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Wir sind eine unabhängige und vorwiegend deutschsprachige Internetseite für Modding in Games. Seit 2005 hat sich das Projekt Designmodproject dem Modden bzw. dem Erstellen von Mods verschrieben (Mod; Abk. für engl. modification oder deutsch Modifikation). Dabei stand immer die historische Erweiterung von Spielinhalten des strategie- und militärhistorischen Genres der PC-Spiele im Vordergrund.

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Kampagne, kritische Fehler in Griechenland-1 Szenario berichtigt    

Einleitung

Regeln und Verordnungen

 

Orden/Auszeichnungen/ Ehrenzeichen
des Großdeutschen Reiches

 

 


 

Einleitung

 

Das Deutschland von 1871-1918 kannte keine Reichsorden. Die verschiedenen deutschen Bundesstaaten (Preußen, Bayern, Sachsen Baden, Hessen usw.) hatten alle eigene Orden und die 22 Bundesfürsten verliehen verschiedene und äußerst vielschichte Auszeichnungen an ihre Untergebende wie auch Ausländern. Auch der preußsische König und Kaiser von Deutschland verlieh eigene preußische Orden, wobei einige Reichsweite Bedeutung erlangten - so das Eiserne Kreuz.
Die Weimarer Republik und seine Regierung kehrten sich vollständig von dieser Praxis ab, "sie kannte keine staatlichen Orden und Ehrenzeichen. Sie verbot deren Verleihung durch den Staat und bestimmte, dass kein Deutscher von einer ausländischen Regierung Titel oder Orden annehmen dürfte."

Ausnahmen in der Weimarer Republik


Die Annahme von päpstlichen Orden wurde mit der Begründung gestattet, es handle sich nicht um Orden einer ausländischen Regierung - obwohl der Vatikan als Staat durchaus eine weltliche Macht besaß und diese auch ausübte - da der Papst kein Land besaß (Staatswerdung im Jahr 1929).
Die Rettungsmedaille (am Bande) wurde 1925 in der preußischen Variante wieder eingeführt und dann auch auf andere Länder ausgeweitet. Das Kolonialabzeichen kam ebenso wieder dazu. Das Rote Kreuz wurde in Hinsicht auf die neue Ordenspolitik auf ein Ehrenzeichen umgestellt (28.04.1922). Auch andere Treudienstabzeichen (Feuerwehr, Polizei usw.) durften weiterhin von Städten, Gemeinden und anderen Körperschaften in Form eines Ehrenzeichens verliehen werden.

 

Das Dritte Reich brach mit der Politik der Weimarer Politik, in jeder Hinsicht. So kam diese neue Politik und ideologische Ausrichtung von der kurzsichtigen Ordensfeindlichkeit, die schon so lange Tradition in Deutschland hatte, ab. Es wurde Regeln wieder eingeführt, neue Regeln eröffnet und vor allem eigene Orden eingeführt. Die Ideologie der Nationalsozialisten basiert zu einem großen Teil auf Hierarchie und Meriten. Die Orden und Ehrenzeichen als Symbol für Regimetreue und politische Einstellung erlangten von 1933-45 ein bisher kaum erreichtes Niveau. Von der Masse und ideologischen Bedeutung kann in dieser Hinsicht wohl die die frühere Sowjetunion die NS-Verhältnisse übertreffen.
Ein wichtiger Punkt im neuen Gesetz vom 07.04.1933 war die Schrittweise Verleihungsvollmacht in die Hände der Nationalsozialisten. So sind die Erweiterungen und Änderungen vom 30.04.1934, 15. Mai 1934 und 14.11.1935 wichtiger Schritte auf eine Gleichstellung auch im Bereich der Orden und Ehrenzeichen. Der Schlusspunkt dieser Entwicklung wird mit dem 01.07.1937 gesetzt:

§ 3 Absatz 1

  "Orden und Ehrenzeichen kann nur der Führer und Reichskanzler verleihen. Weitere Bestimmungen hierüber sind dem Führer und Reichskanzler vorbehalten"

Die Rechte der Länder sind damit restlos und bedingungslos beseitigt - für alle Orden, Ehrenzeichen und Treudienstabzeichen. Viele alte, historische und traditionsreiche Orden verschwanden von der Bildfläche, wurden verboten und endeten als bedeutungslose Dekoration in den Schubladen der Ausgezeichneten ihrer Zeit. Es gibt Ausnahmen, aber auf die wird noch eingegangen.

 

Ehrenzeichen

Fortwährende Ehrenzeichen/ -zulagen und - bezeugungen


Vor allem die Orden mit Ehrenzulagen, die sich aufgrund ihrer Wichtigkeit ableiten, sind auch nach 1933/37 erhalten geblieben. Gerade weil diese Orden der führenden Schicht vorbehalten, nur unter besonderen Umständen verliehen wurden, bereits eine reichsweite Bedeutung hatten und einen besonderen militärischen Hintergrund hatten, waren sie weiterhin nicht von den Uniformen wegzudenken.

 

 



 


 
Orden mit (weiter bestehender) Ehrenzulage Die hauptsächlichsten aufgeführt
 
Preußen:
Eisernes Kreuz (1870/71)
Preußische Militärverdienstkreuz
Preußische Militärehrenzeichen I. Klasse
Österreich:
Militär-Maria-Theresien Orden
Tapferkeitsmedaille für Manschaften
Bayern:
Bayerische Militär-Max-Joseph-Orden
Bayerische Goldene Sanitäts-Ehrenzeichen
(Bayerische Militär-Sanitätsorden I. Klasse)
Bayerische Goldene und Silberne Verdienstmedaille (vor dem Jahre 1892)
Württemberg:
 
Württembergische Militärverdienstorden
Württembergische Goldene Militärverdienstmedaille
(bis zum Kriege 1870/71)
Gilt auch für weitere Orden andere Teile Deutschlands,
die aber bereits von preußischen Verwaltungsständen als diese anerkannt werden mussten.

 

 

 

 


 
Ehrensold (jeweils monatlich)
 
Preußen:
Orden pour le merité (20 RM)
Goldenes Militärverdienstkreuz (20 RM)
Österreich:
Militär-Maria-Theresien Orden (20 RM)
Goldene Tapferkeitsmedaille (20 RM)
Bayern:
Militär-Max-Joseph-Orden (25 RM)
Militär-Sanitätsorden I. Klasse (25 RM)
Militär-Sanitätsorden II. Klasse (20 RM)
Goldene und Silberne Verdienstmedaille (20 RM)
Sachsen:
Militär-St.-Heinrichs-Orden
(Kommandeurkreuz und Goldene Medaille) (20 RM)
Württemberg:
Militärverdienstorden (Kommentur) (25 RM)
Goldene Militärverdienstmedaille (20 RM)
Baden:
Militär-Karl-Friedrich-Verdienstorden (20 RM)
Militärischer-Karl-Friedrich-Verdiensmedaille (20 RM)


 

(Hier nicht aufgeführt, aber auf keinen Fall zu vergessen: Großkreuz des Eisernen Kreuzes1914 und 1939 / Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes / österreichische Leopold Orden - diesen Trägern wird die Ehre zuteil, dass Posten mit Gewehr eine Ehrenbezeugung durch Stillstehen mit präsentiertem Gewehr erweisen)

 

Trageweise

Ausländische Orden


Verleihungen von ausländischen Orden bzw. deren Annahme musste vom Führer genehmigt werden. Der Weg ging dabei über das Auswärtige Amt, Chef der Präsidialkanzlei und unterschiedlichen zuständigen Verwaltungsbehörden, welche die Ermittlungen anstellen und schlussendlich dem Führer vorlegen.
Kriegsauszeichnungen (Tapferkeits- oder Verdienstorden) verbündeter Staaten dürfen ohne Voranfrage und Genehmigung angenommen und getragen werden.

 

Trageweise

 

Bei der Trageweise sind die jeweiligen Stiftungsvorschriften maßgebend, sie entscheiden wo, in welcher Form und wann der Orden getragen werden darf, soll und muss.
Bei der getragenen Miniaturform der Orden gelten oftmals keine speziellen Stiftungsvorschriften und Wehrmacht, Polizei und Partei machen hier eigene Anzugordnungen geltend. So sind es vor allem die dreieckig gelegten und bauschigen Bänder, die nur verschwinden (Bayerisch und Österreichisch). Zur einheitlichen Ordnung sind nur noch die rechteckigen Ordensschnallen erlaubt. Dieses muss 5 cm breit sein und senkrecht von oben nach unten , wobei ein aufgesticktes Symbol genau mittig angeordnet ist.
Für die Wehrmacht sind die Anzugsordnung der Wehrmachtsteile maßgebend. Zum Parade- und großen Dienstanzug dürfen nur bestimmte Orden und Ehrenzeichen getragen werden:

 

 

I. Deutsche Vorkriegs-, Kriegs- und Nachkriegsauszeichnungen mit Ausnahme des Johanniterordens.

II. Kriegsauszeichnungen ehemals verbündeter Länder

III. SA Wehrabzeichen

IV. Genehmigter Sportabzeichen (Nicht mehr als zwei)

V. Ausländische Orden


(Außer Dienst dürfen auch die übrigen gesetzlichen zugelassenen Orden und Ehrenzeichen getragen werden)

Halsorden: Oberste Stelle Kriegsorden, danach Friedensorden nach Wahl

Auszeichnungen ohne Bänder: Oben Kriegsauszeichnungen, Verwundetenabzeichen, Schlesischer Adler, Baltenkreuz, darunter Ehrenzeichen NSDAP, darunter Friedensauszeichnungen, darunter Sportabzeichen

 


 
Auszeichnungen mit Bändern
Auf der linken Brustseite in folgender Reihenfolge von Rechts nach links
 
1:
EK (1939/14)
2:
Kriegsverdienstkreuz mit und ohne Schwerter
3:
Ehrenzeichen deutsche Volkspflege mit Schwertern und am Bande
4:
Medaille für deutsche Volkspflege mit Schwertern und am Bande
5:
Medaille "Winterschlacht im Osten 1941/42"
6:
Kriegsverdienstmedaille
7:
Hausorden der Hohenzollern
8:
Roter Adlerorden (III. und IV. Klasse mit Schwertern)
9:
Kronenorden (III. und IV. Klasse)
10:
Militär-Maria-Theresien Orden
11:
Bayerische Leopold-Orden
12:
Bayerische Militär-Max-Joseph-Orden
13:
Bayerische Militär-Sanitätsorden
14:
Bayerische Militär-St.-Heinrichs-Orden
15:
Württembergische Militärverdienstorden
16:
Badischer Militärischer Karl-Friedrich-Verdienstorden
17:
Preußisches Goldenes Militärverdienstkreuz
18:
Preußische Militärehrenreichen I. und II. Klasse
19:
Österreichisches Goldene Tapferkeits-Medaille
20:
Bayerische Goldene und Silberne Tapferkeitsmedaille
21:
Sächsische Goldene Medaille des St.-Heinrichs-Orden
22:
Württembergische Goldene Militär-Verdienstmedaille
23:
Badische Militärische Karl-Friedrich-Verdienstmedaille
24:
Weiter deutsche Orden des I. und II. Weltkriegs (Verdienst)
nach Klasse und innerhalb der Klassen nach Tag der Verleihung
25:
Ehrenkreuz des Weltkriegs
26:
Österreichische Kriegserinnerungsmedaille
27:
Kriegsgedenkmünze 1864, Erinnerungskreuz 1866, Kriegsgedenkmünze 1870/71
28:
Österreichische Kriegsmedaille
29:
Südwestafrikadenkmünze
30:
Schlesisches Bewährungsabzeichen / Kärntner Kreuz und Tiroler Landesdenkmünze
31:
Rettungsmedaille am Bande
32:
Dienstauszeichnung der Wehrmacht
33:
Andere staatliche Auszeichnungen der NSDAP nach Stufen und innerhalb nach Verleihungsdatum
34:
Deutsches Olympia-Ehrenzeichen
35:
Medaille zur Erinnerung an den 13. März 1938
36:
Medaille zur Erinnerung an den 1. Oktober 1938
37:
Medaille zur Erinnerung an die Heimkehrer des Memellandes
38:
Deutsches Schutzwall Abzeichen
39:
Deutsches Olympia-Erinnerungsmedaille
40:
Ehrenzeichen des Deutschen Roten Kreuzes
41:
Orden und Ehrenzeichen ehemaliger deutsches Landesherren in der Reihenfolge ihrer Klassen und innerhalb nach Verleihungsdatum
42:
Ausländische Orden und Ehrenzeichen in der Reihenfolge ihrer Verleihungen


 


Einige kleine Ausnahme und Verschiebungen finden bei Österreichern (im Großdeutschen Reich) und Trägern bestimmte Treudienstauszeichnungen, dabei werden die Gefechtsspangen von der Ordensschnalle ausgeschlossen.
Eine Besonderheit ist natürlich der Blutorden, der nicht an der Ordensschnalle, sondern im Knopfloch der rechten Brusttasche getragen wird. Eine Ordnung die sich bei allen Waffengattungen in leicht geänderter Ausführung fortsetzt. Die große Ordensschnalle wird nur im Frieden zum Paradeanzug, zum großen Dienstanzug und zum Gesellschaftsanzug getragen. Im Kriege wird nur die - im Frieden für den kleinen Dienstanzug vorgesehene - kleiner Ordensschnalle, Feldspange, getragen, die nur die Bänder verkleinert, nicht aber die Orden selbst trägt. An ihrer Stelle darf im zweiten Knopfloch das Band des Eisernen Kreuzes und daneben nur noch ein Band der Rettungsmedaille getragen werden. Für Beamte gelten die gleichen Vorschriften, bei der Polizei sind die Anordnungen leicht abgeändert.

Orden der Partei

Orden der Partei

 

Eine Sonderrolle in der neu erweckten Ordenslandschaft des Dritten Reichs spielten die Parteiabzeichen. In der Anordnung vom 6. November 1935 erhalten das Goldene Parteiabzeichen, die Traditions-Gauabzeichen und das Goldene Hitler-Jugend-Abzeichen eine besondere Bestimmung. Dabei war das Trage von einem oder mehreren Parteiabzeichen zusammen zum Teil untersagt, durften zur bestimmten Anzügen getragen werden oder das Olympia Ehrenzeichen beispielsweise nicht bei Aufmärschen oder anderen Parteiaufmärschen. Auch musste das Tragen von Gauabzeichen explizit vom Führer genehmigt werden.
Das alles passt in die Herrschaftsstrukturen des NS-Reichs, darunter das Ausspielen von Parteiorganisationen oder die parallel verlaufenden Hierarchien auf den Führer abstimmen. Durch diese Parteiabzeichen-Ordnung stärkte er die Autonomie der unterschiedlichen Organisationen und gelichzeitig schränkte er sie ein, durch jeweils eingeschränkte Trageordnungen und die Entscheidungsvollmacht des Führers selbst.

 

 


 

Bestimmungen Zivil


 

Die Reihenfolge der Wehrmacht in Sachen Orden gilt auch für den zivilen Bereich bzw. Kleiderordnung. Gesetzliche Vorschriften zur Trageweise gibt es in diesem Bezug nicht. Originalorden werden dabei nur bei besonderen Anlässen getragen, das gilt nicht ausschließlich für Frack oder Gehrock.


 

Großkreuze

 

Halsorden

 

Schnallenorden




Das Band des Großkreuzes wird bei Anwesenheit eines Staatsoberhaupts über der Weste, sonst darunter getragen. Zum Band gehört stets der Stern; der Stern eines Großkreuzes wird aber bei kleineren Gelegenheiten auch ohne das Band getragen.


Es ist außer bei Kriegsorden nicht üblich, mehrere Halsorden untereinander zu tragen. Der zu einem Halsorden gehörende Stern kann auch ohne den Halsorden getragen werden.


Die Ordensschnalle kann zum Frack auch schräg unter der linken Klappe getragen werden. Die Reihenfolge der Orden geht dann von oben nach unten.

Bei den Verkleinerungen von Orden wurden spezielle Richtlinien geschaffen, auch um den großem Durcheinander und Arten von Verkleinerungen einen Rahmen zu geben.

 

      1. An der Nadel oder im Knopfloch zu tragen - 9mm und nachgenehmigten Mustern herzustellen



      2. Verkleinerungen sind nur zugelassen: (Kriegsauszeichnungen, deutscher Länder / Rettungsmedaillen / Waffenabzeichen der Wehrmacht / Friedensauszeichnungen ohne Band)



    3. Es dürfen nicht mehr als drei Auszeichnungen vereinigt werden (Ausnahmen: EK I. und II. / Rettungsmedaillen)




Bei den Banddekorationen dürfen verschiedene Bandrollen und Schleifen nach zugelassenen Muster verwendet werden. Frühere Dekorationen dieser Art sind abgeschafft worden. Schleifen sind auf 8 mm (Breite )begrenzt und 25 mm (Länge), dabei ist eine Einfachschleife vorgeschrieben. Die Metallauflagen sind ebenfalls genormt. Die Bandrolle besteht aus höchstens drei Bändern (1 Orden 25 mm / 2 Orden 30 mm / 3 Orden 25 mm). Kriegs- und Friedensauszeichnungen dürfen dabei zusammen getragen werden.

