US Streitkräfte. In der Zeit konnte Hooker sich einen ausgezeichneten Ruf als besonnener und führsorglicher Kommandant seiner Divisionen machen, besonders während der Belagerung von Yorktown. Ein weiterer, jedoch nicht so erfreulicher Ruf eilte Ihm indes ebenso nach, seine immer noch starke Zuneigung zum Alkohol. Von seinen Männern wurde Hooker sogar in einem bekannten Lied mit folgenden Zeilen parodiert:
 

Die Zeilen:

McClellan's our leader, He's gallant and
Joe Hooker's our leader, He takes his whiskey strong
 

 

Hookers durchaus erfolgreiche Einsätze führten ihn im Range eines Major General der Volunteer Army, den freiwilligen Hilfstruppen unter anderem in die Schlacht bei Seven Pines, sowie die zweite Schlacht von Bull Run. Einen kleineren Erfolg konnte Hooker bei der Rückeroberung des Malvern Hill von den Konföderierten verbuchen.
Nachdem er das Kommando über ein Korps im Maryland-Feldzug übernommen hatte, kämpfte er bei South Mountain und wurde in den frühen Morgenstunden während der berühmten Schlacht von Antietam (Sharpsburg)am Fuß verletzt. Drei tage später wurde er in den Rang eines Brigadier General der regulären Armee befördert. Zurück im Dienst, kommandierte er kurz das 5. Korps, bevor er nach der Reorganisation durch General Burnside das Kommando über die Hauptmacht der „Grand Division“, einem Zusammenschluss zweier Korps, übernahm.


 

 

Nach der Niederlage bei Fredericksburg und dem fürchterlichen „Mud March“, dem Marsch durch den Schlamm wurde Burnside abgesetzt und Hooker zum neuen Kommandanten der „Army of the Potomac“ berufen. Lincoln selbst lobpreiste Hookers Fähigkeiten in einem Brief, war er Hooker durchaus zugeneigt, dennoch befürchtete er, dass die Antipathie einiger Generale, bedingt durch die unsägliche Gerichtsverhandlung seinerzeit zu größeren Spannungen führen könnte. Hookers loses Mundwerk machte Lincoln zusätzlich sorgen, befürchtete er, dieser würde sich damit um Kopf und Kragen reden.
Entsprechend seines Rufes wurden direkt nach der Übernahme Hookers sein Hauptquartier von vielen als eine Mischung von Kneipe und Bordell bezeichnet. Als Hooker überraschend beschloss zu Beginn des Feldzuges gegen Lee dem Alkohol abzuschwören war zunächst nicht klar, ob dieses nun als gut oder schlecht zu bewerten sei.
Obwohl Hooker anfänglich, durch geschickte Manöver Lees Truppen umgehen konnte, verlor er die Nerven und zog sich in die Wilderness zurück. Dort erwartete er Verstärkungen aus Fredericksburg und war überzeugt, dass Lee auf dem Rückzug wäre. Umso mehr wurde er von Jacksons Truppen bei einem Flankenangriff überrascht. Zu allem Übel wurde Hooker während eines Artillerieangriffes von einem Granatsplitter getroffen und ordnete halb verwirrt, halb verletzt, den Rückzug an. Er hatte die Kontrolle über sein Kommando verloren. Zwar noch im Amt führte er die Truppen nordwärts hin zu den Anfängen der Gettysburg-Kampagne, quittierte aber den Dienst als Kommandeur am 28. Juni 1863. Ihm wurde für seine Bemühungen zu beginn der Kampagne durch den Kongress der Dank ausgedrückt.

In den folgenden Jahren wurde er zeitweilig zu Unterstützungs- Missionen unter Grant herangezogen. Seine, wenn auch durchaus passablen Leistungen, wurden jedoch zunehmend von denen des aufstrebenden Generals Sherman überdeckt. Im darauf folgenden Frühling übernahm Hooker noch einmal das Kommando zweier zusammengelegter Korps, dem „neuen“ 20. Korps und führte dieses im Atlanta Feldzug an. Nachdem jedoch McPherson kurz vor der Stadt getötet wurde und Howard das Kommando über die Army of Tennessee übernahm bat Hooker um eine Versetzung. Er verrichtete den Rest seines Dienstes an ruhigen Bereichen in Michigan, Ohio, Illinois und Indiana. Der Krieg war somit für Hooker im Prinzip zu Ende gegangen. Im Jahr 1866 wurde er ausgemustert und zwei Jahre später als Major General in den Ruhestand geschickt.

 

 



Obwohl Hooker immer sehr beliebt bei seinen Männern war, so mangelte es doch oft an der Unterstützung seiner Untergebenen Offiziere. Die häufigen Streits mit seinen Vorgesetzten erschwerten ihm das Kommando zusätzlich. Seinen Spitznahmen „Fighting Joe“, welchen er übrigens nie schätzte, entsprang einem Zeitungsartikel, in welchem die Ereignisse des Peninsula Feldzuges (Halbinsel-Feldzug) detailliert beschrieben wurden. „Fighting“ wurde fortan seinem Namen hinzugefügt. Eine unbestätigte Legende ist, dass Hooker seinen Spitznamen von Prostituierten eines berüchtigten Stadtviertels in Washington erhielt. Die Tatsache, dass der Begriff „Hooker“ als Synonym für Prostituierte in der englischen Sprache benutzt wird, gibt, zusammen mit dem durchaus bestätigten Lebenswandel, jedoch Anstoß für gewisse Überlegungen und Theorien.

