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War Ace Campaign  Patch 5.2

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Das Thema

Hoheitszeichen des deutschen Reiches

 

Die Reichskokarde

 

 

 

Reichskokarde im Kranz von Eichenblättern (Gold) - Generalsrang
(Im 17. Jahrhundert verstand man in Frankreich unter Coquarde eine am Hut befestigte Bandschleife als Zeichen für die Zugehörigkeit zu einer politischen Gruppierung.)

 

Zwei Kennzeichen sind auf jeder deutschen Uniform zu finden: Das Hoheitszeichen (unten) und die Reichskokarde (oben).

 

 

 

Der stilisierter Reichsadler mit dem Hakenkreuz

Näheres

Das Hoheitszeichen des Deutschen Reiches, getragen von der Wehrmacht, bestand aus einem Adler, dem traditionellen deutschen Wappentier. In diesem Fall ein stilisierter Adler mit ausgebreiteten Flügeln und einem Eisenkranz mit dem Hakenkreuz - dem Emblem der NSDAP - die ihr Parteiemblem im Staatswappen untergebracht hatte. Ein Zeichen für die Macht bzw. Allmacht der Partei - für die Wehrmacht war damit auch der (einzige) Befehlsgeber schon vorgegeben.
 

(Mützen Wehrmachtsbeamte: (von oben) Mannschaft - Offizier - General)

 

 

 

(Mützen Luftwaffe: (von links) Offizier- Stabs-Offizier - General)

 

Silber -Offiziersrang / Gold - Generalrang

 

Durch Gesetz angeordnet, musste das Hoheitszeichen an der rechten Brustseite der Uniform zu tragen war. Eine Ausnahme waren die Drillichanzüge und ähnliche Bekleidungsarten. Dazu sollte es in kleinerer Form an der Kopfbedeckung getragen werden.

 

 

 

Der Befehl wurde am 15. März 1933 eingeführt - Symbole und Farben / Stahlhelm
30. Oktober 1933 - Für alle Uniformen





 

Die Reichskokarde enthielt die Nationalfarben Deutschlands - roter Mittelpunkt, weiß (oder Silber) eingerahmt und schwarzer Außenkranz - also schwarz-weiß-rot.



 

Feldmütze der Panzertruppen - der goldene Winkel über der Kokarde zeigt an, dass es die Offiziersversion ist



Um die Kokarde bei der Mütze, dem Barett der Panzertruppen und bei den Offiziers-Feldmützen alter Art ein Kranz von Eichenblättern als Symbol der Stärke gewunden. An den anderen Kopfbedeckungen wurde nur die Kokarde getragen.

Es gab die verschiedensten Variationen von Hoheitszeichen, Kokarde und den umrahmenden Eichenkranz.
Es gab die Ausführung in Stoff und Metall. Das Stoffzeichen (Hoheitszeichen) wurde auf der rechten Brustseite getragen, während die anderen Embleme an der Mütze angebracht waren.


 

Die verschieden Varianten - hier der Totenkopf - werden in anderen Beiträgen noch genauer Behandelt.



Natürlich sind an dieser Stelle die Flugzeugkokarde oder -abzeichen bezeichnen Hoheitszeichen der militärischen Luftfahrzeuge von den Uniformkokarden zu unterscheiden. Bei der Wehrmacht bzw. Luftwaffen wurde als Hoheitszeichen am Gerät aber das Balkenkreuz gewählt.


Quellen

Buch: Davis, Brain L., Uniformen und Abzeichen. Des Deutschen Heeres 1933-1945, Motorbuch Verlag 1973. (Zugriff 17.11.2009)

http://de.wikipedia.org/wiki/Kokarde_(Abzeichen) (Zugriff 17.11.2009)
http://www.hood.de/img/full/1327/13271679.jpg (Zugriff 17.11.2009)




Autor: Freiherr von Woye

 

Das Thema

Befehlsdoktrin



 



Im deutschen Heer gab es keinen Kadergehorsam, solche Robotersoldaten oder die sogenannte preußische Disziplin, wie diese gerne in den Medien bis heute dargestellt wird. Der deutsche Soldat war nicht nur ein denkender Kämpfer, es wurde von ihm geradezu verlangt und zwar von höchster Ebene bis hin zu jedem einzelnen Schützen.

Einleitung

Einleitung



In den Jahren vor, während und nach dem Krieg glaubten viele Alliierte, der deutsche Soldat sei ein engstirniger Tölpel, voller Angst vor der Gestapo oder SS und dem blinden Gehorsam auf allen militärischen Ebenen unterworfen. Wer aber im Krieg gegen den deutschen Landser kämpfte, sah, dass er weder ein gehirnloser Automat noch ein Fanatiker war, sondern eher ein geschickter Gegner, der gelernt hatte, sein Unternehmergeist einzusetzen, und der für sein Land ohne Terror kämpfte. Die Ausbildung war der Schlüssel zum Element des deutschen Soldatentums.
Mögen die Bürokratie und militärische Eliten Deutschland bzw. das Deutsche Reich lange geprägt haben, so ist doch spätestens seit der Stiftung des Eisernen Kreuzes (1813), als Orden für den einfachen Soldaten klar, dass die deutsche Armee auf den einfachen Soldaten baut. Das Eiserne Kreuz war in Europa der erste Orden seiner Art, der auch an den einfachen Soldaten vergeben wurde. Dieses schlichte Kreuz, für äußerste Pflichterfüllung und Tapferkeit verliehen, einte die Soldaten und stellte diese auf dem Schlachtfeld mit den Befehlenden gleich. Ein Schritt, der auch in der Doktrin vollzogen wurde!

Historisch

Historischer Bezug und Entstehung



 

(Gneisenau)

 

Von Gneisenau, ein preußischer Militärtheoretiker, hatte im preußischen Heer die Intention - einen Plan, anstelle des direkten Befehls eingeführt. Diese Intention sollte ganz klar und verständlich formuliert sein und Platz für persönliche Initiative und Handlungsfreiheit lassen. Diese Vorstellung der Durchführung des soldatischen Handelns wurde vom älteren Moltkeerweitert.



 

(Moltke der Ältere)

 

Er sah, dass die Umsetzung der Doktrin von Gneisenaus eine bestimmte Ausbildung erforderte. Die Befehlshaber jeden Ranges sollten sorgfältig und speziell ausgebildet sein und mussten es auch sein, um die ihnen gesteckten Ziele erreichen zu können.

Der Soldat sollte fortan nicht nur für sich selber denken, sondern im Ganzen begreifen, handeln und ebenso im Sinne des Auftrages, wie für den mit ihm Kämpfenden denken.
Solche Prinzipien höchster Flexibilität bieten ungeahnte Möglichkeiten und sind jeder starreren militärischen Struktur überlegen.
Vielleicht war auch die Wirtschaft an dem damaligen Klischee des stumpfsinnigen Befehlsempfänger schuld, da diese noch bis ins späte Zwanzigste Jahrhundert und selbst heute noch in manchen Unternehmen, den autoritäre Führungsstil als einzig sinnvoll, mit seinem Befehl von Oben und Gehorsam nach unten, angesehen wird. Die Situation in Deutschland ist gekennzeichnet, dass die Armee immer eine Sonderrolle zugedacht war. Die Reichswehr sowie die Wehrmacht waren ein Staat im Staat und deshalb unabhängig von solchen Prinzipien. So entstanden dort, unabhängig von den zivilen Ansichten und Strukturen, ganz andere Ebenen des Verständnisses für die Hierarchie und Führung. Das Gefecht vergibt keine Fehler.
Die Reichswehr und später die Wehrmacht waren mit ihren Führungsprinzipien in dem Gebiet nicht nur der Wirtschaft, sondern auch den meisten, vielleicht sogar allen Armeen voraus.

 

 

 

(Hans von Seeckt)

 

Von Seeckt, Chef der Reichswehr, machte es zur Regel, das jeder Soldat auf eine Weise ausgebildet wurde, die es nach sich zog, dass er die Pflichten seines unmittelbaren Vorgesetzten übernehmen konnte.

 

So hieß es bereits 1906 im Exerzierreglement: "Im Besonderen verlangt das Gefecht denkende zur Selbstständigkeit erzogenem Führer und selbsthandelnde Schützen." sowie in der Felddienstordnung 1908 "Vom jüngsten Soldaten aufwärts muss überall selbstständiges Einsetzen der ganzen und geistigen und körperlichen Kraft gefordert werden. Nur so lässt sich die volle Leistungsfähigkeit in übereinstimmendem Handeln zur Geltung bringen."



Als Folge dieser Art von Ausbildung konnten die Offiziere, vor allem die des Generalstabs, eine Situation sachverständig einschätzen und klare, knappe Befehle erteilen. Alle Offiziere wurden ständig weitergeschult, indem sie zwischen Stabsstelle und Feldkommando wechselten. Dies stellte sicher das sie den Kontakt zu den Frontsoldaten nicht verloren. So konnten sie nicht nur die Probleme mit denen sie konfrontiert werden theoretisch und praktisch meistern, sondern auch eine funktionierende und ergänzende Hierarchie bewerkstelligen.
Eine sorgfältige Ausbildung ermöglichte es einem Kommandeur ein Problem einzuschätzen und sich eine Meinung darüber zu bilden, wie eine Mission durchgeführt werden sollte. So blieben die Aktionen auf dem Schlachtfeld flexibel, auch weil alle Ränge die Absicht des Auftrags kannten.
Als die Alliierten das erste Mal auf die Deutschen trafen, merkten sie, dass sie es mit denkenden und selbstständig handelnden Soldaten zu tun hatten. Diese Soldaten waren keine stumpfen Befehlsempfänger, sondern handelten durchdacht und schöpften alle ihre Möglichkeiten des soldatischen Handwerks aus.
 

Die Wehrmacht war grundsätzlich 25% leistungsfähiger als die Alliierten und das trotz Unterzahl, Materialknappheit und nur sporadisch einsatzbereiter Luftwaffe.

 

Dies ist der Kern der "Auftragstaktik" - Auftragstaktik ist die Formulierung eines Auftrags mit Schwerpunkt auf das erzielende Resultat. Die Auftragstaktik zwang die Befehlshaber, Entscheidungen mehr oder weniger in eigener Initiative zu treffen. Wobei die richtige Bezeichnung hieß: Führen mit Auftrag.
Eine Taktik, die bis heute wohl die bedeutendste militärische Doktrin der Bundeswehr ist. Die Kernelemente dieser Doktrin werden von Walter v. Lossow am besten auf den Punkt gebracht:

 

      "1. Der Auftrag muss den Willen der Führung unmissverständlich zum Ausdruck bringen."



      2. Ziel Handlungsverlauf und Auftragszwänge, wie etwa die Zeit müssen klar und eindeutig sein, ohne die Handlungsfreiheit mehr als nötig einzuschränken, um die Initiative des Einzelnen zu nutzen, der mit der Ausführung der Aufgaben vertraut ist.



    3. Der Art der Durchführungen im Rahmen der Absicht der übergeordneten Führung werden nur Grenzen gesetzt, wenn sie für die Koordinierung der anderen Führern nötig sind."

 

 



In der Ausbildung lernten Offiziere nur die wichtigsten Befehle zu Ausführung eines Auftrags weiterzugeben, um die Durchführung den unterstellten Soldaten zu überlassen. So geht es also vorrangig um das Was - Was ist zu tun, was ist das Ziel des Ganzen - Das Wie wird dem Befohlenen überlassen und wird nur als Beschränkung vorgegeben um weitere Befehle zu koordinieren (wenn es dem Ganzen dienlich oder besser gesagt unabdingbar sind).
Um das Ganze zu verstehen, ist eine sorgfältige Ausbildung nötig und dass sich der Vorgesetzte auf die Befehlsempfänger absolut verlassen kann. Die daraus resultierenden Vorteile sind, dass auf allen Ebenen jeder Führer nicht nur die eigene Lage, sondern auch die der über und Untergeordneten kennen muss, die Befehlsweitergabe beschleunigt wird und dass die vor Ort getroffenen Maßnahmen, also das Wie besser beurteilt werden kann und eher der Realität entspricht.

Beispiel

Beispiel Landung bei Anzio 1944



Der amerikanische Kommandeur hatte den Befehl erhalten zu landen und sich gegen eventuelle Gegenangriffe zu verteidigen. Die Landtruppen trafen keinen Gegner, der sie herausforderte bzw. angriff, also blieben sie einfach stehen und warteten bis der Gegenangriff kam.
Ein deutscher Kommandeur hätte in einer solchen Lage, nach der deutschen Handlungs- und Befehlsdoktrin, die Schwäche seines Gegners ausgenutzt und wären wohl gegen Rom vorgestoßen.
Ganz nach von Moltke Axiom, das kein Schlachtplan den ersten Zusammenstoß überlebt. Um die Unwägbarkeiten des Schlachtfeldes zu meistern, lernte der preußische Befehlshaber anpassungsfähig zu sein und jedes Problem erst, wenn es auftaucht, zu beurteilen.
Als Folge dieser Ausbildung wechselte das deutsche Heer, als es nach 1943 sich in der Defensive befand, rasch von der Schaffung von Schwerpunkten in einer Angriffssituation zu solchen in der Verteidigung. Aufgrund dieser Schwerpunkte konnten die Panzer-Divisionen zur Unterstützung der Verteidigung verlegt werden und der Feind immer noch nach dem Willen des deutschen Heeres dirigiert werden. Das deutsche Heer behielt die Initiative und das, obwohl der Gegner materiell überlegen war.

Grundsatz

Grundsätze der Truppenführung im Vergleich



Um den Überblick zu wahren, soll es sich in diesem Abschnitt um ein Fazit des direkten Vergleiches deutscher und amerikanischer Truppenführung handeln. Eine Auflistung der wichtigsten Passagen findet sich in Martin van Krefelds Buch Kampfkraft.
Obwohl die H.Dv.300 von den Amerikanern in ihrem US Army Field Manual 100-5 on Operations in vielen Bereichen 1 zu 1 übernommen wurde, sind die Kernelemente verändert worden. So stellt sie ebenso die Frage, was in der jeweiligen Situation des Konflikts getan werden muss und darüber hinaus wie diese geschehen soll. Dabei wird all jenes, wovon in der H.Dv.300 ausdrücklich gewarnt wurde, doch impliziert.
Obwohl sich die Situation in der schnellen Kriegsführung alle Augenblicke ändern kann und nur der Soldat direkt vor Ort ein wirklich genaues Bild der Lage hatte, wurde versucht, ein Schema bzw. eine Vorgehensweise für jeden möglichen Fall zu finden. Logischerweise hatte das im Voraus Festgelegte nur noch bedingt bis gar nichts mehr mit der jeweiligen, aktuellen bzw. vorgefundenen Situation zu tun.
Der einstige Chef des Generalstabes des Heeres Franz Halder übernahm im Auftrag der US Army die Leitung einer Arbeitsgruppe zu einer Neuausgabe der US Army Field Manual 100-5 on Operations Stellung zu beziehen und seine Erfahrungen aus dem Krieg mit einzubringen.
 

Hier eine Zusammenfassung seiner Hauptkritikpunkte:

 

      - Amerikanische Vorschriften versuchen Situationen vorherzusehen und diesbezüglich detaillierte Verhaltensweisen festzulegen, die dem Führer jede Möglichkeit neben flexibel zu handeln und auf die momentane Situation zu reagieren.



      - Vorschriften werden der Bedeutung des einzelnen Soldaten nicht gerecht.

 

      (Ein Manko welches sich in sämtlichen Bereichen des damaligen US Militärs wiederfindet. Die Bedürfnisse des Soldaten waren im Grunde nebensächlich, er hatte so zu funktionieren, wie man es ihm befahl. Besonders deutlich wird dieses wenn man sich die Behandlung vom Kampf traumatisierte Soldaten ansieht oder Divisionen Ersatz erhielten.)



      - Überraschung, Truppenbewegung und Improvisation werden unterschätzt, was auf die materielle Überlegenheit der USA zurückgeführt wird.



    - Vorschriften berücksichtigen nicht im angemessenen Maße die psychologischen bzw. psychischen Aspekte des Krieges.

 

Den Hauptunterschied im deutschen und amerikanischen Kriegsbild erkennend schlug er den Zusatz "Im Kriege sind die charakterlichen Eigenschaften wichtiger als die des Intellekts" vor. Aus dem engen Zusammenspiel des Prinzips der verbundenen Waffen und der möglichst großen Freiheit und Eigeninitiative kam man auch wieder auf das uralte Führungsmodell:

 

Führen von vorne



Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Wehrmacht und US Army zwei völlig unterschiedliche Ansichten von Führung hatten. Letztere hatte sich von der Notwendigkeit eines selbstständig, in Eigenverantwortung handelnden Soldaten, nicht hineinversetzen können und dem Untergebenen nicht das Vertrauen entgegengebracht oder den Verstand zugesprochen das Ziel selbstständig zu erreichen. So war der amerikanische Soldat eher der Roboter, der zu funktionieren hatte. Der deutsche Soldat, dem dieses oft zugeschrieben offenbarte genau das Gegenteil. Auch auf die gesamt Armee betrachtet waren die Führungsprinzipien der U.S. Army eher ein kämpfender Verwaltungsapparat mit einer Bürokratie wie man es für Deutschland als Klischee nachsagte.
So ist widerlegt das bei der Wehrmacht alles bis ins letzte Detail durchgeplant war, die Führerbefehle mal ausgenommen, und die Planung für jedwede Eventualität inklusive Vorschrift, bei der U.S. Army zu finden war.
Die Gründe dafür können vielfältig sein. Zum einen hatte die US Army nicht dieselbe Art der Vorbereitung gehabt bzw. nicht die Zeit eine ähnliche Erfahrung in diesem Bezug zu erlangen, um eine eigene Doktrin aufzubauen. Zum Anderen wird der Taylorismus als möglicher Grund angegeben, der jede Bewegung des Arbeiters vorausplante und in Vorschriften und Anweisungen genau festlegte. So fragte der deutsche Soldat bei seinem Auftrag "Um was geht es" während ein amerikanischer Soldat eher nach den Bestandteilen des Problems suchen würde.
Die Unterschiede in den Führungsvorstellungen und wie schwer es war für die amerikanischen Offiziere diese zu verstehen belegt zum Abschluss wunderbar eine Anekdote:
Zu den Vorteilen die Lossow zu den Vorzügen des Führen mit Auftrag aufführte (Führer aller Ebenen müssen ihre und auch die nächst höhere Ebene analysieren), unterstrich ein amerikanischer Offizier das Wort "höhere"und schrieb daneben "niedrigere?".

Einzige Ausnahme, bei der U.S. Army war, in dieser Hinsicht wohl nur Patton. Dieser sagte jedem seiner Offiziere, man solle sich von den deutschen etwas abschauen und "sagt einem Soldaten was er tun soll und nicht wie er es tun soll". Seine Begeisterung für die deutsche Armee mag in letzter Instanz sein Untergang gewesen sein, doch konnte er nicht unwesentliche Erfolge und einige Sterne auf seinen Schulterstücken genau diesem Vorbild verdanken. Leider war er der einzige höhere Offizier, der sowohl die Befehlsdoktrin der Deutschen studierte, wie auch ihre Angriffstaktiken abkupferte.

Ausbildung Heute

Deutsche Ausbildung und Doktrin heute


 



Die deutsche Militärtradition, bis heute auf den Punkt gebracht, ist die Ausbildung und das auf allen Ebenen des militärischen Handwerks.
So wurde diese Tradition auch nach dem Kriegsende bzw. nach der Wiedervereinigung Deutschlands weitergeführt. Die "neue" Offiziersschule des Heeres in Dresden ist ein Garant für diese Ausbildung. Dort wird nämlich damals wie heute an der Ausbildung und Weiterbildung der Befehlshaber des deutschen Heeres gearbeitet.
Wer in der Bundeswehr diente, wird sich vielleicht auch schon darüber gewundert haben, dass ein höherer Rang nur in den seltensten Fällen Befehlsgewalt über niedrigere Ränge hat, es sogar oft der Regelfall ist, dass niedrigere Ränge über höhere befehligen. Ein Umstand, den es in der damaligen Industrie wohl kaum gegeben hat.
Als eine der modernsten Ausbildungsstätten dieser Art, arbeitet man, ganz in deutscher Tradition, auch an der Weiterentwicklung der Neuausrichtung von Befehlsstrukturen und Doktrinen, in Anbetracht der "neuen Situation" für das deutsche Heer im Ausland.

Quellen


Vorgesetzenverordnung (besonders interessant § 3+6)
US Army Field Manual 100-5 on Operations

Von Lossow, Mission-Typ tactics versus Order-Type tactics, MR 1977.
Heeres Divisionsvorschrift, Truppenführung, 1936.

http://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BChrung_von_vorne (Letzter Zugriff 02.03.2010)
http://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BChren_mit_Auftrag (Letzter Zugriff 02.03.2010)



Autor: Glacius, DARK MORCAR, Freiherr von Woye

 

Das Thema

Die Rocker Armee
Hells Angels Motorcycle Club (HAMC)

Der Hells Angels Motorcycle Club (HAMC) ist ein Phänomen der Straße, der Kriminalität und eine der hierarchisch organisierten Gruppen dieser Welt. Aus dem Motorrad- und Rockerclub, dessen Mitglieder typischerweise Harley-Davidson-Motorräder fahren, ist seit 1948 nicht nur einer der größten Vereine bzw. Organisationen geworden, sondern auch einer der berüchtigtsten. In 32 Ländern sind sie präsent, durch ihre Kutten leicht zu erkennen und wegen ihrem Auftreten gefürchtet. Sie führten Kriege in Skandinavien um ihr Monopol unter den Rocker und in der Unterwelt. Die sogenannten „Chartern“ (Orts- oder Landesclubs) sind ihre Landesvertretungen, Zentralen und die Clubhäuser für ihre Treffen. National und international wird der Club seit Jahrzehnten regelmäßig durch Behörden und Medien mit den unterschiedlichsten Straftaten in Verbindung gebracht und es kam weltweit immer wieder zu Verurteilungen einzelner Mitglieder und Verboten ganzer Charter.
 

Ehrlichkeit – Zuverlässigkeit – Respekt – Freiheit

 


 
 
Gegründet am 17.03.1948
Fontana, Kalifornien USA
Gründer:
Otto Friedli
Besonderheit:
Vornehmlich weiße Mitglieder
Aktivitäten:
Schutzgelderpressung , Drogenhandel , Waffenhandel , Körperverletzung , Erpressung , Geldwäsche , Mord , Prostitution und Handel mit gestohlenen Waren
Alliierte:
AK81, Cali Cartel, Indian Posse, Iron Horsemen
Rivalen:
Bandidos, Mongols, Outlaws, Sons of Silence, Pagans und Vagos
ca. 6000 Full Members

ca. 1000 - 2000 Anwärter und ernstzunehmende Supporter

255 Charter (27 Ländern, 6 Kontinente)


Geschichte

Geschichte 

 

Der Rocker ist bis heute ein Symbol für Freiheit und das Motorrad als sein Gefährt, doch hat diese Bezeichnung auch einen gewaltbereiten Akzent bekommen. Entstanden als Subkultur in Amerika und vielen Motorcycle Clubs (kurz MCs), die Mitglieder organisierten, an sich banden und der Kultur verschiedene Gesichter gaben. Es geht dabei um Lebensstil, Lebenseinstellung und Abgrenzung von gesellschaftlichen Regeln. Man wollte den bürgerlichen Normen entfliehen und die Lederwesten, die sogenannten Kutten, sind dabei das sichtbarste Zeichen der Auflehnung gegen bürgerliche Normen, wie in diesem Fall der Kleiderordnung. Es ging und geht bis heute um Motoräder, die ein besonderen Charme der Mobilität haben, wobei als Rocker alle Motorradfahrer zu bezeichnen sind - siehe Duden. Die Szene teilt sich dabei auf, in die nicht organisierten Fahrer, als Freebiker bezeichnet (engl.: ‚freie Motorrad-Fahrer‘), und den organisierten Clubbikern.

 


(Sonny Barger (* 8. Oktober 1938 in Modesto, Kalifornien; eigentlich Ralph Hubert Barger)
ist prominentes Mitglied des Motorradclubs Hells Angels und Gründungsmitglied des Chapters Oakland.)

 

Bei der Organisation haben sich nicht nur schnell Hierarchien entwickelt, sondern gleich eigene Gesellschaftsformen, die sehr dem militärischen ähneln. Hintergrund dafür ist sehr wahrscheinlich, dass viele Veteranen des Zweiten Weltkrieges sich unter den Rockern tummelten. Sie brachten eine Art Uniform zu den Rockern, indem sie nicht nur die Kutten anlegten, sondern ihre Ordensbänder gleich daran heften. Wie auch bei der Armee, kann der Gegenüber auf einen Blick sehen, mit wem er es zu tun hat, was dieser geleistet hat und mit welchen Respekt bzw. Verhalten man auf ihn zugehen muss um ihm gerecht zu werden. Dazu kamen die auffälligen Kennzeichnungen in Clubfarben (Colors), bestimmte Tätowierungen und die Verwendung von provozierenden Symbolen. Man drehte der Gesellschaft zwar den Rücken zu, doch übernahm man viele bewährte Formen. Das Militär und seine Rolle in der Gesellschaft bietet nun man den höchsten Grad an Organisation, Hierarchie und vor allem Loyalität.