Ausländische Orden/Strafen

Ausländische Orden

 

Die ausländischen Orden - mit Ausnahme von Kriegsauszeichnungen - werden nur angelegt, wenn ein besondere Anlass zur Ehrung des betreffenden Landes oder seines Vertreters vorliegt. An der Ordensschnalle können mangels Trennungsmöglichkeit auch bei anderen Gelegenheiten ausländische Orden getragen werden.
 

Strafen


Das unbefugte Tragen von Orden und Ehrenzeichen ist heute genauso wie früher strafbar. Im Gesetz von 01.07.1938 wird das explizit erörtert. So kann eine Strafe bis zu einem Jahr und mit Geldstrafe bestraft werden. Darunter fallen das Tragen von ausländischen und inländischen Orden und Ehrenzeichen oder Orden mit ähnlichen Aussehen, ebenso deren Verkauf, Handel und Feilbieten. Bei der Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechten verliert derjenige auch das Recht die ihm verliehenen Orden zu Tragen. Die Verordnung des Führers vom 3. Mai 1942 führt dabei den gesetzlichen Schutz der Orden und Ehrenzeichen an.

Ordenskanzlei

Die Ordenskanzlei

 

Die Ordenskanzlei ist der Mittelpunkt des Ordenswesen im Dritten Reich, dort werden die Anträge geprüft, Richtlinien und Vorschriften in Einklang gebracht, ebenso jede weitere Ordensangelegenheit eingeleitet. Als Kontaktstelle dient dabei die Präsidialkanzlei und das Auswärtige Amt, an welche die Urkunden und Orden weitergeleitet werden. Die Ordenskanzlei ist somit Dreh- und Angelpunkt für alle Orden und Ehrenzeichen, ebenso eine Beschaffungsstelle für alle Angelegenheiten drum herum. Damit ist die verwaltungsmäßige Zentralsierung und Gleichschaltung auch im Ordensbereich präsent.
 

Rückgabepflicht

 

Diese besteht hinsichtlich der Orden im Dritten Reich grundsätzlich nicht. Nach dem Ableben des Beleihenden verbleiben die Orden und Ehrenzeichen als Andenken den Hinterbliebenen. Nur für den Verdienstorden vom Deutschen Adler ist bestimmt, dass bei der Verleihung einer höheren Stufe an den Inhaber einer niedrigen Stufe diese an die Ordenskanzlei (Präsidialkanzlei) zurückgegeben wird. Hinsichtlich der in mehrere Stufen eingeteilten Treudienst-Ehrenzeichen und Dienstauszeichnung besteht diese Verpflichtung nicht. Der mit der höheren Stufe Beliehene legt die neidrige ab, behält sie jedoch. Die Rückgabepflicht für die Vorweltkriegsorden besteht weiter. Kriegsorden brauchten niemals zurückgegeben zu werden.

 

Quellen

Doehle, Heinrich: Die Auszeichnungen des Großdeutschen Reichs, Berlin 1943 (Reprint 2009)

http://www.phaleristik-institut.de/DE/o ... angen.html (Letzter Zugriff 28.07.2010)
http://www.suche-militaria.de/ordenspangen.html (Letzter Zugriff 28.07.2010)
http://de.wikipedia.org/wiki/Orden_und_Ehrenzeichen (Letzter Zugriff 28.07.2010)



Autor: Freiherr von Woye

Das Thema

Die Remilitarisierung des Rheinlandes
 

 


Hitlers erster Schritt zum Krieg?

Einleitung

Einleitung



Im Vertrag von Versailles wurde 1919 dem Deutschen Reich der Friede diktiert. Eine Demütigung, die sich in seiner Folge zu einem großen Fehler entwickeln wird. Die Vertreter des Dt. Reiches (Delegationsführer Außenminister Graf von Brockdorff-Ranzau) wurden hierbei nicht einmal gehört und unter Androhung von Sanktionen zum Einlenken gezwungen. Auch der Fortbestand der englischen Blockade nach dem Waffenstillstand in Compiegne mag hierzu beigetragen haben. Der Vertrag, mehr Diktat, war nicht unumstritten. Natürlich akzeptierte das deutsche Parlament unter Protest, aber auch auf Seiten der Entente fehlte es nicht an kritischen Stimmen. Marschall Foch, der Unterzeichner des Waffenstillstands vom 11. November 1918 und Befürworter einer Zerstückelung Deutschlands, im Jahr 1919: „Das ist kein Frieden, sondern ein Waffenstillstand für 20 Jahre! “(I) Wahrlich prophetische Worte, welche sich später mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs am 1. September 1939 20 Jahre später bewahrheiten sollten, hier aber nicht Gegenstand der Betrachtung sind.

Nach dem 1. Weltkrieg wurden dem Deutschen Reich im Versailler Vertrag nun verschiedene Sanktionen auferlegt. Um jene abzusichern, war das linke Rheinufer in 3 Zonen eingeteilt, die bei pünktlicher Erfüllung des Vertrages nach 5, 10 und 15 Jahren geräumt werden sollte. Auch nach der Räumung des Rheinlandes durften sich dort keine deutschen Truppen dort aufhalten.

 

  • Artikel 42
  • Es ist Deutschland untersagt, Befestigungen sowohl auf dem linken Ufer des Rheins wie auch auf dem rechten Ufer westlich einer 50 km östlich dieses Flusses gezogenen Linie beizubehalten oder zu errichten.
  •  
  • Artikel 43
  • Ebenso sind in der im Artikel 42 angegebenen Zone die Unterhaltung oder die Zusammenziehung einer bewaffneten Macht, sowohl in ständiger wie auch in vorübergehender Form, sowie alle militärischen Übungen jeder Art und die Aufrechterhaltung irgendwelcher materieller Vorkehrungen für eine Mobilmachung untersagt." (II)
  •  
  • Artikel 429
  • Wenn die Bedingungen des gegenwärtigen Vertrages durch Deutschland getreulich erfüllt werden, so soll die im Artikel 428 vorgesehene Besetzung nach und nach in folgender Weise eingeschränkt werden:
  •  
  • 1. Nach Ablauf von fünf Jahren werden geräumt: der Brückenkopf von Köln und die Gebiete nördlich einer Linie, die dem Laufe der Ruhr, dann der Eisenbahnlinie Jülich-Düren-Euskirchen-Rheinbach, ferner der Straße von Rheinbach nach Sinzig folgt, und die den Rhein bei dem Einfluss der Ahr trifft, wobei die vorhin genannten Straßen, Eisenbahnen und Orte außerhalb der besagten Räumungszone bleiben.
  •  
  • 2. Nach Ablauf von zehn Jahren werden geräumt: der Brückenkopf von Coblenz und die Gebiete nördlich einer Linie, die an dem Schnittpunkte der Grenzen Belgiens, Deutschlands und Hollands beginnt, etwa vier Kilometer südlich Aachen verläuft, dann bis zum Höhenrücken von Vorst-Gemünd verläuft, dann östlich der Eisenbahnlinie des Urfttales, dann über Blankenhain, Waldorf, Dreis, Ulmen bis zur Mosel, diesem Flusse von Bremm bis Nehren folgt, dann über Kappel und Simmern der Höhenlinie zwischen Simmern und dem Rhein folgt und diesen Fluss bei Bacharach erreicht, wobei alle genannten Orte, Täler, Straßen und Eisenbahnen außerhalb der Räumungszone bleiben.
  •  
  • 3. Nach Ablauf von 15 Jahren werden geräumt: der Brückenkopf von Mainz, der Brückenkopf von Kehl und der Rest des besetzten deutschen Gebiets.
  • Wenn zu diesem Zeitpunkte die Sicherheiten gegen einen nicht herausgeforderten Angriff Deutschlands von den alliierten und assoziierten Regierungen nicht als ausreichend betrachtet werden, so kann die Entfernung der Besatzungstruppen in dem Maße aufgeschoben werden, wie dies zur Erreichung der genannten Bürgschaften für nötig erachtet wird.“ (III)
  •  

Außenpolitik nach 1920

Außenpolitik und Ziele nach 1920

 

Im Januar 1923 stellte die alliierte Reparationskommission fest, dass das Deutsche Reich seinen vertraglich vereinbarten Holz- und Kohlelieferungen nicht nachgekommen sei.(V) Daraufhin marschierten Franzosen und Belgier ins Ruhrgebiet ein. Sie blieben dort von Jänner 1923 bis September 1925, nachdem das Deutsche Reich dem Dawes-Plan zugestimmt hatte (VI) und nachdem die Ruhrpolitik des französischen Ministerpräsidenten Poincaré gescheitert war.(VII) Eine Folge der Ruhrbesetzung war der Abzug der Amerikaner aus ihrer Besatzungszone, welche anschließend die Franzosen besetzten. An dieser Stelle muss etwas zur Beziehung der Bevölkerung zu den Besatzern zu sagen.
Generell gesagt, waren außer den Amerikanern, welche bei der Bevölkerung recht beliebt waren, keine der Besatzungssoldaten wirklich gerne gesehen. Engländer und Franzosen waren bei der Bevölkerung am wenigsten beliebt. Frankreich wahrscheinlich wegen seinem Status als „Erbfeind“ von Deutschland und bei den Engländern könnte man als Grund die gegenseitige Propaganda im Krieg angeben. Belege lassen sich in der Tatsache finden, dass laut Willi Brandts Biographie die Bevölkerung nach dem Abzug der Franzosen vom linken Rheinufer am 30. Juni 1930 jene Tatsache mit Freude gefeiert wurde.(VIII)
Von Dezember 1918 bis Januar 1923 beteiligten sich auch US-Truppen an der Besetzung; die US-Besatzungszone erstreckte sich von der luxemburgischen Grenze entlang der Mosel über Koblenz in den Westerwald. In Koblenz hatten die amerikanischen Truppen ihr Hauptquartier.(IX) Nach der Ruhrbesetzung zogen die Amerikaner aber aus Protest ihre Truppen ab, dieser Teil wurde der französischen Besatzungszone zugeschlagen.


 

 



Tangiert wurde der Status des Rheinlands im ‚Vertrag von Locarno, wo 1925 auf Initiative des deutschen Reichskanzlers Gustav Stresemann eine Konferenz abgehalten worden war, auf der u. a. das Deutsche Reich die Unverletzlichkeit der Westgrenze garantierte, damit auch den Status des Rheinlandes als entmilitarisierte Zone. „Der in Locarno geschlossene Hauptvertrag bestand in einem Garantiepakt zwischen dem Deutschen Reich, Frankreich, Belgien sowie Großbritannien und Italien als Garantiemächten. Deutschland erkannte damit die im Versailler Vertrag festgelegte Westgrenze an, die damit aber auch für die anderen Staaten galt.“(X) Damit erkannte das Deutsche Reich auch die entmilitarisierte Zone an. Sie war als Schutz für Frankreich und Belgien gedacht und hätte vermutlich im Falle einer militärischen Konfrontation zwischen dem Deutschen Reich und o. g. Entente – Mächten den Verlauf entscheidend zugunsten der Franzosen und Belgier beeinflusst.

Außenpolitik nach 1933

Außenpolitik und Ziele nach 1933

 

Die Außenpolitik des Deutschen Reiches war trotz aller Zugeständnisse immer auf eine Revision dieses Vertrages aus, weil man besser als alle anderen wusste, welche Folgen dieser Vertrag für alle Beteiligten hätte. Die Ziele lassen sich wie folgt umreißen:


 

1. Revidierung des Versailler Diktats unter allen Umständen auf dem Verhandlungsweg.
2. Das sogenannte Westarragement, heißt Bündnis mit Frankreich und England.
3. Maßnahmen die den Einfluss bzw. die Gefahr von Sowjetrussland in Europa dezimieren.


Das Reich befand sich, auch aufgrund seiner Isolierung, im Frühjahr 1936 in einer äußerst schlechten außenpolitischen Lage. Da war immer noch der Kriegsverursacher des Ersten Weltkrieges, immer noch gescholten durch den Versailler Vertrag bzw. dessen Reparationsforderungen und es hatte keine Wehrhoheit. Mag dies auch spekulativ klingen, so waren es alles Gründe, die das Deutsche Reich für einen Bündnispartner unattraktiv machten und somit es auf sich alleine gestellt war. Dies wollte Hitler natürlich ändern, Deutschland sollte nicht nur wieder "Bündnisfähig" werden, sondern vor allem wieder zu den Großmächten in Europa gehören. Eine Armee ist in diesem Aspekt natürlich ein diplomatisches Mittel, politischer Machtfaktor und natürlich auch mit einem Drohpotnetial ausgestattet, das Hitler wie den geschlagenen Militärs von 1919 gut zu Gesicht stand.
Durch das Französisch-Sowjetische Bündnis als auch die "Kleine Entente" bezeichnet, fühlte sich Regierung und Bevölkerung an die den 1. Weltkrieg bzw. dessen Vorspiel erinnert. Inwiefern das zutrifft steht natürlich auf einem anderen Blatt, doch der Versailler Vertrag und "Umzingelung" von Mächten, die miteinander verbündetet sind, fiel in Deutschland in der damaligen Zeit auf fruchtbaren Boden. Hierzu ein Auszug aus einer Denkschrift von Generalleutnant Adam, die Hitler bei seinem Amtsantritt vorgelegt wurde: "Aber auch wenn wir alles tun, um den Krieg zu vermeiden und dem Feind auch jeden Vorwand zu nehmen:

 

 

 

Wir können den Krieg nicht verhindern, wenn die anderen ihn präventiv führen wollen. Es wäre unsinnig, für diesen Fall Operation- und Aufmarschpläne zu machen." [...] "Französische Operationen auf dem Reichsgebiet sind nicht zu verhindern und können Seitens Frankreich in beliebigen Umfang geführt werden. Eine Verteidigung der "Oderlinie" also unter Aufgabe Hinterpommerns, der Grenzmark und des ostwärtigen Teils Schlesiens, ist denkbar, solange der Munitionsvorrat reicht." Adam setzt dafür 14 Tage an. "Eine Verteidigung der "Oderlinie" würde allerdings durch einen in Rechnung zu stellenden Kriegseintritt der Tschecheslowakei überhaupt in Frage gestellt".

 

Remillitarisierung

Die ganz und gar subjektive Sicht der europäischen Politik aus dem Blickwinkel deutscher Militärs und Politiker muss dabei nicht noch einmal erwähnt werden. Denn geht man von den bloßen Fakten aus, so sollte die Rheinland-Besatzung 15 Jahre nach ihrem offiziellem Inkrafttreten, laut Vertrages im Jahre 1920 beendet werden, doch die letzten Truppen wurden schon 1930 abgezogen. Sozusagen als Ausgleich begannen die Franzosen mit dem Ausbau der sog. Maginot-Linie, um ihre Grenze zum Deutschen Reich zu schützen. Also wurde faktische deutsche Gebiet schon wieder freigegeben und man gab sich freiwillig auf den Status quo von vor 1914 zurück. Doch mit der Machtergreifung Hitlers im Januar 1933, wurden die Stimmen der Generäle erhört, welche schon immer forderten, diesen „weißen Fleck“ von der Landkarte zu tilgen. Am 7. März 1936 war es denn auch soweit. Deutsche Truppen rückten ins Rheinland ein und der Locarno-Vertrag wurde einseitig von Deutschland gekündigt. Gleichzeitig war dies auch der endgültige Bruch des aufgezwungenen Versailler Vertrages. Ein somit unnötiger Bruch, d.h. aus internationaler Sicht, denn für Hitler war es ein erstes Austesten der Grenzen anderer europäischer Staaten. Wie mein konnte man gehen, wie sehr ließen sich die ehemaligen Kriegsgegner provozieren und vor allem wie lange kann Hitler dein Eindruck einer Revision bewahren, bevor seine eigentlichen außenpolitischen ziele durchkommen.
Manfred Messerschmitt schreibt hierzu(XI):

 

„Am 7. März 1936 rückten deutsche Truppen in die entmilitarisierte Zone am Rhein ein. Die Voraussetzungen für eine schnelle Herstellung des militärischen Gleichgewichtes gegenüber Frankreich waren damit erreicht, zugleich aber eine wesentliche Voraussetzung auch für die Grundlegung einer künftigen Ostpolitik geschaffen. Friedensbeteuerungen und sorgfältig überlegte Scheinangebote wurden jetzt von einer geschickten Politpropaganda in Szene gesetzt. Europa sah zu. Niemand handelte.“
 

 


