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Folgende Änderungen bzw. Zusätze zur Version DAW 17-04 sind enthalten: Englische Texte DAW Kompendium + Credits, Install-Datei, sowie alle Briefingsdateien und Texte innerhalb der Kampagnen sin
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Kampagne, kritische Fehler in Griechenland-1 Szenario berichtigt    

Das Thema

Prätorianer

(Lat. Praetoriani)

Prätorianer

 

Leibgarde des römischen Kaisers oder militärische Schattenmacht?

Die Prätorianergarde waren keine einfachen Wächter, den solche konnte sich jeder wohlhabende Bürger zulegen. Die Garde stand nur einem Souverän zur Verfügung und wurde von den römischen Kaisern eingesetzt. Sie gelten bis heute bei den Historikern als die wichtigste militärische Macht in Rom, gerade weil der Rubikon rund um Rom, alle anderen Teile des römischen Heeres quasi aussperrte. Sie fungierte die Garde als persönliche Schutztruppe des Kaisers, Eingreifverband des Kaisers gegen seine Feinde in Rom und waren das wichtigste Instrument zur Verhinderungen von Verschwörungen wie Rebellionen. In dieser Position waren sie ein Garant der Macht römischer Herrscher. Sie verkörpern die kaiserlichen Macht, ihre Treue galt dem Thron und nicht immer dem, der gerade darauf sitzt.

Einleitung

Einleitung

Die Prätorianer lassen sich ohne weiteres in die Gruppe der antiken Eliteverbände einordnen. Es waren bestens ausgebildete, hervorragend ausgerüstete und spezielle ausgesuchte Soldaten, die für diesen Dienst ausgewählt wurden. Bereits zur Zeit der Römischen Republik gab es eine solche Truppe, die damals noch cohors praetoria genannt und von Feldherren ausgehoben wurden. Bis in das Jahr 275 v. Chr. lässt sich eine solche Tradition zurückverfolgen, doch haben wir es hier nicht mit der imperialen Garde des Kaisers zu tun, sondern mit einer Schutztruppe innerhalb des römischen Heeres, den Feldherren verpflichtet. Aus den verschiedenen Leibwachen, Schutztruppen und Begleitverbänden der römischen Amtsinhaber, entwickelten sich nach und nach die Prätorianer. Als Prätorianer bezeichnete man die Garde erstmals im Jahre 138 v., aufgelöst wurden Sie durch Konstantin dem Großen im Jahr 312, wobei dabei nur die Truppe verschwand und dessen Namen, nicht dessen Funktion und Gardecharakter. Dieser Aufgabe nahmen sich in der Spätantiker vor allem die die scholae palatinae, die excubitores und die protectores domestici an.

Entstehung

Enstehung

Aus der anfänglichen Gewohnheit der römisches Heerführer Leibwächter um sich zu haben, den Wächtern der Konsuln bzw. Liktoren und den ersten Garden der römischen Ämter, sollte eine der mächtigsten und zugleich schlagkräftigsten Eliteverbände entstehen, welche die Geschichte mit formten. Die eigentliche Geburtsstunde als militärische wie politische Macht hinter den Führern des römischen Reiches, feierten die Prätorianer im Jahre 27 v.Chr. Es begab sich zu der Zeit, dass im Reich Bürgerkrieg herrschte und die Kontrahenten Octavian, dem späteren Augustus und Marc Anton, sich bis aufs Blut bekämpften. Es ging um die politische Macht und keiner der beiden Gegner würde eine Gelegenheit auslassen, den anderen zu besiegen. Aus diesem Grund, umgaben sich die beiden Rivalen mit ausgewählten Veteranen ihrer Streitkräfte. Der Sieges dieses Bürgerkrieges, Kaiser Augustus, entschied, dass eine derartige Formation nicht nur im Krieg, sondern auch in der Politik nützlich sein könne, und rekrutierte aus den Rängen der Legionen die Prätorianergarde. Der Begriff Prätorianer rührt vom Hauptplatz des Legionslagers, mit dem Zelt des Feldherrn, ab. Dieser Begriff des Praetorium war schon früher ein gebräuchlicher Namensgeber für die Garde oder Schutztruppe des Feldherrn, doch erst Augustus gab seiner Garde von Prätorianer ihre finale Struktur. Aus dem zu beschützenden Zelt des Feldherren, indem auch die heiligen Feldzeichen der Legion aufbewahrt wurden, wurde nun der Palast des Kaisers bzw. die Kaiserstadt Rom.
Ihre Ausbildung war weit intensiver als die der Legionäre und sie erhielten deutlich höhere Bezüge als die anderen römischen Soldaten. Man rekrutierte Sie aus den Reihen der Legionäre, wenn auch besondere Eigenschaften der Loyalität für Sie sprechen mussten. Fakt ist, die mussten römischen Bürger sein, kamen meist aus Mittelitalien, später im 2 Jh.n.Chr. kamen Sie auch aus Spanien und Makedonien, doch es galt immer als seltenes Privileg in der dieser Garde zu dienen. Der Dienst war weniger gefährlich, man war der Front fern und den Vergnügungen der Hauptstadt sehr nah. Vor allem aber war die Dienstzeit um Jahre kürzer und der Sold um ein Vielfaches höher. Als Musterkarriere eines Prätorianers ist der Dienst in der Infanterie zu sehen, besondere Verdienste in den ersten 5 Jahren und dann für eine Versetzung ins Auge zu fallen. Man kam dann entweder zum Wachdienst in der Palast oder bei besonderen Leistungen zu den "Kundschaftern des Kaisers", der berittenen Elite der Prätorianer. Diese speculatores Augusti begleiteten den Imperator auf seinen Reisen.
Unter Augustus dienten 5000 Prätorianer, seine Nachfolger erhöhten die Zahl bis auf 15 000. Im übertragenen Sinn bezeichnet man heute eine „Prätorianergarde“ als eine treu ergebene Gruppe nahestehender Personen im Umfeld mächtiger Personen.

Seianus auf dem Revers

Der Putsch des Prätorianerpräfekten
Lucius Seius (Seianus)

Im Jahre 14 n.Chr., unter dem Kaiser Tiberius, waren Seianaus und sein Vater L.Seius Strabo Präfekten der Prätorianergarde. Als Seius Strabo als Präfekt von Ägypten an den Nil beordert wurde, bleib Seianus in Rom zurück und führte die Prätorianer alleine weiter. Seine Macht und militärische Funktion festigte sich, sodass er es wagen konnte, alle Prätorianer auf dem Viminal in Rom zusammenzulegen. Er wurde ein wichtiger Sprecher am Ohr des Kaiser und drängte vom Chef der Leibgarde einer neuen Position als Teil der königlichen Familie entgegen. Er tötete sogar den Kaisersohn und Thronerben, um den Weg an die Spitze für ihn zu ebnen. Dabei konnte er 26 n Chr. den 70jährigen Tiberius dazu bewegen, aus Rom wegzusiedeln und seinen Sitz nach Capri zu verlagern. Dadurch wurde Seianus faktischer Herrscher Roms und Vertreter des Kaisers. Er kontrollierte den greisen Herrscher, tötete 2 seiner 3 Enkel bzw. mögliche Thronfolger und verlobte sich mit dem 3, der Tochter des Drusus. Er stiegt dann weiter auf zum Konsul und war nun bereit die Macht im Reich zu übernehmen, doch übertrieb er es mit seiner Verschwörung und seine Pläne entdeckt. Man verriet ihn an Tiberius, dieser entband ihn seiner Pflichten und ernannte sogleich einen Nachfolger der Prätorianergarde. Der neue Prätorianerpräfekt Marco ließ Seianus umgehend verhaften und ließ ihn - mit seiner damals verstoßenden Ehefrau und den 3 Kindern - in Apicata am 18. Oktober 31 n.Chr. hinrichten.
Sein Traum von der Macht war ausgeträumt und aus dem Morden für seinen Aufstieg aus den Rängen der Prätorianer zum Kaiser, scheiterte auf der Zielgeraden.

Organisation

Organisation

 

Unter Augustus bestand die Prätorianergarde aus neun Kohorten (etwa 4.500 Mann insgesamt). Drei der neun Kohorten wurden direkt in Rom stationiert während die restlichen Kohorten in Städten rund um Rom platziert wurden. Unter Tiberius wurde diese Verteilung aufgehoben und alle Prätorianer in einer Kaserne in Rom zusammengefasst. Die Zahl der Kohorten stieg von Herrscher zu Herrscher, so wurden aus den 9 bald 12 Kohorten (ca. 6.000 Mann) und später dann auf 10 begrenzt. Dennoch stieg die Zahl weiter, weil die Garde in vielen Bereichen der Sicherheit und des Militärs in Italien einwirkte und dort auch Einheiten unterhielt. Aus der einst Soldatenfreien Stadt Rom, wurde eine indirekte Militärjunta.
Die Aufgabe den Kaiser zu schützen war dabei höchst prekär und somit musste eine klare Hierarchie bzw. Zuordnung herrschen. Dabei gab es keinen primus pilus (ersten Zenturio), sondern eine geteilte Machtverteilung auf Anfangs zwei praefecti praetorio und später nur noch einen Prätorianerpräfekt, der den Prätorianern vorstand. Dabei kam der Garde immer mehr Macht zu, so bekam der Prätorianerpräfekt neben dem Kommando über alle sonstigen Truppen in Italien und weiteren zivile Aufgaben, die Macht, während der Abwesenheit des Kaisers, den Vorsitz über den kaiserlichen Rat zu übernehmen. Während weiterer Strukturanpassungen in Rom bzw. Italien, wurden die 4 geschaffenen Präfekturen, jeweils ein Prätorianerpräfekt zugeordnet. Neben der Macht in der Kaiserstadt und den kaiserlichen Palästen, konnten die Prätorianer auch Einfluss auf ganz Italien, dem Kernland des römischen Reiches, ausüben.

 

Ränge in den Prätorianerkohorten, in aufsteigender Ordnung
 
Munifex
Einfacher Soldat.
Immunes
Mannschaftsdienstgrade,
die von der normalen Arbeitspflicht (munera) der Soldaten befreit waren.
Evocati
Soldaten, die nach Erfüllung der Regeldienstzeit freiwillig länger dienten.
Evocati der Prätorianer,
die zu den Legionen wechselten,
wurden dort als evocati Augusti in höherem Rang eingestellt.
Centuriones
Befehlshaber einer Centurie.
Eine Kohorte bestand aus sechs Zenturien.
Im Gegensatz zu den Legionen
waren Prätorianerzenturionen untereinander ranggleich.
Tribuni
Niedrigster Stabsoffiziersrang,
bei den Prätorianern üblicherweise aus dem Ritterstand.
Im Gegensatz zur Legion Befehlshaber nur einer einzigen Kohorte.
Praefectus praetorio
(oder praetorii )
Befehlshaber der Garde oder auch Prätorianerpräfekt genannt.

 

Auch an der Front kämpften die Prätorianer, auch wenn Sie nur selten eingesetzt wurden. Man vertraute ihren Fähigkeiten und ihrer Loyalität gegenüber dem Reich, die Aufgabe für sie als Alternative zum Kampf ausschloss. Dabei hatte man es bei den Prätorianern in den frühen Jahren mit römischen Bürgern aus dem Zentrum des Reiches zu tun (Etrurien, Umbrien und Latium), später dann aus den Provinzen (Macedonia, Hispania Baetica, Hispania Tarraconensis, Lusitania und Illyricum) und einige Kaiser formten besonders kampfstarke Garden aus den germanischen Legionen oder der pannonischen Legionen.

Bei den Aufgaben der Garde mussten die Prätorianer auch speziell ausgebildet sein. Dennoch hatten Sie trotz der vielen Aufgaben weit mehr Freizeit als die normalen Legionären, denen Sie im Felde gleichgestellt waren. Ebenso hatten Sie die gleichen Vorschriften zu befolgen, nur die Uniformen unterschieden sich im Detail. Ihre Brustpanzer waren speziell dekoriert, besonders geeignet für Paraden und offizielle Anlässe. Folglich besaßen die Gardisten zwei Ausrüstungen – eine für den Dienst in Rom und eine für das Feld.

 

 
Das Friedensgewand
Der Prätorianer trug in Rom eine Toga.
Die Waffe musste verdeckt getragen werden,
aufgrund der strengen Gesetze in Rom zur Friedensicherung.
Das Festgewand
Eine waffenlose Uniform,
Wahrscheinlich nur Tunika und mit Lorbeerzweig ausgerüstet.
(Quelle: Schilderung Herodians)
Die Paradeuniform
Bestehend aus einem attischer Helm,
grosses Ovalschild,
Tunika,
Gladius,
Brustpanzer oder ohne,
calceus und Cingulum.
Der Kleine Dienstanzug
Bestehend aus Tunika,
der Paenula oder dem Sagum,
dem Pugio,
dem Gladius,
dem Cingulum,
dem grossen Ovalschild und dem Pilum ohne Ketten- oder Segmentrüstung.
Die Feldausrüstung
Ähnlich denen der Legionäre,
dennoch kann vom neusten Stand der Technik und Ausstattung ausgehen.
Bestandteile sind ein Kettenhemd,
Segmentpanzer oder Schuppenpanzer.
Erkennungs- bzw. unterscheidungsmerkmale sind der Skorpion oder der Signa.

Einfluss

Einfluss

Wie die reinen Fakten schon andeuten, erwiesen sich die Prätorianer letztendlich als zweischneidiges Schwert für die Macht der Kaiser (und damit Roms). Sie bekamen jede Möglichkeit in die Hand, in Rom und gegen den Kaiser zu intervenieren. Das System, welches eigentlich die Prätorianer dazu befähigen sollte, gegen Verschwörungen, Aufstände und politische Gegner vorzugehen, ließ sich genauso gegen den eigentlichen zu Beschützenden anwenden. Letztendlich bestimmten die Prätorianer in der ansonsten militärisch freien Stadt, wer dort mit ihrem Schutz regieren durfte oder nicht. Den Prätorianerpräfekten suchten nur die Besten aus und der Korpsgeist der Elite bzw. Garde, die nur dem Thron verpflichtet ist, spiegelt eine unverwechselbare Loyalität zu ihrem Anführer wider. Ob damit der Anführer der Garde oder der Kaiser gemeint ist, lässt sich von den Prätorianer je nach Fall interpretieren. Fakt ist, dass man im Falle dieser Leibgarde, die Gefolgschaftstreue gegenüber dem Feldherrn, auf eine absolute Loyalität gegenüber dem Princeps ausweiten wollte, ohne zu bedenken, das Loyalität durchaus schwinden kann. Ihre Macht bzw. Loyalität spiegelt sich in ihrer Einstellung und Vorstellung zum bzw. vom römischen Kaiser wider. Sie setzten beispielsweise 41 n.Chr. der wahnsinnigen Herrschaft des Caligula durch Mord ein Ende. Im Jahre 193 n.Chr. beseitigten sie den Kaiser Pertinax, um dann die Kaiserwürde zu versteigern.
Doch darf man die Prätorianer bei ihrem Einfluss auf den Kaiser selbst, beziehungsweise dem körperlichen Wohl des Herrschers, nicht überschätzen. Meist kamen die Prätorianer nicht in den engsten Kreis des Kaiser, denn die Männer an der Seite des Kaisers waren meist Ausländer, der Einfluss der Prätorianer auf den Kaiser selbst endete vor der Tür seines Schlafgemaches. Den Personenschutz überließ man barbarischen Söldnertruppen, welche unter den Germanen, Galliern oder Thrakern rekrutiert wurden. Sie waren nicht in die Intrigen und Machtkämpfe der römischen Gesellschaft involviert bzw. waren sich die Kaiser des Einflusses der Prätorianer bewusst und überließen ihrer Intimsphäre anderen. Diese anderen Personen waren deshalb Ausländer, weil Fremde in Rom stark von ihrem Herren abhängig waren und so kontrolliert werden konnte. Dazu kamen die Sozialisationsverhältnisse der Gesellschaften, aus denen diese kommen. Für den Personenschutz waren nur Völker geeignet, in denen Loyalität einen hohen Stellenwert hatten, das Hauptargument gegenüber den Praetorianern.