 

 

 

Diese Phänomen der Rocker gab es schon vor dem Zweiten Weltkrieg, doch wurde es nach diesen erst populär und expandierte - in die verschiedensten Richtungen. Die Ursprünge der heutigen Rocker und Rockerorganisationen ist in den 1960er- bis 1980er-Jahren anzusiedeln. Wie schon oben genannt, haben die Veteranen einen bedeutenden Anteil daran. Sich einer Subkultur anzuschließen hieß für Sie auch Flucht aus dem normalen Leben. Nach soziologischer Auffassung waren vor allem aus Kriegen heimkehrende Soldaten nicht in der Lage, sich wieder in das zivile Leben einzufügen, und bildeten deshalb sozial geschlossene Randgruppen. Man wollte und man brauchte die Kameradschaft, die Hierarchie und die Organisation. Die Kutten, die Motorräder waren dabei nur die äußerlichen Aspekte dieser Einstellung. Man wollte die Familie der Kameradschaft, die sich in Armee wie bei den Rockerclubs als „brother in arms“ ausdrückte.
Die Hells Angels bilden keine Ausnahme, sondern sind wohl ein Paradebeispiel dieser Schlussfolgerung. Ihr ehemalige Anführer Sonny Barger, ein prägendes Mitglied der Hells Angels, war wegen dieser Kameradschaft und dem starken Zusammenhalt beigetreten. Bis heute ist die Kameradschaft eine Grundregel der Hells Angels - wie auch anderer Motoradclubs. Heute wie damals bauen die Hells Angels auf ihre "Bruderschaft", ihren Zusammenhalt und Verschwiegenheit, welche für ihre Geschäfte und Fortbestehen essentiell sind.

 


(Teil 2 / Teil 3 / Teil 4 / Teil 5)



Ich möchte die Motorräder und ihre Bedeutung bei den Motoradclubs bei dieser Betrachtung außen vor lassen, weil dies hier den Rahmen sprengen würde. Nur ein Wort dazu, so sind die Motorräder im Großen und Ganzen nicht einer Einheitlichkeit oder Hierarchien untergeordnet. Das Motorrad ist in erster Linie Fortbewegungsmittel und Ausdruck der Mobilität, nicht so sehr der Zugehörigkeit. Es sind keine speziellen Marken Pflicht. Der Chopper als Modell wurde bevorzugt, auch Custum Bikes sind beliebt - je nach finanziellen Hintergrund der Mitglieder. Ein sogenanntes Heavy Bike (Schwere Maschine) gehört zum echten Rocker genauso dazu, wie eine Mitgliedschaft im Fitness Club. Viele Clubs bzw. Charters, verlangen von ihren Mitgliedern auch eine bestimmte Fitness bzw. Körperbau. Respekt verschafft man sich durch den ersten Eindruck und dieser kann durch breite Schultern nur zu gut vermitteln werden. Daneben war dieser Körperbau auch für einen großen Erwerbszweig der Hells Angels und andere Clubs von Nöten, denn als Türsteher verdingen sich viele Rocker ihren Lebensunterhalt und an der Tür von diversen Club lassen sich der Rauschgifthandel und andere Unterweltaktivitäten am besten steuern und entwickeln. Oft bezeichneten sich die Mitglieder untereinander als „Brother“ (dt. Bruder).Weit interessanter ist deshalb die Organisation der Mitglieder. Man braucht für eine Gemeinschaft vor allem Traditionen und Regeln, keine andere Form des menschlichen Handelns und Zusammenseins spiegelt diesen Fakt so wieder wie die Armee. Die Kutte, die Fitness, das Motorrad und strikter Organisation sind Spiegel der Armee. Diese Armee funktioniert und hat sich durch Jahrzehnte die Etablierung rekrutiert, Ausbilder und Anführer geformt.

Entstehung

Entstehung 

 


Eine Kutte aus den Anfängen des Clubs, in einer Zeit, wo die Colors des Clubs noch nicht einheitlich waren.

 

Die Hells Angels wurden als Motorrad Club am 17. März 1948 in den USA in Fontana (San Bernardino County, Kalifornien) gegründet. Nach einer kurzen Zeit als "einfacher" Rocker Club, übernahm Ralph „Sonny“ Barger die Leitung des Clubs und organisierte eine Fusion weitere Clubs aus Kalifornien am 1. April 1957. Im kalifornischen Oakland wurden diese Clubs unter dem Label ‚Hells Angels‘ vereint. President des Clubs Barger war ein PR-Genie und nutze die Macht, die Ausstrahlung und den Hintergrund der Hells Angels für ein Ziel - auf den Motorrädern die Welt erobern. Der Geflügelte Totenschädel sollte dabei zum Markenzeichen, wie zur mächtigsten Waffe des Clubs werden, denn ihr Ruf ist bis heute legendär, berüchtigt und schüchtern mögliche Konkurrenten schon früh ein. Nur wenige haben sich heute gegen die Herrschaft der Angels erhoben und alle sind gescheitert. So konnten die Hells Angels unter Barger im Verlauf der 1960er Jahre nicht nur über die USA ausbreiten, sondern nach dem amerikanischen Kontinent auch andere Länder dieser Welt erobern. Sie spielten dabei ganz oben mit und waren präsent, vielleicht zu präsent, denn 1969 gerieten die Hells Angels in die Schlagzeilen, als sie bei einem Konzert der Rolling Stones, auf dem nordkalifornischen Altamont Speedway, dem Altamont Free Concert, als Ordner fungierten. Der 18-jährige Zuschauer Meredith Hunter wurde direkt vor der Bühne von einem Mitglied erstochen, nachdem er unter Drogeneinfluss eine Schusswaffe gezogen hatte und auf die Rolling Stones zielte. Das Gericht erkannte auf Notwehr und sprach den Ordner frei. Die Linie war aber klar, ihre Ziele und Aufträge wurden mit gnadenlosem Einsatz angegangen.

 

 

 

In Europa war es Martin „Tino“ Schippert, der die Hells Angels-in Europa hoch brachte. In der Schweiz erhielten Sie die Lizenz Ende 1970. Auch in Deutschland wurden Sie schon früh aktiv, so waren sie im norddeutschen Raum bereits in den 1960er Jahren anzutreffen. Am 16. März 1973 wurde die erste Gebietsvertretung in Deutschland in Hamburg gründete.
Bis heute wenden die Hells Angels bei ihrer Expansion dieselbe Taktik an. In dem Gebiet, auf dem sie alsbald agieren wollen, werden die ansässigen Rockerclubs ausgekundschaftet, gegeneinander ausgespielt und aufeinander gehetzt. Was übrig bleibt wird entweder ihrer stärksten Männer beraubt oder in den Club übernommen. So hat man den Boden für den eigenen Erfolg bereitet, bereits vorhandene Strukturen übernommen und den schnellsten bzw. leichtesten Weg für die Expansion eingeschlagen. In Deutschland geschah dies auch, wobei die wohl größte Übernahme im November 1999 über die Bühne ging. Zu diesem Zeitpunkt verhandelte man mit den Bones, die man zu einem Übertritt (patchover) bewog, wobei in der Öffentlichkeit feierlich Kutten übergeben und hinter den Kulissen die Macht auf die Hells Angels übergeben wird. Die Bones, der bis dahin bedeutendste deutsche Motorradclub, verschaffte den deutschen Engeln ein Monopol, das Sie bis heute halten. Gab es davor nur Charters (Untergruppierungen) in Hamburg, Stuttgart, Kiel und Berlin, entstanden in der Folgezeit viele weitere Charters. Der Aufstieg des Clubs war damit nicht mehr aufzuhalten und mittlerweile gibt es in Deutschland 41 Charter, wobei das Charter der Hells-Angels-Hannover weltweit als das größte angesehen wird.

 

 



Österreich kam 1975 ins Visier der Angels, dort wurde in Vorarlberg das erste Charter gegründet. In den Folgejahren folgten dann Wien, Kärnten, Tirol, Steiermark und die Nomads in Oberösterreich. Die grundlegenden Werte der Hells Angels: Ehrlichkeit – Zuverlässigkeit – Respekt – Freiheit, sind zwar erstrebenswerte Tugenden, doch werden Sie von den Members der Angels nur allzu oft gedehnt, verzerrt und oft gebrochen. International wird die Gruppe seit Jahrzehnten regelmäßig durch Behörden und Medien mit den unterschiedlichsten Straftaten in Verbindung gebracht. Es kam weltweit immer wieder zu Verurteilungen einzelner Mitglieder, unter anderem wegen Gewalt- und Drogendelikten, sowie Delikten gegen die sexuelle Selbstbestimmung und Schutzgelderpressungen. Dennoch sind diese Werte für den Erfolg des Clubs verantwortlich, denn genauso wie die Armeen dieser Welt sich diese Tugenden für die Ausbildung, den Kodex und die Lebensweise ihre Soldaten zu Nutze macht, sind Sie auch für die Hells Angels wichtig und garantieren den Erfolg. Man braucht Organisation, Aufteilung und Teamarbeit, was sich eigentlich nur durch diese Tugenden erreichen lässt - die Freiheit lassen wir dabei mal außen vor. Dennoch steht die Freiheit für die Abkehr von den gesellschaftlichen Maßstäben des Hells Angels, was Sie auch durch ihre kriminellen Machenschaften unter Beweis stellen.

Legende

Die Legende 

 

Die Höllenengel, Rocker, Kriminelle und große Rebellion gegen das Spießbürgertum. Auf dem Rücken ihrer Kutten prangen der "Deadhead", der geflügelte Totenkopf und der rot-weiße Schriftzug mit ihrem Namen. Sie sind Teil der Legende um die Rocker, welche im Jahr 1947, im Örtchen Hollister, einem kleinen Nest in Kalifornien, 5000 Einwohner, beginnt. Dort ist diese Lebenskultur das erste Mal der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Auf dem Cover des Liftstyle Magazin erschienen die ersten offiziellen Fotos der Rockerclubs. Sie nannten sich Biker "Outlaw Racer" und auf ihrer "Kutte" war ein Patch in Form einer Raute angebracht, in der "1%" stand.

 

 

 

Die Hells Angels entstanden in dieser Zeit und wurden Teil der Legende um die Rockerkultur, aus der Sie bis heute nicht wegzudenken sind. In der Clubgeschichte werden dieser ersten Members förmlich heroisiert, es waren Kriegsveteranen, darunter auch Flieger der 303. U.S.-amerikanischen F 17 Bomber-Staffel. Diese brachten auch das Logo und den Namen mit in den neu gegründeten Club, den Sie, wie vieles andere auch, aus ihrer Militärzeit mitbrachten. Der Film von Howard Hughes über die Hells Angels der Lüfte, machten Sie zum Paten einer ihrer Fliegerstaffeln - 366-BF-305 - und nicht nur der Schriftzug "Hells Angels" zierte die bombentragenden Flugzeuge, sondern auch ein geflügelten Totenkopf. Es stand für ihre Vergangenheit, ihren Ruf und ihre Leistungen im Krieg. Die genauen Gründe warum das Logo nun den Weg auf die Kutte fand ist nicht bekannt - oder wird gehütet von den verschwiegenen Mitgliedern der Hells Angels. Unüblich war es auf keinen Fall und es ist nur nachvollziehbar, wenn man die Flucht der Veteranen in ihre Militärzeit denkt, welche wohl durch nichts Besserem symbolisiert wird, als alte Wappen und Maskottchen.
Aus "brothers in arms" (Kriegskameraden) werden Brüder auf Rädern und Sie leben nach ihren eigenen Regeln. Ein Mann, der diese Freiheit und die Regeln für sich entdeckte war der junge Lagerarbeiter Sonny Barger aus Oakland. Eine Besonderheit für sich war, dass der junge Mann, der 1955 seine Geburtsurkunde gefälscht hatte um in die US Army eintreten zu können, überhaupt von den Veteranen aufgenommen wurde. Trotzdem schaffe er es nicht nur sich diese Lebensform des Rockers zu eigen zu machen, sondern auch mit seinem Motorradklub „The Oakland Panthers“, eine neue Epoche unter den Rockern zu beginnen. Er vereinigte die konkurrierenden Clubs unter dem Banner der Hells Angels. Er gehört nicht nur zur Legende, hat Anteil an historischen Momenten der Vereinsgeschichte, sondern er ist die Legende der Hells Angels. Sein Motto, die Welt unter den Rädern der Hells Angels bestimmte die Linie des Clubs. Noch heute wird der 1982 an Kehlkopfkrebs erkrankte der starke Raucher, der seinen Kehlkopf beim Kampf gegen den Krebs verloren hatte und über ein Loch am Hals sprechen muss, von den Members verehrt wie ein Gott. Er hat einen Stammplatz in jedem Club der Hells Angels.

 

 

 

Die Hells Angels erlangen in den 70er und 80er Jahren quasi Kultstatus, indem Sie im dokumentarischen Musikfilm Gimme Shelter eine tragische Rolle spielen. Als Ordner bei einem Rockkonzert der Rolling Stones auf dem kalifornischen Altamont Speedway (Altamont Free Concert), wurde der 18-jährige Meredith Hunter von einem Hells Angel erstochen wurde, nachdem er mit einer gezogenen Schusswaffe in Richtung der Bühne zielte. Einen weiteren Auftritt in der Hollywood Geschichte erhielten die Hells Angels im Film "Hells Angels on Wheels" von 1967 mit Jack Nicholson. Die Hells Angles selbst, Sonny Barger an der Spitze des Motorradgeschwaders, fahren dort als Rocker über die Straße. Eine Rolle, die Sie im selben Jahr in "The wild Angels"Nancy mit Sinatra und Peter Fonda wiederholten. Bei "Easy Rider" waren Sie nicht mit von der Partie, doch wären die zwei motorisierte Hippies auf Egotrip, wohl nicht nach dem Geschmack und Auffassung der Bruderschaft gewesen.

 


(USAAF B-17 "Hells Angels" (303d Bombardment Group) RAF Molesworth, 1943)

 

Ihr Ruf klingt in diesen Jahren in den Songs von Eric Burdon, Donovan, Greatful Dead, Canned Heat und Janis Joplin nach. Sie sind Teil der Popkultur geworden, wenn man das so sagen darf, doch darf man nicht den Plan dahinter vergessen, denn bis heute sind die Hells Angels auf Macht und Vorherrschaft aus.
In Deutschland fiel diese Einstellung besonders in Problemviertel auf fruchtbaren Boden. Dabei waren die "Halbstarken" in Hamburg Horn, Barmbek und Harburg die passendste Klientel für die Rocker aus Übersee. Die Bloody Devils, die einen ähnlich populären Weg ginge, unter anderem 1972 in die deutschen Kinos mit dem Film "Die Rocker", wurden Ansprechpartner für die Hells Angels und bereits 1972 gründet sich das erste Charter in Hamburg. Die stärksten Clubs, nach dem Vorbild der Hells Angels, zogen die Rocker oder besser schon Organisation aus den USA an. Die nächsten auf der Liste waren die Kopenhagener Rockergruppe "Galloping Gooses", die sich durch ihr brutales Auftreten empfohlen. So ging es weiter, vorsichtig und strategisch, eroberten die Hells Angels Europa.
Man nahm sich was man wollte, setze dazu brutale Gewalt an und der Legende haftete fortan eine gewaltsame Seite an, denn bekam man nicht was man wollte, wie in einer Disco in Sylt 1980, wo der Besitzer daraufhin umgebracht wurde, konnte der Gegenüber mit keiner Gnade rechnen. In Deutschland gingen die Hamburger mit diesen Recht des Stärkeren besonders ausgiebig um. Der Verbot der Hells Angels als Verein in Hamburg war da unvermeidlich, doch gerade wegen dieses Rufes ist die alte Gruppe der Hamburger heute über andere Bundesländer und Charter zerstreut und trägt diese Clubpolitik weiter. Das rechtmäßige Verbots, 2001 von Otto Schily angestrebt, auf alle Hells Angel Charters scheiterte.

 


Sonny Barger in seinen frühen Jahren als Rocker bzw. Motorradclub Mitglied



Nach den Kriegen in Skandinavien und auch in Brandenburg/Berlin, sind die Hells Angels zu einer anderen Clubpolitik übergegangen. Alles fürs Geschäft und das läuft im Hintergrund nun mal viel besser. Man übernimmt nun einfach die Clubs bzw. geht mit ihnen Verträge ein und kann damit sehr viel mehr Profit herausholen. So betreiben die Angels unter dem Deckmantel einer rühmlichen Rockerlegende hunderte Puffs und Bars, dahinter ein florierendes Drogengeschäft und Schutzgeldimperium. Kommt ein Hells Angels Member bzw. mehrere in Deutschland vor Gericht, so lautet der Vorwurf meist: Bildung einer bewaffneten Gruppe, räuberische Erpressung, Diebstahl.
Oft behaupten die Angeklagten im Gespräch und Interviews: "Rocker kämpfen um Ehre," - "Sie sind bereit, für ihren Club zu sterben." Ihre Kutten sind Ihnen heilig und der Patch ihr Leben. Dennoch steht das Geschäft im Vordergrund und nicht der Beschützerinstinkt für die eigene Legende. Fusionen von Rockerclubs prägen heute das Bild und der deadhead als Markenzeichen für einen der größten, gewalttätigsten und wohl immer noch legendärsten Club der Welt.

Armee

Die Armee 

 

Der Mann macht das Patch - Nicht das Patch den Mann

 

Die Hells Angels sind eine Armee, zwar nicht im eigentlichen Sinne, aber aus organisatorischer und hierarchischer Sicht schon. Der Club nutzt dabei ein System von Patches, das ähnlich den militärischen Medaillen und Ehrenzeichen der Armee aufgebaut ist. Der Hintergrund dabei ist simpel, der Gegenüber erkennt sofort die Stellung des Members und seine Verdienste, so weiß er von vornherein wie er sich verhalten muss. Außerdem impliziert ein System aus Orden und Ehrenzeichen eine gewisse Motivation, die gerade in einer Männerdomäne ein Streben nach Leistungen und Respekt auslöst.

 


 
 
1. President
Leitung des Charter
2. Vice-President
Stellvertreter des President
3. Secretary
Verwaltung
4. Sergeant at Arms
zuständig für die Disziplin im Club
5. Treasurer
Schatzmeister
6. Road Captain
Organisation der Motorradkonvois
7. Member
(Legacy)
Mitglied
(Sohn eines Mitglieds = Sonderstatus)
8. Prospect
Anwärter auf den Memberstatus
9. Hangaround
Anwärter auf den Prospectstatus
10. Supporter
Unterstützung des jeweiligen oder
weltweiten Charter,
kein Mitglied

 

Die Kutte wird zur Uniform und die Patches zu den Auszeichnungen des Dienstes in der Bruderschaft. Obwohl die spezifische Bedeutung der einzelnen Patches nicht der Öffentlichkeit bekannt ist, weiß man, dass solche für spezifische Aufgaben, bedeutende Aktionen oder für die Überzeugungen eines Members stehen. Dazu kommt die klare Hierarchisierung, die absichtlich derer einer Armee ähnelt, um die Disziplin aufrecht zu erhalten und Aufgaben effektiv zu lösen. Im Mittelpunkt steht aber das Barger Patch, nach dem Mann benannt, der es eingeführt hat. Es wurde auf dem Rücken getragen und größer als die ursprünglichen Patch, entstammt der Entstehungszeit der Hells Angels und soll weithin sichtbar die Clubzugehörigkeit anzeigen. Die offiziellen Farben der Hells Angels waren dabei besonders wichtig, alle Patches sind in diesen Farben gestaltet. Die Farben Rot und Weiß standen für den Patriotismus der amerikanischen Member und so auch der Clubphilosophie. Die älteren Member sträubten sich damals gegen das größere Logo und die Veränderung, doch mit wachsenden Mitgliederzahlen setze sich das Patch durch. Getragen werden darf es nur auf Leder oder Jeansjacken. Vor allem die Kutten, auf denen die Patches getragen werden, müssen beste Qualität sein, dürfen nicht schlampig sitzen und auf keinen Fall dreckig daherkommen. Die Kutte als Uniformjacke, welche im Schnitt zwischen 500 und 800 Euro kostet. Natürlich gibt es solche Kutten und vor allem die Aufnäher nicht an jeder Ecke, als Clubsymbole dürfen nur von Clubmembern getragen werden. Wird eine Person mit den Symbolen des Clubs angetroffen, sprich Kutte oder T-Shirt mit den Symbolen und Abzeichen, drohen Folgen. Die Symbole werden eingezogen und schlimmstenfalls das Tragen mit Gewalt bestraft. Bei den Kämpfen zwischen den Clubs wird häufig auch diese Kutte das Ziel der Angriffe. Es entbrennt quasi ein Kampf um die Kutten, in Schlägereien werden gegenseitig die "Patches" von den Kutten gerissen und auch die Kutten gestohlen.

 

 

 

Das Design des offiziellen Hells Angels Logos, des "Deadhead" - "Geflügelter Totenkopf" stammt von Frank Sadilek, dem ehemaligen Präsident des San Francisco Charters. Die Farben und die Form der frühen Jacke Emblem (vor 1953) waren die kopierten Insignien der 85. Fighter Squadron und der 552. Mittlere Bomber Squadron. Die Farben Rot und Weiß werden auch für die wichtigsten Patches verwendet, so auch für das Patch mit der Zahl 81, dass in einigen Varianten auf den Kutten zu finden ist: "Support 81, Route 81". Die Zahlen 8 und 1 stehen für die jeweiligen Positionen im Alphabet von H und A, den Anfangsbuchstaben des Clubnamens. Diese werden von Freunden und Förderern des Vereins verwendet werden, da nur Vollmitglieder alle Hells Angels Abzeichen tragen dürfen. Ein sehr verbreiteter Patch ist auch auf vielen Kutten der Hells Angels (und anderen Motorradclubs) zu finden - der rautenförmige 1% Patch. Bei den Hells Angels wird dieser "1%" Patch in roter Farbe auf weißem Hintergrund, mit wiederrum roter Umrandung verwendet. Er ist eine Antwort auf die Aussagen der amerikanischen Motorradfahrer Association (AMA) zum Hollister Vorfall (einer legendären Schlägerei). Es wurde gesagt, dass 99% der Motorradfahrer gesetzestreue Bürger seien, die den Verordnung und gesellschaftliche Vorgaben folgen. Die letzten 1% wären vogelfrei oder im englischen sogenannte "Outlaws". Aufzeichnungen zu dieser Geschichte oder zu den Aussagen der AMA gibt es zwar nicht, doch das Patch steht für den Charakter der Hells Angels und anderer ähnlich gearteter Clubs. Die meisten Mitglieder tragen dazu einen rechteckigen Patch (in den Clubfarben), mit dem Namen des jeweiligen Charters, dem er angehört, genauso wie einen anderen gleichen Patch, der seine Funktion angibt (President , Vice President , Secretary , Treasurer und Sergeant at Arms) - über den Club Charter Patch. Dazu gibt es einen weiteren im selben Design, der "Hells Angels" lautet. Einige (meist langjähriger) Mitglieder tragen einen Patch mit den Initialen " AFFA ". Diese Abkürzung bedeutet: "Angels Forever, Forever Angels" (sobald ein Mitglied immer ein Mitglied).

 

 

 

Über weitere Patches und ihre Bedeutung kann man nur spekulieren, doch sollen sie hier nicht unerwähnt bleiben. Das Buch Gangs (Tony Thompson) hat versucht sich der Thematik zu nähern und beschreibt einen Patch mit der Symbolik zweier im Nazi-Stil gehaltenen SS Blitze unter den Worten "Filthy Few. Der Träger soll es erhalten haben, nachdem er sich von einem Anschlag erholte. Wahrscheinlich also ein Verwundetenabzeichen des Clubs. Andere Quellen behaupten, es handelt sich um einen Patch, der solchen Members zugesprochen wird, die einen Mord im Namen des Vereins begangen bzw. sich dafür bereit erklärt haben. Ein andere Patch, ähnlich dem "Filthy Few" Patch, ist der "Dequiallo" Patch. Dieser Patch hat die Bedeutung, dass der Träger sich gegen eine Verhaftung gewährt hat bzw. aktiv gegen Strafverfolgungsbehörden vorgegangen ist. Wo beide Patches an der Jacke getragen werden, ist nicht festgelegt. Der Polizei Kopf Patch bedeutet, dass der Träger aus diesem Charter einen Polizist angegriffen hat (Aussehen nicht genau beschrieben). Zu nennen sind außerdem, die für jeden Member bezeichnenden Streifen auf der Weste, die Anzahl der Streifen steht für den Umsatz und Verdienst beim Drogenverkauf (Aussehen und Platzierung auf der Weste unbekannt). Die verschieden aussehenden geflügelten Totenköpfe in Gold an den Brustteilen der Weste, stehen für die Verdienste um den Club. Umso mehr Totenköpfe, umso größer die Leistungen des Trägers für Hells Angels: Expansion, Geschäft und Einfluss.