Am 31. Oktober 1879 starb Joseph Hooker in Garden City kurz vor seinem 65. Geburtstag. Er wurde in Cincinnati begraben.


Quellen

Quellen:

 

"Fighting Joe Hooker" - Walter H. Hebert (ISBN-13: 978-0803273238)
http://www.civilwarhome.com/hookbio.htm (Stand 07.02.2010)
http://www.spartacus.schoolnet.co.uk/USACWhooker.htm (Stand 07.02.2010)
http://www.britannica.com/EBchecked/top ... eph-Hooker (Stand 08.02.2010)

http://www.militarymuseum.org/Hooker.html (Stand 08.02.2010)

http://clients.oznet.com/cedarcrest/hooker.html (Stand 08.02.2010)
http://www.biography.com/people/joseph-hooker-9343219 (Stand 08.02.2010)


Autor: Gastronaut

Portrait

James Longstreet - Der Mann neben Lee

 

„Warum kämpfen Männer, die geboren wurden um Brüder zu sein?“

 

James Longstreet

 

James Longstreet, * 8. Januar 1821 im Edgefield District, South Carolina; † 2. Januar 1904 in Gainesville, Georgia

 

Jugend und Westpoint

James Longstreet wurde als zweiter überlebender Sohn (von insgesamt 6 Kindern) von James und Mary Ann (Dent) Longstreet am 8. Januar 1821 im Hause der Großmutter väterlicherseits in Edgefield District, South Carolina geboren. Seine Familie hatte holländische Wurzeln und der Familienname war ursprünglich "Langestraet" (dt. lange Straße). Sein Großvater William Longstreet führte die Familie um das Jahr 1780 herum nach South Carolina weg von New Jersey, wo sich die Familie ursprünglich niedergelassen hatte. James Vater war Farmer und so wuchs er auf der familieneigenen Baumwollplantage in Piedmont im nördlichen Teil Georgias auf. Von mütterlicher Seite her, welche in Maryland beheimatet war, war Longstreet mit dem obersten Richter des Bundesgerichtshofes, John Marshall verwandt. Von seiner Familie "Pete" genannt erlebte James Longstreet seine ersten neun Lebensjahre auf dem elterlichen Hof mit Farmarbeit überwiegend in der Natur. Auch sein Vater besaß Sklaven, jedoch gehörten die Longstreets zu den Farmern, die ihren Hof immer noch selbst bewirtschafteten. In gemeinsamer Arbeit, gelang es ihnen immerhin einen gewissen Wohlstand zu erwirtschaften.

 


Bereits früh entwickelte sich Longstreet sowohl körperlich als auch geistig. Normen und Werte, sowie sein ausgeprägter Fleiß beeinflussten fortan sein Handeln. Obwohl James bereits früh von einer militärischen Karriere träumte, erkannten seine Eltern, dass ein Zugang und bestehen in West Point nur mit entsprechender schulischer Vorbildung möglich sei. Aus diesem Grund schickten sie ihren Sohn am 7. Oktober 1830 weg vom gewohnten ländlichen Leben, welches er so liebte, zu seinem Onkel, dem Anwalt Augustus B. Longstreet nach Augusta, Georgia. Dort angekommen gelang es ihm in der renommierten Richmond County Academy aufgenommen zu werden.
Drei Jahre nachdem James Longstreet nach Augusta gegangen war, traf seine Familie ein schwerer Schicksalsschlag. Als sein Vater zum Zeitpunkt seines Besuches während der lokalen Cholera Epidemie daran erkrankte und verstarb. Nun auf sich alleine gestellt bewarb sich Longstreet um die Aufnahme in West Point und es gelang ihm, nicht ganz ohne die Hilfe seines einflussreichen Onkels Augustus, im Juni 1838 dort angenommen zu werden. Während seiner Zeit als Kadett widmete sich Longstreet wie gewohnt eher körperlichen und sportlichen Herausforderungen als die Geistigen. Später schrieb er einmal über sich selbst, dass ihm, das Schwertkämpfen und die Reitkunst mehr interessiert hätten, als die eigentlichen Lehrgänge der Akademie. So war es nicht verwunderlich, das Longstreets Noten und Leistungen sich ständig im unteren Drittel der Klasse befanden. Bekannt als netter und umgänglicher Mensch erhielt Longstreet den Spitznamen "Old Pete" von seinen Kameraden. In dieser Zeit knüpfte er auch enge freundschaftliche Bande zu verschiedenen Kameraden, welche ihn sein ganzes Leben lang begleiten sollten. Einer dieser Freunde war kein geringerer als Ulysses S. Grant, Robert E. Lees späterer Gegenspieler und künftiger Präsident der Vereinigten Staaten, welcher eine Klasse unter Longstreet in der Akademie war. Zu ihm hatte Longstreet zeitlebens ein sehr gutes Verhältnis. Wie fast alle West Point Absolventen sah er sich früher oder später im Gefecht einem ehemaligen Kameraden und sogar Freund gegenüber. Schließlich gelang es Longstreet 1842 als 54. der insgesamt 56 Kadetten seines Jahrgangs abzuschließen. Nur 16 von ihnen sollten spätere Generale im Bürgerkrieg sein.