Zum Schluss

Schlussbemerkung

 

Die Prätorianer existierten nur so lange, wie auch die römischen Kaiser in Rom regierten. Als 306 n.Chr. Maxentius, der Sohn des zurückgetretenen Maximian, der 305 als Nachfolger übergangen worden war, nach der Macht strebte, hatte er die Prätorianer auf seiner Seite. Sie riefen ihn zum Kaiser aus und man versuchte die Garde darauf aufzulösen. Die Prätorianer präsentierten zum letzten Mal seine Macht, denn schon 312 war ihre Zeit vorbei. Konstantin I. kämpfte bei seiner Invasion Italiens, in der letzten Schlacht an der Milvischen Brücke vor Rom, gegen die Prätorianer, die ihre Stadt schützten. Sie verloren und Konstantin endledigte sich dieser Kaisermacher, indem er die Garde auflöste und die Soldaten in die verschiedenen Winkel des Reiches versetzte. Die Kaserne der Prätorianer in Rom wurden zerstört und die militärische Macht dieser Elitetruppe in Rom hatte ein Ende. Die zivile Bedeutung blieb allerdings bestehen, denn das Amt des mächtigen Prätorianerpräfekten blieb bestehen und bildete bis ans Ende der Spätantike einen der wichtigsten Posten innerhalb der zivilen Reichsverwaltung dar. Die Tradition der Prätorinaner als Leibgarde des Herrschers lebte in Konstantinopel weiter, wo über die Jahrhunderte germanische Krieger - Goten, Wikinger und Angelsachsen - über die Sicherheit des Kaisers wachten.
Der Begriff des „Prätorianismus“ oder auch die Bezeichnung „Prätorianergarde“ sind heute ein geflügeltes Wort. Es bezeichnet zum einen die Bereitschaft höherrangiger Personen der stehenden Streitkräfte eines Landes, bei als ungünstig oder unzuträglich angesehenen politischen Entwicklungen, durch Eigeninitiative bzw. Eingreifen in die Politik den erwünschten Zustand wieder herbeizuführen. Man brachte Personen wieder an die Macht, von denen Sie überzeugt waren. Bei der Bezeichnung „Prätorianergarde“ denkt man heute automatisch an eine treu ergebene Gruppe, die im Umfeld einer mächtigen Person, deren Macht, Ideologie und Einstellung vertreten bzw. verteidigen. So bezeichnet man heute die Waffen SS als die Prätorianer Adolf Hitlers.

Übersicht

 

Kaiser
Jahr
Verbindungen mit der Garde
 
Augustus
27 v. Chr. - 14 n. Chr.
Stellte die Prätorianergarde als Leibgarde auf und befahl ihre absolute Loyalität.
Tiberius
14 bis 37
Der Seianus Putsch ließ seinen Thron wackelt, er ließ den Prätorianerpräfekt exekutieren.
Gaius Caligula
37 bis 41
Ermordet von der Garde.
Claudius
41 bis 54
Ließ eine Münze prägen, auf der die Prätorianer als Kaisermacher verewigt sind.
Nero
54 bis 68
Von Garde fallen gelassen.
Galba
68 bis 69
Ermordet von der Garde.
Otho
69
Durch die Garde ins Amt erhoben.
Vitellius
69
Abgesetzt von der Garde und dann exekutiert.
Vespasian
69 bis 79
Reduzierte die Größe der Garde.
Titus
79 bis 81
Diente als Prätorianerpräfekten, dann wurde er Kaiser.
Domitian
81 bis 96
Seine Wahl wurde von der Garde unterstützt, die ihm Treue schworen, weil er ihre Zahl erhöhte.
Nerva
96 bis 98
Gezwungen durch eine rebellierende Garde sein Amt niederzulegen.
Trajan
98 bis 117
Wurde von der Garde als Nachfolger bestimmt.
Hadrian
117 bis 138
 
Antoninus Pius
138 bis 161
 
Marcus Aurelius
161 bis 180
Befehligte die Garde im Kampf gegen die Germanen.
Lucius Verus
161 bis 169
 
Commodus
180 bis 192
Gewann die Loyalität der Garde.
Pertinax
193
Ermordet von der Garde.
Didius Julianus
193
Er erkaufte sich sein Amt und wurde bald von ihnen trotzdem im Stich gelassen.
Septimius Severus
193 bis 211
Löste die Garde auf und hob eine neue aus, gebildet aus der Donau Legion.
Caracalla Caracalla
211 bis 217
Ermordet durch einen Komplott der Prätorianerpräfekt Macrinus .
Macrinus Macrinus
217 bis 218
 
Elagabalus
218 bis 222
Ermordet von der Garde.
Alexander Severus
222 bis 235
Von der Garde ins Amt gebracht.
Maximinus Thrax
235 bis 238
 
Gordian I
238
 
Gordian II
238
 
Balbinus
238
 
Pupienus
238
Ermordet von der Garde.
Gordian III
238 bis 244
Zum Kaiser ausgerufen durch die Garde aber getötet von seinem Präfekten
Philippus Arabs
244 bis 249
 
Decius
249 bis 251
 
Herennius Etruscus
251
 
Hostilian
251
 
Trebonianus Gallus
251-253
 
Aemilianus
253
 
Publius Licinius Valerianus
253-260
 
Gallienus
260-268
 
Claudius I
268-270
 
Quintillus
270
 
Aurelian
270-275
Die Prätorianer begleitet seinen Feldzug gegen Palmyra Aurelian.
Anschließend wurde er von der Garde ermordet
Marcus Claudius Tacitus
275-276
 
Florianus
276
 
Marcus Aurelius Probus
276 bis 282
Ermordet von Praetorian Truppen nach einem Aufstand.
Carus
282-283
 
Carinus
283-285
 
Numerian
283-284
 
Diokletian
284 bis 305
Baute die politische Macht der Prätorianer durch umfassende Reformen des kaiserlichen Systems ab.
Er soll die Größe der Garde dazu auch reduziert haben.
Maximian
286 bis 305,
307 bis 308
Die Prätorianer begleiteten Maximian nach Afrika 297.
Galerius
305-311
 
Constantius Chlorus
305-306
 
Flavius Valerius Severus
306-307
 
Maxentius
306-312
Letzter Kaiser, der die Garde befehligte.
Konstantin I.
306-337
Löste die Garde auf und zerstörte die Castra Praetoria.


Portrait

Alexander Wassiljewitsch Koltschak

Der Weiße Admiral

Kolchak07[1] 

 

* 16. November 1874 in Sankt Petersburg
† 7. Februar 1920 (hingerichtet) in Irkutsk


Lebensweg bis 1910

 

Alexander Wassiljewitsch Koltschak (Russisch: Алекса́ндр Васи́льевич Колча́к) wurde im Winter 1874 als Sohn einen pensionierten Generalmajors der Marineartillerie in St. Petersburg geboren. Durch seinen Vater der an der Belagerung Sewastopols (1854-55) aktiv teilnahm, wurde seine Zukunft schon früh Richtung Marine gelenkt. Mit 20 Jahren beendete er seine Ausbildung im Marine Kadetten Corps in St. Petersburg und trat in das 7. Marine Bataillon ein. Bereits wenig später wurde das Bataillon in den Fernen Osten nach Wladiwostok verlegt, dort war er bis ins Jahr 1899 stationiert. Danach wurde er zurück nach Westrussland verlegt und war in Kronstadt stationiert.

1. Polarexpedition 1900-1903

Als der deutschbaltische Geologe und Polarforscher Eduard von Toll 1900 zu einer Expedition in die Arktis aufbrach begleitete ihn Koltschak als Hydrologe (Gewässerkundiger) auf dem Schiff Zarya (Заря, übersetzt Abenddämmerung). Das Ziel der Expedition war es die Existenz des Sannikow-Landes zu beweisen (eine Inselgruppe die aber nicht existiert). Nach 2 Jahren im Eis verschwand der Expeditionsleiter von Toll mit zwei weiteren Personen, eine von Koltschak geleitete Rettungsaktion blieb erfolglos, es konnten lediglich die Tagebücher und die wissenschaftlichen Aufzeichnungen von Tolls gefunden werden, er selbst und seine Begleiter blieben im ewigen Eis verschollen. Daraufhin machte sich Koltschak und der Rest der Gruppe Ende 1902 auf den Rückweg nach Russland.
Eine auf der Expedition kartografierte und entdeckte Insel in der Karasee wurde nach Koltschak benannt und trägt diesen Namen auch seit 2005 wieder. Die Koltschak-Insel (Остров Колчака) ist ca. 20km Land und 6km breit.

 

 Für seine in der Arktis geleistete Arbeit wurde ihm die Konstantin Medaille verliehen und er wurde zum Mitglied der Russischen Geographische Gesellschaft ernannt.

 

Russisch-Japanischer Krieg 1904-1905

Nach dem Ausbruch des Russisch-Japanischen Krieges eilte Koltschak, der eigentlich zu dieser Zeit heiraten wollte, nach Port Arthur. Davor telegrafierte er noch seiner Verlobten und deren Vater damit diese ihn in Sibirien für die Hochzeit treffen konnten. Kurz nach der Hochzeit begab er sich an Bord des Kreuzers Askold (Аскольд) und nahm mit auf ihr an der Seeschlacht vor Port Arthur teil. Die in Deutschland (Germaniawerft) gebaute Askold konnte ihre vergleichsweise hohe Geschwindigkeit ausnutzen und leistete heftigsten Widerstand gegen die Flotte der Japaner. Wurde jedoch im Laufe des Gefechts beschädigt. Danach Kommandierte Koltschak den Zerstörer Serdityi mit dem er hauptsächlich nachts Minen legte, eine dieser Minen führe schließlich zur Versenkung des Japanischen Kreuzers Takasago, hier führ verlieh man Koltschak den Orden "Der Heiligen Anna 4. Klasse".
Als schließlich die Blockade Port Arthurs immer enger wurde und die Schiffe nicht mehr auslaufen konnten, ernannte man ihn zum Kommandeur einer Küstenbatterie. In den letzten Tagen des Kampfes um Port Arthur wurde Koltschak leicht verwundet und schließlich von den Japanern gefangen genommen. Als Kriegsgefangener verbrachte er 4 Monate in Nagasaki, bevor man ihn aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes wieder entließ.

 

Bei der Rückkehr nach Russland verlieh man ihm das "Schwert des Heiligen Georg für Tapferkeit".

 

Wiederaufbau der Russischen Flotte

Nach seiner Rückkehr nach St. Petersburg 1905 wurde Koltschak befördert und war danach maßgeblich mit dem Aufbau der neuen Russischen Flotte beteiligt. Die alte russische Flotte war fast vollständig im Krieg mit Japan zerstört worden. Als Teil den St. Petersburger Generalstabes half er neue Trainingsprogramme und einen neuen Verteidigungsplan für den Golf von Finnland zu entwerfen.

 

2. Polarexpedition 1908–1910

Neben seiner Tätigkeit im Generalsstab half er bei der Konstruktion zwei spezieller Eisbrecher, Taimyr und Vaigach. Mit beiden Schiffen lief er dann im Frühling von Wladiwostok aus auf mit Kurs auf das Bering Meer und danach weiter bis zum Kap Deschnjow. Das auf dieser Reise von ihm gesammelte Material wurde später von ihm in der Russischen Akademie der Wissenschaften bearbeitet und veröffentlicht. Seine Arbeit galt als wichtigstes Werk auf diesem Gebiet. Teile seiner Forschungsarbeit wurden später (1929) auch von der Amerikanischen Geografischen Gesellschaft gedruckt.

{tab=Weltkrieg/Revolution/Bürgerkrieg

}Nach Ausbruch des Krieges befahl Admiral von Essen (Deutschbalte) Koltschak ohne direkten Befehl des Marineministers oder Nikolaus II. den Golf von Finnland zu verminen, um einer eventuellen deutschen Attacke zuvor zu kommen. Im Herbst 1914 führe er dann den von ihm selbst ausgearbeiteten Plan zur Blockade der deutschen Seehäfen aus. Mit Zerstörern und Kreuzern verminte er strategisch wichtige Punkte in der gesamten Ostsee. Die verlegten Minen führten zur Zerstörung zweier deutscher Kreuzer (Friedrich Carl und Bremen), 8 Zerstörer und 11 Transporter. Zwei weitere Kreuzer wurden beschädigt. Nach dem erfolgreichen Abschluss dieser Operation wurde er Kommandeur der Minenlegerflotte im Golf von Riga.

 

Für diese Verdienste wurde er am 9. Oktober 1915 mit dem "Orden des Heiligen Georg 4. Klasse" ausgezeichnet.

 

Schwesterschiff SMS Prinz Adalbert

 SMS Friedrich Carl

 

Bis Sommer 1916 bereitete er eine Operation vor dessen Ziel die Eroberung Konstantinopels (das heutige Istanbul) sein sollte. Hintergrund war die Sicherung des freien Zuganges zum Schwarzen Meer. Am 28. Juni 1916 wurde er dann, auf persönlichen Befehl Nikolaus II. zum Vizeadmiral befördert und zum Kommandeur der Schwarzmeerflotte ernannt. In der Zeit seines Kommandos in Sewastopol kam es zu dem, bis heute ungeklärten, Verlust des Schlachtschiffes "Imperatriza Marija" im Oktober 1916. Koltschak bemühte sich hauptsächlich mit der Schwarzmeerflotte den Zugang zum Schwarzen Meer zu blockieren, was ihm auch erfolgreich gelang.

 

Russische Revolution

Nach dem Ausbruch der Revolution wurde Koltschak nach Petrograd beordert und traf sich dort mit der Provisorische Regierung der Russischen Republik. Nach mehreren Gesprächen stellte man fest das man momentan mit Koltschak nicht überein kommen konnte und befahl ihm nach Amerika zu gehen. Die Briten und Amerikaner waren an Koltschaks Wissen über die Bosporusregion interessiert, und stellten ihm einen Posten in Aussicht. So reiste er über Großbritannien auf dem Seeweg bis nach Amerika. Seine Reise nach Amerika sollte sich allerdings nach seiner Ankunft als umsonst herausstellen, da die Amerikaner nun kein Interesse mehr an den Informationen hatten. Aufgrund der neuen politischen Ziele Amerikas sah Koltschak keinen Sinn mehr noch länger in Amerika zu bleiben und kehrte schließlich über Japan zurück nach Russland.

 

Russischer Bürgerkrieg

Bei Ausbruch der Oktoberrevolution 1917 befand sich Koltschak noch in Japan und reiste dann weiter über die Mandschurei und Wladiwostok bis nach Omsk (Sibirien). Die Alliierten, allen voran die Briten, waren der Meinung das Koltschak sie in ihrem Kampf gegen das Deutsche Kaiserreich mehr unterstützen konnten als die Bolschewiken unter Führung Lenins. Koltschak akzeptierte die Vorschläge der Britischen Regierung und trat danach seine Reise nach Omsk an. Dort angekommen wurde er aufgrund seiner Popularität und seiner guten Beziehungen zu Großbritannien als Minister des Kabinetts vorgeschlagen und akzeptierte diese Wahl auch.