 

 

 

Ihre Symbole, Abzeichen und Logos schützt der Club aufwendig. So wurde im März 2007 Walt Disney Motion Pictures Group verklagt, weil der Film aus ihrer Produktion "Wild Hogs" Namen, unverwechselbaren Logo und Abzeichen der Hells Angels ohne Erlaubnis verwendet hat. Die Klage wurde abgeschmettert, zeigt aber die Wichtigkeit dieser für Außenstehende nicht wichtig erscheinenden Belangen. Auch Textilmarken wurden schon verklagt, denn das Logo des Clubs muss hart verdient werden und darf nicht käuflich erworben werden. Bekommt ein Member das Logo, muss er es vom Club kaufen und es bleibt auch weiterhin im Besitz des Clubs - es wurde nur verliehen. Die Kutte müssen die Member mit ihrem Leben beschützen und ein Verlust ist gleichbedeutend mit einem Ehrverlust für den Träger.

 

 

 

Die Disziplin wurde auch durch Geldstrafen hochgehalten, so wurde eine von Geldstrafe von zwei Dollar erhoben, wenn jemand ohne Angabe gewichtiger Gründe einem Meeting fernbliebt. Damals viel Geld, heute nach über 60 Jahren schwankt die Strafe zwischen fünfzig und hundert Dollar. Vor allem wegen der Disziplin wurden Mädchen bei Meetings nicht zugelassen, es sei denn, dass dazu eine spezielle Veranlassung besteht. Zwischen Clubmitgliedern sind Schlägereien bis heute verboten. Die Schläger werden hart bestraft, damals mit fünf Dollar je Schläger und wohl auch mit anderen Sanktionen. Zu einer Tradition gehören bis heute die Runs, nicht nur in Kalifornien. Dabei geht es um gemeinsame Motorradfahrten ins Land hinaus, wo man innerhalb festgelegter Bereiche Schusswaffen abfeuern darf. Zu einer Regel von Sonny Barger gehört es, dass bei diesen Runs Schusswaffen nur zwischen 6.00 und 16.00 Uhr abgefeuert werden dürfen. Außerdem sollte bei den Runs keine Patronen, Cola- und Bierdosen ins Feuer geworfen worden, dadurch entsteht keine nicht zu kontrollierende Gefahr für die Mitglieder und Besuchern der Runs.

 


 
Patch
Beschreibung
1% steht für Onepercenter
13 steht für M für Motorrad, aber auch Marihuana
74 steht für die Kubik Größe (inches) einer Harley Davidson
84 steht für die Kubik Größe (inches) eines Shovelhead- oder eines Evolution-Motors
666 auf Patches weit verbreitet, keine spezielle Bedeutung
81’s steht für H A im Alphabet (Hells Angels)
LXIX steht für das Gründungsjahr des Clubs 1969
1 6 6 1 steht für A F F A.
A F F A steht für “Angels Forever. Forever Angels“
ANGEL steht für Hells Angel Full-members.
BIG HOUSE CREW steht für einen Hells Angels, der im Gefängnis war
BIG RED MACHINE Bezeichnung für Supporter der Hells Angels
H A's Hells Angels.
L & R Love and Respect
RED AND WHITE weitere Bezeichnung für Hells Angels
A.C.A.B. steht für „All Cops Are Bastards“
B.A.B. steht für „Born Again Biker“, jemand, der nach einer Pause wieder Motorrad fährt
DFFL steht „Dope Forever, Forever Loaded“ ( ‚Drogen für immer, für immer drauf‘)
FTW steht für „Fuck the World“
EFIF steht für "Einmal Freeway – Immer Freeway"
GBNF steht für „gone, but not forgotten“
( ‚gestorben, aber nicht vergessen‘) – als Erinnerung an verstorbene Mitglieder
MC steht als Abkürzung für „Motorcycle club“
SFFH steht für „Stoned Forever, Forever Happy“
Your brother ain’t always right, but he’s always your brother steht für (‚Dein Bruder hat nicht immer Recht aber er ist und bleibt dein Bruder)‘
verweist auf die Kameradschaft innerhalb der Rockerszene
86 steht für „Heroin forbidden“, von Sonny Barger eingeführtes Credo, das den Mitgliedern Heroinkonsum verbietet
Dequiallo steht für Vollmitglieder, die einen Polizisten verprügelt haben
Filthy Few steht für (‚die Wenigen dreckigen‘), Patch mit zwei Siegrunen, verweist auf die Tötung eines Menschen
Dead Head (gold/klein) (gold/klein) steht für die Verdienste des Mitglieds für das Charter, Anzahl gibt die Verdienste an
Dead Head (Groß/Farben) steht auf dem Rücken für die Vollmitgliedschaft
Totenkopf mit Zahl steht für die Jahre, die man im Club ist (an der linken Seite oben getragen) mit der Zahl zwischen den Flügeln des Totenkopfes und dem Schriftzug Years darüber Ehefrau oder Freundin
Old Lady steht für die Ehefrau oder Freundin
Patch Over steht für die Übernahme eines ganzen Clubs in die Reihen der Hells Angels, dabei werden die Clubpatches gegen die Patches der Hells Angels getauscht und die Mitglieder des anderen Clubs als Vollmitglieder übernommen
Colors / Farben steht für den Club-Patch
Flash steht für die Spezial-Patches

 

Auch wollte Barger durch seine Regeln, die Trinkgewohnheiten der Rocker im Zaum halten. So dürfen die Spirituosen des Clubs nicht mit Rauschmitteln gemischt werden. Vor allem nicht von anderen Members um die andere Mitglieder zu berauschen. Disziplin darf auch bei den Festen nicht abhandenkommen. Bei den Meetings in Oakland darf bis heute noch nicht einmal geraucht werden. Sonny Barger wollte einen Club, der nach außen und innen gefestigt ist, dazu war Disziplin in allen Bereichen des Lebens wichtig. Hand in Hand geht dabei auch der Umgang mit Frauen, so durften keine Techtelmechtel mit den Frauen anderer Mitglieder angefangen werden. Eine Ehefrau, Freundin oder Lebensgefährtin sind für die anderen unantastbar. Die Strafen werden mit Ausschluss bestraft und würden ohne Maßregelung den Zusammenhalt der Gruppe stark gefährden. Bargers Motto: "Abermillionen Frauen auf der Welt, die paar tausend Frauen von Hells Angels sind nun einmal tabu."

 


Ein spezielles Abzeichen der Hells Angels, dass nur verdiente Mitglieder tragen dürfen bzw. solche Full-Members, die schon eine gewisse Zeit im Club sind. Eingetragen ist in diesem Patch bzw. Abzeichen, die Zahl der Jahre, die das Mitglied schon Hells Angel ist!

 

Ein wichtiges Kriterium für die Armee, ist nach der eindeutig geklärten Befehlsgewalt auch die Ausbildung und Aufnahme. Die Aufnahme ist dabei gleichzeitig die Ausbildung der Member, denn wurde man in den ersten Jahren ziemlich schnell Member, mit der Einschränkung ein Veteran zu sein, wurde diese Statuten beim erhöhten Andrang auf den Club schon frühzeitig geändert. Man erschwerte die Aufnahmebedingungen für zukünftiger Mitglieder, zum Einen um die Umwelt wirksam auszuschließen und zum Anderen um nur die besten und vor allem loyalsten für ihre Reihen zu rekrutieren. Die Auswahlverfahren waren militärisch angelegt und sind in Teilen mit den alten Aufnahmebedingungen in Ritterorden zu vergleichen. Unbedingte Treue und die lebenslange Mitgliedschaft - ohne Ausnahmen - sind die Grundprinzipien. Vom Warten auf eine mögliche Aufnahme, was Jahre dauern konnte, wurde man bestenfalls zum Anwärter und musste viele niedrige Aufgaben machen. Eine Aufnahme war dennoch nicht garantiert. Diese Zeit wurde nicht nur zum genauen Kennenlernen und Prüfen des Anwärters genutzt, sondern er wurde auch auf die Bruderschaft geprägt, lernte schnell die Hierarchien kennen und vor allem die Umgangsformen im Club.

 

 

 

Die vollständigen Anforderungen an einen Hells Angel sind folgenden: Der Bewerber muss männlich sein, einen gültigen Führerschein besitzen, darf in keinem anderen Motorrad Club Mitglied sein, keine pädophiler Taten begangen haben, kein Polizist oder Gefängniswärter sein. Nach einem, langen schrittweisen Prozess, wird das mögliche neue Mitglied zu einem "Hang-Around" bzw. wird zu Club-Events und Treffen eingeladen. War er als Hang-Around (Mitläufer) erfolgreich, kann er den Status eines "Associate" bekommen, der in der Regel ein oder zwei Jahre bekleidet wird. Nach dieser Phase der Aufnahme kann der Status "Prospect" (Anwärter) folgen, damit hat er das Recht an einigen Club-Aktivitäten teilzunehmen, aber noch kein Stimmrecht auszuüben. Seine Eignung zum Vollmitglied wird da besonders unter die Lupe genommen. Bei der Anwartschaft gehen die meisten Rocker durch die Hölle, 20 Stunden wach und immer auf Abruf, dazu noch mit Aufträgen, die alles abfordern. Die Angels sondern ihre Soldaten so aus, die Selektion der Stärksten, macht aus den Rockern eine Elitetruppe, die zu allem bereit ist. Mit solchen Angels an seiner Seite, hat man eine solide Basis von Full Member, die den Konzern HAMC genauso wie die Armee der Hells Angels lenken und anführen können.

 


Tattoos sind sehr wichtig für die Clubmitglieder, symbolisieren Sie doch die lebenslange Mitgliedschaft und "Verkörperung" des Clubs, seiner Philosophie und der Auszeichnungen, die man duch den Club in Form des Patches und Flashs erhält.

 

Diese letzte Phase der Aufnahme hat im besten Falle die endgültige Aufnahme als "Full Member" zur Folge. Erst jetzt darf der Anwärter den " Full-Patch" tragen. Damit ist das komplette vierköpfige Wappen, darunter das "Death's Head"-Logo, zwei Teile (oben Rocker: "Hells Angels", unten Rocker: Staat oder Territorium) und der rechteckige 'MC' Patch unter dem Flügel des Death's Head gemeint. Den Prospects ist nur gestattet den unteren Teil des Patches mit dem Schriftzug des Staates oder Territoriums, zusammen mit dem rechteckigen "MC"-Patch zu tragen. Um ein ordentliches Mitglied des Clubs zu werden, muss das Prospect von allen Mitgliedern des Klubs einstimmig gewählt werden bzw. mehr als nur einfache Mehrheit der Stimmen auf sich vereinen können. Bei einigen Charters kann man mit einer Gegenstimme abgelehnt werden, bei anderen (größeren) Charters reicht die Mehrheit. Eine Neinstimme muss bis heute erläutert werden. Wenn es den anderen nicht gelingt, den Ablehnenden umzustimmen, ist die Aufnahme abgelehnt. Heute dauert es mindestens ein Jahr, und es kann bis zu vier Jahren dauern, bis die Aufnahme durch Abstimmung erfolgt. Der Anwärter reist in der Regel zu jedem Charter des Trägerunternehmens bzw. zu den Vertretungen nach geographischer Zuständigkeit (Staat / Provinz / Territorium) und stellt sich vor. Dieser Prozess ermöglicht es jedem stimmberechtigtem Mitglied den Anwärter kennenzulernen. Der Anwärter muss bei der Aufnahme in formeller Art und Weise, seine Treue zum Club und seinen Mitgliedern beteuern. Das endgültige Logo-Patch bzw. das vollständige Logo wird dann in einer Zeremonie verliehen, die auch als Weihe des neuen Bruder fungiert. Dieser Schritt zur Erlangung der vollen Mitgliedschaft kann auch als "gepatcht" bezeichnet werden. Selbst nachdem ein Mitglied gepatcht worden ist, bleibt das Patch selbst Eigentum des HAMC und nicht des Mitglieds. Beim Verlassen der Hells Angels oder beim Rauswurf, muss es an den Club zurückgegeben werden. Es gab damals eine Aufnahmegebühr in Höhe von 15 Dollar für jedes neue Mitglied. Alle neuen Mitglieder müssen ihr eigenes Motorrad besitzen, aber eine Harley muss es nicht sein, dennoch gehört die Harley zu den unumstößlichen Statussymbolen. Vollmitglied können dazu nur Männer werden, Frauen wird in fast allen Charters die Mitgliedschaft verwehrt.

 


Der "Dequiallo" Patch. als Auszeichnung, sich gegen eine Verhaftung gewährt zu haben bzw. aktiv gegen Strafverfolgungsbehörden vorgegangen zu sein

 

Fast man alles die Strukturen noch einmal zusammen und bringt das System Hells Angels auf einen Nenner, dann hat man ein beeindruckendes Beispiel für beispielhafte Organisation. Dabei hat man sich immer den Gegebenheiten und den Situationen angepasst. Als man merkte mit den Vollmitgliedern lässt sich nicht alles regeln, organisieren und kontrollieren, ging man zu einer Expansion der Organisation über. Die Vollmitglieder agieren dabei als eine Art Offizierskorps und schuf mit den Anwärtern so etwas wie Offiziersanwärter. Diese müssen sich zu Anwesenheitsappellen melden und nehmen dann Aufträge an. Sie arbeiten direkt mit den Hells Angel Vollmitgliedern zusammen und sind meist der einzige Kontakt zu den Supportern.

 


Hochrangiger Hells Angels (erkennbar an den vielen Patches) und andere Clubmitglieder (als Bodyguards)

 

Die Supporter wurden zur eigentlichen Armee und stellten die Soldaten. So kommen heute auf ca. 4000 bis 6500 Vollmitgliedern weltweit, mindestens das Zehnfache an Supportern. Ein Beispiel ist die Brigade 81, ein Supporter-Club der Hells Angels, sie nennen sich auch »Truppe 81«, wobei die »81« für Hells Angels steht. Die Supporter haben die 81 als Äquvalent zum Deadhead übernommen, der nur den Vollmitgliedern zusteht. So hat man auch bei den Abzeichen neue Ränge geschaffen. Die Supporter tragen nur selten Kutten, meist sind es T-shirts oder Jacken. Diese Personen agieren als Dienstleister für die Hells Angels und sind meist auch im Milieu tätig. Einige dieser Supporter sind reine Arbeitstiere und erledigen die Routine auf der Straße, kontrollierten von Anwärtern oder Vollmitgliedern. Andere Supporter sind als Kampfbrigaden für den Club tätig, erledigen Gewalttaten, weil Sie von der Polizei nicht direkt als Hells Angels wahrgenommen werden. Sie alle sind integriert in den Club und Ihnen wird immer suggeriert, mit genug Engagement kannst du aufsteigen und Offizier werden. Solche Einsatzkommandos der Hells Angels können auch befreundete/untergeordnete Clubs sein. Sie sperren Straßen ab, haben besondere Aufträge zu erledigen, betreiben Aufklärung und sind eine Art Miliz für die Hells Angels. Diese Truppen agieren ausschließlich im Umfeld der Hells Angels und nur sehr selten direkt mit Ihnen. Sie schotten das Umfeld und vor allem die Hauptquartiere ab, welche, überwacht und weiträumig durch Bewacherkreise geschützt sind! In den Hauptquartieren, sprich den Clubs haben immer Angels Dienst, sie sind bewaffnet, halten Stellung und verhindert eine Besetzung des Gebäudes bzw. tragen Sorge, dass Polizisten bei Durchsuchungen nichts finden!

 


Deadheads, die für Verdienste um den Club verliehen werden

 

Die Bars, in denen sich Angels treffen, sind nicht nur einfach Bars. Es sind Treff- und Sammelpunkte der Angels, um Aktionen zu koordinieren. Sie treten dabei meist in großen Gruppen auf die Bars werden manchmal von Angels geführt, sind aber meist in der Hand von anderen untergeordneten Clubs bzw. kontrollierten Dritten/Supportern. Ganz oben sitzen die chiefs, dies sind im Vergleich zu den anderen Vollmitgliedern die Generäle, oftmals von einem eigenen Stab umgeben. In diesem Stab sitzen Angels für die Öffentlichkeitsarbeit und Marketing. Umgeben sind die höchsten Clubmitgliedern nur von Vollmitgliedern. Die chiefs wählen auch Oberhäupter für die verschiedenen Länder. Gewählt für der chief, der die meiste Macht, Einfluss und dadurch Stimmen auf sich vereinen kann. Ob es einen Europapräsidenten gibt ist unklar, aber sehr wahrscheinlich, dass es ein übergeordnetes Gremium für die Organisation in Europa gibt. Diese Annahme lässt sich aus den internen Organisationsformen Anfang ab 2000 erkennen. So wurde eine Kommission, als unabhängiger Ausschuss, für interne Auseinandersetzungen gebildet. Es werden dort alle Parteien anhört, das Geschehene objektiv auswertet und gegebenenfalls Strafen verhängt. Solche Gremien werden meist nur von chiefs bzw. von Vollmitgliedern aus dem Stab des chiefs gebildet, sind also als richterliche Kompetenzstrukturen zu verstehen. Solche Institutionen innerhalb einer solch hierarchischen Struktur lassen erkennen, dass die Hierarchie sich auf einen Punkt konzentriert, der durch wenige Vollmitglieder an der Spitze gebildet wird.

 


Sogenannter chief bzw. President der Hells Angels in Deutschland
hochdekoriert im Club (siehe Deadheads und Funktionpatches)

 

So ist ersichtlich, dass manche chiefs eine Sonderrolle bei Verträgen, Schlichtungen und Verhandlungen einnehmen. Es sind dabei immer dieselben, die meist auch für die Hells Angels über das Charter hinaus sprechen. Zu erkennen sind diese Leute fasst nie an den Patches, auffällig ist nur, dass sie meist Präsident/chief sind und viele goldene deadheads auf ihren Kutten haben. Auch bekleiden Sie mehrere Positionen gleichzeitig, die auf ihren Kutten angezeigt sind. Es könnte also sein, dass die Patches für Stellung und Rang in einem Charter, in bestimmter Kombination, einen weiteren Rang nach oben bilden! Doch bleibt dies alles im Dunklen, weil bis in diese Kreise noch kein verdeckter Ermittler vordringen konnte.

 

 

 

Die Organisation war nicht immer an die illegalen Machenschaft des Clubs angelehnt. Der Drogenhandel wurde vor allem aus Geldnot angefangen und weil es in Kalifornien in den 70er und 80er Jahren nun mal die einfachste, aber illegale Möglichkeit war, Geld zu verdienen. Man brauchte Anwälte für Kameraden und Geld für Motorräder, die Hippies waren da ein willkommene Kundenbasis. Doch die Hippies waren nicht gerade Patrioten, die Hells Angels waren hingegen ausgesprochen Pflichtbewusst - sie waren für den Vietnamkrieg. Viele der Mitglieder der Hells Angels waren im Vietnamkrieg. Sie verprügelten Studenten und lösten gewalttätig Demonstrationen auf.
Die Organisation wurde dann immer mehr der Durchsetzung der eigenen Ziele angepasst. Die Hells Angels und deren größter Konkurrent Bandidos sind fast identisch organisiert. Beide gliedern sich in Chapters, Ortsgruppen. Ihnen steht jeweils ein Präsident vor. In der Hierarchie folgen der Roadcaptain (Tourenplaner), Secretary (Sekretär) und der Sergeant at Arms (Waffenmeister). Mehr als 300 Ortsgruppen (Charters) mit insgesamt 6000 Mitgliedern (in Berlin und Brandenburg sind es rund 1000) sind die Grundlage für die Hells Angels in Deutschland. Um die Disziplin und den Gehorsam nicht zu verlieren, darf diese Organisationsstrukturen nicht durchbrochen werden. Nach außen Bier, Bikes und Busen - nach innen Geld mit Drogen, Menschen- und Waffenhandel, Glücksspiel und Schutzgelderpressung. Sollten Member wirklich mal die Clubregeln brechen und zu Aussteigern werden, so wird schon mal das eintätowierte Club-Logo mit der Schleifmaschine entfernt. Niemand verlässt den Club! Es gibt natürlich auch Ausnahmen, eine ehrenhafte Entlassung sozusagen, dann wird dem Member »LEFT« und das Datum des Ausstiegs auf die rechte Hand tätowiert. Er zwar darf seine Club-Tattoos behalten und an öffentlichen Partys teilnehmen, doch er muss die Uniform/ Kutte und alle Auszeichnungen ablegen bzw. darf sie nie wieder tragen. Aus dem Club geworfen zu werfen wird dagegen, wie schon oben geschildert, weit härte bestraft. Die unehrenhafte Entlassung wird mit der Tätowierung »OUT« an selber Stelle angezeigt. Er muss seine Tattoos entfernen. Dieses Prozedere heißt »Out in bad Standing« bzw. dass der Member dem Club geschadet hat. Nach dem Entfernen seiner Tattoos ist er vogelfrei bzw. wird nicht mehr durch den Club geschützt. Auch die Clubmitglieder, sonst den strengen Regeln untereinander unterworfen, dürfen die Person auf ihre Weise bestrafen.

 

Über allem liegt die Omertà (Schweigen) – die Mafia-Pflicht, innere Angelegenheiten nicht nach außen zu tragen.

"Kriege"

Rockerkriege 

 

Das SEK mit Maschinenpistolen bewachen Motorrad Korsos und können nicht schlichten, sondern nur versuchen Zivilisten zu schützen. Die Hells Angels sind Outlaws und präsentieren diesen Stil auch vor Polizisten, gerade wenn diese vor ihren Clubheimen auftauchen. In diesen vermuten die Polizisten oftmals Waffen, Drogen und „Kriegsgerät“. Denn wie schon in Skandinavien gesehen, schrecken die Hells Angels nicht vor schweren Waffen zurück - Sprengstoff, Granaten und sogar Raketenwerfer. Woher diese Waffen ist nicht bekannt, doch stehen solche Waffen für die verzweigten Beziehungen zur Unterwelt. Die Harley ist nur noch Image und Äußeres wie es scheint, und wird zwar bei den großen Festen und Eröffnungen des Motorradclubs stolz präsentiert, sind aber schon lange nicht mehr das Arbeitsgerät ihrer Wahl bei der Darstellung ihrer Macht.

 


(Frank Hanebuth Präsident des Charters in Hannover)

 

Waffenstillstand wird geschlossen, wenn das Geschäft gefährdet ist und neben der Mainstream Linie des Clubs, die vor allem auf Merchandising (Bier, Zigaretten, Kleidung und auch starke Spirituosen) und Motorradveranstaltung aufbaut, noch eine zweite Welt existiert. Schaut man sich nur die Bilder und Filme zu den Hells Angels an, so erkennt man die Machowelt, in der Gewalt nun mal eine unumstößliche Rolle spielt. In Dokumentation wird der Titel - Verherrlicht und Verharmlost - gern verwendet und es trifft durchaus zu. Es ist eine Armee von Rockern, mit starker Hierarchie und sogar extra Sprechern für die Öffentlichkeit. Der Ehrenkodex spielt dabei eine wichtige Rolle, fürs Geschäft der Hells Angels und im negativen Sinne für die Ermittlungen der Polizei.
Eine internationale Bruderschaft, die den Mythos für sich nutzt. Dieser Fakt hat schon so machen Journalisten zu Sympathisanten der Angels werden lassen, angezogen von der Faszination dieser Männerdomäne. Dieser Ehrenkodex macht es schwer bis in die höchsten Ebenen vorzudringen, denn die verdeckten Ermittler haben es bisher nie geschafft die Hells Angels Größen auffliegen zu lassen. In den höchsten Kreisen ist man durch eine innige und abhängige Bruderschaft verbunden, in diesem Kreis vorzudringen dauert entweder Jahre oder wird vorher entdeckt. Auch nutzen die Hells Angels ihren Mythos immer wieder geschickt um Fürsprecher zu gewinnen. Mal die Symbolisierung der Männlichkeit, dann die Stigmatisierung durch die Polizei und zum anderen als Anlaufpunkt für Menschen, die sich vom System abgelehnt fühlen. Heute findet man viele ehemalige Neonazis in der Kutte der Hells Angels, welche vor allem die Bruderschaft, das militärische und eine weit verzweigte Organisation suchen. Eine politische Richtung wird aus der Sicht der Hells Angels nie eine Rolle spielen, wie der Soldat auch sind die Hells Angels unpolitisch. Sie wollen ihre Aufgabe, den Willen des Klubs erfüllen bzw. ihre Bruderschaft schützen. Popularität hat bisher immer geschadet und darum wird auch in Zukunft die Expansion eher im Dunkeln verlaufen.