Dies sagt einiges über die militärische Lage des Deutschen Reiches aus, die sich bis 1936 nicht wesentlich änderte. Die Militärs gaben als taktischen Grund für die Besetzung an, dass durch die Entmilitarisierung des Rheinlandes, es Frankreich möglich gewesen wäre, innerhalb weniger Stunden das wichtigste westdeutsche Industriegebiet zu besetzten ohne auf Widerstand zu stoßen. Von Osten wäre Polen und die Tschechoslowakei in den Raum Oppeln, dem östlichen Industriegebiet vorgestoßen. Das Reich wäre binnen weniger Stunden seiner Schwerindustrie beraubt worden und damit jeglicher Möglichkeit sich selbst zu helfen. Das mag sogar zustimmen und ein Pessimist hätte dieser Argumentation durchaus Glauben geschenkt, doch deutete nichts auf eine solche Gefahr hin. Man hatte doch das Deutsche Reich durch den Versailler Vertrag im Griff und zwar vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht. Doch Verhandlungen gab es seit diesen Einmarsch nicht mehr, d.h. keine die sich direkt mit dem Vertrag beschäftigt hätten. Offiziell ließ man postulieren, dass die Regierung Hitler, seit Amtsantritt, bemüht war eine "friedliche auf Verhandlungen basierende Revidierung des Versailler Diktats zu erreichen" und England wie Frankreich stets nur durch vorgetäuschte Verhandlungsbereitschaft vertröstet hätten. Dabei drehte man sich die internationaler Situation ganz nach der eigenen Fasson in die richtige Position. Selbstschutz hieß die Devise der Propaganda und sprach man offizielle von einer erheblich begrenzten Luftwaffe und Vorschlägen zur Rüstungskontrolle, war man inoffizielle schon längst mit den Planungen und Aufbau einer Wehrmacht beschäftigt.
"Ein Mann der die Weltherrschaft erringen will macht solche Angebote nicht, ganz besonders nicht mehrfach." So sollten die Alliierten denken und sich den Deutschen als freiheitsliebenden, aber nicht machtgesessenen Europäer vorstellen. Hitler ließ die Tauben fliegen und sich in zivilen Anzügen zum Friedensstifter ausrufen, doch auf Geheimkonferenzen plante er bereits den Lebensraum Ost, eine Kriegswirtschaft und eine Europa unter der Vorherrschaft der nationalsozialistische Ideologie - mit ihm als Führer. Hitler selbst hat die „48 Stunden nach dem Einmarsch“ als die „aufregendste Zeitspanne“ seines Lebens bezeichnet(XII). Man muss davon ausgehen, dass selbst die eingeweihten Parteioberen an diese Politik der Friedensicherung von Hitler glaubten: "Leider aber blieben die Bemühungen während des Winters 1934/35 ergebnislos, und wir mussten feststellen, dass es unendlich schwierig war, auf dem Verhandlungsweg zu einer Revision der Versailler Rüstungsbestimmungen zu kommen. Die ganze Entwicklung war für Adolf Hitler im März 1935 der Grund gewesen, die allgemeine Wehrpflicht und die Aufstellung der deutschen Wehrmacht zu verkünden." Oder wenigstens in ihren Erinnerungen das der Nachwelt zu vermitteln versucht haben.
Der Einmarsch selbst war nicht unumstritten. Vor allem im Auswärtigen Amt und in den Spitzen der Wehrmacht regte sich Unmut. Sie alle hielten das Risiko angesichts der Gewinnchancen für zu hoch, denn man wollte zwar wieder die alte Macht, doch nicht zum Preis eines vorzeitigen Krieges. Grundsätzlich waren zwar Blomberg, Fritsch und Beck dafür. Während des Einmarsches in linksrheinische Gebiete kamen aber Blomberg Bedenken, veranlasst durch ein warnendes Telegramm des Londoner Militärattaché. Blomberg wollte Aachen, Trier und Saarbrücken aus Sorge vor Maßnahmen der Westmächte wieder räumen, machte auf Hitler jedoch den Eindruck eines Ministers mit schwachen Nerven.(XIII). Hitler wollte die Massen durch einen außenpolitischen Erfolg näher an sich binden, Hier war dieser Erfolg leicht zu haben. (XIV) Es war ein „Blumenfeldzug“, vergleichbar mit der späteren Besetzung des Sudetenlandes und des Anschlusses von Österreich.


Meinungen

Verschiedenen Meinungen

 

Zur Rheinlandbesetzung war ein symbolischer Schritt zum neuen Anspruch des Deutschen Reichs. Die Einheiten die ins Rheinland einmarschierten waren zwar nur wenig leichte Kavallerie- und Infanteriebataillone, doch es war auch kein Widerstand zu erwarten, denn die alliierten Kräfte sind schon lange abgezogen. Man schürte Angst und Hoffnung, gerade die Parteigrößen hatten anfangs Bedenken, dass sich die Vorgehensweise Hitlers zum Negativen wenden könnte - hierzu Joachim Rippentrop: Erinnerungen S. 77:
"Es waren aufregende Stunden, die der Besetzung vorausgingen. Es verlautete, dass auf französischer Seite eine motorisierte Armee in Stärke von etwa 250.000 Mann aufmarschiert sei, und es war klar, dass bei unserer kleinen Wehrmacht die Besetzung eigentlich nur eine symbolische sein konnte. Auch für mich waren es schwere Stunden, hatte ich doch den Führer dahin beraten, dass England mit der Wiederherstellung der deutschen Wehrhoheit im Rheinland letzten Endes abfinden werde."

 

 



Gerade aber die Einfachheit verblüffte viele und die bereitgelegten Argumente einer "Herstellung der Wehrhoheit", dass das Rheinland ja Deutsch und es ist daher das eigene Recht/Pflicht eines Staates sein Hoheitsgebiet zu verteidigen wäre, konnte weiter in den Umschlägen bleiben. Es mag zwar in Frankreich die Tage vor und nach dem Einmarsch Unsicherheit geherrscht haben, aber Keine französische Partei plädierte für entschlossenen Widerstand. Das Übergangskabinett Albert Sarrauts konnte keinen energischen Entschluss fassen und so beschloss die Regierung am 9. März nicht militärisch zu reagieren, sondern einen Appell an den Völkerbund zu richten. Die Appeasement Politik trat hier schon deutlich hervor und die Schwäche wird erst 1938 ihren Höhepunkt erreichen, denn für England stellte das entmilitarisierte Rheinland kein vitales Interesse dar, nachdem das Anfang 1935 vom Kabinett Baldwin erklärt wurde. Im Februar 1936 schlug Außenminister Eden vor, keine Gespräche mit Frankreich über Englands Haltung „in der hypotetischen Frage einer möglichen Beeinträchtigung der entmilitarisierten Zone“ zu führen.(XV) Und dies obwohl der Generalstab der Armee die Gefahr eines militarisierten Rheinlands als ungleich höher als die RAF einschätzte.
Italien schloss sich der Verurteilung des Vorgangs im Völkerbundes am 19. März an, ebenso wie England und Frankreich. Dies aber gegen die Zusicherung Mussolinis vom 22. Februar, sich nicht an einer Aktion Englands und Frankreichs wegen eines „angeblichen Bruches des Locarno-Vertrages durch Deutschland“ zu beteiligen. Diese Zusage war am 9. März noch einmal gegeben worden.(XVI) Ciano als Außenminister war für die Verurteilung im Völkerbund verantwortlich, Mussolini stoppte aber dann den eingeschlagenen Weg seines Außenministers und zerstörte damit französische Hoffnungen. Um einem möglichen Engagement Italiens gegen das Deutsche Reich vorzubeugen, wurde auch Haile Selassie insgeheim mit Waffen versorgt, um die Westmächte zu stärkerem Engagement zu bringen und gegenüber Italien einen Diversionseffekt zu erzielen. Jener Krieg in Abessinien wurde natürlich auch zur Ablenkung von mitteleuropäischen Vorgängen benutzt.

Abschließend könnte man sagen, dass die Besetzung des Rheinlandes der Auftakt zu einer Expansionspolitik Hitlers gab. Italien näherte sich dem Reich an, während die Westmächte sich weiter dem Reich entfremdeten.

Anmerkungen

Anmerkungen

I Hier zitiert nach Piekalkiewicz, Der Erste Weltkrieg, S. 593
II Martens, Nouv. Recueil Général, 3. S., Bd. XI, S. 323 ff. (Der Friedensvertrag von Versailles nebst Schlussprotokoll und Rheinlandstatut., Berlin 1925.)
III Martens a.a.O.
IV Karte nach dtv-Atlas Weltgeschichte S. 411
V dtv-Atlas: Weltgeschichte, S. 413
VI wikipedia.de: Geschichte des Ruhrgebietes
VII dtv-Atlas: Weltgeschichte, S. 413, siehe auch S. 425
VIII http://www.willy-brandt.org/bwbs_biogra ... _B897.html
IX Arne Schnebel: Nach 1918: „American Way of Life" im Rheinland. In: Campus:Report Universität Duisburg-Essen (2007), Heft 01, Seite 14-15
X wikipedia.de: Verträge von Locarno
XI Messerschmidt, Der Weg in den Krieg. Rheinland-Besetzung. Deutsches Reich und der 2. Weltkrieg Bd. 1 S. 603
XII Schmidt, Statist, S. 325
XIII S. zur Wiederbesetzung des Rheinlands Robertson, Wiederbesetzung; Jacobsen, Außenpolitik, S. 416ff
XIV Messerschmidt, a.a.O. S. 603
XV Gibbs: Straetgy, Bd. 1, S 233 „in the hypothetical case of a violation of the demilitarised zone“.
XVI Politischer Bericht Hassells an das Auswäritge Amt, ADAP, C, Bd. IV, 2, Nr. 579, S. 1148 ff. und Petersen, Hitler – Mussolini, S. 477

Quellen

Literaturverzeichnis

Joachim Rippentrop, Erinnerungen
Rudolf Rippentrop, Mein Vater Joachim Rippentrop
Hans Meiser, Das Ringen um Frankreich 1919-1940
Patrick J. Buchanan, Churchill, Hitler und der unnötige Krieg

Akten zur deutschen auswärtigen Politik 1918-1945, Serie B: 1925-1933, Göttingen 1966-1978; Serie C: 1933, Das Dritte Reich, Göttingen 1971-1975; Serie D: 1937-1945
Deist, Wilhelm (u.a.): Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Ursachen und Voraussetzungen der deutschen Kriegspolitik. Bd. 1. Hrsg. von Militärgeschichtliches Forschungsamt. Stuttgart: Deutsche Verlagsanstalt 1979 (=Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. 1. )
Dtv-Atlas Weltgeschichte. Sonderausgabe in einem Band. München: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG 2000
Jacobsen, Hans-Adolf: Die nationalsozialistische Außenpolitik 1933-1938. Frankfurt a. M. , Berlin: Luchterhand Verlag GmbH 1968
Piekalkiewicz, Januz: Der Erste Weltkrieg. Düsseldorf, Wien, New York: ECON Verlag 1988
Robertson, Esmonde M.: Zur Wiederbesetzung des Reinelandes 1936. In: VfZG 1962, Heft 10
Schmidt, Paul: Statist auf diplomatischer Bühne 1923-1945. Erlebnisse des Chefdolmetschers im Auswärtigen Amt mit den Staatsmännern Europas. Bonn: Athenäum Verlag 1954

Wikipedia.de. Verträge von Locarno. Online im Internet: http://de.wikipedia.org/wiki/Vertr%C3%A4ge_von_Locarno Stand 2008-01-22 (Letzter Aufruf 27.04.2011)
Wikipedia.de. Rheinlandbesetzung. Online im Internet: http://de.wikipedia.org/wiki/Rheinlandb ... %29#_ref-0 Stand 2008-01-22 (Letzter Aufruf 27.04.2011)
Wikipedia.de. Geschichte des Ruhrgebiets. Online im Internet: http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Ruhrgebiets Stand 2008-03-24 (Letzter Aufruf 27.04.2011)
http://www.schulserver.hessen.de/moerfe ... inland.htm (Letzter Aufruf 27.04.2011)
http://www.sragg.de/geschichte/Stundenp ... litik.html (Letzter Aufruf 27.04.2011)
http://www.teachsam.de/geschichte/ges_d ... uell_4.htm (Letzter Aufruf 27.04.2011)
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/c ... 923_de.png (Letzter Aufruf 27.04.2011)

Campus:Report, Universität Duisburg-Essen (2007), Heft 01. auch online im Internet:
http://www.uni-duisburg-essen.de/imperi ... 007_01.pdf (Letzter Aufruf 27.04.2011)
Martens, Nouv. Recueil Général, 3. S., Bd. XI. Der Friedensvertrag von Versailles nebst Schlußprotokoll und Rheinlandstatut., Berlin 1925.
http://www.dhm.de/lemo/html/dokumente/v ... index.html Stand (Letzter Aufruf 27.04.2011)
Willy-Brandt-Stiftung: Willy Brandt Biografie. Ende der Rheinlandbesetzung. Online im Internet:
http://www.willy-brandt.org/bwbs_biogra ... _B897.html (Letzter Aufruf 27.04.2011)



Autoren: Dan / Maximus2980 / Freiherr von Woye

Einleitung

Nahen Osten

Krise einer Region

- Der Konflikt zwischen Juden und Moslems im "Heiligen Land" -

 Einleitung


Wenn wir Westeuropäer an den Konflikt zwischen Israel und Palästina denken, kommen uns wahrscheinlich Begriffe wie „Gazastreifen“, „PLO“ und „Intifada“ in den Sinn. Wir alle kennen die Bilder aus dem zerstörten Gazastreifen, der beinahe völlig von der Außenwelt abgeschnitten ist. Auf der anderen Seite verübten und verüben islamistische Organisationen wie die Hamas, die in den letzten Jahren enormen Zulauf erhalten haben, immer wieder Selbstmordattentate auf israelische Einrichtungen.
Doch was ist der eigentliche Auslöser dieses Konflikts? Im großen und ganzen ist es die Forderung der Palästinenser nach einem eigenen Staat; ein Bestreben, das noch heute von weiten Teilen der israelischen Bevölkerung abgelehnt wird. Doch was macht diesen Konflikt für den Rest der Welt eigentlich so wichtig? Wieso bemühen sich vor allem die Amerikaner um eine schnelle Lösung, die für beide Seiten akzeptabel ist? Dies liegt wohl in der Tatsache begründet, dass die USA sich schon seit dem 2. Weltkrieg in gewissem Maße als „Schutzmacht der Juden“ fühlen. Gleichzeitig wurde der Nahe Osten (für die USA eigentlich Mittlerer Osten, also „middle east“) für die USA immer wichtiger, was sich mit den hohen Erdölvorkommen der arabischen Staaten erklären lässt. Zwar besitzt Israel keine nennenswerten Vorkommen an Erdöl, allerdings sehen die USA in diesem Staat gewissermaßen einen Vorposten in diesem Teil der Welt. Würde Israel zusammenbrechen, würden die USA ihren wichtigsten Verbündeten in der Region verlieren und ihr Einfluss in der Region würde massiv schwinden. Da die Amerikaner allerdings verstanden haben, dass eine Lösung ohne Einbeziehung der arabischen Bewohner des „heiligen Landes“ nicht möglich ist, versuchen sie seit Jahren einen Konsens zu finden, der für beide Seiten – Juden wie Araber – tragbar ist. Auf beiden Seiten gibt es allerdings Gruppen, die gegen so einen Konsens sind. Auf der einen Seite sind dies die ultra-konservativen Juden, die sogenannten „Zionisten“, die keinen Stück ihres „Eretz-Israel“ (hebr.: „Verheißenes Land“, oft fälschlich mit „Heiliges Land“ übersetzt) an die Araber abtreten wollen, während auf der anderen Seite islamistische Terrororganisationen wie die Hamas versuchen die Juden aus dem, auch für sie heiligen, Land zu vertreiben.
Um zu verstehen, wie es zu so einer Eskalation des Konflikts kommen konnte, muss man die Geschichte des Staates Israel und der restlichen Staaten in der Region genauer betrachten, den der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern ist gleichzeitig ein Konflikt zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn Ägypten, Syrien, Jordanien und dem Libanon.

1. Weltkrieg

 Antike bis 1. Weltkrieg

Der Streit um die Region Kanaan, das spätere Königreich Israel, brach schon in der Antike aus. Die römische Besatzungsmacht zerstörte nach der Eroberung Jerusalems den Tempel und nach Aufständen gegen die verhassten Besatzer verhängten diese ein Ansiedlungsverbot für alle Juden. Damit wurden die Juden aus ihrem Heimatland vertrieben und zerstreuten sich über Europa und Teile Asiens.
Im Mittelalter wurden die Juden durch soziale und wirtschaftliche Diskriminierungen, wie ein Zunftverbot, in eine Randstellung gedrängt und so wurde ihre Haupteinnahmequelle das Geschäft des Geldverleihens, was ihnen natürlich keine großen Sympathien einbrachte. Desweiteren bildeten sich bereits im Mittelalter sogenannte „Gettos“, also Wohnviertel allein für Juden, in den größeren Städten Europas. Vor den Kreuzzügen kam es immer wieder zu großen Pogromen und Massenvertreibungen, denen tausende Menschen jüdischen Glaubens zum Opfer fielen.

 

Theodor Herzls "Der Judenstaat" (1896)

 

Durch die Eroberung des Heiligen Landes durch die Osmanen im Jahre 1517 zerschlugen sich die Träume der europäischen Juden in ihr Heimatland zurückzukehren und so blieb es ein Traum eines Tages einen jüdischen Staat entstehen zu sehen. Die Französische Revolution und ihr Wahlspruch „liberté, égalité, fraternité“ (franz.: „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“) weckten wieder Hoffnungen, die allerdings nach kurzer Zeit durch eine neue Welle des „Antisemitismus“ zerschlagen wurden. An der Lage der Juden in Europa änderte sich bis zum Ersten Weltkrieg nicht viel und Visionen eines jüdischen Staates, wie Theodor Herzls „Der Judenstaat“ blieben einfach das: Visionen.