Erste Einsätze und Bürgerkrieg

Nachdem Longstreet West Point absolviert hatte, wurde er als Second Lieutenant der 4. US Infantry außerhalb von St. Louis, Missouri zugeteilt. Während er dort stationiert war, verliebte er sich in Maria Louisa Garland, der Tochter des Regiments Kommandeurs. Longstreet respektierte jedoch den Wunsch ihres Vaters zu warten bis sie etwas älter wäre und schließlich heirateten sie am 8. März 1848 in Lynchburg.

Der ambitionierte Longstreet unterzog sich in der folgenden Zeit verschiedener Aufträge in Texas und Louisiana und bewies sich bei verschiedenen Missionen hervorragend, bevor er schließlich unter dem Kommando von General Zachary Taylor in Texas der 8. Infanterie zugeteilt wurde. Während der Grenzstreitigkeiten, die schließlich im Amerikanisch-Mexikanischen Bürgerkrieg im Jahre 1846 mündeten, kämpfte der damals 25-jährige in der Schlacht von Cherubusco unter General Winfield Scott. Eine schwere Verletzung am Bein hinderten ihn letztlich daran am 14. September 1847 in Mexico City einzumarschieren. Der Krieg war vorbei. Bis Jahresende blieb Longstreet im Lazarett und kehrte dann zu seinem Regiment zurück.
Longstreet führte seine Karriere in der Unionsarmee über ein Jahrzehnt fort und diente in Texas, Kansas und New Mexico. Im Jahr 1858 hatte er es in den Rang eines Majors geschafft. In dieser Zeit, begann das politische Klima zwischen dem Norden und Longstreet's geliebter Heimat dem Süden sich zusehends zu verschlechtern. Streitigkeiten über Sklavenrechte und wirtschaftlichen Einfluss wurden so groß, das sie mit politischen oder diplomatischen Mitteln nicht mehr zu klären schienen. Als schließlich im Januar 1861 der Staat Alabama aus der Union austrat, fühlte Longstreet seine Verpflichtung dem Süden gegenüber und quittierte den Dienst in der Unionsarmee im Mai und schloss sich den Südstaaten Truppen im Rang eines Lieutenant Colonel (eines Oberstleutnants) an. Er begab sich umgehend zum Hauptquartier in der neu ausgerufenen Hauptstadt des Südens, Richmond in Virginia, wo er in den Rang eines Brigadegenerals befördert wurde und das Kommando über die berühmte Virginia Infantry zu übernehmen. Sein erstes Ziel: Manassas Junction

 

 



Die Schlacht von Manassas Junction, auch besser bekannt, als die Schlacht von Bull Run, wurde zu Longstreet's erster Bewährungsprobe im Dienste der Konföderation. Seine Truppen wurden jedoch nur am 18. Juli eingesetzt und standen während der eigentlichen Schlacht drei Tage später als Reserve bereit. Obwohl die Schlacht von Bull Run als Sieg für den Süden verbucht werden konnte, zeigte sich aufgrund der durchaus beträchtlichen Opfer welche blutige Wendung der Krieg nun wohl nehmen würde. Während des Herbstes 1861 regruppierten sich beide Seiten und dank der gewonnenen Erfahrung, wurde Longstreet zum General Major befördert. Er verbrachte den Winter mit seiner Division in Centreville, Virginia. Trotz der vermeidlichen Ruhe während des Winters wurde Longstreet persönlich erneut von einem Schicksalsschlag getroffen, als die jüngeren drei seiner vier Kinder innerhalb einer Woche an Scharlach starben. Seine Frau, der überlebende 13-jährige Sohn Garland und Longstreet waren natürlich total am Boden zerstört.
Nachdem Longstreet wieder zur Truppe zurückgekehrt war, wurde ihm der Befehl gegeben, die Truppen der Union auf ihrem Marsch nach Richmond abzufangen und aufzuhalten. In ersten Gefechten bei Yorkton und Williamsburg stellte Longstreet seine Führungsfähigkeiten im Gefecht bereits eindrucksvoll unter Beweis. Während der Schlacht von Seven Pines am 31. Mai führte Longstreet den Konföderierten Angriff, welcher, obwohl schließlich erfolgreich, aufgrund einiger Verwirrung in der Befehlskette durchaus teuer erkauft werden musste. Glücklicherweise lernte Longstreet schnell aus seinen Fehlern und konnte sich dem neuen Oberbefehlshaber der Konföderierten Truppen, General Lee, anschließen. Gemeinsam mit ihm gelang es die Union in der sieben Tage Schlacht sowie der 2. Schlacht von Bull Run zu schlagen. Nicht zuletzt durch das Eintreffen von Longstreets Truppen auf dem Schlachtfeld, konnte die Schlacht letztendlich zu Gunsten des Südens entschieden werden. Die zweite Schlacht von Manassas/Bull Run wurde erneut, trotz des Sieges, zu einer der blutigsten Auseinandersetzungen des Krieges. Mehr als 25.000 Männer verloren Ihr Leben.
 


