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Das Thema

Prätorianer

(Lat. Praetoriani)

Prätorianer

 

Leibgarde des römischen Kaisers oder militärische Schattenmacht?

Die Prätorianergarde waren keine einfachen Wächter, den solche konnte sich jeder wohlhabende Bürger zulegen. Die Garde stand nur einem Souverän zur Verfügung und wurde von den römischen Kaisern eingesetzt. Sie gelten bis heute bei den Historikern als die wichtigste militärische Macht in Rom, gerade weil der Rubikon rund um Rom, alle anderen Teile des römischen Heeres quasi aussperrte. Sie fungierte die Garde als persönliche Schutztruppe des Kaisers, Eingreifverband des Kaisers gegen seine Feinde in Rom und waren das wichtigste Instrument zur Verhinderungen von Verschwörungen wie Rebellionen. In dieser Position waren sie ein Garant der Macht römischer Herrscher. Sie verkörpern die kaiserlichen Macht, ihre Treue galt dem Thron und nicht immer dem, der gerade darauf sitzt.

Einleitung

Einleitung

Die Prätorianer lassen sich ohne weiteres in die Gruppe der antiken Eliteverbände einordnen. Es waren bestens ausgebildete, hervorragend ausgerüstete und spezielle ausgesuchte Soldaten, die für diesen Dienst ausgewählt wurden. Bereits zur Zeit der Römischen Republik gab es eine solche Truppe, die damals noch cohors praetoria genannt und von Feldherren ausgehoben wurden. Bis in das Jahr 275 v. Chr. lässt sich eine solche Tradition zurückverfolgen, doch haben wir es hier nicht mit der imperialen Garde des Kaisers zu tun, sondern mit einer Schutztruppe innerhalb des römischen Heeres, den Feldherren verpflichtet. Aus den verschiedenen Leibwachen, Schutztruppen und Begleitverbänden der römischen Amtsinhaber, entwickelten sich nach und nach die Prätorianer. Als Prätorianer bezeichnete man die Garde erstmals im Jahre 138 v., aufgelöst wurden Sie durch Konstantin dem Großen im Jahr 312, wobei dabei nur die Truppe verschwand und dessen Namen, nicht dessen Funktion und Gardecharakter. Dieser Aufgabe nahmen sich in der Spätantiker vor allem die die scholae palatinae, die excubitores und die protectores domestici an.

Entstehung

Enstehung

Aus der anfänglichen Gewohnheit der römisches Heerführer Leibwächter um sich zu haben, den Wächtern der Konsuln bzw. Liktoren und den ersten Garden der römischen Ämter, sollte eine der mächtigsten und zugleich schlagkräftigsten Eliteverbände entstehen, welche die Geschichte mit formten. Die eigentliche Geburtsstunde als militärische wie politische Macht hinter den Führern des römischen Reiches, feierten die Prätorianer im Jahre 27 v.Chr. Es begab sich zu der Zeit, dass im Reich Bürgerkrieg herrschte und die Kontrahenten Octavian, dem späteren Augustus und Marc Anton, sich bis aufs Blut bekämpften. Es ging um die politische Macht und keiner der beiden Gegner würde eine Gelegenheit auslassen, den anderen zu besiegen. Aus diesem Grund, umgaben sich die beiden Rivalen mit ausgewählten Veteranen ihrer Streitkräfte. Der Sieges dieses Bürgerkrieges, Kaiser Augustus, entschied, dass eine derartige Formation nicht nur im Krieg, sondern auch in der Politik nützlich sein könne, und rekrutierte aus den Rängen der Legionen die Prätorianergarde. Der Begriff Prätorianer rührt vom Hauptplatz des Legionslagers, mit dem Zelt des Feldherrn, ab. Dieser Begriff des Praetorium war schon früher ein gebräuchlicher Namensgeber für die Garde oder Schutztruppe des Feldherrn, doch erst Augustus gab seiner Garde von Prätorianer ihre finale Struktur. Aus dem zu beschützenden Zelt des Feldherren, indem auch die heiligen Feldzeichen der Legion aufbewahrt wurden, wurde nun der Palast des Kaisers bzw. die Kaiserstadt Rom.
Ihre Ausbildung war weit intensiver als die der Legionäre und sie erhielten deutlich höhere Bezüge als die anderen römischen Soldaten. Man rekrutierte Sie aus den Reihen der Legionäre, wenn auch besondere Eigenschaften der Loyalität für Sie sprechen mussten. Fakt ist, die mussten römischen Bürger sein, kamen meist aus Mittelitalien, später im 2 Jh.n.Chr. kamen Sie auch aus Spanien und Makedonien, doch es galt immer als seltenes Privileg in der dieser Garde zu dienen. Der Dienst war weniger gefährlich, man war der Front fern und den Vergnügungen der Hauptstadt sehr nah. Vor allem aber war die Dienstzeit um Jahre kürzer und der Sold um ein Vielfaches höher. Als Musterkarriere eines Prätorianers ist der Dienst in der Infanterie zu sehen, besondere Verdienste in den ersten 5 Jahren und dann für eine Versetzung ins Auge zu fallen. Man kam dann entweder zum Wachdienst in der Palast oder bei besonderen Leistungen zu den "Kundschaftern des Kaisers", der berittenen Elite der Prätorianer. Diese speculatores Augusti begleiteten den Imperator auf seinen Reisen.
Unter Augustus dienten 5000 Prätorianer, seine Nachfolger erhöhten die Zahl bis auf 15 000. Im übertragenen Sinn bezeichnet man heute eine „Prätorianergarde“ als eine treu ergebene Gruppe nahestehender Personen im Umfeld mächtiger Personen.

Seianus auf dem Revers

Der Putsch des Prätorianerpräfekten
Lucius Seius (Seianus)

Im Jahre 14 n.Chr., unter dem Kaiser Tiberius, waren Seianaus und sein Vater L.Seius Strabo Präfekten der Prätorianergarde. Als Seius Strabo als Präfekt von Ägypten an den Nil beordert wurde, bleib Seianus in Rom zurück und führte die Prätorianer alleine weiter. Seine Macht und militärische Funktion festigte sich, sodass er es wagen konnte, alle Prätorianer auf dem Viminal in Rom zusammenzulegen. Er wurde ein wichtiger Sprecher am Ohr des Kaiser und drängte vom Chef der Leibgarde einer neuen Position als Teil der königlichen Familie entgegen. Er tötete sogar den Kaisersohn und Thronerben, um den Weg an die Spitze für ihn zu ebnen. Dabei konnte er 26 n Chr. den 70jährigen Tiberius dazu bewegen, aus Rom wegzusiedeln und seinen Sitz nach Capri zu verlagern. Dadurch wurde Seianus faktischer Herrscher Roms und Vertreter des Kaisers. Er kontrollierte den greisen Herrscher, tötete 2 seiner 3 Enkel bzw. mögliche Thronfolger und verlobte sich mit dem 3, der Tochter des Drusus. Er stiegt dann weiter auf zum Konsul und war nun bereit die Macht im Reich zu übernehmen, doch übertrieb er es mit seiner Verschwörung und seine Pläne entdeckt. Man verriet ihn an Tiberius, dieser entband ihn seiner Pflichten und ernannte sogleich einen Nachfolger der Prätorianergarde. Der neue Prätorianerpräfekt Marco ließ Seianus umgehend verhaften und ließ ihn - mit seiner damals verstoßenden Ehefrau und den 3 Kindern - in Apicata am 18. Oktober 31 n.Chr. hinrichten.
Sein Traum von der Macht war ausgeträumt und aus dem Morden für seinen Aufstieg aus den Rängen der Prätorianer zum Kaiser, scheiterte auf der Zielgeraden.

Organisation

Organisation

 

Unter Augustus bestand die Prätorianergarde aus neun Kohorten (etwa 4.500 Mann insgesamt). Drei der neun Kohorten wurden direkt in Rom stationiert während die restlichen Kohorten in Städten rund um Rom platziert wurden. Unter Tiberius wurde diese Verteilung aufgehoben und alle Prätorianer in einer Kaserne in Rom zusammengefasst. Die Zahl der Kohorten stieg von Herrscher zu Herrscher, so wurden aus den 9 bald 12 Kohorten (ca. 6.000 Mann) und später dann auf 10 begrenzt. Dennoch stieg die Zahl weiter, weil die Garde in vielen Bereichen der Sicherheit und des Militärs in Italien einwirkte und dort auch Einheiten unterhielt. Aus der einst Soldatenfreien Stadt Rom, wurde eine indirekte Militärjunta.
Die Aufgabe den Kaiser zu schützen war dabei höchst prekär und somit musste eine klare Hierarchie bzw. Zuordnung herrschen. Dabei gab es keinen primus pilus (ersten Zenturio), sondern eine geteilte Machtverteilung auf Anfangs zwei praefecti praetorio und später nur noch einen Prätorianerpräfekt, der den Prätorianern vorstand. Dabei kam der Garde immer mehr Macht zu, so bekam der Prätorianerpräfekt neben dem Kommando über alle sonstigen Truppen in Italien und weiteren zivile Aufgaben, die Macht, während der Abwesenheit des Kaisers, den Vorsitz über den kaiserlichen Rat zu übernehmen. Während weiterer Strukturanpassungen in Rom bzw. Italien, wurden die 4 geschaffenen Präfekturen, jeweils ein Prätorianerpräfekt zugeordnet. Neben der Macht in der Kaiserstadt und den kaiserlichen Palästen, konnten die Prätorianer auch Einfluss auf ganz Italien, dem Kernland des römischen Reiches, ausüben.

 

Ränge in den Prätorianerkohorten, in aufsteigender Ordnung
 
Munifex
Einfacher Soldat.
Immunes
Mannschaftsdienstgrade,
die von der normalen Arbeitspflicht (munera) der Soldaten befreit waren.
Evocati
Soldaten, die nach Erfüllung der Regeldienstzeit freiwillig länger dienten.
Evocati der Prätorianer,
die zu den Legionen wechselten,
wurden dort als evocati Augusti in höherem Rang eingestellt.
Centuriones
Befehlshaber einer Centurie.
Eine Kohorte bestand aus sechs Zenturien.
Im Gegensatz zu den Legionen
waren Prätorianerzenturionen untereinander ranggleich.
Tribuni
Niedrigster Stabsoffiziersrang,
bei den Prätorianern üblicherweise aus dem Ritterstand.
Im Gegensatz zur Legion Befehlshaber nur einer einzigen Kohorte.
Praefectus praetorio
(oder praetorii )
Befehlshaber der Garde oder auch Prätorianerpräfekt genannt.

 

Auch an der Front kämpften die Prätorianer, auch wenn Sie nur selten eingesetzt wurden. Man vertraute ihren Fähigkeiten und ihrer Loyalität gegenüber dem Reich, die Aufgabe für sie als Alternative zum Kampf ausschloss. Dabei hatte man es bei den Prätorianern in den frühen Jahren mit römischen Bürgern aus dem Zentrum des Reiches zu tun (Etrurien, Umbrien und Latium), später dann aus den Provinzen (Macedonia, Hispania Baetica, Hispania Tarraconensis, Lusitania und Illyricum) und einige Kaiser formten besonders kampfstarke Garden aus den germanischen Legionen oder der pannonischen Legionen.

Bei den Aufgaben der Garde mussten die Prätorianer auch speziell ausgebildet sein. Dennoch hatten Sie trotz der vielen Aufgaben weit mehr Freizeit als die normalen Legionären, denen Sie im Felde gleichgestellt waren. Ebenso hatten Sie die gleichen Vorschriften zu befolgen, nur die Uniformen unterschieden sich im Detail. Ihre Brustpanzer waren speziell dekoriert, besonders geeignet für Paraden und offizielle Anlässe. Folglich besaßen die Gardisten zwei Ausrüstungen – eine für den Dienst in Rom und eine für das Feld.

 

 
Das Friedensgewand
Der Prätorianer trug in Rom eine Toga.
Die Waffe musste verdeckt getragen werden,
aufgrund der strengen Gesetze in Rom zur Friedensicherung.
Das Festgewand
Eine waffenlose Uniform,
Wahrscheinlich nur Tunika und mit Lorbeerzweig ausgerüstet.
(Quelle: Schilderung Herodians)
Die Paradeuniform
Bestehend aus einem attischer Helm,
grosses Ovalschild,
Tunika,
Gladius,
Brustpanzer oder ohne,
calceus und Cingulum.
Der Kleine Dienstanzug
Bestehend aus Tunika,
der Paenula oder dem Sagum,
dem Pugio,
dem Gladius,
dem Cingulum,
dem grossen Ovalschild und dem Pilum ohne Ketten- oder Segmentrüstung.
Die Feldausrüstung
Ähnlich denen der Legionäre,
dennoch kann vom neusten Stand der Technik und Ausstattung ausgehen.
Bestandteile sind ein Kettenhemd,
Segmentpanzer oder Schuppenpanzer.
Erkennungs- bzw. unterscheidungsmerkmale sind der Skorpion oder der Signa.

Einfluss

Einfluss

Wie die reinen Fakten schon andeuten, erwiesen sich die Prätorianer letztendlich als zweischneidiges Schwert für die Macht der Kaiser (und damit Roms). Sie bekamen jede Möglichkeit in die Hand, in Rom und gegen den Kaiser zu intervenieren. Das System, welches eigentlich die Prätorianer dazu befähigen sollte, gegen Verschwörungen, Aufstände und politische Gegner vorzugehen, ließ sich genauso gegen den eigentlichen zu Beschützenden anwenden. Letztendlich bestimmten die Prätorianer in der ansonsten militärisch freien Stadt, wer dort mit ihrem Schutz regieren durfte oder nicht. Den Prätorianerpräfekten suchten nur die Besten aus und der Korpsgeist der Elite bzw. Garde, die nur dem Thron verpflichtet ist, spiegelt eine unverwechselbare Loyalität zu ihrem Anführer wider. Ob damit der Anführer der Garde oder der Kaiser gemeint ist, lässt sich von den Prätorianer je nach Fall interpretieren. Fakt ist, dass man im Falle dieser Leibgarde, die Gefolgschaftstreue gegenüber dem Feldherrn, auf eine absolute Loyalität gegenüber dem Princeps ausweiten wollte, ohne zu bedenken, das Loyalität durchaus schwinden kann. Ihre Macht bzw. Loyalität spiegelt sich in ihrer Einstellung und Vorstellung zum bzw. vom römischen Kaiser wider. Sie setzten beispielsweise 41 n.Chr. der wahnsinnigen Herrschaft des Caligula durch Mord ein Ende. Im Jahre 193 n.Chr. beseitigten sie den Kaiser Pertinax, um dann die Kaiserwürde zu versteigern.
Doch darf man die Prätorianer bei ihrem Einfluss auf den Kaiser selbst, beziehungsweise dem körperlichen Wohl des Herrschers, nicht überschätzen. Meist kamen die Prätorianer nicht in den engsten Kreis des Kaiser, denn die Männer an der Seite des Kaisers waren meist Ausländer, der Einfluss der Prätorianer auf den Kaiser selbst endete vor der Tür seines Schlafgemaches. Den Personenschutz überließ man barbarischen Söldnertruppen, welche unter den Germanen, Galliern oder Thrakern rekrutiert wurden. Sie waren nicht in die Intrigen und Machtkämpfe der römischen Gesellschaft involviert bzw. waren sich die Kaiser des Einflusses der Prätorianer bewusst und überließen ihrer Intimsphäre anderen. Diese anderen Personen waren deshalb Ausländer, weil Fremde in Rom stark von ihrem Herren abhängig waren und so kontrolliert werden konnte. Dazu kamen die Sozialisationsverhältnisse der Gesellschaften, aus denen diese kommen. Für den Personenschutz waren nur Völker geeignet, in denen Loyalität einen hohen Stellenwert hatten, das Hauptargument gegenüber den Praetorianern.

Zum Schluss

Schlussbemerkung

 

Die Prätorianer existierten nur so lange, wie auch die römischen Kaiser in Rom regierten. Als 306 n.Chr. Maxentius, der Sohn des zurückgetretenen Maximian, der 305 als Nachfolger übergangen worden war, nach der Macht strebte, hatte er die Prätorianer auf seiner Seite. Sie riefen ihn zum Kaiser aus und man versuchte die Garde darauf aufzulösen. Die Prätorianer präsentierten zum letzten Mal seine Macht, denn schon 312 war ihre Zeit vorbei. Konstantin I. kämpfte bei seiner Invasion Italiens, in der letzten Schlacht an der Milvischen Brücke vor Rom, gegen die Prätorianer, die ihre Stadt schützten. Sie verloren und Konstantin endledigte sich dieser Kaisermacher, indem er die Garde auflöste und die Soldaten in die verschiedenen Winkel des Reiches versetzte. Die Kaserne der Prätorianer in Rom wurden zerstört und die militärische Macht dieser Elitetruppe in Rom hatte ein Ende. Die zivile Bedeutung blieb allerdings bestehen, denn das Amt des mächtigen Prätorianerpräfekten blieb bestehen und bildete bis ans Ende der Spätantike einen der wichtigsten Posten innerhalb der zivilen Reichsverwaltung dar. Die Tradition der Prätorinaner als Leibgarde des Herrschers lebte in Konstantinopel weiter, wo über die Jahrhunderte germanische Krieger - Goten, Wikinger und Angelsachsen - über die Sicherheit des Kaisers wachten.
Der Begriff des „Prätorianismus“ oder auch die Bezeichnung „Prätorianergarde“ sind heute ein geflügeltes Wort. Es bezeichnet zum einen die Bereitschaft höherrangiger Personen der stehenden Streitkräfte eines Landes, bei als ungünstig oder unzuträglich angesehenen politischen Entwicklungen, durch Eigeninitiative bzw. Eingreifen in die Politik den erwünschten Zustand wieder herbeizuführen. Man brachte Personen wieder an die Macht, von denen Sie überzeugt waren. Bei der Bezeichnung „Prätorianergarde“ denkt man heute automatisch an eine treu ergebene Gruppe, die im Umfeld einer mächtigen Person, deren Macht, Ideologie und Einstellung vertreten bzw. verteidigen. So bezeichnet man heute die Waffen SS als die Prätorianer Adolf Hitlers.