 

Oberster Regent Russlands

Im November machte er sich zu einer Inspektion auf und verließ Omsk, während dieser Abwesenheit wurde das Kabinett von den Kosaken gefangen genommen. Die verblieben Mitglieder des Parlaments stimmten danach dafür das Koltschak die Führung der Regierung übernehmen sollte. Man deklarierte ihn zum Obersten Regenten Russlands und verlieh ihm alle Vollmachten. Gleichzeitig beförderte Koltschak sich selbst zum Admiral (er war seit Ende des 1. Weltkrieges Vizeadmiral). Anerkannt wurden Koltschak und seine Regierung allerdings nur von den Staaten der Entente (Frankreich, Großbritannien und Italien) und von dem Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen.

 

Krieg gegen die Bolschewiken

Koltschak formierte eine über 100 000 Mann starke Armee, zu deren Stärksten Einheiten die "Tschechoslowakische Legion" und die 5. Polnische Schützen Division zählte. Durch Koltschaks gute Beziehungen zu Großbritannien konnte ein Teil seiner Truppen mit britischer Munition und Ausrüstung versorgt werden. Die Japaner auf deren Unterstützung er auch gehofft hatte verwehren ihm diese jedoch. Auch die USA die zu diesem Zeitpunkt 7 000 Soldaten in Sibirien stationiert hatten (zum Schutz der Transsibirischen Eisenbahn) griffen in den Konflikt nicht ein. Der Kommandeur der amerikanischen Soldaten in Sibirien sah in Koltschak einen Monarchisten und Autokraten. Und somit keine Gemeinsamkeit mit den Prinzipien der USA, der damalige US-Präsident Wilson teilte diese Ansicht und verwehrte ihm ebenfalls jegliche Unterstützung.

Koltschaks Plan war es Archangel, Ufa, Kasan und Samara zu erobern. Unterstützt wurde dieses Vorhaben durch Anti-kommunistische Aufstände in Kasan und Samara. Anfang 1919 konnte Ufa genommen werden und die demotivierte Rote Armee zog sich vorerst zurück. Koltschak und seine Armee kontrollierten nun ein Gelände von weit über 300 000km² (zum Vergleich Deutschland hat in etwa 357 000km²) mit rund 7 Millionen Einwohnern.
Nach Streitereien verwarfen sich Koltschak und die Polnischen und Tschechoslowakischen Truppen, worauf diese in ihre Heimat zurückkehren. Die sich in der Zwischenzeit neu formatierte Rote Armee hingegen, erstarke und ging nun zum Gegenangriff über. Koltschaks Weiße Armee, die seit Ende des 1. Weltkrieges immer weniger vom Ausland unterstützt wurde, verlor schnell an Boden und musste sich schließlich Richtung Irkutsk zurückziehen.

Tod und Gegenwart

 

Tod

Obwohl man Koltschak eine sichere Durchquerung durch Irkutsk zur Britischen Militärbasis garantiert hatte wurde er an die Behörden Irkutsks übergeben, welches sich bereits ein paar Tage später den Bolschewikischen ergeben musste. In den folgenden Tagen bildeten die Bolschewiken ein Komitee das über Koltschak und seinen ebenfalls gefangenen Ministerpräsidenten entscheiden sollten. Am 6. Februar schließlich verkündeten sie das Todesurteil für beide Gefangenen. Welches einen Tag später vollstreckt wurde. Der Oberste Regend Russlands und Oberbefehlshaber der Weiße Armee Alexander Wassiljewitsch Koltschak wurde darauf zusammen mit seinem Ministerpräsidenten von einem Exikutionskommando erschossen. Ihre Leichen wurden anschließend in einem Loch im gefrorenen Angara Fluss versenkt.

 

Als die Weiße Armee vom Tod Koltschaks hörte beschloss sie Irkutsk doch nicht anzugreifen und zog sich weiter zurück.

 

Koltschak im modernen Russland

In den letzten Jahren wurde immer wieder versucht Koltschak vor Gericht zu rehabilitieren was aber immer nur teilweise gelang. Allerdings wurden zwischenzeitlich Monumente in St. Petersburg und Irkutsk für ihn errichtet, wenn auch gegen den Widerstand einiger linker Veteranen. Sein Bild in der Gesellschaft hat sich jedoch in den letzten Jahrzehnten von einem Feind des Regimes zu einer schlichten Persönlichkeit des vor-sowjetischen Russlands geändert.

 

Sein Leben und Schicksal wurde der breiten russischen Bevölkerung 2008 durch den Spielfilm "Der Admiral" (Адмиралъ) bekannt.

 

Statue von Koltschak in Irkutsk

Urheber Aineias 


Das Thema

Helmuth von Moltke

(Helmuth Karl Bernhard von Moltke)

Helmuth Karl Bernhard von Moltke 

 

Kühler Schlachtenlenker und Symbol preußischer Tugenden

Preußischer Generalfeldmarschall

 

Wappen des Grafen von Moltke 

Wappen des Adelsgeschlechts der von Moltkes

 

"Unsere Sache steht gut. Wir werden die Schlacht gewinnen."

General von Moltke zu Bismarck kurz vor der Schlacht von Königgrätz (03. Juli 1866)

Frühe Jahre

 

Erste Jahre

 

Sieht man auf sein Wirken und Schaffen für die preußische Krone, wundert es doch sehr, dass von Moltke nicht von Geburt an Preuße war. Er ist am 20. Oktober 1800 in Dänemark geboren (Holstein) und so eigentlich der dänischen Krone verpflichtet. Sein Vater Friedrich (Phillip Viktor) von Moltke brachte es in der dänischen Armee bis zum Generalleutnant und da war es nur natürlich für den Sohn auch eine militärische Erziehung bzw. Laufbahn zu bestimmen. Kurios war, dass der junge Mann in seiner Ausbildung vor allem in Kriegsführung und Strategie Probleme hatte. Ob der junge Mann damals in die strenge Ausbildung einer Kadettenanstalt gedrängt wurde oder der Tradition freiwillig folgte ist unklar. Moltke beschreibt seine Zeit in der dänischen Militärausbildung als freudlos, streng und veraltet.

 

Erste Stationen

  • Abschluss der Militärakademie und Erhalt des Offizierspatent (1818)
  • Oldenburgische Infanterieregiment zu Rendsburg (1818-1820)
  • Leutnant
  • 8. Infanterieregiment - Leibgarderegiment (1822-1823)
    Leutnant (mit bestandenen preußischen Offiziersexamen)
  • Allgemeine Kriegsschule Berlin (1823-1826)
  • Großer Generalsstab (ab 1832)
  • Beförderung zum Hauptmann (1835)

 

Der Entschluss nach Preußen zu gehen kam bei einem Berlin Besuch im Jahre 1821. Dabei war es auch nicht ungewöhnlich, dass so ein Übertritt in die Dienste eines fremden Staates vollzogen wurde. So wurde der noch junge von Moltke Wahlpreuße und stand damit in der Tradition anderer großer Militärs wie Gneisenau, Blücher und Scharnhorst.
Der damalige Prinz Wilhelm von Preußen war von dem spindeldürren Leutnant aus dem dänischen Königreich so gar nicht angetan. Als "keine gute Akquisition" (Erwerbung) wurde er auf dem Kasernenhof in Frankfurt/Oder beurteilt und so gar nicht passend für das Leibinfanterieregiment seiner Majestät. Sein Leben in der neuen Heimatstadt Berlin ist eher als karg zu beschreiben, zu niedrig waren die preußischen Gehälter für untere Dienstgrade. Doch versah er seinen Dienst auf eine Art, die ihn später auszeichnete und den Ruf preußischer Generäle prägen sollte.

 

“Er sah damals ganz so aus wie später und war ungefähr derselbe. Nie habe ich einen Mann getroffen, der zeitlebens sich so wenig verändert hat wie Moltke.“
"Auf allen Gebieten der gleiche und gleichmäßig, klare, mächtige, aber still dahin gleitende Strom."
(Aussagen eine ehemaligen Studiengenossen an der Kriegsschule)

 

So konnte er auch später in großen Generalsstab seine Fähigkeiten der Beherrschung jeder Lage und Situation anbringen. Seine bisher größten Abenteuer erlebte der junge preußische Offizier in Ägypten, dort wurde er kurzerhand zum Militärberater (1836) ernannt, obwohl nur auf Bildungsreise, sollte er dem Sultan der Türkei, Hilfestellung bei einer Revolte seines Staathalters am Nil, geben. Die Situation der türkischen Armee, die absolut desorganisiert war, schockierte ihn. Seine Empfehlung wurde oft in den Wind geschlagen. So war nicht der Sieg sondern die Niederlage Moltkes ständiger Begleiter an seiner ersten Front.

 

“Disziplin ist die ganze Seele der Armee, wo sie fehlt, wird die Armee zu einer gefahrlosen Institution."
(Moltkes Urteil über die türkische Armee)

 

Diese Einsicht formte Moltkes Charakter wesentlich. Seine ersten Erfahrungen im Gefecht hätten nicht prägender sein können. Von nun an war die taktische und moralische Orientierung von Moltkes klar. Im Dezember 1839 kehrte er wieder nach Berlin zurück und begann seine Karriereweg unter der preußischen Krone.

 

“Ich war wieder in Deutschland, und ich kann sagen, dass mir das eine wahre Freude machte. Man wird ein besserer Mensch und traut auch anderen wieder."

Offizierslaufbahn

 

Karriere eines preußischen Offiziers

 

Karriereweg

  • Adjutant des Prinzen Heinrich von Preußen (1845)
    Major (1842)
  • Generalstabsoffizier im Stab des VIII. Armeekorps in Koblenz (1846)
  • Abteilungsleiter im großen Generalsstab (1848)
  • Chef des Generalstabes des VI. Armeekorps in Magdeburg (1849)
    Beförderung zum Oberstleutnant (1850)
    Beförderung zum Oberst (1851)
  • Adjutant des Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Preußen (ab 1855)
    Beförderung zum Generalmajor (1856)
  • Chef des Generalsstab der preußische Armee (1857)
    Generalmajor
    General (1866)

 

Bismarck Roon und Moltke

Bismarck, Roon und Moltke

 

Er arbeitete auf seine Pension hin, kümmerte sich um seine Frau, Kinder und die vielen Nichten und Neffen des Hauses von Moltke. Vor allem aber frönte er den Bildungsreisen, die er so oft es ging unternahm. In jeder freien Minute stillte er seinen Bildungshunger durch Werke des Altertums und der Antike. Er dient beflissentlich als Korpskommandeur und wurde dafür oft gelobt. Sein Vorankommen als Offizier wurde aber durch die Adjutanten Posten bei den Kronprinzen gesichert. Sie kannten von Moltke als vorbildlichen Offizier, Mann mit besonderer Befähigung und vorzüglichen Charakter. So stand Molke nun an der Seite des zukünftigen Kaisers des deutschen Reiches und war an dieser Werdung maßgeblich beteiligt. Dabei blieb das preußische Heer auch nicht stehen. Die Pickelhaube wurde eingeführt, erste Pionier Bataillone ausgehoben und die überalterte Landwehr schied aus der Heeresstruktur vollkommen aus. Dazu kamen das Zündnadelgewehr, Hinterladergeschütze aus gezogenem Stahl, neue Taktiken der Infanterieführung, die blecherne Erkennungsmarke und vor allem neue Trainingsmethoden, die auf Fitness und Einsatztauglichkeit ausgelegt waren.

Moltke erkannt als erste Offizier den inneren Zusammenhang zwischen Kriegsführung und technischer Entwicklung. Sobald der Generalsstabschef geworden war, widmete er sich mit Feuereifer dem Eisenbahnwesen. Er zog nicht nur Technik, sondern auch die Wissenschaften zur Kriegsführung heran. Erkenntnisse von Geographie und Topographie, Statistik und Volkswirtschaftslehre flossen in seine strategischen Entwürfe ein. Dabei entstand der ehrgeizige Plan „getrennte Heeresabteilungen nach einheitlichen Willen gemeinsamen Zielen zu leiten.“ Dabei entstand eine ganz neue, übergreifende Doktrin und macht von Moltke zu modernsten General seiner Zeit. Dabei zählte er zu den gebildetsten Militärs der Geschichte. Fremdsprachen, Veröffentlichungen und übergreifende Studien waren der Zündstoff für seine Genialität.

 

Der General

 

General und Schlachtenlenker

 

So kam es, dass sich Moltke über alle gängigen und gültigen Militärtheorien hinwegsetze. Er ließ ohne Flanken- und Rückenschutz marschieren und konnte so enorme Strecken zurücklegen. Die Anfänge eines Bewegungskrieges waren damit geboren. Schon 1861 hatte Moltke die wesentlichen Funktionen des Generalstabschefs mit der Forderung umrissen, dass er als einzig Verantwortlicher die Operationen führen solle. Seine Begründung ging in die Geschichte ein und stand seitdem für den preußischen Armeegeist.

 

“Man umgebe den Feldherrn mit einer Anzahl von unabhängigen Männern - je mehr, je vornehmer, je gescheiter, um so schlimmer -, erhöre bald den Rat des einen, bald des anderen; er führe eine an sich zweckmäßige Maßregel bis zu einem gewissen Punkt, eine noch zweckmäßigere in einer anderen Richtung aus, erkenne dann die durchaus berechtigten Einwürfe eines dritten an und die Abhilfevorschläge eines vierten, so ist 100 gegen 1 zu wetten, dass er mit vielleicht lauter wohl motivierten Maßregeln seinen Feldzug verlieren wird."
(Rede Moltkes zu anderen Generalen des Generalsstabes)

 

Er plädierte für die Initiative, die flexible Führung einer Armee der Moderne. Revolutionär in seinen Ansätzen und 1866 auch vom König durchgesetzt. damit wurde der Kriegsminister quasi aus der Befehlshierarchie entfernt. Operationen konnten nun schneller, effektiver und von oben geleitet durchgeführt werden. Eine Entwicklung die schnell Früchte tragen sollte. So sollte sich auch Moltkes berühmtestes Zitat in dieser Entwicklung widerspiegeln:

 

“Kein Plan überlebt die erste Feindberührung."

 

Nur die Flexibilität eines Generals kann den Sieg bringen. Ist er starr und in ungelenke Befehlshierarchien eingeengt, kann er nicht reagieren, kann er nicht kämpfen und so kann er auch nicht siegen. Entscheidungen sind der Sieg und nicht die Diskussion über den Weg dorthin. Aus dem durch die Reformen geschaffenen Generalstab wurde zu einem Zentrum des militärischen und auch politischen Einflusses. Dieser gestiegene Einfluss kam in der nach der Reichsgründung erst üblichen Bezeichnung „Großer Generalstab“ erst wirklich zum Ausdruck. So war der Operationsentwurf für den Deutsch-Dänischen Krieg größtenteils sein Werk und seine glänzende strategische Begabung entfaltete sich im Deutschen Krieg vom Sommer 1866. Als frischgebackener General leitete er die Schlacht von Königgrätz und den Vormarsch der Preußen gegen Wien und Olmütz. Als Auszeichnungen für seine Verdienste wurde ihm vom König der Schwarze Adlerorden und von der Nation eine Dotation verliehen. Doch ruhte er sich nicht auf den Lorbeeren eines Feldherrn aus, sondern ging sofort an die Arbeit, seine Armee weiter zu verbessern. Organisation und Taktik der preußischen Armee und Veränderungen bei der Kavallerie und Artillerie waren die Folge.

Für den entschiedenen Kampf gegen Frankreich arbeitete er einen genauen Mobilmachungs- und Feldzugsplan aus. So ließ er die Heeresmassen mit der Eisenbahn transportieren und marschierte für den Feind unerwartet am Rhein mit drei Armeen auf. Die Leitung der Kriegsoperationen übernahm er selbst und imponierte mit seinen Erfolgen vor allem den Monarchen.