 

 

 

Die Höllenengel müssen heute vor allem durchgreifen können, trainieren im Fitness Studio und sind Kampfsport Experten. Man will in so viele Geschäfte wie möglich mitmischen, wenn nötig mit Gewalt. Gerade solche Member, die sich hier auszeichnen und deadheads sammeln, steigen in der Hierarchie auf. Talent ist gefragt, im Geschäft wie in der Gewalt. Dabei stoßen die Members in alle Sparten der Wirtschaft vor, von Getränken bis zum "Hausmeisterservice".
In den Schwerpunkten der deutschen Hells Angels Niederlassung reagiert die Polizei heute grundsätzlich mit großem Polizeiaufgebot, zu unsicher ist den Beamten, wie die Rocker reagieren und zu gewaltbereit reagiert die neue Garde der Hells Angels. Gerade die großen Treffen der Hells Angels, vor allem die Treffen mit mehreren hundert Personen, bedeutet für die Polizei Überstunden. Die Gefahr von Übergriffen auf die Polizei ist dabei eher gering, die möglichen Konflikte mit den Bandidos spielen da eher die vordergründige Rolle. Männer, die ihre Ehre verteidigen, aber auch (und vor allem) ihr Revier, ihr Geschäft und ihr täglich Brot. Der Angriff auf die Familie, das Geschäft und den Patch heißt es im Rockerjargon und die Verteidigung heißt oft auch Blutvergießen - auf beiden Seiten.
Mit dem Totenkopf auf dem Rücken, haben die Member eine ganze Armee hinter sich. Die Hells Angels führten Krieg gegen ihre Konkurrenten, oft mit Erfolg und die Polizei kämpft einen Undercover Kampf gegen die Totenkopf Soldaten - leider mit nur sporadischem Erfolg. Mit dem Verschwörungsgesetz versucht man in Amerika gegen die Hells Angels vorzugehen. Die Mafia ähnlichen Strukturen sind in diesem Falle aber noch ausgeprägte, Führungsoffiziere weit mächtiger und ihre Soldaten weit gefügiger. Man versucht dabei bis heute die Strukturen der Motorradclubs zu durchschauen und die unterschiedlichen Reviere, Status der Member und Verwicklungen zu entschlüsseln. Wie verschiedene Nationen bzw. Heere prallt man immer wieder aufeinander, die Hells Angels haben dabei Leute für die Verstärkung, Leute für das Ausspähen, Leute für die Aufklärung und Verhandlung. In Amerika sind die Schlachtfelder meist in Kalifornien und zum Teil in New York lokalisiert, in Europa ist bis heute Skandinavien für die brutalsten und legendärsten Rockerkriege bekannt, wie auch Berlin und Umgebung. Immer dort wo das Geschäft boomt, die Drogenflüsse kanalisiert werden und die Präsenz gegenüber Konkurrenten wichtig ist.

 


(Teil 2 / Teil 3 / Teil 4 / Teil 5 / Teil 6)

 

Aus den Symbolfiguren, den Rebellen der Nation (50er bis 70er Jahre), ist heute ein Club aus Rockersoldaten geworden. Sie verehren die alten Schlachtrösser in ihren Reihen - wie Sonny Barger - immer noch, doch das Geschäft steht im Vordergrund. Inwiefern die alte Garde heute noch die Ziele steuert ist unbekannt, auch ob die Charter untereinander Führungsstrukturen besitzen und es einen „Hochmeister“ unter den „Rockerbrüder“ gibt, ist unbekannt. Wie viele Members es überhaupt gibt, ist auch unbekannt, gerade weil viele Rockerclubs Marionetten der Hells Angels sind, viele Übernahmen am Laufen sind und Supporter nicht genau eingeordnet werden können. Die Cops sind bei ihrem Feldzug gegen die Rocker auch nur schwerlich in den inneren Kern vorgestoßen, gerade weil dieser verschwiegen ist und die Brüder lange brauchen um Vertrauen zu gewinnen.

 


(Sony Barger bei einer Schlägerei in seinen Jugendjahren bzw. bereits als Mitglied der Hells Angels)

 

In Europa dauert der Kampf genauso an, gerade weil hier die Hells Angels noch weiter expandieren. In Skandinavien wurde gekämpft - ohne Bandagen. Erst die Eskalation mit vielen Toten und Einschreiten der Regierung machte dem offenen Krieg ein Ende. Man schaltete von ganz oben Vermittler ein und durch freundschaftliches Handshake wurde der Krieg in Skandinavien eingestellt, zum Besten des Clubs. Man war nun nicht mehr so stark in der Öffentlichkeit vertreten und konnte Geschäfte nun wieder zu ihrer Blüte führen - die Lektion war gelernt. In Deutschland wurde der Krieg gegen die Bandidos so auch beendet, ohne große Blutverluste wie in anderen Teilen der Welt, doch mit dem erreichten Ziel zu zeigen, wie die Grenzen bei den Hells Angels lagen. Heute sind die Bandidos in meisten Geschäftszweigen der Hells Angels kein Thema mehr, denn die Angels sind eine Armee, die noch nie geschlagen wurden.

 


(Sonny Barger heute)



Fakt ist, wenn die Hells Angels nicht dieser Stellung hätten, sich kämpfend und agierend an die Spitze der Rockerclubs dieser Welt gesetzt und diese Position für ihre Geschäften ausgenutzt hätten, dann hätte es eine andere Organisation anderen Kalibers getan. Ob dies nun auch Motorradclubs gewesen wären ist nicht von Belang, denn in dieser Sparte werden Möglichkeiten und freie Raum nicht lange frei bleiben.

Quellen

http://de.wikipedia.org/wiki/Hells_Angels (Letzter Zugriff 12.01.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Rocker (Letzter Zugriff 12.01.2011)
http://en.wikipedia.org/wiki/Hells_Angels (Letzter Zugriff 12.01.2011)
http://www.hells-angels-germany.de/ (Letzter Zugriff 12.01.2011)
http://www.bike-time.ch/d/biketime.cfm? ... tDetID=321 (Letzter Zugriff 12.01.2011)
http://proper-ganda.de/?p=57 (Letzter Zugriff 12.01.2011)
http://www.rockerportal.de/wbb/thread.php?postid=3490 (Letzter Zugriff 12.01.2011)
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/4 ... 4_p-3.html (Letzter Zugriff 12.01.2011)
http://www.ndr.de/regional/niedersachse ... de101.html (Letzter Zugriff 12.01.2011)
http://www.johnvandinther.org/the-hells ... m-scenario (Letzter Zugriff 12.01.2011)
http://www.bild.de/BILD/regional/hambur ... enden.html (Letzter Zugriff 12.01.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Sonny_Barger (Letzter Zugriff 12.01.2011)
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0 ... 16,00.html (Letzter Zugriff 12.01.2011)
http://www.zeit.de/online/2007/52/inter ... ers?page=1 (Letzter Zugriff 12.01.2011)
http://www.webcitation.org/5us4DluqT (Letzter Zugriff 12.01.2011)
http://www.hells-angels.com/ (Letzter Zugriff 12.01.2011)
http://www.bz-berlin.de/aktuell/berlin/ ... html#bzTAF (Letzter Zugriff 12.01.2011)
http://politik-gesellschaft-usa.suite10 ... lagerfeuer (Letzter Zugriff 12.01.2011)
http://www.motor-talk.de/forum/-1-bloed ... 91190.html (Letzter Zugriff 12.01.2011)
http://www.hells-angels.com/ (Letzter Zugriff 12.01.2011)
http://www.bigredmachine.com/ (Letzter Zugriff 12.01.2011)
http://www.friscohellsangels.com/ (Letzter Zugriff 12.01.2011)
http://home.arcor.de/onkelspeiche/bikes ... olors.html
http://wap.stern.de/op/stern/de/ct/-X/d ... er/608186/
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Rocker-Begriffen
http://www.tabpress.de/lexikon-hells-angels/



Autor: Freiherr von Woye

 

Das Thema


Wie aus Berlin die Welthauptstadt des Dritten Reiches werden sollte

Der Begriff der "Welthauptstadt" fiel erstmals wohl in der Wolfschanze, in der Nacht vom 11. auf den 12. März 1942. In einer Zeit der größten Triumpfe der Wehrmacht, kam vor allem Hitler ins Schwärmen und verkündete in einer seiner abendfüllende Monologe seine Visionen von:



"Berlin wird als Welthauptstadt nur mit dem alten Ägypten, Babylon oder Rom vergleichbar sein! Was ist London, was ist Paris dagegen?"

Das neue Berlin sollte 1950 nach dem siegreichen Abschluss aller schon erklärten und noch kommenden Kriege fertig gebaut sein. In aller Pracht sollten die Bauten erstrahlen und in der Gründungsfeier, die wohl nie geahnte Ausmaße an Massen und Propaganda heraufbeschworen hätte, wollte Hitler das Weltreich ausrufen und seiner Hauptstadt den Namen "Germania" verleihen.

Einleitung

Kein Mensch kann der Architektur entfliehen, sie umgibt den urbanen Bewohner immer und überall, sie ist Symbol und Verkörpert Ideologie wie Ansichten ohne Worte. Auch aus diesem Grunde haben die Nationalsozialisten die Architektur und den Städtebau zu ihrem Vehikel der Propaganda gemacht. Dieser Kontext steht unwiderruflich fest und bestimmt die Weltanschauung dieser Ideologie im großen Maße. Selbstdarstellung ist das Wort, welches in diesem Zusammenhang einfällt. Ein Entblößung der Endziele, den eine Welthauptstadt Germania in diesen Ausmaßen ließ keine Fragen zum gewollten Ausgang des Krieges aus deutscher Seite offen - Welthauptstadt ist als Begrifflichkeit erst im Jahr 1969 auf dem Klappentext des Buches Erinnerungen von Albert Speer so aufgetaucht und mit der Wirkung bis heute Synonym für den „Gesamtbauplan für die Reichshauptstadt“ zu sein.
Wir sprechen hier nicht nur von geplanten Bauten des Regimes, sondern auch von den schon entstandenen bzw. realisierten Großprojekten deines Baumeisters Hitlers. Ein Baumeister, der in seinen eigenen Visionen die unüberbrückbare Kluft zwischen Wirklichkeit und der Vision offenbart. Eine Kluft als Merkmal für ein ganzes System. Dabei wurde die Linie und das Vorbild schon früh festgelegt - Rom.
Als Grundquelle für die Planungen, darf man die Aufzeichnungen von Henry Picker (8. Juni 1942) nicht vergessen:
 

 

 

"Wie seinerzeit die Bayern, die Preußen und so weiter von Bismarck immer wieder auf die deutsche Idee hingestoßen wurden, so müsste man die germanischen Völker Kontinentaleuropas ganz planmäßig auf den germanischen Gedanken hinlenken. Er halte es sogar für gut, dieser Arbeit durch Umbenennung der Reichshauptstadt Berlin in "Germania" einen besonders nachhaltigen Auftrieb zu geben. Denn der Name Germania für die Reichshauptstadt in ihrer neuen repräsentativen Form sei geeignet, trotz größter räumlicher Entfernung zwischen jedem Angehörigen des germanischen Rassekerns und dieser Hauptstadt ein Gefühl der Zusammengehörigkeit zu erzeugen!"

 

 

 

Die Hauptstadt des Führers - Endpunkt einer nationalsozialistischen Revolution in der Architektur. Schon in der Phase der Machtergreifung war Berlin ein schwieriges Pflaster für die NSDAP und ihren Führer. So sandte man nicht ohne Grund ihren besten Trommler, Josef Goebbels, als Bauleiter nach Berlin, um das Pflaster für das braune Lager befahrbar zu machen. Diese Stadt war es, die im März 1933, in den letzten Reichstagswahlen nur 35% der Stimmen für die NSDAP und zwar nachdem Hitler Reichskanzler war - "Dieser Stadt werden wir umbauen" - damit war nicht nur der politische Wille und das Streben nach einem braunen Berlin gemeint, sondern auch die symbolische Herrschaft in der größten Stadt Deutschlands.
Berlin war undeutsch im Sinne der Nationalsozialisten: Eine Weltstadt, internationale Metropole, Treff der Freidenker, Hochburg der Kommunisten und Stadt der Juden. Dies alles missfiel den Nazis, vor allem auch, dass Sie die wohl amerikanischste Stadt in Europa war.
Hitler entdeckte durch Prof. Trost seinen Weg zur Architektur, nicht erst seit Speer. Trost baute für ihn in München das Haus der deutschen Kunst in München. Dabei war man dicht an der Moderne, eine Mischung zwischen Abstraktion und Klassik - Asketik und Vereinfachung als Grundlinie.
Säulen, hohe Decken und die Vereinfachung der Klassik sollte ein zeitlosen Stil für die Partei und Deutschland prägen. Führende Architekten flohen aus Deutschland, nicht weil sie sich politisch verfolgt führten und/oder mit dem System nicht einverstanden waren, sondern weil sie keine staatlichen Aufträge mehr bekamen. Mehrere, unterschiedliche Stile waren nicht mehr erwünscht und nur Architekten aus dem politischen Kreis der Partei bekamen Aufträge. Einer der Flüchtlinge war Mies van der Rohe, der mehr beleidigt war als unzufrieden mit dem System, dass er nicht mehr konnte bzw. durfte. Dabei gab es natürlich immer mal wieder Ausnahmen, doch diese Personen waren quasi Liebling des Führers und standen auf seiner architektonischen Linie.
Die sogenannten Regimearchitekten fanden sich immer wieder an der Tafel des Führers. Das Luftfahrtsministerium gehört zu den ersten großen Bauten des Führers in Berlin und sollte den Anfang eines neuen Berlins bilden. Dabei waren die genehmen Architekten der Führerlinie in einer außerordentlichen Position, Sie konnten in einer derartigen Fülle frei walten und schalten, wie Sie in keinem anderen Staatsmodell danach möglich war. Ihnen wurden Ressourcen und bürokratische Freiheiten geboten, denen nur wenige Architekten widerstehen konnten.

 


(Modellnachbauten für die Ausstellung "Mythos Germania - Schatten und Spuren der Reichshauptstadt")

 

Die Olympiade 1936 war dabei erstes Spielfeld der Architekten, wobei sich Albert Speer besonders hervortat, denn er meisterte den Spagat zwischen einem eigenem Stil und dem Eingehen auf die Wünsche des Führers. Wollte seine Vorgänge beim Bau des Olympiastadions noch die Zwischenwände verglasen lassen, was Hitler vehement ablehnte, konnte Speer ihn sofort mit einem Gegenentwurf von seinen Qualitäten überzeugen. Dabei ist es dieses Station, was für die neuen Leitarchitektur steht wie kein anderes Gebäude in Berlin. Den Stil haben nicht die Nazis erfunden, denn der Entwurf des Stadions stammt schon aus den 1920er Jahren. Die Wirkung und die Ziele der Planung stimmten mit denen der Partei überein und so übernahm man den Plan - wie schon vieles andere auch bei den Inhalten des Nationalsozialismus.
Der geflügelte Ausspruch jener Tage lautete - "niemand kann der Architektur entfliehen" - genau wie den Plänen des Führers. So war der vorbestimmte Weg für die Architektur des Dritten Reichs, nach München und Nürnberg, ganz natürlich Berlin - die Hauptstadt. Für Trost, als Leibarchitekten des Führers, kam schon bald Speer, dem diese Rollen passte wie ein maßgeschneiderter Anzug. Er sollte zu Hitlers Lebzeiten und auch nach seinem Tod, die Architektur im Sinne des Führers in der Hand halten.
Das Zeppelinfeld in Nürnberg, mit Platz für 250 000 Menschen und genügend Platz für gigantische Aufmärsche der Partei, wie auch Präsentationen für den Führer, war der erste Akt des Leibarchitekten und ebene ihm den Weg. Die folgende Plätze und Hallen in Nürnberg sind auch nur eine Einleitung in die Parteistadt. Berlin ist das große Projekt für Hitler und damit automatisch auch für seinen Leibarchitekten - die Stadtplaner Berlins aus der Stadtverwaltung wird erst gar nicht gefragt.

 


(Germania
Sie trägt oft Teile des Reichsschatzes bei sich,
hauptsächlich das Reichsschwert und die Reichskrone (meist schützend über das letztere).
Je nachdem, wie kriegerisch sie dargestellt wird, hat sie einen Brustpanzer, Helm oder einen Schild bei sich,
aber auch einfach nur einen Eichenlaubkranz. Oft trägt sie die Schwarz-Rot-Goldene Flagge
später auch eine Schwarz-Weiß-Rote Flagge.)

 

Germania, die nationale Personifikation Deutschlands im Sinne Germaniens, welche bereits im Römischen Reich Anwendung fand, wird immer als Frau dargestellt. Ganz nach Situation und politischer Lage des Deutschen Reiches, wird Sie mal mehr und mal weniger kriegerisch dargestellt. Für Hitler war die Germania bedeutsam, weil Sie deutliche Züge einer Walküre trägt. Auch deshalb ist die Germania als Namensgeberin für die neue Reichs- und Welthauptstadt vorgeseshen. Der deutsche Nationalismus hat sich dabei immer Germania als Symbolfigur ausgewählt und da war Hitler bzw. seine Pläne für Deutschland keine Ausnahme.

 

"Wenn man die Größenverhältnisse der antiken Staatsbauten mit den gleichzeitigen Wohnhäusern vergleicht, so wird man erst die überragende Wucht und Gewalt dieser Betonung des Grundsatzes, den Werken der Öffentlichkeit die erste Stellung zuzuweisen, verstehen."
(Adolf Hitler, Mein Kampf, 1942, S. 296)

 


 
"Neue Reichskanzlei"
"Erstes Verwaltungsgebäude des Dritten Reiches"
 
Ost:
Voßstraße
Baubeginn:
April 1938 (Abbrucharbeiten ab Mai 1937)
Richtfest:
02. 08.1938
Fläche:
16.000 m2
Volumen:
360.000 ccm3
Aufwand:
4.500 Arbeiter (zwei Tagesschichten)

 

Wir sprechen hier und in den folgenden Absätzen von Monumental- und Kolossalarchitektur als obersten Leitsatz eine steingewordenen Weltanschauung. Mit dieser baulichen Verwirklichungen eines gescheiterten Künstlers, dessen architektonischen Versuche in seinen frühen Versuchen als übertrieben und kalt kritisiert bzw. abgelehnt wurden, sollte ganze Heerscharen von Arbeitern beschäftigt sein. Für eines neues Germania sollte ein altes Berlin abgerissen werden. Ein Mann trug diese Pläne mit, unterstützte sie und war an dessen teilweise Wahrwerdung maßgebend beteiligt - Albert Speer. Der Generalbauinspektor für die Neugestaltung der Reichshauptstadt (GBI), ließ sich dabei vom Führer lenken, doch überzeugen konnte er seinen Leibarchitekten nicht.

 



"Seine Leidenschaft für die Bauten der Ewigkeit ließ ihn völlig desinteressiert an Verkehrsstrukturen, Wohngebieten und Grundflächen: die soziale Dimension war ihm gleichgültig."
(Albert Speer, Erinnerungen, 1969, S. 93)

 

Der Titel „Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt“ ist dabei typisch für die Bürokratie des System einer Ämterinflation ohnesgleichen, der in diesem Falle gleichnamige Behörde unterstellt wurde, durch welche Speer von 1937 bis 1943 den Umbau von Berlin lenkte, organisierte und antrieb. Dafür ließ Hitler das Haus der Akademie der Künste am Pariser Platz Nr. 4, das bis dahin zum Amtsbereich des Erziehungsministers gehört hatte. Ein Haus, dass sich den preußischen schlichten Klassizismus bewahrt hatte, musste nun dafür herhalten, das neue überdimensionierte Gesamtkunstwerk Deutschland zu entwerfen. Die Ironie in der Wahl war ungewollt, denn wichtig war die Lage des Gebäudes, dass nur von den Ministergärten getrennt, eine kurzen und unauffälligen Weg für den Führer ausmachte. Täglich, kam Hitler durch diesen Weg in Speer Arbeitszimmer, stundenlang diskutierte und plante er mit seinem Architekten das neue Berlin. Dazu war gleich nebenan der Amtssitz Fritz Todts, des Generalinspektors für das Straßenwesen, welche die Adern des neuen Reichs sein sollten. Eine zielgerichtete Infrastruktur, nach dem Motto alle Wege führen nach Rom, gepaart mit den unsterblichen Monumenten einer ewigen Stadt im Herzen des Reiches.
In Hitlers Autobiographie mein Kampf und in den stundenlangen Monologen vor willigen Zuhörern, hat der Führer immer wieder betont, wie früh er schon großes vor hatte mit Berlin. In den Wiener Jahren sollen erste Entwürfe von einem imperialen Berlin von ihm erdacht worden sein. Gesichert ist, dass auf den Zeichenblättern und Skizzen Adolf Hitlers in den 20er Jahren, riesige Präsentationsbauten wiederfanden, die er mit großer Lust in vielen Perspektiven zeichnete. Greifbar sind dazu die Hinterlassenschaften aus seinem Haftaufenthalt in Landsberg. Das Skizzenbuch aus jenen Tagen belegt, dass Hitler zwar in einer Zelle saß, doch in der Phantasie ganz woanders war: "Aber in der Phantasie lebte ich in Palästen."(Mein Kampf) Die große Halle und enorme Aufmarschplätze, nahmen dabei den größten Raum ein:

 

"Diese Zeichnungen machte ich vor 10 Jahren. Ich habe sie immer aufgehoben, da ich nie daran zweifelte, dass ich sie eines Tages bauen werde. Und so wollen wir sie nun auch durchführen"
(Hitler Notiz auf einer Briefkarte an Speer, mit Zeichnungen des Führers versehen)

 

"Er spricht von dem zukünftigen Architekturbild des Landes und ist ganz Baumeister. Dahinein malt er das Bild einer neuen deutschen Verfassung: Und ist ganz Staatskünstler"
(Joseph Goebbels über die besondere Vorliebe des Führers zur Architektur - Joseph Goebbels, Fragmente (1926), Bd. I, S. 197)

 


(Hitler und Speer bei einer Vorstellung des Modells zu Germania, anwesend sind führende Parteigrößen aus den Ministerien)

"Wir könnten uns kein Drittes Reich vorstellen, das nur Warenhäuser besitzt und Fabrikgebäude [...] nur Wolkenkratzer und Hotels, sondern wir bekennen freimütig, dass dieses Dritte Reich der Kunst und Kultur wird aufweisen müssen, die Jahrtausende überdauern [...] Wir sehen die antiken Städte vor uns, die Akropolis, den Pantheon, das Colosseum, sehen die Städte des Mittelalters mit ihren riesenhaften Domen und [...] wissen, dass die Menschen einen solchen Mittelpunkt brauchen, wenn sie nicht zerfallen sollen."
(Hitler auf einer Rede auf der NSDAP Versammlung in München 1929 - Adolf Hitler, Reden/Schriften/Anordnungen, München 1994, S. 192)



Hitler sieht die Kunst und vor allem die Architektur, aus einem tieferen politischen-psychologischen Blickwinkel. Umgestaltung der Bauwerke hieß für ihn auch Umgestaltung des Fühlens und Denkens der Menschen, welches für die Etablierung einer Staatsidee unabkömmlich erschien. So sollte es dann auch geschehen, und die wildesten wie ausufernsten Visionen wurden tatsächlich in einen Entwurf gebracht. Testbauten wurden errichtet, Beton erprobt, Gelände vermessen und abgesteckt. Die Reichskanzlei war nur der Anfang einer beispiellosen Planungsorgie, die Architekten je im Auftrage eines Staatsoberhaupt inszenieren durften. Dabei wollte Speer aus den Riesenbauwerken seines Auftragsgeber eine zeitgerechte städtebauliche Lösung formen. Einen Plan, den er vorbei an jeden Behördenapparat durchzuführen gedachte, ausgestattet mit Sondervollmachten des Führers. Es sollten neben der Neugestaltung der repräsentativen Quartiere, auch Wohngebiete, Geschäftsviertel und Verkehrsnetze neu geordnet bzw. von Grund auf verändert werden. Die Ansätze Speers waren revolutionär und durchaus praktikabel, hätte er nicht einen wankelmütigen, egozentrischen und vor allem unbelehrbaren Auftraggeber im Rücken. Alles musste größer, breiter und höher sein als irgendwo anders auf der Welt - egal um welchen Preis. Die Praxis wich der Repräsentation, die Nützlichkeit einer ausufernden Behördenlandschaft, dazwischen sollte dann der Mensch leben und das Notwendige Übel einer urbanen Welt Platz finden. Germania war ein Raster der Ideologie, ein Muster übergroßer Phantasien, dass wohl wahrscheinlich in aller Munde gewesen wäre, aber von niemanden bewohnt.