Übersicht

 

Kaiser
Jahr
Verbindungen mit der Garde
 
Augustus
27 v. Chr. - 14 n. Chr.
Stellte die Prätorianergarde als Leibgarde auf und befahl ihre absolute Loyalität.
Tiberius
14 bis 37
Der Seianus Putsch ließ seinen Thron wackelt, er ließ den Prätorianerpräfekt exekutieren.
Gaius Caligula
37 bis 41
Ermordet von der Garde.
Claudius
41 bis 54
Ließ eine Münze prägen, auf der die Prätorianer als Kaisermacher verewigt sind.
Nero
54 bis 68
Von Garde fallen gelassen.
Galba
68 bis 69
Ermordet von der Garde.
Otho
69
Durch die Garde ins Amt erhoben.
Vitellius
69
Abgesetzt von der Garde und dann exekutiert.
Vespasian
69 bis 79
Reduzierte die Größe der Garde.
Titus
79 bis 81
Diente als Prätorianerpräfekten, dann wurde er Kaiser.
Domitian
81 bis 96
Seine Wahl wurde von der Garde unterstützt, die ihm Treue schworen, weil er ihre Zahl erhöhte.
Nerva
96 bis 98
Gezwungen durch eine rebellierende Garde sein Amt niederzulegen.
Trajan
98 bis 117
Wurde von der Garde als Nachfolger bestimmt.
Hadrian
117 bis 138
 
Antoninus Pius
138 bis 161
 
Marcus Aurelius
161 bis 180
Befehligte die Garde im Kampf gegen die Germanen.
Lucius Verus
161 bis 169
 
Commodus
180 bis 192
Gewann die Loyalität der Garde.
Pertinax
193
Ermordet von der Garde.
Didius Julianus
193
Er erkaufte sich sein Amt und wurde bald von ihnen trotzdem im Stich gelassen.
Septimius Severus
193 bis 211
Löste die Garde auf und hob eine neue aus, gebildet aus der Donau Legion.
Caracalla Caracalla
211 bis 217
Ermordet durch einen Komplott der Prätorianerpräfekt Macrinus .
Macrinus Macrinus
217 bis 218
 
Elagabalus
218 bis 222
Ermordet von der Garde.
Alexander Severus
222 bis 235
Von der Garde ins Amt gebracht.
Maximinus Thrax
235 bis 238
 
Gordian I
238
 
Gordian II
238
 
Balbinus
238
 
Pupienus
238
Ermordet von der Garde.
Gordian III
238 bis 244
Zum Kaiser ausgerufen durch die Garde aber getötet von seinem Präfekten
Philippus Arabs
244 bis 249
 
Decius
249 bis 251
 
Herennius Etruscus
251
 
Hostilian
251
 
Trebonianus Gallus
251-253
 
Aemilianus
253
 
Publius Licinius Valerianus
253-260
 
Gallienus
260-268
 
Claudius I
268-270
 
Quintillus
270
 
Aurelian
270-275
Die Prätorianer begleitet seinen Feldzug gegen Palmyra Aurelian.
Anschließend wurde er von der Garde ermordet
Marcus Claudius Tacitus
275-276
 
Florianus
276
 
Marcus Aurelius Probus
276 bis 282
Ermordet von Praetorian Truppen nach einem Aufstand.
Carus
282-283
 
Carinus
283-285
 
Numerian
283-284
 
Diokletian
284 bis 305
Baute die politische Macht der Prätorianer durch umfassende Reformen des kaiserlichen Systems ab.
Er soll die Größe der Garde dazu auch reduziert haben.
Maximian
286 bis 305,
307 bis 308
Die Prätorianer begleiteten Maximian nach Afrika 297.
Galerius
305-311
 
Constantius Chlorus
305-306
 
Flavius Valerius Severus
306-307
 
Maxentius
306-312
Letzter Kaiser, der die Garde befehligte.
Konstantin I.
306-337
Löste die Garde auf und zerstörte die Castra Praetoria.


Portrait

Alexander Wassiljewitsch Koltschak

Der Weiße Admiral

Kolchak07[1] 

 

* 16. November 1874 in Sankt Petersburg
† 7. Februar 1920 (hingerichtet) in Irkutsk


Lebensweg bis 1910

 

Alexander Wassiljewitsch Koltschak (Russisch: Алекса́ндр Васи́льевич Колча́к) wurde im Winter 1874 als Sohn einen pensionierten Generalmajors der Marineartillerie in St. Petersburg geboren. Durch seinen Vater der an der Belagerung Sewastopols (1854-55) aktiv teilnahm, wurde seine Zukunft schon früh Richtung Marine gelenkt. Mit 20 Jahren beendete er seine Ausbildung im Marine Kadetten Corps in St. Petersburg und trat in das 7. Marine Bataillon ein. Bereits wenig später wurde das Bataillon in den Fernen Osten nach Wladiwostok verlegt, dort war er bis ins Jahr 1899 stationiert. Danach wurde er zurück nach Westrussland verlegt und war in Kronstadt stationiert.

1. Polarexpedition 1900-1903

Als der deutschbaltische Geologe und Polarforscher Eduard von Toll 1900 zu einer Expedition in die Arktis aufbrach begleitete ihn Koltschak als Hydrologe (Gewässerkundiger) auf dem Schiff Zarya (Заря, übersetzt Abenddämmerung). Das Ziel der Expedition war es die Existenz des Sannikow-Landes zu beweisen (eine Inselgruppe die aber nicht existiert). Nach 2 Jahren im Eis verschwand der Expeditionsleiter von Toll mit zwei weiteren Personen, eine von Koltschak geleitete Rettungsaktion blieb erfolglos, es konnten lediglich die Tagebücher und die wissenschaftlichen Aufzeichnungen von Tolls gefunden werden, er selbst und seine Begleiter blieben im ewigen Eis verschollen. Daraufhin machte sich Koltschak und der Rest der Gruppe Ende 1902 auf den Rückweg nach Russland.
Eine auf der Expedition kartografierte und entdeckte Insel in der Karasee wurde nach Koltschak benannt und trägt diesen Namen auch seit 2005 wieder. Die Koltschak-Insel (Остров Колчака) ist ca. 20km Land und 6km breit.

 

 Für seine in der Arktis geleistete Arbeit wurde ihm die Konstantin Medaille verliehen und er wurde zum Mitglied der Russischen Geographische Gesellschaft ernannt.

 

Russisch-Japanischer Krieg 1904-1905

Nach dem Ausbruch des Russisch-Japanischen Krieges eilte Koltschak, der eigentlich zu dieser Zeit heiraten wollte, nach Port Arthur. Davor telegrafierte er noch seiner Verlobten und deren Vater damit diese ihn in Sibirien für die Hochzeit treffen konnten. Kurz nach der Hochzeit begab er sich an Bord des Kreuzers Askold (Аскольд) und nahm mit auf ihr an der Seeschlacht vor Port Arthur teil. Die in Deutschland (Germaniawerft) gebaute Askold konnte ihre vergleichsweise hohe Geschwindigkeit ausnutzen und leistete heftigsten Widerstand gegen die Flotte der Japaner. Wurde jedoch im Laufe des Gefechts beschädigt. Danach Kommandierte Koltschak den Zerstörer Serdityi mit dem er hauptsächlich nachts Minen legte, eine dieser Minen führe schließlich zur Versenkung des Japanischen Kreuzers Takasago, hier führ verlieh man Koltschak den Orden "Der Heiligen Anna 4. Klasse".
Als schließlich die Blockade Port Arthurs immer enger wurde und die Schiffe nicht mehr auslaufen konnten, ernannte man ihn zum Kommandeur einer Küstenbatterie. In den letzten Tagen des Kampfes um Port Arthur wurde Koltschak leicht verwundet und schließlich von den Japanern gefangen genommen. Als Kriegsgefangener verbrachte er 4 Monate in Nagasaki, bevor man ihn aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes wieder entließ.

 

Bei der Rückkehr nach Russland verlieh man ihm das "Schwert des Heiligen Georg für Tapferkeit".

 

Wiederaufbau der Russischen Flotte

Nach seiner Rückkehr nach St. Petersburg 1905 wurde Koltschak befördert und war danach maßgeblich mit dem Aufbau der neuen Russischen Flotte beteiligt. Die alte russische Flotte war fast vollständig im Krieg mit Japan zerstört worden. Als Teil den St. Petersburger Generalstabes half er neue Trainingsprogramme und einen neuen Verteidigungsplan für den Golf von Finnland zu entwerfen.

 

2. Polarexpedition 1908–1910

Neben seiner Tätigkeit im Generalsstab half er bei der Konstruktion zwei spezieller Eisbrecher, Taimyr und Vaigach. Mit beiden Schiffen lief er dann im Frühling von Wladiwostok aus auf mit Kurs auf das Bering Meer und danach weiter bis zum Kap Deschnjow. Das auf dieser Reise von ihm gesammelte Material wurde später von ihm in der Russischen Akademie der Wissenschaften bearbeitet und veröffentlicht. Seine Arbeit galt als wichtigstes Werk auf diesem Gebiet. Teile seiner Forschungsarbeit wurden später (1929) auch von der Amerikanischen Geografischen Gesellschaft gedruckt.

{tab=Weltkrieg/Revolution/Bürgerkrieg

}Nach Ausbruch des Krieges befahl Admiral von Essen (Deutschbalte) Koltschak ohne direkten Befehl des Marineministers oder Nikolaus II. den Golf von Finnland zu verminen, um einer eventuellen deutschen Attacke zuvor zu kommen. Im Herbst 1914 führe er dann den von ihm selbst ausgearbeiteten Plan zur Blockade der deutschen Seehäfen aus. Mit Zerstörern und Kreuzern verminte er strategisch wichtige Punkte in der gesamten Ostsee. Die verlegten Minen führten zur Zerstörung zweier deutscher Kreuzer (Friedrich Carl und Bremen), 8 Zerstörer und 11 Transporter. Zwei weitere Kreuzer wurden beschädigt. Nach dem erfolgreichen Abschluss dieser Operation wurde er Kommandeur der Minenlegerflotte im Golf von Riga.

 

Für diese Verdienste wurde er am 9. Oktober 1915 mit dem "Orden des Heiligen Georg 4. Klasse" ausgezeichnet.

 

Schwesterschiff SMS Prinz Adalbert

 SMS Friedrich Carl

 

Bis Sommer 1916 bereitete er eine Operation vor dessen Ziel die Eroberung Konstantinopels (das heutige Istanbul) sein sollte. Hintergrund war die Sicherung des freien Zuganges zum Schwarzen Meer. Am 28. Juni 1916 wurde er dann, auf persönlichen Befehl Nikolaus II. zum Vizeadmiral befördert und zum Kommandeur der Schwarzmeerflotte ernannt. In der Zeit seines Kommandos in Sewastopol kam es zu dem, bis heute ungeklärten, Verlust des Schlachtschiffes "Imperatriza Marija" im Oktober 1916. Koltschak bemühte sich hauptsächlich mit der Schwarzmeerflotte den Zugang zum Schwarzen Meer zu blockieren, was ihm auch erfolgreich gelang.

 

Russische Revolution

Nach dem Ausbruch der Revolution wurde Koltschak nach Petrograd beordert und traf sich dort mit der Provisorische Regierung der Russischen Republik. Nach mehreren Gesprächen stellte man fest das man momentan mit Koltschak nicht überein kommen konnte und befahl ihm nach Amerika zu gehen. Die Briten und Amerikaner waren an Koltschaks Wissen über die Bosporusregion interessiert, und stellten ihm einen Posten in Aussicht. So reiste er über Großbritannien auf dem Seeweg bis nach Amerika. Seine Reise nach Amerika sollte sich allerdings nach seiner Ankunft als umsonst herausstellen, da die Amerikaner nun kein Interesse mehr an den Informationen hatten. Aufgrund der neuen politischen Ziele Amerikas sah Koltschak keinen Sinn mehr noch länger in Amerika zu bleiben und kehrte schließlich über Japan zurück nach Russland.

 

Russischer Bürgerkrieg

Bei Ausbruch der Oktoberrevolution 1917 befand sich Koltschak noch in Japan und reiste dann weiter über die Mandschurei und Wladiwostok bis nach Omsk (Sibirien). Die Alliierten, allen voran die Briten, waren der Meinung das Koltschak sie in ihrem Kampf gegen das Deutsche Kaiserreich mehr unterstützen konnten als die Bolschewiken unter Führung Lenins. Koltschak akzeptierte die Vorschläge der Britischen Regierung und trat danach seine Reise nach Omsk an. Dort angekommen wurde er aufgrund seiner Popularität und seiner guten Beziehungen zu Großbritannien als Minister des Kabinetts vorgeschlagen und akzeptierte diese Wahl auch.

 

Oberster Regent Russlands

Im November machte er sich zu einer Inspektion auf und verließ Omsk, während dieser Abwesenheit wurde das Kabinett von den Kosaken gefangen genommen. Die verblieben Mitglieder des Parlaments stimmten danach dafür das Koltschak die Führung der Regierung übernehmen sollte. Man deklarierte ihn zum Obersten Regenten Russlands und verlieh ihm alle Vollmachten. Gleichzeitig beförderte Koltschak sich selbst zum Admiral (er war seit Ende des 1. Weltkrieges Vizeadmiral). Anerkannt wurden Koltschak und seine Regierung allerdings nur von den Staaten der Entente (Frankreich, Großbritannien und Italien) und von dem Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen.

 

Krieg gegen die Bolschewiken

Koltschak formierte eine über 100 000 Mann starke Armee, zu deren Stärksten Einheiten die "Tschechoslowakische Legion" und die 5. Polnische Schützen Division zählte. Durch Koltschaks gute Beziehungen zu Großbritannien konnte ein Teil seiner Truppen mit britischer Munition und Ausrüstung versorgt werden. Die Japaner auf deren Unterstützung er auch gehofft hatte verwehren ihm diese jedoch. Auch die USA die zu diesem Zeitpunkt 7 000 Soldaten in Sibirien stationiert hatten (zum Schutz der Transsibirischen Eisenbahn) griffen in den Konflikt nicht ein. Der Kommandeur der amerikanischen Soldaten in Sibirien sah in Koltschak einen Monarchisten und Autokraten. Und somit keine Gemeinsamkeit mit den Prinzipien der USA, der damalige US-Präsident Wilson teilte diese Ansicht und verwehrte ihm ebenfalls jegliche Unterstützung.

Koltschaks Plan war es Archangel, Ufa, Kasan und Samara zu erobern. Unterstützt wurde dieses Vorhaben durch Anti-kommunistische Aufstände in Kasan und Samara. Anfang 1919 konnte Ufa genommen werden und die demotivierte Rote Armee zog sich vorerst zurück. Koltschak und seine Armee kontrollierten nun ein Gelände von weit über 300 000km² (zum Vergleich Deutschland hat in etwa 357 000km²) mit rund 7 Millionen Einwohnern.
Nach Streitereien verwarfen sich Koltschak und die Polnischen und Tschechoslowakischen Truppen, worauf diese in ihre Heimat zurückkehren. Die sich in der Zwischenzeit neu formatierte Rote Armee hingegen, erstarke und ging nun zum Gegenangriff über. Koltschaks Weiße Armee, die seit Ende des 1. Weltkrieges immer weniger vom Ausland unterstützt wurde, verlor schnell an Boden und musste sich schließlich Richtung Irkutsk zurückziehen.

Tod und Gegenwart

 

Tod

Obwohl man Koltschak eine sichere Durchquerung durch Irkutsk zur Britischen Militärbasis garantiert hatte wurde er an die Behörden Irkutsks übergeben, welches sich bereits ein paar Tage später den Bolschewikischen ergeben musste. In den folgenden Tagen bildeten die Bolschewiken ein Komitee das über Koltschak und seinen ebenfalls gefangenen Ministerpräsidenten entscheiden sollten. Am 6. Februar schließlich verkündeten sie das Todesurteil für beide Gefangenen. Welches einen Tag später vollstreckt wurde. Der Oberste Regend Russlands und Oberbefehlshaber der Weiße Armee Alexander Wassiljewitsch Koltschak wurde darauf zusammen mit seinem Ministerpräsidenten von einem Exikutionskommando erschossen. Ihre Leichen wurden anschließend in einem Loch im gefrorenen Angara Fluss versenkt.