 

"Getrennt marschieren, vereint schlagen!"

war Moltkes Maxime und die Siege der deutschen Armeen haben diese bewährt.

 

Feldmarschall

 

Preußischer Feldmarschall

 

 Generalfeldmarschall v. Moltke

Generalfeldmarschall v. Moltke

 

Nach seinen Siegen 1870/71 in den Einigungskriegen wurde der General von Huldigungen und Glückwünschen überrannt. Er wurde dann zum Grafen ernannt und zum Generalfeldmarschall befördert. Seine Bescheidenheit wurde auch bei der Kaiserkrönung in Versaille deutlich. Dort hatte er sich extra die schlichteste Uniform heraussuchen lassen um ja nicht "mehr zu sein als scheinen". 1871 zog Moltke in das neue Generalsstabsgebäude am Berliner Königsplatz ein. Dort prüfte er jede nur mögliche Kriegslage und stellte sich gedanklich auf jedwede Eventualität ein. Dabei setzte seine Ausbildung erstklassig qualifizierter militärischer Fachleute neue Maßstäbe. So organisierten sich die Armeen von Frankreich, Russland und Japan nach dem preußischen Muster - SEINEM Muster.

 

“Jetzt bin ich ganz oben herausgewachsen, vom Glück empor getragen. Wie mancher viel besserer Mann ist untergegangen."

“Der ewige Friede ist ein Traum, und nicht einmal ein schöner, und der Krieg ein Glied in Gottes Weltordnung."

"Aber glücklicher Verhältnisse können erst eintreten, wenn alle Völker zu der Erkenntnis gelangen, dass jeder Krieg, auch der siegreiche, ein nationales Unglück ist."
"Die Opfer, die der Krieg fordert, sind entsetzlich."

 

Solche Worte finden sich in vielen Schriften Moltkes und beweisen, dass er weder Kriegstreiber noch blutrünstiger Militarist war.

Zum Schluss

 

Schlusswort

 

Mit 80 Jahren ersuchte der greiser Feldmarschall um seinen Abschied beim Kaiser.

 

"Ihre Verdienste um die Armee sind viel zu groß, um jemals, solange Sie leben, an Ihr Scheiden denken zu können. Ihr Rat und ihre Unterstützung sind mir viel zu wertvoll, um mich in das Entbehren derselben finden zu können, solange uns Gottes Willen beisammen hält."
(Antwort des Kaisers Friedrich Wilhelm - Sein Stellvertreter General Alfred von Waldersee war faktisch Leiter des Stabes.)

 

Sein politisches Amt als Reichstagsabgeordneter nahm er genauso ernst wie seinen militärischen Beruf. Er erwies sich als gebildeter Soldat, mit Ehrgefühl und politischer Verantwortung. Bis zuletzt warnte er vor dem Kriege (auch dem kommenden Ersten Weltkrieg) und maß zum Frieden an und nicht zum Kriege, auf ein Deutsches Reich, dass "nicht die Lunte in das Pulverfass schleudert".

 

Am 24. April 1891 starb Helmuth von Moltke. Er entschlief unbemerkt auf einem Lehnstuhl im Nebenzimmer während sein Freund Friedrich August Dreßler ein Klavierkonzert von Mozart auf dem Flügel intonierte.

 

Quellen

http://de.wikipedia.org/wiki/Helmuth_Ka ... von_Moltke (Letzter Aufruf 08.11.2009)
http://www.deutsche-schutzgebiete.de/mo ... muth_1.htm (Letzter Aufruf 08.11.2009)
http://de.wikipedia.org/wiki/Moltke_(Adelsgeschlecht) (Letzter Aufruf 08.11.2009)
http://www.w-minkenberg.de/Geschichte/von_moltke.htm (Letzter Aufruf 08.11.2009)
http://www.eslam.de/begriffe/m/moltke.htm (Letzter Aufruf 08.11.2009)

Buch: von Flocken, Jan, Kriegerleben. Helmuth von Moltke, Kai Homilius Verlag/ Berlin 2007.
Buch: Lemm, Heinz Georg, Helmuth von Moltke, in: Grosse Soldaten der europäischen Geschichte, von Groote, Wolfgang (Hrsg.), Athenäum Verlag/Frankfurt a. Main 1961.



Autor: Freiherr von Woye

Portrait

Gerhard Johann David von Scharnhorst

Gerhard Johann David von Scharnhorst

Gerhard von Scharnhorst, erstellt etwa 1810

 

"Wir haben angefangen, die Kunst des Krieges höher, als die militärischen Tugenden zu schätzen. Dies war der Untergang der Völker in allen Zeiten. Tapferkeit, Aufopferung, Standhaftigkeit sind die Grundpfeiler der Unabhängigkeit eines Volkes. Wenn für diese unser Herz nicht mehr schlägt, so sind wir schon verloren, auch selbst in dem Laufe der großen Siege." Gerhard David von Scharnhorst April 1806

 

12.11.1755   Geburt in Bordenau
1773   Aufnahme in die Militärschule des Grafen Wilhelm zu Schaumburg-Lippe auf dem Wilhelmstein
1782   Lehroffizier an der Artillerieschule in Hannover
1785   Heirat mit Clara Christiane Johanne Schmalz
1793   Teilnahme am Feldzug in den österreichischen Niederlanden (1. Koalitionskrieg gegen Frankreich)
1801   Übertritt in preußische Dienste (Lehrstabsoffizier an der Akademie für junge Offiziere Berlin) /
Direktor der "Militärischen Gesellschaft"
1803   Tod seiner Frau Clara
1804   Generalquartiermeister im Generalstab
1806   Vorsitz in der Militär-Reorganisationskommission
1808   Chef des neuen Allgemeinen Kriegsdepartements / Verordnungen zur Heeresreform
1810   1. Entwurf zur Ausführung der "Konskription in den preußischen Staaten"
1813   "Verordnungen über die Aufhebung der bisherigen Exemption von der Kantonspflichtigkeit für die Dauer des Krieges" (Allgemeine Wehrpflicht)
28.06.1813   Tod in Prag durch die Folgen seiner Verwundung in der Schlacht bei Großgörschen / Beisetzung zunächst in Prag, später Überführung nach Berlin

 

Frühe Jahre

Am 12. November 1755 wurde Gerhard Johann David Scharnhorst auf dem Gut Bordenau im Kurfürstentum Hannover geboren. Der Vater Ernst Wilhelm Scharnhorst war ehemaliger Quartiermeister des 8. hannöverschen Kavallerieregiments und entstammte einer alten Bordenauer Kleinbauernfamilie. Seine Ehefrau Wilhelmine, geb. Tegtmeyer, ebenfalls aus der Landwirtschaft bzw. einer Gutsbesitzer Familie entstammend, gehörte derselben Gesellschaftschicht ab.
Scharnhorst selbst wuchs in eher ärmlichen Verhältnissen auf dem Land auf. Schulbildung war nur durch den Dorfpfarrer und einige altgediente Soldaten möglich. So konnte ein junger Scharnhorst nur durch seine angeborene Intelligenz, Aufgeschlossenheit und seiner Eigenschaft als Autodidakt entwickeln. Seine spätere Karriere wurde durch seine geringe Bildung nicht beschädigt, da gerade seine Taten für sich sprechen, doch die preußischen Gardeoffiziere, aus erheblich wohlhabenden und auch gebildeten Schichten, äußerten sich meist nur geringschätzig über seine Herkunft.

 

„Lernt ein junger Mensch, der zum Militär bestimmt ist, nicht seinen Verstand recht brauchen, richtig und fertig zu urteilen, die Mathematik und Theorie der Kriegswissenschaften, so hilft ihm alle Erfahrung nichts. Man muss jungen Leuten, die zu Offizieren bestimmt, früh Gelegenheit geben, über ihr Metier nachzudenken, die Einsichten und Erfahrungen anderer zu nützen; dazu müssen sie aber erst richtige Grundbegriffe haben. Ohne diese finden sie auch kein Interesse an der Lektüre und werden nach und nach untätig und inaktiv. Durch die Art des Unterrichts unseres Instituts wird die Emulation (der Wetteifer) erregt, die Zöglinge bekommen durch das Verhältnis, in dem sie sind, Interesse an Dingen, die sonst keines für sie gehabt hätten. Sie urteilen unter sich, disputieren, fragen, lesen nach und lernen so nach und nach jede Sache gründlich zu untersuchen, statt sie im Privatunterricht nur nachzusprechen“

 

Scharnhorst-Lehrer

(Scharnhorst als Lehrer an der Artillerieschule Northeim)

 

Seine Karriere war dennoch makellos und ein glücklicher Zufall, im Alter von 17 Jahren, ließen ihn mit dem Grafen von Schaumburg-Lippe zusammentreffen. In dessen Praktische Artillerie- und Genie-Schule auf dem Wilhelmstein im Steinhuder Meer wurden Soldaten der Artillerie und des Pionierwesens ausgebildet. Als Musterschüler und auch der Danke der persönlichen Patronage von Grafen von Schaumburg-Lippe, wurde ihm neben dem militärisches Wissen über Ballistik und Taktik, auch allgemeine Fächer wie Physik, Medizin, Chemie, Geschichte und Fremdsprachen beigebracht. Sein Talent und seine autodikate Natur ließen den fleißigen Schüler Scharnhorst aufblühen. Die Ehrung einer goldenen Medaille der Kriegsschule, machten aus ihm einen Musterschüler mit optimalen Voraussetzung für die militärische Laufbahn. Seinem Gönner war er bis zu seinem Tode durch Dankbarkeit verpflichtet und seine Schriften ließen ihn unsterblich werden.

 

"Die Gewalt der Leidenschaften läßt sich ohne Hilfe der Gesetze nicht beschränken."

 

Offizierslaufbahn

Im Jahre 1778 zum Fähnrich befördert und dem Kavallerieregiment des Generals von Estorff zugeteilt, begann seine Laufbahn. Scharnhorst fand auch hier durch ein Fügung des Schicksals in dieses Regiment, denn der General wurde auf ihn Aufmerksam und nach der Auflösung der auf dem Wilhelmstein, war die beste Möglichkeit seine Karriere weiterzuführen. Sein Dienst in der Kadettenschule und Estorff Ansichten zur Offiziersausbildung, prägten den jungen Scharnhorst. So trat im Jahre 1782 ein junger Leutnant der Artillerie seine Aufstieg an.
Nebenbei, im Jahre1785, heiratete Scharnhorst Klara Christiana Johanna Schmalz, die Tochter eines Beamten der kurfürstlichen Kanzlei in Hannover. Die Ehe brachte insgesamt 5 Kinder hervor. Seine Karriere ging weiter vorwärts und bereits 1792 erhielt er die Beförderung zum Stabskapitän.

 

Militärischer Werdegang

1733   Militärschule auf dem Wilhelmsstein (Hannover)
1778   Fähnrich im hannoverschen Dragonerregiment von Estorff
1783   Fähnrich der Artillerie
1784   Leutnant
1792   Stabshauptmann(-kapitän)
1794   Major
1801   Oberstleutnant der preußischen Artillerie
1802   Oberst
1807   Generalmajor
1813   Generalleutnant

 

Seinen ersten Kriegseinsatz hatte Scharnhorst in den Jahren 1793 – 1795, er führte eine reitende Batterie in die Feldzüge des 1. Koalitionskrieges nach Flandern und Holland. Er zeichnete sich am 8. September 1793 erstmals aus, sammelte viele Erfahrungen im Kampf gegen die Franzosen und führte als Titularhauptmann eine vorbildliches Kommando. Er ergriff die Initiative und übernahm das Kommando über panikartig flüchtende Truppen, ermöglichte durch kaltblütigen Beschuss eines gegnerischen Défilés und sorgte für einen geordneten Rückzug der alliierten Truppen. Diese Qualitäten im Angesicht des Feindes machten ihn geeignet für ein erstes Frontkommando. So wurde ihm die gesamte Artillerie einschließlich der Festungsgeschütze, beim weiteren Rückzug über die belgische Stadt Menin, unterstellt. Dieser Einsatz und Verantwortung, beflügelten seine Karriere. Er wurde zum Major und 2. Aide-Generalquartiermeister ernannt.

 

"Die Not vereinigt die Gemüter und macht die Menschen tätig und erfinderisch."

 

Während dieses Einsatzes reifte der junge Offiziere, seine taktische Einstellung und seine Autorität als einzigartiger Taktiker heran. Neben der Taktik wurde die Moral für ihn wichtigste Grundlage eines Sieges, denn die Idee, die Bereitschaft zur Pflichterfüllung, trotz mangelnder Ausbildung oder Disziplin, und ein Zusammengehörigkeitsgefühle, würden die damaligen professionellen Heere der Monarchien reformieren oder vernichten. Er legte dies, Jahre später in Die Ursachen des Glücks der Franzosen im Revolutionskrieg (1803) nieder. Dort würde er unter anderem die Beschränkung des Offizierskorps auf den Adel kritisieren und fordern, dass Offiziere nach dem Leistungsprinzip und nicht nach Dienstalter und Abstammung befördert werden müssten.

 

Scharnhorst

(Scharnhorst hier abgebildet mit dem Hohen Orden vom schwarzen Adler und weiteren preußischen Orden)

 

So haben wir es zur Jahrhundertwende mit einem Scharnhorst zu tun, der sich im Kriege und als Lehrer an Militärakademien bewährt und einen Namen gemacht hatte. Seine Talente waren gefragt und da viele Staaten solche Offiziere brauchten, wurde ich von vielen Seiten umworben. Im Jahre 1801 kehrte er Preußen den Rücken, einem Land, das für Scharnhorst keine ideale Grundlage zur Umsetzung seiner Reformen war und er nahm das Angebot des preußischen Königs wahr. Neben der doppelten Bezahlung, der Beförderung am 12. Juni 1801 zum Oberstleutnant, fand er nun ein Land, das bereit war seine Reformen umzusetzen. Er trat seinen Dienst im 3. Artillerieregiment in Berlin an.

 

"Was mit unseren Wünschen und Leidenschaften übereinstimmt, dem messen wir, wir mögen noch so klug sein, immer mehr Wahrscheinlichkeit bei, als es hat."

 

Neben seiner Befähigung als Kommandeur, war es seine Ideen und Gedanken, die ihn für eine Bestallung zum Inspekteur des Militärschulwesens im September desselben Jahres empfahl. Dazu erhob der König im Jahre 1802 ihn in den Adelsstand. Als Direktor der „Akademie für Offiziere“, beeinflusste er das junge preußische Offizierskorps nachhaltig mit seinen Ideen. Zu seinen Schülern zählte unter anderem Carl von Clausewitz. Zu seinen Befürwortern gehört ein Gneisenau und der General Ernst von Rüchel, welche im halfen seine Reformversuche gegen die etablierten Generalität und ihre veralteten Ansichten zu verteidigen. Auch aus diesem Grund stiftete Scharnhorst 1801auch die Militärische Gesellschaft in Berlin, ein Diskussionsforum für preußische Offiziere aller Waffengattungen. Er förderte somit die Ideen des modernen Kriegswesen und konnte das Forum immer wieder dazu verwenden, seine Ideen zu verteidigen. Das Jahr 1803 wird überschattet vom Tode seiner Ehefrau, während der Gesellschaft mittlerweile schon über 120 Offiziere angehörten. Seine Reformen fanden dennoch ein vorzeitiges Ende, weil das Jahr 1805 und die zunehmende Bedrohung Preußens durch die Franzosen führte dazu, dass die Gesellschaft am 24. April 1805 ihre letzte Sitzung hatte.