 

Erster Weltkrieg und britische Mandatszeit

 

Teilungsplan der Balfour-Deklaration

 

Im Jahr 1917, also im dritten Kriegsjahr des ersten Weltkrieges, kam es in London zur Unterzeichnung der „Balfour-Deklaration“ zwischen der britischen Regierung und der „Zionistischen Organisation“ (heute „Zionistische Weltorganisation“ / WZO). In dieser verpflichteten sich die Briten nach dem Sieg über das osmanische Reich, die WZO beim Aufbau einer „nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina“ zu unterstützen. Als die Briten Palästina im Jahr 1920 vom Völkerbund als Mandatsgebiet zugesprochen erhielten, fühlten sie sich allerdings nicht mehr an dieses Abkommen gebunden und nachdem der Großmufti von Jerusalem, Amin al-Husseini (1893-1974), die Führung der über die „Bewegung des arabischen Nationalismus“ übernahm, wollte er die britische Kolonialmacht dazu bringen, den Zuzug von weiteren Juden in das Gebiet zu stoppen. Die Briten verweigerten dies aber, da sie durch die Ansiedlung ihren Status im Nahen Osten stärken wollen, und so kam es zu ersten arabisch-jüdischen Zusammenstößen im „Heiligen Land“. Ausgelöst wurde dies vor allem durch den Neid der Araber, der durch die jüdischen Fortschritte in Landwirtschaft und Infrastruktur angestachelt wurde. 1921 kam es zu ersten Pogromen und 1929 konnte ein Massaker in Hebron nur durch das Einschreiten der britischen Polizei verhindert werden.


arabische Kämpfer während des arabischen Aufstandes 1936-39 ausgerüstet mit deutschen Waffen

Eingeschüchtert durch diese Gewalt zogen nach und nach alle Juden aus Hebron ab. Von 1936-1939 kam es zum „Großen arabischen Aufstand“ gegen die britische Herrschaft und den jüdischen Einfluss, was dazu führte, dass paramilitärische jüdische Gruppen, wie Irgun (hebr.: „Nationale Militärorganisationen“), „Haganah“ (hebr.: „Die Verteidigung“) und die, später als Terrororganisation eingestufte, Stern-Gruppe (eigentlich „Lechi“ / hebr.: „Kämpfer für die Freiheit Israels“) regen Zulauf erhielten.

Israel

Zweiter Weltkrieg und Gründung Israels


David Ben Gurion; "Gründervater Israels"

Die Judenverfolgung und der spätere Holocaust führten in Europa zu einer großen Auswanderungswelle von Juden, die vor dem menschenverachtenden Regime der Nazis fliehen wollten. Da viele Nationen, vor allem die USA, keine weiteren Juden aufnehmen wollten, suchten diese nach einer neuen Heimat und fanden diese in ihrer früheren Heimat Palästina. Tausende Juden, die vor den Nazis fliehen konnten, siedelten sich in Palästina an und einige kämpften sogar auf der Seite der Alliierten, vor allem in der britischen Armee und der US Army.
Nach dem Zweiten Weltkrieg gaben die Briten ihr Mandat über Palästina auf und so traten die neugegründeten Vereinten Nationen auf den Plan. Die Resolution 181 der UN-Vollversammlung, die am 29. November 1947 beschlossen wurde, besagte, dass ein jüdischer und ein arabischer Staat gegründet werden sollten. Während vor allem die jüdischen Flüchtlinge aus Europa dies begrüßten, lehnten extremistische Araber die Resolution ab. Trotzdem wurde am 14. Mai 1948 die Unabhängigkeit des Staates Israel von David Ben Gurion (1886-1973) in Jerusalem verkündet, der allen Juden der Welt eine sichere Zufluchtsstätte vor Verfolgung bieten sollte. Kurz darauf zogen die letzten britischen Truppen ab und als erster muslimischer Staat erkannte die Türkei den neuen jüdischen Staat offiziell an

 

 Palästinakrieg 1948/1949

 Bereits einen Tag nach der Verkündung des Teilungsplanes für Palästina, brach ein Bürgerkrieg zwischen dem arabischen und dem jüdischen Teil der Bevölkerung aus. Auslöser waren sowohl Terroranschläge radikaler Zionisten als auch nationalistischer Araber. Am 15. Mai 1948 steigerte sich der Bürgerkrieg zum Palästinakrieg, indem fünf arabische Staaten unter Vorwand der „Verteidigung ihrer Glaubensgenossen in Palästina“ Israel den Krieg erklärten. Dies waren Ägypten, der Irak, der Libanon, Syrien und Transjordanien. Obwohl die arabischen Streitkräfte zahlenmäßig weit überlegen waren, konnten die neugegründeten „Israeli Defense Forces“ (IDF) durch bessere Ausbildung und Waffenlieferungen aus den USA und Großbritannien den Sieg erringen.
Einen kurz darauf von der UNO ausgehandelten Waffenstillstand brach Ägypten und so rückte die israelische Armee in die Gebiete Palästinas ein, die eigentlich dem arabischen Bevölkerungsteil durch die UNO-Resolution zugesichert worden waren. Jüdische Terroristen brachten, ausgelöst durch die Kritik der UNO, sogar den UN-Vermittler Folke Bernadotte (1895-1948) um, der sich für einen Frieden zwischen Israel und den arabischen Staaten einsetzte.
Der Krieg wurde im Jahr 1949 durch ein weiteres Waffenstillstandsabkommen beendet, doch war dies erst der Anfang des noch heute brodelnden Nahostkonflikts. Nicht umsonst bezeichnen die Araber die Vertreibung von etwa 700.000 Palästinensern aus dem Gebiet als „al-Nakba“ (arab.: „Große Katastrophe“)
Die schwerwiegendste Folge des Krieges war das bis heute andauernde Flüchtlingsproblem. Die aus den besetzten Gebieten geflohenen Palästinenser fanden großenteils Zuflucht in Flüchtlingslagern im Libanon, Jordanien, Syrien und Ägypten sowie im Gaza-Streifen und im Westjordanland. Bis heute herrschen in diesen Flüchtlingslagern menschenunwürdige Bedingungen und vor allem im Gaza-Streifen ist die Lage sehr gespannt, da sowohl die Grenze zu Israel als auch die Grenze zu Ägypten bis heute schwer bewacht wird und das Gebiet somit praktisch hermetisch von der Außenwelt und somit von jedweder Versorgung abgeschnitten ist.
Die Tatsache, dass die israelische Regierung die Rückkehr dieser Flüchtlinge bis heute verhindert, löste in den Jahren nach dem Palästinakrieg Pogrome und Gewaltakte gegen jüdische Gemeinschaften in der arabischen Welt und auch heute ist die starre Haltung der israelischen Regierung einer der Hauptkritikpunkte der internationalen Beobachter und auch einiger jüdischer Reformer, die endlich eine Lösung des seit 60 Jahren andauernden Konflikts herbeiführen wollen.

Kriege

Die Kriege zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn 1956-1979

 

Gamal Abdel-Nasser; Führer des "Panarabismus"

 

Im Jahr 1956 verschärfte sich die Situation nach einer längeren Periode des Friedens zwischen Israel und Ägypten wieder. Auslöser waren Angriffe arabischer Terroristen, sogenannter „Fedajin“ (arab.: „der sich Opfernde“), auf israelisches Gebiet. Durchgeführt wurde diese Angriffe größtenteils von ägyptischen Staatsgebiet sowie vom Gaza-Streifen aus. Der neue ägyptische Präsident Gamal Abdel-Nasser (1918-1970) wollte in der Weltöffentlichkeit Stärke gegenüber den Israelis zeigen und befahl die Blockade des Golf von Akaba, um so den Suezkanal für israelische Schiffe zu sperren. Da dies allerdings auch anderen Schiffen die Durchfahrt unmöglich machte, wurde die Aktion von der UNO als Verstoß gegen internationales Recht gesehen. Mit Billigung der französischen und britischen Regierung stießen am 29. Oktober israelische Truppen in den Gaza-Streifen und auf der Sinai-Halbinsel vor und besiegten die unvorbereitete ägyptische Armee ohne große Probleme. Noch während die Kämpfe stattfanden, wurde Nasser vom französischen und vom britischen Botschafter dazu aufgefordert alle Truppen hinter den Suezkanal zurückzuziehen und die Sinai-Halbinsel somit zu räumen. Da Nasser dies ablehnte begannen kurz darauf französische und britische Fallschirmjäger die Kontrolle über den Kanal zu übernehmen, was der ägyptischen Armee, die im Kampf mit den israelischen Truppen gebunden war, den Todesstoß versetzte.
Die USA, die einen Konflikt mit der Sowjetunion fürchteten, legten daraufhin Beschwerde bei den Vereinten Nationen ein und so wurde das gemeinsame Vorgehen der israelischen, britischen und französischen Truppen von der UNO offiziell verurteilt und durch den Druck, der daraufhin vor allem auf die britische und die französische Regierung ausgeübt wurde, zogen sich deren Truppen einige Tage später wieder zurück und überließen den Ägyptern so wieder den Kanal. Um den Suezkanal für die internationale Schifffahrt offen zu halten und um den Frieden zu sichern, stationierten die Vereinten Nationen die „United Nations Emergency Force“ (UNEF) in Stützpunkten entlang der israelisch-ägyptischen Grenze. Trotz massiver Anstrengungen seitens der Ägypter den Kanal wieder für Schiffe passierbar zu machen, nahmen die Bergungsarbeiten der versenkten Schiffe Jahre in Anspruch, sodass der Kanal mehrerer Jahre nur eingeschränkt benutzt werden konnte.
Das Eingreifen der französischen und britischen Truppen in den arabisch-israelischen Konflikt war ein letzter Versuch der ehemaligen Kolonialmächte Frankreich und Großbritannien gewesen, ihren Einfluss in diesem Gebiet wieder zu stärken, beschleunigte in Wahrheit aber nur den Abfall der noch verbleibenden Kolonien um ein vielfaches. Die Rolle der Sowjetunion im Nahen Osten wurde im Gegenzug massiv gestärkt und in den nächsten Jahren übernahm das Land immer mehr die Schutzherrschaft über die arabischen Staaten, indem es sie mit Waffensystemen aus eigener Produktion belieferte und wirtschaftlich unterstützte.

 

Panarabismus-Zeichen (Saladin-Adler)

 

Das Ansehen des ägyptischen Präsidenten Nasser sank innerhalb der arabischen Welt allerdings stark und schwächte somit auch den „Panarabismus“, als dessen Führer er sich sah. Ziel dieses „Panarabismus“ war es, alle Araber vom Atlantik bis zum Persischen Golf in einem Nationalstaat zu vereinen.
Die Besetzung des Gaza-Streifens während des Krieges durch die israelische Armee verschärfte die Lage zwischen Israelis und Palästinensern hingegen weiter und führte zu Terroranschlägen, auf die die israelischen Sicherheitskräfte worauf diese, mit Billigung und teilweise sogar Unterstützung der konservativen Regierung, zunehmend gewaltsamer reagierten. Der Gaza-Streifen wurde nach dem Krieg zwar wieder unter ägyptische Verwaltung gestellt, blieb allerdings weiterhin ein Hort für Antiisraelische Bewegungen und Terrororganisationen.

Die Gründung der arabischen Republik

 

Eine arabische Liga, die Ägypten, den Irak, Jordanien (damals Transjordanien), den Jemen, den Libanon, Saudi-Arabien und Syrien umfasste, wurde bereits kurz nach dem zweiten Weltkrieg gegründet, allerdings verfolgte sie größtenteils wirtschaftliche Interessen. Erst im Jahr 1958, nach der ägyptischen Niederlage gegen Israel, entschlossen sich die zwei maßgebenden Akteure Ägypten und Syrien zur „Vereinigten Arabischen Republik“ zusammen. Trotz der Tatsache, dass Syrien drei Jahre später wieder austrat – eine Folge der für Syrien unannehmbaren territorialen und hegemonialen Forderungen Nassers sowie eines Militärputsches – konnten sowohl Syrien, als auch Jordanien für eine harte Politik gegenüber Israel begeistert werden. Die drei Staaten setzten sich das Ziel die auf israelischem Gebiet lebenden Muslime zu befreien und die Juden aus der Region zu vertreiben.

 

Kriege II

Sechstagekrieg, Abnutzungskrieg und verstärkte Terroranschläge der PLO

 

1967 hatte Nasser sein Ziel die arabischen Staaten auf einen neuen Krieg gegen Israel einzuschwören erreicht. Truppen marschierten sowohl auf den strategisch wichtigen Golan-Höhen, als auch auf der Sinai-Halbinsel und im Westjordanland auf.
Die israelische Armee sah nur eine einzige Möglichkeit der Gefahr zu begegnen: einen massiven Präventivschlag, der jedwede Gefahr schon im vornherein ausschalten sollte. Innerhalb weniger Stunden verlor die ägyptische Armee durch massive Luftangriffe etwa 80 % ihres militärischen Materials und so konnten israelische Truppen beinahe ohne Gegenwehr die Sinai-Halbinsel und den bis dahin unter ägyptischer Verwaltung stehenden Gaza-Streifen besetzen. Nachdem der Waffenstillstand mit Ägypten unterzeichnet war, wandten sich die siegessicheren israelischen Truppen gegen die syrische Armee und besetzten innerhalb weniger Tage die für Syrien so wichtigen Golan-Höhen. Der Weg nach Damaskus war frei, doch Jordanien, das in Aussicht eines leichten Sieges gegen Israel in den Krieg eingetreten war, band die israelische Aufmerksamkeit, sodass die syrische Hauptstadt verschont blieb. Stattdessen besetzten israelische Elitetruppen den östlichen Teil Jerusalems und das Westjordanland und drängten die jordanische Armee in brutalen Häuserkämpfen weit zurück. Nach sechs Tagen war dieser „Blitzkrieg“ im Sinne eines Manstein (1887-1973), der 1940 mit seinem „Sichelschnittplan“ seinen Gegner Frankreich ebenfalls in nur wenigen Tagen besiegte, vorbei und es wurde ein Waffenstillstand beschlossen, der schmerzvolle Gebietsverluste für Syrien, Jordanien und Ägypten bedeutete.
Die Vereinten Nationen hingegen verurteilten den Angriff der Israelis und bezeichneten Israel als „Aggressor“. Die Tatsache, dass Israel mit dem Angriff nur einem mit Sicherheit in Kürze erfolgten arabischen Angriff zuvorkam wurde bewusst ignoriert. In der „Resolution 242“ forderte der Sicherheitsrat, dass die besetzte Gebiete räumen sollte. Dadurch dass die Resolution eben nur besagte, dass Israel „besetzte Gebiete“ und nicht „die besetzten Gebiete“ räumen sollte, sieht Israel die Resolution seit der Rückgabe der Sinai-Halbinsel an die Ägypter erfüllt. Die Golan-Höhen und das Westjordanland sowie Ost-Jerusalem blieben in israelischer Hand und es wurde begonnen diese Gebiete massiv zu besiedeln und auch, in weiser Voraussicht auf einen neuen Konflikt, zu befestigen.

 

Zeichen der PLO (o.) bzw. der Fatah Al-Islam (u.)

 

Die Besetzung der arabischen Gebiete führte auf Seiten der Palästinenser zu einer weiteren starken Welle des Protests, der darin gipfelte, dass mehrere neue terroristische Gruppierungen, wie die „Fatah al-Islam, die „Democratic Front for the Liberation of Palestine“ (DFLP) oder die „Popular Front for the Liberation of Palestine“ (PFLP), gegründet wurden, wobei die letzten beiden leninistisch-marxistisch orientiert waren. Nach mehreren gewaltsamen Zusammenstößen sowie Terroranschlägen, wie dem Attentat auf die israelische Olympiamannschaft bei den olympischen Spielen 1972 in München, musste der Großteil dieser Gruppierungen nach Vergeltungsaktionen der israelischen Sicherheitskräfte ihre Basen allerdings nach Syrien und in den Libanon verlegen. Der Rückzug dieser Organisationen in den Libanon, gilt als Ursache für die Instabilität des Land und den bis heute schwelenden, Bürgerkrieg.
Ein Jahr nach der Niederlage im Sechstagekrieg startete Ägypten einen Abnutzungskrieg gegen Israel, der allerdings ohne nennenswerte Gebietsgewinne im Jahr 1970 durch einen erneuten Waffenstillstandsvertrag beendet wurde.
Am 1. September 1967, wenige Tage nach dem Sechstagekrieg, kam es in der sudanesischen Hauptstadt Karthum zur Unterzeichnung der „Karthum-Resolution“ durch acht arabische Staaten. In dieser wurden die berühmten „drei Neins“ der arabischen Politik gegenüber Israel festgelegt. „Kein Frieden mit Israel“, „Keine Anerkennung Israels“, sowie „Keine Verhandlungen mit Israel“. Diese Resolution bestimmte die arabische Politik gegenüber Israel in den nächsten Jahren maßgeblich.