 

Als die Weiße Armee vom Tod Koltschaks hörte beschloss sie Irkutsk doch nicht anzugreifen und zog sich weiter zurück.

 

Koltschak im modernen Russland

In den letzten Jahren wurde immer wieder versucht Koltschak vor Gericht zu rehabilitieren was aber immer nur teilweise gelang. Allerdings wurden zwischenzeitlich Monumente in St. Petersburg und Irkutsk für ihn errichtet, wenn auch gegen den Widerstand einiger linker Veteranen. Sein Bild in der Gesellschaft hat sich jedoch in den letzten Jahrzehnten von einem Feind des Regimes zu einer schlichten Persönlichkeit des vor-sowjetischen Russlands geändert.

 

Sein Leben und Schicksal wurde der breiten russischen Bevölkerung 2008 durch den Spielfilm "Der Admiral" (Адмиралъ) bekannt.

 

Statue von Koltschak in Irkutsk

Urheber Aineias 


Vorwort

Unser Sonnensystem

Die Sonne und die inneren Planeten

Von CellarDoor85 (Robert Aehnelt) - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0
Die Sonne und die inneren Planeten

 

Vorwort

Der Weltraum. Unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2200. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise, das mit seiner 400 Mann starken Besatzung fünf Jahre lang unterwegs ist, um neue Welten zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen. Viele Lichtjahre von der Erde unterwegs dringt die Enterprise in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.

 

Wir schreiben das Jahr 2011 und von diesem Abenteuer ist die Menschheit noch sehr weit entfernt, denn wir kennen eigentlich nur unser Sonnensystem und haben von den Planeten, die sich in unserer Nähe befinden nur Bildmaterial. Der bemannte Raumflug Ende der 60'er und zum Beginn der 70'er Jahre führte die Menschheit gerade mal zum ca. 384.000 km entfernten Mond. Seit dem 14. Dezember 1972 war auch dort kein Mensch mehr gewesen. Die weiteste Reise überhaupt haben die unbemannten Raumsonden Voyager I ( Start am 5. September 1977 ) und Voyager II ( Start am 20. August 1977 ) zurückgelegt. Mit den heutigen Antriebssystemen sind die fernen Galaxien wohl kaum in einer kurzen Zeit erreichbar.
Und selbst wenn wir in der Lage wären mit Lichtgeschwindigkeit durch das Weltall zu reisen ( siehe Grafik ) wäre ein Raumschiff gut 4 Jahre unterwegs um Alpha Centauri zu erreichen !! Schauen wir aber jetzt mal auf unser Sonnensystem.

 

Sonne

Die Sonne

Die Sonne ist unser größter Himmelskörper und befindet sich in der Mitte unseres Sonnensystems. Sie wird von 9 Planeten umkreist und ist das Zentralgestirn des Systems. Auch andere solche Sterne in der Galaxis, werden als Sonnen bezeichnet. Die Sonne mag uns riesig erscheinen, doch ist sie eigentlich nur eine Durchschnittssonne und gehört zu den gelben Zwergen ( Klasse G2 Stern, Leuchtkraftklasse V).
Unsere Sonne entstand vor ungefähr 4,5 - 4,7 Milliarden Jahren. Eine riesige Staubwolke hatte sich unter der Last ihrer eigenen Schwerkraft zusammengezogen und im Zentrum dieser Gaswolke wurde die Materie immer dichter zusammengepresst, wobei der Druck und die Temperatur immer weiter anstiegen. Seit dieser Zeit, strahlte unsere gerade neu entstandene Sonne und dieser Zustand beim Entstehungsprozess nennt man einen " Protostern ". Es dauerte etwa 50 Mio. Jahre bis dieser Entstehungsablauf abgeschlossen war. Dieser, im Verhältnis zur Erde gigantischer Feuerball, besteht zu rund 73% aus Wasserstoff, 25 %, Helium und die restlichen 2 % aus Eisen, Sauerstoff und Kohlenstoff. Diese Werte verändern sich durch die Fusion von Wasserstoff zu Helium. Die Sonne besteht aus mehreren Schichten, die fließend ineinander übergehen. Im Inneren der Sonne (dem sogenannten Kern) findet die Fusion statt. Die Temperatur beträgt dort ungefähr 15 Mio.° Celsius und auf der Sonnenoberfläche sind es immer noch 5.800 C° und nur die dunklen Sonnenflecken sind etwas kühler, dort herrschen " nur " Temperaturen von ca. 3500°C. Alle 12 Jahre nimmt die Anzahl der Sonnenflecken zu und danach verringert sich die Zahl der Sonnenflecken für ca. 5 1/2 Jahre. 

 

Weil unsere Sonne kein fester Feuerball ist, rotiert ihre äußere Schicht unterschiedlich - an den Polen alle 36 Tage und am Äquator einmal alle 25,4 Tage. In der Korona, die nur bei Sonnenfinsternissen zu erkennen ist, beträgt die Temperatur 1 Mio.°C. Die Sonnenwinde sind die am meisten beachtete Sonnenaktivität. Das Magnetfeld der Sonne schleudert riesige Gasmassen in die Weiten des Weltalls und diese gehen auch auf unseren Planeten nieder. Wenn dieses heiße Gas von der Sonne weggeschleudert wird ,besitzt es noch eine Temperatur von 60.000°C. Neben der Hitze und dem Licht, sind geladene Partikel ,meist im wesentlichen Elektronen und Protonen, ein Bestandteil des Sonnenwindes. Die Sonnenwinde erreichen eine Geschwindigkeit von 1.620.000 Km/h. Wenn der Sonnenwind die Erde erreicht, spüren wir das meistens durch den gestörten Funkverkehr, Spannungsschwankungen in Überlandstromleitungen oder wir sehen in einigen Regionen der Erde die Polarlichter.

 

Für uns wird die Sonne so bleiben wie sie ist, aber eines Tages wird ihr Wasserstoffvorrat aufgebraucht sein. Die Sonne wird in etwa 11,7 Milliarden Jahren zu einem roten Riesen angewachsen und die Planeten Merkur und Venus vernichtet werden. Die Erdkruste unserer Erde ist dann ein einziges Lavameer. Zum Schluss wird unsere Sonne einen Großteil ihrer Masse verlieren und zu einem weißen Zwerg zusammenschrumpfen, möglicherweise umgeben von einem planetarischen Nebel.

 

Die Sonne in Zahlen

Durchmesser:   1.390.000 km
Masse:   1,99 × 1030 kg
Volumen:   1,412 × 1018 km3
Mittlere Dichte:   1,41 g/cm3
(Wasser = 1 g/cm3)
Temperatur:   Oberfläche: ca.5200- 5.500° C
Kern: ca. 15.599.726° C
Sonnenflecke : 3.526° C
Rotationsdauer:   25,38 Tage (Äquator)
ca. 36 Tage (Polnähe)

 

Merkur

Merkur

Der Merkur ist den Menschen schon seit den Sumerern bekannt (3. Jahrtausend v. Chr.). Der Grund dafür ist einfach zu erklären, da Merkur sich sehr nah an der Sonne befindet, ist er besonders bei idealen Bedingungen mit dem bloßen Auge erkennbar. Die Griechen nannten Merkur am Morgen Apollo ( als Morgenstern ) und am Abend Hermes ( als Abendstern ). Die Astronomen der Griechen wussten damals schon, dass es sich um den gleichen Himmelskörper handelte. Heraklit hatte damals schon die Erkenntnis ,dass Merkur nicht um die Erde, sondern um die Sonne kreiste. Die Römer gaben ihm den Namen Merkur. ( geflügelter Götterbote wie Hermes)
Das Alter des Merkurs wird auf 4 bis 4,5 Milliarden Jahren geschätzt. Der Merkur ist der Sonne am Nächsten und damit gehört er zu den sogenannten inneren Planeten - in ca. 88 Tagen hat er die Sonne einmal umrundet. Merkur ist ein relativ kleiner Planet und hat eine große Ähnlichkeit mit unserem Mond. Wie der Mond, hat auch Merkur auf seiner Oberfläche viele Krater.

Der Merkur bewegt sich in einer sehr stark elliptischen Umlaufbahn mit der Folge ,dass sein sonnennächster Punkt ( Perihel ) bei 46,0 Mio. km liegt und der sonnenfernste Punkt ( Aphel ), sich bei 69,8 Mio. km befindet. Lange Zeit glaubte man, dass ein Asteroidengürtel zwischen Merkur und Sonne oder ein weiterer Planet, dem man den Namen Vulcan gab, wären dafür verantwortlich. Heute wissen wir, dass beide Theorien falsch waren. Es gibt nur einen Planeten bei dem die Umlaufbahn ähnlich ist, dem des Pluto. Der Planet Jupiter könnte in ein paar Milliarden Jahren den Merkur aus seiner Umlaufbahn ablenken.

Folgende Szenarios wären möglich: Merkur stürzt in die Sonne; er wird aus dem Sonnensystem geschleudert; er kollidiert mit der Venus oder sogar mit der Erde. Die Möglichkeit das dies eintrifft liegt aber höchstens bei einem Prozent.

Würde man auf dem Merkur stehen, würde man auf bestimmten Längengraden die Sonne erst aufgehen sehen, die dann immer größer zu werden erscheint. Bei Erreichen ihres Hochstandes stehen bleibt, danach sich wieder für einen kurzen Moment rückwärts bewegt und dann wieder ihren Weg zum Horizont fortsetzt und kleiner wird.
Merkur gehört wie die Venus, die Erde und der Mars zu den Gesteinsplaneten und sein Durchmesser beträgt je nach Quelle zwischen 4.868 bis 4.880 km. Im Inneren des Merkurs befindet sich ein wahrscheinlich teilweise flüssiger Eisen-Nickelkern, mit einem Radius von 1.800 und 1.900 km (Durchmesser ca.3.600 km) . Dieser Kern besteht zu 65 % aus Eisen, dass entspricht etwa 3/4 des Planetendurchmessers. Der Eisenkern könnte nach neuesten Erkenntnissen der Grund dafür sein, dass Merkur ein Magnetfeld besitzt. Die äußere Hülle besteht aus Silikaten und ist höchstens 500 bis 600 km dick. Die Kruste ist mit einigen sich im zweistelligen Bereich befindenden Kilometern (auf jeden Fall mehr als 10 ) sehr dick und besteht überwiegend aus Mineralien und Feldspat, welcher dem auf der Erde vorkommenden Basalt ähnelt. Die Temperaturunterschiede sind auf dem Merkur am Größten, auf der sonnenabgewendeten ( Nacht-) Seite wird es bis zu -180° C kalt. Dort wo die Sonne scheint, wird es bis zu + 430 °C heiß. Die Merkuroberfläche ist wie die unseres Mondes von Kratern übersät. Neben den Kratern befinden sich auf dem Merkur auch noch eine große Anzahl von Schluchten und Furchen. Einige Regionen auf dem Merkur besitzen eine glatte Oberfläche. An den Polen des Merkur soll es sogar eine Eisschicht geben. Merkurs Atmosphäre weist eine sehr geringe Dichte auf. Die Hauptbestandteile der Merkuratmosphäre besteht aus Sauerstoff, Natrium, Wasserstoff und Helium. Sie verflüchtig zwar immer wieder ins All, doch wird immer wieder erneuert. Der Merkur hat keinen Mond und seit den 1960'er besteht die Theorie, dass Merkur der Mond der Venus war .

 

Der Merkur in Zahlen

Durchmesser :   4.868 - 4.880 km
Umlaufzeit um die Sonne (Jahr):   rund 88 Erdtage
Rotationsdauer:   58,65 Tage
Entfernung von der Sonne:   46-70 Mio km
Entfernung von der Erde:   80-220 Mio km
Mittlere Orbitalgeschwindigkeit   47,36 - 47,87 km/s
Temperatur :   Tagseite +167 bis +470 Grad Celsius
Nachtseite - 170 bis -183 Grad Celsius
Masse:   0,33 * 1024 kg
Mittlere Dichte:   5,43 g/cm³
Schwerkraft :   0.38 g
Monde :   keine

 

Venus

Venus

In den ersten schriftlichen Aufzeichnungen ( 800 v. Chr.), wird über die Venus berichtet. Wie der Merkur wurde die Venus als Morgenstern ( Hesperus ) und als Abendstern ( Eosphorus ) bezeichnet. Die Venus ist der mit Abstand hellste Planet, deshalb ist sie auch mit dem bloßen Auge zu sehen. Die Venus ist der 2. Planet von der Sonne aus gesehen. Sie umrundet die Sonne rund gerechnet in 224 Erdtagen. Eine Besonderheit der Venus ist, dass ein Venustag 243 Erdtage dauert. Dies bedeutet, ein Tag auf der Venus dauert länger als ein Venus Jahr. Die Venus dreht sich als einziger Planet im Uhrzeigersinn d.h. die Sonne geht im Westen auf und im Osten unter. Der mittlere Abstand der Venusumlaufbahn zur Sonne beträgt etwa 108 Mio. km und so befindet sich die Venus in der kreisförmigsten Umlaufbahn aller Planeten. Die Venus nähert sich während ihrer Reise um die Sonne der Erdumlaufbahn bis auf 38 Mio. km an. Kein anderer Planet kommt damit der Erde so nahe wie die Venus. Der Durchmesser der Venus beträgt ca. 12.100 km, Venus ist damit fast so groß wie unsere Erde. Genau wie die Erde gehört die Venus zu den Gesteinsplaneten und wegen der fast gleichen Größe mit der Erde, werden Erde und Venus auch als "Planetenschwestern" oder „Zwillinge“ bezeichnet.

Es wird allgemein angenommen, dass das Innere der Venus dem Erdinneren gleicht. Der Venuskern besteht aus Eisen und hat einen Durchmesser von etwa 6.000 Km. Der Venusmantel soll dicker sein als bei der Erde und aus flüssigen Gestein bestehen. Die Venuskruste ist wie auf der Erde in einem festen Zustand. Im Gegensatz zur Erde, verschiebt sich die Venuskruste nicht. Im Inneren der Venus existiert kein Magnetfeld. Der Grund dafür könnte sein, dass sich die Venus nur sehr langsam um ihre eigene Achse dreht. Auf der Venusoberfläche, für uns Menschen kaum wahrnehmbar, glüht der Boden in einer dunkelroten Farbe. Die hohen Temperaturen, die auf der Venus herrschen, sind der Hauptgrund dafür, dass es auf der Venus keine Meere oder große Seen gibt wie auf der Erde.
Auf der Venusoberfläche befinden sich in der Mehrheit Ebenen mit geringen Erhebungen. Auch einige Mulden sind vorhanden die :
Atalanta Planitia, Guinevere Planitia, und die Lavinia Planitia. Auf der Venus befinden sich auch 2 große Gebirge: Ishtar Terra und Aphrodite Terra. Vulkane sind ebenfalls ein Bestandteil der Venusoberfläche. Diese Vulkane sind noch aktiv und vergleichbar mit denen auf Hawaii. Die Venusoberfläche besitzt nur große Krater, vor allem weil in der Atmosphäre der Venus alle kleineren Objekte verglühen. Am beeindrucktesten sind die Rinnen auf der Venusoberfläche. Diese Rinnen haben die Form ähnlich wie Flüsse, wobei eine dieser Rinnen ( Name: Hildr Fossa ) etwa 6800 km lang ist. Diese Rinnen wurden aber nicht durch Wasser gebildet, dafür ist die Temperatur auf der Venus viel zu hoch. Auf der Venus kommen auch Canyonartige Täler vor, diese werden als Chasma bezeichnet. Der Größte von ihnen ist der Diana Chasma, mit einer Breite von 280 Km und einer Tiefe von circa 4 Km. Messungen auf der Venusoberfläche ergaben, dass das dort gemessene Magnetfeld sehr schwach ist und etwa 1/10. 000 tel des Erdmagnetfeldes der Erdoberfläche beträgt.

Die ältesten Gebiete auf der Venus dürften gerade mal 800 Mio Jahre alt sein, da durch den Vulkanismus die Oberfläche immer wieder einmal verändert und die alte überdeckt. Die Dichte der Atmosphäre der Venus ist im Durchschnitt 50x höher als auf der Erde und besteht zum größten Teil aus Kohlendioxid (ca. 96,5 % ), Stickstoff (3,5%), Schwefeldioxid. Die Bestandteile Argon und Wasser sind nur in ganz geringen Mengen vorhanden. Der Druck der Venusatmosphäre liegt in Bodennähe bei 92 bar. Zum Vergleich: dieser Druck herrscht in einer Meerestiefe von ca. 900m. Die Venus ist komplett durch eine Wolkendecke verdeckt, welche 20 km dick ist und die sich 50 Km über dem Venusboden befindet. Diese Wolkenschichten bestehen hauptsächlich aus Schwefelsäuredampf, der aus den Wolken zwar " herausregnet " jedoch aber gleich verdampft. Die Dicke der Venusatmosphäre sorgt für einen Treibhauseffekt und durch diesen erreicht die Temperatur auf der Oberfläche ca. 400 bis 450 °C. Die Temperaturen bleiben auf der Venus immer konstant, dies ist eine Folge der langsamen Rotation. An der oberen Seite der Wolkendecke betragen die Windgeschwindigkeiten gut 350 Km/h, während an der Oberfläche die Windgeschwindigkeit nur etwa 1,8 bis 7,2 km/h beträgt. Die Venus hat wie der Merkur keinen Mond.