Planung

Planung
 


(Gesamtplan Germania im Modell)

 

Hitlers Visionen waren immer schon sehr präzise und er verhehlte nie seine Einstellungen wie seine Pläne. Wie die politischen und die militärischen, so sind auch die architektonischen Pläne lange vor 1933 im Grundriss fertig. Seine Pläne sollen dabei schnellst möglich umgesetzt werden und besser früher als später Wirklichkeit werden. Jene Entwürfe, die in Hitlers Augen besonders dringlich waren, sind bis 1939 auf dem Reizbrett . Viele Entwürfe und Planungen für weitereichende Bauprojekte wurden gleich nach seine Kanzlerschaft auf Kiel gelegt. Im Jahre 1937 begann in Folge dessen eine hysterische Bautätigkeit, die Ausdruck einer euphorischen Selbstgewissheit waren und die Prägung vom Tausendjährigen Reich wörtlich nehmen sollten. Man plante dabei nicht nur in Jahren und Jahrzenten, sondern für die Ewigkeit. Schon im Jahre 1950 sollte alles fertig sein und unwiderruflich Berlin in Germania umgestaltet sein. So weit fertig, dass die kommenden Generationen nichts weiter hätten tun könne, als Laternenpfähle zu versetzen. Eine gigantische Maschinerie sollten in Jahren 1933 - 1939 zum Laufen gebracht werden (Angefacht durch die Olympischen Spiele 1936 in Berlin und Unterbrochen durch den Kriegsbeginn bzw. Ressourcenabzweigung in die Rüstungsindustrie). Als legislative Grundlage des Ganzen, fungierte der sogenannte "Neugestaltungserlass" von 1937, der den Umbau von mehr als 50 deutschen Städten vorsah und der Bauwirtschaft ungeahnte Wachstumsraten bescherte. Ein Metropolisgebilde mit Germania an der Spitze und versehen mit dem Hakenkreuz, sollte Dritte Reich im Kern ausmachen.

 

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Der SS-Konzern "Deutsche Erd- und Steinwerke", spielte dabei ein wichtige Rolle, war er doch Branchenführer und als einer der bauführenden Unternehmen in den großen Projekten fest mit eingeplant. Ein Konzern, der unter anderem auch für die KZ Planungen herangezogen wurde und der für einige realisierte Bauten Speers für das neue Berlin, viele Zwangsarbeiter schuften und Sterben ließ.
Die gesamte Planung wurde aber nicht einfach ohne Proben und Versuche umgesetzt. Auf vielen Großveranstaltungen konnten Architekten und Propagandaleute, die Wirkung solche Großanlagen bereits ausprobieren. So steht die Feier zum 1. Mai 1933 im direkten Zusammenhang mit den Entwürfen für Germania. Auf dem Tempelhofer Feld in Berlin, einem Gelände von 400 000 Quadratmetern, sollte eine Veranstaltung vollzogen werden, die ohne weiteres auch auf die großen Prachtstraßen und Veranstaltungsplätzen Germania so stattfinden sollten. Dabei fanden terrassenförmige Tribünen, gesäumt von Tausend Fahnen und Banner ihren Platz. Sie standen als Kulisse für den Aufmarsch von endlosen Kolonnen der Parteiarmeen - zivil und uniformiert. Die Fahnen hatten die Dimensionen von 32 Metern in der Höhe und 6 Metern in der Breite. Die Fahren waren eher riesige Segel, die nach genauem Schema beleuchtet wurden. Alles um den Führer ins rechte Licht und den Mittelpunkt zu rücken - "eine Architektur zur Bekämpfung nationaler Minderwertigkeitskomplexe".
 


Der Runde Platz

 


 
Der Runde Platz
zwischen Kuppelhalle und Südbahnhof
 
Durchmesser:
210 Meter
 
Aniegende Gebäude
 
"Haus des Deutschen Fremdenverkehrs" (Grundsteinlegung 14. Juni 1938)
Verwaltungsgebäude der Allianz-Versicherungs-AG
Kasinogebäude des Heeres
Ufa-Lichtbildtheater und Kameradschaftshaus der deutschen Künstler
Thüringenhaus

 

Geplant ist ein Achsenkreuz, Schnittpunkt ist der Spreebogen mit dem Reichstag. Die Nord-Süd Achse soll dabei Prachtstraße und Kulturkammer des Reiches werden, wobei die Ost-West Achse die kilometerlanger Aufmärsche und Paraden des Dritten Reichs bewältigen soll. Am wesentlichen Ende der Achsen ist eine Universitätsstadt geplant, mit einer wehrtechnischen Fakultät im Grunewald. Es muss alle anderen Hauptstädte der Welt übertreffen. Bei der Olympiade 1936 bekommen die kundigen Besucher bereist einen Vorgeschmack, den künftige Knotenpunkte und Verkehrsläufe sind bereist besonders ausgeschmückt und bevorzugt bei den olympischen Projektarbeiten. Die verschiedenen, besonders geschmückten Plätze und Gebäude gehören zum fertigen Germania, denn obwohl es nur sehr wenige waren, fielen sie durch die besonders reiche Beflaggung auf und bildeten vor allem von oben quasi Wegpunkte zum neuen Berlin.
Man träumt, Hitler und Speer zusammen, er diktiert und beschreibt in stundenlangen Monologen, der andere projektiert mit Zirkel und Stift die Pläne seines Führers.

 

 

 


 
Knotenpunkte
 
Halle des Volkes im Spreebogen
Der runde Platz im Tiergarten
Der Südbahnhof

 

 

 

Der Südbahnhof, mit seinen vier Verkehrsebenen, will man den Knotenpunkt für den gesamten Reiseverkehr in Europa schaffen, aber vor allem die Grand Central Station in New York übertrumpfen. Dabei ist dieser Knotenpunkt mit Absicht und in großplanerischer Hinsicht optimal gelegen, denn kommt man aus dem Bahnhof über die enorme Freitreppe auf die Nord-Süd Achse, dann offenbart sich ein überwältigende Anblick für die Besucher. Man hätte von dort einen unglaublichen Blick durch die 80 Meter hohe Öffnung des Triumphbogens (des großen Bogens), auf die enorme Kuppel der Halle des Volkes. Mit einem schweifenden Blick über die schnurgrade Prachtstraße erhascht der staunende Besucher die ganze Pracht der Stadt und vor allem die riesigen Dimensionen. Ob er dabei auf eine leere Straße geblickt hätte, oder auf Menschenmengen, die nirgendwo anders auf der Welt an einem Ort hätten zusammenkommen können, ist fraglich. Wahrscheinlich würde es aber nur so vor Touristen wimmeln, den Germania sollte Mittelpunkt sein und schon allein die Zentralisierung der Bürokratie hätte die Straßen mit den vielen Angestellten gefüllt. Ein besonders guten Einblick in das Germania einer alternativen Zukunft gibt dabei der Roman: "Fürs Vaterland". Hier kann der Leser Berlin mit den Augen eines Berliner Kripoangestellten durchwandern, der das neue Berlin als seine Heimat ansieht.
Der Berliner oder besser Germaniaer, kann von der Treppe des Südbahnhofs ganze 5 Kilometer weit die Prachtstraße überblicken und natürlich auch entlanglaufen. Er durchwandert dabei die Superlativen der Architektur jener Jahre, wobei über die mögliche Fertigstellung bzw. Machbarkeit bis heute gestritten wird.

 


(Präsentation vor Parteigrößen - im Mittelpunkt der Triumpfbogen)

 

Die große Halle und der große Bogen existierten schon früh als Skizzen, von Hitler selbst angefertigt. Er selbst wollte, dass diese Bauten noch zu seinen Lebzeiten fertigstellt werden und setze dabei seinen Leibarchitekten unter erheblichen Zugzwang, denn schon der Abriss und die Grundsteinlegung würde Jahre in Anspruch nehmen - ohne die Kriegsanstrengungen zu berücksichtigen. Beide Großprojekte sollte quasi den Weg fürs Dritte Reich bereiten und "als Weihe für die Nachfolger der Führers fungieren".
Bei den beiden Achsen haben sich die Nazis aber ebenso bereits vorliegender Konzepte und Pläne bedient, wie schon beim Olympiastadion, denn auch für dieses Konzept lagen Pläne seit 1917 in den Schubläden Berliner Stadtplaner. Dabei waren diese Pläne nicht unbedingt bescheidener als die der Nazis, doch wären die Dimensionen wohl noch durch weitere Planungsphasen reduziert worden.
Speer fungierte bei der Planung Germanias aber nicht nur als verlängerter Arm Hitlers, sondern vor allem auch als selbstständiger Denker, der seine Vorstellungen mit einbrachte.

 


(Teil 3 / Teil 4)

 

Um den Verlauf kurz zu beschreiben und in die Karten Berlins einzuordnen, muss man sich die 50 Kilometer lange Ost-West-Achse vorstellen. Sie sollte von Wustermark über die Heerstraße, Adolf-Hitler-Platz (ehemals Reichskanzlerplatz, heute Theodor-Heuss-Platz), Kaiserdamm, Knie (heute Ernst-Reuter-Platz) mit der Technischen Hochschule Charlottenburg (heute Technische Universität Berlin) entlang der Charlottenburger Chaussee (heute Straße des 17. Juni) über den Großen Stern, das Brandenburger Tor und Unter den Linden über Frankfurter Tor und Frankfurter Allee verlaufen. Die Museumsinsel sollte dabei einen ganz eigenen Platz in Germania haben. Die Ost-West-Achse sollte hier ein eigenes museales Zentrum bekommen, hier sollten weitere Museumsbauten angebaut werden. Am Kupfergraben waren ein Weltkriegsmuseum und ein Rassekundemuseum nach Plänen des Architekten Wilhelm Kreis vorgesehen. Fertiggestellt wurden diese natürlich nie, doch wurden Teile der Ost-West-Achse (7 Kilometer) fertigstellt (eröffnet 1935 und 1939) und zu den Geburtstagen des Führers feierlich eingeweiht. Bis heute kann man die Spuren dieses Umbau noch deutlich sehen, obwohl Sie nur noch wenige ortskundige wie historisch belesene Besucher es erkennen, denn die Siegessäule wurde extra vom Königsplatz vor dem Reichstag auf den Großen Stern versetzt. Auch die Beleuchtungen dieses ersten Teilstücks der Achse musste erst entworfen werden und kann heute teilweise links und rechts der Straße zwischen Theodor-Heuss-Platz und S-Bahnhof Tiergarten noch besichtigt werden. Eine Straße im Zentrum war die Devise und die Presse stimmte mit der Bezeichnung „Via Triumphalis“ ein.
Die geplante Prachtstraße bzw. das Kernstück der 40 Kilometer langen Nord-Süd-Achse, sollte von einem neuen Nordbahnhof im Norden Moabits bis zu einem ebenfalls neuen Südbahnhof an der Stelle des heutigen Bahnhofs Südkreuz in Tempelhof reichen. Geplant war ein 1200 × 400 Meter großes Wasserbecken, in dem sich die Große Halle im Wasser widerspiegeln sollte. Der optische Effekt sollte das enorme Bauwerk noch vergrößern. Der Südbahnhof war in der Planung am weitesten fortgeschritten und die geplanten 20 Parallelgleisen (plus zwei weitere Gleise für die Einbindung der Breitspurbahn, eines anderen Lieblingsprojekts Hitlers), hätten bis Ende der 40er Jahren fertiggestellt werden sollen.

 


 
Ost West Achse
 
Anbindung des Straßenzuges im Westen an die Reichsautobahn
Abschnitt zwischen Spandau und Adolf-Hitler-Platz
(Heerstraßengebiet mit Hochschulstadt)

Abschnitt zwischen Adolf-Hitler-Platz und Brandenburger Tor
Abschnitt 'Unter den Linden'
Ostdurchbruch zwischen Lustgarten und östlicher Stadtgrenze
Anbindung des Straßenzuges im Osten an die Reichsautobahn.
Fahrbreite je Damm:
14,5 m
Haltespur:
2,5m



Der Triumphbogen (in Form eines Tetrapylons) sollte 117 Meter hoch und 170 Meter breit werden. Er sollte einmaliges Denkmal für den Ersten Weltkrieg werden und alle gefallenen deutschen Soldaten dieses Krieges dort aufgeprägt sein. Das Denkmal wird durch die sogenannte „Beutewaffenallee“, als Vorplatz des Südbahnhofs, einen triumphalen Abschluss bekommen, der den endgültigen Sieg des deutschen Volkes widerspiegeln soll. Bis zur Großen Halle finden sich an beiden Seiten alle wichtigen Reichs- und Parteibehörden sowie Firmenzentralen und kulturelle Einrichtungen.
Wie auch auf der Ost-West Achse, sollten wichtige Statuen und Denkmäler umgesetzt werden. So sollten die Figuren der wilhelminischen Zeit (Siegesallee des II. Reiches), deren Figuren dafür 1938 abgeräumt wurden, in der Großen Sternallee im Tiergarten neu aufgestellt werden. Die „Siegesallee des III. Reiches“ sollte das Ergebnis der Umgestaltung werden, eine Straße, die alle Reiche davor in sich vereint, übertrifft und fortführt. Genau in der Mitte beider Siegesalleen, die eine fertiggestellt, die andere in Planung und teilweise sichtbar, ließ die Rote Armee 1945 ein Ehrenmal errichten, dass die Niederlage und das Ende des III. Reiches auch baulich unterstreicht.


Die Große Halle

Die Große Halle

Der Spreebogen sollte das neue Zentrum Berlin werden und andere, alte Teile Berlins ins Abseits schieben. So sollte der Reichstag und seine Geschichte einfach in den Schatten eines größeren, mehr repräsentativen Gebäudes gestellt werden - Die Große Halle. Um dieses Gebäude ranken sich die meisten Mythen und auch Pläne. Hitler selbst skizierte in frühen Jahren bereits erste Entwürfe für das Gebäude. Als wichtigstes Gebäude der Germania-Planungen, sollte die Große Halle mit 315 × 315 Metern Grundfläche und 320 Metern Höhe nicht nur das größte Kuppelgebäude der Welt werden, sondern alles im Berliner Zentrum überragen.
Ursprünglich geplant als Ruhmeshalle oder Halle des Volkes, wurde es zum Prestigeobjekt schlechthin, von Hitler und Speer persönlich ausgearbeitet und immer wieder umgeändert. Dabei sollte Sie das Zentrum einer neuen Weltordnung unter Adolf Hitler die Welthauptstadt dominieren. Der Innenraum der Halle war als ‚Kultraum‘ und Kongresshalle gedacht und sollte zwischen 150.000 und 180.000 Besuchern Platz bieten. Darin sollten verschiedenste Veranstaltungen stattfinden.
 


(Innenraum der Großen Halle)

 

„Um eine Kreisfläche von hundertvierzig Metern Durchmesser stiegen in drei Rängen Tribünen zu einer Höhe von dreißig Metern an, die sich kreisförmig um die Innenfläche erhoben. Ein Kranz von hundert rechteckigen Pfeilern aus Marmor, die mit vierundzwanzig Metern Höhe fast noch menschliches Maß besaßen, wurde dem Eingang gegenüber durch eine fünfzig Meter hohe und achtundzwanzig Meter breite Nische unterbrochen, deren Grund mit Goldmosaik ausgekleidet werden sollte. Vor ihr stand als einziger bildlicher Schmuck auf einem marmornen Sockel von vierzehn Metern Höhe ein vergoldeter Reichsadler mit dem eichenlaubumkränzten Hakenkreuz in den Fängen. Unter diesem Schrein befand sich das Rednerpult des ‚Führers‘, aber dieses verschwand geradezu im gigantischen Raum. […] Ich versuchte diesen Platz architektonisch hervorzuheben, aber hier zeigte sich der Nachteil der maßlos gewordenen Architektur. Hitler verschwand in ihr zu einem optischen Nichts.“
H. Weihsmann, Bauen unterm Hakenkreuz. Architektur des Untergangs, 1998, S. 278.

 


Große Halle mit Vorplatz und großer Treppe - Rechts im Hintergrund die Spree

 

Mitten im alten Regierungsviertel sollte sie das Dritte Reich darstellen und dabei die alten Ordnung verdrängen. Verstärkt wurde dieser Eindruck noch durch zwei architektonischer Tricks, einmal war die Halle von Wasser umgeben und verstärkte somit als alleinstehendes Gebäude noch die Wirkung der Wichtigkeit und zum Zweiten wurden durch die Spiegelungen der Halle ein Eindruck von enormer Größe und Fabelwerk verstärkt. Es gab also nur einen Weg zur Halle und der mündete in einen Platz, der einer Millionen Menschen Raum bieten und als Veranstaltungsstätte für die Maifeiern, für nationale Gedenktage und künftige Siegesfeste dienen.
Speer hatte dabei die Pläne Hitler schon weitestgehend überarbeitet und kam bei seinen Entwürfen von einer Art Neuauflage des Pantheons in Rom ab, und machte aus dem flach gebogenen Dach und hohen Kubus, ein Gebäude, was durch vier Ecktürme gehalten, von einer übergroßen Kuppel überspannt und durch zwei fünfzehn Meter hohen Skulpturen, die den Trägern des Himmels und des Erdballs widerspiegeln sollten. Er arbeitete in diesem Fall wortwörtlich in Hitler Namen und ließ seine Entwürfe unter dem Namen Hitler laufen, obwohl dieser immer wieder anwies, dass Speer seinen Namen daruntersetzen sollte.
Die Baukosten sollten rund eine Milliarde Reichsmark betragen, obwohl weder die Möglichkeit der praktischen Umsetzung hinreichend geprüft wurde, noch man die Baukosten auch nur grob einschätzen konnte. Hitler wollte den Bau vorwiegend aus Einnahmen touristischer Eintrittsgelder refinanzieren. Das ganze Projekt war dabei nur eins von vielen in diesem Teil Berlins:

 


(Die Soldatenhalle)

 

 


 
Die Soldatenhalle
Krypta für verstorbene Feldmarschalle,
durch mächtige Feuerschalen erleuchtet und
zigmal größer als die Neue Wache von Schinkel
Der Führerpalast
Festungsartige Neubau,
dem Palazzo Pitti in Florenz nachempfunden,
mit Säulenreihen in der Front und auf den Paradeplatz ausgerichtet.
Das Bauwerk T
Triumphbogen mit allen gefallenen deutschen Soldaten
des Ersten Weltkrieges und fünfzigmal größer als der Arc de Triomphe
Die neuen Bahnhöfe
Als Ersatz für die Kopfbahnhöfe geplant,
sollten Sie das Berliner Verkehrschaos beseitigen,
wobei Sie Gleisanlage von mehr als einer Million Quadratkilometer einsparen und alle Bahnanschlüsse in zwei gewaltigen Bauwerken vereinen sollten.

 

Die Fertigstellung der Halle war, wie auch der Rest der Prestigeobjekte im neuen Germania, für das Jahr 1950 vorgesehen. Der Abriss der alten Viertel und die Umleitung der Spree wurden 1939–1941 bereits begonnen. Speer schaffte es während der Planungsphasen, Hitler von seinen Nachahmungen bereits existierende, bzw. historischer bekannter Gebäude, abzukommen. So sind die ersten Entwürfe mit Befreiungshalle bei Kelheim, dem Pantheon in Rom und anderen Renaissance Stillen beeinfluss bzw. architektonisch überhöht worden. Beide waren Sie einig über die Bausubstanz, Granit und Marmor, weil dieses Material ewig Bestand haben sollte.

 


(Blick von der Kuppel der Großen Halle auf die umgebenen Neubauten)

 


 
Fundament:
315 × 315 Meter
Innenraum:
38.000 m²
Unterbau:
74 Meter hoch
Kuppel:
98 Meter über dem Erdboden
Grunddurchmesser von 250 Metern
Scheitelpunkt:
290 Meter hoch
46 Meter weite Lichtöffnung
(So hoch geworden wie die Kugel des heutigen Fernsehturms am Alexanderplatz)
Spitze:
320 Meter Höhe /
Riesiger Adler umfasst
(Bis 1939 Lorbeerkranz eingefasstes Hakenkreuz
Nach 1939 die Weltkugel)
17-fachen Volumen des Petersdoms in Rom
Der Eingangsbereich:
34 Säulen
Höhe 30 Meter
Durchmesser 3 Meter
Süden:
Adolf-Hitler-Platz
Nordwest:
Wasserbecken 1200 × 400 Meter
(15-mal größere Wasserfläche als der
Lincoln Memorial Reflecting Pool.)

 

Ob die Ähnlichkeit mit dem Kapitol in der US-Hauptstadt Washington, dem Wasserbecken und der Konzentration in einem Viertel so von Speer geplant war, kann man heute nicht mehr sagen. Fakt ist, die Dimensionen hätten alles überragt und wären wohl eher groteske Betonriesen gewesen, die wie Wuchungen aus dem eher niedrigen Berlin herausgeragt hätten. Inwiefern dieser Effekt dann gewollt wäre, kann man auch nur spekulieren. Die einschüchternde Wirkung hätte man allerdings nicht verfehlt, wobei sich wohl viel Spott in die Ehrfurcht gemischt hätte, denn wirklich praktikabel war keines dieser Gebäude. Dies trifft vor allem für die Große Halle zu, bei der Speer bereits früh äußerte, dass der Atem der 180.000 Menschen kondensieren und als Wassertropfen zurückfallen könne, was einem leichten Regen im Gebäude gleichgekommen wäre. Die Große Halle hätte also ihr eigenes Klima gehabt. Ein Problem, dass aus den großen Kuppelbauten dieser Welt bereits bekannt war und hier wohl mehr als unangenehm in den Großveranstaltungen zur Geltung gekommen wäre.

 

„Die große Halle soll so werden, dass die Peterskirche mit dem Platz davor darin verschwinden kann. Wir nehmen als Baustein Granit. Selbst die ältesten Findlinge aus Urgestein in der norddeutschen Ebene zeigen kaum einen Anflug von Verwitterung. Diese Bauten werden, wenn inzwischen nicht wieder das Meer die norddeutsche Ebene überspült, unverändert noch in zehntausend Jahren stehen! […]“
Adolf Hitler in seinen Monologen



Heute befinden sich an jener Stelle, an der die Große Halle entstehen sollte, das Bundeskanzleramt und der Spreebogenpark. Ganz in der Nähe hat man Hitlers Flächentraum einer neuen Welthauptstadt genutzt, um ein Denkmal für sein größtes Verbrechen zu errichten - den Morden an Millionen Juden.


Berlin/Germania

Ein neues Berlin
Von der Reichshauptstadt zur Welthauptstadt

Das große Problem war die Neuordnung einer Stadt, die zwei Hauptachsen sollten dabei die Stadt in 4 Teile aufgliedern. Ein System aus Ring- und Radialstraßen sollten Berlin dann vor dem Verkehrskollaps bewahren. Dabei war das Germania aus den Reportagen nur der repräsentative Mittelpunkt der neuen Stadt, geplant wurde noch viel weiter und umfangreicher. Gleich hinter den Repräsentationsbauten sollten, bei allmählich fallender Gebäudehöhe, ausgedehnte Geschäftsbezirke entstehen, die nach und nach in niedrige Wohngebiete übergehen sollte. Ein Musterstadt von Reizbrett also, bei der wie im politischen System alles von oben geplant wurde. Am äußeren Rand sollten Villenviertel die Stadt auslaufen lassen. Hitler selbst vernachlässigte alle Planungen außerhalb seiner Prachtstraße und Paradestrecke, dies war sein Spielzeug, an dem er nur zu gerne zu Zuhöreren über ein neues Berlin philosophierte. Was außerhalb die Welt geplant wurde, sollte von den Architekten in Speers im größere werdenden Stab geregelt werden. Im Grunde also zwei Pläne, die nebeneinander herliefen, denn projektier war die Stadt auf 10 000 000 Einwohner, welche ja zwar das Zentrum besuchten, aber dort nie wohnen würden, weil es hier nur öffentliche Gebäude ohne Wohnraum geplant waren.
 

 



Speer bediente sich dabei durch Autobahnringen geschaffenen Grenzen um Berlin, die Stadtteile voneinander trennten und gleichzeitig das immense Verkehrsaufkommen bewältigen sollten. Dazu 2 enorme Bahnhöfe im Zentrum, ein Eisenbahnnetz durch ganz Berlin, ein unterirdisches Schnellbahnsystem zwischen den Zentralbahnhöfen und an jedem der vier axialen Endpunkten der Stadt ein Flughafen. Alles auf dem Reizbrett entworfen und aufeinander abgestimmt. Stolz schwang bei den neuen Konzepten einer "Durchmischung" mit, denn Grünflächen sollten das Stadtbild an geplanten Stellen (Universitäten, medizinische Viertel, Museumsinsel und Erholungsgebieten) auflockern. Man plante sogar über die Grenzen Berlins hinaus, wollte den märkischen Kiefernwald um Berlin abholzen und dort wieder Mischwald anpflanzen, ganz im Sinne ein Harmonie. Diese sollte sich auch in der Stadt fortsetzen, breite Promenaden, Skulpturgärten und Plätze.
Hitler selbst fokusierte sein Interesse an der Planung auf die Bau-Denkmäler, die seiner und seiner Zeit gerecht werden sollte. Steinerne Zeugnisse der Macht wollte er erschaffen, um die Details sollten sich andere kümmern. So war die Verlängerung der geplanten Nord-Süd-Achse, die sogenannte Südstadt, zwar von ihm abgesegnet aber nur als Mittel zum Zweck, denn seine Welthauptstadt sollte ja nicht nur schön, sondern auch groß sein. Dort sollten Wohnungen für ca. 210.000 Einwohner und Arbeitsplätze für rund 100.000 Arbeiter gebaut werden.