Old Warehouse

In Sharpsburg (Antietam), Maryland musste Longstreet gemeinsam mit Lee und 18.000 Konföderierten zusehen wie mehr als 95.000 Unionssoldaten, angeführt von General George B. McClellan, auf die Stellungen zumarschierten. Trotz der etlichen taktischen Fehler der Union gelang es Lee am Ende nicht, nicht nur zuletzt wegen der erdrückenden Übermacht der Union, über die Feinde zu triumphieren. Lees Invasion war zu einem Halt gekommen und hatte seit Beginn bereits ein Viertel der Leben seiner Soldaten gekostet. Dennoch, der Union wurden empfindliche Verluste beigebracht. Longstreet selbst schaffte es, als die Schlacht sich gegen den Süden zu entwickeln schien, seine Truppen dennoch zu Höchstleistungen zu motivieren, indem er seine Stabssoldaten aufforderte, sich der umherstehenden Kanonen und Geschütze zu bedienen und massiv auf die feindlichen Linien zu feuern. Diese Verzweiflungstat reichte aus, um den Angriff der Union auf seine Stellungen zu stoppen.

Seine Leistungen in Antietam brachten Longstreet den Spitznamen "Old Warhorse" (dt. "Altes Schlachtross") ein. General Lee beförderte ihn zum Lieutenant General und übergab ihm das Kommando über das 1. Korps von Virginia am 11. Oktober 1862. Eine ähnliche Beförderung für seine Verdienste erhielt General "Stonewall" Jackson zur gleichen Zeit und übernahm das 2. Korps von Virginia. Beide gehörten fortan zum engsten Führungskreis um Lee. In zahlreichen Situationen nahm Lee Longstreet's Rat oder Empfehlungen an und beide Männer begegneten sich mit großem Respekt. Longstreet, welcher seine Stärken eher in der Defensive sah, machte den Erfolg stets in der Verhinderung von Verlusten aus, als in glorreichen Massenangriffen. Bezüglich der Doktrin kam es derweil zwischen beiden Männern zu heißen Diskussionen, da Lee, trotz seiner Besonnenheit zeitweilig zu recht dominanten und aggressiven Manövern tendierte. Longstreet wiederum glaubte, das die Union nur im abfangen der Angriffe und gefolgten Gegenangriffen zu schlagen sei.
 

 


Nachdem Lee die Truppen wieder in Richtung Süden marschieren ließ, traf er auf die Union unter dem neuen Kommandeur Ambrose Burnside, welcher McClellan's Nachfolger war. Nach drei Monaten und einem 75 Meilen andauernden Rückzug trafen schließlich beide Armeen in einem kleinen Ort namens Fredericksburg in Virginia aufeinander. Lee hatte Longstreet an der linken und Jackson an der rechten Flanke postiert. Insgesamt 75.000 Mann trafen auf 120.000 Mann der Union. Nachdem Welle auf Welle, der unter dem Kommando von General Sumner stehenden Unionstruppen, auf die gut verschanzten konföderierten Soldaten trafen, bemerkte Longstreet, das die von seinen Männern unter Feuer gehaltenen Angreifer ihn irgendwie an ständig tropfenden Regen von einem Hausdach erinnerten. Es gelang Longstreet, leicht den Angriff der Union abzuwehren. Frederickburg gilt als großer Sieg der Konföderation. Gegenüber der 12.600 Verluste der Union, hatte Lee gerade mal 5.300 Opfer zu beklagen. Des Weiteren waren die meisten, der offiziell gezählten Opfer "Vermisste", wobei das Gerücht umging, das viele der Männer sich bereits früher von der Truppe entfernt hatten, um die Weihnachtszeit mit Ihren Familien zu verbringen. Longstreet wiederum hatte in dieser siegreichen Schlacht, wie bereits zuvor, sein Können unter Beweis gestellt und Lee als treuer Kommandant und Berater zur Seite gestanden.


Gettysburg

Der erneute Sieg des Südens bei Chancelorville im Mai 1863 steigerte das Vertrauen in ihren Kommandeur Lee. Getrübt wurde dieser herausragende Erfolg allerdings vom Ableben des Generals „Stonewall“ Jackson. Dieser wurde in der Nacht von eigenen Männern für ein Feind gehalten und angeschossen, er erlag später seinen Wunden. Vom Sieg bei Chancelorville angespornt, beschloss Lee sein Selbstbewusstsein zur Schau zu tragen und zum Entscheidungsschlag gegen die Unionstruppen auszuholen. Dazu bedurfte es dem Einmarsch in den Norden. Er sammelte seine getreuen Generale Longstreet, Ewell und Hill sowie seine 70.000 Mann starke Armee und marschierte unverzüglich in Richtung der Nordstaaten. Sein Ziel war die Invasion des südlichen Pennsylvania und der Angriff auf Philadelphia, um darauf General Grant zu zwingen Washington D.C. zu verteidigen.
Am Morgen des 1. Juli 1863 wurden Hill's Spitzen an einem kleinen Ort, genannt Gettysburg, von den Spähern der Union entdeckt. Das Zusammentreffen der beiden Armeen führte darauf zu den "längsten drei Tagen des Krieges".mNoch am ersten Tag der Schlacht standen die Zeichen gut für Lee. Er hatte immerhin noch 35.000 einsatzbereite Männer und sein Gegenspieler der Union General Meade gerade mal 25.000. Den zweiten Tag der Schlacht eröffnete Lee mit einem Großangriff auf die rechte Flanke. Einer Entscheidung, die zu einem schweren Streit zwischen Lee und Longstreet führte, hatte er doch eine defensive, beziehungsweise flankierende Strategie am Seminary Ridge vorgeschlagen um Meade's Angriffe abwehren zu können. Longstreet vertrat die Meinung, das ein Angriff nur bei ausreichender Planung und vielversprechenden Bedingungen durchgeführt werden sollte. Dennoch, die Entscheidung war gefallen und sowohl Longstreet als auch sein Partner Ewell fühlten sich unwohl bei der Entscheidung, sie verzögerten die Angriffe bis in die Nachmittagsstunden.
 