 

Die Venus in Zahlen

Durchmesser :   12.103,6 km bis 12.104 km
Umlaufzeit um die Sonne (Jahr):   rund 224 Erdtage
Rotationsdauer:   243 Tage
Entfernung von der Sonne:   107,5-108,9 Mio km Mio km
Entfernung von der Erde:   38,3-260,9 Mio km
mittlere Orbitalgeschwindigkeit   35,02 km/s
mittlere Temperatur :   456°Celsius
Masse:   4,87•1024 kg
Mittlere Dichte:   5,243 g/cm3
Schwerkraft :   0.90 g
Monde :   keine

 

Erde

Erde

Die Erde ist unser Zuhause, der Heimatplanet und vielleicht müssen wir einmal unsere kleine blaue Kugel für immer verlassen. Die Erde ist uns natürlich am besten bekannt, obwohl einige Wissenschaftler feststellten, dass wir das Weltall besser erforscht haben als unsere Weltmeere (den Meeresboden). Unsere Erde ist der 3. Planet im Sonnensystem. Das Alter unserer Erde wird zwischen 4,5 bis 4,6 Mrd. Jahre geschätzt. Im Gegensatz zu den anderen Planeten, stammt der Name "Erde", weder aus der griechischen noch der römischen Mythenwelt. Die Erde ist der einzige Planet, auf dem wir nachweisen können, dass es dort Leben in den unterschiedlichsten Formen und Arten gibt. Ob es auch woanders der Fall ist, werden wir eines Tages oder nie erfahren.

Unsere Erde wandert in einer elliptischen Bahn in 365 Tagen, 6 Stunden, 9 Minuten, und 10 Sekunden um die Sonne. Die Umlaufbahn ist auch für unsere Jahreszeiten verantwortlich. Wenn z.B am 21. März der Frühling beginnt, überschreitet die Sonne den Himmelsäquator von Süden nach Norden und wenn am 21. September bei uns Herbstanfang ist überschreitet die Sonne den Himmelsäquator von Norden nach Süden. Am 21. März und am 21. September sind die Tage und die Nächte genau 12 Stunden lang. Der 21. Juni ist der längste Tag des Jahres (Sommersonnenwende), während wir am 21. Dezember den kürzesten Tag im Jahr haben ( Wintersonnenwende ).
Ein Tag auf unserer Erde beträgt nicht exakt 24 Stunden, sondern wenn man es genau nimmt sind es nur 23 Stunden 56 Minuten 4 Sekunden.

 

Die Erdschichten

Erdkruste   0 bis 40 Km
oberer Erdmantel   40 bis 400 Km
Übergangsschicht   400 bis 650 Km
unterer Erdmantel   650 bis 2700 Km
die "D" Schicht   2700 bis 2890 Km
äußerer Erdkern   2890 bis 5150 Km
innerer Kern   5150 bis 6378 Km

 

Die Erde besteht aus mehreren Schichten. Im Innersten unseres Planeten besteht der Erdkern aus einer Nickel-Eisen-Mischung und dieser schwimmt im flüssigen äußeren Kern. Man schätzt das die dort herrschenden Temperaturen etwa 7500°C betragen. Der darüber liegende Erdmantel besitzt den größten Anteil der Erdmasse. Im unteren Erdmantel befinden sich hauptsächlich Silizium, Magnesium, Sauerstoff mit etwas Eisen, Kalzium und Aluminium. Die Bestandteile des oberen Mantels bestehen aus Eisen- und Magnesiumsilikaten, Kalzium und Aluminium. Zwischen dem Erdmantel und der Erdkruste befindet sich noch eine Zwischenschicht, über ihre Zusammensetzung ist kaum etwas in den Quellen erwähnt. Den äußersten Ring um die Erde bildet die Erdkruste. Die Bestandteile der Erdkruste sind in erster Linie Quarze und weiteren Silikaten wie auch Feldspat.

 

Chemische Zusammensetzung der Erde ( Gesamt )

34,6 %   Eisen
29,5 %   Sauerstoff
15,2 %   Silizium
12,7 %   Magnesium
2,4 %   Nickel
1,9 %   Schwefel
0,05 %   Titan

 

Die Dicke der Erdkruste ist unterschiedlich, am stärksten ist sie auf den Festland, unter den Weltmeeren ist sie dünner. Die Erdkruste setzt sich eigentlich aus verschiedenen Platten zusammen, die alle getrennt voneinander auf dem Erdmantel schwimmen. Wir bemerken diese Bewegungen besonders bei Erdbeben, aber selbst die Landschaft, die uns umgibt, ist durch die Plattenbewegungen entstanden,ein besonderes Beispiel sind unsere Berge.

 

Die Hauptplatten der Erde

Nordamerikanische Platte   Nordamerika,
der westliche Nordatlantik und Grönland
Plattentektonische Ränder,
markiert anhand der Epizentren aufgezeichneter Erdbeben
Südamerikanische Platte   Südamerika und der westliche Südatlantik
Antarktische Platte   Die Antarktis und die „südlichen Meere“
Eurasische Platte   Der östliche Nordatlantik,
Europa und Asien außer Indien
Afrikanische Platte   Afrika,
der östliche Südatlantik
und der westliche Indische Ozean
Indo-Australische Platte   Indien, Australien, Neuseeland und der Großteil des Indischen Ozeans
Nazca-Platte   Der östliche Pazifische Ozean bis Südamerika
Pazifische Platte   Der Großteil des Pazifischen Ozeans
(mitsamt der Südküste Kaliforniens)

 

Rund 2/3 der Erdoberfläche ist von Wasser überdeckt. Die Oberfläche unserer Erde ist noch ziemlich jung, gerade mal 500 Mio. Jahre, wenn man das Alter unseres Planeten berücksichtigt. Der Hauptgrund dafür sind die ständige Erosion und die tektonischen Abläufe, die immer wieder einen Prozess der Zerstörung und der Erneuerung beinhalten. Dies ist einer der Hauptgründe, warum man schon sehr genau hinschauen muss, um Krater von Meteoriteneinschlägen zu unterscheiden. Der am besten erhaltene Meteoritenkrater, ist der Arizona-Krater, er ist 175 Meter Tief und sein Durchmesser beträgt 1300 Meter, wobei der Kraterrand eine Höhe von 50 Metern hat. Man geht heute davon aus, dass ein etwa 10.000 t schwerer Eisenmeteor dort eingeschlagen ist. Die Temperaturen sind auf der Erde sehr unterschiedlich, von - 90°C in der Antarktis bis + 50° C am Äquator.

 

Allgemein ist zu unserer Erdatmosphäre zu sagen, dass sie zu 77% aus Stickstoff besteht und zu 21 % aus Sauerstoff. Die restlichen 2% enthalten noch Argon, Kohlendioxid und Wasser. Diese Zusammensetzung ist jedenfalls in unserem Sonnensystem einzigartig. Die Erdatmosphäre besteht ebenfalls aus mehreren Schichten:

 

  • Die unterste Luftschicht ist die Troposphäre. Diese hat eine Höhe von 8000 m über den Polen (Norpol/ Südpol) und am Äquator erreicht sie eine Höhe von 17.000 m. In dieser, für Flugzeuge relevanten Luftschicht, befinden sich die Wolken und das Wetter. In der Troposphäre fällt die Temperatur je höher man aufsteigt, an ihrer Obergrenze beträgt die Temperatur - 44 °C.
  • Die nächste Schicht ist die Stratosphäre. Sie erreicht eine Höhe von 50 Km. In dieser Luftschicht sinkt die Temperatur nicht weiter ab, sondern steigt wieder bis zu + 15 °C an. Dies geschieht, weil die darüberlegende Ozonschicht durch die kurzweilige Sonnenbestrahlung erwärmt wird.
  • Über der Stratosphäre befindet sich die Ionosphäre. Sie beginnt bei 50 Km und erreicht eine Höhe von 600 Km. Sämtliche Radiowellen werden von ihr auf die Erde zurückgeworfen. In der Ionosphäre sehen wir auch die "Nachtwolken", die durch ihr Leuchten auffallen.
  • Die Exosphäre hat keine feste Grenze, sie wird mit ansteigender Höhe immer dünner. Man nimmt an, dass sie ca. 500 bis 2000km Km in die Höhe geht.
  • Die äußerste Schicht, ist die "Geokorona". Sie beginnt bei etwa 2000 Km und reicht bis 95.000 Km und besteht aus Wasserstoff.

Unsere Erde besitzt ein starkes Magnetfeld und die Region, in der sie vorkommt, nennt man Magnetosphäre. Die Form des Magnetfeldes gleicht die eines Tropfens dessen Spitze von der Sonne weg zeigt. Auf der Sonnenseite unserer Erde, erstreckt sich das Magnetfeld bis zu 65.000 Km, auf der Nachtseite sind es weit mehr. Es gibt in der Magnetosphäre zwei Zonen, in denen eine starke Strahlung vorkommt ( Van-Allen-Gürtel). Die erste Zone reicht bis ca. 8.000 Km, die 2. Zone erstreckt sich bis zu 37.000 Km.

 

Die Erde in Zahlen

Durchmesser :   12.765,28 km
Umlaufzeit um die Sonne (Jahr):   365 Erdtage
6 Stunden
9 Minuten
10 Sekunden
Rotationsdauer:   23 Stunden 56 Minuten 4 Sekunden
Entfernung von der Sonne:   147-152 Mio km
Entfernung von der Erde:   -----
mittlere Orbitalgeschwindigkeit   29,79 km/s
mittlere Temperatur ( Oberfläche ) :   22°C
Masse:   5,972•1024 kg
Schwerkraft :   1 g
1 Mond :   Name Mond

 

Mond

Der Mond

 

Der Mond ist offiziell ein "Satellit" unserer Erde, man bezeichnet ihn auch als Erdtrabant. Die Anziehungskraft des Mondes, ist auch auf der Erde erkennbar an der Ebbe und der Flut. Ein weiterer Einfluss des Mondes ist kaum spürbar. Er bremst die Rotation der Erde um ungefähr 2 Millisekunden pro Jahrhundert. Dies würde bedeuten, dass ein Erdjahr vor rund 900 Mio Jahren 481 Tage dauerte und ein Tag hatte nur 18 Stunden. Der Mond sorgt auf der Erde für zwei interessante Ereignisse, die Sonnenfinsternis und die Mondfinsternis. Am 21. Juli 1969, 3.56 Uhr MEZ betrat zum ersten mal ein Mensch den Mond.

 

Der Mond in Zahlen

Entfernung
von der Erde:
  384.400 km
Durchmesser :   3.476 km
Umlaufzeit :   27 Tage
8 Stunden
Masse :  

7,35•1022 Kg

 

Mars

Mars

Der Mars ist von der Sonne aus der 4. und der letzte der inneren Planeten. Sein Alter liegt bei rund 4,5 Mrd. Jahren. Mars ist in der Mythologie der Gott des Krieges ( bei den Griechen Ares ). Der Name des Monats März wurde nach ihm benannt und er wird dank seiner roten Farbe auch als der "rote Planet " bezeichnet. Der Grund warum der Mars seine rote Farbe hat, ist das er aus Eisen besteht oder einfach ausgedrückt, der Mars rostet vor sich hin. Der Mars gehört zu den Erdähnlichen Planeten. Mit rundgerechnet 6.800 Kilometern, ist der Durchmesser des Mars nur halb so groß wie der Erddurchmesser. Den Mars können wir ohne Hilfsmittel am Nachthimmel sehen. Am besten wird er sichtbar, wenn er der Erde am nächsten ist. Obwohl er nur halb so groß ist wie die Erde, ist seine Oberfläche fast genauso groß wie alle Landflächen der Erde.
Die Erforschung des Mars in den letzen Jahrzehnten, führte immer wieder zu neuen Erkenntnissen. Ein Ergebnis war, dass ein sehr einfaches organisches Leben auf ihm existiert haben könnte. Aber hier gibt es unterschiedliche Meinungen.

 

Die Marsumlaufbahn ist stark elliptisch und nur die Umlaufbahn des Merkurs besitzt eine größere Abweichung. Eine Umrundung um die Sonne dauert knapp 687 Erdtage. In dieser Zeit nähert sich der Mars der Sonne bis auf 206,62 Mio., während der größte Abstand ca. 249,23 Mio Km beträgt. Die Bahngeschwindigkeit des Mars verändert sich ebenfalls je nach Abstand zur Sonne, am weitesten entfernt sind es 21,97 km/s und wenn der Mars der Sonne nah ist sind es 26,5 km/s. Der Abstand zu unserer Erde verändert sich ebenfalls von 400 Mio bis 56 Mio Kilometern. Der Mars dreht sich in ungefähr 24 Std. und 37 Minuten um die eigene Achse. Auf dem Mars gibt wie auf der Erde Jahreszeiten.

 

Der Mars ist, nach der Erde, der uns am besten bekannte und erforschte Planet. Doch über das Marsinnere kann nur spekuliert werden. Im inneren des Mars befindet sich ein, nach neuesten Erkenntnissen, flüssiger Eisenkern mit einem Schwefelanteil von etwa 14 bis 17 % . Der Marskern hat etwa einen Radius von 1500 bis 1900 Kilometern. Ein Mantel, der aus Silikaten besteht umgibt den Marskern. Die Kruste des Mars ist an einigen Stellen bis zu 200 Km dick und an den dünnsten Stellen sind es immer noch gut 50 Km. Diese Daten beruhen auf Schätzungen, da der Mars eine geringe Dichte besitzt.
Die Polkappen des Mars sind am besten sichtbar und sie bestehen aus Wassereis und Kohlendioxidschnee. Wenn man nur die bekannten Stellen der Marsoberfläche nimmt (besonders die Bilder der gelandeten Marssonden), könnte man meinen, dass der Mars eine riesige rote Sand- und Gesteinswüste ist. Für die Nordhalbkugel des Mars trifft das auch zu und dort findet man auch eine dunklere Oberfläche, die man früher irrtümlicherweise für Meere gehalten hatte. Der Mars hat viel an Landschaft zu bieten, auf ihm befindet sich der höchste Berg des Sonnensystems - der Olympus Mons. Seine Höhe beträgt je nach Quelle zwischen 24 und 27 km. Auf dem Mars gibt es auch mehrere seit langem erloschene und auch noch aktive Vulkane. Auf der Südhalbkugel des Mars befinden sich die meisten Einschlagkrater, einer davon, der Hellas Planitia, ist ein über 6 bis 8,2 Km tiefer und 2000 bis 2100 km breiter Krater. Die Valles Marineris ist ein riesiges geographisches System auf dem Planeten, das aus mehreren Schluchten besteht. Die Schluchten haben eine Tiefe von 2 bis 7 km und eine Länge von ca. 4000 Km. Heute nimmt man an, dass es auf dem Mars früher einmal Flüsse, Seen und sogar Ozeane gegeben haben könnte.
An vielen Stellen erkennt man noch die Überreste von Flüssen und Flussdeltas, besonders im Eberswalde-Krater und der Hochebene Xanthe Terra. In Gegensatz zur Erde verdampfte das Wasser nicht und es gab auch keine Wolken, dass Wasser versickerte in den Marsboden und wurde dann wieder durch hydrothermale Prozesse wieder an die Oberfläche zurückgedrückt. Die Ursache warum das Eis auf dem Mars geschmolzen ist, ist bis heute nicht geklärt. Man vermutet, dass der Mars früher eine dichtere Atmosphäre hatte und die Temperaturen deutlich höher waren. Es wird für möglich gehalten, dass viele Mikrobenarten, die damals entstanden sind, noch heute existieren und überlebt haben könnten. Sollte es noch Wasservorkommen auf dem Mars geben, befindet sich diese im gefrorenen Zustand im Dauerfrostboden. Vor einigen Mio. Jahren waren auch Geysire aktiv, deren Wasser aus Kohlensäure bestehend, einige Kilometer in die Höhe geschleudert wurde. Wie auf unsere Erde hat der Mars ebenfalls 4 Jahreszeiten, beginnt z.B. auf der Nordhalbkugel. Im Herbst wird die Polkappe von einer Nebelwand verhüllt und beginnt zu schmelzen. Im Frühling und im Herbst kommt es zu Veränderungen in der Atmosphäre, dann werden die Staubteilchen als „Dunkle Welle“ über den Mars verteilt .