 

 

Jom-Kippur Krieg und Camp-David-Friedensabkommen

 

Der nächste Krieg ließ nicht lange auf sich warten. Am Jom-Kippur (hebr.: „Versöhnungstag“) des Jahres 1973 überfielen ägyptische und syrische Streitkräfte völlig überraschend Israel, das durch diesen höchsten jüdischen Feiertag abgelenkt war. Die Ägypter eroberten die Sinai-Halbinsel zurück, wurden dann aber durch einen entschlossen durchgeführten Gegenangriff wieder bis hinter den Suezkanal zurückgedrängt. Die Truppen der IDF stehen zum Zeitpunkt des Friedensschlusses, der auf Anregung der USA ausgehandelt wurde, nur etwa 200 km vor Kairo und bedrängten die ägyptische Regierung somit stark. Das politische Eingreifen der USA lag vor allem in der Tatsache begründet, dass die arabischen Staaten ein Öl-Embargo verhängt hatten und so den westlichen Staaten den Treibstoff ihrer Industrien vorenthielten. Den Industriestaaten der westlichen Sphäre, vor allem den USA, wurde dadurch erstmalig ihre Abhängigkeit vom Erdöl und somit von den erdölfördernden Staaten bewusst, was dazu führte, dass die USA verstärkt begannen in den Konflikt im Nahen Osten einzugreifen um so ihre wirtschaftlichen Interessen zu schützen.

 

(v.l.n.r) Anwar as-Sadat, Jimmy Carter und Menachem Begin in Camp David

 

Im Jahr 1978 haben die USA ihr Ziel vorerst erreicht. In Camp David, dem Erholungssitz des amerikanischen Präsidenten, unterzeichneten der ägyptische Präsident Anwar as-Sadat (1918-1981) und der israelische Premierminister Menachem Begin (1913-1992) das „Camp-David-Friedensabkommen“. Maßgeblichen Anteil daran hatte der amerikanische Präsident Jimmy Carter (* 1924).
In diesem Abkommen, für das sowohl Sadat als auch Begin den Friedensnobelpreis erhielten, verpflichteten sich die beiden Staaten auf eine gewaltsame Lösung des Konflikts zu verzichten. Israel zog sich daraufhin aus den besetzten Gebieten auf der Sinai-Halbinsel zurück, während Ägypten Israel im Gegenzug als Staat anerkannte.
Ein ähnliches Abkommen zwischen Israel und Syrien wurde vor allem durch die Annexion der Golan-Höhen erschwert. Als direkte Folge verlor Ägypten die Führungsrolle in der Anti-Israel Bewegung der arabischen Staaten, die von Syrien bereitwillig übernommen wurde. Interessant in diesem Zusammenhang ist wohl, dass Syrien sich seitdem als Sprachrohr der palästinensischen Sache sieht, die palästinensischen Flüchtlinge auf syrischem Staatsgebiet bis heute nicht als Staatsbürger anerkennt. Man sieht also, dass das palästinensische Problem oft nur als Vorwand für die Machtinteressen der arabischen Staaten in der Region herhalten muss.

Intifada

Erste Intifada und Oslo-Prozess

Jassir Arafat; Führer der PLO

 

Nach dem Libanonkrieg im Jahr 1982, der auch tausende palästinensische Flüchtlinge in den libanesischen Flüchtlingslagern forderte, eskalierte der Konflikt zwischen den israelischen Sicherheitskräften und palästinensischen Demonstranten im Jahr 1987. Die „Erste Intifada“ (arab. „sich erheben“) dauerte vier Jahre bis 1991 und ist auch heute noch unter dem Namen „Krieg der Steine“, in Anlehnung an den bekannten Kinofilm „Krieg der Sterne“, bekannt. Im Laufe dieses Aufstandes kam es zu blutigen Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten, die vor allem auf Seiten der Palästinenser zu Toten und Verletzten führten.
Durch den Golfkrieg im Jahr 1991 kam es zu einer gewissen Entspannung zwischen Israelis und Palästinensern, während der irakische Diktator Saddam Hussein auch israelische Gebiete mit Mittelstreckenraketen angriff. Durch die Tatsache, dass mehrere arabische Staaten, vor allem Saudi-Arabien, die USA im Krieg gegen den Irak unterstützten, kam es zu großen Zerwürfnissen innerhalb der arabischen Liga. Vor allem der Iran wollte sich als Hegemonialmacht in der Region etablieren und protestierte deshalb aufs heftigste gegen dieses Eingreifen der USA in innerarabische Interessen.
Der Versuch den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern beizulegen wurde in diesen Jahren verstärkt vorangetrieben. Am Anfang dieses Prozesses stand die „Madrider Konferenz“ 1991 und bereits 1993 wurde das 1. „Oslo-Abkommen“ (Oslo I) geschlossen, das eine palästinensische Selbstverwaltung im Gaza-Streifen und im Westjordanland vorsah, während die Themen der Flüchtlingsproblematik und die Jerusalem-Frage noch außen vor gelassen wurden. Nach dem 2. „Oslo-Abkommen“ (Oslo II) und dem „Gaza-Jericho-Abkommen“ geriet der Friedensprozess allerdings wieder ins Stocken und galt nach dem gescheiterten „Camp-David II“ Abkommen als gescheitert. Durch die Ablehnung des israelischen Angebots von 90 % des Westjordanlandes, dem Gaza-Streifen und Ostjerusalem, das Premierminister Ehud Barak (* 1942) im Juli 2000 gegenüber dem PLO-Führer Jassir Arafat (1929-2004) machte, ist eine Lösung des Konflikts bis heute in weite Ferne gerückt. Als Grund für Arafats Ablehnung kann wohl gesehen werden, dass er die Angebote nicht als weitgehend genug ansah und forderte, dass alle Flüchtlinge wieder auf das Land von 1967 zurückkehren konnten, was von den Israelis vehement abgelehnt wurde.

 

Zweite Intifada und Verlauf des Konflikts bis heute

 


Im Jahr 2000 brach die „Zweite Intafada“, oder auch „al-Aqsa-Intafada“, aus. Anders als bei der „Ersten Intafada“ war dies von Anfang an als bewaffneter Aufstand konzipiert und führte zu zahlreichen Selbstmordanschlägen gegen israelische Militäreinrichtungen, aber auch Zivilgebäude. Um dieser andauernden Gefahr Herr zu werden, genehmigte das israelische Parlament im Jahr 2003 den Bau eines Walls, der das Land in Zukunft gegen weitere Terroranschläge schützen soll. Im Mai 2003 marschierten zusätzlich israelische Truppen in den Gaza-Streifen ein und begannen mit der, vom israelischen Premier Ariel Sharon (* 1928) so bezeichneten, „Zerstörung der terroristischen Infrastruktur“. Als Folge dieser Angriffe auf Einrichtungen der PLO und die Infrastruktur verloren tausende Menschen ihre Häuser, während extreme Gruppierungen, wie die radikal-islamische Hamas (arab.: „Eifer“) starken Zulauf erhielten. Die gezielte Ausschaltung der Führer dieser terroristischen Bewegungen brachte ebenso wenig eine Lösung, wie den Ausbau des Grenzwalls zu einer, an manchen Stellen bis zu 8 Meter hohen, Betonmauer. Im Gegenteil, die Hamas schwor umgehend Rache für den Tod ihrer Führer und schaffte es im Januar 2006, bei der Wahl für das palästinensische Parlament sogar zur Regierungspartei. Trotz mehrerer Angebote vonseiten Israels feuerten extremistische Palästinenser seit 2006 mehrere Raketen auf israelische Siedlungen, was zu einer Zeitweisen Räumung dieser Siedlungen führte. Israelische Luftangriffe führten daraufhin zu weiteren Opfern unter der palästinensischen Zivilbevölkerung.
Weiterer starker Zulauf zur radikalen Hamas verschärfte auch den innerpalästinensischen Konflikt zwischen der Fatah al-Islam und der Hamas. Es kam zu zunehmend gewaltsamen Zusammenstößen von Anhängern der beiden Gruppen und innerhalb kürzester Zeit hatte die Hamas den Gaza-Streifen unter Kontrolle, was eine de-facto Teilung der palästinensischen Gebiete bedeutete.
Am 28. Dezember 2008 begann die israelische Luftwaffe erneut mit massiven Luftangriffen auf den Gaza-Streifen und zerstörte weitere Einrichtungen und große Teile der noch vorhandenen Infrastruktur. Die Operation „Gegossenes Blei“ wurde einen Monat später wieder beendet und ließ einen stark zerstörten Gaza-Streifen zurück.
Schlussendlich wurden die Verhandlungen zwischen den beiden Lagern im Jahr 2010 wieder aufgenommen, doch sind diese Verhandlungen momentan eher wenig erfolgreich, da die USA momentan mit ihrem Einsatz in Nordafrika beschäftigt sind und so die Rolle des Verhandlungsleiters nicht wirklich ausüben können.
Der Konflikt zwischen seinen arabischen Nachbarn und Israel hat sich, zum Glück, in den letzten Jahren beruhigt, was größtenteils darauf zurückzuführen ist, dass die Israelis als einzige in der Region die Atombombe besitzen und ein arabischer Angriff somit reiner Selbstmord wäre. Außerdem geriet der ehemalige Führer der Antiisraelischen Politik, Ägypten, nach dem Zerfall der Sowjetunion zunehmend in Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten und diese wissen ihre Verbündeten schon „an der Leine zu führen“.

Zum Schluss

 

Schlussbemerkung

 

Was ist also abschließend zum Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern zu sagen? Nun, es ist wohl so, dass der Konflikt in den letzten Jahren wohl stark an Spannung gewonnen hat und so eine Lösung in den nächsten Jahren eher einem Wunschtraum, denn der Realität entspricht. Das Verhalten der Israelis ist für viele Beobachter – wie für mich - unverständlich, da sie mit dem Bau des Walls und der Isolierung des Gaza-Streifens sehr ähnlich wie die Nazis im 2. Weltkrieg verfahren, also ist die Frage „Haben die Juden aus ihrer eigenen Geschichte nichts gelernt?“ wohl berechtigt. Es scheint so als ob sie nach Jahrhunderten ihrer Unterdrückung nur die Möglichkeit sehen eine Wiederholung der vorherigen Situation zu verhindern, indem sie ebenso handeln wie ihre ehemaligen Unterdrücker. Also besteht die Chance, den Konflikt irgendwann zu lösen, denn überhaupt?

So sehr ich persönlich dies natürlich hoffe, sehe ich unter den gegebenen Umständen keine wirkliches Potential diesen Konflikt zur Zufriedenheit aller Parteien zu lösen, da weder in Palästina die politischen Voraussetzungen für einen eigenständigen Staat gegeben sind, da ich die Hamas-Regierung nicht für fähig halte einen stabilen, souveränen Staat aufzubauen, noch ist die derzeitige israelische Regierung dazu bereit alle besetzten Gebiete zu räumen, inklusive der jüdischen Siedlungen, die im Moment oft nur schwer bewachte Außenposten auf feindlichem Gebiet sind. So dürfte eine Lösung des Konflikts, trotz des, in letzter Zeit leider abfallenden, Engagements Barack Obamas, in größere Entfernung gerückt sein, als dies vielleicht vor 10 Jahren der Fall war.

Quellen

Peter Scholl-Latour, „Lügen im Heiligen Land“, Wilhelm Goldmann Verlag, München, 2000 / ISBN: 3-442-15058-2

http://de.wikipedia.org/wiki/Nahostkonflikt (letzter Zugriff: 10.4.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Jom-Kippur-Krieg (letzter Zugriff: 3.4.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Camp_David_I (letzter Zugriff: 9.4.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Fatah-Hamas-Konflikt (letzter Zugriff: 10.4.2011)
http://www.spiegel.de/thema/nahostkonflikt/ (letzter Zugriff: 10.4.2011)
http://www.zeit.de/themen/international/nahost/index (letzter Zugriff: 10.4.2011)
http://www.bpb.de/themen/P7KQ9D,0,0,Ges ... likts.html (letzter Zugriff: 10.4.2011)
http://derstandard.at/r1127/Nahost-Konflikt (letzter Zugriff: 10.4.2011)



Autor: general jan

Portrait


George Walker Bush

 

 

 

"The future will be better tomorrow."
"Die Zukunft wird morgen besser sein."


"I believe we are on an irreversible trend toward more freedom and democracy but that could change."
"Ich glaube, wir sind auf einem unumkehrbaren Weg hin zu Freiheit und Demokratie, aber das könnte sich ändern."

 

Wir verbinden alle viel mit dem Namen George W. Bush. Beispielsweise den Irakkrieg, Afghanistan, den Hurrikan Katrina, die Finanzkrise oder den 11 September. Also wohl eher mit negativen Ereignissen. Aber was steckt wirklich hinter diesem Mann? Dem Mann, der den Krieg gegen den Terrorismus ausrief und der 8 Jahre lang die Vereinigten Staaten von Amerika regierte. Die  Person George W. Bush von Anhängern und Gegnern meist sehr gegensätzlich eingeschätzt. Während die einen seinen Glauben an Gott und die "angeborene" Führungsrolle der Vereinigten Staaten in den Fußstapfen seines Vaters als uramerikanische Stärken gewürdigt werden, weisen die anderen auf seine  früheren Alkoholprobleme, seine selbsterklärte „Wiedergeburt“ als Christ und Anti-Alkoholiker und gewisse sprachliche Unsicherheiten

 

"I am not part of the problem. I am a Republican."
"Ich bin kein Teil des Problems. Ich bin Republikaner."

 

 

 

"People that are really very weird can get into sensitive positions and have a tremendous impact on history."
"Wirklich komische Leute können in bedeutende Positionen kommen und große Auswirkungen auf die Geschichte haben."

 

Kindheit bis zum Gouverneursamt

Am 6 Juli 1946 wurde Bush in New Haven, Connecticut geboren. Sein Vater George Herbert Walker Bush und seine Mutter Barbara, hatten daraufhin noch fünf andere Kinder. Jeb, Neil, Marvin und Dorothy Bush. Das fünfte weitere Kind, ein Mädchen (Robin), verstarb 1953 an Leukämie.
 


Der "kleine" Bush in den Armen seiner Eltern

 

Als Bush 15 wurde ging er erstmals auf die High-School. Die Phillips Academy in Andover, Massachusetts. Diese besuchte er 3 Jahre lang. Kurz darauf begann er mit seinem Studium in Yale. Dort trat er auch dem "Skull and Bones" Bund bei. Diese bietet bis heute genug Stoff für reichlich Spekulationen und Verschwörungstheorien. Fest steht, die Studeten Verbindung hat viele Staatsmänner und US Präsidenten hervorgebracht. Schließlich schloss Bush 1968 sein Studium an der Yale Universität ab. Kurz darauf verpflichtete sich Bush für den Dienst in der Nationalgarde. Einige werfen ihm bis heute vor, dass dies nur ein Mittel war dem Kampf in Vietnam zu entgehen. In der Nationalgarde stieg er jedoch schnell auf und wurde früh zum Leutnant befördert, daraufhin bekam er auch schnell sein erstes Kommando über eine Staffel F-102.

 

 

 

Bush bei der Nationalgarde

 

1972 ging er nach Harvard, wo er 1975 seinen Master of Business Administration machte. Somit standen ihm alle Türen offen. Er gründete kurz danach auch sein eigenes Öl und Gasunternehmen in Texas. Dieses nannte er Arbusto (spanisch für Bush). Am Rande ist hier zu sagen, dass selbst die Bin Laden Familie 50 Mio. Dollar in die Firma investiert hat. Wie klein doch die Welt ist.
Getrübt wurde all dies nur durch seine starken Alkoholprobleme, die schon 1976 aktenkundig wurden. Damals wurde ihm wegen Trunkenheit am Steuer der Führerschein entzogen. Seine Alkoholprobleme konnte er erst 10 Jahre später besiegen. Eine Frau jedoch hatte wohl keine Probleme damit. Laura Lana Welch, eine Bibliothekarin, lernte Bush 1977 kennen. Sie heirateten noch im gleichen Jahr.
1978 nahm Bush schon an seiner ersten Wahl Teil. Als Republikaner kandidierte er für das Repräsentantenhaus, verlor die Wahl jedoch. Diese misslungene Wahl konnte Bush jedoch schnell mit einem weitaus positiveren Ereignis verdrängen. Denn am 25. November 1981 wurden seine Zwillingstöchter Jenna und Barbara geboren. Doch fiel der Ölpreis Anfang der 80er. Somit war er gezwungen seine Firma, die er inzwischen in Bush Exploration umbenannte, mit Spectrum-7, einer weiteren Ölfirma, zu fusionieren. Bush wurde Chairman dieser Fusionsfirma. Schließlich musste Bush seine Firma 1986, auf Grund des erneuten Einbruchs des Ölpreises verkaufen. Derweil änderte sich einiges in Bushs Privatleben. Er wechselte vom Anglikanischen, zum Methodistischen Glauben. Er schwor jeglichem Alkohol- und Drogenkonsum ab. Laut Bushs Schilderung war der berühmte Fernsehprediger Billy Graham für seine "Heilung" verantwortlich. Politisch gesehen gehört Graham der konservativen Rechten an und stimmte bei Bushs Gouverneurswahl für ihn. Das dürfte auch einige Leute auf Bushs Seite gezogen haben.