 

Oberst Scharnhorst, 1804 befördert, diente nun im Generalsstab und nutzte seinen Ruf für eindringliche Reformbemühungen. Selbst bei Friedrich Wilhelm III. sprach er vor und pochte auf eine dringende Neuorganisation der preußischen Armee nach französischem Muster. Seine Versuche fanden einen jähen Tiefpunkt im Jahre 1806, die vernichtende Niederlage der Doppelschlacht von Jena und Auerstädt. Scharnhorst selbst, an der linken Seite verwundet, nahm an Blüchers Rückzug nach Lübeck teil und fiel kurzeitig in französische Gefangenschaft (kam bei Gefangenenaustausch wieder frei). Der von Napoleon 1807 diktierte Frieden in Tilsit, erschütterte den preußischen Staat und gaben den Ausschlag zu radikalen Reformen. Friedrich Wilhelm III. und die Generäle mussten nun einsehen, dass ihr Weg nicht der Weg in die Zukunft war. So kamen Scharnhorst Ansichten vom Regen in die sprichwörtliche Traufe. Man sah in seinen Ansichten die Möglichkeit eines Neuanfangs.

 

"Wenn Schmit (sein Diener) bei mir im Wagen schläft, so habe ich die traurige Freiheit, mich ganz dem Ausbruch des Schmerzes zu überlassen. Mich trifft es doppelt, da ich all die Fehler, die Dummheit, die Feigheit kenne, die uns in die jetzige Lage gebracht haben. Der einzige Trost, der innere, ist, daß ich Vorschläge von Anfang an getan habe, wie man unserm Unglück zuvorkommen konnte, die Einrichtung einer Nationalmiliz, der allgemeinen Bewaffnung des Landes im Vorigen Sommer, die Verstärkung der Regimenter, eine engere politische Verbindung. Ebenso habe ich in den Operationen immer den richtigen Gesichtspunkt gezeigt; in der Schlacht selbst habe ich den Teil, bei dem ich war, zum Siege geführt; kurz, ich habe für meine Person tausend mal mehr getan als ich zu tun brauchte."
Gerhard David von Scharnhorst
22. Juli 1806

 

Scharnhorst-Stein-Hardenberg

(Scharnhorst ganz links neben den Reformern von Stein und Hardenberg)

 

Neben den Reformern von Stein und Hardenberg, die den preußischen Staat von Grunde auf reformierten, wurde Scharnhorst, erst kurz zuvor zum Generalmajor befördert, in den Kreis der Reformbewegung um den König aufgenommen. Seine Verdienste und Tapferkeit in der Schlacht wurden mit dem Pour le merite ausgezeichnet und Scharnhorst fand sich in seiner Aufgabe als Reformer zugleich als Chef des Kriegsdepartements (Kriegsministerium) wieder. Gleichzeitig wurde er zum Chef des Generalstabes und zum Vorsitzenden der Militär-Reorganisationskommission berufen, was ihn in die Lage versetzte, in Zusammenarbeit mit Gneisenau, Grolman, Boyen und Clausewitz, die notwendigen Umstrukturierungen an der preußischen Armee vorzunehmen. Aus diesen Reformen und heute so bekannten Namen, wurde eine der umfassendsten Heeresreformen jener Zeit, die den Grundstein für die moderne deutsche Armee legten. Zwar war das preußische Heer durch den Frieden von Tilsit auf 42.000 Mann beschränkt, war dies für Scharnhorst dennoch kein Hindernis.
Scharnhorst führte eine Art Rotationsprinzip ein, indem er Rekruten nach einer nur wenige Wochen dauernden Grundausbildung in ihre Heimatorte zurücksandte, wo sie als Mitglieder einer Nationalmiliz, der späteren preußischen Landwehr, an geheimen sonntäglichen Übungen teilnahmen. Er unterlief so die französischen Auflagen und das so entstehende Reserveheer wurde die Grundlage eines weitgreifenden Planes. Zum Einen führte er somit quasi die allgemeine Wehrpflicht ein und verbesserte mit seinen neuen Bestimmungen die Lage der Soldaten. Er schaffte das somit das Werbesystems ein und mit dem Verlust der Junkerstellen, war auch die Prügelstrafe abgeschafft. Die Offiziersstellen waren nun nicht länger dem Adel vorbehalten, sondern sollten nach persönlicher Leistung vergeben werden. Scharnhorst stellte dazu fest:  

 

"Einen Anspruch auf Offiziersstellen sollen von nun an in Friedenszeiten nur Kenntnis und Bildung gewähren, in Kriegszeiten ausgezeichnete Tapferkeit und Überblick. Aus der ganzen Nation können daher alle Individuen, die diese Eigenschaften besitzen, auf die höchsten Ehrenstellen im Militär Anspruch machen. Aller bisher statt gehabter Vorzug des Standes hört beim Militär ganz auf, und jeder ohne Rücksicht auf seine Herkunft hat gleiche Pflichten und gleiche Rechte."

 

Scharnhorst verfolgte dabei zwei Ziele, zum Einen das preußische Heer zu reformieren bzw. in eine neue Zeit zu führen und gleichzeitig ein militärisches Vorgehen gegen die französische Fremdherrschaft in den deutschen Landen vorzubereiten. Frankreich blieb dies natürlich nicht gänzlich verborgen und es erhöhte daraufhin den Druck auf den preußischen König. Dem König blieb kein Ausweg und er musste Scharnhorst im Juni 1810 vom Amt des preußischen Kriegsministers entheben bzw. er zurücktreten. Dennoch verblieb er als Chef des Generalstabes dem preußischen Heer erhalten und baute in diese Position das Ingenieurskorps der Armee auf. Ein weitere Gesichtspunkt seiner Reformen, der schon bald nützlich werden sollte.

 

Napoleon

1812 startete Napoléon seinen großen Feldzug gegen Russland und Preußen sollte laut Friedensvertrag Frankreich unterstützen. Scharnhorst zog sich daraufhin in den Ruhestand nach Schlesien zurück und beschränkte seine Tätigkeit auf die Aufsicht über das militärische Bildungswesen, die Festungen und die Waffenherstellung. Auch schrieb er in dieser Zeit das Exerzierreglement der Infanterie. Die desaströser Niederlage Napoleons bei Moskau war das Signal für Scharnhorst und wurde aus dem Ruhestand zurück an den königlichen Hof gerufen. Im festen Glauben an die Moral und die Chance des Augenblicks, bewog er den König zur Stiftung des Eisernen Kreuzes, welches allen Preußen, die in den Befreiungskrieg sich verdient gemacht haben, verliehen werden sollte. Beim Ausbruch der Kämpfe gegen Frankreich wurde er der schlesischen Armee unter dem preußischen Oberbefehlshaber Blücher als Chef dessen Generalstabes zugeteilt. Dabei zeigte er so viel Enthusiasmus und Elan, dass er den russischen General Wittgenstein tief beeindruckte. Dieser bat Blücher, Scharnhorst temporär als Chef seines Stabes einsetzen zu dürfen. Blücher stimmte zu. Am 2. Mai 1813 kam es zu einem ersten Kräftemessen zwischen der neuen preußischen Armee, verbündeten russischen Streitkräften und den Franzosen bei Großgörschen. Mag Napoléon hier den Sieg davongetragen haben, so war Preußen und seine Armee doch durchaus gleichwertig im Kampfe gewesen. Gegner geworden war. Eine entscheidende Niederlage konnten die Franzosen den Verbündeten nicht beibringen. Aus taktischen Erwägungen konnte Wittgenstein sich mit dem russischen Zaren Alexander I. gegenüber dem preußischen König durchsetzen und einen taktischen Rückzug befehlen lassen. Scharnhorst, der während der Schlacht eine Schussverletzung am Knie erlitt, ließ sogar von einem Sieg reden, da die Preußen durchwegs nach dem Eingreifen Blüchers, ihre Stellungen behauptet hatten. Die Reformen Scharnhorst waren Grundlage dieses Ergebnisses.
 

 

„Preußen befindet sich außerhalb des Prinzips, welches es begründet hat und welches es existenzberechtigt machte. Es unterhält mit bedeutenden Kosten einen großen militärischen Apparat, aber es lässt ihn durch den Rost der Zeit zerstören. Sein Prestige, noch durch frische Erinnerungen und prächtige Manöver aufrechterhalten, wird der Probe eines aufgezwungenen Krieges nicht widerstehen. An dem Tage, an dem es alle schamvollen Ausflüchte einer ängstlichen Politik, die den Krieg vermeiden will, vergeblich ausprobiert hat, wird es zu gleicher Zeit um seine Ehre und Existenz kämpfen“

 

Scharnhorst Ideal des preußischen Soldaten

Der Soldat:   darf nicht nur Spezialist sein,
muss lernen, in Zusammenhängen zu denken,
muss in die Gesellschaft integriert werden,
braucht einen überzeugende politische und moralische Idee
     
Das Heer:   eine vernünftig strukturierte Führungsorganisation,
die Überwindung ständeorientierter Hierarchien,
die Professionalisierung des Offizierkorps, nicht zuletzt auch
die Herausbildung und Vermittlung einer neuen, tragfähigen, gemeinsamen Identität.

 

 

Berlin-Scharnhorst-memorial

(Statue von Scharnhorst Straße Unter den Linden, Berlin)

 

"Eine Idee ist nie ganz neu, irgend eine Verwandtschaft vorher gefaßter Ansichten erzeugte sie."

 

Scharnhorst erhielt nach der Schlacht vom König das Eiserne Kreuz verliehen. Noch nicht ganz genesen, nahm er teil am Rückzug nach Dresden und reiste von dort nach Prag, um mit den Generälen Schwarzenberg und Radetzky einen Anschluss Österreichs an die Allianz zu verhandeln. Dort erlag er am 28. Juni 1813 der Verwundung, die er sich bei Großgörschen zugezogen hatte. Kurz vor seinem Tode erhielt er noch die Beförderung zum Generalleutnant. Seine Reformen wurden derweilen von seinen Mitstreitern Clausewitz und anderen fortgeführt. Sie brachten den Erfolg und den Sieg bei Leipzig, ebenso machten Sie aus Preußen eine Militärmacht, die Sie 1871 voll zur Geltung bringen konnte und welche bis 1945 die deutsche Armee prägte. Noch heute wird auf den deutschen Heeresschulen das Ideal einer Armee nach Scharnhorst und dessen Grundlagen vermittelt. Auch international sind seine Lehren bis heute Bestandteil des Studiums der Militärgeschichte und Grundlage für die Offiziersausbildung.

 

„Was der General Scharnhorst in seiner Laufbahn Ruhmwürdiges geleistet hat, besteht theils in dem Einflusse, den er als Schriftsteller auf die deutsche Kriegskunst ausgeübt, theils in der neuen Gestaltung des preußischen Heeres und Kriegsstaates nach der Katastrophe von 1806, welche von ihm ausging, endlich in dem Einfluß seiner politischen Ansicht als Staatsmann, in der für Preußen und Deutschland verhängnißvollsten Zeit”.
Carl von Clausewitz, Schüler von Scharnhorst

 

 (Als Namensgeber des Ordens, stand der Heeresreformer und Begründer des Volksheeres Gerhard von Scharnhorst, Pate. So ist der Verleihungsgrund umso nachvollziehbarer, die Stärkung der Verteidigungskraft der DDR)

 

Namensgeber

Seine sterblichen Überreste wurden auf dem Invalidenfriedhof in Berlin zur ewigen Ruhe gebettet. Der dankbare König errichtete ihm ein Denkmal Unter den Linden. Sein Ansehen gilt bis heute ungebrochen. Ihm wurden alle Ehrungen für Militärpersonen zuteil, darunter die Benennung eines Schiffen, der Große Kreuzer SMS Scharnhorst und das Schlachtschiff Scharnhorst, nach ihm. Sein Namen findet sich in Straßen, Gebäuden und wichtigen Einrichtungen wieder, so die ehemalige Zeche Scharnhorst, das Scharnhorstgymnasium in Hildesheim, die Stadtteile Alt-Scharnhorst und Scharnhorst-Ost sowie der Stadtbezirk Scharnhorst in Dortmund. Ebenso wurde ein Ehrenzeichen, der Scharnhorst-Orden der DDR, nach ihm benannt. Außerdem gab die DDR 1980, zum 225. Geburtstag Scharnhorsts, eine 10-Mark Gedenkmünze heraus und auch einen Scharnhorst Orden. Besonders die deutsche Armee hat ihr Vorbild bis heute nicht vergessen, so erinnert der Preis für die Jahrgangsbesten der Offizieranwärterjahrgänge des Deutschen Heeres, der seinen Namen erhielt, bis heute an ihn. Ebenso das Scharnhorsthaus an der Panzertruppenschule in Munster sowie der Scharnhorstsaal und das Audimax der Offizierschule des Heeres in Dresden. Außerdem gibt es in Deutschland und an vielen Kaseren des Landes Gedenkstätten für ihn, so an der Auebrücke der berühmte Gedenkstein. Die Gründung der Bundeswehr wurde 1955 bewusst auf den 12. November gelegt, den 200. Geburtstag von Scharnhorsts. Aus Anlass seines 250. Geburtstages fand am 12. November 2005 an seinem Geburtsort in Bordenau ein Feierliches Gelöbnis statt.

 

„Am 28. Juni starb zu Prag an den Folgen seiner in der Schlacht von Großgörschen erhaltenen Wunde der Königlich Preußische Generalleutnant von Scharnhorst. Er war einer der ausgezeichnetsten Männer unserer Zeit. Das rastlose, stetige, planvolle Wirken nach einem Ziel, die Klarheit und Festigkeit des Verstandes, die umfassende Größe der Ansichten, die Freiheit von Vorurteilen des Herkommens, die stolze Gleichgültigkeit gegen äußerliche Auszeichnungen, der Mut, in den unscheinbarsten Verhältnissen mit den schlichtesten Mitteln durch die bloße Stärke des Geistes den größten Zwecken nachzustreben, jugendlicher Unternehmungsgeist, die höchste Besonnenheit, Mut und Ausdauer in der Gefahr, endlich die umfassendste Kenntnis des Kriegswesens, machen ihn zu einem der merkwürdigsten Staatsmänner und Soldaten, auf die Deutschland je stolz sein durfte. Was er dem Staate gewesen ist und dem Volke und der ganzen deutschen Nation, mögen wenige oder viele anerkennen, aber es wäre unwürdig, wenn einer davon gleichgültig bliebe bei dem traurigen Todesfall.“

Nachruf von Gneisenau und Clausewitz 1813

 

Das Thema

Wehrgeschichtliche Bedeutung der Deutschordensburgen im Preußenland

 

Der "Deutsche Orden", auch "Deutschritterorden", "Deutschherrenorden" oder "Kreuzritterorden", lateinisch "Ordo domus Sanctae Mariae Theutonicorum" oder wie der Orden vollständig heißt der "Orden der Brüder vom Deutschen Haus St. Marien in Jerusalem" blickt auf eine lange und ereignisreiche über 800jährige Geschichte zurück. Er ist ein klerikales Ordensinstitut päpstlichen Rechts, dem die Kongregation der Deutschordensschwestern ein- und das Familiareninstitut angegliedert ist.