 

Die Temperaturunterschiede sind auf dem Mars besonders groß. Das liegt auch zum Teil an der dünnen Marsatmosphäre und den Jahreszeiten. Auf der Winterseite, besonders an den Polen, können Temperaturen von bis zu - 133° C auftreten und gleichzeitig auf der Sommerseite + 27°C Tagestemperatur (Je nach Quelle aber unterschiedliche Angaben). Die Durchschnittstemperatur beträgt etwa -23° C. Die Atmosphäre des Mars besitzt einen sehr niedrigen Luftdruck, sodass Wasser, in der uns bekannten flüssigen Form, nur in den tiefsten Stellen des Mars existieren kann. Mit der Erde ist die Marsatmosphäre nicht vergleichbar, denn sie besteht zu 95 % aus Kohlendioxid, 27 % Stickstoff, 1,6 % Argon, dazu kommen noch winzige Mengen von Kohlenmonoxid, Wasser und Neon. Im Durchschnitt beträgt der Druck der Marsatmosphäre ca. 7 Milliba,r an einigen Stellen sind es 9 bzw. nur 1 Millibar. Dies reicht aber immer noch aus, damit auf dem Mars sehr schwere Stürme mit einer Windgeschwindigkeit von 650 Km/h entstehen können. Wenn diese Stürme auf dem Mars auftreten, wird der ganze Planet teilweise über Monate komplett durch den aufgewirbelten Staub verhüllt. Im Jahr 2008 entdeckte die Marssonde "Mars Express" auf dem Mars eine Anzahl großflächiger Wolken, die sich in ca. 80 Km Höhe befinden. Grundsätzlich besitzt der Mars kein Magnetfeld mehr, aber bei Messungen stellte man fest, dass es an einigen Stellen noch kleinere Magnetfelder gibt.

 

Der Mars in Zahlen

Durchmesser :   6.794,4 km bis 6.805 km
Umlaufzeit um die Sonne (Jahr):   687 Erdtage
Rotationsdauer:   24 Stunden 37 Minuten
Entfernung von der Sonne:   206,7 bis 249,2 Mio km
Entfernung von der Erde:   45,5 bis 401,3 Mio km
mittlere Orbitalgeschwindigkeit   24,077 km/s bis 24,14 km/s
mittlere Temperatur ( Oberfläche ) :   minimal -140°C
durchschnittlich -63°C
maximal 20 bis 27°C
Masse:   6,4219•1023 kg
Schwerkraft :   0.38 g
2 Monde :   Phobos
Deimos

 

Der Mars besitzt kleine 2 Monde, die eigentlich eher die Größe von Asteroiden haben. Es ist durchaus möglich, dass die beiden Marsmonde vor langer Zeit vom Mars "eingefangen" wurden. Beide Marsmonde erhielten ihre Namen, Phobos (griechisch phobos = Furcht) und Deimos (griechisch deimos = Schrecken). Phobos umrundet den Mars in knapp 12 Stunden. Deimos umrundet den Mars langsamer und könnte auf dem Mars zwei Tage hintereinander beobachtet werden.

 

Die "Mars Monde"

Mond Entfernung zum Mars   Maße
Phobos 9.270 km   27×22×18 km
Deimos 23.400 km   15×12×10 km

 

In früheren Jahren dachte man auf der Erde, dass es die sogenannten Marsmenschen gibt. Doch die Erforschung des Mars widerlegt die Theorie dadurch, dass die Marsatmosphäre zu dünn ist und die Oberfläche einer tödlichen ultravioletten Strahlendosis ausgesetzt ist. Die berühmten Marspyramiden und vor allem das Marsgesicht heizen immer wieder die Gerüchte über eine Lebensform auf dem Mars oder von Außerirdischen an. Inzwischen werden diese Theorien, obwohl die NASA den Namen "Marsgesicht" selber benutzt hatte, als Licht und Schattenspiel der Marsgesteins angesehen. Vielleicht wird es eines Tages von dieser Region ein besseres Bildmaterial geben.

Am 30. Oktober 1938 sendete CBS das Hörspiel "Krieg der Welten", mit der Folge, dass die Bevölkerung von New York und New Jersey, das Hörspiel für eine reale Sondermeldung hielt und es bei einigen Personen wohl Ängste auslöste. Es kann heute keiner mehr sagen ob es sogar zu einer Massenpanik und Invasionsangst im großen Maße gekommen ist. Später drehte Hollywood auch einige Filme, wo die Erde von den " Bewohnern des Mars " immer wieder mal angegriffen wurde. So ist auch "Krieg der Welten" inzwischen von Hollywood verfilmt worden.

 

Quellen

Bücher

Astronomie - Ein Führer durch die unendlichen Weiten des Weltalls Sonnensystem-Sterne-Galaxien, Neuer Kaiser Verlag Gesellschaft m.b. H Klagenfurt
Keine ISBN Nr.

Großer Atlas der Sterne, Naumann und Göbel Verlagsgesellschaft mbH
ISBN 3-625-10745-7

 

I-Net

 

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(Zugriff 21.07.11)
http://clockworker.de/cw/2010/12/03/kri ... reifen-an/

 

Autor : Hasso von Manteuffel

Einleitung

Spaceshuttles

Die Atlantis startet zur Mission STS-115

Die Atlantis startet zur Mission STS-115

 

Das letzte große Projekt der Menschheit?

 

Die NASA und ihre Geschichte steht für die Eroberung des Weltraums. Keine andere Institution bzw. Weltraum-Nation hat so viele Raumschiffe ins All geschossen, Katastrophen durchlitten und gleichzeitig so viele Erfolge vorzuweisen. Nach dem Satellitenzeitalter, einer internationalen Raumstation und der ersten Landung auf dem Mond, sollte die Spaceshuttles der Anfang einer ständigen Präsenz der Menschheit im Weltraum sein. Die Shuttles sollten den Anfang eines regelmäßigen "Taxiservice" ins All darstellen. Auf der Basis eines wiederverwendbaren Raumschiffes, mit genügend Transportkapazität, sollte der Vorsprung Amerikas bzw. seine Vorreiterrolle etabliert werden. Daraus wurde ein Projekt, mit dem die Hoffnungen und Ängste Amerikas verbunden waren. Eine Vision, ein Plan und ein Projekt, das nicht nur vorzeitig endete und unter der sinkenden Popularität der Raumfahrt litt, sondern auch technisch nicht ausgereift war - bis zum Schluss.
Sollte mit dem Ende der Space Shuttle Ära auch die bemannte Raumfahrt enden? Sind die unbemannten Vehikel die Zukunft oder sollte die Menschheit die Erforschung des Weltalls, den wachsenden Problemen auf der Erde zurückstellen? Fakt ist, mit dem Ende des Space Shuttles scheint die Raumfahrt an einem Scheideweg angelangt zu sein.

 

Rückblick

Der Rückblick

Mit dem Ende der Apollo Missionen zum Mond, scheint auch das Interesse am Weltraum zu sinken. Die Bevölkerung sieht sich anderen Problemen gegenüber und Vietnam, wie auch die "flower power" Bewegung in den 70er Jahren, zwingt der NASA neue Prestigeobjekte zu präsentieren. Präsident Richard Nixon, stellt schon wenig später einen neuen Typ von Raumfahrzeug vor, der bis zu sieben Astronauten und mehr als 20 Tonnen Nutzlast befördern kann. Ganz im Stile eines J.F. Kennedys, präsentiert er ein neues Ziel des USA, im Namen der Menschheit und unter Führung der Vereinigten Staaten, den Weltraum dauerhaft zu erobern. Die Sowjetunion, der ewige Rivale im All, hat dem nichts Vergleichbares entgegenzusetzen.
Als gedankliche Vorläufer des Shuttles, muss man Eugen Sängers Konzept des Antipodengleiters, ebenso Walter Dornbergers "Raketenflugzeuges", das Projekt Dyna Soar X-20 der US Air Force und die Studien mit dem Hochgeschwindigkeitsflugzeug X-15, wie auch diverse Pläne der Rüstungskonzerne für Versorger von Raumstationen und Trägerraketen berücksichtigen. Dabei gab es die Konzepte bereits in der 60er Jahren stapelweise, doch das Geld fehlte. Man wollte eigentlich die alte Technik nur in ein neues Konzept stecken, das Apollo Programm und seine bereits bezahlten Erfolge möglichst weit strecken. Dabei kam zwar das Skylab und die Apollo-Sojus heraus, doch für die großen Projekte gab man nie die endgültige Freigabe. Sie landeten entweder in der Schublade oder im Museum. Der Mars war als Ziel schon gestrichen, eine ständig bemannte Raumstation (12 Astronauten) ebenso und jedes weitere Raketenprojekt für weitere Distanzen als in die Umlaufbahn genauso.

 

"Das Space Shuttle (engl. Raumfähre), kurz Shuttle, ist ein von der US-Raumfahrtbehörde NASA entwickelter Raumfährentyp. Die Komponenten sind neben der Raumfähre (Orbiter) ein externer Treibstofftank und zwei Feststoffraketen, dieses ganze System bezeichnet man als Space Transportation System, kurz STS. Es wird fachlich ausschließlich der Orbiter als Space Shuttle bezeichnet, zudem ist auch die Bezeichnung der Space Shuttle verbreitet."

 

Fakt ist, die waren Mondmissionen extrem kostenaufwendig, das Budget wurde mehr als nur gesprengt und sie dienten eher dem Prestige als einem langfristigen Zweck. Es sollte wieder kleiner, kompakter und vor allem sparsamer zugehen. Das Shuttle sollte ein wiederverwendbares Raumfahrzeug darstellen, dass durch Trägerraketen bzw. angekoppelten Raumschiff für einen sicheren Wiedereintritt gerüsten sein sollte. Das Projekt sollte so langfristig zum Erfolg führen. Auf der einen Seite sollte damit eine ständige Präsenz der USA im Weltraum gesichert werden, was auch militärisch immer wichtiger wurde, und ebenso die Fähigkeit zum gleichzeitigen Transport von Fracht das Shuttle kostendeckend arbeiten lassen gestärkt werden. Die immer wichtiger werdenden Satelliten sollten schnell und sicher ins Weltall gebracht, repariert oder gar eine Raumstation logistisch versorgt werden.
Der Fokus lag auf dem Shuttleprogramm und nur auf diesem Programm. Man konnte sich einfach keine anderen Großprojekte in der Raumfahrt mehr leisten, dazu hattte man einen Präsidenten im Rücken, der so gar nichts von der Raumfahrt hielt und eine Bevölkerung, die anderweitig interessiert waren. So mussten gleich zu Anfang auch Ressourcen zusammengelegt werden und die US-Luftwaffe wurde mit ins Boot geholt. Eine Zusammenarbeit, die in den folgenden Jahren durchaus fruchtbar war. Vor allem ließ sich damit das Budget noch aufstocken, weil Spionagesatelliten und orbitaler Plattform für militärische Zwecke, gerade in ewigen Wettstreit mit der UDSSR, ein einzigartiges militärisches bzw. in den Orbit zu transportierendes Gut waren. Dem Projekt fehlte es also nicht an Ideen, aber an technischen Möglichkeiten zur Verwirklichung. Die hundertprozentige Wiederverwendbarkeit wurde schon im Konzept wieder herausgestrichen - technisch nicht möglich. Platz für bis zu 20 Personen wurde auch verworfen - zu hohes Gewicht und somit Treibstoffverbrauch. Somit wurde aus dem Shuttle eine Mischung aus Rakete und Flugzeug bzw. ein dreiteiliges Konzept von Orbiter, Außentank und Booster. Die Planungen waren utopisch und die Zeit bis zum Erstflug, trotz weit weniger Ressourcen, sollte sogar noch die Mondmission unterbieten. Die vielen Entwürfe für ein Shuttle wurden vor allem wegen ihren Dimensionen abgelehnt. Man hatte zwar überhaupt keine Erfahrung mit Miniaturisierung von Komponenten, vor allem in der Computertechnik und besaß man nur grundlegende Erkenntnisse, dennoch sollte es die Grundlage sein. Dabei sollte diese Technik hohe Belastungen aushalten, schnell und kostengünstig zu warten sein, dazu günstig in der Anschaffung und natürlich Platz für eine größtmögliche Zuladung gewährleisten. Jedes Programm, das in eine andere Richtung lief, war schlichtweg überflüssig. Dabei strich man nicht nur jede weitere Entwicklung des Apolloprogramms, sondern auch die ursprünglichen Grund für die Entwicklung des Shuttles - eine ständig bemannte und zu versorgende Raumstation.

 

"Das Shuttle erwies sich als zu komplex, zu teuer und vor allem zu riskant: Bereits in den ersten Jahren des Programms erkannten die Verantwortlichen, dass sie sich sicherheitstechnisch auf sehr dünnem Eis bewegen. Sie verschlossen aber die Augen. Und schon 1985 gab es Ideen für eine zweite, zuverlässigere Shuttle-Generation. Doch nichts ist passiert... ."
(John Logsdon, ehemaliger Direktor des Instituts für Raumfahrtpolitik der George Washington University)

 

Der Erstflug im Jahr 1978 und 50 Flüge pro Jahr waren einfach nicht zu erreichen. Die Rechnung für die Planungen waren dabei der wirtschaftlichen Zielsetzung geschuldet. Die geplante wirtschaftliche Rentabilität jedes Shuttle war einzigartig in der Raumfahrt, denn es hatte nicht nur die fünffache Nutzlast der Atlas-Centaur Rakete, sondern überbot auch die Delta um das 12 fache. Warum also so viele Starts? Die Antwort ist simple, die NASA sollte schwarze Zahlen schreiben und so waren 10 % Rendite, bei mindestens 55 Flügen pro Jahr (1980-90: 720 Flügen, 986 Nutzlasten - 69% ziviler und 31% militärischer Natur - 1 Kg = 500 USD ), fest eingeplant. Damals ging man von 10,5 Millionen US-Dollar pro Start aus. Im Laufe der Entwicklung stiegen diese Kosten jedoch beträchtlich – 1977 ging man schon von etwa 24 Millionen Dollar aus. In der Folge musste auch die Anzahl geplanter Flüge drastisch reduziert werden. Die Entwicklungskosten stiegen laufend an und erreichten bald über 12 Milliarden Dollar. Dabei sank das Interesse an der Raumfahrt weiterhin, die Mittel wurden weiterhin auch von der Rüstung in Beschlag genommen und dabei hatte man mit der US-Luftwaffe schon einen wichtigen Verbündeten an Bord. Nur durch die Luftwaffe wurde das Projekt noch am Leben erhalten, denn die militärischen bzw. strategischen Argumente konnten den US Kongress noch bei Laune halten. Dabei war man zum Teil selbst schuld an der Misere, denn schon ein Wernher von Braun plädierte für Eigenregie und des Erhaltens von Know-How aus der staatlichen Förderung. Doch Senatoren wollten die Produktion in den Händen von privaten Unternehmen sehen, "ihren" Unternehmen, die das Know- How somit gratis bekamen und von satten Staatsaufträgen zusätzlich profitieren konnten. Der Auftrag wurde ausgeschrieben und die NASA wählte dann einen Hauptkontraktor aus. Damit bezahlte man die Entwicklung und die Produktion, wobei die Konzerne einzig und allein daran verdienten. Man entließ die eigenen Projekte aus der staatlichen Kontrolle und baute gleichzeitig Personal ab - die erfahrensten Mitarbeiter zuerst. Im Endeffekt, konnte man nur wenige Jahre nach dem Auslaufen des Apollo Programms, weder effektiv weiteforschen, noch die Qualitätsstandard konsequent halten, oder auch nur die Kosten realitätsnah kalkulieren. Die Regierung enthauptete quasi die Nasa und setze Sie dazu noch in den Rollstuhl. Man wollte Qualität, niedrige Kosten und die Kontrolle über die Industrie. Man bekam, sinkende Qualität, explodierende Kosten und eine Rüstungslobby, die nicht den Weltraum im Blick hatten, sondern nur den Umsatz. Die vielen zusätzlichen Glieder in der Produktions- und Entwicklungskette lähmten das Projekt und saugten es gleichzeitig aus.

"Die erste Charge von Kacheln war unbrauchbar. Sie wurden vom Hersteller an das KSC geschickt und von dort an North American Aviation, den Hersteller des Orbiters. Dort bemerkte man den Defekt und schickte die Kacheln ans KSC zurück, dass dann sich wieder an den Hersteller wenden musste. Später stellte man fest, dass Firmen jahrelang überhöhte Beträge für gelieferte Teile verlangt hatten und niemand dies aufgefallen war."

 

Spaceshuttle

Abmessungen:   17,2 Meter hoch
37,2 Meter lang
23,8 Meter Spannweite
Externer Tank:   35.425 Kilogramm (Leergewicht)
756.445 Kilogramm (betankt)
Booster:   1.202.020 Kilogramm Schub (beim Start)
87.543 Kilogramm (Leergewicht)
589.670 Kilogramm (betankt)
Haupt-Triebwerke:   Haupt-Triebwerke:

170.097 Kilogramm Schub (beim Start)
213.188 Kilogramm Schub (im Vakuum)
9.117 Kilogramm (Leergewicht gesamt)

Lebensdauer: ca. 7,5 Jahre

 

Das erste Space Shuttle, mit dem Namen "Enterprise", stieg am 18. Juni 1977, auf dem Rücken eines Jumbo-Jets, zu seinem ersten Testflug auf. Der Namen war ein Zugeständnis der Regierung an die Bevölkerung, die man für das Projekt gewinnen wollte. Der Name, die Vision und der Traum eines Raumschiff, welches man bereits aus der fiktiven Fernsehserie kannte, mit einer US Flagge auf dem Rumpf, fesselte die Zuschauer vor dem Fernseher. Das Shuttle bewies sein Zuverlässigkeit im Landeanflug, doch bis zum ersten Weltraumflug sollten noch vier Jahre vergehen.