Entsprechend der Aussagen seine Stabschefs weigerte sich Longstreet seine Scouts auszusenden, um das feindliche Gebiet vor dem Angriff auszuspähen, einem Schritt, den ein vorausschauender General unbedingt unternommen hätte und diese angebliche Weigerung wurde zum Kern der später folgenden Anschuldigungen und Schuldzuweisungen gegenüber Longstreet. Während der Stunden in denen Longstreet's Truppen zögerten, sendete der Unionsgeneral Sickle, nach einigen Quellen vermutlich nur versehentlich, laut anderer wohlwissentlich über die Wichtigkeit der Anhöhen, seine Truppen auf den Little Round Top und über die naheliegenden Obstgärten. Als Longstreet dann schließlich den Befehl zum Angriff des 1. Korps gab, waren die Unionstruppen bereits im taktischen Vorteil. Nach 3 Stunden Kampf musste Longstreet den Angriff erfolglos abbrechen. Die Union konnte die Kontrolle über den Little Round Top behalten.
Am Abend traf sich Lee mit Longstreet und Ewell. Im Glauben, das die Union stark geschwächt sei, plante Lee einen Frontalangriff, welchen Longstreet befehligen sollte. In großer Sorge, versuchte Longstreet Lee davon zu überzeigen einen solchen Angriff nicht durchzuführen, glaubte er doch, dass die Unionstruppen alles andere als geschwächt seien. Des Weiteren erkannte Longstreet, so wie viele andere, das ein Angriff auf offenem Feld umringt von Unionstruppen einem Desaster gleichkommen würde. Longstreets Befürchtungen bewahrheiteten sich. In der Erwartung eines Angriffes lies General Meade genau sein Zentrum mit Reservetruppen verstärken. Und nach einem erfolglosen 7-stündigen Versuch Ewell's einige Anhöhen zu besetzten zogen sich die Truppen der Konföderation zurück. Zwei Stunden Später gegen 13.00 Uhr, nach erneutem Fehlschlag Lee umzustimmen, befehligte Longstreet einen Angriff von 140 Kanonen auf die feindlichen Stellungen. Die Union wiederum antwortete aus 110 Rohren. Dies sollte zum größten Artillerie Gefecht der amerikanischen Geschichte werden.
Nachdem eine Stunde später Meade das Feuer einstellen ließ, vermutete Lee, das alle feindlichen Geschütze ausgeschaltet worden waren. Darauf befahl Lee den Angriff auf das Zentrum der Unionsarmee. Den Befehl für den Angriff gab Longstreet an seinen Freund General Pickett. Der als "Pickets charge" bekannte Angriff wurde zu einem Desaster für den Süden. Von den 13.000 Soldaten des Südens, die auf die voll ausgebauten und besetzten Stellungen der Union im freien Feld in voller Formation (!) marschierten, kehrten weniger als die Hälfte zurück. In weniger als einer Stunde hatte Lee durch seinen Befehl und gegen den Willen Longstreet's mehr als 3.000 Mann in den Tod geschickt.

 


Das Ende

Die fürchterliche Niederlage des Südens bei Gettysburg hatte Lee nahezu 4.000 Tote, 19.000 Verletzte und über 5.000 vermisste gekostet. Aber auch die Union musste schwere Verluste verkraften. Dennoch, aufgrund der geringeren Reserven musste die Konföderation sich nun auf die Defensive fokussieren, während der Norden den geschwächten Süden geradezu als Einladung für eine Invasion sah und dazu überging, in Georgia einzufallen.
Infolgedessen wurde Longstreet mit seinem 1. Korps befohlen General Braxton Bragg zu Hilfe zu eilen, welcher sich bereits seid dem späten Dezember, Auge in Auge mit der Union in der Defensive in der Gegend von Lafayette, Georgia sah. Die Union traf auf seine Truppen am 19. September 1963 und beide kämpften teilweise verwirrt und ohne Ordnung für Stunden. Als am kommenden Sonntagmorgen, Longstreet mit seinen mehr als 12.000 Mann eintraf, waren seine Männer bedingt durch den Eilmarsch sehr ermüdet. Darauf befahl er den Angriff für den nächsten Morgen. Dennoch konnten die folgenden Angriffe die Union erheblich schwächen und die Truppen mussten sich Richtung Chattanooga zurückziehen. Longstreet's Entscheidung die Angriffe zurückzuhalten führten zwangsläufig zu besser ausgebauten feindlichen Stellungen und somit zu noch heftigeren und verlustreicheren Gefechten. Dieses sollte sich bei der Schlacht von Chickamauga wiederholen. Der Angriff der Union konnte zwar abgewehrt werden, aber der Preis, die hohen Verluste, waren enorm. In den folgenden Tagen wollte Longstreet die fliehenden Unionstruppen verfolgen und endgültig vernichten. Bedingt durch den Widerstand von General Bragg, ging jedoch zu viel Zeit, und somit das Überraschungsmoment verloren. Longstreet war so erzürnt, dass er offiziell bei Präsident Davis um die Entlassung Bragg's bat. Er schrieb folgendes:

“I am convinced that nothing but the hand of God can help as long as we have our present commander.”

Sein Antrag wurde dennoch abgelehnt und Bragg blieb im Amt.

Während die Unionstruppen sich in Chattanooga verschanzt hatten, war die gesamte Stadt von Konföderierten umstellt. Durch die Blockade, mit Ausnahme weniger Lieferungen aus dem Norden, erhoffte man sich die Unionstruppen zur Kapitulation zu bewegen. Das Eintreffen neuer Truppen unter Grant, Sherman und Hooker jedoch durchbrach die Blockade und es kam zur Schlacht von Browns Ferry. Longstreet selbst konnte in die Schlacht jedoch nicht mehr eingreifen, da er nach Knoxville beordert worden war, um dort einen letztendlich erfolglosen Angriff gegen die Union zu leiten. Am 25. September gelang es der Union bei Chattanooga die Südstaatler zu überrennen und fortan marschierten Truppen unter General W.T. Sherman Richtung Süden.
Nachdem Longstreet und seine Männer in Tennessee überwintert hatten, gelang es ihnen noch einige Male die Truppen der Union teilweise zurückzuschlagen, eine Abfolge der Schlachten wurde auch als die "Wilderness campaign" bekannt, konnte dennoch den letztendlichen Niedergang der Konföderierten Truppen nicht mehr aufhalten. Bedingt durch eine schwere Verletzung fiel Longstreet zudem bis September aus. Als er sich wieder bei der Truppe einfand, befand sich Lee in einem aussichtslosen Verteidigungskampf der eigenen Hauptstadt Richmond in Virginia. Am 9. April 1865 begleitet Longstreet einen müden und geschlagenen General Lee nach Appomattox in West Virginia. Hier unterschrieb Lee, in einem kleinen Gerichtsgebäude, vor dem siegreichen General Sherman, die Kapitulation der Südstaatenarmee. Der Krieg war somit auch für Longstreet vorbei.


Der Sündenbock

Nach dem Krieg zieht Longstreet nach New Orleans und betätigte sich als Baumwollhersteller. Die Wahl Grant's, seines alten Freundes zum Präsidenten boten ihm neue Möglichkeiten. Er konnte ein Amt in der Zollüberwachung von New Orleans erhalten. Immerhin für ein Gehalt von $6.000 pro Jahr. Longstreet nahm an und schloss sich weiterhin aktiv der Republikanischen Partei an. Innerhalb der Regierung und Partei gelang es ihm in Folge, weitere Ämter und Titel zu erhalten.
Obwohl der Krieg bereits vorüber war, war die Kluft zwischen dem republikanischen Norden und dem Süden noch groß. In den Augen der Südstaatler wurde Longstreet durch seine starke Zuneigung zur Republikanischen Partei sowie seine überraschende Konvertierung zum Katholizismus (der Süden war überwiegend protestantisch) zum Verräter seines Heimatlandes. Obwohl seine Verehrung und Freundschaft zu Lee bis zu dessen Tod im Jahr 1870 anhielt, wurde Longstreet in den Augen vieler Südstaatler zum Sündenbock für das Versagen der Armee gemacht, selbst von denen die ihm während des Krieges zugejubelt hatten. Grund hierfür war die Notwendigkeit den Nationalhelden Lee nicht in einem schlechten Licht stehen zu lassen. Longstreet bot sich, vor allem wegen seiner umstrittenen Entscheidungen bei Gettysburg, hervorragend an. Bis zuletzt von seinen Anhängern sowie seiner zweiten Frau Helen, die er erst 1897 heiratete, verteidigt, starb Longstreet im Jahre 1904 als letzter Überlebender des Generalstabes des amerikanischen Bürgerkrieges an Lungenentzündung.
 