 

 

Bush senior legt seinen Sohn die Leutnantabzeichen an

 

"We are ready for any unforeseen event that may or may not occur."
"Wir sind bereit für jedes unvorhergesehene Ereignis, das auftritt oder auch nicht."

 

1987 zog Bush mit seiner ganzen Familie nach Washington D.C. und bereitete die Wahlkampagne seines Vaters vor. Er wurde einer der engsten Vertrauten seines Vaters. Dennoch zog er 1988 wieder nach Texas zurück. Genauer gesagt nach Dallas. Dort schloss er sich mit einigen reichen Leuten zusammen und kaufte das Baseball Team der Texas Rangers auf. Dies steigerte Bushs Popularität enorm. Vor allem weil er ein neues Stadion für das Team baute. Dennoch wurden die Rangers 1998 wieder verkauft. Bush ging dabei als Gewinner hervor. Er bekam 15 Mio. Dollar für den Verkauf.
Zuvor wurde Bush aber zum Gouverneur von Texas. Dazu stellte er sich 1993 zur Wahl. Seine Gegnerin war die Demokratische Ann Richards. Bushs Wahlkampf wurde übrigens von Karl Rove geplant. Dieser plante auch alle weiteren Wahlkämpfe Bushs. Er war somit maßgeblich am Erfolg Bushs beteiligt.
Bush sprach all das aus, was die Bevölkerung Texas schon immer dachte. Er sprach sich für die Todesstrafe aus (Er verweigerte bspw. während seiner gesamten Amtszeit 152 Todeskandidaten die Begnadigung) oder für eine selbstverwaltende Regierung Texas'. Ein Jahr später, 1994, hieß der neue Gouverneur von Texas Bush.

 

 

Bush in typisch Texanischer Montur. Er demonstriert seine Nähe zur Bevölkerung


Während seiner ersten Wahlperiode arbeitete er außerdem mit seiner ehemaligen demokratischen Konkurrentin Richards zusammen. Er erreichte die meisten seiner politischen Ziele und wurde somit auch 1998 von den texanischen Bürgern zu einer zweiten Periode wiedergewählt. Er behielt sein Amt, gewann gegen den demokratischen Konkurrenten Garry Mauro und wurde als einziger Gouverneur Texas' jemals wiedergewählt. Er schaffte sich ein Image als "passionierter Konservativer", dieses half ihm ordentlich bei der Bekanntgabe seiner Kandidatur für die folgenden Präsidentschaftswahlen (1999). Auch in seiner zweiten Gouverneursperiode konnte Bush seiner Versprechen die er den Bürgern gemacht hatte größtenteils einhalten. Das dürfte auch der Grund sein, warum Bush bei den folgenden Präsidentschaftswahlen recht gut aussah.

Präsident Bush

 

 

"If we don't succeed, we run the risk of failure."
"Wenn wir keinen Erfolg haben, laufen wir Gefahr, zu versagen."

 

Bushs Hauptwahlversprechen während seines Wahlkampfes als Spitzenkandidat für die Republikaner, waren die Erneuerung des Bildungssystems und eine umfassende Steuerreform. Seine Gegner warfen ihm jedoch immer und immer wieder politische Inkompetenz vor, da er nur wenig politische Erfahrung hatte. Auch seine Einstellung zur Todesstrafe wurde stark kritisiert. Sein republikanischer Gegenkandidat damals war übrigens John McCain, welcher auch später gegen den jetzige Präsidenten Obama antrat. McCain musste Anfang März 2000 jedoch eine herbe Schlappe gegen Bush hinnehmen, da Bush New York und den Bundestaat Kalifornien auf seine Seite ziehen konnte. Kurz darauf zog McCain seine Kandidatur zurück. Bush wurde somit Spitzenkandidat der Republikaner. Und schon im Juli des gleichen Jahres gab Bush auch bekannt, wer denn nun der Vizepräsident werden sollte, falls er die Wahl gewinnen sollte. Diese Person ist niemand anders als Richard Bruce „Dick“ Cheney. Cheney war zuvor Verteidigungsminister während der Präsidentschaft Bush Seniors und somit auch ein enger Vertrauter von Bush Junior.
Bushs demokratischer Gegner jedoch war der ehemalige Vizepräsident Al Gore. Dieser diente unter dem vorigen Präsidenten Clinton. Zwischen den beiden entwickelte sich ein hartes Kopf an Kopf Rennen. Und wie es das Schicksal wollte, gab es Probleme bei der Auszählung in Florida. Zufälligerweise schaffte es Bushs Bruder Jeb hier Jahr zuvor, zum Gouverneur von Florida aufzusteigen. Die Probleme bei der Auszählung reichten von Stimmen, die auf dem Lochpapier nicht auslesbar waren oder Wahlautomaten, die automatisch Bushs Namen stanzten. Dazu war die Organisation bei der Auslesung der Stimmen unterirdisch schlecht. Es wurden Neuauszählungen gefordert. Der Supreme Court (Oberster Gerichtshof der USA) entschied sich jedoch dagegen. Die erste Stimmauszählung in Florida, in der Bush hauchdünn führte, wurde nun für gültig erklärt. Al Gore bekam zwar insgesamt 500.000 mehr Stimmen in den USA, George Bush jedoch konnte jedoch mehr Wahlmännerstimmen unter sich vereinen. Somit gewann Bush die Wahl zum 43. Präsidenten der USA, wenn auch hauchdünn vor Gore. Dem US- Wahlsystem sei Dank. Am 20. Januar 2001 wurde Bush schließlich zum Präsidenten vereidigt.

 

 

Bush bei der Vereidigung

 

Mit Bushs Wahl zogen auch viele alte Bekannte, die schon unter seinem Vater gedient hatten wieder ins Weiße Haus ein. Darunter der oben genannte Cheney oder die neue Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice. Verteidigungsminister wurde Donald Rumsfeld. Eine enorm große Überraschung war es jedoch, dass Bush selbst die Neokonservativen ins Boot geholt hat. Persönlich mochte er diese zwar nicht, aber ihre Aussagen passten ihm gut in den Kram. Der berühmteste darunter dürfte wohl Paul Wolfowitz als stellv. Verteidigungsminister gewesen sein.
Bush setzte nun auch wie schon in Texas auf eine gute Zusammenarbeite mit den Demokraten, als jedoch 2001 mehrere republikanische Senatoren ins demokratische Lager wechselten und die Republikaner somit auch ihre Mehrheit im Senat verloren, hörte die Freundschaft mehr oder weniger auf. Es folgte jedoch ein Ereignis, welches Bushs bisherige, eher gemütlich verlaufende Präsidentschaft, stark erschütterte. Der 11. September 2001.

 

 

Die beiden brennenden Zwillingtürme am 11 September

 

Nachdem er in einem Klassenzimmer in Florida erfahren hatte, dass die USA angegriffen wurden, stieg er nach geraumer Zeit und einer kleinen Ansprache an die dort anwesenden Eltern, in die Air Force One. Bush verbrachte den Großteil des Tages in der Air Force One und versuchte von dort aus das Geschehen zu koordinieren. Seine erste Landung mit der Air Force One erfolgte in Barksdale Air Force Base. Dort gab er ein erstes flüchtiges Statement ab. Auch erkundigte er sich dort nach dem Wohlbefinden seiner Frau und seiner Töchter. Mit Cheney und Rice im Weißen Haus hielt er auch so gut es ging Kontakt. Erst am Abend erreichte er (obwohl im es seine Berater abgeraten hatten) das Weiße Haus und hielt dort im Oval Office eine Fernsehansprache zu den Geschehen des Tages. Dieses Geschehen am 11. September prägte Bushs weitere Regierungszeit enorm. Er versprach den Bürgern der USA Vergeltung. Vergeltung für die über 3000 Toten. Ziel dabei war es die Schuldigen zu fassen und diese zur Rechenschaft zu ziehen. Somit änderte sich auch zwangsläufig die Außenpolitik der USA. Afghanistan wurde dabei Hauptaugenmerk.
Afghanistans Regierung bestand größtenteils aus Funktionären der Taliban. Afghanistan war in den Augen der U.S. Regierung jedoch eine der größten Terrorzellen und auch Aufenthaltsort Osama Bin Ladens, der als Hauptverdächtiger in Sachen 11. September galt. Ziel war es Bin Laden dingfest zu machen und Afghanistan demokratische, freiheitliche Regierung anzueignen. Somit begann Bush am 07 Oktober 2001, mit der Zustimmung des U.N. Sicherheitsrates und starker internationaler Unterstützung den Krieg gegen Afghanistan. Im Dezember wurde Kabul, die Hauptstadt Afghanistans. Erobert und die Talibanregierung abgesetzt. Als Interimsposten übernahm Hamid Karzai die Präsidentschaft. Osama Bin Laden wurden in Afghanistan jedoch nicht gefunden. Die NATO ist übrigens bis heute in Afghanistan stationiert und versucht dort weiterhin ein demokratisches, freiheitliches System aufzubauen.
Im Laufe des Jahres 2002 änderte sich jedoch noch weitere Punkte in der Außenpolitik der USA. Diese Veränderung wurde in der Welt als Bush-Doktrin bekannt. Die Bush-Doktrin erlaubte den USA, einen Präventivschlag gegen Staaten anzuordnen, die (möglicherweise) Massenvernichtungswaffen besitzen. Somit stieß sich Bush gradewegs die Tür zum Irakkrieg auf.
Bush stellte noch im gleichen Jahr die These auf, dass Saddam Hussein, der Diktator des Iraks, mit dem Terrorismus in Verbindung stehe. Er verlautete, dass Saddam in Terrorcamps "Soldaten" Al-Kaidas ausbilde. Um die Invasion die ein Jahr später folgte zu rechtfertigen, behauptete Bush einfach Saddam würde dazu auch noch Massenvernichtungswaffen besitzen, die eine große Gefahr für den mittleren Osten darstellen würden. (Hierbei der Verweis auf den Oben genannten Bush Doktrin!) Am 20. März 2003 marschierte Bush mit seiner "Koalition der Willigen" (darunter Großbritannien, Spanien Italien etc.) Frankreich, Deutschland, Russland und Österreich wehrten sich mit ihren UN-Mandanten dagegen. Dennoch marschierten die USA, also ohne Zusage des Sicherheitsrates, in den Irak ein.

 

 

Karikatur zu Bushs Einmarsch im Irak


Die Armeen der Koalition rückten größtenteils von Süden vor, da die Türkei das Durchmarschsrecht für den Norden nicht eingewilligt hatte. Somit konnte erst mit mehreren Airborne Divisionen eine Front im Norden geschaffen werden. Dieser Übermacht hatten die schwachen Truppen des Iraks nichts entgegenzusetzen. Die Invasion war am 1. Mai 2002 beendet und der Irak wurde besetzt. Saddam wurde festgenommen, kurz darauf begann auch die Suche an den angeblichen Vernichtungswaffen. Auch Saddam wurde dazu befragt. Man hat diese Waffen bis heute NIE gefunden. Saddam Hussein wurde von den USA zum Tode verurteilt und starb am 30. Dezember 2006 durch den Strang.
Aber nicht nur Außenpolitisch änderte sich das Verhalten der USA, nein auch Innenpolitisch. Beispielsweise setzte Bush nach 9/11 den Patriot Act durch. Dieser verschärfte die Sicherheitsbestimmungen der USA enorm. Man kann sagen, dass die USA dadurch zu einem Überwachungsstaat geworden ist. Unendlich viele Kameras wurden in den Großstädten der USA errichtet, Bürger wurden abgehört, sowohl übers Telefon wie auch über E-Mail und Brief. Zusätzlich wurden höhere Zölle für Importware angebracht. Die Bürger wurden also nicht nur systematisch überwacht, sondern der Staat nach Außen mehr und mehr isoliert. Im Jahre 2006 wurde das Abhörprogramm der USA jedoch aufgedeckt und als verfassungswidrig erklärt. Dennoch lässt es sich nicht von der Hand weisen, dass die Menschen somit über 4 Jahre ausspioniert wurden.

2. Amtszeit

 

"We're all capable of mistakes, but I do not care to enlighten you on the mistakes we may or may not have made."
"Wir können alle Fehler machen, aber ich werde Sie nicht über die Fehler aufklären, die wir gemacht oder nicht gemacht haben."



Im Jahre 2004 musste sich Bush schließlich zur Wiederwahl als Präsident stellen. Sein Herausforderer war der Demokrat John Kerry. Bei der Auszählung der Stimmen kam es, wie schon 4 Jahre zuvor, wieder zu Komplikationen. Dieses Mal machte Florida keine Probleme mehr. Jetzt war es der Bundestaat Ohio. Dennoch hätte auch ein Ausfall der Stimmen in Ohio für Bush keinen Unterschied gemacht. Denn Bush konnte nicht nur die meisten Wahlmännerstimmen unter sich vereinen, er hatte sogar die Absolute Mehrheit bei den insgesamt gezählten Stimmen in den USA. Somit wurde Bush als klarer Sieger wiedergewählt.
Bush jedoch trat nun mit einem neuen "Slogan" auf. Er war nicht mehr der "passionierte Konservative". Nun schwor er die Tyrannei auf der zu Welt beenden, und die amerikanische Freiheit auf der ganzen Welt verbreiten zu wollen. Dennoch war es eine der ersten Handlungen Bushs, dem vorigen stellvertretenden Verteidigungsminister Paul Wolfowitz (neokonservativer Politiker), die Position als Vorsitzenden der Weltbank zu verleihen. Diese bekam Wolfowitz durch Bush auch. Somit kann man sagen, dass die Weltbank keine neutrale Institution mehr war, sondern durch die USA gelenkt wurde. Auch die Situation im Irak spitzte sich zu. Zwar war Saddams Regime gestürzt, es wurde eine Übergangsverfassung verabschiedet und man versuchte nach und nach eine demokratische Regierung aufzubauen, doch nahmen die Anschläge auf die Besatzer selbst immer weiter zu. Keimzelle war die Hauptstadt Bagdad. Teilweise verging keine Nacht ohne einen Anschlag.

 

 

 


Bush konzentrierte sich in seiner zweiten Amtszeit stark darauf seine Verhältnisse mit anderen Staaten, nach dem illegitimen Einmarsch im Irak wieder zu verbessern. Eine große Rolle dabei spielte Russland. Bush wollte das eisige Verhältnis zwischen den beiden Staaten wieder aufbessern. Somit traf er sich immer wieder mit Putin oder Medvedev. Auch war Bush der erste seit Jimmy Carter (1979), der Österreich besuchte. Er traf sich dort 2006 mit dem Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und dem Bundespräsidenten Heinz Fischer. Außerdem verloren die Republikaner 2006 auch ihre Mehrheit im Senat und im Repräsentantenhaus. Eine herbe Niederlage für Bush.
Diese Amtszeit, die eigentlich recht ruhig anfing durch drei Ereignisse überschattet. Am 29. August 2005 traf der Hurrikan Katrina auf die Südküste der USA. Die Stadt New Orleans wurde so gut wie ganz überflutet. Über 1800 Menschen kamen ums Leben und es entstand eine Schaden von knapp 81 Milliarden Dollar. Es wurden extra Truppen aus dem Irak abgezogen um den Menschen dort zu helfen. Militärflugzeuge (darunter auch Tarnkappenbomber) wurden extra für die Auslieferung von Lebensmitteln eingesetzt. Auch Bush selber besuchte kurz darauf das Katastrophengebiet. Er versicherte den Bürgern ihnen zu helfen und die Stadt wieder neu aufzubauen.
Das zweite Ereignis bildete den Abgang mehrere hoher Regierungsbeteiligten im Sommer 2007. Darunter Bushs Pressesprecher Tony Snow, welcher aus persönlichen Gründen zurücktrat. Bushs Justizminister Gonzales und Karl Rove (derjenige der Bushs Wahlmanagement geplant hatte), traten auf Grund der Plame Affäre zurück. Bei der Plame Affäre sollen einige hochrangige Mitglieder der Bush Regierung darunter Rove und Cheney den Namen der CIA Agentin Valery Plame und den Namen ihres Mannes ( Joseph Wilson ), welcher U.S. Diplomat und Bush Kritiker war, an die Presse weitergegeben haben. Sogar Lewis Libby, Cheneys Stabschef wurde wegen Meineids und Justizbehinderung festgenommen.
Das dritte Ereignis traf Bush genau am Ende seiner Amtszeit. Die Weltwirtschaftskrise 2008. Eigentlich ist es Gang und Gebe, dass man keine wichtigen Verträge mehr mit einem Präsidenten beschließt, der nur noch wenige Wochen im Amt ist. Doch nun schien Bush wichtiger Eckpfeiler zu sein. Etliche Banken gerieten in Schieflage, da Immobilienkredite einfach platzten. Riesige Banken mussten Konkurs anmelden oder schließen. Ein gutes Beispiel dafür war die Bank Lehman Brothers. Doch ein Problem ergab sich nun. Bush war nicht nur unter den Demokraten verhasst auch seine einstigen Parteifreunde distanzierten sich von ihm. So ist es kein Wunder, dass das Rettungspaket was er am 29. September 2008 verabschieden wollte, durch den Senat gekippt wurde.