 

Programm

Das Programm

 

Das Programm hatte seinen ersten Test bestanden und mit den erfolgreichen atmosphärischen Flugtests im Rücken, sollten nun die anderen Test im Schnelldurchlauf und fliegenden Fahnen beendet werden. Doch die Haupttriebwerke wurden zu einem dauerhaften Problem, Rückschläge bei den Erprobungen und Korrekturen der benötigten Schubleisung (nach oben), verzögerte die Übergabe des Shuttles an die NASA bis ins Jahr 1979.
Am 12. April 1981 startete die Raumfähre "Columbia" zu ihren ersten Flug. Der Zeitpunkt, zwanzig Jahre nachdem der erste Mensch ins All aufgebrochen ist, kam gerade recht. Das Shuttle thronte dabei auf einem überdimensioniert erscheinen Tank mit flüssigem Treibstoff und zwei, mit festem Brennstoff gefüllten, Booster-Raketen an den Seiten. So hatte man sich das ursprünglich nicht gedacht. Dennoch gilt dieser Erstflug als Pionierleistung der Raumflug, weil erstmals in der Geschichte der Raumfahrt, ein Trägersystem bei seinem Jungfernflug bemannt war.

Die Auftraggeber stehen nach den ersten Flüge Schlange. Alle wollen ihre Satelliten, Forschungen und sonstige Projekte nach oben bringen. 60 Flüge pro Jahr waren angesetzt und die NASA sah einem neuen Höhenflug entgegen. Doch die Kritiker haben es schon prophezeit, die zehn Millionen Dollar pro Start stiegen schon bald auf 500% des veranschlagten Budgets. Ein Flug kostete im Endeffekt 500 Millionen Dollar und bis 1981 sollte dies auch zu bleiben. Im Nachhinein ist nicht das Warum die wichtige Frage, sondern Wer bezahlte das alles. Die Antwort ist so einfach wie zutreffend, das Militär, unter dem Verfechter des "Krieg des Sterne" Konzepts Ronald Reagan, hatte fast ein Drittel aller Missionen für sich gebucht. Der militärische Hintergrund hielt das Programm am Leben, die Öffentlichkeit darf sich dafür an den ersten echten Raumspaziergang und wunderschönen Panorama Bildern aus dem Orbit erfreuen. Dennoch sind die technischen Mängel nie behoben worden, die ersten 25 Shuttle-Flüge haben allesamt mit technischen Problemen zu kämpfen und statt die Probleme zu lösen, wird auf neue Starttermin gedrungen und somit auch nur Schönheitskorrekturen am Shuttle möglich. So startet 1985 neun Mal ein Shuttle in den Weltraum, das erfolgreichste Jahr der Raumfahrt - bis heute.

 

Shuttlename Nutzungsdauer Bedeutung
 
Atlantis 1930 - 1960 Benannt nach einem zweimastigen Segelschiff, dass von der Woods Hole Oceanographic Institution genutzt wurde.
Challenger 1870er Jahre Benannt nach dem Forschungsschiff HMS Challenger der Britischen Marine,
dass den Atlantischen und Pazifischen Ozean bereiste.
Columbia ca. 1790er Jahre Benannt nach einem kleinen Forschungsschiff,
welche den Columbia River entdeckt hat.
Discovery 1611 bzw. 1778 Als Homage zwei berühmter Segelschiffen.
Endeavour 1768 Benannt nach dem ersten von James Cook geführten Schiff.
Enterprise
("Constitution")
fiktives Schiff Fangemeinde von Star Trek überreichte US-Präsident Gerald Ford,
die auf der USS Monterey diente bzw. die mit der USS Enterprise operierte,
den Namensvorschlag.

 

Das gesamte Programm stellte vielen Jahre das einzige Programm der NASA dar. Es war einfach nicht möglich dem Kongress parallel den Aufbau einer Raumstation abzuringen, obwohl das Space Shuttle gerade für eine unterstützende Aufgabe ausgelegt war. Das ursprüngliche Konzept hätte also genauso gut unbemannt sein können, denn für den Transport von Satelliten braucht man nicht unbedingt eine siebenköpfige Besatzung. Die Hardware wäre ohne Menschen billiger geworden auch die Nutzlast wäre gestiegen. Das Programm wurde also auf den Transport von Satelliten angepasst und der Mensch im Projekt zur Nebensache, denn bis zum letzten Flug des Space Shuttles, steuerte der Computer den gesamten Flug und die Piloten dürfen nur etwas in der letzten Landeminute tun - was auch nicht unbedingt notwendig gewesen wäre. Aus der Not machte man bei der NASA aber eine Tugend und nutzte das Space Shuttle, bis zum Bau der ISS und auch danach, als fliegendes Testlabor. In den Rumpf wurde ein angepasstes Spacelab statt eines Satelliten transportiert, welches ohne Versorgungseinrichtung, dafür aber mit den verschiedensten Experimenten ausgestattet, wertvolle Erkenntnisse brachte. Leider konnten Langzeittests damit nicht ersetzt werden und die Experimente waren dementsprechend auch teuer. Dabei war von vorneherein klar, dass nur ein bemanntes Projekt so lange überleben konnte. Nur die Person, der Charakter und das Leben im All bringt dem Kongress Prestige und der Öffentlichkeit die amerikanischen Helden.

 

"Der Shuttle war eine bemerkenswerte Maschine, ohne ihn hätte es weder die Internationale Raumstation ISS noch das Weltraumteleskop Hubble gegeben."
"Gleichzeitig hat der Shuttle die in ihn gesetzten Erwartungen eines sicheren, günstigen, routinemäßigen Flugs ins All aber nie erfüllt."

(John Logsdon, ehemaliger Direktor des Instituts für Raumfahrtpolitik der George Washington University)

 

Das wenige Geld im Programm nagte vor allem an den technischen, organisatorischen und finanziellen Ressourcen. Diese Ressourcen waren aber dringend notwendig, denn anders als bei einer Rakete, die unbemannt und auf grundlegenden Prinzipien beruhend flog, musste das Shuttle weit mehr als nur einen Start und Wiedereintritt schaffen. Die neuste Technik, meist erst im Flug dauerhaft erprobt und ohne wirklichen Ersatz, war ein ständiger und leider nur zu anfälliger Begleiter. Ganz nach dem Prinzip der damaligen Ingenieure: "Planen und Entwerfe, so gut Du es kannst, und dann fange an zu beten". In der Öffentlichkeit sah man meist nur die imposanten Starts und nicht die zitternden Mitarbeiter der NASA in der Zentrale. Denn erst wenn das Shuttle die beiden Feststoffraketen abgeworfen hatte, war an eine Notlandung zu denken. Undenkbar in der Raumfahrt zuvor, gingen die Astronauten mit der Gewissheit, in Notsituationen das Shuttle nicht verlassen zu können, an den Start. Neben unzuverlässiger Technik kam so nun auch Unberechenbarkeit im Programm hinzu.
Das gesamte Programm war immer wieder geprägt durch Verschiebungen von Starts oder Ausfällen, wegen Triebwerksdefekte und/oder dem Hitzeschutzschild. Dazu fehlte ein vollständiges System für alle Aufgaben, denn man musste aus Kostengründen Projektbestandteile an andere Staaten abgeben. Für dessen finanzielle Unterstützung und Bau, schenkte man Ihnen Zeit im Spacehab (Labor für einen kurzfristigen Einsatz im Space Shuttle). Trotz Vergabe von Aufträgen nach außen, war kein Geld für die Weiterentwicklung von Komponenten vorhanden. So flog das Spaceshuttle bis zum Schluss mit einer Technik, die überwiegend aus den 70er und 80er Jahren stammte. Das so dringend benötigte Kapital sollte aus den Satelliten fließen, die man in hoher Sequenz im All hatte warten wollen. Doch die Industrie setze nicht auf modulare Bauweise bei ihren Satelliten und teuren Orbitbetankungen. Man rechnete wirtschaftlich und wusste, dass sich ein Satellit nach 4-6 Jahren amortisiert hat. In dieser Zeit wäre ein Neubau, basierend auf neuster Technik, weit kostengünstiger, als ein Flug mit Space Shuttle und aufwendiger Instantsetzung im All. So blieben der NASA nur die bekannten Reparaturen von Solar Max (SMM), dem Hubble Teleskop und die Zurückführung von im Erdorbit gestandeten Kommunikationssatelliten.

 

"In meinen Augen war das Shuttle-Programm von unschätzbarem Wert. Wie soll man an so etwas ein Preisschild kleben?"

(John Shannon, Spaceshuttle-Programmmanager in Diensten der Nasa)

 

Das Programm sollte, mit fortlaufender Entwicklung, die Space Shuttles länger im All lassen. Damit wären mehr Experimente, größere Projekte an der im Bau befindlichen Raumstation und auch Beobachtungen vom Shuttle aus möglich. Dabei stellten die Brennstoffzellen ein Problem dar, denn diese mussten für einen längeren Aufenthalt weit größere Mengen an Wasserstoff und Sauerstoff in den Drucktanks mitführen. Durch Solarzellen sollte hier Abhilfe geschaffen werden. Währenddessen wurden die Wartungsintervalle immer wieder verkürzt und die Wartung an andere, außenstehende Firmen übertragen. Dies alles führte zu einer Verkettung verschiedenster Ereignisse, die zu einer der größten Katastrophen der Raumfahrgeschichten führten.

 

Einsatz

Seit 1970 im Einsatz   135 Flüge
58 mit einer Astrium-Beteiligung
864.401.219 Flugkilometer
entspricht in etwa der mittleren Distanz
zwischen Erde und Jupiter
Enterprise   Erprobung am Boden und
bei Abwurfflügen von einer Boeing 747
Columbia   Erster Flug im Jahr 1981,
ging bei Unglück 2003 verloren
Challenger   Bei Explosion im Januar 1986 zerstört
Discovery
Atlantis
Endeavour
  endgült. Stillegungen 2011

 

Katastrophe

Die Katastrophe

 

Am 28. Januar 1986 hörte sich die Welt für viele Raumfahrtbegeisterte auf zu drehen. Die Lehrerin McAuliffe, für das Prestigeobjekt als Werbefigur und erste Zivilistin im Weltraum auserwählt, stirbt 73 Sekunden nach dem Start in der explodierenden Raumfähre "Challenger". Danach gibt es keine Routine mehr, sondern nur noch Angst, Bangen und die Unberechenbarkeit einer anfälligen Technik. Im knappen Budget der NASA waren keine Schleudersitze oder eine im Notfall absprengbare Kabine vorgesehen - die heile Welt der Raumfahrt sah ihrem Ende entgegen.
Die Wartungsfirma, ein Subunternehmer der NASA, gab das O.K. für den Start, trotz Warnungen eines Technikers und mit Blick auf den Vertrag mit der NASA. Wenige Sekunden nach dem Start versagte ein Dichtungsring der rechten Feststoffrakete, und heißes Verbrennungsgas trat durch das entstandene Leck an einer Seite des Boosters aus. Die Flamme traf auf den Außentank und die Befestigung der Feststoffrakete, wodurch die Tankhülle zerstört wurde. Der Tank zerbrach 73 Sekunden nach dem Start in 15 Kilometern Höhe, worauf das Shuttle durch die enormen aerodynamischen Kräfte zerstört wurde. Die Diskussion um die Sicherheit wurde nun ganz und gar öffentlich. Viele Unternehmen bangten um den Transport ihrer Satelliten in die Erdumlaufbahn, viele Forscher sahen ihre Projekte abgesagt und die Welt das Shuttle Programm am Ende. Die Sicherheit stand nun im Vordergrund und zwei Jahre später wurde eine neue Phase des Programms eingeleitet. Es sollte überarbeitet, geprüft und entwickelt werden, dabei räumte mannun den wissenschaftlichen Aufgaben, den Flügen zur Raumstation Mir und dem Bau der Internationalen Raumstation Vorrang ein. Das bedeutete weniger Starts und somit weniger Risiko.

 

"Ein 30 Jahre andauernder Fehlschlag? Das ist lächerlich.
Wir waren es dem Shuttle-Programm vielmehr schuldig, nicht nach Columbia aufgehört zu haben, sondern jetzt, mit dem Ausbau der ISS, einen würdigen Schlusspunkt zu setzen."

(John Shannon, Spaceshuttle-Programmmanager in Diensten der Nasa)

 

Am 16. Januar 2003 hielt die Welt erneut den Atem an und musste mit ansehen, wie die Raumfähre "Columbia", nach Abbruch des Funkkontakts, in 60 Kilometern Höhe verglühen. Wieder sind es technisches Defekte und die Unberechenbarkeit eines unterfinanzierten Programmes. Bereits beim Start wurde die "Columbia" durch ein Stück Isolierung des Tanks, das gegen den linken Flügel des Raumschiffs bzw. dessen Unterseite krachte, beschädigt. Trotz erkennen des Schadens ignorierte man die Warnungen und die kleinen Löcher im Hitzeschirm sorgten für eine strukturelle Instabilität der ganzen Konstruktion bzw. des sicheren Heimweges durch die Atmosphäre. Die 23-facher Schallgeschwindigkeit ließen den Rest der Hitzekacheln davonfliegen, die Hitze wirkte auf das nun offen liegende Metall der Fährenkonstruktion ein und das Shuttle zerbrach in der Sphäre unseres Planeten.
Zurück blieben erstarrte Menschen, ein wahrscheinlich gescheitertes Raumfahrtprogramm, die Familien der Astronauten und eine ISS, die wohl niemals fertig gestellt werden würde. Die NASA versprach ein gründliche Aufklärung des Vorfalls und einschneidende Veränderungen im Programm. Das Hitzeschild wurde in den folgenden Monaten enorm verstärkt, der Schaumstoff zur Isolierung stabiler gemacht und Reperaturmöglichkeiten des Hitzeschirms im Weltall integriert. Man will Sicherheit vermitteln, man muss Vertrauen zurückgewinnen, doch es reicht alles nicht. Die erste Katastrophe hätte eine gründliche Überarbeitung, wenn nicht einer Neukonstruktion bedurft, doch nichts dergleichen ist geschehen. Man musste die Verpflichtungen zu anderen Staaten noch einhalten, doch die US-Regierung wies an, dass die Shuttle-Flotte zum September 2010 ausgemustert werden soll.
Der Flugbetrieb wird zwar 2006 wieder aufgenommen, doch man will nur den Aufbau der Internationalen Raumstation zu Ende bringen und dann das Programm zu Grabe tragen. Im Nachhinein waren alle schlauer und die Flut von Veröffentlichungen lassen der Regierung keine Wahl. Man hat den Eindruck, als dass Verantwortlichen froh sind, und die gesammelten Argumente gegen die Space Shuttles nur zu gerne endlich vorstellte.

 

"Wir werden zu Ende bringen, was wir angefangen haben.
Wir werden unsere Verpflichtungen erfüllen."

(US-Präsident George W. Bush Anfang 2004 in Washington)

 

Ein Hitzeschild, dass während der ganzen Mission offen und ist somit anfällig für Beschädigungen durch Weltraummüll, Mikrometeoriten oder abfallende Eis- und Schaumstoffteile vom externen Tank sind. Eine Startphase, die mehr Risiken als Möglichkeiten bietet, diesen aus dem Weg zu gehen und ein Ausstiegssystem. das kaum Überlebenschancen birgt. War das gesamte Programm eine Totgeburt, die nur wegen des Kalten Krieges, des Dominanzstrebens der USA und des Zugangs zum All wegen am Leben erhalten wurde?
Fakt ist, am Space Shuttle hing neben dem Weltraumteleskop "Hubble" und der Jupitersonde "Galileo", auch die Planungen für eine Internationale Raumstation. Ohne die gut 80 Kubikmeter große Ladebucht des Shuttles wäre der Ausbau der Raumstation, mit den 15 internationalen Partnern, nicht möglich gewesen. Wären diese Projekte nicht auf den Weg gebracht worden, so wäre die Menschheit um einen wichtigen Entwicklungsschritt und enormen Erkenntniszuwachs gebracht worden.
Die Losung „faster, better, cheaper“ hat sich nicht bewährt und brachte der gesamten Raumfahrt einen großen Verlust, doch was wäre gewesen, wenn das Shuttle Programm bereist in den 80er Jahren eingestellt worden wäre?

 

Alternativen

Die Alternativen

 

Die "Buran" - das sowjetische Konkurrenzprogramm zum Shuttle - ließ bei der NASA alle Alarmglocken klingeln. Sollten es die Russen doch geschafft haben, mit ihrem eigener Raumgleiter die Dominanz der USA brechen und die noch von der Challenger-Katastrophe geschockten Amerikaner rechts überholen. Der US-Kongress, das Verteidigungsministerium und die vom Kalten Krieg geprägten Militärs, wollten die Space Shuttles so schnell wie möglich wieder in Betrieb nehmen - auch ohne die NASA wenn es sein muss. Am 29. September 1988 geht die "Discovery" an den Start – sechs Wochen vor dem ersten und einzigen Flug der "Buran" am 15. November.
Sollte es also doch Alternativen für die Space Shuttles geben? Hängt das Wohl und Wehe der Menschheit auf dem Weg zu den Sternen nicht von den Amerikanern ab? Bis zur Jahrtausendwende mag dies ja so gewesen sein, denn kein anderes Land konnte mit dem Budget der NASA konkurrieren und schon gar nicht solche Erfahrungen aufweisen. Doch mit dem Zusammenbruch des Eisernen Vorhangs, einer ESA (europäische Weltraumagentur), die mit ihrer Ariane Rakete und neuartiger Technik voranstürmt, vor allem aber durch die asiatischen Staaten, allen voran China und Indien, hat sich das Ungleichgewicht der Weltraummächte zu einem Gleichgewicht gewandelt.