 

 


Entscheidend für die Schuldzuweisungen an Longstreet nach dem Krieg war auch der Umstand, dass er aus South Carolina und nicht aus Virginia stammte. Vor allem Virginia Elite nahm ihm dies übel und man machte ihn indirekt auch verantwortlich, für die Verluste, die Pickett's Divsion erlitten hatten (diese bestand hauptsächlich aus Virginia). Es wurde auch immer gerne so dargestellt, dass es Virginier waren, die todesmutig die Cemetery Ridge bei Pickett's Charge erreicht hätten. Dies war so nicht ganz richtig, da die Division Pickett nur etwas mehr als ein Drittel der beteiligten Männer stellte. De fakto waren drei Divisionen an dem Angriff beteiligt, auch wenn die beiden anderen unter den Kommandos von Trimble und Pettigrew teilweise aus zusammengewürfelten Einheiten aufgebaut waren. So kommandierte Pettigrew die Reste von Heth's Division, die am 1. Juli 40 % Verluste erlitten hatte. Trimble übernahm das Kommando über die Reste der Divisionen von Anderson und Pender. Die spätere Missachtung traf Longstreet zeitlebens. Sogar die Teilnahme an Veteranenveranstaltungen wurde ihm untersagt. Lees Worte selbst sollten dennoch mehr als nur ein Beweis für die Treue und Fähigkeit Longstreets sein, welcher stets sein bester Kommandant sein sollte.

“You must remember me very kindly to Mrs. Longstreet and all your children. I have not had an opportunity yet to return the compliment she paid me. I had, while in Richmond, a great many inquiries after you, and learned that you intended commencing business in New Orleans. If you become as good a merchant as you were a soldier, I shall be content. No one will then excel you, and no one can wish you more success and more happiness than I. My interest and affection for you will never cease, and my prayers are always offered for your prosperity.”
Robert E. Lee, January 19, 1866.


Quelle

From Manassas to Appomattox: memoirs of the Civil War in America, James Longstreet, William Garrett Piston, ISBN0760759200, 9780760759202
James Longstreet: Lee’s War Horse, Bryan Conrad, University of North Carolina Press, 1986.
General James Longstreet: The Confederacy’s Most Controversial Soldier, Jeffry D. Wert, Fireside Books, 1994.
James Longstreet: Lee’s War Horse, 1999 H. J. Eckenrode, Bryan Conrad, ISBN0807847992, 9780807847992
James Longstreet: the man, the soldier, the controversy, 1998 R. L. DiNardo, Albert A. Nofi, ISBN0938289969, 9780938289968


http://www.answers.com/topic/james-longstreet (Stand 19.2.2010)
http://www.sonofthesouth.net/leefoundation/James_Longstreet.htm (Stand 19.2.2010)
http://en.wikipedia.org/wiki/File:James_Longstreet_later_life.jpg (Stand 19.2.2010)

http://www.virtualgettysburg.com/exhibit/monuments/pages/eq003.html


Autor: Gastronaut

Portrait

Johnny Clem – Der Junge von Chickamauga

 

 

John Lincoln Clem, geboren am 13. August 1851, gestorben am 13. Mai 1937

 

Johnny im Krieg

Johnny Clem wurde am 13. August 1851 in Newark, Ohio geboren. Bereits im Alter von 10 Jahren, mit Beginn des amerikanischen Bürgerkrieges, versuchte Johnny dem Dienst in der Unionsarmee beizutreten. Obwohl er sofort die Schule verließ und gemeinsam mit dem 3. Ohio Freiwilligen Regiment zahlreiche Übungen absolvierte, wurde er dennoch zunächst jedes Mal abgelehnt, wenn die Rekrutierer in der Stadt waren, aufgrund seines Alters. Einige Quellen verweisen darauf, dass es ihm schließlich gelang bei der 24. Ohio Freiwilligen Infanterie aufgenommen zu werden, andere Quellen deuten darauf, das es zunächst die 22. Michigan war. Da es ihm immer noch offiziell verwehrt war, in den Dienst aufgenommen zu werden, wurde ihm zunächst ein Handgeld direkt von den Offizieren bezahlt. Die anderen Soldaten gaben Ihm ein Gewehr und eine Uniform und trainierten ihn als Trommler. Im Mai 1863 wurde es ihm schließlich erlaubt sich offiziell in der Unionsarmee einzuschreiben (Er erhielt ganze 12 Dollar Sold für einen Monat). Zu diesem Zeitpunkt war er trotz allem erst 12 Jahre alt. In der Zwischenzeit jedoch hatte Johnny bereits an zahlreichen Gefechten teilgenommen und eine gewisse Berühmtheit erlangt.
 


Der Trommlerjunge

 

 

Entsprechend zahlreicher Quellen war es in der Schlacht von Shiloh, in der Johnny Clem zum ersten Mal seinen Mut und seine Tapferkeit unter Beweis stellte. Während Johnny spielte, wurde seine Trommel angeblich von einer anfliegenden Kanonenkugel zerschmettert. Er selbst blieb aber unverletzt. Sein Ruf wurde aber noch größer während der Schlacht von Chickamauga. In der Schlacht wurden die Unionstruppen unter General Rosencrans von den Konföderierten massiv zurückgedrängt. Während des Rückzuges forderte ein konföderierter Colonel Clem auf, sich zu ergeben. Der Junge jedoch zögerte nicht (im Alter von 12) diesen Oberst direkt mit seinem Gewehr zu erschießen. Tatsächlich überlebte der Colonel schwer verletzt. Später in der Schlacht wurde er gefangen genommen, ihm gelang aber die Flucht. Ein zeitgenössischer (Unions-)Zeitungsartikel beschrieb das Geschehen wie folgt:

Johnny Clem wurde von Wheeler’s Kavallerie in der Nähe von Bridgeport gefangen genommen. Wheeler selbst rief dem Jungen zu: „Was machst Du hier, du kleiner verdammter Yankee Strauchdieb? Darauf Johnny: “General Wheeler, ich bin nicht mehr ein verdammter Strauchdieb als Sie!“
Nach Johnnys Aussage hatten ihm die Rebellen alles abgenommen, sogar seine Börse mit gerade mal 25 Cent. Das konnte Johnny verkraften, aber der Schmerz über den Verlust seiner Mütze, die drei Einschusslöcher von der Schlacht von Chickamauga hatte, war indes enorm.