 

Gliederung

 

Einleitung

1. Die militärische Organisation des Deutschen Ordens
1.1 Der Weg zum Ritterorden
1.2 Taktik und Ausrüstung

2. Burgenbau im Deutschenordensstaat
2.1 Ausbreitung der Ordensherrschaft und der Deutschordensburg
2.2 Niedergang des Ordensstaates
2.3 Architektur

3. Die Deutschordensburg als Wehrbau
3.1 Offensiver Burgenbau
3.2 Neue Aufgaben und Wirkungsweise des Burgensystems
3.3 Die Burg als Garnison
3.4 Die Konventsburg

4. Schlussbemerkung

 

Einleitung

 

Einleitung

Der deutsche Orden und seine Historie im Preußenland sind einzigartig und doch lässt sich diese Entwicklung gut in einen Zusammenhang bringen. War nicht die Kombination von Bekehrung und Unterwerfung ein optimaler Ausgangspunkt für die Ritterorden dieser Zeit. Der deutsche Orden bot sich in dieser Hinsicht als Kampftruppe an, auch weil sein Hochmeister Hermann von Salza auf der Suche nach einem eigenen, den Orden unabhängig machenden Herrschaftsgebiet war. Die Eroberung Preußens (1231-1283) war eine militärische Erfolgsgeschichte mit vielfältigen Ursachen. Gründe für den schnellen Erfolg waren zum Einen die Schlagkraft des Ordens, aber vor allem die der Kreuzfahrer, ohne die eine so schnelle Eroberung nicht möglich gewesen wäre. Zu diesen Faktoren gehörten auch mehrere Innovationen auf dem Gebiet der Kriegstechnik und der Kriegskunst sowie Erfahrungen, die sich die Christen im Heiligen Land und auf anderen Kriegsschauplätzen erworben hatten. Eine solche Neuerung war vor allem die Errichtung von festen Burgen aus gemauerten Steinen oder Backsteinen. Eine andere Neuigkeit war die Armbrust als Fernwaffe und später dann die Feuerwaffe. Die Kombination von festen Burgen und starken Waffen war eine Errungenschaft, welche ergänzt durch Neuerungen in der Kriegsführung, den Orden zu einer militärischen Macht im Preußenland erwachsen ließen. Die eroberten Gebiete wurden systematisch an strategischen, verkehrstechnischen und wirtschaftlich geeigneten Stellen mit Burgen gesichert. Dieses Burgennetzwerk ergänzt durch befestigte Städte und Mühlen bildeten zusammen das Rückgrat des neu geschaffenen Militärstaates im Osten Europas. BORCHERT räumt gerade dem Burgenbau des deutschen Ordens eine besondere Leistung ein, eine Ausstrahlung welche bis heute nachwirkt. „Die Bauten sind trotz fremder Verwaltung und fremder Bevölkerung auch jetzt noch ein sichtbares Zeichen deutscher Geschichte“

 

Meine Arbeit soll sich vor allem mit der wehrgeschichtliche Bedeutung des Burgenbaus im Preußenland beschäftigen. Ich möchte diesen Teil des „Kriegswesen“ genauer beleuchten und der Stellung des Wehrbaus im deutschen Orden auf den Grund gehen. Natürlich überschreitet die Fülle des Materials die Grenzen einer Hausarbeit, darum habe ich mich in meiner Fragestellung auf ein paar wenige Punkte beschränkt um das Thema zu umreißen. Die Frage nach der Rolle des Wehrbaus bei der Eroberung von Preußen spielt dabei eine wichtige Rolle, genauso wie das Zusammenwirken von strategischer Ausrichtung des Burgenbaus und kriegswichtiger Ökonomie in der militärischen Organisation des Ordens. Die Aufgaben und Wirkungsweisen des Wehrbaus, sowie die architektonischen Entwicklungen sollen bei der Erarbeitung des Themas Anteil haben. Ich habe bei der Entwicklung des Themas und der Ausarbeitung vorrangig auf die Arbeiten von BENNINGHOVEN, ARSYNSKI, TORBUS und EKDAHL zurückgegriffen. Die weiteren von mir verwendeten wissenschaftlichen Ausarbeitungen beziehen sich immer wieder auf die Erkenntnisse und Ergebnisse dieser Autoren. Insbesondere FRIEDRICH BENNINGHOVEN legte mit seinem Aufsatz über die Burgen als Grundpfeiler des spätmittelalterlichen Wehrwesens im preußischen-livländischen Deutschordensstaat eine grundlegende Abhandlung zum Thema vor, welche vor allem die wirtschaftliche Bedeutung der Wehrbauten erkennen lässt. MARIAN ARSZYNSKI befasste sich in seinen Arbeiten hingegen speziellen mit der Deutschordensburg und ihrer Rolle im Wehrsystem. Als Primärquelle diente mir PETER VON DUSBURGs Chronik des Preussenlandes, welche genauere Aufschlüsse über die Taktik, Symbolik und Bedeutung des Burgenbaus zuließ. Das Thema ist bis jetzt von nur wenigen Leuten als intensiver Forschungsgegenstand erfasst worden. In vielen Werken finden sich Anmerkungen zum Burgenbau, bei denen vor allem die Konventsburg immer wieder in den Vordergrund rückt. Eine wissenschaftliche Konzentration auf militärischen Ebene des Wehrbaus erfolgte bisher nur in Aufsätzen zum Kriegswesen und Burgenbau im Mittelalter. Untersuchungen in Bezug auf ein Zusammenwirken von Wehrbau, Ordensleben und der Verwaltung steht noch aus oder befindet sich in der Entwicklung.
 

 

Organisation

 

1. Die militärische Organisation des Deutschen Ordens

 

1.1 Der Weg zum Ritterorden

Der Weg des Deutschen Hospitals von Akkon zum Ritterorden war eine entscheidende Entwicklung in der Historie des Deutschen Ordens. Die Forschung spricht von einer Militarisierung und Territorialisierung des Ordens in der Zeit von 1190 bis ca. 1240. Wichtig hierbei zu sagen, dass die Militarisierung eine Entwicklung war, die nicht gezwungenermaßen erfolgte sondern vom Deutschen Reich ausging, unter den Zielvorstellungen Heinrich des VI. und seiner Orientierung zum Mittelmeerraum. Hinter der Territorialisierung stand Hermann von Salza als treibende Kraft, welcher an allen Fronten des Heidenkampfes im ersten Drittel des 13. Jahrhunderts jede Gelegenheit nutze Territorium zu bilden und zu gewinnen. Zu ergänzen ist die Vereinigung des Deutsche Ordens mit dem Schwertritterorden durch die Vermittlung des Papstes im Jahre 1237. Die Vereinigung der beiden Orden war jedoch nicht vollständig, da der ehemalige Schwerritterorden eine gewisse Selbstständigkeit behielt. Seine Organisation wurde im Wesentlichen beibehalten, die Stelle des Herrenmeisters jedoch zum "Landmeister in Livland" umgebildet. Ansonsten änderten sich nur Äußerlichkeiten, indem auf dem weißen Ordensmantel das schwarze Kreuz der Deutschritter das rote Kreuz mit rotem Schwert ersetzte bzw. auch Wappen und Siegel geändert wurden. Deutlich machte diese Vereinigung die weiteren politischen und militärischen Ziele des Ordens, welche sich ganz auf Preußen konzentrierten. Ergänzend brachte der Schwertritterorden wichtige Bautechniken des Burgenbaus ein. Für ihre Ziele im Osten schufen die Kreuzfahrer eine verhältnismäßig stabile militärische Organisation. Die militärische Disziplin wurde durch harte Maßnahmen aufrechterhalten. Alle Brüder mussten sich einer systematischen Ausbildung unterziehen, sowie bestimmte Eigenschaften mitbringen. In den um 1250 entstandenen Ordensgesetzen finden sich aufschlussreiche Informationen darüber. So gab es eine Probezeit vor der Aufnahme, Kinder durften im Orden erzogen, doch erst mit 14 Jahren aufgenommen werden. Es durfte keine Weihung in anderen Orden vorliegen oder er mit einer Frau verlobt gewesen sein, nicht Leibeigener, schuldenfrei und sich keiner Krankheit („verholne suche“) bewusst sein. Der Orden forderte hauptsächlich Jugend und körperliche Gesundheit um im Kampf tauglich zu sein. Gesund und jung sollte der ideale Kandidat sein. Als dritte Eigenschaft trat immer stärker die adlige Geburt in den Vordergrund. Eine Entwicklung seit Mitte des 13. Jahrhunderts. Daraus schließen lässt sich die Vorstellung eines Ritterbruders von Adel, welcher gesund, jung, kampftüchtig, in Führung von Waffen geübt und zur Herrschaftsausübung geboren war. Männer dieses Formats brauchte der Orden anfangs im Heiligen Land und dann in großer Zahl auch in Preußen und Livland.

 

1.2 Taktik und Ausrüstung

Die westeuropäischen Feudalritter nahmen in der Schlacht gewöhnlich in einem einzigen Glied Aufstellung, hinter ihnen standen die Waffenträger. Eine aus mehreren Gliedern bestehende Formation galt als Zeichen der Feigheit. Kein Ritter hätte sich dazu bereit erklärt, im zweiten Glied Aufstellung zu nehmen, da jeder einzeln und nicht in der Masse siegen wollte. Die Ordensdisziplin ermöglichte es, mit dieser Tradition zu brechen, und die Deutschritter stellten sich in vier Gliedern, zuweilen auch in zwei bis drei Linien, zur Schlacht auf. Diese Vorgehensweise, aus den taktischen Erfahrungen der Kämpfe im Heiligen Land stammend, erwies sich auch in Nordosteuropa unter anderem gegen die Litauer. Mit diesen Schlachtordnungen konnten Manöver während des Kampfes durchgeführt werden. Doch eine solche Attacke geschah nur selten und ausschließlich unter günstigen Bedingungen, wie freiem Felde, lichtem Wald und guten Witterungs- bzw. Wetterumständen. Ein Grund weshalb die Ordensritter ihre bisherige Taktik aus dem Heiligen Land wechselten und ihre Angriffsoperationen in die Wintermonate verlegten. Durch den jetzt herrschenden Frost wurde die sumpfige Landschaft für Berittene bedeutend besser passierbar. Dies war auch wichtig bei der Versorgung der Truppen. Die Aufgebote der Ordensritter zogen entlang von Flüssen, wodurch die erforderliche Versorgung der Kämpfer über getreidelte Kähne gesichert werden konnte. Im Inneren Litauens erwies sich diese Vorgehensweise als unwirksam, da sich schiffbare Wasserwege und Sümpfen abwechselten, so kamen nur die Wintermonate für derartige Operationen in Frage. Die Ausstattung und Ausrüstung der Ordensbrüder war ein wichtiger Faktor bei der Eroberung Livlands und Preußens im 13. Jahrhundert. Ritter und Kreuzfahrer waren zahlenmäßig unterlegen, was durch Kriegstechnik und Kriegskunst sowie gesammelter Erfahrungen auf anderen Kriegsschauplätzen ausgeglichen werden musste. Drei entscheidende Faktoren waren die Errichtung fester Burgen, die Einführung der Armbrust und der gepanzerte Kavallerie. Der Burgenbau und seine spezielle Bedeutung im Deutschordensstaat, speziell was die Taktik, militärische Organisation und ökonomische Strukturen angeht, soll im weiteren Verlauf der Arbeit im Vordergrund stehen.


 

Wappen der Hochmeister

(Wappen der Hochmeister des Deutschen Ordens)
Quelle: Eigenes Werk, some elements by SajoR Urheber: SanglierT

Burgenbau

 

2. Burgenbau im Deutschenordensstaat

Der deutsche Orden wurde 1226 vom polnischen Herzog Konrad von Masowien zum Kampf gegen die heidnischen Prußen nach Preußen gerufen. In dem fünfzig Jahre andauernden Ringen entstanden rund 150 Burgen für die militärische und wirtschaftliche Infrastruktur. Nur wenige dieser Burgen haben die Zeit überdauert. Bis zum Jahre 1400 sind insgesamt 266 Burgen entstanden, welche von CLASEN und TUULSE eingehend untersucht worden sind. Die Entwicklung des Burgenbaus im preußischen Ordensland ging mit den landespolitischen, wirtschaftlichen, militärischen und auch gesellschaftspolitischen Veränderungen konform.

 

Liste der Burgen im Deutschordensland

 

2.1 Ausbreitung der Ordensherrschaft und der Deutschordensburg

Nach Gründung der Burg Alt-Thorn (1231) auf dem nördlichen Weichselufer wurden das Kulmerland und Pomesanien binnen fünf Jahren erobert und durch Wehrbauten aus Holz und Erde gesichert. BENNINGHOVEN spricht beim Vordringen der Ordensburgen von zwei Bauphasen. Die erste Phase entspricht der Zeit von 1210-1250. Es entstanden Burgenketten, zuerst entlang der Düna und livländische Aa, später in Estland und Kurland. Der durch Angriff des Pomerellenherzogs Swantopolk ausbrechende Prußenaufstand 1243 (endete 1249 mit dem Christburger Vertrag) veranlasste den Deutschen Orden zum weiteren Ausbau von drei gestaffelten Burgenlinien im Kulmerland (u.a. Burg Rehden, Grazdenz, Strasburg). Das in dieser Zeit errichtete Burgennetz verdichtete sich im 14. Jahrhundert weiter durch Anlage neuer Ordenskomtureien und Vasallensitze. Ein Ausbau der Burgen mit Stein begann am Ende der ersten Bauphase um 1240, und zwar zuerst derjenigen mit Wasserverbindungen und mit der Funktion einer militärischen Hauptbasis. Die zweite Burgenphase begann nach einem erneuten Prußenaufstand 1260 im Nordosten. Dieser Aufstand stellte alles Erreichte in Frage. Nur wenige Burgen hielten den Angriffen stand (u.a. Königsberg, Balga und Elbing). Nach dreizehn Jahren Kampf haben sich die festen Burgen gegen die Kampfesweise der Prußen schließlich bewährt. In der folgenden friedliche Zeit wurden viele Burgen befestig und mit Stein ausgebaut. TORBUS spricht von einem Einschnitt in die Architekturgeschichte, da sich aus den bislang unregelmäßigen Grundrissen ein rechteckiger bzw. quadratischer Grundriss herausbildete. Bis 1283 hat der Orden die meisten Burgen verstärkt und das Netz weiter verdichtet. Bei der Burgenverteilung zeigte sich erneut die Bedeutung der Hauptverkehrsadern, insbesondere des großen Wasserweges von Thorn bis zum Kurischen Haff und entlang der Düna. Die Sicherung dieser Versorgungswege und die intensive Festigung der Ordensburgen sollten zum Einen die Macht festigen, auf der anderen Seite weitere Offensiven und Aktionen absichern. Nach BENNINGHOVEN entsprach dies dem Beginn des großen Siedlungswerkes des Deutschen Ordens. Der weitere Burgenbau schritt mit den Siedlungen voran und diente als Rückhalt. Eine Kette von Grenzburgen entstand an der unteren Memel und östlich der Weichsel, sie sicherten bis 1350 die Siedlungen vor Angriffen ab.

 

2.2 Niedergang des Ordensstaates

Ereignisse, wie die Verlegung des Hochmeistersitz von Venedig nach Marienburg 1309 und die Gotland Invasion 1389 (Von der Insel bezog der Orden lange Zeit Natursteine für seine Bauten) stachen in der Zeit nach 1350 heraus. Neue machtpolitische Entwicklungen in den Nachbarländern des Ordensstaates veranlassten den Orden in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts zum Bau von Burgenketten am südlichen Rand der preußischen Wildnis und entlang der unteren Memel. Diese Aktionen, mithilfe der Kreuzfahrer durchgeführt, waren nicht vom Erfolg gekrönt und konnten dass was noch kommen sollte nicht aufhalten. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts entstand eine slawische Großmacht, welche den Deutschen Orden zu vernichten drohte. Mit dem Verlust der Königsburg in Samatien (1409-1410) kommt das weitere Vordringen des Ordensburgenbaus endgültig zum Erliegen. Mit dem 15. Juli 1410 schwand auch die Vormachtstellung des Ordens. Bei Tannenberg erleidete der Orden eine vernichtende Niederlage, nur dem schnellen Handeln des Komturs Heinrich von Plauen ist es zu verdanken, dass die Marienburg nicht in die Hände der Polen fällt. Die hundertjährige Blütezeit des Ordensstaates war vorbei, ab 1457 residieren die Hochmeister in Königsberg. Geldnot, Machtlosigkeit, Seuchen, Eigennutz der großen Städte und andere Faktoren lassen das Land ausbluten und trugen zur Schwächung des Ordensstaats bei. Der letzte Hochmeister Albrecht von Brandenburg-Ansbach wandelt den restlichen Ordensstaat in ein weltliches Herzogtum um, welches dafür den Lehnseid an den Polenkönig leistet.