 

Ähnliche Projekte

Buran (Sowjetunion)   Raumgleiter-Projekt der Sowjetunion, in Entwurfsphase stecken geblieben und nach dem Zusammenbruch endgültig gestoppt.
Sänger und Sänger II
(Deutschland)
  Konzept des deutschen Ingenieur Eugen Sänger aus dem Jahr 1961 und 1974 der Firma Junkers.
Hermes (ESA)   Alternative zum Space Shuttle der ESA aus dem Jahre 1987, was 1993 aus finanziellen Gründen gestoppt wurde.
Kliper (Russland)   Als Ersatz für die Sojus bzw. wiederverwendtbare Alternative aus dem Jahre 2000. Im Jahr 2007 endgültig eingestellt.

 

Die Rakete als Trägerelement für Satelliten und auch Personen, ist wieder auf dem Vormarsch. Bei den Europäern hat sich die Ariane bestens bewährt und die Amerikaner wollen mit der Ares-I, als Träger für zukünftige Weltraumprojekte, mit einsteigen. Schon 2015 soll es losgehen und auch die Amerikaner wollen auf Zusammenarbeit setzen. Die ISS, ebenso als Fass ohne Boden bekannt, hat die Zusammenarbeit verschiedener Nationen auf die Probe gestellt und der Erfolg gibt ihm Recht. So haben die Amerikaner kein Interesse mehr an einem Shuttle-C (C = Cargo), das eine unbemannte Lastenversion des Space Shuttle darstellen sollte. Mit diesem gescheiterten Konzept, liegen auch die geplanten Marsflüge auf Eis, aber man hat gelernt, dass man so ein Projekt niemals allein stemmen könnte.
Auch die Nachfolger des Space Shuttle, bekannt geworden unter dem Projekt X-33 oder VentureStar, wurden eingestellt. Auch hier was das Budget mehrfach überschritten und bei einer sich anbahnenden Zahlungsunfähigkeit der USA, auch absolut sinnlos gewordens. Das Geld wird nun woanders gebraucht und die kühne Version von George W. Bush: Vision for Space Exploration, aus dem Jahre 2004, wird auch nur eine Vision bleiben. Ein neues eigenständiges Weltraumprogramm wird es von Seiten der USA in Zukunft nicht mehr geben, die geplanten Mondflüge ab 2018 und ab Mitte des Jahrhunderts sogar bemannte Marsflüge, sind ad acta gelegt worden. Die Ares-Raketenfamilie soll die Interessen Amerikas kostengünstig wahren und es der NASA ermöglichen, ihren Betrag zur Weltraumfamilie zu leisten. Ares I wird wahrscheinlich ab 2015-20 das Orion-Raumschiff in einen niedrigen Erdorbit befördern können und Mondmissionen sollen vielleicht danach mit der Ares V bzw. mit dem Altair-Landemodul und dem Earth Departure Stage möglich gemacht werden. Man will nicht mehr in die Zukunft schauen, sondern lieber bereits bekannte Projekte ausbauen. Man geht dabei auf die Ansichten eines Wernher von Braun zurück, der für einen grundlegenden Entwicklungsbaum plädierte. Die Shuttle-Hardware, vor allem die überarbeiteten Systeme der letzten Jahre, sollen nun weiter verwendet werden und als Basis zukünftiger Projekte dienen.

 

Zum Schluss

Der Schlussstrich

 

"Seine Leistungen waren durchwachsen"

(John Logsdon auf die Frage: War das Shuttle-Programm letztlich ein Erfolg oder doch ein Fehlschlag?)

 

Die Raumfähre Atlantis hob im Juli 2011 zum letzten Flug ab und beendete das Shuttle Programm der Amerikaner und jede weitere Shuttle Entwicklung auf dem Globus. Die Shuttles hatten ausgedient. Ein Start kostete zwischenzeitlich knapp eine halbe Milliarde Dollar, etwa fünfmal so viel wie ein Start mit einer unbemannten Einwegrakete gleicher Nutzlastkapazität, und stieg auf zuletzt gut eine Milliarde Dollar. In einer globalisierten Welt, in der Japan, die Europäer und allen voran die Inder und Chinesen, auf dem Markt der Raumfahrt drängen, können solche Zahlen keine Konkurrenz sein. Die Rakete soll die neue Plattform auf dem Weg ins Weltall sein, sie sollen Startplattformen im Orbit und auf dem Mond ermöglichen. Ab 2011 sind es die Raketen und die Visionen einen Weltraumfahrstuhls, die den Weg ins All ebenen sollen.
Die Shuttles sind heute nur noch Schmuckstücke im Smithsonian Institution in Washington, DC., im „Intrepid Sea, Air & Space Museum“ in New York, dem California Science Center“ in Los Angeles und dem Johnson Space Center der NASA in Houston. Die Atlantis wird im Kennedy Space Centers der NASA im US-Bundesstaat Florida als Museum verbleiben. Damit stehen die gebauten Shuttles als Denkmal in allen Teilen der USA, sollen die Menschen aufrufen an die Visionen zu glauben und sie Mahnen, dass die Raumfahrt der wohl gefährlichste Weg der Menschheit werden soll.

135 Missionen in mehr als 30 Jahren geworden sein und geschätzte 120 Milliarden Dollar an Kosten, sprechen für lange Erfahrung, viel Erreichtem und leeren Kassen. Das letzte große Projekt der Menschheit geht pleite - moralisch wie finanziell. Auf dem Papier sind die Visionäre schon beim nächsten Projekt, dass noch größer, noch weiter und noch teurer wird. Wer kann sich die Raumfahrt leisten, die Staaten wohl kaum. Aber kann man die Raumfahrt in die Hände der Industrie geben, die kostengünstig und kostendeckend das All als Unternehmensexpansion sehen? Schwer zu sagen, doch kann der Staat nicht mehr als die Rolle des Kontrolleurs einnehmen, denn selbst eine ehemalige Supermacht wie die USA, geht bei Veranschlagungen von über 200 Milliarden Dollar in den nächsten 10-20 Jahren in die Knie. Für Konzerne sind das heute keine übergroßen Zahlen mehr, denn nur wenige Firmen zusammen könnten einen solchen Betrag durchaus stemmen und nicht wenige stehen für diese Chance Schlange. Das Unternehmen Virgin Galatics macht es vor, baut ein eigenes Shuttle in den Orbit und verdient schon bevor ihr Shuttle überhaupt abhebt. Davon kann die NASA noch lernen und doch scheint der Traum vom All damit verkauft. Doch zeigt die Geschichte, dass der Staat nur ein Babysitter sein und der wachsenden Idee den Weg weisen kann. Welchen Weg die Entwicklung dann einschlägt, ob sie durch die Industrie erst richtig erwacht und erwachsen wird, oder die Visionen zu Grunde richtet, wird sich zeigen.
 

Aus der Geschichte lernen heißt für die Zukunft arbeiten!

Das Space Shuttles ist tot, es lebe die globale Raumfahrt.

 

Einleitung

Standort Mond

Mond

Von I, Luc Viatour, CC BY-SA 3.0

Die Zukunft der Menschheit?

 

Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist.

Der Mond war schon immer Mittelpunkt menschlicher Träume und Visionen. Die ersten Astronomen, die größten Romanautoren und auch die Träume so vieler Menschen. Sie alle sahen sich auf dem Mond wandeln, leben und die Menschheit auf dem uns nächstliegenden Himmelskörper fortleben. Viele dieser Visionen wurden bereits umgesetzt, einige werden wohl in diesem Jahrhundert nicht zu erfüllen sein, aber die Vision von einer Kolonie auf dem Mond, soll schon in diesen Jahrzehnt realisiert werden. Gemeint ist damit, dass eine bestimmt Anzahl von Menschen sich andauernd und in festen bzw. stationären Unterkünften dort aufhalten soll. In den konkreten Planungen sind die Kolonien wissenschaftlich ausgerichtet, der Betrieb eines Teleskops auf der erdabgewandten Seite soll eingerichtet werden und ebenso eine wirtschaftlich Ausnutzung der Ressourcen auf dem Mond, dem Helium 3 ausgerichtet.

 

"Das Prinzip ist einfach, aber nicht konventionell. Es ist logisch, tragbar und im Bereich unserer Möglichkeiten, was sowohl die materiellen als auch die finanziellen Aspekte angeht. Warum sollte man ein Raumfahrtprojekt als Wegwerfprodukt ansehen, wenn es möglich ist, eine Basis zu errichten, die wachsen und gedeihen kann und damit die friedliche Eroberung des Weltraums durch den Menschen weiter vorantreiben kann?"

(Dr. Järstrat, schwedischer Wissenschaftler in Zusammenarbeit mit dem schwedischen SMART-Center und internationalen Konzernen)

 

Entwicklung

Historische Entwicklung

 

Die Akteure der ersten Mondmissionen waren die Sowjetunion und die USA, welche sich als Supermächte im Kalten Krieg einen Wettlauf zum Mond lieferten. Der Weltraum war zwar nur ein Gebiet dieses Wettstreits und durchaus auch Teil eines Wettrüstens, doch hatte dieser Konflikt für die gesamte Menschheit große Bedeutung, förderte unschätzbare Erkenntnisse zu Tage und konnte auch nach dem Kalten Krieg weiter verwendet werden.

So punktete die UDSSR mit der Sonde Lunik 2 (1959) als erste Macht auf dem Weg zum Mond. Diese erste Mondsonde war unter anderem ein Grund für das Apollo-Programm John F. Kennedys im Jahre 1961, mit dem Ziel den Mond zu besuchen und auch zu besiedeln - vor den Sowjets. Diese wollten nicht ins Hintertreffen geraten und kündigten ein Parallel-Programm an, mit denselben Zielen. So startete das Sowjetischen Zond Programm (1964), welche wie das Apollo Programm, mehr als nur ein Prestigeprojekt war. Das Ziel beider Supermächte, eine Ideologie auf einen neuen Planeten zu bringen bzw. als erster dort die Fahne aufzustellen, wurde von beiden Supermächten als Beweis ihrer Überlegenheit gesehen - der Überlegenheit ihres Systems zu demonstrieren. So wurde kein Geld gespart und mit immensen Kosten, in kürzester Zeit die Technik für das Projekt entwickelt.
Im Jahre 1968 flog Apollo 8 erstmals Menschen in Mondnähe und schon 1969 konnte die Apollo 11 Mission auf dem Mond landen. Trotz diesen Erfolgen, den unglaublichen Bildern vom Mond und des wohl wichtigsten Schritt der Menschheit im letzten Jahrhundert, wurde das Programm eingestellt. Im Jahre 1972 flog Apollo 17 als letzte Mission zum Mond bzw. landete auf ihm. Neben Mondgestein und vielen wissenschaftlichen Erkenntnissen, wurde das kostenintensive Programm zu Grabe getragen. Das Geld wurde für andere Projekte gebraucht und die Satelliten bzw. die Erdumlaufbahn wurde für den Kalten Krieg weitaus interessanter und auch leichter erreichbar.
Erst 2004 startete George W. Bush ein neues Projekt mit einem ehrgeizigen Ziel, ein neues Mondprogramms, eine Mondstation und die Errichtung einer Basis für künftige Marsmissionen auf dem Mond. Warum die Wiederaufnahme? Die Gründe liegen in der globalen Entwicklung und dem Bedürfnis der USA, die dominante Macht im Weltall zu bleiben. So brauchte es nur zwei Jahre länger, im Jahre 2006, und die Volksrepublik China sahen sich auch unter den Raumfahrernationen angekommen. Schon im Jahr 2024 soll die chinesische Fahne auf dem Mond wehen. Wobei Sie auch wie die NASA, den Mond nicht nur besuchen, sondern dort auch sesshaft werden wollen.

Aus den ersten Testflügen 2009 und den Missionen 2014, musste die USA Abstand nehmen. Die Spaceshuttles abgeschafft wegen Unzuverlässigkeit und alle weiteren Großprojekte gestrichen wegen Geldmangels. Der Krieg im Nahen Osten hat die amerikanische Nation ausbluten lassen - im wahrsten Sinne des Wortes. Die vielen Ausgaben sorgten für eine sich anbahnende Zahlungsunfähigkeit und der Rotstrich traf die Mondmissionen als erstes. Fakt ist, auch Obama will auf den Mond und braucht den Mond. Einmal um der Nation wieder ein Ziel zu geben, moralisch wie technisch, und auch die Energielkrise auf der Welt zwingt ihn andere Ressourcen nicht aus den Augen zu verlieren. Die Ziele, ohne festen Zeitplan, sind es vier Astronauten 180 Tage lang auf dem Mond verweilen zu lassen und dann eine permanent bemannte Mondbasis, am lunaren Südpol, zu etablieren. Die anderen Nationen sehen sich hier in der Pflicht und auch die EU, China, Japan, Indien und Russland wollen auf den Mond. Das Helium 3 als Energiequelle, die mögliche Startbasis für weitere Missionen ins All und vor allem die wirtschaftlichen Vorteile einer Nation, die Ende das Jahrhunderts auf dem neuen Spielfeld Mond ein Wörtchen mitzureden hat.

 

Der Mond

Der Mond

 

"Mit einem solchen Außenposten kann die NASA erforschen, wie die natürlichen Rohstoffe des Mondes genutzt werden können, um davon zu leben, und eine Reise zum Mars vorbereiten."

(US Behörde)

 

Der Mond (lateinisch Luna) ist der einzige natürliche Satellit der Erde. Man nennt solche Himmelskörper, die nicht als Planeten mit eigentliche Sinne bezeichnet werden können, auch Trabanten. Er ist mit einem Durchmesser von 3476 km der fünftgrößte Mond des Sonnensystems. Seine Größe und Beschaffenheit, vor allem das vorhandene Wasser auf dem Mond, machen ihn für eine Besiedlung interessant. Neben den Verhältnisse, Anziehungskraft und "Klima", spricht auch die gute Erreichbarkeit - kaum Einschränkungen durch "Startfenster" - für ihn. Die Bedingungen sind quassi essentiel für den nächsten Schritt der Menschheit ins Sonnensystem. Als Basis für zukünftige interplanetare Missionen, wäre es weit einfacher den Mond als Basis zu benutzen als eine Raumstation. Eine Raumstation birgt weit mehr Gefahren, ist auch teurer und was Lagerungskapazität bzw. Bebaubarkeit angeht, so ist der Mond nunmal unschlagbar, wenn nur nicht die Entfernung wäre. Diese wäre aber mit den kommenden Entwicklung - Weltraumfahrstuhl und neuartigen Antriebssystemen - kein Problem mehr. Außerdem ist der Trabant in den Augen vieler Visionäre, Wissenschaftler und SF Experten nur die Generalprobe für fernere bemannte Missionen. Als momentan größtes Argument gilt das Mondgestein und der dort enthaltene Anteil an Helium-3 zu sehen. Dieser Stoff ist grundlegendes Element für eine (theoretische) Kernfusion und könnte somit die Lösung aller Energieprobleme des Planten Erde sein. Dennoch müssen erst Satelliten und weitere Forschungen über den Mond die Machbarkeit aufklären. Viele Kriterien und Umstände sind noch mit Fragezeichen versehen und vor allem die andauernde Niedrig-G-Belastung der Kolonisten könnte auf lange Zeit zu gesundheitlichen Problemen führen. Eine Problematik, die erst in der ISS ausführlich getestet werden muss. Auch die Psychologie ist ein immer wieder aufkommendes Argument, denn keiner weiß, wie sich die langen lunaren Nächte und Tage auf die Kolonie bzw. deren Bewohner auswirken. Wir können heute nur Vermutungen anstellen, auf Grundlage der bisherigen Forschungsansätzen von geschlossenen Gruppen in beengten Räumen schließen und die Raumfahrer bestmöglich vorzubereiten. Es werden Konzepte von psychologischer Betreuung, einem ausgewogenen Verhältnis von Frauen, Männer und familiären Strukturen erwogen. Auch die starken Temperaturschwankungen bzw. die daraus resultierenden Einschränkungen bei der Nutzung von Solarenergie. Dabei soll Wasser und auch Helium 3 das Problem lösen. Es kommt aber nicht nur auf dier autarke Energieversorgung an, auch die Versorgung mit Nahrung ist ein wichtiger Punkt, der besprochen werden muss. Die Wissenschaft kennt im Moment nur wenige Antworten auf die so wichtigen Fragen, wobei die wichtigste Frage noch kaum aufgegriffen werden konnte - die der kosmischen Strahlung bzw. deren Gefahr. Der sog. Van-Allen-Strahlungsgürtel (benannt nach James van Allen), ein Torus energiereicher geladener Teilchen, die durch das magnetische Feld der Erde eingefangen werden. Aus den Sonnenwinden und anderer kosmischen Strahlung bestehend, ist der Erdorbit die letzte Grenze vor dieser Gefahr. Schon auf der ISS sind die Astronauten erhöhter Strahlung ausgesetzt und Sie begeben sich in die Gefahr eines erhöhten Krebsrisikos. Die Lorentzkraft bzw. die magnetischen Flasche um die Erde, schützt die Astronauten. Doch auf dem Mond gibt es keine magnetischen Felder, die solche Strahlen ablenken können.