Die Zeit danach

 

 

"[It's] time for the human race to enter the solar system."
"[Es ist] Zeit, daß die Menschheit ins Sonnensystem vordringt."



Bush hatte nun seine zwei Amtsperioden a vier Jahre hinter sich. Er war acht Jahre im Amt, vier länger als sein Vater. Doch alles endet irgendwann mal. Denn am 20. Januar 2009 übernahm Barack Obama, der erste Afroamerikanische Präsident der USA, Bushs Amt. Kurz darauf zog er sich mit seiner Frau Laura nach Preston Hollow, Texas zurück. Dort schrieb er seine Memoiren nieder und verkaufte diese unter dem Namen Decision Point. Auch wurde Bush nach dem Tod Bin Ladens persönlich von Obama angerufen. Er sei zwar nicht außer sich vor Freude gewesen, lobte aber die Zusammenarbeit zwischen der Regierung und den Geheimdiensten. Aber auch jetzt noch ist Bush sehr präsent. Beispielsweise besuchte er nach dem Erdbeben in Haiti, wie auch Clinton die Menschen dort und tritt noch häufig als Redner auf vielen Veranstaltungen auf.

Einleitung

 

Eine der bedeutsamsten wirtschaftlichen Errungenschaften der Nationalsozialisten schien ihre Lösung des riesigen Arbeitslosenproblems zu sein, dass zum Ende der Weimarer Republik hin vorherrschte. Hitler schaffte in nur wenigen Jahren die Arbeitslosenquote in Deutschland von über 30% auf nahezu 0% zu senken. Kann hier also von einem nationalsozialistischen Wirtschaftswunder gesprochen werden?
Die NS-Wirtschaft ist ein sehr komplexes Thema und konnte unter anderem darum auch noch nicht endgültig wissenschaftlich geklärt werden... Dieser Beitrag kann daher auch nur einen groben Überblick verschaffen...


Erbe von Weimar

 

Dass die Nationalsozialisten an die Macht kamen, war unter anderem durch die Weltwirtschaftskrise und der damit zusammenhängenden Unfähigkeit der Weimarer Regierung, das Problem der (aus der Weltwirtschaftskrise resultierenden) Massenarbeitslosigkeit zu lösen, möglich.

 

 

Reichskanzler Brüning 1930



Zur Erinnerung: Die USA, als Urheber der Weltwirtschaftskrise im Oktober 1929, erlassen nach dem Börsencrash umgehend Schadensbegrenzungsmaßnahmen. Sämtliche Kredite werden kurzfristig abgezogen und die Einfuhrzölle erhöht. Die ohnehin recht schwache deutsche Wirtschaft, die stark auf den Export ausgelegt war, bricht nun relativ schnell zusammen. Massenarbeitslosigkeit und eine dramatische Verschlechterung der allgemein sozialen Lage sind die Folge. Da durch den Abzug der Kredite kein weiteres Geld mehr zur Verfügung stand, als das, was noch in den Staatskassen vorhanden ist, zwang Reichskanzler Heinrich Brüning das Deutsche Reich (durch mehrere Notverordnungen), zu extremen Sparmaßnahmen, um den Reichshaushalt soweit es möglich war ausgeglichen zu halten. Diese Notverordnungen - die die Kürzung von Löhnen und Gehältern im öffentlichen Dienst, die Kürzung von Sozialleistungen, die Beendigung aller öffentlichen Bauvorhaben und die Erhöhung der Steuern zur Folge hatten - würgten, durch Deflationseffekte, die deutsche Wirtschaft in der Weimarer Republik vollends ab. Die Regierung der Weimarer Republik, die das Problem der Arbeitslosigkeit mit diesen Maßnahmen noch verschärfte, verlor weiter an Vertrauen im Volk und ein Zulauf in radikale Parteien – insbesondere der NSDAP – beginnt, der letztlich im Scheitern der Weimarer Republik und dem Aufstieg der Nationalsozialisten endete. Trauriger Rekord sind dabei die etwa 6,12 Millionen Arbeitslosen, die im Februar 1932 verzeichnet werden mussten.

 

 

Wahlplakat 1932


Hitler

 

 

Hitlers Buch " Mein Kampf" (Ausgabe 1941)

 

1924 schrieb Hitler, während seiner Inhaftierung, den ersten Band seines 'Kampfes'. In ihm rechnet er mit jeder Gruppierung ab, die seines Erachten eine Schuld am Unglück der Deutschen zu verantworten hätte. Zum anderen beschrieb er die Notwendigkeit, Lebensraum im Osten zu schaffen, um die Ernährung des deutschen Volkes ausreichend sicherstellen zu können. Somit wurde schon 15 Jahre vor Beginn des Zweiten Weltkrieges gedanklich eine Grundlage zur kriegerischen Aneignung vom Lebensraum im Osten geschaffen, die eine Aufrüstung der Reichswehr bedingt.

 

 

NSDAP-Parteiprogramm ⁽⁺⁾ (1930)


Im Parteiprogramm, das erstmals 1919 verfasst wurde, wurde noch von der Zerschlagung des Großbankentums, der Großindustrie, sämtlicher Kaufhausketten und aller Gewerkschaften – zum Schutz des Mittelstandes gesprochen. 1928 las man davon nichts mehr, da sich der Standpunkt Hitlers änderte, weil er erkannte, dass er ohne die deutschen Wirtschaft seine Ziele nicht erreichen könne. So richtete er seine Aufmerksamkeit einzig auf die – für die Industriellen entgegenkommende – Zerschlagung der Gewerkschaften und garantierte der Industrie (unter Vorbehalt) Vermögen und Besitz. Im Gegensatz wurde Hitler von einigen Vertretern der Industrie finanziell und somit auch politisch unterstützt. Diese Unterstützung veranlasste den Erfinder der politischen Fotomontage John Heartfield ein für die "Arbeiter Illustrierte Zeitung" (AIZ) kritisches Frontcover (siehe Bild) zu gestalten.

 

 

John Heartfield (1934) * A-I-Z (Ausgabe Oktober 1932)

 

 

30. Januar 1933: Mit der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler, waren die Nationalsozialisten nun endgültig an der Macht und sie fingen an, ihre politischen Ziele zu konkretisieren und schon wenige Tage nach der Machtergreifung umzusetzen. Um den nachwievor bestehenden Gedanken der kriegerischen Aneignung von Lebensraum im Osten umzusetzen, musste primär die Reichswehr aufgerüstet und aufgestockt, sowie die Wirtschaft kriegsfähig gemacht werden. Das bedeutet für letzteres unter anderem auch, dass der Autarkiegedanke verwirklicht werden müsse, um sich vor eventuellen Handelsblockaden schützen zu können. Nebenbei, war die Bestrebung nach Autarkie, nach der Weltwirtschaftskrise (1929) ohnehin ein allgemein globaler Trend – weg von der Weltwirtschaft, hin zur Großraumwirtschaft! Des Weiteren bedurfte es Erfolge in der Sozial- und Arbeitsmarktpolitik. Die Arbeitslosigkeit muss drastisch gesenkt und der Konsum- und Lebensanspruch befriedigt werden. Und um Kontrolle über die Wirtschaft ausüben zu können, muss sie nach den Vorstellungen der Nationalsozialisten umgeformt - sprich gleichgeschaltet - werden.

 

 

Plakat der DAF ⁽⁺⁾ (1933)



Diese Umformung begann nur wenige Monate nach Machtergreifung des NS-Regimes mit der Abschaffung alter Organisationsstrukturen: Erste Maßnahme war die Auflösung der Gewerkschaften. Am 2. Mai 1933 wurden sämtliche gewerkschaftlichen Organisationen durch Gewaltaktionen der Nationalsozialisten zerschlagen und durch eine neue Organisation bereits am 10. Mai 1933 ersetzt: der Deutschen Arbeitsfront (DAF). Sie nahm von nun an die Interessen des Regimes für die Arbeitnehmer wahr. Ein Jahr später wurde das 'Führerprinzip' in den Betrieben etabliert. Die Arbeiterschaft wurde auf Treue, Gehorsam und Loyalität gegenüber dem Geschäftsführer eingeschworen.

 

 

DAF-Betriebsschild ⁽⁺⁾ (1933-1945)


Wirtschaft

 

 

 

Trotz, dass sich das NS-Regime die scheinbaren Erfolge der ersten Jahre (1933-1937) in der Arbeitsmarktpolitik groß auf ihre Fahnen schrieb, lässt sich das nationalsozialistische Wirtschaftswunder in einigen Punkten relativieren. Wir erinnern uns, dass der höchste Punkt der Arbeitslosigkeit bereits im Februar 1932 - also knapp ein Jahr vor der Machtergreifung - schon erreicht war. Ein allmähliches Absinken im Anschluss deutet auf eine - wenn auch langsame - Genesung der deutschen Wirtschaft hin. Hitler hatte also damals (1932) nicht mehr viel Zeit, um seine Argumente (im Wahlkampf) geltend machen zu können…
Unter militärischen Gesichtspunkten wurden Investitionen in den Bereichen Reichsbahn, -post und –autobahn gemacht. Besonders spektakulär war hierbei das Reichsautobahnprogramm. Man verzichtete hier absichtlich auf großtechnisches Gerät, so dass der Autobahnbau durch seinen hohen Bedarf an Arbeitskräften eine große arbeitsmarktpolitische Bedeutung hatte. Die Förderung des zunächst noch freiwilligen Arbeitsdienstes erwies sich ebenfalls als eine gute Maßnahme gegen die Arbeitslosigkeit.

 

 


Durch die allgemeine Attraktivität der Bauprojekte, die Lohn und somit Sicherheit - auch für die Landbevölkerung - versprachen, kam es teilweise zur Landflucht. Um dieser entgegen zu wirken, gab es viele Steuervergünstigungen für die Landbevölkerung. Um den Anreiz zum Kauf eines Automobils zu steigern, wurden die Steuern der Automobilindustrie gesenkt, so dass sich letztlich Autos billiger produzieren ließen. Dass hier aber auch eine militärische Absicht dahinter steckte, fiel kaum auf. Denn eine moderne Armee ist motorisiert...
Durch die Weltwirtschaftskrise sanken die Löhne drastisch. Um es dabei zu belassen, wurde relativ schnell ein Lohnstopp festgelegt, so dass Bauaufträge der Regierung günstig blieben. Des Weiteren wurden die Marktpreise in Deutschland fixiert, um eine indirekte Inflation zu verhindern. Im Großen und Ganzen hatte der Wirtschaftsaufschwung, trotz der vielleicht militärischen Motive unter den Nationalsozialisten, nach Außen hin einen zivilen Charakter!

 

 


Mefo Wechsel

 

 

Hjalmar Schacht

 

Hinter verschlossenen Türen sah das Bild jedoch anders aus! Ab 1934 wurden, trotz bestehender Verträge, die es Deutschland nicht gestatteten, exzessiv Rüstungsaufträge ausgeschrieben. Dabei ließ sich das Auftragsvolumen bald nicht mehr durch konventionelle Mittel, wie Steuereinnahmen oder sonstigen staatlichen Programmen finanzieren. Geld musste also von woanders her… Schacht – der Reichsbankpräsident – hatte da eine Idee. Er will die Geldkapazitäten der Industrie selbst frei machen. Er bediente sich hierbei einem kleinen Trick – dem Finanzwechsel-System.

 

Ein Wechselgeschäft funktioniert grundlegend wie folgt: Ein Kunde und ein Lieferant sind sich über die Zahlungsbedingungen uneinig... der Lieferer fordert eine sofortige Zahlung, der Kunde aber kann oder will erst zu einem späteren Zeitpunkt zahlen. Der Wechsel – ein urkundliches Dokument – stellt nun einen Kompromiss dar, der beide Seiten befriedigt. Der Lieferer stellt einen Wechsel aus und der Kunde akzeptiert diesen. Damit verpflichtet sich der Kunde, im vereinbarten Zeitraum, den Wechsel durch finanziellen Ausgleich zu tilgen. Der Lieferer, der selber Kunde eines Lieferanten sein kann – und daher das Geld so dringend benötigte – kann diesen Wechsel nun als reguläres Zahlungsmittel an seinen Lieferanten bzw. einen Dritten zum Ausgleich seiner eigenen Verbindlichkeiten weiter geben.
Der Wechsel kann – egal durch wen – für einen kleinen Obolus in der Bank zu bares Geld gemacht werden. Der Wechsel wird in diesem Fall von der Bank übernommen. Nach Ablauf der Zahlfrist, ist der Akzeptor verpflichtet, den Wechsel auszulösen – entweder an seinen Lieferer, dem "Dritten" oder der Bank – je nachdem, wer den Wechsel gerade besitzt.

 

 

Die "Gesellschafter" der MeFo-GmbH

 

Das Wechselgeschäft hat einen unglaublich großen Vorteil. Es lässt sich dadurch eine versteckte und geräuschlose Finanzierung – in dem Fall für die militärische Aufrüstung – vollziehen. Um das ganze zu realisieren, wurde auf Veranlassung der Reichsbank und des Reichswehrministeriums im Mai 1933 die Mefo gegründet. Eine Scheinfirma, die allein dem Zweck dieses Finanzierungssystems dient. Durch den Mefo-Wechsel ließen sich 30-50% der Rüstungsausgaben finanzieren – das entsprach bis 1938 etwa 12Mrd RM. Da sie als Handelswechsel galten, tauchten sie in keiner staatlichen Bilanz auf und verschleierten so das wahre Auftragsvolumen. Schacht terminierte diese Wechsel auf das Jahr 1938, um die Gefahr einer großen Inflation zu vermeiden. Die Regierung kam aber der Zahlungsaufforderung nicht nach. Trotz Schachts Drängens, die Wechsel zu begrenzen oder auszulösen, wurden in der Konsequenz, weitere Methoden genutzt, um an Finanzen zu kommen. Letztlich wurden 1937 und 1939 die Reichsbankgesetzte so geändert, dass die Reichsbank selbst keinen Einfluss mehr auf die staatliche Geldversorgung nehmen konnte. Schacht nahm daraufhin sein Hut als Reichsbankpräsident.

Neuer Plan/Autarkie/Krieg

 

1934: Schacht wird, neben seiner Position als Reichsbankpräsident, nun auch Reichswirtschaftsminister. Er entwickelte, um an Devisen für das Deutsche Reich zu gelangen den "Neuen Plan". Dieser sah vor, dass sämtliche auswärtigen Schulden fürs Erste auf Eis gelegt werden. Des Weiteren darf ab sofort kein Außenhandelsgeschäft im Importbereich mehr ohne Genehmigung des Reichswirtschaftsministeriums erfolgen. Schacht allein entscheidet nun, was ins Land kommt und was nicht. Außerdem wird ab sofort eine Dumpingpreispolitik im Exporthandel gefahren, um schnell an Devisen zu gelangen. Dabei blieben jedoch die Umsätze oft unter den Herstellungskosten.

Deutschland besitzt für militärische Zwecke kaum verwertbare Bodenschätze, so dass vor allem Eisen importiert werden muss. Dafür sind teure Devisen fällig. Deutschland benötigt aber auch Nahrungsmittel, da der 1933 gegründete Reichsnährstand die deutsche Bevölkerung noch längst nicht zu 100% autark versorgen kann. Es kommt zu Engpässen in der Nahrungsversorgung, da den Rohstoffen – die für die Rüstung nötig sind – der Vorzug gewährt wird. Diese Mangelerscheinungen sollten sich bald auf die gesamte Wirtschaft ausweiten… So mangelte es nicht nur an Nahrung, sondern auch bald an Arbeitskräften, Rohstoffen und letztlich Devisen. Die anfänglichen Erfolge des "Neuen Plans" standen bald im Schatten des immer weiter zurückgehenden Exportausstoßes. Die deutsche Wirtschaft gelangte an ihre Grenzen… Berater des IG Farben Konzerns gaben das dem Führer zu bedenken. Der "Neue Plan" war damit gescheitert!
 

 

  • Auf Anraten der Berater von den IG Farben, schrieb Hitler daraufhin eine Geheime Denkschrift:
  •  
  • […] Ein Sieg des Bolschewismus über Deutschland würde nicht zu einem Versailler Vertrag führen, sondern zu einer endgültigen Vernichtung, ja Ausrottung des deutschen Volkes.
  •  
  • […] Gegenüber der Notwendigkeit der Abwehr dieser Gefahr haben alle anderen Erwägungen als gänzlich belanglos in den Hintergrund zu treten!
  •  
  • […] Wenn es uns nicht gelingt, in kürzester Frist die deutsche Wehrmacht in der Ausbildung, in der Aufstellung der Formationen, in der Ausrüstung und vor allem auch in der geistigen Erziehung zur ersten Armee der Welt zu entwickeln, wird Deutschland verloren sein! […]
  •  
  • [...] Wir sind übervölkert und können uns auf der eigenen Grundlage nicht ernähren.
  •  
  • [...] Die endgültige Lösung liegt in einer Erweiterung des Lebensraumes bzw. der Rohstoff- und Ernährungsbasis unseres Volkes. Es ist die Aufgabe der politischen Führung, diese Frage dereinst zu lösen. […]

 

 

  • Ich stelle damit folgende Aufgabe:
  • I. Die deutsche Armee muß in vier Jahren einsatzfähig sein.
  • II. Die deutsche Wirtschaft muß in vier Jahren kriegsfähig sein.