Zum Schluss

Schlusswort
 

War es nun ein Bruch mit der Tradition des Städtebaus, der letzter Versuch im klassischem Städtebau oder auch ein neue Bauart der Ideologie bzw. des Politischen, kann man nur diskutieren, denn festzustellen ist es nicht, weil nie gebaut. Fakt ist, es wäre die größte Umgestaltung Berlins gewesen, aber nicht die radikalste, denn nach dem Krieg, bei der Architektur des New Deal in den USA oder den Sowjetbauten in Russland, haben wir eine ganz ähnliche Prägung des Städtebaus, der von seinen Ausmaßes vielleicht nicht an den Gigantismus heranreicht, dennoch im Umfang der Umgestaltung selbst Germania noch übertroffen hat.

 



Die Quadriga, sie wäre auf dem Brandenburger Tor quasi untergegangen vor den gigantischen Prachtbauten des Dritten Reiches. Trotzdem hätte Sie dort gestanden und als Wahrzeichen Berlins weiter hin bestanden, an ihr sieht man, wie sehr doch Wahrzeichen und Prestigebauten doch das Stadtbild bestimmen können. Wer weiß, welche Wahrzeichen das neue Germania hervorgebracht hätte, oder ob die Gigantomie so etwas wie ein Wahrzeichen unmöglich gemacht hätte. Hätte man die Großen Halle bzw. der Adler auf der Spitze überhaupt gesehen, wären die Namen der Gefallenden auf dem Triumpfbogen überhaupt von jemanden bei der schieren Masse aufgefallen, hätte der Tourist sich auf den kilometerlangen Prachtstraßen nicht eher verlaufen, als die Details zu bewundern oder hätte die Masse der steinernen Denkmäler den einfachen Mann in die Flucht geschlagen. Auch hier kann man eigentlich nur Vermutungen anstellen, denn es wurde die gebaut und existiert bis heute nur in Form von Modellen.
Der Historiker meint, das Zentrum Berlins war zum Staunen, zur Repräsentation und zur Machtdemonstration gedacht, nicht um dort zu verweilen. Man hätte wohl die SA Paraden beobachtet, den Parteigrößen zugejubelt und wäre dann schnellstmöglich in die Wohnviertel verschwunden. Dort hätte man gelebt und bis zur Ankunft des nächsten Busses oder des nächsten Zuges aus den entfernten Gebieten des Reiches, wäre die Prachtsstraße verlassen gewesen und würde mit ihrer Pracht eher verschrecken als anlocken.


Quellen

Ralph Giordano, Wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte: Die Pläne der Nazis nach dem Endsieg, Kiepenheuer & Witsch (August 2000).
Joachim Fest, Albert Speer, Fest Verlag(1999).

http://de.wikipedia.org/wiki/Welthauptstadt_Germania (Letzter Aufruf 6.04.2011)
http://en.wikipedia.org/wiki/Welthauptstadt_Germania (Letzter Aufruf 6.04.2011)
http://www.stadtschnellbahn-berlin.de/g ... /germania/ (Letzter Aufruf 6.04.2011)
http://kunst.gymszbad.de/nationalsozial ... rmania.htm (Letzter Aufruf 6.04.2011)
http://berliner-unterwelten.de/mythos-g ... 637.0.html (Letzter Aufruf 6.04.2011)
http://www.welt.de/vermischtes/article1 ... ollte.html (Letzter Aufruf 6.04.2011)
http://www.panorama-b.de/germania.0.html (Letzter Aufruf 6.04.2011)
http://www.welt.de/kultur/article180003 ... erden.html (Letzter Aufruf 6.04.2011)
http://www.stern.de/politik/geschichte/ ... 37921.html (Letzter Aufruf 6.04.2011)
http://www.dhm.de/lemo/html/nazi/kunst/ ... index.html (Letzter Aufruf 6.04.2011)
http://einestages.spiegel.de/static/aut ... blieb.html (Letzter Aufruf 6.04.2011)
http://books.google.de/books?id=GQRIeUm ... NS&f=false (Letzter Aufruf 6.04.2011)
http://www.welt.de/kultur/article141452 ... html?pg=10 (Letzter Aufruf 6.04.2011)
http://www.welt.de/regionales/berlin/ar ... erlin.html (Letzter Aufruf 6.04.2011)
http://www.treffpunkt-berlin.eu/berlin- ... hof-71.php (Letzter Aufruf 6.04.2011)
http://germspeer.blogspot.com/2010/06/a ... 51981.html (Letzter Aufruf 6.04.2011)
http://www.german-architecture.info/GER ... -NS-10.htm (Letzter Aufruf 6.04.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalallegorie_Germania (Letzter Aufruf 6.04.2011)
http://www.german-reich.de/reichskanzlei_teil_IV.html (Letzter Aufruf 6.04.2011)
http://www.detailx.de/community/blogs/u ... -germania/ (Letzter Aufruf 6.04.2011)
http://www.fireballs-land.de/apboard/thread.php?id=3296 (Letzter Aufruf 6.04.2011)
http://kunst.gymszbad.de/nationalsozial ... rmania.htm (Letzter Aufruf 6.04.2011)
http://www.bonfortionoes.com/tag/flughafen/ (Letzter Aufruf 6.04.2011)
http://www.nyc-architecture.com/ARCH/No ... st-GER.htm (Letzter Aufruf 6.04.2011)




Autor: Freiherr von Woye

 

Das Thema

Deutsches Liedgut
 
Die Seele, die Wünsche und die Geschichte in einem Lied

 

Aus einfachen Texten entstanden, aus Situationen des alltäglichen Lebens der Vergangenheit, sind Sie heute die musikalischen Augenzeigen deutscher Geschichte - Lieder. So hat das deutsche Volkslied eine lange textliche wie musikalische Traditionen im deutschsprachigen Raum. Dabei stehen Sie als musikalische Zeugnisse („Volkslieder“) nicht nur für eine idealisierte, vergangene ländliche Kultur, sondern spiegeln die Geschichte in militärischer, politischer und regionaler Perspektive wieder. Will man eine Entwicklung aufzeigen, so ist das Mittelalter als Gründungsphase zu betrachten, wobei sich die Lieder, Vortragsweisen und Melodien immer verfeinerten. Als Hochphase wird die deutsche Romantik gesehen, die wie keine andere Epoche den Liedern ihren Stempel aufdrückte. Lange Texte, die im Reim und Sinngehalt bis heute als beispielhaft verstanden werden. Herder und andere Vertreter haben aus dem Volkslied zu jeder Seit ein Abbild der Kultur und Gesellschaft gemacht .
Doch ist es gerade die oftmals einfache Konstruktion der Volkslieder, deren einprägsamer Charme, Reim und Inhalt, der schon früh für die Begeisterung der Massen genutzt wurde. Waren es anfangs aufmunterne und motivierende Soldatenlieder, so entwickelten sich mitunter Protestlieder daraus, die ihre politische Wirkung nicht vefehlten. In der Neuzeit wurde diese Wirkung auf die Spitze getrieben und das Volkslied regelrecht missbraucht. So galten im Nationalsozialismus sie so typischen, rückwärts gewandten Rekonstruktionen teilweise als obsolet. Dennoch kann man diese Phase wohl als einen der Aspekte des einfachen Liedes aus bzw. für das Volk für typisch halten und es war nur eine Frage der Zeit, bis sich die Ideologien der Moderne sich diese Wirkung zu nutze machten. Heute wird sich die Wirkung auch noch zu nutze gemacht, doch nicht mehr im negativen und politischen, sondern eher im populistischen und medienwirksamen. Heut findet man die Grundstruturen der Volkslieder, die sich durch eine bestechende Einfachheit großer Beliebtheit erfreuten, vor allem im Schlager aber auch den neueren Formen der Populärmusik wieder. Wichtig dabei zu bemerken, dass sich das Volkslied nie eine die gesamte Sparte deutscher Lieber einordnen lässt, sondern immer von der volkstümlichen Musik abzugrenzen ist.

 

„Was ist das alte, klassische Volkslied? Es ist das Lied des ganzen, in sich noch geschlossenen Menschen, jenes starken Menschen, der alle Entwicklungsformen und -möglichkeiten noch in sich trug, der nur recht von Herzen zu singen brauchte, um dem ganzen Volke Herzenskünder zu werden. Diese Art Menschen lebt heute noch, draußen in den stillen Landeswinkeln, sie aber neu zu schaffen ist menschenunmöglich, unmöglich, da aller Fortschritt unserer Zeit auf einem Opfer gleichsam des ganzen, vollen Lebens beruht, auf einem trotzigen Sprunge ins Halbleben des Sonderberuflers und Spezialisten.“


Hans Breuer, Der Zupfgeigenhansl, Vorwort zur 10. Auflage 1913

 

Historie

Die Zeit des Deutschen in der Romantik bevorzugt „Einfache, Naturnahe, Ursprüngliche und Unverfälschte“. Diese Voraussetzungen werden von den bis heute bekannten Dichtern und Autoren verwirklicht, so auch Johann Gottfried Herder, Johann Wolfgang von Goethe und Gotthold Ephraim Lessing, die wegweisend an der Entstehung der Deutschen Volkslieder beteiligt waren. Die Volksseele ist dabei immer Hauptinhalt und Intention der Lieder, die zu Recht als popular song übersetzt werden. Keine hochgestochenen, zeittypischen Poesie der gebildeten Schichten, sondern die einfache Ausdrucksweise dominieren die Lieder, wobei der Gassenhauer oder das Straßenlied nicht mit diesen Liedern gleichzusetzen war. Ein nationalistisches und patriotisches Gedankengut setzt sich in den Lieder durch.

„Eine kleine Sammlung […] Lieder aus dem Munde jeden Volks, über die vornehmsten Gegenstände und Handlungen ihres Lebens, in eigener Sprache, zugleich gehörig verstanden, erklärt, mit Musik begleitet. […]“ Er erwartet, so mehr zu erfahren „[…] von Denkart und Sitten der Nation! von Ihrer Wissenschaft und Sprache! Von Spiel und Tanz, Musik und Götterlehre!“ Sachverhalte, „[…] auf die der Menschenkenner doch immer am begierigsten ist […]“ Er fordert am Ende berufene Personen aller Nationen zu Sammlung und Studium solchen Liedgutes auf in der Gewissheit, „[…] andern Nationen gäben sie hiermit die lebendigste Grammatik, das beste Wörterbuch und Naturgeschichte ihres Volkes in die Hände“.



Herder

„Mag nur ein Geselle, Landsknecht, oder Reiter, ein Gelehrter, ein Vornehmer oder aber einer der berufsmäßigen 'Singer' der Dichter eines Volksliedes sein, es ist und bleibt einer aus der großen Menge. Und selbst wo uns fest umrissene Charaktere, bekannte Namen entgegentreten: Luther, Hutten, Hans Sachs u.a, da verleugnen ihre Volkslieder die allgemeinen Familienzüge nicht. Eben weil hier diese Dichter aus dem Volksempfinden heraus zu dichten vermochten, weil sie sich mit dem ganzen Volke eins und sich als lebendiges Glied des Ganzen fühlten: deshalb wurden ihre Lieder Volkslieder.“


Prof. Dr. Julius Sahr in 'Das deutsche Volkslied', Leipzig, Göschen, 1912

„In seinen Lieder hat der Deutsche gelacht und geweint, geträumt und geklagt, gekämpft und gerungen, gezürnt und gebetet; sie sind deshalb ein Stück deutschen Geistes- und Gemütslebens.“


Franz M. Böhme in 'Deutscher Liederhort', Leizpig, Breitkopf & Härtel, 1893

 


Wenn wir die Entstehung der ersten Volkslieder in den historischen Kontext setzen, dann trifft diese musikalische Gründerzeit auf eine europaweite Freiheits- und Nationalbestrebung, die sich um die Mitte des 19. Jahrhunderts weiter vertiefte. Man traf den Kern der Zeit und sprach die Leute - das Volk - auf einer Ebene, die den Leuten aus der Seele sprach: Stimmen der Völker in Liedern! Herder will damit die Menschen retten, denn die sich wandelnden Lebensbedingungen des beginnenden Kapitalismus und der Industrialisierung, brachten eine neue Entwicklung im Volk, die sich in den Lieder ausdrücken sollte und etwas von der alten, traditionellen Zeit bewahren sollte. „Das Volk“ sang und hielt sich so am Leben.


Autoren/Liedermacher

Wichtige Autoren und Liedermacher:

Achim von Arnim
Clemens Brentano
Matthias Claudius
Simon Dach
Heinrich Heine
Wilhelm Müller
Ludwig Uhland
Johann Friedrich Reichardt
Johann Abraham Peter Schulz
Friedrich Silcher
Carl Friedrich Zelter
Christian Gottfried Krause
Ludwig Erk
Franz Magnus Böhme
Louis Pincks

Historisches II

„Durch die deutsche Volksdichtung geht ein

 

tiefreligiöser Zug.“


Otto Böckel in 'Das deutsche Volkslied'. Marburg, Elwert, 1908

Der Volkston sollte die Musik machen und nicht die musikalische Begleitung spielt nun die Hauptrolle, sondern die Stimme und der Text. Man kann noch heute den Text lesen und ohne Musik die Stimmung herauslesen. Dabei will der Dichter sogar die Veränderung der Lieder durch mündliche Weitergabe: „Nichts in der Welt hat mehr Sprünge und kühne Würfe als die Lieder des Volkes!“ So kam zum Unterhaltungsfaktor auch die Entwicklungsfaktor dazu, denn die kleinen Veränderungen machten den Reiz aus, brachten neue gesellschaftliche Untertöne ins Spiel ein. Leider verursachte die industrielle Revolution, mit ihrem rasanten gesellschaftlichen Wandel, einen Nachlass in der Pflege und Tradierung des Volksliedes. Diese Entwicklung ging im 20. Jahrhundert so weiter und bei den neuen Singebewegungen des 20. Jahrhunderts handelt es sich kaum noch um Musikpraxen, die „authentisch aus dem Volk geschöpft“ sind, sondern eher um ein romantisch-nostalgisches Zurückgreifen auf ein Repertoire, das längst in Liederbüchern überliefert ist und kaum noch einen Bezug zur Lebensrealität darstellt.
 

„Viele Volksweisen sind wahre Perlen der Tonkunst. Soll doch Beethoven einmal erklärt haben, er gebe seinen ganzen Komponistenruhm um die Erfindung der Volksweise 'Innsbruck, ich muß dich lassen' (Nun ruhen alle Wälder)! Und wahrlich, auch unsere heutigen Tonmeister könnten manchmal mit Nutzen bei dem Volksliede in die Lehre gehn.“


Dr. J.W. Bruinier in 'Das deutsche Volkslied'. Leipzig, B.G. Teubner, 1914

 

 

„Der Reim des Volksliedes bedarf nicht der Vollendung, die ihm die heutige Kunstpoesie gibt und geben muß, da er durch die Melodie eine Veredlung und Hervorhebung erfährt, die ihn dem Ohre viel annehmbarer macht wie ein bloßes Lesen oder Sprechen.“
Fr.W. Freiherr von Ditfurth in 'Fränkische Volkslieder'. Leipzig, Breitkopf & Härtel, 1855.



„Nur Kulturblasiertheit oder oberflächliste Betrachtung findet im Volkslied weiter nichts als eine naive Art der Volksbelustigung oder als die unterste Stufe der Poesie. Wer tiefer blickt, entdeckt in im wirklich einen guten Genius des Volkes.“
Bischof Keppler in 'Mehr Freude', Freiburg i.B., Herder, 1911

 

Historisches III

Eine neue Entwicklung lässt sich in den Liedern erkennen, einen politischen Aspekt, denn in den Arbeiter- und Studentenlieder wollte man wieder Position beziehen - früher aus nationalen Einheitsgedanken, nun aus politischen Erwägungen - das löst eine neue „Renaissance“ des Volksliedes aus. Die Jugend singt, die Musik verbindet und Deutschland wird dich die Lieder wieder ein singendes Land bzw. ein gemeinsam denkendes Land. Ein Prozess, denn der Nationalsozialismus für sich auszunutzen wusste. Gemeinsam denken heiß für die Nazis gleichgeschalten, Volkstum und Heimat sollen wieder in den Vordergrund treten. Doch die Lieder wurden auch vom Widerstand gesungen und trugen den Freiheitsgedanken weiter fort: „Tot sind unsre Lieder, unsre alten Lieder. Lehrer haben sie zerbissen, Kurzbehoste sie verklampft, braune Horden totgeschrien, Stiefel in den Dreck gestampft.“



In der Bundesrepublik Deutschland kommen die Volkslieder durch die 60er und die Protestbewegung wieder nach vorn. Es wurden Lieder der deutschen Arbeiterbewegung geschrieben, aber auch die Populärmusik kam auf das Volkslied zurück. Auch die DDR nahm den Volksliedgedanken wieder auf. Heute ist es die Neofolk-Bewegung, die das Volkslied am Leben erhalten - der Mittelalter-Rock wird dabei nur zu gerne als Vergleichspunkt herangezogen. Aber auch leider benutzen die Neuen Rechten und dem Rechtsextremismus den Nationalgedanke dieser Leider für ihre Ziele.

 

 

„Es muß etwas in diesen Liedern stecken, was ihnen Stärke gibt, dem Zahn der Zeit zu trotzen, der so schnell an unseren schönsten Opernarien nagt. “


Eiwert, A., Ungedr. Rest alten Gesanges, Gießen, 1784

„Wenn das Volk sein Volkslied erst wieder kennen und schätzen lernt, dann ist nur noch ein kleiner Schritt dazu, daß es dies Lied auch wieder gemeinsam und frei singen lernt, und wo dies sich wieder einbürgert, da hat der Volksgesang seine Aufersteheung gefeiert. “


Der Verfasser in 'Zur Pflege des Volksliedes und Volksgesanges.' 1920

 


2. Weltkrieg

Lieder des Zweiten Weltkrieges

 

Der Krieg schafft die Voraussetzung Mythen, Geschichte und Erlebnisse in Lieder zufassen. Die Identität von Streikräften, Waffengattungen und Verbänden bilden dabei den Kern solcher Lieder, die beschwören, begleiten und Mut schaffen soll. Hier einige Beispiele, leider werden solche Lieder auch nur zu gerne von der Ideolgie wie Propaganda für ihre Zwecke missbraucht!

 

Texte

 

Es zog ein Regiment vom Ungarland herauf
aus Kärnten (19. Jahrhundert)

 

Es zog ein Regiment
Vom Ungarland herauf
Ein Regiment zu Fuß,
Ein Regiment zu Pferd,
Ein Batallion Soldaten

Bei einer Frau Wirtin,
Da kehrten sie ein,
Frau Wirtin schenkt' ihn'n
Den kühlen Wein,
Durch ihr feins Töchterlein.

Und als der helle,
Lichte Tag anbrach,
Und als das Mägdlein
Vom Schlafe auferwacht
Da fing es es an zu weinen.

Ach schwarzbraunes Mädel,
Warum weinest du so sehr?
Ein Unteroffizier (mit an Beidl wie a Stier)
Hat mir mein Ehr' genommen."

Der Hauptmann, der war
Ein gestrenger Mann,
Die Trommeln ließ er rühren,
Soldaten aufmarschieren
Den Fähnrich ließ er henken.

Es zog ein Regiment
Vom Ungarland heraus,
ein Regiment zu Fuß,
Ein Regiment zu Pferd,
Ein Bataillon Soldaten

Württemberg 1818

 

Preisend mit viel schönen Reden
Ihrer Länder Wert und Zahl,
Saßen viele deutsche Fürsten
Einst zu Worms im Kaisersaal.

„Herrlich“, sprach der Fürst von Sachsen,
„Ist mein Land und seine Macht;
Silber hegen seine Berge
Wohl in manchem tiefen Schacht.“

„Seht mein Land in üpp'ger Fülle,“
Sprach der Kurfürst von dem Rhein,
„Goldne Saaten in den Tälern,
Auf den Bergen edlen Wein!“

„Große Städte, reiche Klöster!“,
Ludwig, Herr zu Bayern sprach.
„Schaffen, daß mein Land dem euren
wohl nicht steht an Schätzen nach.“

Eberhard, der mit dem Barte,
Württembergs geliebter Herr,
Sprach: „Mein Land hat kleine Städte,
Trägt nicht Berge silberschwer;

Doch ein Kleinod hält's verborgen:
Daß in Wäldern, noch so groß,
Ich mein Haupt kann kühnlich legen
Jedem Untertan in Schoß.“

Und es rief der Herr von Sachsen,
Der von Bayern, der vom Rhein:
„Graf im Bart! Ihr seid der Reichste!
Euer Land trägt Edelstein!“

Feuerwehr Kamerad
(Quelle und Verfasser unbekannt)

 

Kamerad sein in der Feuerwehr
ist uns´re schönste Zier,
Denn Gott zur Ehr
dem Nächsten zur Wehr,
ja das geloben wir.
Wir messen nicht nach groß und klein,
nach Anseh´n, arm und reich.
Wir sind für alle hilfsbereit,
vor uns ist jeder gleich.
Refrain:

Wir sind ja da, wir halten Wacht,
bei Tag und bei der Nacht,
hilft keiner mehr, hilft keiner mehr,
hilft doch die Feuerwehr.

Wenn Sirenen heulen in das Land,
Alarm der Feuerwehr!
Einer für Alle, Mann für Mann,
dann fehlt auch keiner mehr.
Treu erfüllt sie ihre Pflicht,
hilft dem Nächsten in der Not,
an sich selber denkt der Retter nicht,
das ist sein höchst Gebot.

Wir sind ja da, wir halten Wacht,
bei Tag und bei der Nacht,
hilft keiner mehr, hilft keiner mehr,
hilft doch die Feuerwehr.

Rote Flammen in den Himmel zieh´n,
der Sturm bricht los mit Macht.
In Rauch und Qualm verhüllet brennt,
die Habe in der Nacht.
Die Leitung schnell zum Brandplatz hin
bei Hitze und bei Harsch,
die Pumpe läuft -
Kommando schallt:
"Alle Rohre Wasser marsch!"

Wir sind ja da, wir halten Wacht,
bei Tag und bei der Nacht,
hilft keiner mehr, hilft keiner mehr,
hilft doch die Feuerwehr.

Ist der Brand vorbei, die Wehr rückt ein,
in später Abendstund´
dann folgt für uns im Freundeskreis
der wohlverdiente Trunk.
Hebt die Gläser hoch und stosset an,
der Dienst war hart und schwer.
Auf´s wohl der Kommandanten
und der ganzen Feuerwehr.

Wir sind ja da, wir halten Wacht,
bei Tag und bei der Nacht,
hilft keiner mehr, hilft keiner mehr,
hilft doch die Feuerwehr.

Grenadiermarsch

 

 

Fridericus Rex, unser König und Herr,
Der rief seine Soldaten allesamt ins Gewehr;
|: Zweihundert Batallions und an die tausend Schwadronen,
Und jeder Grenadier kriegt sechzig Patronen. :|

2. Ihr verfluchten Kerls," sprach Seine Majestät",
Dass ein jeder in der Bataille seinen Mann mir steht!
|: Sie gönnen mir nicht Schlesien und die Grafschaft Glatz
Und die hundert Millionen in meinem Schatz." :|

3. "Die Kais'rin hat sich mit den Franzosen alliiert
Und das römische Reich gegen mich revoltiert;
|: Die Russen seind gefallen in Preußen ein;
Auf, laßt uns zeigen, daß wir brave Landeskinder sein!" :|

4. "Meine Generale Schwerin und der Feldmarschall von Keith
Und der Generalmajor von Ziethen seind allemal bereit,
|: Potz, Mohren, Blitz und Kreuzelement,
Wer den Fritz und seine Soldaten noch nicht kennt!" :|

5. Nun adjö, Luise, wisch ab das Gesicht!
Eine jede Kugel, die trifft ja nicht!
|: Denn träf' jede Kugel apart ihren Mann,
Wo kriegten die Könige ihre Soldaten dann? :|

6. Die Musketenkugel macht ein kleines Loch;
Die Kanonenkugel macht ein viel größeres noch;
|: Die Kugeln sind alle von Eisen und Blei,
Und manche Kugel geht manchem vorbei. :|

7. Unsre Artillerie hat ein vortreffliches Kaliber,
Und von den Preußen geht keiner zum Feind nicht über;
|: Die Schweden, die haben verflucht schlechtes Geld;
Wer weiß, ob der Östreicher besseres hält. :|

8. Mit Pomade bezahlt den Franzosen ihr König;
Wir kriegen's alle Wochen bei Heller und Pfennig.
|: Potz, Mohren, Blitz und Kreuzsakrament,
Wer kriegt so prompt wie der Preuße sein Traktement! :|

9. Friedricus, mein König, den der Lorbeerkranz ziert,
Ach hättest du nur öfters zu plündern permittiert.
|: Friedericus Rex, mein König und Held,
Wir schlügen den Teufel für dich aus der Welt!