 

Mondkolonie

Die Kolonie

 

Ein Kolonie muss bestimmte Kriterien erfüllen: gute Transportmöglichkeiten / natürliche und nutzbare Ressourcen / relevante Objekte zur Nutzung in mittelbarer Umgebung. Dabei sind die Polregionen der wohl optimale Ort für eine Kolonie. Gute Lichtverhältnisse für die Solarenergie, Wasser als Quelle für Wasserstoff und sehr gut Bedingungen für die Forschung. Den lunaren Südpol haben somit verschiedene Konzepte als Mittelpunkt, vor allem wegen der guten Lage für Kommunikation und Energienetze, wobei auch astronomische Beobachtungen aus dieser geographischen Lage möglich wären. Das Südpol-Aitken-Becken ist der größte bekannte Einschlagkrater des Mondes und kann Rückschlüsse auf den Aufbau erlauben. Die Krater generell, meist mit Wasser in der unmittelbaren Nähe, werden wohl definitiv Ursprung menschlicher Kolonien auf dem Mond sein. Die Äquatorialregionen sind für eine Basis nur schwer geeignet, könnten aber ans Energienetz angebunden werden bzw. durch automatisierte Stationen besiedelt werden. Die Regionen sind vor allem deshalb so interessant, weil hier eine höhere Konzentration an Helium-3 vermutet wird. Sauerstoff und Wasser könnten hier aber nur aufwendig aus dem Gestein gewonnen werden. Trotzdem sind die globalen Energiekonzerne sehr an der Sicherung von Landstrichen und Abbaukonzessionen in diesem Gebiet interessiert. Wobei die Landstriche auf Rückseite des Mondes noch weitaus attraktiver sind. Die Helium-3-Konzentration dürfte hier noch merklich stärker sein als auf der erdzugewandten Seite, denn die Erde kann diese während des Mondumlaufs nicht vor dem Sonnenwind schützen. Leider ist die Kommunikation, die Versorgung mit Wasser und auch die Energieversorgung nur unzureichend möglich. Nur die automatisierten Förderungen erlauben hier einen ertragreichen Abbau, ansonsten müssten alle Versorgungsgüter kostenaufwendig von der Erde geliefert werden.

 

 "Viele Missionen und Projekte in der Raumfahrt sind durch ihre hohe Komplexität und die damit verbundenen Kosten nur in internationaler Kooperation - zum Beispiel mit der NASA - zu realisieren."

(DLR- Chef Johann-Dietrich Wörner)

 

So gibt es die verschiedensten Arten von Mondkolonien, die wissenschaftlichen durch Menschen besetzten, die wirtschaftlichen wohl automatisierten Anlagen und die Knotenpunkte für Versorgung und Vernetzung. Manche Stationen werden als effiziente Abbaustationen geplant, andere sollten auf Staubseen "schwimmen", ebenso sind aufblasbare Komplexe in diversen Ausführungen und auch unterirdische Wohnanlagen für eine Besiedlung angedacht. Die Besiedlung im Untergrund würde die kosmische Strahlung und auch das Risiko von Mikrometeoriten, wie auch starken Temperaturschwankungen minimieren. Vor allem die Architekten von heute sehen hier eine Möglichkeit zur realisierbaren Kolonisierung des Mondes in kurzer Zeit. Die natürlichen Höhlen (lunare Lavaröhren) sind dabei von Vorteil. Verschiedene SF Autoren haben sich dieser Idee, in ihren Fiktionen, angenommen und denken die Pläne der Ingenieure weiter. Das Mondgestein als Grundlage für Baumaterial, Basis für Lagerräume und geschütztes Wohnen auf der Mondoberfläche. Auch künstliche Magnetfelder, große Kuppeln und modulare Bauweise kommen immer wieder in den Plänen vor. In jeder Konstruktion finden wir auch verschiedenste Pläne für die Energieversorgung, entweder durch Photovoltaik Anlagen, Sonnenwärmekraftwerke, Tanks für Helium 3 und/oder Wasserstoff, aber auch Kernkraftwerke. Dabei sollen die neuen Generation radioaktiver Energieerzeugung, die Radioisotopengeneratoren, eine durchaus denkbar Alternative darstellen.

 

Die großen Entfernungen, zu den Abbaustationen, Verteilernetzwerken, Forschungsstätten und Wohnkomplexen, sind dabei ein großes Problem bei der Planung. Der Mond-Rover mag für Personentransporte nützlich sein, doch bei größeren Lasten wird er nicht mehr tragbar. So kamen die Entwickler, vor allem durch die SF angeregt, auf Magnetschwebebahnen. Diese sollen schnell, ohne Behinderung durch Reibung und somit enormer Geschwindigkeit, mit wesentlich höherer Reisegeschwindigkeiten und Ladekapazität, die Logistik auf dem Mond sicherstellen. Doch müsste man hier eine komplett neue Entwicklung anstreben, denn eine Schwebebahn auf der Erde kann den Bedingungen auf dem Mond nicht genügen.

 

Pendelverkehr

Pendelverkehr

 

Der Weg ist das Ziel. Dieses Sprichwort trifft vor allem auf die Pläne für die Mondbasen bzw. - kolonien zu. Denn Fakt ist, der Weg über die Raketenstarts von der Erde aus, ist mehr als ineffektiv. Mögen die Apollomissionen diesen Aufwand noch gerechtfertigt haben und die Auskundschaftung des Mondes durch Satelliten so durchaus machbar sein, kann es für einen "Shuttleservice" keine erwägbare Alternative darstellen. Zuviel müsste mit den Raketen transportiert werden und zu teuer wäre der Aufbau, vom zeitlichen Element mal ganz abgesehen.
Auch hier versuchen Ingenieure und SF Autoren zusammen eine Lösung zu entwickelt und zu erdenken. Immer wieder heiß diskutiert ist der Orbitfahrstuhl, der den Transport von Material günstig gewährleisten könnte. Die Raketenpreise von 50 000 Euro das Kilo wären Geschichte und 100 Euro pro Kilo ließen einen Aufbau kostengünstig durch schnelle Transportwege realistisch erscheinen.
Bleiben wir aber bei den existierenden technischen Grundlagen und diese haben bereits mit großen Problemen zu kämpfen. Der Mond besitzt keine Atmosphäre und so gibt es beim Anflug keine Möglichkeit für ein atmosphärisches Bremsen. Man muss also bereits beim Anflug zusätzlich Treibstoff für den Bremsvorgang mit einrechnen, wobei dies beim Start umgedreht der Fall ist. Trotzdem haben wir das Problem der Betankung auf dem Mond oder in der Mondumlaufbahn. Die Erzeugung des Treibstoffes und noch viele andere Probleme mit den Raketen. Eine Alternative, die auch aus der SF stammt, aber in der Entwicklung weit fortgeschrittener ist als der Fahrstuhl von der Erde, ist die Railgun, welche man als Massetreiber und der Umstände auf dem Mond (wenige Anziehungskraft, keine Atmosphäre und Lage im Weltraum) als feste Installationen bzw. Startplattform installieren könnte. Fakt ist, dass auch hier das Energie- bzw. Versorgungsproblem noch ungeklärt ist.

In den meisten Planungen und auch Ideenskizzen, wird ein Pendelverkehr von einer Raumstation (Erdorbit) zu Raumstation (Mondorbit erwogen), der durch ein Shuttle bewerkstelligt werden könnte. Die Raketen brächten dann nur bis in den Erdorbit fliegen, könnten durch Satellitentransports bzw. Versorgung der ISS effizient bzw. kostengünstig in bestehende Transportpläne eingeflochten werden und sich somit auch lohnen. Von der Mondumlaufbahn kann man mit Landemodulen auf den Trabanten landen. Die Fluggeräte sind durch die geringe Anziehungskraft und das Nichtvorhandensein einer Atmosphäre, wäre nur wenigen Auflagen unterworfen. Sie könnten dann aus der Mondumlaufbahn die verschiedenen automatisierten, bewohnten und Knotenpunktbasen anfliegen. Das Shuttle für den Pendelverkehr könnte im Weltraum zusammengebaut, ausschließlich für den Weltraumflug konstruiert und somit optimal für seine Aufgabe angepasst werden.

 

Globales Projekt

Von nationalen Programmen zur globalen Aufgabe

 

" ... in ein neues Zeitalter der Entdeckung und Erforschung katapultieren .. ihre Kapazitäten und finanziellen und technischen Beiträge wirksam einzusetzen. Damit wird optimaler Nutzen aus global vorhandenem Wissen und Ressourcen gezogen."

(NASA-Vizechefin Shana Dale)

 

Ob Russland, China, Indien, die Europäer oder die NASA, alle haben in ihren Raumfahrtprogrammen den Mond als Ziel festgelegt. Manche Staaten als Zielorte für ihrer Satellitenstarts, manche im Sinne der Forschung, andere als Hand zur nationalen Bestätigung und wieder andere auch als wirtschaftlich lohnendes Ziel. Der Mond ist 384.000 Kilometer entfernt und er soll der erste von Menschen besiedelte Körper im Weltall werden.
Die Russen haben im Moment das ehrgeizige Projekt, denn neben einer Weltraumstation, planen sie einen Nachfolger für die Internationale Raumstation ISS und einen neuen Weltraumbahnhof. Erste Flüge sind für das Jahr 2025 vorgesehen, wobei der Bau des Stützpunktes zwischen 2028 und 2032 erfolgen soll. Auch der Mars rückt damit in Reichweite und in frühestens 30 Jahren könnte man auch dorthin erste Missionen starten.

Es sind immer drei Schritte, die sich in den nationalen Weltraumprogrammen wiederfinden. Eine funktionstüchtige und ausgestatte Raumstation im Erdorbit, entweder in Eigenregie oder im Verbund mit anderen Nationen bertrieben. Die Erforschung und der Besuch des Mondes. Als letztes der Bau einer Mondstation, die dann im Folgenden zu einer Art Startplattform zu den Sternen ausgebaut werden soll. Vorbild für diese Stationen sind gebaute Wohnkomplexe in den unwirklichsten Regionen der Erde, allen voran die Antarktis. Alle Nationen haben dort ihre Forschungseinrichtungen und diese sollen dann auch - in angepasste Form - auf dem Mond gebaut werden. Steckte man im letzten Jahrhundert seine Fahnen in die noch weißen Flecken auf der Karte der Erde, so wollen die Nationen auch auf dem Mond präsent sein, Teil dieser Zukunft werden und vor allem nicht den Anschluss verlieren. Schon heute werden die Startplattformen auf der Erde in Russland, dem Amazonas Gebiet und anderswo ausgebaut bzw. dem neusten Stand der Technik angepasst. Dabei soll der Mond in naher Zukunft diese Plattformen dann ersetzen und Sie zu logistischen Nachschubstationen degradieren. Auch die privaten Unternehmen sind sich dieser Tatsache bewusst. Im Weltraum leben, heißt autark leben und Abhängigkeit bedeutet gleichzeitig auch Anfälligkeit. Der Mond bietet genügend Alternativen für die verschiedensten Bedürfnisse einer Kolonie und nur Anfangs müssten große Mengen Material eingeführt werden. Man plant heute schon die Produktion von Mondbeton, Wasseraufbereitungsanlagen, Energiekollektoren und autarken Habitaten. In den Konzepten ist der einzige erkennbare Unterschied nur die Flagge auf den Wohnkomplexen!

Der Mond birgt wie jedes ehrgeizige und innovative Idee, vor allem die großen Investitionen, die sich erst langfristig bezahlt machen sollen. So planen die Nationen wie Unternehmen, neben den Kosten für Mondbesuche und Stationen, auch die Ausbeutung der Mondressourcen für eine Verwendung auf der Erde ein. Die NASA veranschlagt die Kosten für die Mondmission bzw. erste Besiedlung einen Etat von 78 - 120 Milliarden Euro ein. Inbegriffen sind aber noch nicht die Betreibung der Stationen, nur der Aufbau. Die Wirtschaft soll mitfinanzieren, darf Schürfrechte für sich ausbeuten und ihr Logo auf die Mondstation kleben. Gase wie Helium 3 oder auch seltene Metalle auf dem Mond locken Investoren an.

 

(Konzept für eine deutsche Mondmission im Jahr 2015)

 

Dennoch ist es Realität, dass keine Nation alleine es schaffen wird. Die finanziellen Kosten sind zu hoch, das Know How der einzelnen Programme ist zu klein und die Ziele im einzelnen auch zu speziell. Nur eine Zusammenarbeit wäre effizient und die Industrie lebt es vor, denn die Konzerne haben keine nationalen Grenzen, sie sind transnationale Konglomerate, für die nur Zahlen und Bilanzen zählen und keine Flaggen. Dr. Järstrat hat gemeinsam mit dem schwedischen SMART-Center den einzigen lunaren Satelliten unter Kontrolle. Er war es auch, der ein internationales Konsortium ins Leben gerufen hat, das die Pläne einer Mondbais quasi vom Zeichenbrett in die Realität holen soll. Mehr als 50 Partner nehmen daran teil, dazu gehören die japanische Shimizu Corporation wie das amerikanische NASA-Vertragsunternehmen Orbitech. Auch akademische Institutionen sind dabei, darunter die Ecole de Mines aus Frankreich und die englische Cranfield-Universität. Wer könnte eine autarke Siedlung besser betreiben als Wirtschaft, Wissenschaft und Länder gemeinsam. Die Wirtschaft weiß effektiv zu denken, die Wissenschaft bietet Know How und die Nationen ihre Erfahrung. Die Mondkolonie als Zukunftsprojekt für die Menschheit, mit der Menschheit und durch die Menschheit. Ein Testgebiet für Gesellschaft, Technik und neue Lebensgrundlagen. Was man auf der Erde falsch gemacht hat, soll hier nun von Grund auf anders und gänzlich neu angefangen werden.

Es sind die alten Probleme, die eine Mondstation immer wieder verzögern. Die innenpolitisch, außenpolitischen und finanziellen Probleme der Nationen. Man würde mit 30 Million Euro pro Tonne Nutzlast in das Projekt starten und ähnlich Verzögerungen wie bei der ISS riskieren, ganz zu schweigen von den Entwicklungsrückschlägen. Der Aufzug ins All ist zwar eine Alternative, doch wo ihn bauen, wo ihn betreiben und vor allem wie ihn finanzieren. Man veranschlagt heute 400 Milliarden Euro Baukosten für einen Aufzug mit der vorhandenen bzw. erforschten Technik. Realistisch sind eher 1 Billionen Euro, was sogar finanzierbar wäre, würde man alle Nationen der Welt und vor allem die Industrie ins Boot holen. Für die 5 größten transnationalen Konzerne wäre eine solche Summe in 15 Jahren Bauzeit durchaus machbar. Sie haben den großen Vorteil Wirtschaftskraft, Management und Ziele OHNE nationale Hindernisse anzugehen. Die größten Unternehmen der Erde machen zig Milliarden Euro Umsatz im Jahr, wobei die Nationen nur Schulden machen.
Die Europäer, in Zusammenarbeit bereits geschult und seit Jahren darauf angewiesen, durch Zusammenarbeit erfolgreich zu sein, wären eine gute Leitfigur bei dieser globalen Aufgabe. Vielleicht wird gerade im Zusammenhang mit der Einmottung der Spaceshuttles, die ESA zum auschlaggebenden Faktor. Die USA brauch die Europäer und umgekehrt ebenso. Außerdem wäre die ESA der ideale Ansprechpartner für Länder wie China, Indien und Japan. Auch die Russen sind mit der ESA in langer Zusammenarbeit verbunden und die ISS wird nun weit mehr auf den Schultern vieler Nationen liegen.

 

"Wir sind heute auf der Internationalen Raumstation ISS, wir können uns nicht vorstellen, dass wir nicht auf einer planetaren Basis sein werden - zunächst auf dem Mond und später auf einem anderen Planeten."

(Piero Massima - Leiter der ESA-Koordinationsstelle für bemannte Raumflüge und Erforschung)

 

Die nationalen Weltraumprogramme haben ausgedient. Die USA erkennt dies auch langsam, andere Großnationen wie China, Indien und Russland sehen ihre eigenen langfristigen Ziele auch nur gemeinsam verwirklicht und die Wirtschaft wird in kommenden Jahren wohl den ausschlaggebenden Beitrag machen - das Kapital. Es ist eine Aufgabe der Wissenschaft, der Menschheit und der gebündelten Finanzkraft der wichtigsten Institutionen unseres Planeten - auch die der Konzerne.