The Daily Gazette (Janesville, Wisconsin) Dec 18, 1863

Nach seiner Rückkehr zum Regiment wurde General Rosencrans auf ihn aufmerksam, als er die zwei Winkel auf seinem Arm sah. Auf die Frage, woher er die hätte, sagte Johnny stolz: “Ich wurde zum Corporal befördert, dafür, dass ich einen Rebellen Colonel bei der Schlacht in Chickamauga erschossen habe!“
Johnnys Geschichte wurde schnell von der Presse verbreitet und man gab ihm Spitznamen wie „Johnny Shiloh“ oder „Der Trommlerjunge von Chickamauga“. Rückblickend ergaben sich einige Kontroversen aus den Berichten über Johnny Clem, da zwar seine Teilnahme an Chickamauga bestätigt wurde, seine Anwesenheit in Shiloh aber umstritten ist. Skeptiker argumentieren, dass Johnnys Regiment, die 22. Michigan sich zum Zeitpunkt der Schlacht von Shiloh noch gar nicht offiziell aufgestellt hatte. Aus diesem Grund hätte Clem gar nicht an der Schlacht teilnehmen können. Durchaus wahrscheinlich ist die Version, dass damalige Zeitungen, aufmerksam auf Johnny geworden, einfach ihren Teil hinzugereimt haben, da derartige Artikel sich seinerzeit hervorragend verkaufen ließen und die Stimmung an der Heimatfront unterstützen. Tatsache ist, dass Johnny Clem nach der Schlacht von Chickamauga seinen dritten Winkel erhielt und somit der jüngste Unteroffizier der US Armee im Rang eines Sergeants war. Im späteren Verlauf des Krieges wurde Johnny von einem Granatsplitter getroffen (angeblich auch in die Mütze!) und leicht verletzt.
Er war wahrscheinlich der jüngste Amerikaner, der an der Wahl des Präsidenten teilnahm, und zwar bereits im Alter von 15. Da es allen Soldaten erlaubt war zu wählen, wählte auch Johnny. Lincoln wurde hierbei zum Präsidenten wiedergewählt.


Nach den Krieg

Nach dem Krieg wurde Clem von Präsident Ulysses S. Grant eingeladen an der renommierten Militärakademie West Point zu studieren. Bedauerlicherweise fiel Clem mehrfach durch wichtige Prüfungen. 1871 schließlich „übersah“ Grant, welcher seine schützende Hand über Clem hielt, einfach die Fehler und beförderte ihn zum Second Lieutenant in der United States Army. Clem war der letzte diensthabende Kriegsveteran des amerikanischen Bürgerkrieges und wurde im laufe seiner Karriere bis zum Brigadegeneral befördert. Er wurde in den Ruhestand als Generalmajor entlassen. Er ließ sich schließlich in San Antonio, Texas nieder, wo er am 13. Mai 1937 starb. Begraben wurde Clem auf dem Nationalfriedhof Arlington.

 

 

Gen. Maj. John Clem


Der Fall „Johnny Shiloh“ ist ein typisches Beispiel für die bereits damals verbreitete Propaganda. Unabhängig von der heutigen Nachweisbarkeit der Details ist klar zu erkennen, dass Johnnys Verdienste außerordentlich ausgeschlachtet und ausgeschmückt wurden. Ein kleiner unschuldiger Junge, wurde zum Paradebeispiel für die „Heldenhaftigkeit“ der Armee, hinweg durch alle Schichten und Altersgruppen. Nicht zu vergessen sind dennoch die vielen Kinder, die zumeist freiwillig den Dienst in Nord und Süd antraten und zahlreich Ihr Leben ließen. Nicht vielen war es vergönnt, als Held aus dem Krieg auszuscheiden. Die Geschichte und Figur des Johnny Clem wurde in zahlreichen Filmen, sogar einer Walt Disney Produktion, selbst Jahre später noch verklärt. (Filmtitel "Johnny Shiloh", Walt Disney)

Quellen

http://yesteryearsnews.wordpress.com/20 ... ickamauga/ (Zugriff 01.03.2010)
http://en.wikipedia.org/wiki/John_Clem (Zugriff 02.03.2010)
http://histclo.com/Bio/c/bio-clem.html (Zugriff 02.03.2010)
http://edrumline.com/articles/johnny-shiloh (Zugriff 02.03.2010)

http://www.civilwar.org/education/history/biographies/john-clem.html (Zugriff 02.03.2010)

http://www.old-picture.com/defining-moments/Boy-Soldier.htm (Zugriff 02.03.2010)


The Civil War for Kids: A History with 21 Activities, ISBN-13: 978-1556523557



Autor: Gastronaut