Das Kaiserjägerlied

Wir Jäger lassen schallen
Ein froh gewaltig Lied, hurra!
Und gelten soll es allen,
Zerstreut in Nord und Süd, hurra!
Im Osten und im Westen,
Wo unsre Fahne weht,
Wir zählen zu den Besten,
So lang die Treu' besteht.
Und sieht man uns so sagt man,
Und alles läuft und rennt:
Das sind die Kaiserjäger
Vom ersten Regiment.

Wenn wir hinausmarschieren
Ins weite, freie Feld, hurra!
Und frisch dort exerzieren,
Es jedem wohl gefällt, hurra!
Da schauen uns die Mädchen
Auch immer gerne zu
Und jede möcht' im Stillen
Auch so an Jägersbue.
Auf d'Nacht, da gibt's an Drahrer
Mit seiner Jagerin,
Wir sind die Kaiserjäger
Vom ersten Regiment.

Wenn vor dem Feind wir stehen
Mit mutgeschwellter Brust, hurra!
Muß alles in Scherben gehen
Bei unsrer Kampfeslust, hurra!
Bei uns, da gibt's kein Weichen;
Wir stehen Mann für Mann
Stark wie die deutschen Eichen,
Die niemand brechen kann.
Und sinkt auch mancher nieder,
Im Herz die Kugel brennt,
Wir sind die Kaiserjäger
Vom ersten Regiment.

 

Preußenlied
(Preußische Nationalhymne)

 

Ich bin ein Preuße! kennt ihr meine Farben?
Die Fahne schwebt mir weiß und schwarz voran;
Daß für die Freiheit meine Väter starben,
Das deuten, merkt es, meine Farben an;
Nie werd´ich bang´verzagen;
Wie jene will ich´s wagen.
Refrain: Sei´s trüber Tag, sei´s heitrer Sonnenschein:
Ich bin ein Preuße, will ein Preuße sein!

Mit Lieb´und Treue nah´ich mich dem Throne,
Von welchem mild zu mir ein Vater spricht;
Und wie der der Vater treu mit seinem Sohne,
So steh´ich treu mit ihm und wanke nicht.
Fest sind der Liebe Bande;
Heil meinem Vaterlande!
Refrain: Des Königs Ruf dringt in das Herz mir ein:
Ich bin ein Preuße, will ein Preuße sein!

Nicht jeder Tag kann glüh´n im Sonnenlichte,
Ein Wölkchen und ein Schauer komm´zur Zeit;
Drum lese keiner mir es im Gesichte,
Daß nicht der Wünsche jeder mir gedeiht;
Wohl tauschen nah und ferne
Mit mir gar viele gerne;
Refrain: Ihr Glück ist Trug und ihre Freiheit Schein,
Ich bin ein Preuße, will ein Preuße sein!

Und wenn der böse Sturm mich wild umsauset,
Die Nacht entbrennt in des Blitzes Glut;
Hat´s doch schon ärger in der Welt gebrauset.
Und was nicht bebte, war der Preußen Mut.
Mag Fels und Eiche splittern,
Ich werde nicht erzittern!
Refrain: Es stürm´und krach´, es blitze wild darein!
Ich bin ein Preuße, will ein Preuße sein!

Wo Lieb´ und Treu´ sich so dem König weihen,
Wo Fürst und Volk sich reichen so die Hand;
Da muß des Volkes wahres Glück gedeihen,
Da blüht und wächst das schöne Vaterland.
So schwören wir aufs neue
Dem König Lieb´und Treue.
Refrain: Fest sei der Bund! Ja, schlaget mutig ein!
Wir sind ja Preußen, laßt uns Preußen sein!

Lützows wilde Jagd

Text: Theodor Körner - 24. 4. 1813
Musik: Karl Maria v. Weber - 1814 (1786 - 1826)

Der Titel des Liedes wird in manchen Büchern auch mit "Was glänzt dort vorm Walde..." oder "Was glänzt dort im Walde..." wieder gegeben.

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Tonsatz: Karl Maria von Weber, 1814
Interpret: Erich Kunz, "Deutsche Studentenlieder"

1. Was glänzt dort vom Walde im Sonnenschein?
Hör's näher und näher brausen.
Es zieht sich herunter in düsteren Reihn,
Und gellende Hörner schallen darein,
Erfüllen die Seele mir Grausen.
Und wenn ihr die schwarzen Gesellen fragt:
Das ist,

Kehrreim:
|: Das ist Lützows wilde, verwegene Jagd. :|

2. Was zieht dort rasch durch den finstern Wald
Und streift von Bergen zu Bergen?
Es legt sich in nächtlichen Hinterhalt,
Das Hurra jauchzt, und die Büchse knallt,
Es fallen die fränkischen Schergen.
Und wenn ihr die schwarzen Jäger fragt:
Das ist,

3. Wo die Reben dort glühen dort braust der Rhein,
Der Wütrich geborgen sich meinte;
Da naht es schnell mit Gewitterschein
Und wirft sich mit rüstigen Armen hinein
Und springt an das Ufer der Feinde.
Und wenn ihr die schwarzen Schwimmer fragt:
Das ist,

4. Was braust dort im Tale die laute Schlacht,
Was schlagen die Schwerter zusammen?
Wildherzige Reiter schlagen die Schlacht,
Und der Funke der Freiheit ist glühend erwacht
Und lodert in blutigen Flammen.
Und wenn ihr die schwarzen Reiter fragt:
Das ist,

5. Was scheidet dort röchelnd vom Sonnenlicht,
Unter winselnden Feinde Gebettet?
Es zucket der Tod auf dem Angesicht,
Doch die wackern Herzen erzittern nicht,
Das Vaterland ist ja gerettet!
Und wenn ihr die schwarzen Gefallnen fragt:
Das war,

6.. Die wilde Jagd und die deutsche Jagd
Auf Henkersblut und Tyrannen!
Drum, die ihr uns liebt, nicht geweint und geklagt!
Das Land ist ja frei, und der Morgen tagt,
Wenn wir's auch nur sterbend gewannen.
Und von Enkeln zu Enkeln sei's nachgesagt:
Das war,

 

Text: Joh. H. Chr. Nonne , 1814
(zum "Oktoberfeuer" am Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig 18. Oktober 1814)
Musik: auf die Melodie "Feinde ringsum" - E. L. S. Gläser , 1791

 

Siehe, wir stehn
treu im geweiheten Kreise
dich zu des Vaterlands Preise
brennen zu sehn.

Heilige Glut!
Rufe die Jugend zusammen,
daß bei den zischenden Flammen
wachse der Mut.

Hier auf den Höhn
leuchte, du brennendes Zeichen,
daß alle Feinde erbleichen,
wenn sie dich sehn.

Finstere Nacht
lag auf Germania's Auen:
Da ließ Jehova sich schauen,
der uns bewacht.

Licht, brich herein!
Sprach er: da sprühten die Flammen,
schlugen in Gluten zusammen
über dem Rhein.

Und er ist frei!
Flammen umbrausen die Höhen,
die um den Herrlichen stehen,
jauchzt, er ist frei!

Stehet vereint,
Brüder, und laßt uns mit Blitzen
unsre Gebirge beschützen
gegen den Feinde!

Leuchtender Schein!
Siehe, wir singende Paare
schwören am Flammenaltare.
Deutsche zu sein!

Höre das Wort!
Vater, auf Leben und Sterben,
hilf uns die Freiheit erwerben!
Sei unser Hort!

Burschen, heraus!

 

1. Burschen, heraus! Lasset es schallen von Haus zu Haus! Wenn der Lerche Silberschlag grüßt des Maien ersten Tag, dann heraus, und fragt nicht viel, frisch mit Lied und Lautenspiel! Burschen, heraus!

2. Burschen, heraus! Lasset es schallen von Haus zu Haus! Ruft um Hilf' die Poesei gegen Zopf und Philisterei, dann heraus bei Tag und Nacht, bis sie wieder freigemacht! Burschen, heraus!

3. Burschen, heraus! Lasset es schallen von Haus zu Haus! Wenn es gilt für's Vaterland, treu die Klingen dann zur Hand, und heraus mit mut'gem Sang, wär' es auch zum letzten Gang! Burschen, heraus!

Bier her! Bier her!

 

1. |: Bier her! Bier her! oder ich fall' um, juchhe! :| Soll das Bier im Keller liegen, und ich hier die Ohnmacht kriegen? Bier her! Bier her! oder ich fall' um!

2. |: Bier her! Bier her! oder ich fall' um, juchhe! :| Hat der Wirt kein Glasel mehr, bring er's halt im Fassel her! Bier her! Bier her! oder ich fall' um!

3. |: Bier her! Bier her! oder ich fall' um, juchhe! :| Wenn ich nicht gleich Bier bekumm', schmeiß' ich's ganze Wirtshaus um! Bier her! Bier her! oder ich fall' um!

 

"Der Gott der Eisen wachsen ließ"

Text: Ernst Moritz Arndt - 1812
Musik: Albert Methfessel - 1818 - (1785-1869)

Auf dem blutigen Höhepunkt der napoleonischen Kriege hatte der vaterländische Dichter Ernst Moritz Arndt 1812 sein Kampflied "Der Gott, der Eisen wachsen ließ" verfasst, ein Text, der in seiner martialischen Phantasie davon träumt, mit dem "Franzosenblut" das "Eisen (zu) röten".

 

Der Gott, der Eisen wachsen liess
der wollte keine Knechte,
drum gab er Säbel, Schwert und Spieß
dem Mann in seine Rechte;
drum gab er ihm den kühnen Mut
den Zorn der freien Rede,
daß er bestände bis aufs Blut
bis in den Tod die Fehde

So wollen wir, was Gott gewollt
mit rechter Treue halten
und nimmer im Tyrannensold
die Menschenschädel spalten.
Doch wer für Tand und Schande ficht
den hauen wir zu Scherben,
der soll im deutschen Lande nicht
mit deutschen Männern erben

O Deutschland, heil'ges Vaterland!
O deutsche Lieb' und Treue!
Du hohes Land, du schönes Land!
Dir schwören wir aufs neue:
Dem Buben und dem Knecht die Acht!
Der fütt're Krähn und Raben.
So ziehn wir aus zur Herrmansschlacht
und wollen Rache haben.

Lasst brausen, was nur brausen kann
in hellen, lichten Flammen!
Ihr Deutschen alle, Mann für Mann
fürs Vaterland zusammen!
Und hebt die Herzen himmelan
und himmelan die Hände,
und rufet alle, Mann für Mann
Die Knechtschaft hat ein Ende!

Laßt klingen, was nur klingen kann
Trompeten, Trommeln, Flöten
Wir wollen heute Mann für Mann
mit Blut das Eisen röten
mit Henker- und mit Knechteblut
o süßer Tag der Rache
Das klinget allen Deutschen gut
daß ist die große Sache

Lasst wehen nur, was wehen kann
Standarten wehn und Fahnen!
Wir wollen heut uns Mann für Mann
zum Heldentode mahnen:
Auf, fliege, stolzes Siegspanier
voran dem kühnen Reihen!
Wir siegen oder sterben hier
den süssen Tod der Freien

„Von wegen des heiligen Deutschen Reichs – An Jahn“

Bekanntes deutsches Volks- und Studentenliedes
Max von Schenkendorf von 1814.

Die Melodie wurde in leicht abgewandelter Form von Pour aller à la chasse faut être matineux („Wer jagen will, muss früh aufstehen“), einem französischen Jagdlied von 1724, übernommen. Leider wurde diese bedeutende Liedgut im Dritten Reich wurde das Lied als „Treuelied“ von der Schutzstaffel (SS) in entfremdeter Form verwendet. Die letzte Zeile markiert die wichtigste Unterscheidung für Versionen des a) von Kaiser und von Reich / b) von unserem Österreich.

 

Der Text der geistlichen Version von Friedrich von Hardenberg ( Novalis ):

Wenn alle untreu werden,
So bleib' ich dir doch treu;
Daß Dankbarkeit auf Erden
Nicht ausgestorben sei.
Für mich umfing dich Leiden,
Vergingst für mich in Schmerz;
Drum geb' ich dir mit Freuden
Auf ewig dieses Herz.

Oft muß ich bitter weinen,
daß du gestorben bist,
Und mancher von den Deinen
Dich lebenslang vergißt.
Von Liebe nur durchdrungen
Hast du so viel getan,
Und doch bist du verklungen,
Und keiner denkt daran.

Du stehst voll treuer Liebe
Noch immer jedem bei;
Und wenn dir keiner bliebe,
So bleibst du dennoch treu;
Die treuste Liebe sieget,
Am Ende fühlt man sie,
Weint bitterlich und schmieget
Sich kindlich an dein Knie.

Ich habe dich empfunden,
O! lasse nicht von mir;
Laß innig mich verbunden
Auf ewig sein mit dir.
Einst schauen meine Brüder
Auch wieder himmelwärts,
Und sinken liebend nieder,
Und fallen dir ans Herz.


Versionen

Der originale Text von Max von Schenkendorf lautet:


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Wenn alle untreu werden,
So bleiben wir doch treu;
Daß immer noch auf Erden
Für euch ein Fähnlein sei.
Gefährten unsrer Jugend,
ihr Bilder bess'rer Zeit,
Die uns zu Männertugend
und Liebestod geweiht.

Wollt nimmer von uns weichen,
uns immer nahe sein,
treu wie die deutschen Eichen,
wie Mond und Sonnenschein.
Einst wird es wieder helle,
in aller Brüder Sinn,
sie kehren zu der Quelle
in Lieb und Freude hin.

Ihr Sterne seid uns Zeugen,
die ruhig nieder schau'n,
wenn alle Brüder schweigen
und falschen Götzen trau'n.
Wir woll'n das Wort nicht brechen
nicht Buben werden gleich,
woll'n predigen und sprechen
vom heil'gen Deutschen Reich.

Text: Hans Ferdinand Maßmann , 1820
Musik: Thüringer Volksweise

Das Lied war in Preußen vor dem ersten Weltkrieg für den Schulunterricht in der sechsten Klasse vorgeschrieben. Es war Teil der Kriegserziehung im Kaiserreich und ist heute noch in Bundeswehrliederbüchern zu finden.

 

 

Ich hab mich ergeben
Mit Herz und mit Hand,
Dir Land voll Lieb´ und Leben
Mein deutsches Vaterland!

Mein Herz ist entglommen,
Dir treu zugewandt,
Du Land der Freien und Frommen,
Du herrlich Hermannsland!

Du Land, reich an Ruhme,
Wo Luther erstand,
Für deines Volkes Tume
Reich ich mein Herz und Hand!

Ach Gott, tu erheben
Mein jung Herzensblut
Zu frischem freudigen Leben,
Zu freiem frommem Mut!

Will halten und glauben
an Gott fromm und frei
will Vaterland dir bleiben
auf ewig fest und treu.

Laß Kraft mich erwerben
in Herz und in Hand,
zu leben und zu sterben
fürs heil´ge Vaterland!
Noten:

"Ich hab mich ergeben mit Herz und mit Hand"

Das Lied der Deutschen

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Deutschland, Deutschland über alles,
Über alles in der Welt,
Wenn es stets zu Schutz und Trutze
Brüderlich zusammenhält,
Von der Maas bis an die Memel,
Von der Etsch bis an den Belt –
Deutschland, Deutschland über alles,
Über alles in der Welt!

Deutsche Frauen, deutsche Treue,
Deutscher Wein und deutscher Sang
Sollen in der Welt behalten
Ihren alten schönen Klang,
Uns zu edler Tat begeistern
Unser ganzes Leben lang –
Deutsche Frauen, deutsche Treue,
Deutscher Wein und deutscher Sang!

Einigkeit und Recht und Freiheit
Für das deutsche Vaterland!
Danach laßt uns alle streben
Brüderlich mit Herz und Hand!
Einigkeit und Recht und Freiheit
Sind des Glückes Unterpfand –
Blüh im Glanze dieses Glückes,
Blühe, deutsches Vaterland!

Deutsches Flaggenlied

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1. Stolz weht die Flagge Schwarz-Weiß-Rot
Von uns'rer Schiffe Mast,
Dem Feind weh', der sie bedroht,
Der diese Farben haßt!
Sie flattert an der Heimat Strand
Im Winde hin und her
Und weit vom deutschen Vaterland
Auf Sturmbewegten Meer!
|: Ihr woll'n wir treu ergeben sein,
Getreu bis in den Tod,
Ihr woll'n wir unser Leben weih'n,
Der Flagge Schwarz-Weiß-Rot! :|
Hurra!

2. Allüberall, wo auf dem Meer
Ein hoher Mast sich reckt,
Da steht die deutsche Flagge sehr
In Achtung und Respekt.
Sie bietet auf dem Meere Schutz
Dem Reiche allezeit,
Jedwedem tück'schen Feind zum Trutz,
Der Deutschlands Ehr' bedräut.
|: Fürwahr, wo uns're Flagge weht,
Da hat es keine Not,
Hoch leb', die stets in Ehren steht,
Die Flagge Schwarz-Weiß-Rot! :|
Hurra!

3. Und wenn ein feindlich Schiff sich naht
Und's heißt: "Klar zum Gefecht !"
So drängt es uns zur kühnen That,
Wir kämpfen für das Recht,
Und dringt ein feindliches Geschoß
In eines Seemanns Herz,
Nicht klagt der wack're Kampfgenoss',
Ihm macht es keinen Schmerz.
|: "Hoch !" ruft er dann: Das schadet nit,
Ich starb den Ehrentod
Für Deutschlands heiligstes Panier,
Die Flagge Schwarz-Weiß-Rot! :|
Hurra!

4. Und treibt ein feindliches Geschick
Uns an ein Felsenriff,
Gleichviel in welcherlei Gestalt
Gefahr droht unserm Schiff:
Wir weichen und wir wanken nicht,
Wir thun, wie's Seemanns Brauch,
Den Tod nicht scheuend unsre Pflicht
Selbst bis zum letzten Hauch.
|: Ja, mit den Wogen kämpfen noch
Der sterbende Pilot,
In seiner Rechten hält er noch
Die Flagge Schwarz-Weiß-Rot! :|
Hurra!

5. In Afrika, in Kamerun,
Der wilde Feind sich zeigt,
Der deutsche Seemann mutig ficht,
Er weichet nicht so leicht.
Der "Bismarck" und die "Olga" auch,
Sie hielten tapfer Stand,
Wo deutsches Blut vergossen ist
Im fernen wilden Land.
|: Starb auch so mancher Kampfgenoss'
Den echten Heldentod,
Hoch wehet doch in Afrika
Die Flagge Schwarz-Weiß-Rot! :|
Hurra!

6. Es tönen hell durch Deutschlands Gau'n :
Heil! Kaiser Wilhelm dir!
Du kannst auf uns're Treue bau'n,
Wir folgen mutig dir!
Und wie auch einst der Würfel fällt,
Sei's Friede oder Krieg,
Führst du uns an als Kaiserheld,
Ist unser doch der Sieg.
|: Hoch! Kaiser Wilhelm, lebe hoch!
Beschütze uns vor Not.
Lang' mögest du beschützen noch
Die Flagge Schwarz-Weiß-Rot! :|
Hurra!

Text: aus "Wallensteins Lager" (dem ersten Teil der Wallenstein - Trilogie)
Friedrich Schiller - 1797
Musik: Christian Jakob Zahn , 1797 - auch vertont von Albert Lortzing (1801-1851)
(Text auch als " Frisch auf Kameraden aufs Pferd " bekannt)

 

Wohlauf Kameraden auf´s Pferd, auf´s Pferd,
in das Feld, in die Freiheit gezogen;
im Felde, da ist der Mann noch was wert,
da wird das Herz noch gewogen;
da tritt kein anderer für ihn ein,
auf sich selber steht er da ganz allein.

Aus der Welt die Freiheit verschwunden ist,
man sieht nur noch Herren und Knechte;
die Falschheit herrscht und die Hinterlist
bei dem feigen Menschengeschlechte.
Der dem Tod ins Angesicht schauen kann,
der Soldat allein ist der freie Mann.

Des Lebens Ängste, er wirft sie weg,
hat nicht mehr zu fürchten, zu sorgen,
er reitet dem Schicksal entgegen keck,
trifft's heut nicht, trifft es doch morgen.
Und trifft es morgen, so laßt uns heut'
noch schlürfen die Neige der köstlichen Zeit !

Von dem Himmel, da fällt ihm sein lustig' Los,
braucht's nicht mit Müh' zu erstreben;
der Fröhner, der sucht's in der Erde Schoß,
da meint er den Schatz zu erheben,
er gräbt und schaufelt so lang er lebt,
und gräbt, bis er endlich sein Grab sich gräbt.

Der Reiter und sein geschwindes Roß,
sie sind gefürchtete Gäste;
es flimmern die Lampen im Hochzeitsschloß,
ungeladen erscheint er zum Feste.
Er wirbt nicht lange, er zeigt kein Gold,
im Sturm erringt er der Minne Sold.

Warum weint die Dirn' und zergrämet sich schier ?
Laß fahren dahin, laß fahren !
Er hat auf Erden kein bleibend Quartier,
kann treue Lieb nicht bewahren.
Das rasche Schicksal, es treibt ihn fort,
seine Ruh' läßt er an keinem Ort.

Auf des Degens Spitze die Welt jetzt liegt,
Drum froh, wer den Degen jetzt führet,
Und bleibt nur wacker zusammengefügt,
Ihr zwingt das Glück und regieret.
Es sitzt keine Krone so fest, so hoch,
Der mutige Springer erreicht sie doch.

Drum, frisch Kameraden, den Rappen gezäumt,
die Brust im Gefechte gelüftet !
Die Jugend brauset, das Leben schäumt,
frisch auf, eh' der Geist noch verdüftet !
Und setzet ihr nicht das Leben ein,
nie wird das Leben gewonnen sein.

Gott erhalte den Kaiser
(Österreich)

 

1. Gott erhalte Franz den Kaiser,
unsern guten Kaiser Franz!
Hoch als Herrscher, hoch als Weiser
steht er in des Ruhmes Glanz.
Liebe windet Lorbeerreiser
ihm zu ewig grünem Kranz.
Gott erhalte Franz den Kaiser,
unsern guten Kaiser Franz!

2. Über blühende Gefilde
reicht sein Zepter weit und breit.
Säulen seines Throns sind Milde,
Biedersinn und Redlichkeit.
Und von seinem Wappenschilde
Strahlet die Gerechtigkeit.
Gott erhalte Franz den Kaiser,
unsern guten Kaiser Franz!


3. Sich mit Tugenden zu schmücken,
achtet er der Sorgen wert.
Nicht, um Völker zu erdrücken,
flammt in seiner Hand das Schwert;
sie zu segnen, zu beglücken,
ist der Preis, den er begehrt.
Gott erhalte Franz den Kaiser,
unsern guten Kaiser Franz!

4. Er zerbrach der Knechtschaft Bande,
hob zur Freiheit uns empor.
Früh erleb’ er deutscher Lande,
deutscher Völker höchsten Flor
und vernehme noch am Rande
später Gruft der Enkel Chor:
Gott erhalte Franz den Kaiser,
unsern guten Kaiser Franz!

Die Internationale

 

Wacht auf, Verdammte dieser Erde,
die stets man noch zum Hungern zwingt!
Das Recht wie Glut im Kraterherde
nun mit Macht zum Durchbruch dringt.
Reinen Tisch macht mit dem Bedränger!
Heer der Sklaven, wache auf!
Ein Nichts zu sein, tragt es nicht länger
Alles zu werden, strömt zuhauf!
|: Völker, hört die Signale!
Auf zum letzten Gefecht!
Die Internationale
erkämpft das Menschenrecht. :|
Es rettet uns kein höh'res Wesen,
kein Gott, kein Kaiser noch Tribun
Uns aus dem Elend zu erlösen
können wir nur selber tun!
Leeres Wort: des Armen Rechte,
Leeres Wort: des Reichen Pflicht!
Unmündig nennt man uns und Knechte,
duldet die Schmach nun länger nicht!
|: Völker, hört die Signale!
Auf zum letzten Gefecht!
Die Internationale
erkämpft das Menschenrecht. :|
In Stadt und Land, ihr Arbeitsleute,
wir sind die stärkste der Partei'n
Die Müßiggänger schiebt beiseite!
Diese Welt muss unser sein;
Unser Blut sei nicht mehr der Raben,
Nicht der mächt'gen Geier Fraß!
Erst wenn wir sie vertrieben haben
dann scheint die Sonn' ohn' Unterlass!
|: Völker, hört die Signale!
Auf zum letzten Gefecht!
Die Internationale
erkämpft das Menschenrecht. :|

Die Gedanken sind Frei
( Fassung 1865, Deutsches Volkslied )

 

1. Die Gedanken sind frei
Wer kann sie erraten?
Sie rauschen vorbei
Wie nächtliche Schatten.
Kein Mensch kann sie wissen,
Kein Jäger sie schießen.
Es bleibet dabei:
Die Gedanken sind frei!