 

2.3 Architektur

Der Deutsche Orden war eine ritterliche und zugleich mönchische Gemeinschaft. Wobei „die Ordensregeln Caritatives mit Ritterlichem vereinten, was in der Architektur eine Verbindung von Kloster und Burg erforderte, ein Programm, das in Preußen vollkommen in die Wirklichkeit umgesetzt worden ist, mit dem Ordenskastell bzw. Konventshaus als vornehmstes Ergebnis.“ Wenn man die preußisch-livländischen Burgen in ihrer wehrgeschichtlichen Bedeutung betrachtet, sind dabei die Ordensburgen, Bischofs- und Kapitalburgen, sowie die Vasallenburgen zu unterscheiden. Bischofs- und Ordensburgen bildeten die großen Zentren im Leben und der Verwaltung im Ordensstaat, während Vasallenburgen die kleineren Anlagen darstellten. Bei den verschiedenen Typen der Wehrbauten gibt es neben den großen Anlagen (Elbing), die mit Haupt- und Vorburg und zusätzlichen, vorgeschobenen, kastellartigen Wehrbauten ein mehrgliedriges Verteidigungswerk bildeten, auch weiter mittlere und kleinere Abwandlungen. Was die Architektur der Burgen betrifft, so fällt vor allem die sich über den Zeitraum entwickelte strenge Einheitlichkeit und Regelmäßigkeit auf. Drei- oder vierflügelige Kastellburgen umschlossen über einem rechteckigen oder quadratischen Grundriss einen Innenhof mit doppelschossigem Kreuzgang und bildeten nach außen hin einen geschlossenen Gebäudeblock. Die Aufteilung der Räume orientierte sich nach einem durch die Ordensregeln festgelegten Schema und erinnert an die Architektur der Klöster. Diesem Ideal der klassischen Konventsburg entsprach nur ein Teil der preußische-livländischen Bauten. Betrachtet man die Burgen in ihrer Gesamtheit, so lassen sich je nach Entstehungszeit und Funktion einige architektonische Varianten erkennen. Die frühen Burgen waren noch weit vom Ideal der Regelmäßigkeit entfernt. Sie passten sich dem Geländeverlauf an und folgten in manchen Fällen dem Grundriss von älteren Vorgängerburgen. In den Anfängen war der Orden auf Improvisation angewiesen, so übernahm er zunächst die Burgstätten der einheimischen Völker, der Prußen, Liven,
Letten oder Esten. Es handelte sich hier in den meisten Fällen um ein Konglomerat aus Gebäuden verschiedenster Größe, welche in unterschiedlichen Winkeln aneinandergeheftet waren. Viele neue Burgen wurden zuallererst aus Holz und Erde errichtet, so auch die wichtige Komtursburg in Thorn. Dies vor allem eine praktische Überlegung des Ordens im Wehrbau, auf die ich später noch einmal genauer eingehen möchte. Die repräsentativen Erwägungen blieben bei den frühen Burgen zuerst im Hintergrund und auch ein spezieller Eigencharakter der Bauten war bis zur zweiten Burgenbauphase des Ordens ist nicht ersichtlich. Bei den frühen Kastellburgen (1270-1300) konzentrierte sich der Orden auf den Landesausbau und legte den wirtschaftlichen Grundstein für seine Blütezeit im 14. Jahrhundert. Dieser Wandel war Resultat der neuen Situation im Preußenland. So ging man von einem Eroberungs– und Existenzkampf in den Ausbau eines Staatssystems über. Dieser Wandel und Ausbau spiegelte sich in der Architektur wieder, einem wohldurchdachten Schema großer Backsteinbauten mit regelmäßigem Grundriss. Nach der schnellen Einführung dieses neuen Typs von Burgen, wurden bis zum Ende der Burgenbautätigkeit fast ausschließlich regelmäßige Burgen mit hohem Wiedererkennungswert errichtet. Ein Blick auf die räumliche Verteilung lässt einen weiteren interessanten Schluss zu. Der markante Typ der klassischen Kastellburg des Ordens findet sich in dieser Form nur im preußisch/livlandischen Herrschaftsgebiet wieder, man kann also davon ausgehen, dass Landesherrschaft und Architekturtypus hier deckungleich waren. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts entstanden weitere große Konventsburgen im inzwischen etablierten Kastelltypus und überwiegend mit vier vollständig ausgebauten Flügeln. Den Zenit erreichte diese Burgenbaukunst im ersten Drittel des 14. Jahrhunderts. Die Literatur spricht in der Zeit danach von „deutlichen architektonischen Reduktionstendenzen“. Dieser „Reduktionsstil“ ist Ausdruck eines Trends zum nüchternen technokratischen Zweckbau. In wieweit die Konventsburg davon betroffen war bzw. sich als Wehrelement in die militärischen Organisation des Ordens einfügte, soll im weiteren Verlauf der Arbeit noch einmal zum Thema werden. Nach 1410 konnte der politische und finanziell geschwächte Orden sich keine neue Burgen und größere kostspielige Bautätigkeit mehr erlauben. Beim weitern Wehrbau ging es, in Folge der Schlacht von Tannenberg, vor allem um Verstärkung der Befestigung und die Ausstattung mit Feuerwaffen. Die Bedeutung und Aufgaben der Deutschordensburg als Wehrbau soll Inhalt des nächsten Kapitels sein.

 

Wehrbau

 

3. Die Deutschordensburg als Wehrbau

 

Schon kurz nach der Ankunft der ersten Ordensritter am Hof des Herzogs Konrad von Masowien wurden, in Vorbereitung auf die Invasion des Kulmerlandes, die Burg Vogelsang und die weiter weichselabwärts gelegene Burg Nessau ( Nieszawa) gebaut. Die Landung auf dem anderen Weichselufer wurde sofort durch eine weitere Burganlage abgeschirmt. Eine Taktik des Deutschen Ordens bei seinen ersten militärischen Unternehmungen, welche auf Rückhalt in festen Plätzen baute. Auch in den folgenden Jahren ist der Orden versucht seine Bauten sowohl als Brückenkopf, vorgeschobener Beobachtungsposten und logistischer Unterstützung der Invasion zu nutzen. 24 Deutlich erkennbar das umsichtige Vorgehen Kriegs- und Eroberungszüge durch gleichzeitige Aufbietung von Wehranlagen in seiner Wucht noch zu verstärken. Bei dem damals für den Orden stets ungünstigen Kräfteverhältnis der Streitkräfte war das die einzige Methode seine territorialen Eroberungen zu behaupten. Eine Überlegenheitssituation bzw. die Chance zur Bildung eines offensiven Schwerpunkts konnte nur erreicht werden wenn ein Kreuzfahrerheer zugegen war. Diese nur zeitweilig in Preußen verweilenden Pilgerheere machten territoriale Eroberungen zwar möglich, aber diese waren nach dem Abzug der Kreuzfahrer nur schwer zu halten. Es sollten deshalb vorrangig und schnellst möglich Befestigungen besetzt werden bzw. neue Befestigungen in kürzester Zeit, d.h. im Zeitrahmen des jeweiligen Kreuzzuges, aufgebaut werden. „Nur so konnten die Vorteile des Ordens voll ausgeschöpft werden, denn nur eine blitzschnell gebaute Befestigung konnte im Rahmen eines rapide sich entwickelnden, offensiven Unternehmens gezielt im Schwerpunkt des Kampfgeschehens zum Einsatz kommen.“ Der Burgenbau wurde auf diese Weise eng mit dem Verlauf des Kriegszuges verbunden und war fester Bestandteil der Strategie und Taktik der militärischen Operationen des deutschen Ordens in Preußen.

 

MemelburgMemelburg (16. Jahrhundert)

 

3.1 Offensiver Burgenbau

Wenn besagte Befestigung einen wirksamen Anteil bei einem offensiven Kampfunternehmen einnehmen sollte, musste sie sehr schnell gebaut und einsatzbereit sein. Die massive Bauweise, wie aus dem Heiligen Land bekannt, konnte hier wegen ungünstiger Rohstofflage, große Verkehrsbehinderung und schwach entwickelter Wirtschaft nicht eingesetzt werden. Die Holz-Erde Konstruktion bot sich anfangs als optimale und sehr populäre Methode an. Bei der Anwendung der Bauweise, in vielen Abwandlungen wohlgemerkt, wurde ausschließlich auf Holz, Erde und Lehm zurückgegriffen. Diese, von Gräben umgebende, reinen Holzkonstruktionen boten sich im waldreichen Preußen geradezu an und verkürzten die Bauzeit dank enorm kurzer Transportwege erheblich.
Die einfache Bauart erforderte keine besonderen Fachkenntnisse oder Arbeitsgerät. Gewisse Probleme bereitete die Beschaffung von Arbeitskräften, welche für die Bauaufgaben in großer Zahl gebraucht wurden. Da Fachkenntnisse fast ohne Belang waren konnte durch massierten Einsatz des Kreuzfahrerheer und Aufgebot der einheimischen Bevölkerung ein schneller Aufbau und der taktische Vorteil gewahrt werden. „ …denn sie bedachten, dass sie die ungezähmten Nakken der dortigen Heiden dem Glauben nur dann würden unterwerfen können, wenn sie mitten in dem sündhaften Volk eine Burg besäßen, vor der sie tagtäglich angreifen könnten. Sie riefen wiederum eine Menge Pilger zusammen,…, bereitete alles zum Burgenbau Notwendige vor und rückten in das Land Pomesanien. Sie erbauten die Burg Christburg … versahen sie mit allen zum Schutz von Burgen notwendigen Befestigungen und ließen auch ein große Schar Bewaffneter in ihr zurück…“
Die große Widerstandskraft gegenüber Belagerungstechniken machte diese Bautechnik unersetzbar, besonders nach Abzug des Kreuzfahrerheeres. Die Holz-Erde Technik wurde wahrscheinlich von Fachleuten außerhalb des Ordens eingebracht, der livländische Schwertbrüderorden sowie weltliche Teilnehmern unter den Kreuzzüglern sind hier in Betracht zu ziehen. Die morgenländischen Erfahrungen im Burgenbau waren dem Orden nicht im Ansatz hilfreich und so musste man sich in Organisation und Technik auf die Fachleute von Außen verlassen. Gerade in der Anfangsphase der Ordensherrschaft war der Burgenbau als Instrument der offensiven Kriegsführung, Landnahme und gewaltsamen Christianisierung enorm wichtig und spielte bei den Vorstößen nach Norden und Nordosten weiterhin eine zentrale Rolle. Die Beherrschung eines immer größeren Gebietes bei fast ständiger Unterzahl gegenüber den Feinden stellte hingegen ganz neue Aufgaben an den Wehrbau des Ordens.

 

3.2 Neue Aufgaben und Wirkungsweise des Burgensystems

Umso erfolgreicher die Eroberung im Preußenland, desto mehr wurden die Wehrbauten auch in defensiver Hinsicht gefordert. Das angelegte Burgensystem sollte nun unter anderem den Durch- und Zugang einer Landschaft sperren oder gewährleisten. Die Burg Neuhaus wurde zu diesem Zweck auf der Nehrung errichtet, damit die Litauer das Samland nicht unversehens betreten könnten. Natürlich war so eine passive Absperrung ungemein vom Gelände abhängig und der militärischen Situation. Der strategische Vorteil war bei richtiger Lage und Ausrüstung der Burg aber immens wertvoll. Die Burg Potterberg als Beispiel wurde vom Deutschen Orden nur errichtet damit Swantopolk der Berg nicht mit eigenen Anlagen besetzen konnte. Diese Aktion sollte möglichen Gefahren vorbeugen und unterstrich den aufkommenden defensiven Charakter der Burgenbaus. Man kann hier natürlich nicht von einem Wandel des offensiven zu einem passiven bzw. defensiven Burgenbaus zum Ende der ersten Bauphase sprechen. Es mögen neue Aufgabenbereiche für die Wehranlagen entstanden sein, doch die Art der Kriegsführung wurde vom Orden deshalb nicht verändert. Burgen waren zwar elementare Bestandteile der Kriegsführung des deutschen Ordens im Preußenland, doch sie standen nicht im Mittelpunkt. Eine langwidrige und aufwendige Belagerung wurde nur zu gern umgangen, da sie nie den erwünschten Erfolg brachten. Die Art der Kriegsführung blieb offensiv ausgerichtet. Der sogenannte Abnutzungskrieg, gekennzeichnet von Vernichtungs- und Raubzügen hatte sich zu dieser Zeit in Preußen und anderswo in Europa durchgesetzt. VERBRUGGEN spricht hier auch vom organisatorischen und ökonomischen Wandel des Krieges. PRIETZEL geht noch genauer darauf ein und bestimmt das Beutemachen und Plündern als Sicherung und Vereinfachung der Kriegsführung eines plündernden Heeres. Es gehörte zum wesentlichen Motiv für viele Krieger an einem Kriegszug teilzunehmen. Dies traf auch für die Kreuzzügler im Preußenland zu, welche neben dem
Kreuzzugsgedanken immer auch die Beute im Blick hatten. Eine wirtschaftliche und moralische Schwächung des Gegners durch kleinere Gefechte waren oft das erfahrbarste Zeichen für einen Sieg.

 

 

Plan_der_Burg_Ermes(Grundriß der der Burg Ermes)

 

Entscheidungsschlachten wie Tannenberg haben, ergänzend zu den schon oben genannten geographischen und klimatischen Bedingungen, auch deshalb nur sehr selten im Preußenland stattgefunden. Die Auseinandersetzungen waren geprägt von kleineren Scharmützeln, Plünderung von Siedlungsgebieten, Raubzüge, Vergeltungsangriffen und Verfolgungsschlachten. Man stellte sich dem Gegner vor der Burg und im Umland, die Besatzungen der Burg agierten offensiv und überließen ihr Schicksal nicht einem anrückenden Belagerungsheeres. „Nicht lange darauf kam Heinrich Monte, der Anführer der Natanger, mit einem großen Heer auf das Feld Königsberg, um die Burg zu bestürmen. Die Brüder zogen ihm mit ihrer Mannschaft entgegen und stellten sich im tapfer entgegen. …“ Neben der neuen Bedeutung des Wehrbaus in taktischer Hinsicht, worauf im Anschluss noch genauer eingegangen werden soll, möchte ich auf eine weitere neue kriegspsychologische Bedeutung aufmerksam machen. Die Burg sollte im Zusammenhang meiner Betrachtungen nicht nur als wehrtechnisch leistungsfähiges Gebäude, sondern auch als „Träger bestimmter Sinngehalte“ beleuchtet werden. Die Deutschordensburg im Preußenland „als Demonstration von Macht, Statussymbol und Herrschaftszeichen“, um die Besiegten nun auch noch durch den Anblick dieser mächtigen Bauten endgültig zu bezwingen und psychologisch zu besiegen. Der Aufgabenbereich Christianisierung und Missionierung sind stark abhängig von dieser Wirkung auf die Menschen. Gerade in abgelegenen Gebieten müssen diese Burgen eine beeindruckende, einschüchternde und auch belehrende Wirkung erzielt haben. In DUSBURGs Chronik des Preußenlandes oftmals abzuleitende Wahrnehmung der Aufgabe zum Heidenkampf und seiner Schilderungen der Kampfzeit bzw. Kampfphasen des Ordens spielt die Burg immer eine großen Rolle. DUSBURG beschreibt die Burg als Ausgangspunkt der Christianisierung: „… dass die Brüder Livlands und Preußens mit gleichmäßig verteilten Kosten und Arbeiten im Jahre des Herrn 1259 im Lande Karschauen auf dem St. Georgenberg eine Burg erbauten, die damals höchst notwendig zur Ausbreitung des christlichen Glaubens war. …“ Vor allem aber geben seine Schilderung über Heidenkampf, Raubzug oder Eroberungen immer während die Burg als Ziel, Ausgangspunkt und Mittelpunkt der Handlungen des Ordens an. Der Verlust einer Burg wird beklagt, die Zerstörung einer feindlichen Wehranlage bejubelt und der Bau eine Ordensburg als bedeutender Akt, Festigkeit des Glaubens und der Wehrtüchtigkeit gelobt. Der Wert der Burg jenseits der Bedeutung als wehrtechnischen leistungsfähigen Gebäudes in der militärischen Organisation des deutschen Ordens war nicht zu unterschätzen.