 

Damit ist es defacto amtlich… Der Krieg im Osten - mit der Sowjetunion - ist unausweichlich festgelegt worden. Innerhalb von vier Jahren sollen nun die Wehrmacht und die Wirtschaft endgültig kriegsbereit sein. Mit der Verkündung des 'Vierjahresplan' änderte sich auch das wirtschaftliche Gesamtbild. Rüstung wird nun offen betrieben. Konzerne werden mit milliardenschweren Rüstungsaufträgen beauftragt. Die staatliche Kontrolle nahm zu, denn wer in den Erwartungen zurückblieb, wurde durch 'fähigere' Leute ersetzt. Es ist die Zeit der Kommandowirtschaft. In der neu geschaffenen 'Vierjahresplan'-Abteilung, saßen erwartungsgemäß – da von ihr initiiert – Leute der IG Farben, unter ihrem Chef Hermann Göring. Alte Konzepte zur synthetischen Herstellung von Benzin und Kautschuk wurden wieder hervorgeholt, nach dem man sie als nicht rentabel wegschloss.

 


Die Umsetzung des Autarkiegedankens bedeutet für die deutsche Wirtschaft nicht nur Unabhängigkeit und Blockadesicherheit, sondern auch Gewinne. Autarkie sollte um jeden Preis erreicht werden, Kosten sollten da nur eine untergeordnete Rolle spielen. Diese Politik war für die Konzerne ein gefundenes Fressen. Man konnte nicht nur kostendeckend, sondern auf Kosten des Staates sogar gewinnbringend produzieren, da sich die Führung kaum um das "Wie" gekümmert hat. Das Bestreben nach Autarkie lief in der Landwirtschaft bereits seit Gründung des Reichsnährstandes. Die IG Farben gingen in die Produktion von synthetisch hergestellten Kraftstoffen und Kautschuk – Buna.

Als eine Steigerung der heimischen Erzproduktion angestrebt wurde, verweigerte die deutsche Schwerindustrie ihre Beteiligung an diesem äußerst unrentablen Geschäft. Deutsches Eisenerz hat nur einen Roheisengehalt von etwa 30%. Die Verhüttung ist sehr komplex und damit letztlich ein Verlustgeschäft. Dieser Konflikt führte 1937 schließlich zur Gründung der "Reichswerke Hermann Göring". Die Reichswerke führten den Namen von Göring nicht nur ehrenhalber. Göring avancierte damit zu einem sehr mächtigen Mann im Reich mit sehr viel Einfluss – allein schon aus seinem Amt als Verantwortlicher des 'Vierjahresplan' mit all seinen dazugehörigen Befugnissen. Schacht der mit seinem Wirtschaftsministerium an Bedeutung verliert, übt an dem Irrsinn, die Volkswirtschaft so zu strapazieren Kritik und gibt sein Amt als Reichswirtschaftsminister im November 1937 nach einer Schelte konsequent ab. Das Amt des Reichsbankpräsidenten behält er jedoch bis Januar 1939 bei.

 

"fertig" - Panzerproduktion der Baureihe PzKpfw III (1939/40)


Die ökonomischen Folgekosten waren enorm… Die Staatverschuldung verdoppelte sich von 1937 bis zum Kriegsausbruch 1939 von 16 Mrd RM auf 31 Mrd RM. Der Ressourcenmangel konnte letztlich nicht behoben werden, auch nicht nach der Einverleibung Österreichs (das später etwa 23% der gesamten Produktion ausmachte) ins Deutsche Reich. So blieb der Selbstversorgungsgrad bei der Eisenerzproduktion bei gerade mal etwas über 50%. Auch in den anderen Bereichen klafften Lücken: Die Mineralölabhängigkeit konnte nur geringfügig von 66 auf 60% gesenkt werden. Und trotz großer Anstrengungen blieb die Buna-Produktion mit einer Bedarfsdeckung von nur 50% weit hinter den Erwartungen zurück. Besonders in der Fettversorgung musste auf Importe zurückgegriffen werden. Bei tierischen Fetten mussten 20%, bei pflanzlichen sogar 90% importiert werden, um den Bedarf zu decken. Einzig die Grundnahrungsmittel wie Getreide, Kartoffeln, Gemüse und Fleisch waren mit einer Bedarfsdeckung von 90-100% hinreichend vorhanden.

Die Bevölkerung nahm es zwar nicht ohne Murren hin, protestierte aber auch nicht, da man sich noch allzu gut an die entbehrungsreichen Jahre der großen Krise zurück erinnerte. Zum anderen lenkte die Propaganda den Konsumbedarf auf Produkte die zwar von minderer Qualität, jedoch reichlich im Land vorhanden waren. So verdreifachte sich zum Beispiel der Umsatz an Vierfruchtmarmelade. Aus Mangel an Devisen und den damit verbundenen Rohstoffmangel wurde die Verteilung der Ressourcen weiter erschwert. Nicht zuletzt dadurch, dass ein Führererlass 1938 die Zeit des Vierjahresplan um ein Jahr straffte. Man erhoffte sich durch gegenseitige Wirtschaftshilfe mit Ländern, die es ähnlich schwer haben wie Deutschland (Sowjetunion, Ungarn, Türkei), im Austausch von wertgleichen Waren weitere Rohstoffe. Damit ließen sich aber nur mäßige Erfolge erzielen. In der Gesamtrechnung scheiterte die Autarkiepolitik an ihrer Nichterfüllung.

 

 

 

Kurz vor Kriegsbeginn wurden Lebensmittelmarken für die deutsche Bevölkerung verteilt. Am 1. September 1939 begann der Überfall auf Polen. Für die Wirtschaft änderte sich aber deswegen in den ersten Kriegsjahren nichts. Lediglich, dass erstmals wieder ausreichend Arbeitskräfte (die durch die Wehrpflicht oder durch unrentable Produktionsstandorte gebunden waren) durch Zwangsarbeiter zur Verfügung standen.
Die Wehrmacht wurde nicht für längere Feldzüge ausgerüstet, sondern wurde für Blitzkriegtaktiken konzipiert. Die Strategie ging im Polenfeldzug voll auf. Trotzdem büßte man etwa 30% der Landesausrüstung ein – die erst mal wieder aufgestockt werden musste. Ein Präventivschlag sollte den Eisentransport aus Schweden sichern. Man griff mit der bis dato in einer Schlacht größten Seeflotte Dänemark und Norwegen an und besetzte beide Länder. Norwegen war reich an Eisenerzen… was sich, laut einiger U-Boot-Kommandanten, wohl sogar negativ auf die Magnetzünder der Torpedos auswirkte. Durch die ebenfalls in der norwegischen Küstenregion befindlichen britischen Marine büßte die Kriegsmarine im "Unternehmen Weserübung", viel eigene Tonnage ein, was ein endgültiges Umdenken in Richtung reine U-Boot-Flotte nach sich zog. Die Besetzung Frankreichs, ließ kurzfristig die Ressourcenknappheit entspannen. Auch die Luftwaffe sollte noch ihre große Niederlage erfahren… in der Luftschlacht um England 1940. Bald aber mussten unbedingt die Mineralölfelder in Russland erobert werden, um den Krieg fortsetzen zu können. Das "Unternehmen Barbarossa" nahm bei Stalingrad Ende 1942 einen dramatischen Verlauf für das Heer.

Die Rüstung wurde unter Albert Speer 1942 neu organisiert… Sie wurde zum einen zentralisiert und anschließend rationalisiert. Durch zentrale Bestellungen, waren keine teuren Doppelbestellungen mehr möglich. Das sparte und schonte wichtige Ressourcen. Durch Rationalisierung wurden ineffiziente Standorte stillgelegt, vorhandene durch Schichtbetrieb weiter ausgereizt, der bis dahin kaum üblich war. Es fand auch ein Umdenken in der Bewaffnung selber statt. Masse statt klasse! Frühere Rüstungen waren darauf bedacht, dass mit qualitativ hochwertigem Material gekämpft wird. Man ging davon ab und stellte des Weiteren nur noch eine kleine Produktpalette an Waffensystemen her, die zudem noch untereinander kompatible Teilkomponenten aufwiesen. Dadurch wurde die Effizienz stark erhöht.
Mit der flächendeckenden Bombardierung der deutschen Städte ab 1942 wurde es jedoch immer schwieriger, die Rüstung am Laufen zu halten. Es wurde Energie von Kraftwerken benötigt, die aber nacheinander zerstört wurden. Es bedurfte einer funktionierenden Infrastruktur, die nach den endlosen Angriffen auf die Eisenbahn und letztlich auf LKWs nicht mehr leistungsfähig war. Die deutsche Wirtschaft wurde zum Ende des Krieges also regelrecht Schach Matt gesetzt – sie konnte sich nicht mehr rühren. Folglich konnte auch der Krieg (unabhängig der militärischen Gesamtlage, unter wirtschaftlichen und versorgungstechnischen Aspekten) nicht mehr fortgesetzt werden. Ein Beispiel am Ressourcenmanagement 1943/44: Die Royal Air Force war gegenüber der Luftwaffe achtfach überlegen, um diese Unterlegenheit zu kompensieren, wurden über 50% aller Ressourcen in die Luftwaffe gesteckt. Doch je mehr Flugzeuge produziert wurden, desto mehr wurden – nicht zuletzt aus Mangel an qualifizierten Piloten – abgeschossen. Diese Ressourcenlenkung ging zu Lasten der restlichen Streitkräfte und nahm damit auch Einfluss auf die Verlaufsentwicklung der Ostfront (Panzer & Geschütze fehlten). Der Bombenkrieg in der Heimat tat sein Übriges… Er führte nicht nur zur Zerstörung der Industrie, sondern auch, durch Luftalarme bedingten Stilllegungen der Betriebe, zu Produktionsausfällen von denen ein ganzes Panzerkorps pro Vierteljahr hätte ausgerüstet werden können.

 

1 Armee = 3 bis 7 Korps; 1Korp = 3 bis 4 Divisionen (30.000-70.000 Mann + 5.000-10.000 Panzer)

 

Die Zerstörung vieler Transportwege, nahm auch negativen Einfluss auf die Versorgung der Zivilbevölkerung mit Nahrungsgütern. So brach der Reichsnährstand zum Ende des Krieges zusammen und es kam zu Engpässen in der Lebensmittelversorgung, die teilweise sogar in Hungersnöte ausarteten. Nach Ende des Krieges wurden im amerikanischen und britischen Sektor die noch erhaltene Industrie fürs Erste stillgelegt und sollte stellenweise auch nie wieder produzieren – das betraf vor allem die Schwerindustrie – allen voran KRUPP. Wirtschaften, die sich um die Landesversorgung bemühten gingen aber bald wieder in Produktion. Im Ostsektor, aber auch bei den Franzosen wurde dagegen gnadenlos demontiert.

 

 

Propaganda-Plakat (1942)


Zusammenfassung

Die Wirtschaft im Dritten Reich


 

  • Machterlangung der Nationalsozialisten 1933 unter Anderem erst durch die Dauerregierungskrise und insbesondere der Weltwirtschaftskrise möglich
  •  
  • wirtschaftliche Ziele der Nationalsozialisten:
  •  
  • - exzessive Rüstungspolitik ohne Rücksicht auf wirtschaftliche Verluste
  • - Autarkiepolitik → Unabhängig nach Außen (rüstungspolitische Gründe)
  • - Senkung der Arbeitslosigkeit → Vollbeschäftigung
  •  
  • Grundlage der gesteckten Ziele war die nationalsozialistische Ideologie (kriegerische Aneignung von Lebensraum, Zerschlagung des Bolschewismus).
  •  
  • Vorwiegend verwendete Mittel, um die Ziele zu erreichen:
  •  
  • - Staatsinterventionistische Maßnahmen im Bereich der Preis- & Beschäftigungspolitik
  • → Preis- und Lohnstopp, Zerschlagung der Gewerkschaften, Aufbau- & Arbeitsbeschaffungsprogramme (Projekt Reichsautobahn)
  • - Marktkontrolle → "Neuer Plan", "Vierjahresplan"
  •  
  • Wirtschaft lässt sich in 3 Phasen gliedern:
  •  
  • 1. Phase 1933 – 1935: Wehrwirtschaft
  • - Gleichschaltung durch Neuformatierung der dt. Wirtschaft (1933/34)
  • → Auflösung der Gewerkschaften und Ersetzung durch die Deutsche Arbeitsfront (DAF)
  • → Einführung des Führerprinzips
  • → Gründung des Reichsnährstandes
  • - versteckte Rüstungsfinanzierung durch Mefo-Wechsel (1934-38)
  • - Kontrolle über Außenhandel durch "Neuen Plan" (1934-36)
  • → Aussetzung aller auswärtigen Schulden
  • → Außenhandel nur mit staatlicher Genehmigung → völlige Kontrolle
  • → Bevorzugung von Rohstoffimporten gegenüber Nahrungsimporten
  • → Dumpingpreise → Steigerung von devisenbringenden Exporten
  • - Lohnstopp (1933)
  •  
  • 2. Phase 1936 – 1940: Kommandowirtschaft
  • - gesetzlicher Preisstopp (1936)
  • - Vierjahresplan (1936-39) → Rüstungsbeschleunigung
  • → Kriegfähigmachung der dt. Wirtschaft und der Wehmacht
  • → Umsetzung der Autarkiepolitik → Blockadesicherheit
  • → Synthetisierung von Benzin und Kautschuk (Buna)
  • → Maximierung der dt. Erzförderung → "Hermann-Göring-Werke"
  • → Abteilungen des 'Vierjahresplan' bestanden bis Kriegsende, verloren aber ab 1940 völlig an Bedeutung
  • - Einführung von Lebensmittelkarten (1939)
  • - Einsatz von Zwangsarbeitern (1939) → deckten etwa 30% am Gesamtarbeitsbedarf
  •  
  • 3. Phase 1941 – 1945: Kriegswirtschaft
  • - Rationalisierung und Zentralisierung der dt. Industrie (1941-44)
  • → Schaffung von Ausschüssen, die über die Verteilung der Ressourcen entschieden
  • - starke Bombardierung der dt. Industriestandorte durch alliierte Streitkräfte (1942-45)
  • → Zusammenbruch des Transportsystems brachte Wirtschaft zum Erliegen
  • → Zusammenbruch des Reichsnährstandes → Hungersnöte
  • - Stilllegung oder Demontage der dt. Industrie durch die Alliierten (1945)
  •  

Quellen

Quellen (Stand: 01. Oktober 2012)

Für die Beitragsüberschriften wurden folgende (auf einschlägigen Seiten) frei verfügbare Schriftarten verwendet:

Propaganda
Futura Md BT

Hauptquelle:
http://www.bpb.de/izpb/9983/wirtschaft- ... hakenkreuz

Nebenquellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Zeit_des_N ... ozialismus
http://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaft ... chen_Reich
http://de.wikipedia.org/wiki/Weimarer_Republik
http://de.wikipedia.org/wiki/Weltwirtschaftskrise
http://de.wikipedia.org/wiki/Mein_Kampf
http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Arbeitsfront
http://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BChrerprinzip
http://de.wikipedia.org/wiki/Reichsautobahn
http://de.wikipedia.org/wiki/Reichsarbeitsdienst
http://de.wikipedia.org/wiki/Aufr%C3%BC ... _Wehrmacht
http://de.wikipedia.org/wiki/Hjalmar_Schacht
http://de.wikipedia.org/wiki/Mefo
http://de.wikipedia.org/wiki/Reichsbank
http://de.wikipedia.org/wiki/Neuer_Plan
http://de.wikipedia.org/wiki/Reichsn%C3%A4hrstand
http://de.wikipedia.org/wiki/Vierjahresplan
http://de.wikipedia.org/wiki/Reichswerk ... %C3%B6ring

weitere verwendete Quellen:
http://www.lsg.musin.de/geschichte/gesc ... dap_20.htm
http://www.lsg.musin.de/geschichte/gesc ... olitik.htm
http://www.geschi.de/artikel/3reichwirtschaft.shtml
http://www.dhm.de/lemo/html/nazi/wirtschaft/index.html
http://www.stern.de/politik/geschichte/ ... 37694.html

http://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1 ... _treue.pdf

Bildquellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Br%C3%BCning
http://www.calvin.edu/academic/cas/gpa/ ... rbeitc.jpg
http://www.germanblogs.de/pub/germanblo ... nKampf.jpg
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http://www.dhm.de/lemo/objekte/pict/f62_187/index.html
http://photobibliothek.ch/seite010c1.html
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http://www.dhm.de/lemo/objekte/pict/ak9 ... index.html
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Autor: Soldberg