2. Ich denke was ich will
Und was mich beglücket,
Doch alles in der Still
Und wie es sich schicket.
Mein Wunsch und Begehren
Kann niemand verwehren.
Es bleibet dabei:
Die Gedanken sind frei!

3. Und sperrt man mich ein
Im finsteren Kerker,
Das alles sind rein
Vergebliche Werke;
Denn meine Gedanken
Zerreißen die Schranken
Und Mauern entzwei:
Die Gedanken sind frei.

4. Nun will ich auf immer
Den Sorgen entsagen,
Und will mich auch nimmer
Mit Grillen mehr plagen.
Man kann ja im Herzen
Stets lachen und scherzen
Und denken dabei:
Die Gedanken sind frei.

5. Ich liebe den Wein,
Mein Mädchen vor allen,
Die tut mir allein
Am besten gefallen.
Ich sitz nicht alleine
Bei einem Glas Weine,
Mein Mädchen dabei:
Die Gedanken sind frei

Wacht am Rhein

 

1.

Es braust ein Ruf wie Donnerhall,
wie Schwertgeklirr und Wogenprall:
Zum Rhein, zum Rhein, zum deutschen Rhein!
Wer will des Stromes Hüter sein?

Refrain

Lieb Vaterland magst ruhig sein,
lieb Vaterland magst ruhig sein:
Fest steht und treu die Wacht,
die Wacht am Rhein!
Fest steht und treu die Wacht,
die Wacht am Rhein!

2.

Durch Hunderttausend zuckt es schnell,
und aller Augen blitzen hell;
der Deutsche, bieder, fromm und stark, (Variante: der deutsche Jüngling, fromm und stark)
beschützt die heil'ge Landesmark.

Refrain

3.

Er blickt hinauf in Himmelsau'n,
da Heldenväter niederschau'n,
und schwört mit stolzer Kampfeslust:
Du Rhein bleibst deutsch wie meine Brust!

Refrain

4.

Solang ein Tropfen Blut noch glüht,
noch eine Faust den Degen zieht,
und noch ein Arm die Büchse spannt,
betritt kein Feind hier deinen Strand!

Refrain

5.

Der Schwur erschallt, die Woge rinnt
die Fahnen flattern hoch im Wind:
Am Rhein, am Rhein, am deutschen Rhein
wir alle wollen Hüter sein.

Refrain

Zwischen der 4. und 5. bzw der 3. und 4. Strophe wird in manchen Publikationen folgende Strophe eingeschoben, die zumindest schon 1870 nachweisbar[1] ist:

Und ob mein Herz im Tode bricht,
wirst du doch drum ein Welscher nicht.
Reich, wie an Wasser deine Flut,
ist Deutschland ja an Heldenblut!

Auf Kriegspostkarten des Ersten Weltkrieges wird auch die nachfolgende 7. Strophe verbreitet[2]:

So führe uns, du bist bewährt;
In Gottvertrau'n greif' zu dem Schwert,
Hoch Wilhelm! Nieder mit der Brut!
Und tilg' die Schmach mit Feindesblut!

Heil dir im Siegerkranz
Dr. Balthasar Gerhard Schumacher wurde das Lied im Berliner Nationaltheater aus Anlass des Geburtstags des preußischen Königs Friedrich Wilhelm II. (* 25. September) am 25. Mai 1795 öffentlich intoniert.

 

1.

Heil dir im Siegerkranz,
Herrscher des Vaterlands!
Heil, Kaiser, dir!
||: Fühl in des Thrones Glanz
Die hohe Wonne ganz,
Liebling des Volks zu sein!
Heil Kaiser, dir! :||

2.

Nicht Roß, nicht Reisige
Sichern die steile Höh’,
Wo Fürsten steh’n:
||: Liebe des Vaterlands,
Liebe des freien Manns
Gründen den Herrscherthron
Wie Fels im Meer. :||

3.

Heilige Flamme, glüh’,
Glüh’ und erlösche nie
Fürs Vaterland!
||: Wir alle stehen dann
Mutig für einen Mann
Kämpfen und bluten gern
Für Thron und Reich! :||

4.

Handel und Wissenschaft
Heben mit Mut und Kraft
Ihr Haupt empor!
||: Krieger- und Heldentat
Finden ihr Lorbeerblatt
Treu aufgehoben dort,
An deinem Thron! :||

5.

Dauernder stets zu blüh’n
Weh’ unsre Flagge kühn
Auf hoher See!
||: Wie so stolz und hehr
Wirft über Land und Meer
Weithin der deutsche Aar
Flammenden Blick. :||

6.

Sei, Kaiser Wilhelm, hier
Lang’ deines Volkes Zier,
Der Menschheit Stolz!
||: Fühl’ in des Thrones Glanz,
Die hohe Wonne ganz,
Liebling des Volks zu sein!
Heil, Kaiser, dir! :||

Grenadierlied

 

Steh' ich im Feld
Mein ist die Welt!
Bin ich nicht ein Offizier
Bin ich ein Grenadier
Steh' in dem Glied wie er
Weiß nicht, was besser wär!
Juchhe ins Feld
Mein ist die Welt.

Steh' ich im Feld
Mein ist die Welt!
Habe ich kein eigen Haus
Jagt mich auch niemand raus
Fehlt mir die Lagerstädt
Boden bist du mein Bett!
Juchhe ins Feld
Mein ist die Welt.

Steh' ich im Feld
Mein ist die Welt!
Habe ich kein Geld im Sack
Morgen ist Löhnungstag
Bis dahin jeder borgt
Niemand fürs Zahlen sorgt.
Juchhe ins Feld
Mein ist die Welt.

Steh' ich im Feld
Mein ist die Welt!
Habe ich kein Geld im Sack
Hab' ich doch Rauchtabak
Fehlt mir der Tabak auch
Nußlaub gibt auch guten Rauch.
Juchhe ins Feld
Mein ist die Welt.

Steh' ich im Feld
Mein ist die Welt!
Kommen mir dann zwei und drei
Haut mich mein Säbel frei
Schießt mich der Vierte tot
Tröstet mich der liebe Gott.
Juchhe ins Feld
Mein ist die Welt.

Prinz Eugenius vor Belgrad

 

Prinz Eugenius, der edle Ritter,
Wollt' dem Kaiser wied'rum kriegen
Stadt und Festung Belgerad.
Er ließ schlagen einen Brukken,
Daß man kunnt' hinüber rucken
Mit d'r Armee wohl vor die Stadt.

Als der Brucken war geschlagen,
Daß man kunnt' mit Stuck und Wagen
Frei passiern den Donaufluß,
Bei Semlin schlug man das Lager,
Alle Türken zu verjagen,
Ihn'n zum Spott und zum Verdruß.

Am einundzwanzigsten August soeben
Kam ein Spion bei Sturm und Regen,
Schwur's dem Prinzen und zeigt's ihm an,
Daß die Türken futragieren,
So viel, als man kunnt' verspüren,
An die dreimalhunderttausend Mann.

Als Prinz Eugenius dies vernommen,
Ließ er gleich zusammenkommen
Sein' Gen'ral und Feldmarschall.
Er tät sie recht instruieren,
Wie man sollt' die Truppen führen
Und den Feind recht greifen an.

Bei der Parol' tät er befehlen,
Daß man sollt' die Zwölfe zählen,
Bei der Uhr um Mitternacht.
Da sollt' all's zu Pferd aufsitzen,
Mit dem Feinde zu scharmützen,
Was zum Streit nur hätte Kraft.

Alles saß auch gleich zu Pferde,
Jeder griff nach seinem Schwerte,
Ganz still rückt' man aus der Schanz'.
Die Musketier' wie auch die Reiter
Täten alle tapfer streiten:
's war fürwahr ein schöner Tanz!

Ihr Konstabler auf der Schanzen,
Spielet auf zu diesem Tanzen
Mit Kartaunen groß und klein;
Mit den großen, mit den kleinen
Auf die Türken auf die Heiden,
Daß sie laufen all' davon!

Prinz Eugenius auf der Rechten
Tät als wie ein Löwe fechten,
Als Gen'ral und Feldmarschall.
Prinz Ludewig ritt auf und nieder'.
Halt't euch brav, ihr deutschen Brüder,
Greift den Feind nur herzhaft an!

Prinz Ludewig, der mußt' aufgeben
Seinen Geist und junges Leben,
Ward getroffen von dem Blei.
Prinz Eugen war sehr betrübet,
Weil er ihn so sehr geliebet,
Ließ ihn bring'n nach Peterwardein.

Aus der Liller Kriegszeitung 1916

 

1. Morgen marschieren wir
In Feindesland.
Mädel, so reiche mir
Noch mal die Hand.
Kehr ich nicht mehr zurück,
Was ist dabei?
Wenn nur mein Vaterland,
Wenn Deutschland frei.

2. Gib mir noch einen Kuß,
Mach' kein Gesicht,
Und wenn ich sterben muß,
So weine nicht.
Kämpfen und Sterben ja,
Bin gern bereit
Wenn nur das Vaterland,
Wenn Deutschland frei!

3. Fall ich durch Feindeshand
Im blut'gen Strauß,
Ruh' ich in Feindesland,
Mach Dir nichts draus.
Wenn ich nicht wiederkehr',
Was ist dabei?
Wenn nur das Vaterland,
Wenn Deutschland frei!

4. Sterb ich im Norden dann,
Fall ich im Süd,
Auf unsern Gräbern bald
Die Lilie blüht.
Bluten und Sterben gern -
Wohlan es sei!
Wenn nur mein Vaterland,
Wenn Deutschland frei.

Kriegslied der Division Blenker
American Civil War, 1861

 

 

Wir sind Deutsche und kämpfen
für die Freiheit der Union.
Fest im Glauben an die Einheit
so wie 48 schon.
Yankee Doodle auf den Lippen
ist Gerechtigkeit der Lohn
Für das Banner der Union!

Ref:

Auf für Lincoln und die Freiheit
auf für Lincoln und die Freiheit
auf für Lincoln und die Freiheit
für das Banner der Union!

Ob mit Blenker oder Küster
unserer Fahne ist das gleich
Wir marschieren in den Süden
Stürzen der Tyrannen Reich
Kommt der Feind mit großer Tücke
und versetzt uns einen Streich
Unsre Fahne niemals weicht!

Ref:

Kämpften wir einst gegen Fürsten
und feudale Tyrannei
Stehen wir jetzt gegen Feinde
deren Krieg das Land entzwei'
Den Rebellen dünken Ziele
wie die unsren einerlei
Darum tönt das Feldgeschrei:

Ref:

Seht die lange blaue Reihe
hört die Trommeln schlagen an
Aus der Nähe aus der Ferne
tönet stolz der Hörner Klang
Wir marschieren jetzt nach Süden
und es weiß ein jeder Mann
Dass der Feind nicht siegen kann!

Ref:

Max von Schenckendorf (1783-1817)
1813
(Befreiungskriege gegen Napoleon)
Musik: Karl Groos , 1818 (auf die gleiche Melodie wird gesungen)

Dieses Lied wurde in Preußen vor dem ersten Weltkrieg für den Schulunterricht in der sieben bzw achten Klasse besonders empfohlen ( Zentralblatt der preußischen Regierung von 1912). Es diente der Kriegserziehung im Kaiserreich .

Mit verändertem Text auch in Max Kegel : Sozialdemokratisches Liederbuch von 1896, Seite 35 -
Bei Max Kegel fehlen die Strophen 4. (Aus den stillen Kreisen) und 6. (Hinter dunklen Wällen) - und der religiöse Anteil ist entfernt, so heißt es statt "Gott" eben "Freiheit", "Wo sich Gottes Flamme" wurde z.B. ersetzt durch "Wo der Freiheit Flamme" - der "deutsche" Anteil wurde beibehalten

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1. Freiheit, die ich meine,
Die mein Herz erfüllt,
Komm mit deinem Scheine,
Süßes Engelsbild!
Magst du nie dich zeigen
Der bedrängten Welt?
Führest deinen Reigen
Nur am Sternenzelt?

2. Auch bei grünen Bäumen
In dem lust'gen Wald,
Unter Blütenträumen
Ist dein Aufenthalt.
Ach, das ist ein Leben,
Wenn es weht und klingt,
Wenn dein stilles Weben
Wonnig uns durchdringt.

3. Wenn die Blätter rauschen,
Süßen Freundesgruß,
Wenn wir Blicke tauschen,
Liebeswort und Kuß.
Aber nimmer weiter
Nimmt das Herz den Lauf.
Auf der Himmelsleiter
Steigt die Sehnsucht auf.

4. Aus den stillen Kreisen
Kommt mein Hirtenkind,
Will der welt beweisen,
Was es denkt und minnt.
Blüht ihm doch ein Garten,
Reist ihm doch ein Feld
Auch in jener harten
Steinerbauten Welt.

5. Wo sich Gottes Flamme
In ein Herz gesenkt,
Das am alten Stamme
Treu und liebend hängt;
Wo sich Männer finden,
Die für Ehr und Recht,
Mutig sich verbinden,
Weilt ein frei Geschlecht.

6. Hinter dunklen wällen,
Hinter ehrnem Tor
Kann das Herz noch schwellen
Zu dem Licht empor.
Für die Kirchenhallen,
Für der Väter Gruft,
Für die Liebsten fallen,
Wenn die Freiheit ruft.

7. Wolltest auf uns lenken
Gottes Lieb' und Lust,
Wolltest gern dich senken
In die deutsche Brust.
Freiheit, holdes Wesen,
Gläubig kühn und zart,
Hast ja lang erlesen,
Dir die deutsche Art.

7a. Das ist rechtes Glühen,
Frich und rosenrot,
Heldenwangen blühen
Schöner auf im Tod,.
Wolltest auf uns lenken
Gottes Lieb und Lust,
Wolltest gern dich senken
In die deutsche Brust.

Neues Liederbuch für Artilleristen (1893)
( 1800-1900: Volkstümliches Lied im 19.Jahrhundert)
Text: von Nida
Musik: unbekannt

 

Das Vaterland ruft uns hinaus
hinaus zum scharfen Streit
für Weib und Kind, für Hof und Haus
sind wir zum Kampf bereit
Wir ziehen ohne Klagen aus
voll Kampfeslust zum blut´gen Strauß
wir ziehn, ein Schirm dem Vaterland
mit Blut zu tilgen Schmach und Schand

Hurra Hurra!
Einig stehen wir da
Vom Fels zum Meer
ein Volk, ein Heer

Nimm liebes Weib noch diesen Kuß
vielleicht ist´s letzte mal
wenn ich von einem Büchsenschuß
durchbohrt zu Boden fall
Dann denk ich noch mit hohem Glück
an diesen letzten Kuß zurück
und ohne Todeskampf und Pein
geh ich dann in Walhalla ein

Hurra Hurra!
Der Feind ist da
Der Himmel loht
zum Kampf, zum Tod!

Bombenflieger-Marsch der "Legion Condor"

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Wir flogen jenseits der Grenzen
mit Bomben gegen den Feind.
Hoch über der spanischen Erde
mit den Fliegern Italiens vereint.


Wir sind deutsche Legionäre,
die Bombenflieger der Legion,
im Kampf um Freiheit und um Ehre
Soldaten der Nation.


Vorwärts, Legionäre!
Vorwärts! Im Kampf sind wir nicht allein
und die Freiheit muß Ziel uns’res Kampfes sein!
Vorwärts, Legionäre!


Die Roten, sie wurden geschlagen,
im Angriff bei Tag und bei Nacht,
die Fahne zum Siege getragen
und dem Volke der Frieden gebracht.


Wir sind deutsche Legionäre,
die Bombenflieger der Legion,
im Kampf um Freiheit und um Ehre
Soldaten der Nation.


Vorwärts, Legionäre!
Vorwärts! Im Kampf sind wir nicht allein
und die Freiheit muß Ziel uns’res Kampfes sein!
Vorwärts, Legionäre!


Wir kämpfen an allen Fronten
als Deutsche in spanischen Reih’n,
um Kämpfer für Spaniens Freiheit
und Sieger für Deutschland zu sein.


Wir sind deutsche Legionäre,
die Bombenflieger der Legion,
im Kampf um Freiheit und um Ehre
Soldaten der Nation.


Vorwärts, Legionäre!
Vorwärts! Im Kampf sind wir nicht allein
und die Freiheit muß Ziel uns’res Kampfes sein!
Vorwärts, Legionäre!

Flieger sind Sieger

 

1. Wir jagen durch die Lüfte
Wie Wotans wildes Heer,
Wir schau'n in Wolkenklüfte
Und brausen über's Meer.
Hoch tragen uns die Schwingen
Wohl über Berg und Tal,
Wenn die Propeller singen
Im ersten Morgenstrahl.

2. Uns kümmert kein Gewitter,
Uns schert nicht Tag und Nacht,
Wir sind des Reiches Ritter
Und halten treue Wacht.
Es singen die Propeller
Ein stolzes, starkes Lied,
Sie singen hell und heller
Vom Sieg, der mit uns zieht.

3. Und starten unsere Ketten*
Zum Flug nach Engeland,
Kein Wunder soll es retten,
Frisch dran mit Herz und Hand.
Nach England woll'n wir fliegen,
Glück ab, mein Kamerad,
Bis sie am Boden liegen
Und Deutschland Frieden hat.

Refrain:
Flieger sind Sieger,
sind allezeit bereit,
Flieger sind Sieger
für Deutschlands Herrlichkeit.

Jagdflieger-Lied

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Es blitzen die stählernen Schwingen,
Wenn dröhnend und donnernd im Takt
Die starken Motoren, sie singen
Das Lied, das im Herzen uns packt.

Refrain:
Bei uns wird nicht lange gefackelt:
Wir haben den Tommy versohlt!
|: Die stolze Maschine, sie wackelt, wackelt:
Den Feind hat der Teufel geholt! :|

Wir Flieger, zum Kämpfen geboren,
Wir feuern mit sicherer Hand.
Wir haben dem Führer geschworen,
Entschlossen zu schützen das Land.
Refrain:

So jagen wir kühn und verwegen,
In treuer Kam'radschaft verschweißt.
Der Sonne, dem Siege entgegen,
In Bölkes und Richthofens Geist!
Refrain:

Stuka Lied

{youtube}mTRwHJdxBMY|600px|380px{/youtube}

Viel schwarze Vögel ziehen
Hoch über Land und Meer,
Und wo sie erscheinen, da fliehen
Die Feinde vor ihnen her.
Sie lassen jäh sich fallen
Vom Himmel tiefbodenwärts.
Sie schlagen die ehernen Krallen
Dem Gegner mitten ins Herz.

Refrain:
Wir sind die schwarzen Husaren der Luft,
Die Stukas, die Stukas, die Stukas.
Immer bereit, wenn der Einsatz uns ruft,
Die Stukas, die Stukas, die Stukas.
Wir stürzen vom Himmel und schlagen zu.
Wir fürchten die Hölle nicht und geben nicht Ruh,
Bis endlich der Feind am Boden liegt,
Bis England, bis England, bis Engeland besiegt-
Die Stukas, die Stukas, die Stukas!
Wenn tausend Blitze flammen,
Wenn rings sie Gefahr bedroht,
Sie halten stets eisern zusammen,
Kameraden auf Leben und Tod!
Wenn Beute sie erspähen,
Dann wehe ihr allemal,
Nichts kann ihren Augen entgehen,
Den Stukas, Adlern gleich aus Stahl!
Refrain:

Tod säen sie und Verderben
Rings über des Feindes Land.
Die Spuren sind Trümmer und Scherben
Und lodernder Himmelsbrand.
Es geht schon in allen Landen
Ihr Name von Mund zu Mund.
Sie schlagen die Werke zuschanden,
Die Schiffe schicken sie auf Grund.
Refrain:

Flieger empor

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Wir fliegen durch silberne Weiten,
Selig dem Himmel gesellt,
Schweben und sinken und gleiten
Über unendliche Breiten,
Die Gott uns zum Schauen bestellt.

Über der Erde zu thronen
Hoch im sonnigen Schein,
In unerschlossenen Zonen
Neue Menschen zu sein,
Braust es im Chor:
Flieger empor!

Wir werden zum Kämpfen geboren,
Augen stets offen und klar!
Klingt die Musik der Motoren,
Fühlen wir uns unverloren
Und furchtlos in jeder Gefahr.
Über der Erde . . . .

Wir werden nicht immer gewinnen,
Dennoch! uns schreckt keine Not!
Leben, Vergeh'n und Verrinnen,
Aber der Glaube tief innen
Ist stärker als Not und Tod.
Über der Erde . . . .

Kein Tor der Welt ist uns zu hoch

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1. Kein Tor der Welt ist uns zu hoch,
Wir werden's überfliegen!
Kein Feind der Erde ist so stark,
Daß wir ihn nicht besiegen!
Und keine Lüge ist so schwarz,
Daß wir sie nicht enthüllen,
Und keine Pflicht ist uns zu schwer,
Wir werden sie erfüllen!

2. Wir werfen unseren Motor an,
Was soll das Phrasendreschen?
Wir stürmen an den Feind heran,
Auf Biegen oder Brechen!
Das Warten haben wir nicht gern,
Nur Taten uns gefallen!
Wenn unser Motor vorn uns zieht,
Gehört die Welt uns allen.

3. Das Jagen, das ist unsere Freud,
Wir jagen sie zu Klumpen!
Und hab'n sie keine Flieger mehr,
Wir woll'n ihnen welche pumpen.
Uns geht der Atem lang nicht aus,
Wir siegen oder stürzen,
Die Freude an der wilden Jagd,
Die kann man uns nicht kürzen!

Es donnern unsre Motoren

{youtube}WchfdDnezWw|600px|380px{/youtube}

Es donnern unsre Motoren
Ihr eisernes Lied in die Welt.
Wir sind dazu erkoren
Wenn mancher von uns auch fällt.
Wir werden weiter fliegen,
Wir wollen für Deutschland siegen;
Komme was kommen mag!

Wir fliegen für Deutschlands Ehre
Wir kämpfen für Deutschlands Recht
Wir sind des Volkes Wehre
Wir bleiben treu und echt
Wir werden weiter fliegen,
Wir wollen für Deutschland siegen;
Komme was kommen mag!
Wie Adler der Sonne entgegen
In Schönheit, in Freiheit, in Licht
In Donner, Nebel und Regen
Wir kenen nur eins: unsre Pflicht
Wir werden weiter fliegen,
Wir wollen für Deutschland siegen;
Komme was kommen mag!

Und ist der Sieg einst errungen
Ob sterbend er uns auch beschert
Auf tiefster Seel' gesungen
Der Flug war des Lebens Wert!
Wir werden weiter fliegen,
Wir wollen für Deutschland siegen;
Komme was kommen mag!

Kameraden auf See

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|: Wir sind Kameraden auf See! :|
Komm', Mädel, nun gib mir den Abschiedskuß,
Sei tapfer und treu, wenn ich scheiden muß!
Und fahren wir heute hinaus,
Wir kommen ja wieder nach Haus.
Wir stehen wie Felsen in Luv und Lee,
Wir sind Kameraden auf See!
|: Wir sind Kameraden auf See! :|
Der Flagge, die uns unser Führer gab,
Ihr bleiben wir treu bis an das Grab!
Uns kümmert nicht Wetter und Sturm,
Wir stehen in Bunker und Turm,
Wir stehen wie Felsen in Luv und Lee,
Wir sind Kameraden auf See!

|: Wir sind Kameraden auf See! :|
Der Flagge, die stolz uns zu Häupten weht,
Ihr gilt unser Gruß, wenn's zum Sterben geht!
Sie ist unser heiligstes Gut,
Wir schützen sie mit unserm Blut!
Wir stehen wie Felsen in Luv und Lee,
Wir sind Kameraden auf See!

 


Quellen

http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_Volkslied (Letzter Aufruf 12. Mai 2011)
http://www.volksliederarchiv.de/ (Letzter Aufruf 12. Mai 2011)
http://www.volkslieder-songarchiv.de/volkslieder.php (Letzter Aufruf 12. Mai 2011)
http://de.wikisource.org/wiki/Deutsches_Volkslied (Letzter Aufruf 12. Mai 2011)
http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/De ... slied.html (Letzter Aufruf 12. Mai 2011)
http://www.deutscheslied.com/de/folksong.htm (Letzter Aufruf 12. Mai 2011)
http://ingeb.org/Lieder/wasglanz.html (Letzter Aufruf 12. Mai 2011)
http://www.lieder-archiv.de/lieder/show ... ?ix=300499 (Letzter Aufruf 12. Mai 2011)
http://www.augia.at/studentenlieder.htm (Letzter Aufruf 12. Mai 2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Wenn_alle_untreu_werden (Letzter Aufruf 12. Mai 2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Deutschlandlied (Letzter Aufruf 12. Mai 2011)
http://www.deutsche-schutzgebiete.de/kriegslieder.htm (Letzter Aufruf 12. Mai 2011)
http://ingeb.org/Lieder/wirsindc.html (Letzter Aufruf 12. Mai 2011)
http://www.axishistory.com/index.php?id=6795 (Letzter Aufruf 12. Mai 2011)



Autor: Freiherr von Woye / Hasso von Manteuffel