 

3.3 Die Burg als Garnison

Rigaer Schloss 18 Jh

(Zeichnung der Ordensburg in Riga)

 

Die Deutschordensburg und andere Wehranlagen des Ordens nahmen vor allem zum Anfang der zweiten Burgenbauphase ihre Rolle als Garnisonstandort ein. Sie waren Ausgangspunkt für mobile Feldoperationen, Sammelstelle und Ausfallbasen. Ihre neue Rolle machte die Wehranlagen des deutschen Ordens zu multifunktionalen Bauten in der militärischen Organisation des Ordens. Sie konnten weiter Ausgangspunkt oder Abschluss der Eroberung und Beherrschung einer Landschaft und Bevölkerung, sowie deren Missionierung sein. Sie bildete ferner den Wohn- und Aufenthaltsort einer ständig bewaffneten Mannschaft und konnten einer bedrohten Bevölkerung als Anlehnungspunkt und Zufluchtsstätte für Mensch und Vieh in Kriegszeiten dienen.
Die Burg war geschütztes Vorratsmagazin für Lebensmittel, Transportmittel, Waffen, Munition und auch eine Beutesammelstelle. Der Blick in die Inventarbücher der Komtureien zeigt wie modern die Organisation für mittelalterliche Verhältnisse war. Durch rationale Strukturen und die Einbeziehung des Burgennetzwerkes in die Kriegsökonomie des Ordens im Preußenland konnte sich die Operationsweise des Wehrwesens gegen die übermächtigen Nachbarn im Osten und Süden überhaupt so lange behaupten. BENNINGHOVEN beschreibt das Aufmarsch- und Nachschubsystem, sowie das Vorhandensein einer eigenen Binnenschiffsflotte für den Orden als unerlässliche Bedingung für den Machterhalt in den eroberten Gebieten und des weiteren Machtausbaus. Die Aufzeichnungen über Vorräte in den Burgen des Ordensstaates geben bis heute neue Erkenntnisse über Taktik und in langen Linien und bestimmten Abständen angelegt, durch ihre Feuerkraft und ihre Vorräte den Aufmarsch oder Rückzug von Heeresabteilungen, zugleich auch den Schutz des friedlichen Handels- und Transportverkehrs.

 

Neben der Rolle als Vorratslager und Stützpunkt ist der schon erwähnte ökonomische Stellenwert der Deutschordensburg nicht zu vernachlässigen. Sie beherbergte unter anderem die Stätten der Rüstungsproduktion, soweit diese nicht in den großen Städten lagen. Der größte Teil der notwendigen Kriegswirtschaft konzentrierte sich in und um die Wehranlage. Die wirtschaftliche Rolle und Funktion der Ordensburg kann man in einem engeren und weiteren Sinn verstehen. Im weiteren Sinne sind die Burgen als Verwaltungsmittelpunkte der ordenseigenen Vorwerke und verschiedenen Wirtschaftshöfe zu betrachten, in denen Ackerbau, Vieh-, Pferde- und Falkenzucht betrieben wurde, ebenso als Verwaltungszentren der Waldwirtschaft, Fischerei oder Bernsteingewinnung. In Zusammenhang mit dem Werk von BOOCKMANN kann hier die zivile Bedeutung der Burg ersichtliche werden. BENNINGHOVEN sieht die Deutschordensburg in Preußen ebenfalls als bedeutenden Wirtschaftsbetrieb, doch lenkt er den Blick auch auf den militärischen Charakter. Gerade wegen des
großen Haushalts, für den Vorräte beschafft und gelagert werden mussten, den verschiedenen Burgentypen im Burgennetz des Ordensstaates und der Absicherung von Transportwegen, waren die Wehrbauten ein elementarer Bestandteil der Kriegsökonomie des Ordens. Er bezieht sich dabei auf die Waffenvorräte in den Burgen, sowie die benötigten relevanten Versorgungsgüter. Insbesondere die Salz-, Korn- und Mehlvorräte sind im Verteidigungsfalle und in der Planung von Angriffsoperativen wichtige Indizien. Die Stellung der jeweiligen Burg im strategischen Netzwerk kann durch die Analyse dieser Fakten genauer bestimmt werden. Die Burgen bildeten schließlich die Mittelpunkte der Landesverwaltung, waren Kommando- und Versammlungsorte für das Landesaufgebot und wichtige Stationen der militärischen Aufmärsche. Sie sicherten vor allem auch die Nachrichtenübermittlung. Alle diese Eigenschaften machten die Burgen zur Basis und zum Rückgrat des Feldheeres in militärischer wie auch ökonomischer Sicht.

Marienburg (1890-1900)
Die Marienburg (1890-1900)

 

Für den Ordenskonvent hat sich ein Burgbautyp, der sog. Konventsburgtyp, herausgebildet, der den Bedürfnissen einer Ordensgemeinschaft wie auch den Funktionen eines Verwaltungssitzes entsprach. Den Konventshäuser kommt bis in die Mitte des 14. Jahrhunderts eine Vorreiterrolle in der Architekturentwicklung des Ordenslandes zu. Eine große Anzahl der architektonischen Lösungen, die in den verschiedenen Burgen gefunden wurden, weisen eine frappierende Ähnlichkeit mit einem typischen Konventshauses auf. Von dieser Sonderstellung des Bautyps ausgehend, möchte ich noch einmal auf die Bedeutung der Konventsburg in der militärischen Organisation des Deutschen Ordens zu sprechen kommen. Militärisch gesehen war dieser Burgtyp, wie auch sein Vorgänger, die Holz-Erde-Anlage, auf aktive Feldunternehmen und nicht auf passive Abwehr von Belagerung eingestellt. Doch hat sich mit diesem Übergang aus der ersten Bauphase mit seinen geländebeeinflussten und irregulären Burgen, zu den streng regulären und kastellartigen Anlagen in der zweiten Bauphase die Wehrtüchtigkeit nicht vermindert. Eine solche Burg bestand aus zwei Teilen: der Hauptburg und der Vorburg. Der Orden bezeichnet seine Wehranlage in ihrer Totalität Burg, doch sollte dieser Begriff nicht alles einschließen. Alle möglichen Wehrmauern der Vorburgen und die Außenwände der vier Flügel des eigentlichen Konventshauses spielten die Hauptrolle als lineare Hindernisse. Bei der Beurteilung der Wehrtüchtigkeit einer Befestigung muss man auch daran denken, dass sie nicht nur von den festen und ständigen Bestandteilen der Anlage abhängig war. Im Besonderen die Einführung der Feuerwaffen und die daraus resultierenden wehrtechnische Modernisierung brachten weitreichende Vorteile für die aktive und passive Wehrhaftigkeit für die Konventsburgen. Die bereits oben erwähnte architektonischen Reduktionstendenzen im Burgenbau und der Trend zum nüchternen technokratischen Zweckbau, Mitte des 14. Jahrhunderts, unterstützten diese Entwicklung.


 

Koenigsberg um 1850
(Königsberg - das Ordensschloss des Deutschen Ordens um 1850)

 

Neben den militärischen Fähigkeiten und Aufgabenbereichen muss auch der wichtige wirtschaftliche Aspekt in den Vordergrund gerückt werden. Die Ordensvorburgen im speziellen, mit ihrer Größe und auch den Wirtschaftslagen in ihrem Bereich, lassen den Schluss zu, es handle sich um selbstständige wirtschaftliche Einheiten. Eine einzigartige Entwicklung, welche sich in keinem anderen Land so entfaltet hat. Die ganze Anlage der Vorburg, überhaupt die gesamte Gestaltung der Burg, hing von ihren Funktionen ab. Die Hauptburg erfüllte von jeher die Rolle eines Klosters, später stand dann die militärische und administrative Funktionalität im Vordergrund. Aus diesem Grund hat man fast alle Wirtschaftsanlagen in der Vorburg untergebracht. 46 Entstanden ist so ein einzigartiger Wirtschaftsraum in der Burg, welcher die wirtschaftliche Organisation entscheidend optimierte. Für die Aufgaben als Garnisonsstützpunkt spielt die Vorburg als wirtschaftliches Zentrum eine entscheidende Rolle. Einen besonderen Platz nimmt dabei die Marienburg ein. Zum Einen wegen ihrer Bedeutung für die Verwaltung des Ordens, aber auch wegen Ihrer Ausstattung im wehrtechnischen Bezug und wirtschaftlichen Versorgung. Die genauen Verhältnisse, besonders das gegenseitigen Nebeneinander von Burg und Stadt, bzw. die sich daraus ergebenden Konsequenzen, müssen von der Wissenschaft noch genauer beleuchtet werden. Beides waren eigenständige Rechtsgebilde und eine genaue Verbindung oder vielleicht Abhängigkeit, auch im Bezug auf militärische Organisation konnte noch nicht nachgewiesen werden. Der Kastelltypus, mit der Konventsburg als Topos, ist nicht nur ein populäres Thema in der Forschung, sondern auch ein wichtiger Bestandteil der militärischen Organisation des deutschen Ordens im Preußenland. Seine Einzigartigkeit und seine Bedeutung im Burgensystem ist nicht hoch genug einzuschätzen.
Die Bautengruppe des Konventshauses war letztendlich ein wehrhaftes Kloster, dessen Homogenität in Europa einmalig war. Sie ist der Höhepunkt einer „zentralistischen Struktur und die Konzentration der politischen, wirtschaftlichen und religiösen Instanzen in der Hand einer schmalen Elite“, dazu ein einmaliger Organismus in der militärische Organisation des Ordensstaates.

 

Burg Schönberg
(Ordensburg Schönberg)
Urheber: Jerzy Strzelecki

Zum Schluss

 

4. Schlussbemerkung

 

In den zurückliegenden Kapiteln habe ich versucht den Wehrbau und seine Rolle in der militärischen Organisation des deutschen Ordens anhand von Einzelobjekten bzw. individuellen Eigenschaften zu beschreiben. Die mit der Deutschordensburg verbundene taktische Ausrichtung, wirtschaftliche Versorgung und Symbolik standen dabei im Vordergrund. Doch stand der Wehrbau nicht im Mittelpunkt der militärischen Organisation des Ordens, das Zusammenwirken von Burgenbau, starken Waffen und der Kavallerie machten erst den Erfolg des deutschen Ordens im Preußenland aus. Bei einer offensiven taktischen Ausrichtung kann die Burg nur bedingt im Mittelpunkt stehen, dafür ist der Burgenbau in vielfältiger Weise in die militärische Organisation eingebunden. Die Armbrust und später die Feuerwaffen wurden zuerst auf den Wehrbauten eingesetzt, später dann auch als Artillerie im Felde. Die so kriegswichtigen Pferde mussten versorgt und untergestellt werden. Wichtige aber noch ist die Absicherung von erobertem Gebiet durch die unterschiedlichsten Wehrbauten. Die Baugestalt, Wehrtüchtigkeit, taktische Lage der einzelnen Burg und Kriegsverwendungsfähigkeit in ihrer Summe geben Auskunft über die Bedeutung der Deutschordensburg in der militärischen Organisation des Ordens.
Gerade bei der so wichtigen Thematik der wirtschaftlichen Versorgung und Kriegsökonomie spielen aber noch ganz andere Varianten von Wehrbauten eine Rolle. Von den Sitzen der Vögte und anderen Amtsträger, bis zu den wehrhaften Wirtschaftshöfen und Ordensmühlen. Die Fliehburgen für die Landbevölkerung, die befestigten Städte und Eigenbefestigungen des Landadels nehmen eine wichtige Rolle im Wehrsystem ein. Gerade was die Versorgung angeht musste in einem Abnutzungskrieg die Infrastruktur wehrhaft sein. Die Burgen konnten einiges an wirtschaftlichem Potenzial in den Vorburgen aufnehmen, doch konnten sie zu keinem Zeitpunkt die gesamte Versorgungsstruktur schützen. Die Ordensmühlen und Wirtschaftshöfe nehmen so einen wichtigen Platz unter den Wehrbauten ein, einen weiteren Part aber übernehmen die anderen kleineren Befestigungen. Gerade die Fliehburgen hatten unter psychologischen Gesichtspunkten, sowie bei der Absicherung wichtige Aufgaben zu erfüllen. Zusammen nahmen die bisher kaum erwähnten Wehranlagen eine wichtige Rolle bei Versorgung, Schutz und auch Nachrichtenübermittlung ein. Inwiefern hier Siedlungspolitik, Infrastruktur und Wehranlagen vom Orden im Vorfeld geplant worden war ist allerdings streitbar. Es fehlt ganz einfach an Beweisen. „Soweit man die Lage im Lichte der erwähnten Bemerkungen und eigener Beobachtungen überblicken kann, ist die räumliche Verteilung der Wehranlage in Preußen als eine Resultante mannigfaltiger Umstände aufzufassen, wobei diese Umstände in den einzelnen Zeitabschnitten der geschichtlichen Entwicklung des Ordenslandes von verschiedenen Faktoren geprägt worden ist.“ BENNINGHOVEN wichtige Forschungsarbeit zu den Inventarbüchern gibt zwar Aufschluss wie das Burgennetz genutzt worden war, nicht aber ob diese Funktionen schon im Vorfeld so angelegt worden waren. Ob Burgenketten aus den erwachsenen Situationen erbaut worden sind oder schon im Vorfeld geplant waren. Die schnell erbauten Holz-Erde Konstruktionen als langfristige Bauten geplant zu haben erscheint abwegig. Außerdem konnten Vorstöße gerade in der Anfangszeit nie ohne ein Kreuzfahrerheer geplant werden, was oftmals spontane Ausbauten von Befestigungen bzw. Neuausrichtungen der Siedlungspolitik zur Folge hatte. Die Deutschordensburgen waren für die Ritter des deutschen Ordens Grundpfeiler des Wehrwesens, Lebensmittelpunkt und was ihre Symbolik betrifft, der Inbegriff von wehrhafter Christenheit. Ihr Leben, Streben und Schicksal war eng mit der Burg verknüpft, war sie doch in Zeiten ohne Kreuzfahrheer einziger Fluchtpunkt und Absicherung in diesem heidnischen Land. Das verzweigte System aus Wehrbauten war zugleich Rückgrat des Heeres wie des gesamten Ordens und darum möchte ich die Arbeit mit einem Zitat von Dusburg schließen.

 

" … Fratres in primitivo, ut inimicos fidei facilius expugnarent, toto cordis desiderio laborabant pro fortibus equis, armis validis et castris firmis"

Übersetzung: ("Von Anfang an strebten die Brüder, um Feinde des Glaubens leichter zu überwinden, von ganzem Herzen, nach starken Pferden, tüchtigen Waffen und festen Burgen")

 

Quellen

Literaturverzeichnis:

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Autor:Freiherr von Woye